Zwei, die sich nicht mögen - Myra Myrenburg - E-Book

Zwei, die sich nicht mögen E-Book

Myra Myrenburg

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Beschreibung

Die Familie ist ein Hort der Liebe, Geborgenheit und Zärtlichkeit. Wir alle sehnen uns nach diesem Flucht- und Orientierungspunkt, der unsere persönliche Welt zusammenhält und schön macht. Das wichtigste Bindeglied der Familie ist Mami. In diesen herzenswarmen Romanen wird davon mit meisterhafter Einfühlung erzählt. Die Romanreihe Mami setzt einen unerschütterlichen Wert der Liebe, begeistert die Menschen und lässt sie in unruhigen Zeiten Mut und Hoffnung schöpfen. Kinderglück und Elternfreuden sind durch nichts auf der Welt zu ersetzen. Genau davon kündet Mami. »Mein Enkel ist ein Genie«, sagte Livia Langenfeld und drapierte ein pflaumengroßes Seidentuch um ihre frisch geliftete Kinnpartie, »er soll nicht nur herumklimpern, sondern den besten Unterricht erhalten, der für Geld zu haben ist.« Axel Bloomendal, Direktor der Musikhochschule, Leiter des exquisiten ›Kleinen Orchesters‹ und Gründer des Kulturvereins der Stadt Westertal zwischen Ruhr und Rhein, neigte höflich den Kopf und strich sich mit der schmalen Hand über die graue Schläfe. »Ich sehe, wir verstehen uns«, fuhr Livia liebenswürdig fort, »niemand außer Ihnen, lieber Maestro, kommt als Lehrer meines Enkels in Frage.« Axel Bloomendal ließ die Hand sinken und starrte angestrengt durch den halb geöffneten Fensterflügel auf die zart sich begrünenden Rosenbeete, denen die Villa ihren Namen verdankte. War es zu fassen? Wollte ihn diese exzentrische alte Schachtel wahrhaftig als Klavierlehrer eines mäßig begabten, unerzogenen Jungen verpflichten? Ein Blick in ihr eisern entschlossenes Gesicht genügte. Sie wollte. Was Livia Langenfeld wollte, das hatte sie ein Leben lang durchgesetzt. Ihrem ehernen Willen, ihrem enormen Vermögen und ihrem unbegrenzten Einfluß widerstand niemand. Unter ihrer Schirmherrschaft standen alle kulturellen Einrichtungen im Umkreis von hundert Kilometern, ohne ihre Unterstützung hätte es kein Theater mehr gegeben und kein Orchester. »Nun«, sagte Axel Bloomendal und zwang sich zu einem interessierten Lächeln, »wie alt ist der Kleine inzwischen?« »Sieben«, erwiderte Livia, »und wie Sie wissen, ist er mein einziger Enkel. Schon mit fünf Jahren konnte er das Forellenquintett auswendig spielen. Ein kleiner Mozart, sage ich Ihnen! Leider wurde seine musikalische Ausbildung vernachlässigt, weil er in die Schule kam.

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Seitenzahl: 97

Veröffentlichungsjahr: 2015

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Mami – 1763 –Zwei, die sich nicht mögen

Myra Myrenburg

»Mein Enkel ist ein Genie«, sagte Livia Langenfeld und drapierte ein pflaumengroßes Seidentuch um ihre frisch geliftete Kinnpartie, »er soll nicht nur herumklimpern, sondern den besten Unterricht erhalten, der für Geld zu haben ist.«

  Axel Bloomendal, Direktor der Musikhochschule, Leiter des exquisiten ›Kleinen Orchesters‹ und Gründer des Kulturvereins der Stadt Westertal zwischen Ruhr und Rhein, neigte höflich den Kopf und strich sich mit der schmalen Hand über die graue Schläfe.

  »Ich sehe, wir verstehen uns«, fuhr Livia liebenswürdig fort, »niemand außer Ihnen, lieber Maestro, kommt als Lehrer meines Enkels in Frage.«

  Axel Bloomendal ließ die Hand sinken und starrte angestrengt durch den halb geöffneten Fensterflügel auf die zart sich begrünenden Rosenbeete, denen die Villa ihren Namen verdankte.

  War es zu fassen?

  Wollte ihn diese exzentrische alte Schachtel wahrhaftig als Klavierlehrer eines mäßig begabten, unerzogenen Jungen verpflichten?

  Ein Blick in ihr eisern entschlossenes Gesicht genügte.

  Sie wollte.

  Was Livia Langenfeld wollte, das hatte sie ein Leben lang durchgesetzt.

  Ihrem ehernen Willen, ihrem enormen Vermögen und ihrem unbegrenzten Einfluß widerstand niemand. Unter ihrer Schirmherrschaft standen alle kulturellen Einrichtungen im Umkreis von hundert Kilometern, ohne ihre Unterstützung hätte es kein Theater mehr gegeben und kein Orchester.

  »Nun«, sagte Axel Bloomendal und zwang sich zu einem interessierten Lächeln, »wie alt ist der Kleine inzwischen?«

  »Sieben«, erwiderte Livia, »und wie Sie wissen, ist er mein einziger Enkel. Schon mit fünf Jahren konnte er das Forellenquintett auswendig spielen. Ein kleiner Mozart, sage ich Ihnen! Leider wurde seine musikalische Ausbildung vernachlässigt, weil er in die Schule kam. Er braucht eine feste Hand, die ihn leitet, Maestro, und natürlich muß er motiviert werden.«

  »Sicher, gnädige Frau. Darf ich fragen, wie Sie sich das vorstellen?«

  »Er braucht Ziele wie jeder junge Mensch. Klare, hehre Ziele! Halten Sie ihm vor Augen, was aus ihm werden kann!«

  Axel Bloomendal griff in die Innentasche seines Jacketts, nahm ein ledernes Büchlein und einen silbernen Stift heraus und seufzte leicht.

  »Nun, dann wollen wir zum schwierigsten Punkt kommen, nämlich der Terminfrage. Ich bin ziemlich eingeengt…«

  »Yannik hat nur dienstags und donnerstags nachmittags Zeit«, stellte sie ohne Umschweife fest, »am besten nehmen wir beide Tage, damit er wieder in den Takt kommt. Wo werden Sie ihn unterrichten? Hoffentlich nicht in einem dieser Gemeinschaftsräume der Hochschule!«

  »Ich muß es mir überlegen, gnädige Frau.«

  »Ach was, Verehrtester. Sie lassen ihn zu sich nach Hause kommen und geben ihm jeweils eine Klavierstunde. So haben wir das früher auch gehandhabt. Wir wollen doch keine künstlichen Probleme schaffen! Der Junge wird gebracht und abgeholt und dazu angehalten, täglich zu üben. Alles andere ist Ihre Sache, und ich bin davon überzeugt, Sie werden sie gut machen! Brillant! Heute ist Freitag. Am kommenden Dienstag fangen wir an. Zwei Uhr dreißig. Notieren Sie’s in Ihrem Terminkalender. Und geben Sie mir Ihre Kontonummer.« Livia erhob sich, zum Zeichen, daß sie das Gespräch als beendet betrachtete. »Das Honorar wird monatlich überwiesen.«

  Axel Bloomendal blieb nichts anderes übrig, als sich resigniert zu verneigen, die dargebotene welke Hand mit den vielen Ringen an die Lippen zu führen und sich zu verabschieden. –

  Livia wartete, bis er durch die Halle hinausgegangen war. Dann fegte sie in ihrem knöchellangen Phantasiegewand aus gestreifter Seide hinüber in den kleinen Salon, wo ihre Freundin Ortrud Mahler bereits frische Croissants auf den zierlich gedeckten Teetisch stellte.

  »Du schuldest mir eine Flasche Sekt!« rief Livia und schwenkte das pflaumenblaue Seidentuch.

  »Heißt das, er hat angenommen?«

  »Widerspruchslos. Wie ich erwartet habe. Mir war klar, daß ich diese Wette gewinnen würde.«

  »Mir nicht«, erwiderte Ortrud Mahler düster, »wie korrumpiert muß ein Hochschuldirektor sein, daß er sich als Klavierlehrer anheuern läßt!«

  »Vergiß nicht, daß der Schüler mein Enkel ist«, sagte Livia triumphierend, »ein junges Genie, eine bisher unbekannte Größe, die in den Konzertsälen der Zukunft Furore machen wird. Wieviel Kalorien hat Pierre in diesen Croissants versteckt?«

  »Keine fünfzig. Wenn du Süßstoff nimmst, kannst du zwei davon essen.«

  »Ich hasse Süßstoff! Das Zeug kann nicht gesund sein. Du hattest übrigens recht. Er wollte ein großes Getue wegen der Termine machen.«

  »Wozu du ihn gar nicht erst kommen ließest, stimmt’s?«

  »Natürlich nicht. Ich habe ihm Yanniks freie Nachmittage genannt und ihm überlassen, sich darauf einzustellen.«

  »Und darauf ist er eingegangen?«

  »Ja, sag ich doch.«

  »Der Mann hat einfach kein Rückgrat«, murmelte Ortrud Mahler und schüttelte ihr fahlblondes Haar. Sie war nur wenig jünger als Livia, aber sie hielt sich viel darauf zugute, die Siebzig noch nicht erreicht zu haben. Auch hatte sie einen gänzlich anderen Lebenshintergrund als ihre Freundin, aber das störte die Verbundenheit nicht. Sie kannten sich seit ihrer Kindheit, und keine von ihnen konnte allein sein.

  Jede brauchte die Gesellschaft der anderen, und die Villa Rosengarten bot die bestmögliche Umgebung. Während Livia mit den Pfunden kämpfte und sich gern auffallend kleidete, war Ortrud dünn wie ein Strich und gab sich am liebsten mädchenhaft. Im Gegensatz zu Livia, die schon seit Jahren zu Perücken greifen mußte, hatte Ortrud immer noch sehr schönes volles Haar, das sie so oft wie möglich aufgelöst trug und flattern ließ. Sie hatte zwar eine eigene Wohnung in Düsseldorf, aber die meiste Zeit verbrachte sie in der Villa Rosengarten, wo sie als rechte Hand der Hausherrin fungierte. Außer ihr gab es einen französischen Koch namens Pierre und eine leicht betagte Wirtschafterin namens Tilde, die sich mit wechselnden Hilfskräften herumschlug.

  Der Rosengarten unterstand Livia persönlich, und wenn man ihren Worten glauben wollte, wurden alle die prächtigen Sonderexemplare von ihr und ihrem Sohn Maxim eigenhändig gehegt, gepflegt, gegossen, gedüngt, gejätet und beschnitten.

  Ebenso verhielt es sich mit dem Familiengrab, das ebenfalls als kleiner Rosengarten angelegt war und bereits zwei Namen auf der monumentalen Marmortafel aufwies, nämlich den des Familienoberhauptes Georg Maximilian Langenfeld, und den der früh verstorbenen Schwiegertochter Vanessa Langenfeld, geborene von Kruft.

  Auch hier wirkte Livia regelmäßig mit Hacke, Harke, Schaufel und Baumschere. Wer immer gerade greifbar war, mußte sie begleiten. Obwohl sie stets behauptete, Maxim leiste die eigentliche Arbeit, war es meistens Ortrud, die mitfuhr.

  »Wo liegt eigentlich Bloomendals Privatwohnung?« erkundigte sich Livia und rührte einen Löffel Zucker in ihren Tee. »Irgendwo in der Nähe des Stadtparks, glaube ich. Warum fragst du?«

  »Yannik wird dort seinen Unterricht bekommen, jeweils dienstags und donnerstags um halb drei. Er muß hingebracht und wieder abgeholt werden.«

  »Von wem?«

  »Von Maxim«, entschied Livia ohne einen Moment zu zögern.

  »Mit anderen Worten«, bemerkte Ortrud säuerlich, »ich habe mich dafür bereitzuhalten.«

  »Sei nicht albern! Wenn ich sage Maxim, dann meine ich Maxim und nicht dich! Mittags zwischen zwei und vier halten wir unseren Schönheitsschlaf, du und ich.«

  »Dein Wort in Gottes Ohr! Wo ist denn der Goldjunge eigentlich? Man hört weder seinen Gameboy quietschen noch den Fernseher dudeln.«

  »Er ist zu einem Kindergeburtstag eingeladen, irgendwo in der Neubausiedlung am Stadtrand. Tilde hat ihn hingebracht.«

  »Und wer holt ihn ab?«

  »Maxim.«

  »Ich glaub’s nicht. Ich gehe jede Wette ein, daß er sich drückt.«

  »Um was wetten wir? Ich warne dich, Ortrud, du hast heute schon eine Flasche Sekt verloren!«

  »Trotzdem. Die Chancen stehen gut, daß ich sie wieder zurückgewinne.«

  »Bitte, bitte, tu, was du nicht lassen kannst! Aber sag nachher nicht, ich hätte dich blind in den Ruin laufen lassen.«

  Eine halbe Stunde später klingelte das Telefon in den Wirtschaftsräumen. Tilde nahm ab und stellte durch nach oben, wo Livia gerade eine Sitzung mit Madame Odette hatte, der Kartenlegerin.

  »Ach, Maxim«, seufzte sie unwillig in den Hörer, »muß das sein? Kannst du den Termin nicht verschieben und Yannik vorher schnell abholen?«

  »Tut mir leid, Mutter«, kam die vertraute Stimme ihres Sohnes zerknirscht durch den Draht, »aber der Präsident der Handelskammer ist ein harter Knochen. Er verzeiht es mir nie, wenn ich ihn auch nur fünf Minuten im Flughafenrestaurant warten lasse.«

  Livia legte den Hörer auf, schnaubte leicht durch die Nase, entschuldigte sich für einen Moment bei Madame Odette und ging ins Nebenzimmer ans Haustelefon.

  »Ortrud? Nein, nichts Besonderes. Ich lade dich morgen früh zum Sektfrühstück ein. Nur wir beide. Ja, du rätst

richtig. Ja, du hast gewonnen. Wärest du dann so lieb, gegen sechs in die Neubausiedlung zu fahren? Natürlich habe ich die Adresse. Warte, ich sage dir sie am besten gleich durch.«

*

  »Schade, daß du dein Musikstudium an den Nagel gehängt hast«, sagte Axel Bloomendal zu seiner Nichte Claire, die von Zeit zu Zeit sein Büro aufräumte und seine Steuerunterlagen sichtete.

  »Das war doch nur ein schöner Zeitvertreib. Weiter als bis zur Musiklehrerin hätte ich es doch nicht gebracht, und das wäre nicht das gewesen, womit ich mich für den Rest meines Lebens beschäftigen wollte. Mir haben schon die Klavierstunden gereicht, die ich jahrelang geben mußte.«

  »Du hast das gar nicht schlecht gemacht.«

  »Nein, aber ich fand’s gräßlich. Zum Lehren bin ich nicht geboren. Kinder machen mich nervös.«

  »Wem sagst du das«, murmelte Axel Bloomendal und fuhr sich mit beiden Händen über die grauen Schläfen, »aber etwas Geld könntest du doch gebrauchen, oder?«

  Claire stützte sich auf den überdimensionalen Schreibtisch und sah ihren Onkel aus aquamarinblauen Augen mißtrauisch an.

  »Ich bin nicht gerade auf Rosen gebettet, aber für die Semesterferien habe ich schon einen Aushilfsjob im wirtschaftswissenschaftlichen Institut.«

  »Na, was bringt dir das denn schon!«

  »Einschlägige Erfahrung und drei Monatsgehälter. Warum? Weißt du was Besseres?«

  »Auf jeden Fall etwas Lukrativeres. Außerdem könntest du mir damit einen Gefallen tun.«

  »Was ist es?«

  »Klavierunterricht.«

  »Nein!«

  »Wird spitzenmäßig honoriert. Ich würde es selbst machen, aber mir fehlt die Zeit!«

  »Du hast keinen Unterricht mehr gegeben, seitdem du Direktor bist. Nicht einmal Privatstunden an Prüfungskandidaten. Also – warum ist das jetzt auf einmal ein Thema?«

  »Weil ich dazu gezwungen wurde«, knirschte Axel Bloomendal und zerrte an seinem Jackett, »es gibt Leute, denen man keinen Korb geben darf.«

  »Du lieber Gott, ist es etwa eine der reifen Damen der Gesellschaft, die plötzlich den Wunsch verspüren, in die Tasten zu greifen?«

  »Nein, Gott sei Dank nicht, bei denen könnte ich mich ja nicht vertreten lassen.«

  »Also ein Kind.«

  »Ja, ein Junge, und offiziell nimmt er Stunden bei mir.«

  »Na hör mal, er wird doch merken, mit wem er es zu tun hat! Er ist doch wohl nicht beschränkt, oder?«

  »Ach, das läßt sich schon irgendwie verwischen. Ich trete gelegentlich auf und mache Eindruck, alles andere erledigst du, zweimal die Woche, dienstags und donnerstags von halb drei bis halb vier.«

  »Nein!«

  »Komm her ans Fenster, Claire. Er steigt gerade aus dem Wagen. Kannst ihn dir schon mal ansehen.«

  »Ist heute Dienstag?«

  »Genau.«

  »Aber ich will nicht!«

  »Denk an den Verdienst!« stieß Axel Bloomendal zwischen den Zähnen hervor. »Heute bin ich dran, aber du bleibst dabei und machst dich bekannt, denn ab Donnerstag ist es mehr oder weniger dein Job.«

  »Das letzte Wort ist noch nicht gesprochen!« zischte

Claire und warf einen widerwilligen Blick aus dem Fenster auf den Luxusschlitten, dem ein geschmeidiger Typ im tabakbraunen matt glänzenden Armani-Anzug entstieg.

  »Ist das der Vater?«

  »Ja, Maxim Langenfeld.«

  »Nie von gehört. Sieht aus wie ein Dressman.«

  »Um Himmels willen, Claire! Der Mann verwaltet ein Millionenerbe!«

  »Na, wenn schon. Ich glaube, ich verziehe mich lieber.«

  »Zu spät«, raunte ihr Onkel, denn es klingelte bereits.

  Minuten später erklangen Stimmen und Schritte im Treppenhaus.

  »Seien Sie mir gegrüßt, Herr Langenfeld«, orgelte Axel Bloomendal, »und du auch, Yannik! Geh schon voraus ins Musikzimmer. Meine Assistentin erwartet dich. Dein Vater und ich halten vorab ein kleines Gespräch in meinem Büro.«

  Claire sank gerade auf den Klavierschemel, den sie in letzter Minute erreicht hatte, als der Junge eintrat.

  Er trug marineblaue Hosen, die bis über die Knie reichten, ein blau-weiß gestreiftes T-Shirt, weiße Socken und die üblichen Sportschuhe aus weißem Leder.

  »Hallo«, sagte er unbefangen, »ich bin Yannik Langenfeld, ich bin sieben und wohne in der Villa Rosengarten. Und du?«

  »Ich bin Claire.«