80 Days - Die Farbe der Begierde - Vina Jackson - E-Book

80 Days - Die Farbe der Begierde E-Book

Vina Jackson

4,6
2,99 €

oder
Beschreibung

Summer und Dominik haben sich nun in New York niedergelassen, wo sie versuchen, als Paar zu leben. Beide sind nicht daran gewöhnt, mit jemandem zusammen zu wohnen, und beide sind mit ihren Rollen der Unterwerfung und Dominanz beschäftigt. Summers musikalisches Talent wird erkannt und gefördert, und ein Dirigent empfielt ihr, eine Solokarriere zu starten. Da taucht ein früherer Liebhaber von Summer auf und erpresst sie mit kompromittierenden Fotos. Also akzeptiert sie, hinter Dominiks Rücken an einer Gruppensexparty teilzunehmen. Auch Dominik ist zufällig eingeladen. Zuerst sind beide schockiert. Doch dann genießen sie es umso mehr, was sie tun und beim anderen beobachten. Kurz darauf trennen sich ihre Wege. Doch Summer, die nun dem Sex völlig abschwört, kann Dominik und ihre gemeinsamen erotischen Abenteuer nicht vergessen.

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Seitenzahl: 442

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Die Originalausgabe erschien 2012 unter dem Titel »Eighty Days Blue« bei Orion Books Ltd, London.

2. Auflage

Copyright © 2012 by Vina Jackson

Copyright © der deutschsprachigen Ausgabe 2012

by carl’s books, München,

in der Verlagsgruppe Random House GmbH

Umschlaggestaltung: semper smile, München

Satz: Uhl + Massopust, Aalen

ISBN: 978-3-641-09891-9www.carlsbooks.de

1

AUSTERN AM ABEND

Mitten im Grand Central Terminal küsste er mich.

Er küsste mich wie ein Liebender – kurz, sanft und zärtlich, erfüllt von den Erinnerungen an einen Tag seliger Selbstvergessenheit, aber auch in dem Bewusstsein, dass uns nur noch eine gemeinsame Nacht in New York blieb. Über die Vergangenheit oder über die Zukunft hatten wir kein Wort verloren. Zu heikel, das Thema. Diese Tage und Nächte fielen einfach aus dem Rahmen der Realität, die man am besten vergaß, da sie einen ohnehin irgendwann wieder einholen würde.

In den nächsten vierundzwanzig Stunden aber würden wir nichts weiter sein als Liebende, ein ganz gewöhnliches Paar wie viele andere.

Noch eine Nacht und noch ein Tag in New York. Was danach geschah, stand in den Sternen.

Es schien passend, dass wir einen Teil unserer letzten Stunden im Grand Central verbrachten, einem meiner Lieblingsorte in dieser Stadt. Hier begegnen sich nicht nur Vergangenheit und Zukunft, sondern auch all die unterschiedlichen Elemente, die New York ausmachen – Reich und Arm, Punks und Broker von der Wall Street, Touristen und Pendler, kurz vereint, wenn sie auf dem Weg zu irgendeinem Ziel in ihrem Leben durch den Bahnhof hasten, um ihren Zug zu erwischen.

Wir befanden uns in der Haupthalle in der Nähe der berühmten nach vier Seiten zeigenden Uhr. Nach unserem Kuss hob ich den Kopf und sah mich um, wie ich es immer tat, wenn ich hier stand. Mir gefielen die hohen Marmorpfeiler als Stützen der Gewölbebögen und das Deckengemälde mit dem Sternenhimmel und den Tierkreiszeichen, die spiegelverkehrt gemalt waren, wie sie ein Engel oder Außerirdischer sehen würde, der aus den Tiefen des Weltalls auf die Erde blickt.

Das Bauwerk erinnerte mich an eine Kathedrale, nur dass ich angesichts meines gespaltenen Verhältnisses zur Religion weit mehr Zutrauen in die Kraft der Eisenbahn hatte, einem Symbol des nie versiegenden Strebens der Menschheit, zu immer neuen Horizonten aufzubrechen. Chris, mein bester Freund in London, sagte immer, man kenne eine Stadt erst dann richtig, wenn man mit ihren öffentlichen Verkehrsmitteln gefahren sei, und das galt sicher erst recht für New York. Im Grand Central kam alles zusammen, was ich an Manhattan liebte: Er war voller Verheißungen und geladen mit der pulsierenden Energie der dahineilenden Reisenden, ein wahrer Schmelztiegel von Menschen im Aufbruch. Die reich verzierten goldenen Kronleuchter verkündeten jedem Passanten, dass irgendwo hoch droben das Glück auf ihn wartete, auch wenn er jetzt nur noch einen Penny in der Tasche hatte.

In New York geschieht einem Gutes, das ist die Botschaft des Grand Central. Wenn man nur hart genug arbeitet, wenn man seine Träume in den Ring wirft, dann wird es das Schicksal eines Tages gut mit einem meinen und einem eine Chance bieten.

Dominik nahm meine Hand und zog mich durch die Schar der Menschen zu einer Passage, die in das Untergeschoss und in die Flüstergalerie führte. In London hatte ich es nie geschafft, mir einmal die Flüstergalerie in der St. Paul’s Cathedral anzusehen. Das gehörte zu der ellenlangen Liste der Dinge, die ich schon immer einmal machen wollte.

Dominik bat mich, in der Ecke vor einem Pfeiler unter der niedrigen Bogendecke stehen zu bleiben, und rannte zur gegenüberliegenden Ecke.

»Summer«, sagte er leise. Seine Stimme drang aus dem Pfeiler klar wie Glockenklang, als würde die Wand zu mir sprechen. Ich wusste, dass es mit der Architektur zusammenhing – die Schallwellen wurden offenbar über die Bogendecke von einer Säule zu der ihr gegenüberliegenden getragen – und dass nicht mehr dahintersteckte als eine kleine akustische Besonderheit. Trotzdem fand ich es irgendwie unheimlich. Dominik stand etwa fünfzehn Meter von mir entfernt und hatte mir den Rücken zugekehrt, wie konnte er mir da direkt ins Ohr flüstern?

»Ja?«, murmelte ich.

»Später will ich dich noch einmal lieben.«

Ich lachte, drehte mich um und sah zu ihm hinüber. Dominik grinste mich schelmisch an.

Er verließ seinen Platz, kam zu mir, nahm meine Hand und zog mich wieder in seine Arme. Sein Körper war angenehm fest, und weil er fast dreißig Zentimeter größer war als ich, konnte ich meinen Kopf an seine Schulter legen, selbst wenn ich Pumps trug. Dominik war nicht muskulös, er besuchte keine Sportstudios, oder zumindest hatte er das nie erwähnt, besaß aber einen schlanken, athletischen Körper und die geschmeidigen Bewegungen eines Menschen, der sich wohlfühlt in seiner Haut. Dieser New Yorker Spätsommertag war heiß gewesen, mit einer Sonne so grell und stechend, dass man auf dem Pflaster Spiegeleier hätte braten können. Es war noch immer schwül, und obwohl wir vor unserem Aufbruch aus Dominiks Hotel geduscht hatten, spürte ich durch sein Hemd, wie erhitzt er war. In seiner Umarmung fühlte ich mich eingehüllt wie von einer warmen Wolke.

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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