Zündende Anspiele -  - E-Book

Zündende Anspiele E-Book

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Beschreibung

25 Anspiele zu unterschiedlichen Themen Gut geeignet für Festlichkeiten in den Gemeinden

Das E-Book Zündende Anspiele wird angeboten von Lichtzeichen Verlag und wurde mit folgenden Begriffen kategorisiert:
Theaterstücke, Anspiele, Anspielsammlung, Gottesdienst, Deklamation

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Seitenzahl: 171

Veröffentlichungsjahr: 2013

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Zündende Anspiele

Gesammelte Anspiele

Zündende Anspiele

Gesammelte Anspiele

© 2013 Lichtzeichen Verlag, Lage

Satz/Umschlag: Daniel Janzen

ISBN: 9783869549286

Bestell Nr.: 548928

E-Book Erstellung: LICHTZEICHEN Medien www.lichtzeichen-medien.com

Inhaltsverzeichnis

Jämmerling

Gespräch zwischen Mädchen

Der bucklige Freund

Die Starre und die Drossel

Der Mensch

Der Mut und die Seinen

Das Hochzeitsbild

Die Schwarzamsel

Drei Freundinnen

Ehealltag

Mary und John

Ein Schluck Wasser

Gastfreundschaft

Herr Schlau und Herr Narr

Hochzeit (Amselpaar)

In den Tagen des Menschensohnes

Das erwünschte Hochzeitsgeschenk

Nach der Hochzeit

Heiligabend

Die Überbewertung von Geschenken

Wohnt Christus in eurem Hause?

Jämmerling

(6 Personen)

Erzähler: In einer Gemeinde gab es eine große Jugendgruppe, die der hübsche Peter leitete. Er spielte viele Instrumente, dirigierte das Orchester und seine Solos erfreuten Jung und Alt. (4 Freundinnen im Halbkreis und Peter).

1. Fr.: Du singst wie eine Nachtigall.

Erzähler: Wenn die Mädchen auf ihn schauten, atmeten sie mit Schwermut auf.

2. Fr.: Warum? ... Warum verliebt er sich nicht?

Erzähler: Aber Peter, umringt von so vielen Mädchen, wußte nicht, wen er bevorzugen sollte. Alle waren nett und ordentlich, spielten im Musikorchester und sangen im Chor. Peters Augen liefen über, beim Anblick so vieler Brautkandidaten. Wie im Laden, beim Stoffaussuchen für einen Anzug. Jeder Stoff ist schön: blau, braun, kariert und gestreift. Aber welcher ist besser? Welcher paßt besser zu meinem Gesicht, Größe, Haarfarbe?

Peter: Herr, sage mir: Welche könnte mir eine Begleiterin sein...?

Erzähler: ...betete Peter und beschloß endlich:

Peter: Ich mache es so: ich gehe heute einfach etwas früher zum Gottesdienst und warte. Welche dann von den Mädchen als Erste hereinkommt, wird meine Braut sein. Sie sind doch alle nett, sympathisch und zärtlich. Sie sehen auch alle gut aus, nur...die eine Maria Bergman nicht. Aber ich denke, die kommt bestimmt nicht als Erste zum Gottesdienst.

Erzähler: Peter kam ins Gemeindehaus, setzte sich auf die erste Bank vor der Kanzel (Peter kommt und setzt sich) und stürzte mit den Händen seinen gesenkten Kopf.

Peter: Herr, lass die als Erste kommen, die du für mich vorgese hen hast!

Erzähler: So betete Peter. Da er eine Stunde vor Beginn des Gottesdienstes gekommen war, kamen lange keine Zuhörer. Aber plötzlich hörte er die Eingangstür. Peter hörte dass es Frauenschritte waren – vorsichtig, sogar unsicher, zaghaft.

Peter: Soll ich mich umdrehen oder nicht?

Erzähler: Die Reingekommene setzte sich auf die Bank hinter Peter (das Mädchen kommt und setzt sich). Er und sie schwie gen. Es vergingen ein paar schmachvolle Minuten. Peter dach te:...

Peter: ...wenn sie doch mal hustete oder ein Wort sagte...

Erzähler: Als ob sie seinen Wunsch verspürt hätte, setzte sie sich auf die erste Bank in der ersten Reihe, links von Peter (das Mädchen war aufgestanden und hatte sich hingesetzt wie schon gesagt). Er entfernte seine Hände vom Gesicht und schaute sich um. Im ersten Au gen blick erstarrte er vor Staunen. Es war das einzige von ihm unerwünschte Mädchen.

Peter: Maria Bergmann ... soll ich jetzt trauern oder fröhlich sein? Ich habe Gott um Rat gebeten und jetzt zeigt er mir meine Braut. Guten Tag, Maria!

Maria: Guten Tag!

Peter: Maria, kommen sie immer so früh zum Got tes dienst?

Maria: Ja, ich bete gerne in der Stille. Sie auch?

Peter: Heute ist bei mir ein außergewöhnlicher Tag. Ich habe Gott gebeten, dass er mir die Augen öffnet.

Maria: Wofür?

Peter: Richtiger für wen? Sie wissen ja Maria, daß es für mich Zeit ist zu heiraten.

Maria: Warum heiraten sie denn nicht?

Peter: Bis jetzt wußte ich nicht, wen Gott für mich vorgesehen hat. In die Herzen der Mädchen kann man ja nicht hereinschauen. Deswegen habe ich gedacht: Geh mal etwas früher zum Gottesdienst, bete, und das Mädchen, das als Erste reinkommt, wird deine Frau. Sie sind als Erste gekommen, also hat Gott Sie für mich bestimmt.

Erzähler: Marias Herz schlug schneller. In den Augen zeigten sich Tränen. Sie konnte lange nichts sagen. Peter nahte sich ihr.

Peter: Weinen sie nicht Maria.

Maria: Peter...

Peter: Nach dem Gottesdienst begleite ich sie nach Hause und dann besprechen wir alles.

Erzähler: Die Zuhörer sammelten sich. Peter setzte sich auf seinen Platz. Der Gottesdienst war gut besucht. Viele dankten Gott für den Segen. Auch Peter und Maria beteten: Herr, segne meine weitere Lebensbahn.

Lied: Herr, segne meine weitere Lebensbahn

Erzähler: Keiner ahnte etwas vom Geschehen. Auf dem Gottesdienst bemerkten manche ihre freudige Gesichter. Solchen Gesichtsausdruck haben Leute, bei denen sich ein besonderer Wunsch erfühlt oder wenn sie einen Schatz finden. Manche ihrer Freundinnen waren voller Neugier, warum Maria so froh ist. Wollten mit ihr nach Hause gehen, aber Maria sagte, daß Peter sie heute begleitet.

1. Fr.:(4 Freundinnen im Halbkreis) Hat er dich auch früher mal begleitet?

Maria: Ist nicht vorgekommen.

2. Fr.: Warum denn heute solch‘ ein Vorrecht?

Maria: Weil er mir etwas zu sagen hat.

3. Fr.: Warum nur dir und nicht uns allen?

Maria: Das musst du ihn fragen. (Peter ist dazugekommen)

4. Fr.: Peter, du hast uns beleidigt. Früher warst du mit uns allen zusammen und jetzt ziehst du Maria vor. Warum das?

Peter: Weil ich Maria heirate.

4. Fr.: Waaas...?

1. Fr.: Warum denn Maria und nicht irgend eine andere?

Peter: Weil es Gott so gewollt hat.

3. Fr.: Wie hast du denn Gottes Willen erkannt?

Peter: Ganz einfach ... davon sage ich jetzt nichts.

Erzähler: Als Peter Maria begleitete, sagte Maria:

Maria: Du hast alle schönen Mädchen beleidigt, Peter.

Peter: Macht nichts, nach ein paar Tagen haben sie sich wieder beruhigt, besonders, wenn sich für sie ein Bräutigam findet.

Maria: Solchen Hübschen wird es nicht schwer fallen zu heiraten. Da ist doch eine hübscher als die andere. Nur ich bin so...

Peter: Wie so?

Maria: Nicht so wie sie ... das sieht man doch!

Peter: Man muss nicht den Augen glauben ...

Maria: Wem denn?

Peter: Man muss auf Gottes Stimme hören.

Erzähler: Auf der Hochzeit von Peter und Maria waren viele Leute. Die Besucher hörten nicht auf sich zu wundern, das Peter sich solch‘ einen Jämmerling gewählt hat. Aber was passierte: Maria wurde mit der Zeit immer schöner. Mit ihr geschah das, was mit manchen häßlichen Kindern passiert: Wenn sie größer werden, werden sie immer schöner. Die Liebe zum Mann und den Kindern hatte Maria schön gemacht. Der glückliche Peter stellte sie immer als Beispiel dar. Im Gebet dankte er immer für seine Frau. Ende.

Gespräch zwischen Mädchen

(8 Personen)

Lena: Liebe Liese, wie bin ich so froh, dass du zu mir kommst! Wie lange haben wir uns jetzt schon nicht gesehen. Wie geht es dir jetzt?

Liese: Ach es geht mir nicht gut. Ich fühle eine große Last auf meinem Herzen. Ich habe schon oft davon gehört, dass alle, die sich nicht bekehren, einst verloren gehen. Und davor fürchte ich mich. O, wenn ich wüsste, wo ich Frieden finden kann!

Lena: Ja, es ist schrecklich in die Hände des allmächtigen Gottes zu fallen, davon habe ich schon gehört, aber ich weiß auch nicht, wo man Frieden finden kann.

Liese: Und weißt du nicht, wie Elsa sich fühlt? Vielleicht wünscht sie auch ein anderes Leben anzufangen?

Lena: Ja, wirklich, wo bleibt sie? Ich habe sie schon lange nicht gesehen. Und weißt du, ich habe gehört, dass hier unweit eine gläubige Jugend ist. Wollen wir vielleicht sie aufsuchen? Ich glaube, sie werden uns den richtigen Weg zeigen.

Liese: Aber wie wollen wir die Jugend aufsuchen? Kennst du vielleicht irgend jemanden von ihnen?

Lena: Nein, ich kenne sie nicht, aber ich glaube, wir werden sie doch finden.

Elsa:(kommt eilend herein) Liebe Mädchen, guten Abend! Was sitzt ihr hier so traurig?

Lena: Ach, wir finden keinen Ausweg. Wir sehen es deutlich, dass wir nicht so weiter leben können. Aber wie weiter, wissen wir nicht. Aber wohin eilst du so sehr?

Elsa: Ich war schon bei Liese, und jetzt wollte ich zu dir. Ich wollte euch meine große Freude mitteilen. Ihr erinnert euch vielleicht noch, dass ich etliche Wochen vorher sehr unglücklich war. Ich eilte herum mit finsteren Gedanken und suchte meine Seelenangst zu vertreiben. Aber alles war erfolglos. Und eines Tages traf ich mich mit einem jungen Mädchen und sie sah so glücklich aus. Sie fing an, mit mir zu sprechen, denn sie sah, wie unglücklich ich aussah. Ich wollte nichts sagen, aber sie war so freundlich, dass ich nicht anders konnte. Ich erzählte ihr alles, was mich beschwerte und sie lud mich ein zur Versammlung. Und was ich dort hörte, dass hat mich überzeugt. Ich fühlte mich so klein und sündig vor dem großen Gott. Aber durch Gottes Gnade bin ich jetzt doch erlöst aus dem grausamen Schlamm der Sünde.

Liese: O wie schön! Dann musst du uns auch aus unserer Seelennot helfen, denn wir kennen keinen Menschen, der uns davon etwas erklären könnte.

Elsa: Ich bin noch zu schwach im Glauben, um anderen den Weg zu zeigen. Aber kommt, heute ist ein Jugendfest, da sollte ich auch dabei sein, und ich wollte euch abholen. Ich wusste gar nicht, daß ihr schon so gestimmt seid. Wie wunderbar erhört Gott doch Gebete!

Liese: Ja, wir möchten gerne mit dir gehen. Und ich kann mich noch erinnern, wie meine Mutter für mich gebetet hat.

(Die drei Mädchen gehen ab und begegnen noch zwei anderen Mädchen, Tina und Anna)

Tina: Elsa, wo gehst du hin? Willst du nicht zum Jugendfest gehen?

Elsa: Ja, aber ich habe Adina versprochen, daß ich sie abholen werde. Sie wird warten, bis ich komme.

Anna: Und dies sind deine Freundinnen, Lena und Liese, von denen du sprachst?

Elsa: Ja, ich betete für sie, dass Gott in ihren Herzen auch ein Verlangen zu neuem Leben erwecken möge und er hat mein Gebet erhört.

Anna: Das ist doch aber sehr gut, dass ihr der Stimme des Geistes gleich gefolgt seid. Der Herr wird euch segnen, und wenn ihr noch zu Adina gehen wollt, dann gehen wir mit, nicht wahr, Tina?

Tina: Natürlich gehen wir mit.

(Gehen alle ab, es wird ein Lied gesungen.)

Lied: Komm zu dem Heiland.

(Ein Mädchen und zwei Jungs unterhalten sich)

Jakob: Ist es nicht schon Zeit zum Gehen? Wir dürfen nicht zu spät kommen.

Adina: Nein, wir müssen noch warten. Elsa hat versprochen, mich abzuholen. Und sie sagte, vielleicht würde sie heute ihre Freundinnen mitbringen. Sie sind noch nicht bekehrt, aber vielleicht finden sie durch den heutigen Abend noch den Frieden?

Peter: Ja, dann müssen wir warten. Sie wird ihr Versprechen nie brechen, und weil sie noch schwach ist, müssen wir ihr besonders viel Liebe erweisen. Und das ist auch wunderschön, wenn immer mehr jugendliche Seelen sich zum Herrn bekehren. Und überhaupt verspüren wir in dem letzten Monat besonders die Liebe und den Segen des Herrn.

Adina: Dort kommen sie schon! (Die Mädchen kommen herein.)

Elsa u. Anna: Guten Abend!

Adina: Guten Abend! Ihr seid also Elsa‘s Freundinnen. Es freut mich sehr, daß ihr auch mitgekommen seid. Ihr werdet heute auch wirklich viel Neues und Fröhliches hören, und das wird eure suchenden Seelen befriedigen.

Elsa: Sie hatten schon auf mich gewartet und waren auch gleich bereit mitzukommen. Sie baten mich schon, ihnen den Weg zum Herrn zu zeigen, aber ich bin noch zu schwach dazu. Aber hier sind ja Jakob und Peter, vielleicht werden sie es tun.

Peter: Zu Helfen sind wir immer bereit, wenn es nur in unserer Kraft ist. Und dazu haben wir noch die Heilige Schrift, die der beste Wegweiser ist. Und ich glaube wir werden alle einen Vers auswendig sagen, den wir gelernt haben. Bitte Jakob, fange du an.

Jakob: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater, denn durch mich“, so spricht Jesus Christus, Gottes Sohn, in Johannes 14,6. Und er sagt auch noch: „Wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstoßen“, Joh. 6,37.

Anna: „Glaube an den Herrn Jesus Christus, so wirst du und dein Haus selig“ Apg. 16,31.

Tina: „Tut Buße und bekehret euch, denn das Himmelreich ist nahe herbei gekommen! Mk 1,15.

Adina: Rufe mich an in der Not, so will ich dich erretten und du sollst mich preisen“ Psalm 50,15. Und ihr habt auch heute die Möglichkeit, den Herrn anzurufen in eurer Seelennot und Er wird euch erretten. Wollt ihr es tun?

Lena: O ja, ich bin gleich bereit dazu.

Peter: Dann singen wir noch das Lied „Ich kam zum Heiland“ (singen das Lied)

Lena: O, wie leicht ist es jetzt in meinem Herze! Ich fühle, dass Jesus mir wirklich ein neues und ein reines Herz gegeben hat, wie auch Elsa erzählt hat.

Liese: Und mich hat der Herr auch zu seinem Kind gemacht und gereinigt von aller Sünde. Wie hat er uns doch so lieb!

Lena: Ich danke dem Herrn Jesus, dass er meine Seele gerettet hat und will ihm treu mein Leben lang dienen.

Jakob: Jetzt wollen wir noch das Lied singen „Von Gnade und Recht will ich singen“ und dann gehen wir zum Jugendfest. (Alle singen das Lied und gehen ab)

Der bucklige Freund

(5 Personen)

1. Autor: In einer von den Städten Rußlands wohnten zwei Familien. Sie waren in grosser Freundschaft miteinander. In einer Familie wuchs ein Junge, Namens Kolja auf; in der anderen ein Mädchen, das Tonja hieß. Die Eltern haben oft miteinander verabredet: Wenn unsere Kinder groß werden und heiraten, dann werden wir nicht nur Nachbarn, sondern auch Verwandte sein. Aber es ging eine Zeit rum und die Familie mit dem kleinen Kolja fuhr, um zu verdienen, nach Indien. Nach einiger Zeit wollten sie wieder nach Hause zurückkehren. Zu der Zeit war aus Kolja schon ein gutaussehender, breitschultriger junger Mann geworden. Schon bereiteten sie sich zur Abreise, als eines Tages eine Choleraepidemie beide Eltern mit sich nahm, und Kolja blieb als Waisenkind in der Fremde. Er trauerte sehr um seine Eltern. Er sah, dass alle Leute in der Umgebung Freunde hatten, mit denen sie Freude und Leid teilen konnten und das machte ihn noch trauriger. Er hatte ein grosses Vermögen, aber das erfreute ihn nicht. Er konnte es sich leisten, in jeden Winkel der Erde zu reisen, die Mittel hatte er dafür. Aber wo sollte er hin? Kolja erinnerte sich oft und lange an früher. Und so erinnerte er sich eines Abends an die Erzählung seiner Eltern von einem Mädchen, dessen Eltern wünschten, dass er ihre Tochter heiratet. Da er den Namen jedes Mädchen wusste, schickte er Nachforschungen in verschiedene Orte Rußlands. Seine Mühe wurde mit Erfolg gekrönt. Zwischen den jungen Leuten knüpfte sich eine Brieffreundschaft. Nach einer Zeit tauschten sie ihre Fotos aus. Danach macht Kolja ihr einen Vorschlag sie zu besuchen. Und als er von Tonja eine positive Antwort bekam, wollte er schnellstens fahren. Aber wie das wusste er nicht. Aber Dank dem weisen Rat der Leute wurde das Problem gelöst. Und so machte er sich mit grosser Freude auf den Weg. Er war glücklich, dass es das Land gab, sein Land, in dem auf ihn ein Mädchen wartete, das er liebte. Er war lange unterwegs und endlich stand er vor dem Haus zu dem er so strebte.

2. Autor: Tonja war schön und selbstbewußt. Dazu noch verwöhnt dadurch, dass ihr Aussehen von allen begehrt wurde. Sie hatte eine jüngere Schwester: Lena, sie war weniger schön, aber sie war ein Mädchen mit einer wundervollen Seele. Die beiden Schwestern saßen oft am Fenster und unterhielten sich. So war es auch an diesem Tag. Sie saßen und unterhielten sich.

Lena: Wartest du sehr auf ihn?

Tonja: Was denkst du denn, etwa nicht? Er hat doch geschrieben, dass er kommt.

1. Autor: So unterhielten sie sich sitzend am Fenster und in die Ferne schauend. Plötzlich wurde das Gespräch durch ein überraschendes Klopfen an der Tür unterbrochen. Tonja sprang schnell auf und öffnete. In die weitgeöffnete Tür kam ein Mann herein und streckte ihr erfreut beide Hände entgegen. Er erwartete eine freundliche Antwort auf seine Begrüßung. Aber o weh, er bekam keine.

2. Autor: Tonja stand mit weit geöffneten Augen vor ihm und dann schrie sie plötzlich:

Tonja: Sie haben mich getäuscht, getäuscht!

2. Autor: Und lief schnell ins Nebenzimmer.

1. Autor: Kolja bat sie zu bleiben und zu warten, er versprach ihr alles zu erzählen. Aber sie hörte nicht auf ihn. Kolja blieb alleine im Vorzimmer. Langsam überblickte er den Raum, danach ging er zur Tür hinter der die Schwestern verschwanden, und dann hörte er folgendes:

Lena: Tonja, warum wolltest du ihn denn nicht begrüßen?

Tonja: Aber Lena, er hat mich doch belogen, hat mir nichts geschrieben davon.

Lena: Aber du kannst dich doch an seine Briefe erinnern, was für eine Seele er hat.

Tonja: Was geht mich seine Seele an! Ich werde mich schämen mit ihm auf der Straße mich sehen zu lassen. Er hat ja einen riesigen Buckel auf dem Rücken.

2. Autor: Danach trat eine Stille ein, die von Lena unterbrochen wurde!

Lena: Tonja, willst du ihn heiraten?

Tonja: Was willst du von mir, warum belästigst du mich? Würdest du an meiner Stelle ihn etwa heiraten?

2. Autor: Lena blieb einen Augenblick still und dann sagte sie:

Lena: Ja, ich würde es tun!

Tonja: Ja, solche wie du würden das tun. Ach, wozu mit dir reden, du verstehst überhaupt nichts.

1. Autor: Kolja wollte schon gehen, als sich plötzlich die Tür, hinter der die beiden Mädchen saßen, öffnete. Kolja erwartete, das Tonja herauskam, aber es war Lena. Sie schaute ihn an. Auf seinem Gesicht war keine Traurigkeit oder Verzagtheit zu erkennen. Er stand da und überlegte scharf, als ob er eine wichtige Entscheidung zu treffen hätte.

Lena: Kolja, kommen sie doch vorbei, legen sie ab und fühlen die sich wie zu Hause.

Kolja: Nein, ich lege nicht ab, bis ich eine Entscheidung bezüglich einer wichtigen Frage getroffen habe. Wissen sie, ich bin hierher gekommen, um zu heiraten!

2. Autor: In dem Moment kam Tonja herein. Sie lächelte verächtlich. Kolja merkte es sofort und wandte sich gar nicht mehr an sie, sondern an Lena.

Kolja: Sind sie einverstanden meine Frau zu werden?

2. Autor: Das arme Mädchen wurde ganz verlegen. Was sollte sie sagen? In Gedanken sah sie alle seine Briefe und den langen Weg, den er zurücklegte. Sie erinnerte sich, dass er keinen Menschen hat, dass er einsam ist und antwortete ohne weiteres:

Lena: Ja, ich bin einverstanden!

2. Autor: Und Tonja sagte lächelnd vor sich hin, aber so, dass Lena es hörte!

Tonja: Nur so einen Bräutigam kann man sich aus Indien verschreiben.

2. Autor: Aber Lena antwortete verbittert lächelnd.

Lena: Du hast ihm einen Korb gegeben, also! Dann lass mich.

Kolja: So, und jetzt lege ich ab.

1. Autor: Sagte Kolja erfreut. Er legte seine Sachen ab und erzählte gleichzeitig.

Kolja: Wir wurden in Indien sehr reich und das ganze Vermögen mußte über die Grenze gebracht werden. Ich wußte nicht wie ich das machen sollte! Aber Dank dem vernünftigen Rat bekannter Leute konnte ich es rüber bringen.

1. Autor: In dem Moment zog er den Mantel aus, wonach sein Buckel noch schrecklicher aussah. Die Ärmel des Anzuges zogen sich hoch durch den riesigen Buckel. Es war ein schrecklicher Anblick.

Tonja: Was für eine Figur!

1. Autor: Bemerkte Tonja, Kolja jedoch legte seine Sachen weiter ab und erzählte.

Kolja: Doch wie sollte ich die wertvollen Steine über die Grenze bringen? Und so wurde mir geraten sie auf dem Rücken zu transportieren.

2. Autor: Tonja machte große Augen.

1. Autor: In dem Moment zog er das Jackett aus und ließ den Sack vom Rücken fallen. Vor ihnen stand jetzt ein gutaussehender breitschultriger Mann, der jedem Mädchen die Ehre erweisen würde.

Tonja: Sie haben mich belogen, belogen!

2. Autor: Rief Tonja aus.

Kolja: O nein, ich habe sie nicht belogen. Ich habe ja ihnen gesagt, gebeten habe ich, dass sie bleiben sollten, ich hätte ja ihnen alles erzählt, aber sie wollten nicht. Als ich hier ankam, hatte ich ganz vergessen von diesem „Unglückssack“.

2. Autor: Aber Tonja wollte nichts mehr hören und ging mit Tränen in den Augen ins andere Zimmer. Als Kolja allein blieb mit seiner Braut, sagte er:

Kolja: Hier sind viele Kostbarkeiten und sie reichen uns für‘s ganze Leben. Aber mir sie sind noch kostbarer geworden, weil sie mir geholfen haben die wertvollen Eigenschaften meiner lieben Braut kennenzulernen.

2. Autor: