Paranormal - Rolf Netzmann - E-Book

Paranormal E-Book

Rolf Netzmann

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Beschreibung

Mystische Momente erleben wir, wenn sich Realität und Fiktion miteinander verweben. In fünf Kurzgeschichten möchte ich Sie in diese Welt der Mystik entführen. Begleiten Sie Männer in eine Welt, die sie nicht erklären können. Eine Welt, in der sie hilflos wirken und an sich zweifeln. Genießen Sie eine Reise in die dunkle Phantasie mit überraschenden Ausgängen. Ich wünsche Ihnen dabei viel Vergnügen.

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Seitenzahl: 31

Veröffentlichungsjahr: 2014

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Rolf Netzmann

Paranormal

Mystische Begegnungen

 

 

 

Dieses ebook wurde erstellt bei

Inhaltsverzeichnis

Titel

SMERT

Nachtschicht

Nur 11 Tage

Das Experiment

Emely

Impressum neobooks

SMERT

Bläuliche Rauchschwaden zogen durch den Gang. Xius rannte um die nächste Ecke. Erschöpft hielt er inne. Weiter, Weiter...hämmerten seine Gedanken. An die kalte Metallwand gepresst, bewegte er sich vorwärts. Seine klammen Finger tasteten nach der kleinen Vertiefung. Wieder fiel er über einen der leblosen Körper, aus denen unablässig Gas strömte.

Endlich hatte er die Öffnung gefunden. Wie weit entfernt nahm er das leise Zischen der Hydraulik wahr und schlüpfte geschmeidig durch die sich öffnende Tür. Den Schließmechanismus fand er sofort. Unruhig blickte sich Xius um. Er befand sich in einem glänzend weißen Raum. Seine Augen schmerzten. Die linke Gesichtshälfte war zerstochen. In kleinen Rinnsalen floss das Blut den Hals entlang

Ein Schlag, heftig und unerwartet, zwang ihn in die Knie. Das kalte Metall in seinem Rücken ließ ihn für einen kurzen Moment den Schmerz vergessen.

Vor ihm auf dem Boden sammelte sich klebriges Gelee. Xius spürte, wie ihn seine Kräfte verließen. Der nächste Schlag drückte ihn in eine andere Ecke des Raumes. Er hörte das Knacken seines Schädels.

Xius` Augen brannten wie Feuer. Aus seinem Körper strömte nun ebenfalls Gas aus.

Das graue Gelee vor ihm bewegte sich. Allmählich erkannte der Todgeweihte Buchstaben. Regungslos blickte Xius auf den weißen Boden. Seine Sinne schwanden. 

SMERT 

erkannte er und verstand den Sinn nicht.

Aus der Tiefe seiner Seele bahnte sich die Erinnerung einen Weg in das Heute. SMERT, ein Wort aus einer schon lange ausgestorbenen Sprache, hunderte Jahre alt.

Die Buchstaben flossen auf ihn zu. Sie bemächtigten sich seines Körpers. Langsam begannen sie Xius zu verschlingen.

Wie in Zeitlupe fielen kleinere Stücke seines Gehirns auf den Boden. Das graue Gelee löste sie in Sekunden auf.

Als Beobachter sah Xius zu, wie diese gallertartige Masse seine Beine aufnahm und seine Hüften umhüllte. Stumm und regungslos registrierte er, wie sein Gehirn zerfiel. 

SMERT 

Kurz vor seinem Herz stoppte das Gelee. Xius bestand nur noch aus dem Parietallappen in seinem Schädel, Halsknochen, Lungen und Herz. Er wurde eingehüllt, wie ein riesiges Tuch legte sich die Masse um ihn. Sie wirkte angenehm kühl. Von allen Seiten drang sie in ihn ein. Seine Lungenbläschen platzten. Als die Aorta vom Herz getrennt wurde, floss nicht ein Tropfen Blut. Bevor er starb, fiel ihm plötzlich die Bedeutung des Wortes ein. Alles ergab einen Sinn.  

SMERT – TOD

Nachtschicht

Wenn andere schlafen, arbeite ich.

Hinter mir läuft die Kaffeemaschine. In wenigen Minuten werde ich auf der kleinen Bank sitzen, an meiner Zigarette ziehen und das schwarze Getränk genießen.

Das Läuten des Telefons reißt mich aus meinen Gedanken. Ein kurzer Blick auf die Uhr, 2.19 Uhr.

„Ich sehe dich“,der Anrufer hat aufgelegt.

Nur durch die kleinen Fenster, vor denen Gardinen hängen, ist der Tresen der Pension einzusehen. Ich blicke mich um, gieße langsam den Kaffee in die Tasse.

Ein klirrendes Geräusch erregt meine Aufmerksamkeit. Auf den weißen Kacheln vor der Bar liegen Tausende von Glasscherben, zwischen denen die Reste des guten Chantré kleine Rinnsale bilden.

Wie von Geisterhand wird das Malheur jetzt aufgesaugt und nach wenigen Sekunden ist nichts mehr zu sehen. 

Das Läuten des Telefons lässt mich zusammenzucken.

„Dein Kaffee wird kalt und vergiss die Fluppe nicht“. Aufgelegt.

Tief inhaliere ich und gehe gedankenverloren vor die Tür. Kein einziges Licht brennt in den Wohnungen auf der anderen Seite der Straße. Wie dunkle Höhlen erscheinen sie mir.

Mit einem leisen Klacks schließt sich die Eingangstür der Pension. Entsetzt starre ich sie an. Von der Rezeption ist ein leises Summen zu vernehmen, wie ein sich nähernder Bienenschwarm. Das Telefon läutet.