Zur Geschichte der Sächsischen Leib-Grenadier-Garde (II) -  - E-Book

Zur Geschichte der Sächsischen Leib-Grenadier-Garde (II) E-Book

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Beschreibung

Im Hauptstaatsarchiv in Dresden befinden sich eine Reihe von handschriftlichen Akten zur Leib-Grenadier-Garde, die wohl aus dem Nachlass Oberhofmeisters August von Minckwitz stammen. In den Akten enthalten ist die in diesem Heft wiedergegebene Geschichte zu den Jahren 1813 bis 1815. Enthalten sind auch die Bestandsrapports aller 3 Bataillone des Grenadier-Regiments, dessen 1tes Bataillon durch die Leib-Grenadier-Garde gestellt wurde.

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Seitenzahl: 70

Veröffentlichungsjahr: 2018

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Beiträge zur sächsischen Militärgeschichte zwischen 1793 und 1815

Heft 49

Abb. 01 Umgegend von Leuven, Maastricht; Lüttich und Namur

Inhaltsverzeichnis

Vorwort

Geschichte vom 14.11.1813 bis mit 21.08.1815

Das 1ste Grenadier-Bataillon Leib-Garde bestand am 3

ten

Mai 1815 in

Das 2te Grenadier-Bataillon bestand am 3

ten

Mai 1815 in

Das 3te Grenadier-Bataillon bestand am 3

ten

Mai 1815 in

Tagesbefehl Lüttich, am 6

ten

Mai 1815

Quellen

Abb. 02 Beispieltext zu 1812/!§

Abb. 03 Beispieltext zu 1813 - 1815

Vorwort

Im Hauptstaatsarchiv Dresden befindet sich eine Reihe handschriftlicher Akten zu den Regimentern Garde du Corps und Leib-Grenadier-Garde. Der Verfasser der Akten ist jedoch nicht vermerkt. Höchstwahrscheinlich handelt es sich bei diesen Akten um einen Teil des Nachlasses des Oberhofmeisters August von Minckwitz1, aus dem wohl Georg v.Schimpff das Material für sein Werk2 entnommen hat.

August v.Minckwitz selbst hat aus diesem umfangreichen Material wohl nur ein Werk veröffentlicht3.

Die in Dresden (noch?) vorhanden Akten zur Leib-Grenadier-Garde beinhalten eine Materialsammlung mit chronologischen Notizen zu Organisation, Uniformierung und Ausrüstung.

Der im vorliegenden Heft wiedergegebene Abschnitt ist einer von zwei (bisher aufgefundenen) durchgeschriebenen Texten, die sich mit den geschichtlichen Ereignissen befassen. Der Abschnitt zu 1813-1815 weist ein völlig anderes Schriftbild auf, als die sonstigen Notizen. Auch ist der weitere Text (zu 1812/13) bedeutend kürzer

Der Text selbst ist so originalgetreu wie möglich, lediglich der heutigen Rechtschreibung angepasst, wiedergegeben.

Bedanken möchte ich mich beim Team des Hauptstaatsarchives in Dresden für die wie immer problemlose Bereitstellung der Akten.

Natürlich möchte ich mich auch bei Ihnen, verehrter Leser, dafür bedanken, dass Sie sich zum Kauf dieses Buches entschlossen haben. Insofern Sie Anregungen und Kritiken haben, über den Inhalt diskutieren oder mir einfach nur mitteilen wollen, ob Ihnen das Buch gefallen hat, so können Sie mich via email unter [email protected] erreichen.

Ihr Jörg Titze

1 Friedrich August von Minckwitz (• 08.09.1817 in Berlin / † 25.02.1892 in Dresden) 1855 Kammerherr, 1867 Kämmerer und Oberhofmeister, 1872 wirkl. Geheimer Rat)

2 „Die ersten kursächsichen Leibwachen zu Roß und zu Fuß und ihre Geschichte – aus dem Nachlaß des Oberhofmeisters August von Minckwitz“

3 „Die Brigade Thielmann in dem Feldzuge von 1812 in Russland“

Geschichte vom 14.11.1813 bis mit 21.08.1815

Die königl. sächsischen Truppen wurden den 14ten November von der Blockade der Festung Torgau abgerufen, um zur weiteren Teilnahme an dem Krieg neu formiert zu werden. Eine kgl. preußische Brigade löste sie diesen Tag früh ab und sie bezogen, zu diesem Zwecke in der Nähe von Merseburg Kantonierungsquartiere.

Das Garde-Grenadier-Bataillon marschierte demnach den 14ten nach Eilenburg, den 15ten nach Glessin und traf den 16ten in Merseburg ein, wo es in und um Merseburg bis den 6ten Dezember stehen blieb. Den 6ten Dezember bezog es anderweite Kantonierungsquartiere in und bei Querfurt.

Der in russische Dienste getretene Generalleutnant Freiherr von Thielmann hatte indessen von Sr Majestät dem Kaiser von Russland das Kommando der bei Merseburg gesammelten Überreste der sächsischen Armee erhalten und sollte mit diesen /: ohngefähr 9.000 Mann stark :/ Mitte des Monats Dezember über Hildesheim zu der Armee des Kronprinzen von Schweden stoßen, welche gegen den bei Hamburg stehenden frz. Marschall Davout operierte, als die sächsischen Truppen dem 3ten deutschen Armeekorps zugeteilt wurden, dessen Kommando der regierende Herzog von Sachsen-Weimar erhielt.

In Folge dieser Bestimmung empfing das Garde-Grenadier-Bataillon , welches den 16ten Dezember nach Eisleben aufgebrochen war, Befehl den Marsch nicht fortzusetzen, kantonierte vom 17ten in und bei Sangerhausen und vom 23ten Dezember bis mit 2ten Januar 1814 in und bei Allstedt. Hier erhielt die Armee eine neue Formierung. – Sie sollte, außer den Landwehren und dem Banner der freiwilligen Sachsen, einen Etat von 20.000 Mann, jedoch die Depots mit einbegriffen, erhalten und bestehen in

1 Regiment Kürassiere

1 Regiment Ulanen

1 Regiment Husaren

1 Eskadron Stabsdragoner

1 Grenadier-Regiment

3 Linien-Infanterie-Regimenter

2 leichte Infanterie-Regimenter

1 Jäger Bataillon

die hierzu gehörige Artillerie mit 7 Batterien, inkl. zweier reitender und einer fahrenden Batterie sowie Sappeure, Pontonniere und Ouvriere

Diese angeordnete Formierung konnte augenblicklich nicht durchgängig bewirkt werden, weil die aus der russischen Kriegsgefangenschaft rückkehrenden Soldaten noch nicht alle angekommen waren; doch trafen späterhin alle diese Truppen auf dem Kriegsschauplatz ein, bis auf 2 Bataillone des 3ten Linien-Infanterie-Regiments.

Von der Landwehr langten 4 neu gebildete Regimenter bei dem Korps in den Niederlanden an, der Banner der freiwilligen Sachsen stieß zu dem 5ten deutschen Armeekorps und wohnte einem Teil der Blockade von Mainz bei. In Summe ergab dies eine Armee von fast 40.000 Kombattanten, welche Sachsen zu diesem Kriege stellte.

Das Grenadier-Regiment wurde zu 3 Bataillonen formiert; das 1ste Bataillon aus dem Leib-Grenadier-Garde-Regiment; das 2te aus dem Bataillon König und das 3te aus sämtlichen Grenadieren der Armee. Der Oberst Prinz Bernhard von Sachsen-Weimar erhielt das Kommando des Regiments und es war selbiges für den bevorstehenden Marsch der Infanterie-Brigade des General-Majors v.Ryssel provisorisch zugeteilt.

Das 3te deutsche Armeekorps – zu welchem noch eine Brigade von Anhalt-Thüringen inkl. der Linientruppen, Landwehren und Freiwilligen der Häuser Sachsen-Weimar, Gotha, Anhalt und Schwarzburg geteilt wurden – hatte nun die Bestimmung erhalten, sich in den Niederlanden mit den verbündeten Heeren zu vereinigen; es erhielt den 2ten Januar 1814 seine Kantonnements in Sachsen, um über Kassel, Lippstadt, Münster pp. diese Vereinigung zu bewirken.

Dem Grenadier-Regiment war folgende Marschrichtung gegeben, den

3

ten

Januar

Gehofen – Regiments Stabs-Quartier

4

ten

Sondershausen

5

ten

Bleicherode

6

ten

Heiligenstadt

7

ten

Bischofshausen

8

ten

Rast

9

ten

Kassel

10

ten

Wenigen-Hassungen

11

ten

Arolsen

12

ten

Büren

13

ten

Lippstadt

Hier traf der Herzog von Weimar bei dem Korps ein; er hielt Revue über das Grenadier-Regiment und sprach seine vollkommene Zufriedenheit über die Haltung und einige ausgeführte Bewegungen desselben aus. Inmittelst war der zeitherige Kommandant des Garde-Grenadier-Bataillons Oberstleutnant v.Radeloff zum Depot versetzt nach Sachsen zurückgegangen und dem Major v.Jeschky das Kommando dieses Bataillons übertragen worden.

Das 3te deutsche Armeekorps, welches bis den 18ten bei Lippstadt kantonierte, brach diesen Tag wieder auf, marschierte über Münster und wegen der Überschwemmung der Yssel über Zwolle nach Breda.

Das Grenadier-Regiment marschierte den

19

ten

Ahlen

20

ten

Münster

21

ten

Steinfurt

22

ten

daselbst Rast

23

ten

Entzschkete (

Enschede

)

24

ten

Bierlo, wo es bis den 26ten stehen blieb, da der bei Doesburg beabsichtigte Übergang der Yssel nicht ausführbar war; den

27

ten

Goar

28

ten

Hattem

29

ten

Zwolle

30

ten

Elburg, passierte hier die Yssel

31

ten

Hartenwiek (

Harderwijk

)

1

sten

Februar Amersfoort

2

ten

Cuilenburg (

Culemborg

) und über den Rhein

3

ten

Bommel

4

ten

Wiek bei Heusden

5

ten

Breda, blieb hier bis zum 7

ten

stehen

8

ten

Hoogstraten

9

ten

Heerendals (

Herentals

)

10

ten

Louvain (

Leuven

)

11

ten

Brüssel, wo der Herzog von Weimar Hauptquartier nahm, das Gros der Korps als Reserve des preuß. von Bülowschen Korps, welches gegen Mons vorrückte, aufstellte, einen Teil des sächsischen Korps aber, unter dem General-Major v.Gablenz, zur Blockade von Antwerpen, vor dieser Festung zurückließ.

Der General-Leutnant v.Lecoq war während dieser Bewegungen bei dem Korps angekommen, hatte, da der Herzog dem Korps voraneilend nach Breda gegangen war, das Kommando desselben unterdessen geführt und übernahm nun die spezielle Leitung der 1sten Brigade, welcher das Grenadier-Regiment angehörte.

Die Niederlande gegen das frz. Armeekorps des Generals Maison zu decken, welches bei Lille stand und durch die Besatzung der Festungen Condé, Valenciennes, Bouchain, Le Quesnoi und Maubeuge bedeutend verstärkt werden konnte, inkl. Antwerpen zu beobachten, war für die Schwäche des 3ten deutschen Armeekorps, nach dem am 18ten erfolgten Abmarsch des preuß. Generals v.Bülow gegen Laon, eine schwierige Aufgabe. Derselben jedoch möglichst zu genügen und die vorgesehene Stellung des preuß. General-Leutnants v.Borstel zu decken, welcher von dem General v.Bülow bei Tournay mit einer Brigade zurückgelassen und unter die Befehle des Herzogs von Weimar gestellt worden war, brach das Korps den 18ten von Brüssel auf, um Mons, Ath und Leuze zu besetzen. Das Garde-Grenadier-Bataillon marschierte in Folge dieser Bewegung den 18ten nach Enghien, den 19ten nach Ath; das 2te Grenadier-Bataillon nach Lessiner, das 3te nach Leuze, wo das 2te Bataillon den 20ten auch eintraf.

Die Wichtigkeit des Besitzes von Maubeuge, in Hinsicht der Kommunikation mit dem General von Bülow und Winzingerode, bestimmte den Herzog von Weimar diese Festung den 25ten rekognoszieren zu lassen und zur Teilung der Aufmerksamkeit des Feindes Demonstrationen gegen Condé und Valenciennes anzuordnen. Mit der Bewegung gegen Maubeuge wurde der General-Major v.Ryssel beauftragt, welcher keinen Widerstand fand, sich jedoch wieder zurückzog, da man sich überzeugte, ohne Platzierung von Batterien nichts unternehmen zu können. Mit der Bewegung gegen Condé wurde der General v.Lecoq beauftragt und hierzu das 2te und 3te Grenadier-Bataillon, das 1ste