20 Jahre Mysterium Hotel - Rolf Netzmann - E-Book

20 Jahre Mysterium Hotel E-Book

Rolf Netzmann

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Beschreibung

Das Buch handelt von makabren Scherzen und diskutierfreudigen Gästen, von einem Schamanen, der mich auf den mir vorbestimmten Weg führen wollte und von interessanten Gesprächen an der Hotelbar. In mehr als 20 Jahren Dienst für den Gast habe ich vieles erlebt. Werfen Sie einen Blick hinter die Kulissen des Hotelbetriebes.

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Seitenzahl: 36

Veröffentlichungsjahr: 2015

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Rolf Netzmann

20 Jahre Mysterium Hotel

Erlebnisse

 

 

 

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Inhaltsverzeichnis

Titel

20 Jahre Mysterium Hotel

Impressum neobooks

20 Jahre Mysterium Hotel

Vor kurzem erzählte mir eine Kollegin folgende Story. Sie hatte gerade ihren Frühdienst begonnen, als aus dem Aufzug ein Mann trat, der nur ein Handtuch wie einen Lendenschurz um die Hüften trug und von „Liebe machen“ sprach. Die Kollegin war leicht irritiert, bezog sie dieses Angebot doch zunächst auf sich. Doch weit gefehlt, der junge Mann brauchte lediglich einige Kondome, weil er bei aller Euphorie nicht gleich Vater werden wollte. Nun gehören Kondome nicht unbedingt zur Ausstattung eines 3* Hotels, doch zu ihrem nächsten Dienst brachte die Kollegin einige Packungen mit, um auch auf solche Notfälle vorbereitet zu sein.

Nur wenige Tage später fragte mich ein Gast, ob er für seine Freundin Tampons erwerben könne. Er würde sie auch bezahlen. Leider konnte ich ihm nicht weiterhelfen, doch ist es eine Überlegung wert, auch für solche Fälle gerüstet zu sein.

Es sind solche Erlebnisse, wegen denen viele Menschen im Hotel arbeiten. Sie suchen die Abwechslung, die ihnen andere Berufe nicht bieten. Dafür nehmen sie eine geringe Bezahlung und Arbeitszeiten in der Nacht sowie am Wochenende in Kauf.

Lockere Sprüche gehören für einen Rezeptionisten ebenso zum Repertoire wie Witze und Schlagfertigkeit. Sie helfen, Situationen aufzulockern. So wie bei dem Mann in Begleitung zweier Damen, der sich zu später Stunde an der Hotelbar profilieren wollte. Er fragte lachend nach Viagra, schließlich müsse er heute noch zwei Frauen glücklich machen. Locker entgegnete ich, wir seien keine Apotheke, doch mit einem Wein Viala sei ihm sicherlich auch schon ein wenig geholfen. Seine Begleiterinnen verzogen nur die Gesichter ob der peinlichen Vorstellung des Mannes und verließen kurz darauf ohne ihn die Bar.

Dieses Buch ist mehr als nur eine Sammlung von Anekdoten aus mehr als 20 Jahren Berufsleben in Hotels. Es sind auch Gedanken über die Arbeitsbedingungen in der Branche, über Geldgier und menschliches Fehlverhalten.

Hotels sind Spiegelbilder der Gesellschaft. Manche Gäste meinen, sich im Hotel gehen lassen zu können. Ich bin mir sicher, in ihren eigenen vier Wänden verhalten sie sich anders. Zimmerfrauen können das bestätigen. Sie müssen diese Hinterlassenschaften schließlich jeden Tag beseitigen. Für diese harte Arbeit gebührt ihnen Dank und Anerkennung.

Es sind die ungewöhnlichen Gäste und Erlebnisse, die mir im Gedächtnis geblieben sind. In Gesprächen mit Kollegen lachen wir heute über so manche Situationen. Doch diese Abwechslung macht den Beruf auch spannend und interessant. Denn einen Porsche wird ein Hotelmitarbeiter nur dann fahren, wenn er das Hotel selber als Betreiber übernimmt. Und das passiert sehr selten.

Lassen Sie sich einladen auf eine Tour hinter die Kulissen des Hotelbetriebes. Von Prominenten werden Sie allerdings nichts lesen. Das ist auch langweilig. Doch wer in seinem Hotelzimmer schon mal einen fremden Mann erlebte, der auf dem Teppich seinen Rausch ausschlief, hat auch etwas zu berichten. Und auch das darf ich schon verraten, auch die Polizei wird nicht zu kurz kommen. Und mit so manchem Gast, für den später die Handschellen klickten, habe ich noch einen längeren Plausch gehabt und ihm die Hand gereicht.

Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim Lesen.

Berlin, im Mai 2015

Rolf Netzmann

Die menschliche Ressource

Bevor ich in dieses Berufsleben einstieg, hatte ich völlig unrealistische Vorstellungen von der Arbeit in einem Hotel. Doch schon in der Ausbildung begann ich zu verstehen, diese Arbeit bedeutet zu dienen, es ist eine Dienstleistung, und zwar täglich 24 Stunden lang.

Das bedeutet eine massive Einschränkung auch der persönlichen Lebensqualität. Arbeiten am Wochenende, in der Nacht und an Feiertagen.

Wer das nicht möchte, sollte diesen Beruf nicht ausüben.

In den mehr als 20 Jahren lernte ich jedoch auch Unterschiede kennen.

Ich gebe zu, den Begriffhuman ressourcesmag ich nicht. Habe ich doch in der Vergangenheit erlebt, wie er auch ausgelegt werden kann. Die Mitarbeiter nur als Ressourcen. Wer einmal 11 Tage hintereinander gearbeitet hat, wird verstehen, was ich meine. Die Mitarbeiter sind jedoch auch Menschen. Sie sind der wichtigste Faktor, der über den langfristigen Erfolg eines Hotelbetriebes entscheidet. Ihre Ausstrahlung und ihr Auftreten sind es, die aus Gästen Stammgäste werden lassen. Sie sind das wichtigste Kapital eines Hotels und müssen gehegt und gepflegt werden. Ihre Kreativität und tägliche Einsatzbereitschaft sorgen letztendlich für den wirtschaftlichen Erfolg.