60 plus - Ruhestand mit Genuss - Holger Ahrens - E-Book

60 plus - Ruhestand mit Genuss E-Book

Holger Ahrens

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Beschreibung

Für die vielleicht beste Zeit des Lebens im Ruhestand ist meine Buchreihe gedacht, die fast alle Themen rund um das Alter behandelt. Denn das Thema betrifft alle Menschen. Und bereiten wir uns gut auf das Leben im Alter vor? Wohl eher nicht. Eine Vorbereitung auf das Alter mit einer rechtzeitigen Planung und wohlüberlegten Entscheidungen ist angesichts der altersbedingten Lebensumstände und heutigen Rahmenbedingungen aber wichtiger denn je. Für die Fragen, wie und wo ich im Alter gut und selbstbestimmt leben und wie ich die mit dem Alter verbundenen Herausforderungen bewältigen kann, gibt meine Buchreihe sowohl mit meinen eigenen Erfahrungen als auch mit fachlichen Informationen viele lebenspraktische Tipps und Hinweise. Es geht vor allem um Themen, wie ein altersgerechtes Wohnen, die finanziellen Möglichkeiten, eine gute Versorgung und Pflege, die gesellschaftliche Teilhabe und ein selbstbestimmtes Leben.

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Seitenzahl: 124

Veröffentlichungsjahr: 2025

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Inhaltsverzeichnis

Vorbemerkungen

Kapitel 1 - Leben und Wohnen

1.1 Die Vorgeschichte

1.2 Entscheidung für das Stadtleben

1.3 Ein neues Leben in der Stadt

Kapitel 2 - Gesundheit / Versorgung

2.1 Die Versorgungssituation

2.2 Wohn- und Betreuungsformen im Alter

2.3 Eine Planung auch für den Betreuungs- und Pflegefall

Kapitel 3 - Finanzen und Recht

3.1 Die Altersvorsorge – Nie zu früh und selten zu spät

3.2 Eine ziemlich sichere finanzielle Vorsorge

3.3 Verfügungen für ein selbstbestimmtes Leben

Schlussbemerkungen

Anhang -

Zeitschiene Altersplanung, Eignungstest Wohnort

Vorbemerkungen

Der griechische Philosoph Sokrates soll schon vor rund 2.400 Jahren gesagt haben:

„Um im Alter sorgenfrei zu sein, muss man in der Jugend gut planen“.

Ich halte auch heute für ein gutes und selbstbestimmtes Leben im Alter eine sorgfältige Vorbereitung auf den Ruhestand als die vielleicht beste Zeit des Lebens für wichtiger denn je.

Es gibt keine beruflichen Pflichten mehr, den ganzen Tag nur Freizeit, die Kinder sind aus dem Haus, viel Zeit für mögliche Hobbys, Reisen und andere Aktivitäten. Das alles ist schön und gut, funktioniert aber nur, wenn man auch tatsächlich so leben und alles genießen kann.

Was aber ist, wenn die Gesundheit nicht mitspielt oder das Einkommen nicht reicht oder die Wohnung ungünstig liegt oder Arztpraxis, Apotheke und Einkaufsmöglichkeiten nicht zu Fuß erreichbar sind?

Und das Autofahren nicht mehr möglich ist und auch ein ÖPNV nicht oder nur selten genutzt werden kann?

Meine Frau Marion und ich beschäftigen uns seit Jahren ausgiebig mit den Fragen über das Leben im Alter. Das liegt an den eigenen familiären Erfahrungen und auch an den Erlebnissen mit anderen Paaren und Familien. Wir haben dabei auch bemerkt, dass eine fehlende oder falsche Vorsorgeplanung fatale Folgen haben kann.

Das Leben wird bekanntlich schon von Geburt an geplant. Es geht weiter mit der Schul- und der Ausbildungsplanung. Dann werden Studium und Beruf geregelt und vielleicht gibt es auch eine Familienplanung. Es können Wohnungs- und auch Hausplanung folgen und zwischendurch immer Reise- und Urlaubsplanungen und viele andere mehr.

Und wird auch an das Alter gedacht?

Nach meiner Einschätzung nur wenig und wenn, dann wird das Thema schnell wieder verdrängt. Es ist das Altern aber ein wesentlicher Teil des Lebens. Es verläuft abgesehen von Unglücks-, Krankheits- oder Todesfällen in bestimmten Stadien.

In verschiedener Hinsicht bedeutet die Zeit um das 21. Lebensjahr als „erwachsener Mensch“ einen Schnittpunkt für das Altern.

Nach der rechtlichen Definition endet damit die Zeit des Heranwachsens nach der einige Jahre zuvor erreichten Volljährigkeit. Und biologisch betrachtet altert der Mensch bereits ab 20 Jahren.

Der Alterungsprozess beginnt also schon ziemlich früh und damit auch die neue Zukunft des Lebens: Das Altern.

Diese Zukunft und Entwicklung lässt sich (noch) nicht aufhalten. Sie bringt viele Veränderungen und Herausforderungen mit sich, die sowohl körperlicher als auch psychischer oder sozialer oder finanzieller Art sein können.

Beispiele dafür haben Sie sicherlich in Ihrem persönlichen Umfeld auch schon in einer unterschiedlichen Art und Weise wahrgenommen und kennengelernt.

Das Altern ist also mit Nebenwirkungen verbunden, die sich beim Individuum Mensch unterschiedlich auswirken. Für alle gilt dabei, dass sie weder jünger noch gesünder und auch nicht intelligenter werden.

Sie können im Laufe der Jahre zwar schlauer, reifer, einsichtiger, verträglicher, reicher, lustiger oder ähnliches werden. Das ändert aber nichts am permanenten Abbau der körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit.

Es können dennoch sowohl die künftige Lebensqualität im Alter durch geeignete Vorsorgemaßnahmen verbessert als auch die negativen Auswirkungen durch ein eigenes aktives Engagement minimiert werden.

Ich halte es daher für besonders wichtig, das Bewusstsein für das Thema „Altern“ zu stärken, damit die Menschen auch aktiv werden und für sich selbst darauf mit geeigneten und persönlich passenden Maßnahmen reagieren.

Dafür soll Ihnen dieses Buch mit Beispielen, Hinweisen und Informationen die Anregungen für Überlegungen, Planungen und Entscheidungen geben, Ihr Leben auf das Alter vorzubereiten und mit den richtigen Maßnahmen auch in die Tat umzusetzen.

Nur abzuwarten und auf bessere Zeiten zu hoffen, hilft nicht wirklich. Und der Glaube, es wird schon alles gut gehen, trifft nur in ganz, ganz wenigen Ausnahmefällen zu.

Kapitel 1 – Leben und Wohnen

1.1 Die Vorgeschichte

Wie alles begann

Es ist ein sonniger Frühlingstag im Mai 2019. Meine Frau Marion und ich sitzen auf der Terrasse unseres Hauses in einem Dorf der zum Landkreis Northeim gehörenden Gemeinde Kalefeld, die neben unserem Dorf noch zehn weitere Ortschaften hat. Während wir an dies und das denken und auch über die bisherigen Jahre im Ruhestand und unsere aktuellen gesundheitlichen Probleme sowie die wieder vielen anstehenden Haus-, Grundstücks- und Gartenpflegearbeiten reden, sagt Marion spontan, dass wir doch unser Haus verkaufen und in eine Mietwohnung ziehen könnten. Dann sei alles viel einfacher.

Ich staune erst, greife dann den Gedanken auf und finde diesen irgendwie interessant und spannend.

Wir sind seit einigen Jahren im Rentenalter nicht mehr richtig zufrieden mit unserer Lebenssituation im Dorf.

Zum einen stört uns der ständige Unterhaltungs- und Pflegeaufwand des Hauses und des Gartens und zum anderen hat nach unserem Empfinden das gesellschaftliche Leben sowohl in unserem nachbarschaftlichen Umfeld als auch im gesamten Dorfbereich nicht mehr den Wohlfühlcharakter wie zu früheren Zeiten. Eigentlich wollen wir nicht wirklich bis zum Lebensende in dem für uns allein zu großen Einfamilienhaus mit einem ausgebauten Dachgeschoss und einem tausend Quadratmeter großen Grundstück leben.

Darüber hinaus haben wir durch unsere vorübergehenden gesundheitlichen Beeinträchtigungen sehr deutlich die Konsequenzen der vor Ort fehlenden Gesundheitsund Versorgungseinrichtungen wahrgenommen und damit die Abhängigkeit von einem Auto oder einem ähnlichen Fortbewegungsmittel. Ohne diese wären wir aufgeschmissen und notfalls von fremder Hilfe oder kostenpflichtigen Fahrdiensten abhängig.

Wir wollen unseren Kindern nicht zumuten, dass sie sich um ihre alten Eltern kümmern und ihnen helfen müssen. Das mag in einer Großfamilie oder in einem landwirtschaftlichen Familienbetrieb etwas anders sein. Unsere Kinder würden sich auch kümmern, doch wollen wir das nicht. Marion und ich wollen für uns selbst entscheiden, wie und wo wir im Alter die letzten Jahre auch im Fall eines Hilfe-, Betreuungs- oder Pflegebedarfs leben wollen.

Das geht aber nur in einer größeren Stadt mit einer besseren Auswahl an passenden Versorgungs-, Betreuungs- und Pflegeangeboten.

In einer solchen Situation kommen die Fragen nach möglichen Veränderungen gerade recht. So entschließen wir uns – kurz gesagt – unser Haus zu verkaufen und in die nächste Großstadt zu ziehen. Wir haben jetzt vierzig Jahre in unserem Haus gelebt und mit dieser Zeit in unserem Dorf waren die schönsten Jahre unseres Lebens verbunden.

Eine Vermietung des Hauses, eine Immobilienrente, ein Rückmietverkauf oder ähnliches sind für uns keine Option, da wir weiterhin mit dem Haus und den Rechtsfolgen irgendwie verbunden wären.

Es dauert nicht lange und wir befinden uns in der niedersächsischen Landeshauptstadt Hannover.

Mit dem sprichwörtlichen Sprung ins kalte und tiefe Wasser sind wir nun in unserem neuen Leben gelandet. Die ganze Geschichte mit dem Verkauf des Hauses und dem Umzug sowie den ersten Schritten in der neuen und ungewohnten Umgebung wird in meinem Buch „KOMM – Wir ziehen in die Stadt“ erzählt, das im April 2023 veröffentlicht worden ist.

Fünf Jahre später

An einem leicht verregneten Wochentag im Februar 2024 gehen Marion und ich ein paar Schritte zur Bushaltestelle in der Nähe unserer Wohnung in Hannover und fahren mit einem Bus zum Hauptbahnhof. Dort treffen wir uns mit einem ehemaligen Kollegen und seiner Frau sowie der Witwe eines Kollegen, die zusammen mit der Bahn aus dem Südharz angereist sind.

Wir hatten uns mit ihnen schon vor längerer Zeit zu einem Treffen verabredet, das aber zweimal verschoben werden musste. Nun gehen wir mit ihnen eine Runde durch die Innenstadt und dann in eine Lokalität, in der wir über dieses und jenes reden. Dabei kommt auch das Thema „Wohnen im Alter“ zur Sprache, als ich den Kollegen direkt frage, ob er schon konkret darüber nachgedacht habe.

Das habe er, ist seine Antwort. Er denke vor allem an das Haus, das mit einem größeren Garten unterhalten und gepflegt werden müsse, was er im weiteren Alter nicht mehr im erforderlichen Umfang leisten könne.

Es müsse dann für jede Arbeit jemand gefunden und bezahlt werden. Das bereite ihm Sorgen und so habe er sich bereits über ein am Rand der nahegelegenen Stadt geplantes Wohnprojekt einer gemeinnützigen Wohnungsbaugesellschaft erkundigt.

Dort soll ein kleinerer Wohnkomplex mit altersgerechten Wohnungen verbunden mit Hilfsangeboten, wie einem Fahrdienst, geschaffen werden.

So etwas könne er sich nach einem Verkauf des Hausgrundstücks gut vorstellen, was aber noch nicht auf Gegenliebe bei seiner Frau stoße, die sich dazu noch nicht entschließen könne. Auf meine Frage, wie lange sie noch warten wollen, antwortet er mit einem Schulterzucken.

Ein ähnliches Problem hat auch die uns gut bekannte Witwe mit ihrem Zweifamilienhaus, in dem sie seit dem Tod ihres Mannes allein wohnt. Die beiden Söhne sind weiter weg und keiner will das Haus übernehmen. Die Problematik mit ihren Überlegungen will sie schon seit längerer Zeit mit ihren Söhnen besprechen. Dazu ist es bisher aber noch nicht gekommen. Das Haus verkaufen wolle sie auf jeden Fall, meint sie dazu, jedoch wisse sie das Weitere noch nicht genau.

Es komme sowohl eine Mietwohnung im nah entfernten Stadtzentrum infrage als auch ein Umzug in die Nähe des einen Sohnes mit seiner Familie. Es ist also auch in diesem Fall das Problem erkannt, aber noch keine Regelung und Lösung in Sicht.

Diese beiden Beispiele mit Menschen aus Kleinstädten und deren Ortschaften mit einem eher dörflichen Charakter zeigen eine Problematik, die so oder in einer ähnlichen Art und Weise überall vorkommen kann, sich aber mehr oder weniger auch verhindern lässt.

Die Menschen müssen sich nur mit den bereits absehbaren und auch möglichen Schwierigkeiten im Alter rechtzeitig beschäftigen und dabei mit praktischen sowie rechtlichen Entscheidungen und Regelungen vorsorgen.

Es hilft nichts, ewig abzuwarten und auf die Entscheidungen anderer zu hoffen, die dann nicht den eigenen Vorstellungen und Wünschen entsprechen müssen. Dann hat man, wenn andere die Dinge für einen regeln müssen, als Mensch im Alter kein selbstbestimmtes Leben mehr.

Marion und ich kennen aus unserem Bekanntenkreis noch mehrere Beispiele von Haushalten mit Witwen oder Witwern sowie Paare mit einem Betreuungs- oder Pflegebedarf. Diese sind mit ihren Lebensumständen nicht wirklich zufrieden. Daran lässt sich jetzt nicht mehr viel ändern. Wenn der eine Teil in einem auswärtigen Pflegeheim lebt und der andere Teil in der bisherigen Wohnung bleiben will, ist das nicht die Situation, die Marion und ich uns für unsere letzte Zeit des Lebens vorstellen. Wenn es aber anders kommen sollte, können wir das nicht ändern. Wir haben aber abgesprochen und geregelt, wie der überlebende Teil dann sein weiteres Leben gestalten kann.

Alles Weitere muss dem Lauf des Lebens überlassen bleiben.

Ich kann die Menschen verstehen, die darauf hoffen, so lange wie möglich in ihrer bisherigen und vertrauten Lebensumgebung bleiben zu können. Das mag in wenigen Fällen auch gelingen, führt jedoch häufiger zu Situationen, in denen die verbleibende Zeit bis zum Lebensende anders verläuft als gedacht.

Das mag auch daran liegen, dass es in der ländlichen Umgebung unser früheren Gemeinde und auch im Bereich der nächsten Kleinstädte für die unterschiedlichen Wohnund Pflegebedarfe kaum passende Betreuungsangebote gibt.

Als Alternative in einem Betreuungs- oder Pflegefall ist dort nur die Möglichkeit einer vollstationären Unterbringung vorhanden. Die Frage lautet dann: Pflegeheim oder Betreuung zu Hause? Und die weitere Frage stellt sich bei einer häuslichen Pflege: Wer stellt diese neben dem ambulanten Pflegedienst ergänzend rund um die Uhr sicher?

Die Menschen, die auf dem Land leben, haben im Alter kaum eine Auswahl an Möglichkeiten des Betreuten Wohnens, einer Wohngemeinschaft, eines Mehrgenerationenhauses, eines Seniorenwohnheimes, eines Altenwohnzentrums oder einer Hauspflegegemeinschaft. Auf die möglichen Wohnformen im Alter gehe ich im Kapitel 2.2 ausführlicher ein.

Und was ist mit unserer alten Heimat?

Die Bevölkerungssituation wird in den ländlichen Bereichen nicht besser. Die im Landkreis Northeim gelegene Gemeinde Kalefeld, in der wir zuletzt vierzig Jahre lebten, hat mit einer Einwohner-zahl von knapp über 6.000 in elf Ortschaften in den zehn Jahren von 2011 bis 2021 einen Bevölkerungsrückgang von über 8% zu verzeichnen.

Dabei allein in der zweiten Hälfte des Zeitraumes einen Verlust von 5%. Diese Daten sind aus dem „Wegweiser Kommune“ von der Bertelsmann-Stiftung ( Quelle: www.wegweiser-kommune.de/daten).

Wenn diese Entwicklung sich so fortsetzt, leben in dem Gemeindebereich Kalefeld mit elf Ortschaften dann in hundert Jahren rechnerisch keine Menschen mehr. Das ist aber nur ein Rechenbeispiel und berücksichtigt keine Geburten oder Zuzüge.

Mit diesem Bevölkerungsverlust kann sogar meine Geburtsstadt Osterode am Harz, in der ich 45 Jahre berufstätig war, nicht „mithalten“, die auf minus 3 % kommt und in einem Beitrag zum Thema „Landflucht“ im Magazin „WELT“

(www.welt.de/wirtschaft/article145422951) aus dem Jahr 2015 als die deutsche Stadt bezeichnet wird, die am schnellsten stirbt.

Auf dem Internetportal YouTube ist ein Video über die Stadt Osterode am Harz mit dem Titel „Die 80er in Osterode“ zu sehen, in dem die heutige Stadt mit der Zeit der 80er Jahre und den damaligen Geschäften und Lokalitäten verglichen wird. Nach dem Videokommentar seien die heutigen traurigen Zustände nicht mehr mit der seinerzeitigen tollen Zeit vergleichbar.

Auch das ist ein Beispiel für den Zerfall von Innenstädten, wenn nicht rechtzeitig von den verantwortlichen Stellen gegengesteuert wird. Es dürfte noch viele andere Städte mit ähnlichen Entwicklungen geben.

Es ist nach meinem Eindruck im Bereich unserer ehemaligen Wohnsitzgemeinde leider so, dass sich die Politik und die Verwaltung auf die demografische Entwicklung mit einem immer höheren Anteil der älteren Bevölkerung nicht besonders oder nur wenig vorbereitet und eingestellt haben.

Nach meinen Informationen gibt es im Landkreis Northeim weder eine behördliche Altenhilfeplanung noch einen politisch beschlossenen Seniorenplan. Mit ist bekannt, dass diese andernorts schon seit vielen Jahren vorhanden sind und auch regelmäßig aktualisiert werden.

Manche Planungen sind für die Kommunen gesetzlich verpflichtend, wie eine Jugendhilfeplanung, Bauleitplanung oder Schulentwicklungsplanung. Eine Altenhilfeplanung dagegen ist nur eine freiwillige Aufgabe. Das sollte die Menschen aber nicht davon abhalten, sich selbst auf das spätere Leben vorzubereiten und sich mit dieser Zeit des Lebens, die ungefähr ein Drittel der normalen Lebensdauer ausmacht, sorgfältig zu beschäftigen.

Landleben oder Stadtleben

Mir liegt fern, alle Menschen von dem Leben in einer größeren Stadt zu überzeugen. Ich möchte vielmehr erreichen, dass sich die Menschen mit den auf sie zukommenden Problemen im Alter, wie mit den möglichen körperlichen Beeinträchtigungen, gesundheitlichen Schwierigkeiten und sonstigen Einschränkungen im Alltag rechtzeitig beschäftigen und sich darauf vorbereiten.

Es gibt viele Beispiele in der Literatur, dem Fernsehen oder in den sozialen Medien, die sich mit dem Thema Landleben oder Stadtleben beschäftigen. Es sprechen viele Gründe für das eine und viele Gründe für das andere.

Die Entscheidung wo ich leben will, hängt von individuellen Vorlieben und vielleicht auch bestimmten Umständen ab, die aber alle ganz persönlicher Natur und damit Einzelfallentscheidungen sind.

Dabei sollte man sich nicht von den Meinungen anderer leiten lassen, sondern nur von den persönlichen Bedürfnissen und den eigenen Einschätzungen sowie den Erwartungen an die wichtigen Dinge des Lebens.

Ich finde allerdings schon wichtig, die allgemein gültigen Empfehlungen und Hinweise für ein gutes und selbstbestimmtes Leben im Alter zu beachten.

Es hat unsere Entscheidung für das Stadtleben aber noch einen von uns bisher nicht berücksichtigten ökologischen Effekt.