Zusatzweiterbildung Sportmedizin -  - E-Book

Zusatzweiterbildung Sportmedizin E-Book

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Beschreibung

Mit Sicherheit zum Erfolg

Der einzigartige Begleiter für Ihre erfolgreiche Prüfung zur Zusatzweiterbildung „Sportmedizin“. Alle wichtigen Themen werden von anerkannten Spezialisten der Sportmedizin, erfahrenen Prüfern im Fach Sportmedizin sowie in verschiedenen Sportverbänden aktiven Sportmedizinern beschrieben und kommentiert.

Mit diesem Frage-Antwort-Buch vertiefen Sie Ihr Wissen in der Sportmedizin spielerisch und bereiten sich optimal auf die Prüfung vor. Relevante Fragen aus allen Bereichen des sportmedizinischen Praxis- und Klinikalltags werden knapp gestellt, präzise beantwortet und kommentiert. Aktive Sportmediziner teilen ihren Erfahrungsschatz und liefern praxisnahe Tipps, Beispiele und Hintergrundinformationen. Testen Sie Ihren Leistungsstand und simulieren Sie die Prüfungssituation im begleitenden Online-Trainingscenter der eRef. Dank integrierter Statistik haben Sie den Lernfortschritt immer im Blick.

Jederzeit zugreifen: Der Inhalt des Buches steht Ihnen ohne weitere Kosten digital in der Wissensplattform eRef zur Verfügung (Zugangscode im Buch). Mit der kostenlosen eRef App haben Sie zahlreiche Inhalte auch offline immer griffbereit.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
MOBI

Seitenzahl: 606

Veröffentlichungsjahr: 2023

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Zusatzweiterbildung Sportmedizin

Herausgegeben von

Boris Mandryka, Lutz Nitsche

Freerk T. Baumann, Raphael Bender, Judith Bleuel, Katharina Blume, Markus de Marées, Hannes Degenhardt, Florian Högel, Karsten Hollander, Tom Kastner, Thomas Katlun, Matthias Krüll, Christoph Liebich, Boris Mandryka, Björn Michel, Michael Millrose, Jan-Philipp Müller, Ulrike Muschaweck, Lutz Nitsche, Claus Reinsberger, Cornelius Rossbach, Paul Schmidt-Hellinger, Katharina Schulze, Mirko Stenzel, Anett Szigeti, Sebastian Torka, Markus Walther, Susanne Weber, Stephan Wieser, Nora Zoth

108 Abbildungen

Vorwort

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

liebe Sportlerinnen und Sportler,

ich freue mich, Ihnen diese Sammlung an fachspezifischen und sportmedizinisch wichtigen Fragestellungen zu den großen und kleinen Teilgebieten der Sportmedizin zu präsentieren.

Wer Sportler*innen betreut, die einschlägigen Sportmedizinkurse besucht und sich interdisziplinär mit Kollegen zu den mannigfaltigen Themengebieten der Sportmedizin austauscht, steht irgendwann vor der Prüfung zur Erlangung der Zusatzbezeichnung Sportmedizin. Aber wie bereitet man sich darauf am besten vor?Mir selbst fehlte vor meiner eigenen Prüfung eine solche fachgebietsübergreifende Zusammenführung wichtiger Fragestellungen zur Prüfungsvorbereitung.

Im Jahr 2015 begann die Zusammenarbeit mit Dr. Lutz Nitsche im Rahmen der Sportmedizinkurse in Garmisch-Partenkirchen. Sofort war Lutz von der Idee dieses Buches hellauf begeistert und nach ersten Gesprächen mit dem Thieme Verlag konnte die Arbeit Ende 2019 beginnen. Bereits im Herbst 2020, als die erste Coronawelle ihren Höhepunkt erreichte, die Patientenzahlen stiegen und der Sport in weiten Bereichen eine Pause einlegen musste, wurde die Arbeit zu diesem Buch intensiviert.

Im Rahmen meiner langjährigen Tätigkeit als betreuender Verbandsarzt des Deutschen Hockey-Bundes durfte ich unsere Athlet*innen ganzjährig präventiv, rehabilitativ, prehabilitativ und akutmedizinisch in allen Belangen der Sportmedizin betreuen. Neben Europameisterschaften, Weltmeisterschaften und der Hockey Pro League sammelte ich auch Erfahrungen als Mitglied des medizinischen Teams des DOSB bei den Olympischen Spielen in Rio und Tokyo und als Medical Direktor bei den European Championships 2022 in München.

Die hieraus entstandene Bindung zum Hochleistungs- und Spitzensport, die eine arbeitszeitunabhängige Erreichbarkeit, eine intensive emotionale Beteiligung sowie ein notwendiges überdurchschnittliches Engagement beinhaltet, überzeugt mich seit Jahren von der Arbeit in der Sportmedizin.Viele der an diesem Buch beteiligten Kolleginnen und Kollegen sind persönliche Weggefährten, die in ihren Verbänden aktive Sportmedizin betreiben, sind erfahrene Prüfer im Fach Sportmedizin oder anerkannte sportmedizinische Spezialisten. Allen gemeinsam ist, dass sie in ihrem jeweiligen Themengebiet ausgewiesene Experten sind und die im Curriculum zur Erlangung der Zusatzbezeichnung Sportmedizin notwendigen Inhalte an Sie weitergeben möchten.

Sie sollen mit diesem Buch die Vielfalt der sportmedizinischen Themengebiete so anschaulich wie möglich erleben. Das Buch soll als Lerngrundlage und Wissensquelle für die Erlangung der Zusatzbezeichnung Sportmedizin dienen. Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie die Inhalte und Handlungsempfehlungen auch in Ihrer Zukunft als Sportmediziner*in bei den vielen Herausforderungen der täglichen sportmedizinischen Betreuung verwenden können.

Wir wünschen Ihnen viel Freude bei der Lektüre dieses Buches sowie bei Ihrer Arbeit als Sportmediziner*in und natürlich viel Erfolg bei der anstehenden Prüfung zur Erlangung der Zusatzbezeichnung.

Ihr Dr. med. Boris Mandryka

Murnau, Frühjahr 2023

Geleitwort

Damit ich meinen Sport ausleben, meine Leidenschaft und auch meinen Job ausführen kann, bin ich unter anderem davon abhängig, dass mein Körper leistungsfähig ist. Wenn ich ausdauernd und schnell bin, mein Herz-Kreislauf-System und mein Stoffwechsel gut eingestellt sind, kann ich mehr kleinen Bällen hinterherrennen, Tore schießen, Spiele gewinnen und Spaß am Hockey haben. Das mag vielleicht ein bisschen banal klingen, aber genau so ist es.

Im Leistungssport kommen neben dem Spaß und der Liebe zum Sport die Professionalität, der Leistungsdruck und die gesetzten Ziele hinzu. Und hier wird es, ehrlich gesagt, auch mit dem Körper etwas knifflig. Es wird mehr trainiert, die Konkurrenz nimmt zu und man möchte das Maximum aus sich herausholen, um auch bei den großen Turnieren, den Weltmeisterschaften und den olympischen Spielen gegen die Besten der Besten schneller zu sein und länger hinter dem Ball herrennen zu können.

Um richtig gut zu werden, muss man konstant sein. Konstant trainieren, konstant spielen, konstant Leistung bringen, konstant auf dem Platz stehen. Verletzungen und Krankheiten sind daher der größte Feind auf dem Weg zur Bestleistung. Täglich wägt man ab zwischen der subjektiven Wahrnehmung des eigenen Körpers und den Anforderungen, die der Trainingsalltag stellt. Sobald diese beiden Faktoren nicht angemessen miteinander kombiniert werden, tritt man entweder auf der Stelle oder schießt über das Ziel hinaus – und verletzt sich.

In einem solchen Moment bricht in dramatischer Art und Weise eine kleine Welt zusammen. Je nach Art und Ausmaß der Verletzung muss man wochen- oder sogar monatelang die Füße stillhalten und kann seiner Leidenschaft nicht nachgehen. Ist man verletzt, ist man gleichzeitig verletzlich. Man ist unzufrieden und unsicher: Hätte ich der Verletzung vorbeugen können? Wann und wie geht es für mich weiter? In diesem Zustand der Ungewissheit richtet man sich an seine/n Mannschaftsarzt/-ärztin und erhofft sich durch deren Wissen und Erfahrung wieder etwas mehr Gewissheit und Sicherheit. Einem Sportler oder einer Sportlerin dies zu vermitteln, klingt vielleicht einfach. Lediglich eine Diagnose zu stellen und eine Aussicht zu vermitteln, wann wieder eingestiegen werden kann, würde aber außer Betracht lassen, dass nun mal eben eine kleine Welt zusammengebrochen ist und „kein Training“ so ziemlich die schwierigste Aufgabe von allen für Sportler/-innen ist.

Während einer Verletzung oder nach einem sportlichen Unfall werden Ärzte/Ärztinnen unsere bedeutendsten Mitspieler. Wir machen uns abhängig, vertrauen auf ihre medizinische Kompetenz und legen damit unsere Leidenschaft und unseren Beruf gefühlt in ihre Hände. Manche Sportmediziner/-innen haben sich über viele Jahre Sportlern/Sportlerinnen oder Mannschaften angeschlossen. Es besteht eine funktionierende und wertschätzende Vertrauensbasis, die in einer verletzlichen Situation ein großes Maß an wohltuender Gewohnheit, Vertrauen und Gewissheit bietet, weit über die Vermittlung der medizinischen Diagnose hinaus.

Als mich eines Tages im olympischen Halbfinale ein Schläger mit voller Wucht an meiner Stirn traf, fand ich mich zunächst mit dröhnendem Kopf und blutender Wunde rücklings auf dem Spielfeld liegend wieder. In dieser Situation war ich komplett abhängig von meinem Mannschaftsarzt. Es lag in seinen Händen, die Wunde so schnell wie möglich zu nähen sowie einen Concussion-Check durchzuführen und zu bewerten, sodass ich noch innerhalb der Spielzeit wieder aufs Feld konnte. Es war schließlich mein langersehntes olympisches Halbfinale! Es fielen beruhigende Worte und ich erhielt eine schnelle Behandlung unter dem Tribünendach. In dieser akuten Situation wurde ich perfekt abgeschirmt, meine Leistungsfähigkeit wurde bewertet und wiederhergestellt. Die sportmedizinische Kompetenz und das persönliche Vertrauensverhältnis haben diese vielschichtige Situation für mich übersichtlich und lösbar gemacht. Mein Traum konnte also weitergehen.

Die Sportmedizin rückt vielleicht häufiger einmal in den Hintergrund des aktuellen Sportgeschehens oder taucht eher im bedrückenden Fall einer Verletzung auf. Doch aus meiner Sicht einer Leistungssportlerin sind die Sportmedizin und ihre Vertreter/-innen meine verlässlichen Begleiter, die Orientierung und Stabilität bieten. In einer Welt, bestimmt durch Erfolge und Rekorde, ermöglicht mir diese Stabilität Konstanz und ist somit ein gewichtiger Unterstützer bei der glücklichen Ausführung meiner Leidenschaft.

Nike Lorenz

Kapitänin Deutsche Feldhockey Nationalmannschaft

Inhaltsverzeichnis

Titelei

Vorwort

Geleitwort

Teil I Allgemeines

1 Allgemeine Grundlagen

1.1 Sportliches Training und Gesundheit

1.2 Hauptbeanspruchungsformen

1.3 Trainingsprinzipien/Trainingsformen

1.4 Literatur

2 Sportmedizinische Untersuchung und Diagnostik

2.1 Sportanamnese

2.2 Orthopädische Untersuchung

2.3 Internistische Untersuchung

2.3.1 Untersuchungsgang

2.3.2 Urinuntersuchung

2.3.3 Laboruntersuchung

2.3.4 Belastungsabhängige Veränderungen im EKG

2.4 Leistungsdiagnostik

2.4.1 Cooper-Test

2.4.2 Laktattest

2.4.3 Laktatkurveninterpretation

2.4.4 Spiroergometrie

2.4.5 V’O2max

2.4.6 GA1/2, LTP1/2, ventilatorische Schwellenbestimmung

2.4.7 Weitere Testverfahren

2.4.8 Herzfrequenzvariabilität

2.4.9 Kraftmessung/Muskelfunktionsmessung des Bewegungsapparats

2.5 Literatur

Teil II Spezieller Teil

3 Sport bei internen Erkrankungen

3.1 Kardiologie

3.1.1 Sportkardiologische Grundlagen

3.1.2 Anpassungsreaktionen

3.1.3 Effekte von Sport auf das kardiovaskuläre Risiko

3.1.4 Arterielle Hypertonie und Sport

3.1.5 Koronare Herzerkrankung

3.1.6 Herzinsuffizienz

3.1.7 Herzrhythmusstörungen

3.1.8 Ionenkanalerkrankungen

3.1.9 Sport mit Device

3.1.10 Entzündliche Erkrankungen des Herzens

3.1.11 Kardiomyopathien

3.1.12 Herzklappenerkrankungen

3.1.13 Sport bei Aortopathie

3.2 Pulmologie

3.2.1 Asthma bronchiale

3.2.2 EIB und EIA

3.2.3 Pneumothorax

3.2.4 Rauchen und Leistungssport

3.3 Kreislauf

3.3.1 Schockformen

3.3.2 Belastungsinduzierte Hyponatriämie

3.4 Nephrologie

3.4.1 Akutes Nierenversagen

3.4.2 Sport bei chronischer Niereninsuffizienz

3.4.3 Krankheitsauswirkung auf die körperliche Leistungsfähigkeit

3.5 Endokrinologie und Stoffwechsel

3.5.1 Sport bei Schilddrüsenerkrankungen

3.5.2 Sport bei Diabetes mellitus Typ I

3.5.3 Sport bei Diabetes mellitus Typ II

3.5.4 Sport bei Osteoporose

3.5.5 Sport mit Adipositas und metabolischem Syndrom

3.5.6 Testosteron im Sport

3.5.7 Wachstumshormone und ILGF

3.6 Immunsystem und Infektionen im HNO-Gebiet

3.6.1 Immunsystem und Immunschwäche

3.6.2 Open-Window-Effekt

3.6.3 Erhöhte Infektanfälligkeit

3.6.4 Homing der Lymphozyten

3.6.5 Prävention

3.6.6 Grippaler Infekt versus Grippe

3.6.7 Die laufende Nase

3.7 Magen-Darm-Trakt

3.7.1 Akute Gastroenteritis

3.7.2 Refluxerkrankung/Ösophagitis

3.7.3 Belastungsinduzierte funktionelle gastrointestinale Beschwerden

3.7.4 Akute Pankreatitis unter Belastung

3.8 Tumorerkrankungen

3.8.1 Primärprävention

3.8.2 Tertiäreffekte

3.8.3 Erkenntnisse aus Studien zum Sport bei Krebserkrankung

3.9 Übertrainingssyndrom

3.9.1 Haupthypothesen

3.9.2 Differenzialdiagnosen

3.9.3 Laktatparadoxon

3.10 Literatur

4 Verletzungen und orthopädische Erkrankungen

4.1 Akute Traumata

4.2 Sehnen

4.2.1 Allgemein

4.2.2 Sehnentransplantate

4.2.3 Distale Bizepssehne

4.2.4 Distale Trizepssehne

4.2.5 Pectoralis major

4.2.6 Rectus femoris

4.2.7 Adduktoren

4.2.8 Proximale Hamstringsehne

4.2.9 Quadrizepssehne und Patellasehne

4.2.10 Tractus iliotibialis

4.2.11 Achillessehne

4.2.12 Peronealsehnen

4.2.13 Plantarfasziopathie

4.3 Muskulatur

4.4 Schulter und Ellenbogen

4.4.1 Vorderer Schultergürtel

4.4.2 Schulterverrenkung

4.4.3 Läsionen des Bizepssehnenkomplexes und der Rotatorenmanschette

4.4.4 Schulter des Überkopfsportlers

4.4.5 Schultersteife

4.4.6 Epikondylopathien

4.5 Hand

4.5.1 Nagelkranzfrakturen

4.5.2 Skidaumen

4.5.3 Ringbandverletzungen beim Klettern

4.5.4 Kapselriss

4.5.5 Triangulärer fibrokartilaginärer Komplex

4.5.6 Fingerluxationen

4.6 Kniegelenk

4.7 Fuß und Sprunggelenk

4.7.1 Bandverletzungen

4.7.2 Turf Toe

4.7.3 Fußstellungen

4.7.4 Fersensporn und Plantarfasziitis

4.7.5 Insuffizienzverletzungen/Stressfrakturen Fuß

4.7.6 Schuhversorgung und Einlagenversorgung

4.7.7 Laufbandanalyse und Pedobarografie

4.8 Wirbelsäule und Becken

4.9 Sportlerleiste

4.10 Sport mit Arthrose

4.11 Sport mit Prothese

4.12 Literatur

5 Sportneurologie

5.1 Sportassoziierte Erkrankungen und Verletzungen des Nervensystems

5.1.1 Zentrales Nervensystem

5.1.2 Peripheres Nervensystem

5.2 Sport- und Bewegungstherapie bei neurologischen Erkrankungen

6 Pädiatrische Sportmedizin

6.1 Allgemeine Belastung bei Erkrankung

6.2 Heranwachsende

6.2.1 Avulsionsverletzungen

6.2.2 Hüftdysplasie

6.2.3 Hüftschmerz im Kindesalter

6.2.4 Adipositas in der Kindheit

6.2.5 Spondylolyse

6.2.6 Skoliose

6.2.7 Little League Elbow

6.2.8 Morbus Sinding-Larsen-Johansson

6.2.9 Morbus Osgood-Schlatter

6.3 Auswirkung von Training im Kindes- und Jugendalter

6.4 Sportuntauglichkeitsverordnung

7 Gynäkologie

7.1 Grundlagen

7.2 Einführung in die kombinierte Thematik Gynäkologie und Sportmedizin

7.3 Komplexe Konstellationen und Fallbeispiele

7.3.1 Literatur

8 Dermatologie

8.1 Thermisch induzierte Dermatosen

8.1.1 Verbrennungen

8.1.2 Kältebedingte Hauschädigungen

8.2 Mechanisch induzierte Dermatosen

8.2.1 Akute, mechanische Irritation der Haut und Nägel

8.2.2 Chronische Irritationen der Haut

8.3 Infektiöse Dermatosen

8.3.1 Bakteriell induzierte Dermatosen

8.3.2 Viral induzierte Dermatosen

8.3.3 Pilzinduzierte Dermatosen

8.4 Allergien

8.4.1 Kontaktallergien

8.4.2 Rhinokonjunktivitis und Asthma bronchiale

8.4.3 Asthma bronchiale bei Wintersportlern

8.5 Talgdrüsenassoziierte Dermatosen

8.5.1 Acne mechanica

8.5.2 Mallorca-Akne

8.5.3 Steroid-Akne

8.6 Literatur

9 Ophthalmologie – Augentrauma

10 Kiefer und Zähne

11 Sportpsychologie

11.1 Literatur

12 Parasport

13 Ernährung und Regeneration

13.1 Kenngrößen

13.2 Regeneration

13.2.1 Belastung, Beanspruchung, Ermüdung

13.2.2 Regeneration und Monitoring

13.2.3 Regenerationsfördernde Maßnahmen

13.2.4 Schlaf und Jetlag

13.3 Reaktion auf besondere Substanzen

13.4 Literatur

14 Doping

14.1 Allgemeines

14.2 Substanzen

14.3 Methoden

14.4 Testpool-Zugehörigkeit

15 Sonderthemen

15.1 Umwelteinflüsse/Reisemedizin

15.1.1 Anpassung an Hitze

15.1.2 Anpassung an Kälte

15.1.3 Anpassung an Smog

15.1.4 Anpassung an Luftfeuchtigkeit

15.1.5 Hitzeerschöpfung

15.1.6 Erfrierungen und Kälteschäden

15.2 Höhe

15.2.1 Akute Höhenanpassung

15.2.2 Chronische Höhenanpassung

15.2.3 Akute Bergkrankheit

15.2.4 Höhenhirnödem

15.2.5 Höhenlungenödem

15.2.6 Höhentraining

15.2.7 Hypothermie

15.3 Tauchen

15.3.1 Tauchphysik

15.3.2 Unterdruckbarotrauma

15.3.3 Dekompressionskrankheit

15.3.4 Flachwasserohnmacht/Schwimmbad-Blackout

15.3.5 Tiefenrausch/Stickstoffnarkose, Sauerstoffvergiftung

15.3.6 Tauchtauglichkeit

15.3.7 Bescheinigung/Untersuchung

15.4 Literatur

16 Return-to-Sports und Prävention

16.1 Literatur

Teil III Anhang

17 Abkürzungen

Anschriften

Impressum/Access Code

Teil I Allgemeines

1 Allgemeine Grundlagen

2 Sportmedizinische Untersuchung und Diagnostik

1 Allgemeine Grundlagen

Lutz Nitsche

1.1 Sportliches Training und Gesundheit

Frage 1

Erläutern Sie den Unterschied zwischen Sporttherapie und Fitness-/Gesundheitssport.

Sporttherapie: therapeutisches Mittel bei Erkrankungen

Fitness- und Gesundheitssport: Training zur Reduktion von Risikofaktoren

In der Sporttherapie kann bspw. Krafttraining bei Rückenbeschwerden oder Ausdauertraining bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen zur Therapie eingesetzt werden. Der Fitness- und Gesundheitssport wird vor allem zur Reduktion von Risikofaktoren und zur Verbesserung der körperlichen und auch seelischen Gesundheit absolviert. Die Übergänge zwischen den beiden Teilbereichen können jedoch fließend sein.

Frage 2

Worin unterscheidet sich der Breiten- und Freizeitsport vom Leistungssport?

Leistungssport: strukturiertes Training

Breiten- und Freizeitsport: Freude an der Bewegung und der körperlichen Aktivität

Der Leistungssport ist gekennzeichnet durch ein strukturiertes (Periodisierung) Training mit hohem zeitlichem und körperlichem Aufwand, um eine Optimierung von Wettkampfleistungen zu erzielen. Der Übergang zum ambitionierten Breiten- und Freizeitsport und zum klassischen Breiten- und Freizeitsport ist fließend. Während in den Individualsportarten vor allem das Kriterium Wettkampf den Unterschied ausmacht, ist dies in den Spiel- oder Mannschaftssportarten nicht immer der Fall. Das Ziel einer möglichst optimalen Leistung im Wettkampf gerät hier in den Hintergrund. Die Freude an der Bewegung und der gemeinsamen körperlichen Aktivität erscheint meist wichtiger als der Erfolg im Wettkampf.

1.2 Hauptbeanspruchungsformen

Frage 3

Nennen Sie die 4 motorischen Hauptbeanspruchungsformen.

Kraft

Ausdauer

Schnelligkeit

Koordination

Neben den 4 motorischen Hauptbeanspruchungsformen nimmt die Beweglichkeit eine Sonderstellung ein. Sie ist per definitionem als passives System keine motorische Hauptbeanspruchungsform, jedoch für die sportliche Aktivität ebenso von Bedeutung. Kraft und Ausdauer sind konditionell geprägte Fähigkeiten, während die Koordination vor allem eine koordinative Komponente besitzt. Die Schnelligkeit kann als Hybridfähigkeit, bestehend aus konditionellen und koordinativen Bestandteilen, angesehen werden.

Frage 4

Welche unterschiedlichen Erscheinungsformen der Ausdauer sind Ihnen bekannt?

Lokale bzw. allgemeine, aerobe bzw. anaerobe, statische bzw. dynamische Ausdauer, Kurz-, Mittel- und Langzeitausdauer sowie Grundlagen- bzw. Wettkampfausdauer.

Die lokale Ausdauer bezieht sich auf die Muskeln einer Extremität oder auf ein Gelenk, die allgemeine Ausdauer auf den gesamten Körper.

Frage 5

Welche energiebereitstellenden Systeme werden bei einer Ausdauerleistung benötigt?

Glykolyse

β-Oxidation der Fettsäuren

Die Hauptenergieträger sind Glukose (Glykolyse) und freie Fettsäuren (β-Oxidation). Die Glykolyse kann aerob, aber auch anaerob erfolgen. Im gemischten aerob-anaeroben Stoffwechselbereich (Laktat 2–4 mmol/l) dominiert die Glykolyse. Unter 2–2,5 mmol/l sind die Fettsäuren der Hauptenergieträger.

Frage 6

In welchem Laktatbereich erfolgt die aerob-anaerobe Energiebereitstellung in mmol/l?

Im Bereich von 2–4 mmol/l.

Typischerweise werden Laktatwerte von 2–4 mmol/l angegeben. Es schließt sich ein Übergangsbereich bis zu 6 mmol/l an. Darüber hinaus ist nur noch von einer rein anaeroben Energiebereitstellung auszugehen (siehe auch Kommentar Frage 5).

Frage 7

Nennen Sie eine ungefähre Größenordnung für die maximale Sauerstoffaufnahmefähigkeit (V’O2max) eines Untrainierten, Trainierten oder eines Spitzensportlers und deren Einheit.

Untrainierter: 30 ml/min/kg Körpergewicht

Trainierter: 60 ml/min/kg Körpergewicht

Ausdauerspitzensportler: 80–90 ml/min/kg Körpergewicht

Je höher die maximale Sauerstoffaufnahme, desto höher sein Trainingszustand. Der Übergang der Bereiche ist fließend. Die hier genannten Werte zeigen die Werte aus allen Leistungskategorien.

Frage 8

Welche Muskelaktionsformen kennen Sie?

Statisch und dynamisch, konzentrisch und exzentrisch, Dehnungs-Verkürzungs-Zyklus.

Bei der statischen Muskelaktion wird keine Bewegung absolviert. Bei der dynamischen Muskelaktion kann eine konzentrische und eine exzentrische Phase unterschieden werden. Bei der konzentrischen Aktivität verkürzt sich der Muskel, bei der exzentrischen wird der Muskel gedehnt. Die Kombination aus einer exzentrischen und einer nachfolgenden konzentrischen Aktivität nennt man Dehnungs-Verkürzungs-Zyklus. Dies ist die häufigste Muskelaktionsform im Sport.

Frage 9

Welche Hauptkomponenten bestimmen die Maximalkraft eines Sportlers?

Muskelmasse

intra- und intermuskuläre Koordination

Alle 3 Hauptkomponenten werden völlig unterschiedlich voneinander trainiert und können isoliert trainiert werden. Das Beispiel eines Bodybuilders zeigt die extreme Ausprägung der Muskelmasse, wohingegen ein Hochspringer eine sehr geringe Muskelmasse, aber eine exzellente intra- und intermuskuläre Koordination aufweist.

Frage 10

Nennen Sie Belastungscharakteristika wie Wiederholungszahl, Satzzahl und Pausendauer bei einem klassischen Muskelhypertrophietraining mit Hanteln oder Kraftmaschinen.

8–12 Wiederholungen je Satz

3–5 Sätze

3–5 Minuten Pause zwischen den Sätzen

Wichtig ist die Ausbelastung bis zur muskulären Erschöpfung am Ende der Wiederholungsanzahl.

Frage 11

Geben Sie ein Beispiel für die maximale Ausprägung der Schnelligkeit im leichtathletischen Lauf und nennen Sie den Hauptenergieträger.

100-Meter-Sprint

Kreatinphosphat

Der 100-Meter-Sprint ist die Strecke mit den größten Anforderungen an die Schnelligkeit. Hierbei kommt es zu einer anaeroben Energiebereitstellung, die vor allem aus den Kreatinphosphatspeichern bedient wird. Dabei wird der eigentliche Energieträger Adenosintriphosphat (ATP) aus den Kreatinphosphatspeichern resynthetisiert.

Frage 12

Was ist eine neuromuskuläre Dysbalance?

Eine Störung der Gelenkfunktion wegen muskulärer Verkürzung und/oder Abschwächung.

Bei einer neuromuskulären Dysbalance kommt es zu einer Störung der Muskelfunktion um ein Gelenk herum. Dabei kann es entweder zu einer Verkürzung des Agonisten und/oder zur Abschwächung des Antagonisten kommen. Dem sensorischen Gelenksystem wird dabei eine wesentliche Steuerungsfunktion zugesprochen.

1.3 Trainingsprinzipien/Trainingsformen

Frage 13

Beschreiben Sie das Prinzip von Belastung und Erholung im sportlichen Training und dessen Stellenwert für die Entstehung eines Übertrainingssyndroms.

Nach einem gegebenen Trainingsreiz ist eine gewisse Dauer der Erholung notwendig, um in die sog. Überkompensation zu gelangen. Hier kommt es zu einer Anhebung des Leistungsniveaus über das initiale Leistungsniveau hinaus.

Wird zu früh ein neuerliches Training begonnen, können die Energiereserven nicht wieder adäquat aufgefüllt werden. Besteht diese Störung des Verhältnisses von Belastung und Erholung dauerhaft, kann es zu einem Übertrainingssyndrom mit Leistungsreduktion kommen.

Das passende Verhältnis zwischen Belastung und Erholung entscheidet über Erfolg und Misserfolg eines Trainingsprozesses.

Frage 14

Definieren Sie den Begriff der Periodisierung von sportlichem Training.

Zeitliche Planung der Trainings- und Wettkampfbelastung.

Die häufigsten Formen der Periodisierung sind eine Einfach-, Zweifach- oder Mehrfachperiodisierung. Dabei kommt es zur unterschiedlichen Häufigkeit einer maximalen Leistungsfähigkeit im Wettkampf, die durch den Trainingsprozess gezielt angesteuert wird. Der Zeitraum, in dem die Periodisierung geplant wird, ist das Wettkampfjahr und nicht das Kalenderjahr. Als Beispiel sei hier der Hauptwettkampf von Wintersportlern und dem der Leichtathleten jeweils zu den Olympischen Sommer- oder Winterspielen angeführt.

Frage 15

Beschreiben Sie die Inhalte der unmittelbaren Wettkampfvorbereitung (bspw. beim Schwimmen).

Reduktion von Umfang

Motoriktraining unter Wettkampfbedingungen

Die unmittelbare Wettkampfvorbereitung umfasst die Phase der letzten 4–6 Wochen vor dem Hauptwettkampf eines Trainingsjahres. Hierbei wird eine konzentrierte Vorbereitung für die Ausprägung der höchsten sportlichen Leistung zum Hauptwettkampf durchgeführt. In der unmittelbaren Phase (wenige Tage vor dem Wettkampf) kommt es zu einer Reduktion des Umfangs und einem gezielten Motoriktraining in Wettkampfgeschwindigkeit, bei jedoch deutlich reduzierter Strecke.

Frage 16

Nennen Sie ein Beispiel für ein extensives Intervalltraining eines Marathonläufers.

5 Intervalle à 10 Minuten an der Schwellengeschwindigkeit.

Je nach Leistungsniveau können 3–7 Intervalle mit einer Dauer von 5–15 Minuten absolviert werden. Die Geschwindigkeit liegt dabei oberhalb des anzustrebenden Tempos der voraussichtlichen Marathongeschwindigkeit. Bei diesen Laufeinheiten wird an der individuellen anaeroben Schwelle (ianS) oder leicht oberhalb dieser trainiert.

Frage 17

Was ist ein hoch intensives Intervalltraining (HIIT oder auch HIT) im Laufsport?

Intervalltraining mit 100–300 Metern und 30–90 Sekunden Pause.

Das HIIT wird hier am Beispiel des Laufens erläutert: Die Strecken werden mit deutlich höherer Intensität als der Wettkampfgeschwindigkeit gelaufen. Außerdem kommt es in der Pause nicht zu einer vollständigen Erholung. Neben der Verbesserung der maximalen Sauerstoffaufnahme kommt es auch zu einer Verbesserung der Bewegungsökonomie.

Frage 18

In welcher Relation stehen zunehmendes Alter und Muskelmasse pro Kilogramm Körpergewicht?

Je älter, desto weniger Muskelmasse.

Mit zunehmendem Alter kommt es meist zu einer Reduktion der Muskelmasse pro Kilogramm Körpergewicht. Allerdings kann dies durch sportliches Training und Optimierung der Ernährung minimiert werden. Denn neben dem hormonellen Faktor ist es vor allem die Aktivitätsgewohnheit, die zur Reduktion der Muskelmasse führt.

Bei der Sarkopenie kommt es zu einer massiven Reduktion der Muskelmasse und damit zu einer Abnahme der körperlichen Leistungsfähigkeit. Dies führt zur erhöhten Sturzneigung.

Frage 19

Welchen Einfluss hat körperliches Training auf die Knochendichte?

Es bewirkt eine Steigerung der Knochendichte bei v.a. kraftbetonten Sportarten.

Körperliches Training kann die Knochendichte erhöhen. Dabei ist allerdings ein gewisser Kraftimpuls notwendig, um den Knochenstoffwechsel anzuregen. Kraft- bzw. Vibrationstraining ist zur Verbesserung der Knochendichte besonders wirksam. Diese beiden Trainingsformen sind bei der Osteoporose die tragenden Säulen der Bewegungstherapie. Neben dem körperlichen Training sind jedoch auch die hormonelle und die Ernährungskomponente zu beachten.

Frage 20

Was bedeutet die Abkürzung MET?

Metabolisches Äquivalent (Metabolic Equivalent of Task).

MET ist dimensionslos und besitzt keine Einheit. Es erlaubt, verschiedene körperliche Aktivitäten miteinander zu vergleichen. Die aktuellen Richtlinien der World Health Organization (WHO) empfehlen eine wöchentliche Aktivität von 600–1200 MET. Ein MET-Wert von 5 beschreibt, dass 5 × mehr Energie verbraucht wird als in Ruhe.

Frage 21

Nennen Sie ein klassisches Beispiel für ein Krafttrainingsgerät der Beine im geschlossenen System.

Die Beinpresse.

Im geschlossenen System kommt es zu einer Ko-Kontraktion der Beuger und Strecker des Kniegelenks und damit zu einer Sicherung des Gelenks. Dies geschieht durch ein Aufsetzen der Füße auf der Platte und eine Stabilisierung der gesamten Beinachse. Bei einer Kniebeuge mit der Langhantel wird ebenfalls im geschlossenen System trainiert.

Frage 22

Nennen Sie ein Beispiel für ein Krafttrainingsgerät der Beine im offenen System.

Die Beinstrecker- und -beugermaschine.

Typische Trainingsübungen für die Kniemuskulatur sind die Leg-Extension und die Leg-Flexion am Krafttrainingsgerät. Hierbei kommt es zu einer Isolation entweder der Kniebeuger oder -strecker ohne distale Fixierung des Fußes. Dadurch kann es zu einer Tibiatranslation entweder nach anterior oder posterior kommen.

Frage 23

Welche Rolle hat das Training im geschlossenen und im offenen System z.B. bei der Nachbehandlung nach einer Kreuzbandoperation?

Unterschiedliche Tibiatranslation und vermuteter Einfluss auf eine Transplantatlockerung.

Die Beinpresse ist das bevorzugte Trainingsgerät in der Frühphase der Kreuzbandrehabilitation. Die Trainingstherapeuten führen als Hauptargument für die Verwendung die muskuläre Sicherung und die Vermeidung einer Tibiatranslation an. Neuere Studien zeigen jedoch keinen Einfluss auf die Bandlaxizität und das klinische Outcome bei einer vergleichenden Untersuchung des Trainings im offenen und geschlossenen System ▶ [1].

1.4 Literatur

[1] Raschka C, Nitsche L, Hrsg. Praktische Sportmedizin. Stuttgart: Thieme; 2016