180° Wenn die Gesellschaft zum Richter wird - Thomas Spengler - E-Book

180° Wenn die Gesellschaft zum Richter wird E-Book

Thomas Spengler

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Beschreibung

Hier wird einmal hinter die Kulissen unserer Gesellschaft geblickt. Basierend auf wahren Begebenheiten zeigt das Buch, wie unsere Gesellschaft sich entwickelt hat und welch kaum zu glaubenden Erkenntnisse daraus entstehen. Tatsachen, die das Leben schreibt und in welcher Art und Weise Menschen auf die eigene Gesellschaft reagieren. Erlebnisse, die man kaum in Worte fassen kann, wenn das Umfeld mit dem Finger auf einen zeigt und unbewusst zum Richter der Gesellschaft wird.

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Seitenzahl: 162

Veröffentlichungsjahr: 2019

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Den Menschen gewidmet, die mich bei der Realisierung dieses Buches unterstützt und motiviert haben.

Inhaltsverzeichnis

Vorwort

Kapitel 1 - Der Grundbegriff „Gesellschaft“

Kapitel 2 - Die Wissenschaft die keine ist

Kapitel 3 – Nichts ist so wie es scheint

Kapitel 4 – Wenn Leben neu definiert wird

Kapitel 5 – Sternstunden der anderen Art

Kapitel 6 – Lernen durch Schmerz

Kapitel 7 – Ruf der Berge

Kapitel 8 – Die Spitze des Eisbergs

Kapitel 9 – Halbgötter in Weiss

Kapitel 10 – Gesellschaftswandel beginnt jetzt

Kapitel 11 – Gesellschaftlicher Leitfaden

Vorwort

Gesellschaft – Ein Wort mit vielen Bedeutungen und Hintergründen. Und genau darum geht es. Was ist Gesellschaft und wie beeinflussen wir Menschen genau diese.

Mit diesem Buch wollen wir einen oder mehrere Blicke hinter unsere Gesellschaft werfen. Auch Sie sind Teil dieser Gesellschaft, in welcher wir leben. Alle Eindrücke, Erlebnisse und Beispiele, die Sie hier lesen werden, entspringen wahren Begebenheiten und haben sich tatsächlich zugetragen. Keine Fiktion, keine Phantasie, sondern pure Realität, hautnah erlebt und mancher Leser mag vielleicht den Gedanken mit sich tragen und denken: „So etwas kann doch gar nicht passiert sein.“

Jede einzelne Geschichte ist so faszinierend und einzigartig, dass man es kaum für möglich halten kann.

Sie werden eine völlig neue Art an Denkweise erfahren, die sich rund um unsere menschliche Gesellschaft dreht. Wir, die als Gemeinschaft funktionieren und in manchen Situationen unseres Lebens völlig kontrovers reagieren und urteilen, beurteilen, ja sogar verurteilen. Denn dort liegt der Kern dieses Buches.

180° - Wenn die Gesellschaft zum Richter wird.

Ein Buch, das zeigt, wie Menschen psychisch agieren, ohne darüber nachzudenken, wie verurteilt wird, ohne nachzufragen, wie Meinungen vertreten werden ohne einen Hauch von Skepsis.

Das Buch zeigt neben Tatsachenberichten, Dimensionen des menschlichen Gesellschaftsdenkens und -handelns, die auch Ihnen vielleicht fremd vorkommen mag.

Und doch ist jedes Ereignis, jeder Hintergrund, jede Erzählung so real und nah, dass auch Sie es förmlich spüren können, wie unsere Gesellschaft in Extremsituationen reagieren und handeln kann.

Das Buch erlaubt Ihnen diesen faszinierenden Einblick in den Hintergrund, der so manche Gesellschaftsformen auch sehr kritisch begutachtet und durchaus nicht schönreden möchte.

Denn auch hier ist nicht alles Gold was glänzt.

Kommen Sie mit auf eine Reise durch unsere Gesellschaft mit Höhen und Tiefen. Blicken Sie hinter die Kulissen und werden Sie Zeuge von schier unglaublichen Erlebnissen, die schon fast sozialkritisches Flair versprühen.

Eine Reise, bei der es keine Rückfahrkarte oder Stornierung gibt.

Kapitel 1 - Der Grundbegriff „Gesellschaft“

Bevor wir uns dem eigentlichen Thema widmen, wollen wir in der Geschichte einmal zurückgehen, um den Begriff der Gesellschaft einmal aufzuschlüsseln.

Jeder Mensch spricht heute von Gesellschaft und wenn wir einmal eine ganz direkte Frage stellen, ob überhaupt klar ist, was denn dieses Wort bedeutet, dann kommt ein völlig entsetztes „Aber natürlich weiss ich was Gesellschaft ist.“

Wie kann auch daran gezweifelt werden?

Dennoch wollen wir uns diesem Begriff, der soviel Bedeutung haben kann, etwas genauer widmen.

Der Begriff allein wird in vielen verschiedenen Bereichen verwendet, wie in der Soziologie, Ethnologie, dem Staats- und Gesellschaftsrecht, sogar in der Wissenschaft und der Pflanzenwelt.

Doch wenn wir von Gesellschaft sprechen, dann meinen wir stets den soziologischen und den ethnologischen Sektor.

Hier sei nur kurz angemerkt, dass die Soziologie sich der Erforschung des Sozialverhaltens, sowie das Zusammenleben von Menschen widmet. Während wir bei der Ethnologie vorwiegend die Völkerkunde begutachten.

Der Ethnologe beispielsweise würde uns mitteilen, dass Gesellschaft in seinem Fachbereich eine grosse Gruppe Menschen darstellt, die miteinander verbunden sind durch diverse Faktoren, wie Traditionen, Erfahrungen, Werte, Sprache und ähnlichem.

Ganz anders der Soziologe, welcher Gesellschaft so betrachtet, dass dies eine bestimmte Anzahl an Menschen sind, die sozial handeln und miteinander leben, ja sogar interagieren.

Dieser Thematik werden wir uns im Nachhinein noch sehr intensiv widmen und Sie werden vermutlich feststellen, dass diese Definitionen, sei es beim Ethnologen oder auch beim Soziologen, in unserer heutigen Gesellschaftswelt nur noch sehr spärlich anzutreffen sind.

Selbstverständlich gibt es Ausnahmen und eine Vielzahl von Menschen, die perfekt in das Bild der beiden Wissenschaftsgruppierungen passen. Doch ebenso finden wir Menschen, die sehr weit weg jeglicher Vorstellungskraft leben, agieren, handeln und interagieren.

Wir Menschen sind eine Spezies, die sich so stark untereinander unterscheidet, wie wir das rein vom Verhalten in keiner anderen Lebensform finden.

Betrachten wir doch einmal die Tierwelt.

Tiere leben nach bestimmten genetisch veranlagten Lebensweisen. Entweder im Rudel oder einzeln, entweder Fleisch- oder Pflanzenfresser, entweder in der Wildnis oder als treuer Begleiter des Menschen.

Haben Sie schon einmal einen betrunkenen Hund gesehen, der die Beherrschung verliert und gewalttätig wird? Ein Hund, der lügt, betrügt, arrogant oder überheblich wirkt?

Und dennoch ist der Hund in der Lage zu kommunizieren, ja sogar zu töten. Doch tötet er aus Leidenschaft, aus Lust oder einfach nur zum Spass? Weil er Freude am Töten hat oder sadistisch veranlagt ist?

Nichts von dem finden wir im Tierreich, doch bei Menschen finden wir all diese Eigenschaften. Hier sei natürlich angemerkt, dass nicht jeder Mensch gleich ist. Und das ist auch gut so.

Wenn wir von dem Wort Gesellschaft sprechen, dann kommt unweigerlich der Gedanke, quasi eine Assoziation mit dem Begriff „Öffentlichkeit“. Wir Menschen haben verschiedene Charaktereigenschaften und -züge.

Jede Epoche unserer Evolution hat aus uns Menschen ein Stück mehr Mensch gemacht.

Während wir anfangs uns wie Tiere bewegt, unser Essen gejagt, getötet und verspeist haben; wir sozusagen einfach überlebten, haben wir uns über viele Jahre weiterentwickelt.

Aus soziologischer Sicht hatten wir auch vor Tausenden von Jahren bereits in diesen Anfangszeiten unserer Geschichte eine Art Gesellschaft gegründet.

Wir hausten in Höhlen und man trug lediglich soviel, dass wir nicht frieren mussten.

Wie wir optisch auf unsere Nachbarn wirkten, war uns vermutlich völlig gleichgültig. Wir sprachen auch nicht sonderlich darüber.

In dieser Art von Gesellschaft existierte noch kein Neid, keine Arroganz, keine Wut oder gar Vorurteile, denn der Mensch sass im gleichen Boot.

Durch den Zusammenschluss verschiedener Menschen, auch wenn es nur die Urmenschen waren, erkannten wir, dass es sogar sehr viele Vorteile bringt, wenn wir gemeinsam agieren, gemeinsam handeln und eben auch zusammen miteinander leben.

In dieser Epoche unterschieden wir, also unsere damalige Gesellschaft, uns kaum von der Tierwelt.

Töten um zu überleben. Doch wir entwickelten uns in eine Richtung, bei der wir uns immer wieder selbst sagen, dass wir gelernt haben, unseren Geist zu stärken.

Doch scheinbar liegt es in unserer Natur, in unseren Genen, in unserem tiefsten Inneren, dass wir mit dem was wir besitzen und das, was der Mitmensch besitzt, nicht zufrieden sind. Betrübt schauen wir auf das, was der Nachbar hat und es kommt Neid auf.

Wir Menschen unterscheiden uns in so vielen Facetten, was uns wiederum einzigartig macht, ja fast schon besonders.

So wie wir Menschen uns weiterentwickelt haben, so hat sich auch unsere Gesellschaft verändert.

Doch wer ist das - unsere Gesellschaft?

Sind Sie und Ihr Partner schon eine Gesellschaft oder braucht es dafür noch mehr Menschen?

Kaum wurde das ausgesprochen, hört man unzählige Meinungen, die besagen, dass wir alle doch gemeinsam die Gesellschaft ausmachen. Noch heute sitzen wir, wie damals die Urzeitmenschen, im besagten gleichen Boot.

Wichtige und namhafte Personen, wie Karl Marx oder Friedrich Engels haben in ihren Lehren bereits dargelegt, dass wir Menschen von Neid und Missgunst getrieben werden. Bei einigen Menschen kommt das mehr, bei anderen weniger zum Tragen.

Mit unserer Entwicklung haben wir bedeutend zur Gesellschaftsbildung beigetragen. So wie wir uns verändert haben, so haben wir auch das Gesellschaftsbild verändert.

Denn wir alle sind Teil dieser Gesellschaft. Wir kreieren und formen sie und dennoch fragen sich die Wenigsten, ob das, was wir da formen auch das ist, was wir uns wünschen, was unsere Bedürfnisse stillt.

Oft nehmen wir es einfach hin.

Es gibt Werte, Richtlinien, Verordnungen, Regeln und Gesetze, die ein Gesellschaftsleben ermöglichen sollen. In genau diesem Zuge mag sich der ein oder andere doch an diese bekannte Stelle aus dem US-amerikanischen Spielfilm „Terminator 2“ erinnern, in welchem der Cyborg doch sagt, dass wir Menschen dazu geboren sind uns selbst zu vernichten. Nur ein Satz oder ist doch mehr daran?

Die Gesellschaft ist das, was wir heute sehen. Sind wir nicht zufrieden oder sogar gereizt, wird die Schuld oft auf die Gesellschaft gelenkt. Denn „die“ sind ja schuld und keiner fragt im Nachhinein: „Wer sind denn die?“

Wir sind es, die Werte und Gesetze, Richtlinien und Verordnungen gestalten und präsentieren, um nach unseren Forschungen und Untersuchungen der Soziologie eine lebenswerte Gesellschaft zu gestalten.

Jeder Mensch ist Teil unserer heutigen Gesellschaft. So einfach wie das klingt, ist es allerdings nicht, denn in dieser grossen Gesellschaft sind soviel Mitglieder, die unterschiedlicher nicht sein können.

Jeder Mensch ist ein Individuum, ein absolutes Einzelstück, weshalb wir uns auch oft schwertun, das richtige Gegenstück zu finden.

Teil einer Gesellschaft zu sein ist gar nicht so einfach, denn jeder von uns hat Bedürfnisse, die wir gerne gestillt haben wollen.

Bereits der amerikanische Psychologe Abraham Maslow hat mit seiner bekannten Bedürfnispyramide ganz klar aufgezeigt, dass uns nicht nur die sog. Grundbedürfnisse wie Essen und Schlafen befriedigen.

Mit unserer Entwicklung durch die Evolution sind auch unsere Bedürfnisse gestiegen.

Das macht das Ganze nicht unbedingt leichter. Treten wir vor die Tür, so haben wir, zumindest in den europäischen Ländern, einen gewissen Wohlstand, der es uns erlaubt, viele der Bedürfnisse auch zu stillen.

Wir können an jeder Ecke, in jedem Supermarkt und jedem Laden unsere Bedürfnisse befriedigen und sind wir dann glücklich?

Die Entwicklung unserer Gesellschaft hat dazu geführt, dass wir uns oft neuen Zielen widmen. Glaubens- oder Lebenseinstellungen verändern sich. Viele blicken in Richtung des Buddhismus, bei dem Gewalt quasi nicht existent ist. Viele sehen dort eine Art Gesellschaft, in der wir geachtet, geschätzt und respektiert werden.

Das ist es oft, was uns in unserer heutigen Gesellschaft fehlt. Der Respekt und genau diese Achtung unseren Mitmenschen gegenüber.

Wenn Sie beispielsweise in einen Verein eintreten, dann tun Sie dies aus bestimmten Beweggründen. Dort erwarten Sie Menschen, die gleiche Interessen wie Sie selbst pflegen. Sie wollen gemeinsam etwas bewirken, etwas unternehmen, Spass haben, neue Menschen kennenlernen, vielleicht auch die grosse Liebe?

Viele Menschen fühlen sich im Kreis eines Vereins wohl, andere wiederum nehmen lieber Abstand davon.

Ein Verein ist auch eine ganz besondere Form einer Gesellschaft. Sei es nun der Angelsportverein, der Alpenverein oder der Fotografieverein. Jeder Zusammenschluss endet in einer Gemeinschaft, in einer Gesellschaft.

Es steckt ja bereits das Wort „gesellig“ darin. Wir sind bestrebt Dinge nicht alleine zu unternehmen, denn wir sind von unserer Natur nicht dazu geboren, allein zu sein oder zu leben. Dies kann sogar das Gefühl von Angst vermitteln.

Doch so wie wir die Gesellschaft heute erleben, entspricht sie nicht unseren Wunschvorstellungen.

Es gibt sogar Menschen, wenn man diese fragt, wie sie morgens zur Arbeit kommen, die antworten: „Natürlich mit dem Auto. Mir missfallen die Art und Weise der Menschen am frühen Morgen.“

Ist das weit hergeholt oder warum reagieren manche Menschen so? Oft stelle ich mir die Frage, warum manche Menschen am Morgen so negativ, so lustlos, ja schon fast deprimiert schauen. In den Bussen schaut heute jeder in sein Smartphone, die Zeitung oder einfach nur stur vor sich hin.

Betreten Sie doch eine Strassenbahn einmal mit einem lauten „Einen wunderschönen guten Morgen allerseits“.

Wie reagieren Ihre Mitmenschen, wie reagiert die Gesellschaft Ihnen gegenüber? Bevor Sie antworten, bedenken Sie bitte eines: „Sie sind Teil dieser Gesellschaft.“

Ein Grossteil wird denken: „Was hat der denn für ein Problem?“

Ist es verwerflich seine Mitmenschen fröhlich zu begrüssen, ist es gesellschaftsfeindlich?

Ein Mancher wird vielleicht denken: „Warum soll ich den grüssen? Den kenn’ ich doch gar nicht.“

Wir Menschen sind sehr schnell, wenn es um die eigene Ausrede geht. Vielleicht ist doch der Nachbar, der so fröhlich ist, ein ganz netter Mensch.

Doch oft fangen wir bereits am frühen Morgen an, uns eine eigene Meinung über diesen Menschen zu bilden, den wir gerade einmal wenige Sekunden erlebt haben. Wir kritisieren, schaffen eine eigene Meinung, bilden vielleicht auch schon das erste Vorurteil und letztlich verurteilen wir diesen Menschen und packen ihn in eine Schublade, in die er gar nicht passt. Und am Arbeitsplatz geht es dann weiter mit den Worten: „Heute morgen habe ich einen getroffen, der muss was an der Waffel haben. Grüsst der ganz laut. Der hat sie doch nicht alle.“

Und schon wird geredet und geredet und jeder glaubt sich nun ein faires Bild von diesem Menschen machen zu können.

Täglich können wir solche oder ähnliche Situationen erleben, wenn wir nur mit etwas offenen Augen durch unsere Gesellschaft spazieren.

Der Gesellschaftsbegriff ist ein solch weitläufiger, dass allein dieser Bücher füllen würde. Mit dem Verhalten mancher Menschen und der Psychologie dahinter wollen wir uns nun näher beschäftigen, denn ich habe über die Jahre viele Menschen kennengelernt, die mir positiv, aber auch negativ entgegengetreten sind.

Menschen, von denen ich gelernt habe und Menschen, auf die ich gerne verzichtet hätte.

Jeder einzelne Mensch, einzigartig in seiner Art, mit völlig unterschiedlichen Charaktereigenschaften, welche ich nicht immer begrüsst habe.

Auf den folgenden Seiten erhalten Sie nun Einblick in eine Welt unserer Gesellschaft, die mit Sicherheit dem Soziologen ebenso wenig gefällt, wie Ihnen selbst.

Am Ende werden Sie sagen: „Das ist ja nicht zu glauben. Was ist aus uns geworden?“

Ein anderer kennt vielleicht eine ähnliche Situation oder hat es auch am eigenen Leib schon erfahren.

Jedes einzelne Erlebnis hat Spuren und Eindrücke hinterlassen und man kommt an einen Punkt, an dem es nicht verwerflich ist, sich Gedanken zur heutigen Gesellschaftsform zu machen.

Wie kann so etwas geschehen?

Zahlreiche Erlebnisse sind dabei, über die man nicht so gerne spricht, die vielleicht auch unangenehm sind, doch sollte man die Augen nicht vor der Wahrheit verschliessen.

Denn die Realität ist nicht rosarot und unsere Gesellschaft urteilt über Menschen im gleichen Gesellschaftskreis ohne, dass es ihnen selbst bewusst wird.

Doch wie sieht es auf der Seite der Betroffenen aus? Wie fühlen diese sich?

Wird hinterfragt oder reicht es einfach aus, wenn ein Freund mir die Geschichte erzählt, die ich kaum glauben kann.

Doch nun wollen wir die Tatsachen sprechen lassen.

Kapitel 2 - Die Wissenschaft die keine ist

Wir schreiben das Jahr 2002. Eine Erfahrung, bei welcher man sich vermutlich zu Beginn überhaupt keine grossen Gedanken macht, wie denn unsere Mitmenschen in unserer Gesellschaft darauf reagieren könnten. Just in diesem Moment beginnt eine komplett neue Ära, die zwar bekannt, aber teilweise unerforschtes Gebiet offenbarte.

Als Jugendlicher habe ich zwar das ein oder andere Mal bereits Bücher zum Thema Okkultismus in den Händen gehabt, teilweise auch begonnen zu lesen, aber die Lustlosigkeit stellte sich doch sehr schnell ein.

Lesen verbreitete doch den Geschmack von Langeweile bei solch vielen Buchstaben ohne Bilder.

Einerseits wollte ich schon erfahren, was Menschen so fasziniert und andererseits machten sich aber die Eltern auch Sorgen, was ich damit denn nun anfangen möchte. Schiefe Bahn, falscher Einfluss und Freunde, die nicht gut für mich sind waren nur einige Erklärungsversuche.

In den 80er Jahren, wie auch heute, ein Thema, welches totgeschwiegen wird.

Über die Jahre schier in Vergessenheit geraten, hier und da mal Geschichten über Schwarze Magie, Teufelsanbeterei und Hexenkult gehört, aber nie tiefgründig verfolgt. Dann, als ich schon etwas älter war, meine zweite Ausbildung bereits absolviert, wollte ich doch mal was Neues probieren. Eine gewisse Lebenserfahrung, wenn auch noch nicht ganz ausgeprägt, lag bereits vor und das Interesse ging in eine völlig neue Richtung.

Damals hat meine Frau, ich war so Anfang dreissig, in einer paranormalen Forschungsgruppe gearbeitet bzw. sich damit beschäftigt. Ich hielt das für völligen Schwachsinn, für Humbug, gewissermassen war es mehr als nur lächerlich. Es gibt doch gar keine Geister. Wenn man tot ist, dann ist man einfach tot.

Aber irgendwie, aus einer Laune heraus, hat es wiederum etwas völlig Faszinierendes, diese Wissenschaft, die aber doch gar keine ist.

Doch wie kann ich über etwas reden, von dem ich doch kaum eine Ahnung habe.

Bücher mussten her, Literatur zu dieser Thematik.

Parallel entschied ich mich einen Blick in diese Gruppierung zu werfen, die sich „Ghost Hunter“ nannten. Also Geisterjäger, wenn man das mal direkt übersetzt.

Sollte das tatsächlich wahr sein, dass diese Menschen Geister jagen? Und wie sieht sowas dann aus?

Haben die Waffen und auf was schiessen die? Und was für Waffen und ist das überhaupt legal?

Fragen über Fragen hatte ich und niemand vermag man doch zu fragen.

Wen könnte man dazu befragen?

Ich bin auf Freunde zugegangen, aber die haben mich nur völlig orientierungslos angeblickt und mich gefragt, ob sonst alles in Ordnung wäre.

Naja, so kam ich also nicht weiter. Ich wollte es von jemandem erfahren, der sich damit bereits beschäftigte, denn das wäre quasi aus erster Hand.

Demzufolge entschied ich mich einen Blick hinter die Kulissen des sog. Ghost Hunters zu werfen.

Was macht er, wie macht er es und vor allem galt zu erfahren, ob dies alles Spinnerei, Wahnsinn oder doch real sein könnte.

Also trafen wir uns in der Stadt Singen, in der Nähe des Bodensees zu einem unverbindlichen Gedankenaustausch.

Wir haben uns in einer Kneipe getroffen, die mir schon sehr suspekt in Erinnerung ist. Dunkel, stark verraucht und ein leicht düsterer Gästeraum; in der Tat passte alles zu der Thematik.

Gegenüber von mir sass eine höchst attraktive junge Frau, Mitte 20, blond und sie stellte sich als die sog. Leaderin der Gruppierung vor. Sie wurde von allen Sandy genannt.

Sie sollte gegen später nochmals eine ganz bedeutende Rolle spielen, was mir zu diesem Zeitpunkt in keinster Weise bewusst war.

An jenem Abend erfuhr ich sehr viel über das „Treiben“ eines typischen Ghost Hunters. Zu diesem Zeitpunkt war dies für mich eine Tätigkeit, nein, eigentlich war es keine Tätigkeit in meinen Augen. Es war Blödsinn, Schwachsinn und völlig fern jeglicher Realität. Jedoch hat es meine Neugier in ganz besonderem Mass geweckt.

Als völliger Neuling auf diesem Gebiet, bekam ich einen Einblick in die Welt des Paranormalen und der Parapsychologie. Bis dato hatte ich keinerlei Ahnung, was diese Begriffe überhaupt bedeuten könnten.

Diese Gruppe traf sich also in mehr oder weniger regelmässigen Abständen und erhielten Aufträge von sog. Kunden oder Klienten. Diese meldeten sich dann bei dieser Gruppe, um Hilfe zu erhalten. Doch was haben diese sog. Klienten denn für Probleme, dass sie externe Hilfe benötigen sollten?

Dies sollte ich erst im Laufe des Abends erfahren.

An jenem Abend lag bereits ein Auftrag für eine sog. „Paranormale Untersuchung“ vor. Der Klient bat die Gruppe, sich dessen Problems anzunehmen.

Die Leaderin offenbarte, dass der Klient verschiedene Phänomene bei sich zuhause beobachten konnte, für welche er keinerlei plausible Erklärungen hatte. Aus diesem Grund beauftragte er diese Ghost Hunter Gruppe, um dem Ganzen auf den Grund zu gehen. Sandy eröffnete an diesem Abend Details über den Klienten, welche Phänomene zu erwarten waren, die genaue Vorgehensweise der Gruppe und mit welchen Arbeitsmitteln hier agiert werde.

Zu diesem Zeitpunkt fand ich die ganze Geschichte schon etwas seltsam, aber die Neugier packte mich doch.

Soll das alles nur Scharlatanerie sein oder ist da gegebenenfalls doch etwas Wahres dran?

Diese sog. Paranormalen Untersuchungen werden auch in Fachkreisen, zumindest war das bei dieser Gruppierung der Fall, „PU“ oder auch „PI“ genannt. Letzteres fand ich bei Recherchen im Internet als Begriffsabkürzung für das englische Wort „Paranormal Investigation“, also eigentlich das gleiche Wort, nur eben in der englischen Übersetzung.

Der Lernfaktor war an diesem Abend nun wirklich sehr hoch. So erfuhr ich, dass in einer solchen Paranormalen Untersuchung, wie der Name schon ausdrückt, Phänomene untersucht und die Eindrücke und Erfahrungen des Klienten quasi nachgestellt werden, um hierfür eine Erklärung, die als logisch erscheint, zu finden.