ZWÖLFzig Sachen -  - E-Book

ZWÖLFzig Sachen E-Book

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Beschreibung

ZWÖLFzig Sachen – das sind 12 Themenpakete zum ... Diskutieren: Biblische und gesellschaftliche Themen miteinander erörtern – in Kleingruppen, im Plenum oder auch mal in der Stille für sich. Glauben: Andachten und Bibelarbeiten laden zum Glauben und zur Nachfolge ein. Spielen: Spieleprogramme für eine ganze Gruppenstunde sowie Gelände- und Stadtspiele können sofort umgesetzt werden. Machen: Praxiserprobte Bausteine beleuchten Themen aus unterschiedlichen Perspektiven und laden die Jugendlichen zum aktiven Erleben ein. ZWÖLFzig Sachen sind flexible und abwechslungsreiche Bausteine für alle in der Jugend-, Konfirmanden- und Freizeitarbeit, die jungen Menschen ab 13 Jahren einen alltagsorientierten und spielerischen Zugang zum Glauben bieten wollen.

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Seitenzahl: 248

Veröffentlichungsjahr: 2019

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In unseren Veröffentlichungen bemühen wir uns, die Inhalte so zu formulieren, dass sie Frauen und Männern gerecht werden, dass sich beide Geschlechter angesprochen fühlen, wo beide gemeint sind, oder dass ein Geschlecht spezifisch genannt wird. Nicht immer gelingt dies auf eine Weise, dass der Text gut lesbar und leicht verständlich bleibt. In diesen Fällen geben wir der Lesbarkeit und Verständlichkeit des Textes den Vorrang. Dies ist ausdrücklich keine Benachteiligung von Frauen oder Männern.

Die im Titel enthaltenen Bibeltexte sind zitiert aus Lutherbibel 2017, herausgegeben von der Evangelischen Kirche in Deutschland, © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart und Gute Nachricht Bibel, durchgesehene Neuausgabe, © 2018 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart.

Die Beiträge in diesem Buch sind eine Auswahl von Stundenentwürfen, Bibelarbeiten, Andachten und kreativen Ideen, die in den Jahren 2000 bis 2016 in „KON – Kontakt, konkret, Konzept“, einer Arbeitshilfe des CVJM-Westbundes, erschienen sind. Tanya Worth, CVJM-Bundessekretärin für Mädchen, Frauen und Teenager, verantwortet sie als Redakteurin und ist auch Herausgeberin dieses Buches. Dieser Titel ist entstanden in Zusammenarbeit mit dem CVJM-Westbund e. V.

Impressum

© 1. Auflage 2019 buch+musik ejw-service gmbh, Stuttgart 2019

All rights reserved.

ISBN Buch 978-3-86687-242-4 ISBN E-Book 978-3-86687-243-1

Lektorat: buch+musik – Birgit Götz, Marburg Umschlaggestaltung: buch+musik – Daniela Buess, Stuttgart Satzprogrammierung: X1-Publishing, Stuttgart Satz Downloads: buch+musik – Daniela Buess, Stuttgart Bildrechte Umschlag und Inhalt: istock: Sapunkele Bildrechte Autorenfotos: bei den Autoren

www.ejw-buch.de

Inhaltsverzeichnis
Vor-Wort(h)
benannt und bekannt
Dein Name werde geheiligt
Niemand ist ein Nobody
Mein Name und ich
Pfiffige Spiele zum Kennenlernen und Namen-Merken
brandheiß und eiskalt
War unser Herz nicht Feuer und Flamme?
Eiswürfel
Survival in der Arktis
Dosenofen selbst bauen
gesucht und gefunden
Das Himmelreich: Ein echter Schatz!
Meiiiin Schatz!
Auf biblischer Schatzsuche
Gott segne deine Schatzsuche
Himmel und Erde
Das Beste kommt zum Schluss
Abraham schaut in die Sterne
Es gibt mehr zwischen Himmel und Erde
kreuz und quer
Warum musste Jesus am Kreuz sterben?
Im Schatten des Kreuzes
Wo das Kreuz auftaucht
Kreuz und quer ist gefragt
lieb und teuer
Vom sorgenvollen Schätzesammeln oder dem Schatz des Lebens
Sheep-Town
Das isses mir wert!
Tausche meins gegen deins
oh und ah
Von Sternen, Spuren und vom Staunen
Weihnachten und alles ...
Christmas Games
Gebrannte Mandeln
realistisch und fantastisch
Möge die Macht mit dir sein!
Hänsel und Gretel auf dem Weg zurück
Märchenfest
schwach und stark
Jochen Klepper
Trostpreise, Trostpflaster, Trostspender
Sind sie zu stark, bist du zu schwach
schwarz-weiß und bunt
Schwarzfahrer mit weißer Weste?
Ebony and Ivory
Wie schmeckt eigentlich bunt?
Schwarz-weiß-bunt
unterwegs und zu Hause
Unterwegs sein
Schuhe und Schritte
Zu Hause und doch nicht daheim
House-Running-Party
vorwärts und rückwärts
Von hinten nach vorne
Bring‘s zurück
Rückwärtsolympiade
Anhang
Bibelstellenverzeichnis
Herausgeberin und Autoren

Vor-Wort(h)

ZWÖLFzig – Ganz schön mutig, sich ein Buch mit einem solchen Titel zuzulegen! ZWÖLFzig ... Was soll denn das sein? Gibt‘s so was? Ist das überhaupt ein Wort? ZWÖLFzig: Das ist zwölf und noch etwas mehr – aber anders als dreizehn, denn das kann ja jede und jeder. Und es macht – hoffentlich – ein bisschen neugierig.

ZWÖLF steht für zwölf thematische Kapitel, immer doppelt gedacht in Begriffspaaren, weil das Leben und unsere Jugendarbeit nicht eindimensional sind. Und -zig steht für die ganz unterschiedlichen und vielfältigen praktischen Möglichkeiten, die in jedem dieser Themenpakete stecken.

ZWÖLFzig – das Buch

Wer Jugendarbeit macht, braucht immer wieder frische Ideen. Und damit nicht jede/jeder das Rad neu erfinden und bei Null anfangen muss, wollen wir mit diesem Praxisbuch gern eine Sammlung von gutem und in der Praxis erprobtem Material teilen. Für Gruppenstunden im Teen- und Jugendkreis, fürs Konfi-Wochenende oder die Sommerfreizeit: Die hier gesammelten Beiträge lassen sich eins zu eins übernehmen und umsetzen oder können als „Steinbruch“ dienen und individuell auf die eigene Situation angepasst werden.

Zu jedem Thema gibt es ganz unterschiedliche Bausteine: mal eine ausführliche Bibelarbeit, um mit den Jugendlichen ins Gespräch zu kommen, mal einen spielerischen Stundenentwurf, der auch die nicht so Redefreudigen ins Boot holt, oder eine kurze Andacht, die – wenn es mal schnell gehen muss – zur Not auch einfach vorgelesen werden kann. Dazwischen: Sportliches, Kreatives, Leckeres – und natürlich auch ein paar Ideen für die Weihnachtszeit, denn die werden erfahrungsgemäß immer gebraucht!

Kurzum: Mit den Inhalten und Ideen dieses Praxisbuches lassen sich etliche Wochen und Monate Programm für Jugendliche gestalten.

Bei der gezielten Suche nach passenden Beiträgen helfen die Themenübersicht im Inhaltsverzeichnis und das Bibelstellenverzeichnis hinten im Buch. Und als Bonus gibt es zum Download einige Extras.

ZWÖLFzig – Der Hintergrund

Dieses Buch war ursprünglich mal ein Heft, oder genauer gesagt: ganz viele Hefte. Seit nunmehr fast 50 Jahren bringt der CVJM-Westbund die Arbeitshilfe „KON“ heraus: alle drei Monate 40 Seiten voll praxiserprobtem Material. In jedem Heft finden sich zu einem Oberthema eine Vielzahl an Andachten und Bibelarbeiten, Stundenentwürfen, Kreativideen, Aktionen und mehr.

Diese Arbeitshilfe entsteht in erster Linie für die Arbeit mit Mädchen – einem Arbeitszweig, der vor 50 Jahren offiziell ins Spektrum des CVJM-Westbundes, eines ursprünglichen Jungmännerwerkes, aufgenommen wurde. Inzwischen wird der KON auch gern für gemischte Gruppen, Freizeiten, Konfirmandenarbeit oder andere Arbeitsformen genutzt. Mit ZWÖLFzig wollen wir in unserem Geburtstagsjahr einen Teil dieses reichhaltigen Fundus möglichst vielen Mitarbeitenden zugänglich machen. Einen kleinen Eindruck vom regelmäßig erscheinenden KON-Heft sowie einige kostenlose Probeartikel bekommt man hier: www.cvjm-westbund.de/kon (letzter Zugriff am 22.06.2019). Und auf der neuen, umfassenden, digitalen Plattform www.jugendarbeit.online wird unsere Arbeitshilfe demnächst auch vertreten sein.

Also, wer mit ZWÖLFzig auf den Geschmack gekommen ist: Dort gibt es noch Zigtausend weitere gute Ideen für die Jugendarbeit!

ZWÖLFzig – die Menschen

Dass aus der Idee tatsächlich ein Buch geworden ist, daran haben viele Menschen mitgewirkt, die ein großes Dankeschön verdient haben: Claudia Siebert von buch+musik, die die Idee auf den Weg gebracht und das Projekt koordiniert hat, Birgit Götz, die als Lektorin mit Geduld, Sprachgefühl und Fachwissen aus vielen Buchstaben ein Buch geformt hat, die Autorinnen und Autoren, die uns ihre KON-Beiträge für ZWÖLFzig zur Verfügung gestellt haben, und die zahlreichen ehrenamtlichen und hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die unendlich viel Fantasie, Zeit und Liebe in die Gestaltung eines tollen Programms investieren, damit Jugendliche auf ihrem Weg mit Gott und durch das Leben weiterkommen. Danke euch allen!

ZWÖLFzig-fachen Segen für eure Arbeit mit Jugendlichen wünscht

Tanya Worth

Downloads zum Buch

Unter www.ejw-verlag.de/download können zu diesem Buch zusätzliche Vorlagen als digitale Daten heruntergeladen werden. Der Kauf des Buches berechtigt zum Downloaden, Ausdrucken, Kopieren und Verwenden dieser Daten, sofern sie zur Vorbereitung und Durchführung der Inhalte dieses Buches verwendet werden. Eine Vervielfältigung, Verwendung oder Weitergabe darüber hinaus ist ohne Erlaubnis ausdrücklich nicht gestattet.

benannt und bekannt

Dein Name werde geheiligt

Eine Bibelarbeit über den Gebrauch des Gottesnamens

Für die Mitarbeitenden

Namen, die wir für Gott gebrauchen, drücken unsere Beziehung zu Gott und unsere Vorstellung von ihm aus. Wie wir sie einsetzen und mit ihnen umgehen, zeigt etwas von unserem Gottesbild. Die Teilnehmenden sollen sich in dieser Einheit ihres Gottesbildes bewusst werden und, wenn möglich, neue Aspekte und Eigenschaften des Wesens Gottes wahrnehmen. Dabei wird die Heiligkeit Gottes eine wesentliche Rolle spielen, weil Jugendliche sie eher weniger im Blick haben.

Zielgedanke

Die Teilnehmenden sollen begreifen, dass sich Gott in seiner Größe nicht auf einen Namen zusammenfassen lässt. Sie sollen die Vielfalt seines Wesens entdecken und überlegen, was es für sie in ihrem Alltag und Lebensumfeld heißt, seinen Namen zu heiligen.

Einstieg: Der Gottesnamen-Laden

Wie in einem Kaufladen werden etliche Gottesnamen (s. Downloads) mehrfach an der Wand befestigt. Jede/jeder darf nun „einkaufen gehen“ und sich die Namen auswählen und abnehmen, die ihr/ihm am besten gefallen bzw. die ihr/ihm am nächsten liegen. Mit ihrer Wahl drücken die Teilnehmenden aus, welches Bild sie von Gott haben. Im anschließenden Austausch stellen die Teilnehmenden einander vor, was sie ausgewählt haben. Damit präsentieren sie ihr Gottesbild. Sollte jemand einen Namen in der Sammlung vermissen, kann sie/er eine leere Karte nehmen und selbst aufschreiben, was für sie/ihn unbedingt dazu gehört.

Die Namen Gottes und ihre Bedeutung

Die Namen, die Menschen Gott gegeben haben, versuchen, Gott zu beschreiben, sein Wesen auf den Punkt zu bringen. Weil es unmöglich bleibt, Gott mit einem einzigen menschlichen Begriff zu beschreiben, wurden im ersten Teil viele sehr unterschiedliche Begriffe ausgewählt. Alle menschlichen Gottesbegriffe leiten sich aus Erlebnissen oder Erfahrungen mit Gott ab. Bevor im zweiten Teil miteinander biblische Texte betrachtet werden, in denen sehr unterschiedliche bzw. gegensätzliche Gottesbilder auftauchen, kann mit den Teilnehmenden ihre Vorstellung von Gott noch konkreter eingeordnet werden. Dazu wird an der Wand eine Skala erstellt, die von heilig bis persönlich, von distanziert bis vertraut reicht. Auf dieser Skala kann jede/jeder ihr/sein Gottesbild anordnen, so wird deutlich, welchen Schwerpunkt das Gottesbild der Einzelnen hat.

Mit dieser Erarbeitung sollen sich die Teilnehmenden auch die Frage stellen: Welchen Aspekt des Wesens Gottes habe ich bisher noch gar nicht oder nur sehr wenig im Blick gehabt? An dieser Stelle kann man auch miteinander in das Gespräch einsteigen zur Frage: Wie hat sich mein Gottesbild entwickelt? Warum sehe ich Gott so?

Die Namen Gottes in unterschiedlichen Lebenssituationen

Die Teilnehmenden werden in Kleingruppen aufgeteilt und bekommen jeweils einen Bibeltext an die Hand. Auf einem Plakat werden zwei Leitfragen gestellt:

Wie stellt sich Gott in dieser Geschichte vor?

Wie erleben die Menschen in dieser Situation Gott?

Die Bibeltexte sind so ausgewählt, dass deutlich wird, wie unterschiedlich Menschen in verschiedenen Lebenssituationen Gott erleben. Damit wird auch klar, dass die eigenen Lebenserfahrungen im engen Zusammenhang zu dem Bild stehen, das man von Gott hat bzw. dass das Bild Gottes sich mit jeder neuen Erfahrung verändert, Aspekte dazugewinnt oder verliert und bisher Geglaubtes erweitert.

Die Bibeltexte

1. Mose 50,15-21: Josef blickt zurück auf sein Leben Aussage: Gott bewahrt nicht vor Leid, aber er meint es unter allen Umständen gut mit seinen Menschen.

2. Mose 14: Der Durchzug durch das Schilfmeer Aussage: Gott, der Macht über Naturgewalten hat, stellt sich zwischen seine Menschen und die Gefahr.

Matthäus 14,22-33: Petrus geht auf dem Wasser Aussage: Gott sieht die/den Einzelnen, fordert Vertrauen und greift ein.

Lukas 23,32-49: Die Kreuzigung Jesu Aussage: Gott gibt alles, was ihm lieb ist, aus Liebe zu den Menschen.

Im Anschluss an die Kleingruppenarbeit stellt jede Gruppe kurz vor, was sie herausgefunden hat. Auch die Geschichten können auf der erstellten Skala (s. „1. Die Namen Gottes und ihre Bedeutung“) eingeordnet werden. Wichtig: Dabei muss deutlich werden, dass es sich nicht um unterschiedliche Götter handelt, von denen hier die Rede ist, sondern um den einen Gott, der sich in der unterschiedlichen Situation von einer Seite zeigt, die den Menschen so bisher nicht deutlich war. Vielleicht haben die Teilnehmenden an dieser Stelle Freude daran, selbst biblische Geschichten herauszusuchen und herauszufinden, wie sich das Wesen Gottes darin zeigt.

Dein Name werde geheiligt (Mt 6,9b)

Diese Worte lehrt Jesus seine Jünger im Vaterunser zu beten. Warum tut er das? Gott hat doch so viele Namen, welchen sollen wir heiligen? Gott ist der Eine, der heilige, allmächtige Gott, der Herr aller Herren, der König aller Könige. Jesus will zum angemessenen, bewussten Umgang mit dem Namen Gottes animieren. Er will den Menschen die Größe und Allmacht Gottes bewusst machen. Er will erreichen, dass die Menschen sich ihrer Stellung gegenüber Gott im Klaren sind.

Das ist es, was Gott in seinem Wesen ausmacht, dass er nicht nur eine Ebene hat, nur heilig und damit eher distanziert ist. Er ist genauso auch der, der den Menschen sehr nah ist, sie über alles liebt, als ein Freund an ihrer Seite bleibt.

Bleibt für die Gruppe die Frage: Wie kann es aussehen, dass wir den Namen Gottes heiligen? Dazu werden mit den Teilnehmenden konkrete Umsetzungsmöglichkeiten gesucht. Beispiele dafür:

Gott bewusst mit der Gruppe oder allein zu bestimmten Tageszeiten anbeten

eine angemessene Haltung beim Gebet einnehmen (Wie sieht eine solche Haltung für die Teilnehmenden aus?)

in der Anrede variieren (nicht immer „Hey Jesus ...“)

mir bewusst sein, wann und wo ich den Namen Gottes nenne und was ich damit bezwecken will

Schluss

Gott ist nicht statisch, lässt sich von uns nicht auf einen einzelnen Gottesbegriff zusammenfassen, er ist anders, als wir denken, immer noch größer als wir es uns vorstellten können, er passt manchmal nicht in unser System. Er ist Gott, soll von uns angebetet und geehrt werden. Das soll heute, zum Abschluss dieser Einheit, noch einmal Raum haben. Im Gebet und in Liedern (selbst gesungen oder von einer CD) wird der Name Gottes bewusst ausgesprochen, geehrt. Vielleicht lassen sich die Teilnehmenden auf eine Gottesnamen-Kette ein, in der der Reihe nach immer wieder Gottesnamen genannt werden; ruhig auch von den Karten aus dem Eingangsteil abgelesen. Sein Name werde geheiligt.

Die Gottesnamen vom Beginn der Stunde können alle mit nach Hause nehmen. Vielleicht bietet es sich an, nach einiger Zeit darüber noch einmal eine Austauschrunde zu haben und zu entdecken, wie sich die Vorstellungen, die die Teilnehmenden von Gott haben, im Laufe des Jahres verändert oder verfestigt hat.

Schw. Christina Kuhlmann

Niemand ist ein Nobody

In dir steckt mehr, als dein Spiegel dir zeigt

Hinführung

Auch in jungen Jahren kannst du Großes leisten. Du musst dich nur trauen. Lass dir nicht einreden, dass du zu jung, zu unerfahren, zu klein, zu ... bist. Das alles zählt nicht, weil du Gott an deiner Seite hast. Er hat dich mit Begabungen und Talenten ausgestattet, die dich zu einem ganz besonderen Menschen machen. Gott sieht in dir schon jetzt etwas, von dem du noch nichts ahnst. Du glaubst mir nicht?

Dann lass dir die Geschichte von David erzählen, dem jüngsten Sohn des Isai, der morgens mit den Schafen zur Wiese ging und nachmittags zum König gesalbt wurde. Und zwar nicht, weil er so toll, so groß, so erfahren oder so beliebt war – sondern weil Gott ihn auswählte! Hier wird deutlich, was damit gemeint ist: „Ein Mensch sieht, was vor Augen ist; der Herr aber sieht das Herz an“ (1. Sam 16,7b Lu).

Hintergrund zu 1. Samuel 16,1-13
Historischer Kontext

Alle Völker um Israel herum hatten Könige – politische und mächtige Leitfiguren. Nur Israel fehlte ein König. Man kannte Stammesfürsten, doch gingen die Meinungen über ein Königtum weit auseinander. Die Gegner des Königtums meinten, wenn ein König eingesetzt würde, dann würden Machtbefugnisse, die nur Gott zustünden, auf den König übertragen. Dann müsste Gott etwas von seiner Macht abgeben. Die Befürworter des Königtums meinten, dass nur ein König das Volk vor einer drohenden Unterwerfung durch die Philister beschützen und damit auch den Glauben an Gott retten könne. Vor diesem strittigen Hintergrund wurde Saul als erster König eingesetzt. Aber obwohl ihm die Königswürde von Gott selbst zugesprochen wurde, waren einige Fürsten noch gegen ihn. Saul konnte erst nach einem siegreichen Kampf gegen die Ammoniter alle Fürsten des Volkes hinter sich vereinen und wurde als Heerführer und als König anerkannt (1. Sam 11).

Das ging auch eine ganze Zeit lang gut, aber dann geschah, was die Gegner des Königtums befürchtet hatten: Saul hörte nicht mehr auf Gott, sondern gab dem eigenen Machtdenken Raum und entfernte sich immer mehr von Gott und dessen Plänen. So wurde Saul von Gott verworfen.

Nun galt es, einen neuen König zu finden, der den Ansprüchen Gottes mehr entsprach. Samuel machte sich im Auftrag Gottes auf nach Bethlehem (damals eine Kultstätte). Er hatte das Salbhorn dabei, das deutete bereits auf ein großes Ereignis hin. Sollte dort womöglich ein neuer König gesalbt werden? Samuel ging zu Isai und seinen Söhnen. Der Rest ist Geschichte.

Auslegung

Diese Ereignisse sind wirklich schön erzählt: Samuel geht zu dem völlig überraschten Vater Isai und lädt ihn und seine Söhne zum Opfer ein. Isai ist mit Stolz erfüllt und präsentiert seine Söhne. Als Samuel den ältesten Sohn Eliab sieht, ist ihm schon fast klar, wen er zum neuen König salben soll. Doch Gott hat nicht diesen Sohn erwählt – und auch keinen der anderen, die gerade anwesend sind. Einen Sohn hat Isai noch, aber der ist gerade auf dem Feld, die Schafe hüten. Diesen Jungen hat keiner auf der Rechnung – außer Gott. Als David endlich geholt wird, spricht Gott zu Samuel: „Salbe ihn, denn der ist‘s“ (V. 12b Lu)! Und zur Verwunderung des Vaters und sicherlich auch unter den neidischen Blicken seiner älteren Brüder wird David zum neuen König gesalbt. Ein junger Teenager, der in seiner Familie noch nicht zu viel mehr taugt als zum Schafehüten. Aber bei Gott ist es anders: Gott sieht, was in David steckt und erwählt ihn darum. Und David? Ich glaube, der wusste in dem Moment nicht so genau, was passiert. Aber das ist ja auch kein Wunder: ständig von den großen Brüdern verspottet, auf später mal vertröstet und in die zweite Reihe zurückgedrängt steht er nun im Mittelpunkt. Von der Schafweide auf die Überholspur des Lebens – Gott macht es möglich. Und David lässt Gott (an sich) handeln. Er vertraut darauf, dass Gott ihm schon den Weg weisen wird, und lässt sich darauf ein, diesem Weg zu folgen.

Und dann? David bleibt noch einige Zeit in seiner Familie, und trotz der Salbung kehrt erst mal wieder Alltag in die Familie ein. Als es zum Krieg mit den Philistern kommt, ist es wieder einmal David, der aufgrund seines Alters nicht mit zum Heer darf. Er darf höchstens dann und wann mal den Brüdern Essen bringen. Doch findet er dort zu seiner Chance, sich zu beweisen und der Salbung Taten folgen zu lassen. Das alles könnt ihr aber selbst nachlesen.

Was hat das mit dir zu tun? Sicherlich kennst du hin und wieder auch das Gefühl, einfach nur „Schafhirte“ zu sein, dem nichts Bedeutungsvolles zugetraut wird. Doch du träumst davon, den anderen zu zeigen, was in dir steckt. Wenn man dich noch nur lassen würde! Und so verträumst du vielleicht auch dein Leben, lässt dich nach der Schule von Serien berieseln und wartest auf den einen Moment. Doch Gott wartet nicht – er hat schon längst gehandelt! Er hat dich schon vor deiner Geburt in den Blick genommen, hat dich begabt und mit Talenten ausgestattet.

Ihn kümmert es nicht, wie du im Moment bist, welche Kleidergröße du hast, wie deine Haare aussehen oder ob du eine Zahnspange trägst. Er weiß, was in dir steckt, und sieht, was aus dir werden kann, wenn ... Ja, wenn du dich traust! Trau dich, nach den schlummernden Begabungen und Talenten zu suchen, er hat sie in dich hineingelegt. Frage Gott, wie du diese für ihn einsetzen kannst, wie sie zu etwas Großem für dich, andere und Gott werden. Gott hat auch mit dir etwas Besonderes vor!

Ablauf
Einstieg: Dem trau ich was zu!

Auf dem Boden liegen Bilder von beliebigen Menschen (Illustrierte, Zeitungen usw.). Fragestellung: Welcher Person würdest du dich anschließen, wenn sie eine Gruppe leiten würde? Jede/jeder sucht sich ein Bild aus und erklärt ihre/seine Entscheidung.

Entscheidungskriterien werden gesammelt und auf ein Plakat aufgeschrieben. (Die Teilnehmenden sind bei ihren Kriterien meist auf das äußere Erscheinungsbild von Personen angewiesen, da keine anderen Infos vorliegen. Mögliche Kriterien: Körperhaltung, Mimik, Gestik, Kleidung, Hintergrund des Bildes usw.)

Benenne diese Kriterien des äußeren Erscheinungsbildes und mache deutlich, dass dies alles zwar zur Person gehört, aber keine Persönlichkeit ausmacht.

„Ein Mensch sieht was vor Augen ist; der Herr aber sieht das Herz an.“ Dieser Vers wird anhand der Auswahlkriterien erläutert, denn bei einer Persönlichkeit geht es auch um innere Werte!

Hauptteil

Geschichte erzählen, Text und Begriffe erklären

ins Gespräch kommen:

Was macht David in Gottes Augen wohl so besonders?

Welche Werte, die wir als wichtig erachten, hat er vielleicht auch gehabt?

Was hat David in den Augen der anderen womöglich zum König „gefehlt“?

Übertragung: eigene Stärken erkennen und benennen

Gemeinsam überlegen: Welche dieser Werte braucht eine Führungsperson (gedacht ist hier auch an Klassensprecherin/Klassensprecher, Gruppenmitarbeitende usw.)?

Top 10 auf ein Plakat schreiben

Abschluss: Übertrag auf heute

Nach diesem ereignisreichen Tag in Bethlehem folgte für David erstmal wieder der Alltag. Auch für uns gilt: Das Leben mit Gott geschieht mitten in unserem Alltag. Wenn wir uns von Gott verändern lassen und ein neues Leben anfangen, hat das auch Auswirkungen auf die Menschen in unserem Umfeld. Aber lass dich nicht verunsichern: Denn Veränderungen bedeuten auch immer Arbeit. Die Menschen um dich herum verstehen vielleicht nicht so schnell, was da gerade mit dir passiert. Und so kann es sogar passieren, dass du Ablehnung erfährst oder dich immer wieder neu erklären musst. Das liegt vielleicht daran, dass die anderen Menschen dich erst einmal nur nach dem beurteilen können, was sie sehen. Dass aber viel mehr in dir steckt, als dein (Spiegel-)Bild von dir verrät, müssen sie erst entdecken. Also lass dir nicht Bange machen, sondern bleib auf dem Weg, auf den Gott dich schickt. Ihn kannst du immer wieder neu um Kraft und Beistand bitten.

Sandra Thies

Mein Name und ich

Wie wir zu unseren Namen kamen

In diesem Stundenentwurf geht es um viel Wissenswertes rund um Namen, aber auch um die Entdeckung und Bedeutung des eigenen Vor- und Nachnamens. In Gesprächen wollen wir über Gefallen und Nichtgefallen unserer eigenen Namen sprechen und herausfinden, warum wir zusätzlich auch noch „Christin/Christ“ heißen.

Einstieg: Namensquiz

Männlich oder weiblich? Die Teilnehmenden erhalten eine Tabelle mit Namen (s. Downloads) ausgedruckt und müssen jedem Namen ein Geschlecht zuordnen. Dafür wird w für weiblich und m für männlich angekreuzt. Im Anschluss gibt es die Auflösung. Wer hat die meisten Namen richtig zugeordnet?

Diese Vornamen sind unter der Rubrik „seltene Vorname“ zu finden. Doch wie kam es überhaupt dazu, dass Menschen sich Namen gaben?

1. Entstehung von Vornamen

Schon der erste Mensch gab seiner Frau einen Namen: Männin. Damit drückte er seine Beziehung zu ihr aus, sie ist ergänzende Person und ihm gleichrangig. Auch in unserer Gegend gibt es Vornamen schon länger als es die deutsche Sprache gibt. Über 1.000 Jahre lang reichte ein Name, um eine Person eindeutig anzusprechen. Man sprach von Rufnamen. Namen waren ursprünglich ein Zusammenschluss zweier Namensglieder (Ger-hard, Heid-run) und meist zweisilbig. Die Namensglieder waren sinnvoll zusammengesetzt und aus den Vorbildern der Natur, der Tierwelt und der Lebensform der Germanen abgeleitet. Die Namensgebung war mit dem Heilswunsch verbunden, die in dem Namen ausgedrückten Eigenschaften (der Gottheit) mögen durch einen Namenszauber auf den Träger des Namens übergehen. Der Name stellte auch eine kultische Beziehung zu einer Gottheit dar, unter deren Schutz der Namensträger stand. Ab dem fünften Jahrhundert waren Wohlklang und die Kenntlichmachung von Verwandtschaftsbeziehungen wichtiger, die Bedeutung des Namens rückte in den Hintergrund. Fremde Rufnamen kamen etwa im siebten Jahrhundert in unseren Sprachraum. Dabei handelte es sich vor allem um christliche Rufnamen aus dem Alten Testament, ab dem zwölften Jahrhundert auch aus dem Neuen Testament. Diese Rufnamen erfuhren zahlreiche Veränderungen, Verfremdungen, Kürzungen und Anpassungen der Betonung an die damalige Sprache. Durch die Vergabe von Heiligennamen im 13. Jahrhundert rückten die ursprünglichen germanischen Namen immer mehr in den Hintergrund. Ab dem 16. Jahrhundert kamen französische und englische Vornamen in der Oberschicht in Mode. Die Namensgebung erfolgte immer in Modewellen. Die Oberschicht vergab besondere Vornamen, die ihre Kinder vom Rest des Volkes unterscheiden sollten. Ungefähr zehn Jahre später wurden diese Namen dann auch von der Unterschicht gebraucht, sodass sie gewöhnlich wurden. Die Oberschicht wählte dann wieder andere Namen, die die nächste Modewelle ankündigten. So entstanden Doppelnamen oder alte unbekannte Namen wurden wiederentdeckt.

Bei der Vergabe von Vornamen gibt es heute einige Regelungen zu beachten.

Der Vorname muss als Vorname erkennbar sein,

er muss eindeutig weiblich oder männlich sein,

er darf dem Kindeswohl nicht schaden, es lächerlich machen oder mit dem Bösen in Verbindung bringen,

er darf kein Orts-, Familien- oder Markenname sein,

er muss innerhalb eines Monats nach der Geburt festgelegt werden,

er kann nicht rechtlich geschützt werden (kann also nicht einzigartig bleiben).

Die Anzahl der Vornamen ist pro Person auf fünf begrenzt.

Erlaubt oder nicht?

Einige Eltern bemühen sich sehr, ihrem Kind einen bestimmten Namen zu geben. Bei einigen Namen ist dafür ein Gerichtsurteil notwendig. Welche Namen sind erlaubt, welche nicht? Die Teilnehmenden erhalten jeweils eine rote und eine grüne Karte. Eine Person aus dem Mitarbeiterteam liest einen Namen vor und die Teilnehmenden müssen raten, wie das Urteil für diesen Namen ausgegangen ist. Rot steht für „nicht erlaubt“, Grün für „erlaubt“. Die Teilnehmenden zeigen die entsprechende Karte. Eine Liste von außergewöhnlichen Namen findet man im Downloadbereich zu diesem Buch.

Gesprächsrunde

In einer lockeren Runde sollen folgende Fragen besprochen werden:

Eure Eltern haben sich etwas dabei gedacht, als sie euren Namen ausgesucht haben. Wisst ihr, warum sie euch so genannt haben?

Wer von euch hat einen zweiten Vornamen? Und warum? Gefällt dir dein Name?

Manchmal würden wir gern anders heißen. Jede/jeder schreibt ihren/seinen Namenswunsch auf einen Zettel, faltet ihn und wirft ihn in einen Hut. Eine Person aus dem Mitarbeiterteam zieht anschließend einen Zettel, liest den Namen vor und die Gruppe muss erraten, wer sich gern diesen Namen geben würde.

Was assoziiert ihr mit bestimmten Namen? Und warum? Was macht ein Name aus? Eine Person, die man mit diesem Namen kennt, die Bedeutung, die Aktualität ...

Weißt du eigentlich, was dein Name bedeutet? Ein Namensbuch kann schnell darüber Aufschluss geben. Findest du, dass diese Bedeutung zu dir passt? Welche Bedeutung würde besser zu dir passen?

Früher (oder auch jetzt noch) habt ihr sicherlich ein Stofftier oder eine Puppe gehabt. Wie habt ihr sie genannt und warum? Welche Namen tragen eure Haustiere und warum habt ihr sie so genannt?

Top 5

Wenn du mal ein Baby bekommen solltest, wie soll es dann heißen? Alle schreiben ihre beliebtesten fünf Mädchen- und Jungennamen auf. Die Listen werden verglichen und besprochen.

2. Entstehung von Nachnamen

Heute haben wir alle auch noch einen Nachnamen, mit dem wir mehr oder weniger glücklich sind. Lange Zeit aber reichte der Rufname aus, um eine Person eindeutig anzusprechen. Ab dem zwölften Jahrhundert hatten durch Namensmoden und rasantes Wachstum der Städte viele Menschen auf engem Raum denselben Rufnamen. So entwickelte sich der Trend, dem Rufnamen einen Beinamen zu geben, der die Person genauer beschrieb (langer Hans, dicker Otto). Um Landbesitz schriftlich zu dokumentieren, funktionierte der Beinamen nur so lange, wie alle diese Person persönlich kannten. Mit nur zwei Generationen Abstand waren die amtlichen Dokumente kaum noch nachzuvollziehen. Aus diesen administrativen Gründen setzte sich ein fester Nachname durch, der amtlich verbindlich war, lebenslang bestand und auch vererbbar war. Nur so war eine richtige schriftliche Dokumentation über Grundstücke, Steuern usw. gewährleistet. Adlige und Patrizier besaßen zuerst einen Nachnamen, Knechte und Dienstboten erst später, in manchen ländlichen Gegenden blieb das Rufnamen-Modell bis ins 18. Jahrhundert gültig.

Allen Nachnamen ist gemeinsam, dass dem Namen ein Wort als Ursprung zu Grunde liegt, das eine Person zu einer bestimmten Zeit auf irgendeine Weise charakterisierte und ihre Einmaligkeit gegenüber der restlichen Bevölkerung beschrieb. Die Nachnamen kann man daher in verschiedene Gruppen einteilen:

Patronymische Familiennamen:

Kindern mit demselben Rufnamen (z. B. Frieda) wird der Vorname des Vaters angehängt, z. B. Gerhards Frieda oder Konrads Frieda. So entstanden die Nachnamen, die wir auch als Vornamen kennen.

Matronymische Familiennamen

: Den Kindern wird der Name der Mutter angehängt, was aber äußerst selten der Fall war.

Herkunftsnamen:

Der Nachname bezeichnet einen Ort, aus dem die Familie stammt (z. B. wenn sie in ein anderes Dorf zieht) oder eine Wohnstätte innerhalb der Siedlung (Bach, Baum, irgendein Hügel).

Übernamen:

Solche Nachnamen sagen etwas über das Aussehen oder den Charakter einer Person aus, z. B. groß, klein, weiß, kahl, gefräßig (Pfannkuchen), Frühaufsteher (Morgenschweiß).

Berufsnamen:

Unter den 20 häufigsten deutschen Familiennamen finden sich Müller, Schmied, Schneider, Fischer, Meyer, Bäcker, Bauer, Wagner, Koch.

Mein eigener Nachname

Informationen zur Bedeutung von Nachnamen sind im Internet nur teilweise gebührenfrei zu bekommen, z. B. unter www.bit.ly/2UOvkTb (letzter Zugriff am 22.06.2019). Wer mehr wissen möchte, kann in der Bücherei z. B. im Duden Familiennamen nachschlagen. Wenn man ein Stammpublikum an Teilnehmenden hat, kann man im Vorfeld der Stunde für jede/jeden die Bedeutung des eigenen Namens ausdrucken.

Neue Namen erfinden

In Brasilien gibt es nur eine begrenzte Anzahl an Nachnamen. Die meisten heißen (übersetzt) Wald, Küste, der Heiligen, Birnbaum, Olivenbaum, Hase, Feile, Fahne, Holz oder Burg. Darum spielt der Vorname eine weitaus größere Rolle als bei uns. Die meisten Menschen nennen sich beim Vornamen und auch die Schülerinnen und Schüler lernen die ehemaligen Präsidenten nur nach dem Vornamen auswendig. Per Gesetz ist es erlaubt, seinem Kind jeden nur erdenklichen Namen zu geben, den es dann sein Leben lang tragen muss. Namensänderungen werden so gut wie nie gestattet.

Was sich manche Eltern jedoch bei der Namensgebung ihrer Kinder gedacht haben, bleibt wohl ein Geheimnis. So sind folgende Namen beim Standesamt eingetragen: Zementeimer, Jesusbart, Kugellager, Wehweh, Straßenbahn. Manche Namen werden auch aus Sätzen gebildet wie z. B. Josef-Heiratete-Mit-Kurzen-Hosen, Maria-Geht-Singend-Vorbei, Manuel-Immer-Pünktlich, Erinnerung-Eines-Anderen, Gelobt-Der-Tag-Meiner-Geburt, Von-Oben-Nach-Unten, Eins-Zwei-Drei-Olivenbaum-Vier. Andere hatten wohl keine Idee und nannten ihre Kinder Abc oder Abece oder einfach 85. Weitere Beispiele machen deutlich, dass den Eltern wohl kein anderer Name eingefallen ist als der Gegenstand, der ihnen vor die Augen kam: Kodak, Maultier, Kirchturm, Kochtopf, Metallschaber, Polizei.

Namen legen

Scrabble®-Steine oder Buchstabenkarten können helfen, die Fantasie anzuregen. In kleinen Gruppen sollen die Teilnehmenden zehn neue Namen durch eine willkürliche Aneinanderreihung von Buchstaben erfinden. Diese Namen sollte es noch nicht geben. Welche Gruppe erfindet den schönsten Namen?

Andacht

Namen haben eine Bedeutung und oft auch eine Geschichte. Namen charakterisieren einen Menschen, wir haben ein Bild vor Augen, wenn wir einen Namen hören. Oft kann man sich dabei auch täuschen. Namen machen mich kenntlich, mit meinem Namen bekomme ich einen Ausweis, kann reservierte Kinokarten abholen, bekomme meine Klassenarbeit zurück. Mein Name und ich, wir gehören untrennbar zusammen. Zu unserem bürgerlichen Namen gibt es auch andere Namen: Vegetarierin/Vegetarier, Hessin/Hesse, Schülerin/Schüler, Sportlerin/Sportler im TSV Musterhausen, Deutsche/Deutscher ... Überlege einmal, wie viele zusätzliche Namen du dir so geben kannst.