A Royal Pain - Sarah Fiebig - E-Book

A Royal Pain E-Book

Sarah Fiebig

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Beschreibung

Nach dem Tod seines Vaters muss Ethan das Familiengeschäft übernehmen. Eine Aufgabe, auf die er nie vorbereitet wurde. Verbunden mit einem Titel, den er nie wollte. Er muss an den englischen Hof reisen, um seinen Verpflichtungen dort nachzukommen. Schweren Herzens lässt er dafür sein geliebtes Zuhause zurück und alle die ihm etwas bedeuten. Seine Mutter Seinen Geliebten, Oscar. Die erste Begegnung mit der Königin stellt Ethans Leben ein wenig auf den Kopf, als sie ihm einen neuen Kammerdiener zuteilt. Und mit einem Mal muss Ethan sich nicht nur mit dem Handelsgeschäft seiner Familie auseinandersetzen, sondern auch mit seinen Gefühlen für Oscar ... Und Sebastian ...

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Seitenzahl: 237

Veröffentlichungsjahr: 2018

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A Royal Pain

A Royal Pain01020304050607080910111213 - A perfect day14 - FamilieImpressum

A Royal Pain

Big Leo SisStory by Sarah Fiebig1. Ausgabe 2018Coverart by Marina Böyngemail: [email protected]: www.bigleosis.com

01

Es war einer dieser Morgen, die einen unspektakulären Tag versprachen. Ethan hatte ein wenig länger geschlafen als üblich, ehe er sich aus dem Bett quälte, sich anzog und aus seiner Kammer nach unten ging, um mit seiner Mutter im Garten zu frühstücken. Es war einer der ersten warmen Frühlingstage und die Sonne kämpfte sich bereits in den frühen Stunden des Vormittags durch den dichten englischen Nebel. Olivia, seine Mutter, war eine bildhübsche Frau. Selbst mit ihren 45 Jahren, die man ihr keineswegs ansah. Sie hatte das selbe rotbraune Haar wie ihr jüngster Sohn und sanfte braune Augen, die sie selbst jetzt noch geschickt bei ihrem Gatten einsetzte, wenn sie etwas haben wollte. Olivia stammte aus einer reichen englischen Familie und war mit fünfzehn Jahren aus politischen Gründen mit Thomas verheiratet worden. Sie hatte Ethan einst erzählt, dass sie nach anfänglichen Schwierigkeiten gelernt hatte, den fünf Jahre älteren Mann zu lieben und er und Joshua die Krönung dieses Glücks gewesen waren. Sein Vater Thomas besaß eine großgewachsene Statur, welche auf ein athletisches Aussehen in jungen Jahren schließen ließ. Sein einst dunkelblondes Haar war in den letzten Jahren ergraut und über seine Stirn zogen sich tiefe Falten. Er war ein eher verschlossener Charakter und ein wahrer Geschäftsmann, der das Haus Rhoeas mit einem erfolgreichen Gewürzhandel zu seinem Namen und Status verholfen hatte. Auf Grund der guten Vorhersage für den Tag war Thomas am frühen Morgen mit seinen Leuten zur Jagd aufgebrochen und würde vermutlich vor dem Abend nicht zurück sein. Er hatte Ethan gefragt, ob er ihn begleiten wollte, doch er hatte abgelehnt. Die Jagd war noch nie ein Zeitvertreib für ihn gewesen und er war es Leid, ständig mit Joshua verglichen zu werden, wenn er seinen Vater doch einmal begleitete. Somit hatten er und Olivia einen ruhigen Tag vor sich und konnten die nötigen Arbeiten am, um und im Haus überwachen. Die Gemüsebeete mussten neu angelegt und bepflanzt, sowie die Obstbäume und -sträucher geschnitten werden, damit sie im Sommer genügend Ertrag für den gesamten Haushalt abwarfen. Ebenso gab es ein paar Ausbesserungsarbeiten am Dach und der Fassade zu erledigen. Ethan hatte auch das Mähen des Grases in Auftrag gegeben, damit dieses wieder schön nachwachsen und das erste Heu für die Pferde in den Stall gebracht werden konnte. Seine Mutter hatte den großen Frühjahrsputz für heute geplant, weswegen sich Ethan dazu bereit erklärt hatte, die Arbeiten draußen zu überwachen. Er wollte den Damen schließlich nicht im Weg stehen. Und Ethan war handwerklich einfach geschickter, als mit einem Putzlappen, und übernahm aus diesem Grund gern die Arbeiten für draußen. Der Winter war streng gewesen und es musste frisches Brennholz geschlagen werden. Ethan beauftragte seine Männer damit. Sie wollten schließlich nicht an den noch frischen Frühlingsabenden frieren. Es war eine raue Zeit in der sie im Moment lebten. Das Land war noch immer unruhig nach den letzten Kämpfen um die Vorherrschaft der Krone, welche zu Gunsten von König James und Königin Mary ausgegangen waren, und die Bevölkerung erholte sich nur langsam nach dem letzten Ausbruch der Pest. Diese abscheuliche Krankheit hatte beinahe zwei Drittel ihres Dorfes ausgelöscht, zu welchem das Anwesen gehörte. Der größte Teil der Opfer waren Kinder, Frauen und Alte gewesen und Ethan hatte geholfen, sie in den Gräbern vor dem Dorf zu vergraben. Er würde nie den Anblick ihrer ausgemergelten und geschundenen Körper vergessen, gezeichnet von den schrecklichen Malen, welche die Krankheit auf ihnen hinterlassen hatte. Ihr Haus hatte vielen Waisen nach dem Ende der Seuche als Unterkunft gedient, bis ihre nächsten Verwandten ausgemacht worden waren. Seine Mutter hatte in dieser Zeit ein großes Herz bewiesen, auch wenn ihres noch immer schwer vom Tod ihres ältesten Sohnes war. Sein Bruder Joshua war der Erstgeborene im Haus Rhoeas gewesen, der Erbe des Titels, des Anwesens und der gesamten Ländereien, welche sie besaßen. Joshua war drei Jahre älter gewesen als Ethan und im Wissen seiner späteren Aufgabe erzogen worden. Er hatte seinen Vater bereits früh an den königlichen Hof in London begleitet, um das Leben dort kennen zu lernen. Er hatte Ethan oft davon erzählt. Von den Machenschaften, den Intrigen, den Menschen die unablässig nach Macht und Höherem strebten und vor nichts zurückschreckten um dieses zu erlangen. Ethan hatte sich früh geschworen, dass er diesen Ort niemals betreten würde. Er hatte schließlich ein gutes Leben auf dem Manor. Thomas hatte Joshua, je älter er wurde, mit immer mehr Aufgaben betraut und hatte ihn im letzten Jahr auf eine Reise geschickt, um in Genua neue Handelsverträge für Pfeffer auszuhandeln. Die Verträge hatten sie vor wenigen Monaten erreicht, zusammen mit Joshuas Leichnam. Er hatte sich mit einem Fieber infiziert und war während der Rückreise daran gestorben. Es hatte ihre Familie in eine tiefe Krise gestoßen, denn Ethan hatte sich plötzlich mit der Tatsache konfrontieren müssen, in die Fußstapfen seines Bruders zu treten. Mit einem Mal war er der Erbe des Hause Rhoeas gewesen und musste all die Dinge, welche sein Bruder über ein Leben lang gelernt hatte, in wenigen Monaten beherrschen. Sein Vater hatte mehr als einmal die Geduld mit ihm verloren und ihn als unwürdig beschimpft, den Titel des Dukes jemals zu tragen. Das er sich einen neuen Erben suchen würde und den Titel lieber verkaufte, als ihn an Ethan zu übergeben. Seine Mutter hatte sich in dieser Zeit als große Stütze erwiesen. Sie hatte Joshua genauso geliebt, wie sie Ethan liebte. Aber er hatte ihr nie gehört, im Gegensatz zu Ethan, welcher sie nie hatte verlassen müssen oder fern ab von ihr erzogen worden war. Thomas hatte es nur einmal gewagt, Ethan als verweichlicht und schwach zu bezeichnen, weil ihm die harte Hand seines Vaters all die Jahre über gefehlt hatte. Ethan hatte seine Mutter noch nie so wütend erlebt, wie an diesem Tag. Sie hatte Thomas angeschrien, hatte ihm vorgeworfen Joshua immer bevorzugt und Ethan nie eine Chance gegeben zu haben. Ja, er war unter ihrer Obhut aufgewachsen. Ja, sie hatte ihm die Werte gelehrt, welche sie von ihren Eltern vermittelt bekommen hatte. Ja, sie war froh, dass ihr wenigstens ein Sohn geblieben war. Aber Thomas sollte sich nie wieder trauen, sie als schwach oder verweichlicht zu bezeichnen, nur weil sie eine Frau war. Sie kümmerte sich schließlich in seiner Abwesenheit um den Haushalt und die Geschäfte hier und er hatte in den 30 Jahren ihrer Ehe nie etwas auszusetzen gehabt. Es schien, als hatte sich Thomas die Worte seiner Frau zu Herzen genommen, denn von diesem Moment an behandelte er Ethan mit etwas mehr Respekt. Auch wenn das Verhältnis zwischen ihnen noch immer angespannt war. Ethan widmete sich mit zwei der Angestellten als erstes den Beeten. Die Erde musste ausgetauscht und aufgehackt werden, ehe sie die frische Saat ausbringen konnten. Es war eine körperlich anstrengende Arbeit, aber das hatte er noch nie gescheut und er fand es gut, denn es motivierte auch die Angestellten in ihrem Haus, wenn die Herrschaften selbst Hand mit anlegten. Gegen Mittag brachte ihnen eine der Mägde einen deftigen Eintopf, damit sie wieder Kraft schöpfen konnten und sie saßen zu dritt unter einem der Apfelbäume im Garten und scherzten. Ethan genoss dieses einfache Leben sehr und wünschte sich manchmal, lieber in eine bescheidenere Familie geboren worden zu sein. Es würde für ihn kein leichtes werden, das Erbe seines Bruders und später einmal das seines Vaters fortzuführen. Er besaß die nötige Ausbildung, hatte sich vieles von seiner Mutter abgeschaut und wusste, wie er die Geschäfte zu führen hatte. Aber es war einfach nicht das Leben, dass er sich in seinen jungen Jahren ausgemalt hatte. Nach dem Mittagessen ließ Ethan die beiden Männer allein, um nach den Arbeiten auf dem Dach zu sehen. Einige der Schnindeln mussten erneuert werden und er stieg über eine Leiter nach oben. Der beauftragte Zimmerer klärte Ethan über das Vorankommen auf und zeigte ihm die Latten, welche auf dem Dach erneuert werden mussten, damit dieses nicht einstürzte. „Bessert Sie ebenfalls aus,“ wies er den Mann an. „Wir müssen sie so oder so austauschen lassen. Warum noch ein Jahr damit warten?“ Der Zimmerer nickte und wies seine Gehilfen an, die benötigten Balken zu holen. „Es wird nicht mehr Zeit in Anspruch nehmen, als der Austausch der Schindeln,“ erklärte der Mann. „Aber die Latten sind zu morsch, um noch ein Jahr damit zu warten. Es ist eine gute Entscheidung. Euer Vater wird mit Sicherheit zufrieden sein.“ Ethan nickte. Jedoch bezweifelte er, dass sein Vater mit seiner Entscheidung einverstanden wäre. Es waren unnötige Kosten, die noch ein Jahr hätten warten können. Niemand musste unterm Jahr aufs Dach und selbst die Schornsteinfeger konnte man anweisen, diesen Bereich zu meiden. Ethan jedoch war das Risiko einfach zu hoch. Er stieg die Leiter wieder nach unten, als ein aufgeregter Küchenjunge über den Rasen auf ihn zugelaufen kam. „Master Ethan! Kommt schnell! Gerade kam ein Bote an, der dringende Nachrichten für euch und eure Mutter hat!“ Ethans Augenbraue wanderte nach oben. Welche dringende Nachricht konnte ein Bote für ihn und seine Mutter bringen? Er schüttelte den Kopf, vermutlich war es nur wegen irgendeiner Lappalie. „Bring mich zu ihm Elias. Wollen wir uns mal anhören, was der werte Herr so dringendes für uns hat.“ Ethan folgte dem Jungen und wusch sich in einer nahen Tonne noch schnell den Dreck von den Händen, ehe er das Haus betrat. Elias huschte geschwind durch die Küche und Ethan wunderte sich nicht zum ersten Mal, wann er seine Gelenkigkeit eingebüßt hatte, da er sich an zwei Kanten stieß und leise fluchte. Der Junge führte ihn in den großen geräumigen Wohnraum, in welchem seine Mutter auf einem der Sofas saß und ziemlich bestürzt wirkte. „Nun, was gibt es so dringendes, dass man mich von der Arbeit am Haus fern hält?“ meinte Ethan. Der Bote verneigte sich vor ihm und nahm seinen Hut ab. „MyLord, man hat mich mit Nachricht über euren Vater geschickt. Es tut mir Leid, euch über den Tod von Lord Thomas Grey zu unterrichten. Sein Pferd scheute während der Jagd und der Duke stürzte von seinem Hengst. Er schlug mit dem Kopf auf einem Ast auf, welcher am Boden lag.“ Ethan hatte das Gefühl, seine Welt würde aufhören sich zu drehen. Sein Vater war … tot? Aber … das … das war unmöglich. Er war doch heute Morgen noch völlig gesund gewesen und es war nicht das erste Mal, dass er von einem Pferd gefallen war. Er war ein exzellenter Reiter und … kein Ast am Boden konnte das Leben des Duke of Rhoeas beenden! Was sollte nun aus ihnen werden? Was würde aus seiner Mutter werden? Was …. „Wir danken dir für dein schnelles Kommen und das du die schwere Bürde auf dich genommen hast, uns vom Tod meines geliebten Mannes zu unterrichten.“ Die Stimme seiner Mutter riss Ethan aus seinen Gedanken. „Geh in die Küche und lass dir von Rose etwas zu Essen geben, um dich für deine weitere Reise zu stärken.“ „Habt Dank MyLady.“ Der Reiter verneigte sich erneut und ließ Olivia und Ethan allein zurück. Sie trat einen Schritt auf Ethan zu und schloss ihn in ihre Arme. Ethan zitterte am ganzen Leib und er erwiderte die Geste seiner Mutter, drückte sie fest an sich. „Ich weiß, dass das nicht der ideale Zeitpunkt ist und das wir uns noch ein wenig mehr Zeit für dich gewünscht haben. Aber du musst mir jetzt zuhören Ethan!“ Olivia drückte ihn von sich weg und sah ihm ernst in die Augen. „Dein Vater ist tot und das ist tragisch und schrecklich, aber wir müssen uns mit dieser Situation abfinden und da Joshua auch nicht mehr unter uns weilt, ist es nun an dir, das Haus Rhoeas zu repräsentieren. Du wirst in die Fußstapfen deines Vaters treten müssen, ob du dich dafür bereit fühlst oder nicht. Du bist mein Sohn Ethan und ich weiß, welches Potential in dir steckt, dass hast du mir in den letzten Jahren zur Genüge bewiesen. Du musst dich jetzt zusammenreißen und dich dieser schweren Aufgabe stellen!“ Sie schüttelte Ethan ein wenig. „Du bist nun der Duke of Rhoeas und der Herr dieses Hauses! Mach mich stolz!“ Die letzten Worte hatte sie so leise gesprochen, dass niemand außer ihnen sie hören konnte. Olivia legte ihre Hand kurz an Ethans Wange, ehe sie sich wieder fasste. „Wir müssen den Haushalt von Thomas Ableben unterrichten und Vorbereitungen für seine Beerdigung treffen.“ Ethan nickte schwach. „Natürlich Mutter …“ Ethan fühlte sich verloren und wünschte sich heute zum ersten Mal seit langem, die Zeit um ein halbes Jahr zurückdrehen zu können. Er wünschte sich seinen großen Bruder zurück, da dieser mit Sicherheit gewusst hätte, was man in dieser Situation zu tun hatte und wie man damit umging. Ethan fühlte sich … schrecklich. „Ich werde mich ein wenig zurückziehen,“ sagte er leise zu seiner Mutter. „Ich fühle mich nicht wohl.“ Er wartete nicht auf ihre Antwort, sondern wandte sich ab und ging in den ersten Stock nach oben in seine Kammer. Ethan verschloss die Tür hinter sich und ließ sich in sein frisch gemachtes Bett fallen. Sein Vater war tot … Ethan konnte sich nicht dazu bringen, weiter zu denken, denn immer wieder kehrte er zu dieser Tatsache zurück. Er hatte einen Elternteil verloren. Und auch wenn Thomas sicher nicht den größten Platz in seinem Leben eingenommen hatte, so hatte er doch gute Momente mit ihm verbracht. Er hatte Ethan sein erstes Pferd geschenkt, hatte ihm das Reiten und das Jagen beigebracht, als er gerade sechs Jahre alt geworden war. Er hatte mit Ethan und Joshua Ball gespielt, hatte sie stets mit Geschenken bedacht, wenn er von einer seiner Reisen nach Hause gekommen war. Thomas hatte ihm seine Werte ebenso vermittelt, wie Olivia es getan hatte und er erachtete beide als äußerst wichtig. Ethan hatte es ihm nie übel genommen, dass er Joshua  im Bezug auf den Gewürzhandel und den Titel den Vorzug gegeben hatte, schließlich war es das Schicksal seines Bruders gewesen und nicht seines. Und mit einem Mal war es vor knapp einem halben Jahr sein Schicksal geworden. Und Ethan hatte vom ersten Moment an damit gehadert. Denn er hatte das nie gewollt. Niemals …~*~ Die nächsten Tage lagen für Ethan hinter einem Schleier aus Trauer, Unverständnis und Leidenschaft. Er trauerte aus tiefsten Herzen um seinen Vater und erlaubte es sich, auch noch einmal um Joshua zu trauern und seinen Gefühlen freien Lauf zu lassen. Ebenso herrschte Unverständnis in ihm darüber, wie dieser Unfall hatte passieren können. Sein Vater war ein ausgezeichneter Reiter. Ethan kannte niemanden, der so gut war wie Thomas oder der es an Geschwindigkeit und Geschicklichkeit mit ihm aufnehmen konnte. Und dann scheute sein Pferd, vermutlich vor einem lauten Geräusch oder einem Tier, dass konnte ihnen niemand genau sagen und ein großer Ast am Boden beendete das Leben von Thomas Grey, dem ersten Duke of Rhoeas. Und wenn er ehrlich mit sich war herrschten auch Wut und Mitleid in ihm. Wut darüber, wie das Schicksal zum zweiten Mal in einem halben Jahr so grausam zu seiner Familie sein konnte und erneut eine geliebte Person aus ihrer Mitte riss. Und Mitleid mit sich selbst, da er sich dem was ihm nun bevorstand einfach nicht gewachsen fühlte. Er wusste nicht, was man von ihm erwartete, was er zu erwarten hatte und ob man ihn als neues Oberhaupt der Familie akzeptieren würde. Ethan wusste, dass er auf die Unterstützung seiner Mutter zählen konnte und das seine Familie hinter ihm stand. Aber es war ja nicht nur ihr Wohlwollen. Ethan würde über kurz oder lang nach London reisen müssen, zum ersten Mal in seinem Leben und dann auch noch allein, um die Geschäfte seines Vaters aufzunehmen. Er kannte sein System nicht, wusste nicht wie er es mit seinen Geschäftspartnern hielt, wie er mit ihnen umgegangen war. Ihm fehlte das absolute Wissen darüber und das war eine Angst, die ihm niemand nehmen konnte und die ihn seit der Nachricht über den Tod seines Vaters beherrschte. Am Morgen der Beisetzung klopfte es laut an Ethans Tür, doch ihm fehlte die Kraft sich auch nur im Geringsten zu bewegen. Die Dienerschaft hatte bereits gelernt, dass sie von ihm keine Antwort bekommen würden und aus diesem Grund verschwanden sie meist recht schnell wieder. Einzig Oscar hatte er bei sich geduldet. Seinen liebsten Oscar, zu welchem er sich nun umdrehte und ihn leidenschaftlich küsste. Der Blonde schob einen Arm unter Ethans Nacken und zog ihn noch näher zu sich. Er hatte in den letzten beiden Tagen Ethans Herz leichter gemacht und ihn ein wenig von seinem Schmerz abgelenkt. Oscar war der Sohn ihrer Köchin und war zusammen mit Ethan und Joshua auf dem Anwesen aufgewachsen. Er war groß gewachsen, stark und arbeitete in den Ställen bei den Pferden. Ethan hatte bereits früh bemerkt, dass er sich von Oscar angezogen fühlte und er mehr für ihm empfand, als normal üblich. Doch es war verboten und er hatte lange versucht, diese Gefühle zu unterdrücken. Aber vor knapp fünf Jahren, Ethan war gerade zwanzig geworden, hatte er sich zum ersten Mal hinreißen lassen. Er war vollkommen durchnässt von einem Ausritt zurückgekommen und hatte sich sofort um seine Stute gekümmert, hatte sie abgetrocknet und gebürstet, damit sie nicht krank wurde. Ethan hatte Oscar erst bemerkt, als sich dessen Arme um seine Mitte legten. „Und wer kümmert sich um dich?“ hatte er mit rauer Stimme gefragt, ehe Ethan sich zu ihm umgedreht hatte und Oscars Lippen mit seinen verschloss. Es war eine stürmische und leidenschaftliche Nacht gewesen, in der Ethan seine Unschuld verlor, dafür aber andere Dinge fand. Er mochte Oscar, brauchte ihn bei sich und er war ein grandioser Liebhaber, sodass ihre Affäre nun bereits fünf Jahre dauerte und Ethan nicht einen Tag davon missen wollte. Dieser Besucher jedoch schien bei Weitem hartnäckiger zu sein, als seine Vorgänger. Denn es klopfte ein zweites und sogar ein drittes Mal. Ethan löste den Kuss mit Oscar, ehe er die Decke zurück schlug. Oscar drehte sich wieder um und machte es sich wieder in den Kissen gemütlich. Die Tür öffnete sich und Ethans Mutter trat ein. Sie wirkte müde und erschöpft und mit einem Mal überkam Ethan ein schlechtes Gewissen, weil er ihr die letzten Tage nicht geholfen hatte. Er hatte es ihr allein überlassen, die Dienerschaft über Thomas‘ Tod zu informieren und Olivia hatte das Begräbnis ihres Mannes alleine planen müssen, während er in Selbstmitleid und Verzweiflung in seiner Kammer zerflossen war. Olivia ließ die Tür offen und taxierte Oscar mit einem kalten Blick. Sie war eine der wenigen, die von ihrer Liebschaft wusste und auch wenn sie nicht gerade begeistert davon war, so duldete sie es. „Verschwinde,“ forderte sie den Blonden auf, welcher schnell seine Sachen zusammen suchte und halb angezogen aus dem Zimmer eilte. Olivia schloss die Tür leise hinter ihm, während Ethan sich aufsetzte. Sie setzte sich an den Rand des Bettes und griff nach seiner Hand. Ethan zögerte keinen Augenblick und erwiderte ihren festen Griff. Sie schwiegen eine Weile, ehe Olivia ihren Blick auf ihren Sohn richtete. „Ich habe dir die letzten Tage gegeben, weil ich wusste, dass du dich in dieser neuen Situation zu Recht finden musstest. Aber dieses Verhalten muss nun ein Ende haben Ethan.“ Ihre Stimme war ruhig und sanft. „Dein Vater ist tot, ebenso dein Bruder und nichts auf Gottes Erde kann die Beiden zu uns zurück bringen. Ich war dreißig lange Jahre mit Thomas verheiratet und auch wenn nicht immer alles rosig zwischen uns war und wir des Öfteren unsere Differenzen hatten, so habe ich ihn aus tiefstem Herzen geliebt. Wir haben mehr als mein halbes Leben zusammen verbracht und sein Tod schmerzt mich so sehr, dass ich es kaum in Worte fassen kann. Ich vermisse ihn Ethan, weil ich weiß, dass er nicht mehr zu mir zurück kommen wird, denn diese Reise ist seine Letzte und ich kann ihm dieses Mal nicht folgen. Zumindest noch nicht jetzt. Thomas hat alles für uns geregelt und dich im Testament als seinen legitimen Erben eingesetzt. Nimm heute Abschied von deinem Vater Ethan, trauere ein letztes Mal um ihn, ehe du deine Pflicht erfüllst und dein Erbe als zweiter Duke of Rhoeas antrittst. Ich weiß, dass es keine leichte Aufgabe für dich ist, aber du musst dich jetzt zusammenreißen.“ Ethan erwiderte den Blick seiner Mutter und nickte bei ihren letzten Worten. Sie hatte Recht. Er hatte sich lange genug gehen lassen. Und auch wenn er vielleicht nicht von Anfang an wusste, wie alles richtig zu machen war, so würde er diesen Titel Ehre tragen. „Ich danke dir,“ antwortete Ethan, als er seiner Stimme endlich traute. „Und es tut mir Leid, dass ich dich die letzten Tage mit dieser Bürde allein gelassen habe. Aber ich fühle mich nun bereit dazu, meinem Schicksal entgegen zu treten und mein Erbe zu schultern.“ Olivia schenkte ihm ein sanftes Lächeln und küsste ihn sanft auf die Wange. „Es ist in Ordnung Ethan. Es ist keine leichte Bürde, die du von nun an zu tragen hast. Ich werde dich nach bestem Wissen unterstützen und dir stets mit Rat und Tat zur Seite stehen, wenn du es denn willst.“ Sie tätschelte ihn ein wenig. „Aber nun geh dich waschen und anziehen. Ich werde Beth darum bitten, die Gemächer deines Vaters für dich vorzubereiten. Als Herr des Hauses wirst du von nun an dort leben. Oscar wird sich wohl einen neuen Weg in dein Bett suchen müssen.“ „Mutter!“ kam es entsetzt von Ethan, doch Olivia zuckte nur mit den Schultern. „Du stehst von nun an diesem Haus vor, du trägst die Verantwortung für die Menschen die hier leben und arbeiten. Du kannst es dir nicht leisten, alles wegen einer Affäre zu verlieren. Ich weiß wie viel Oscar dir bedeutet, aber ihr müsst von nun an vorsichtiger sein, wenn du das weiterführen willst. Hast du mich verstanden?“ „Ja Ma‘am.“ Olivia küsste Ethan ein weiteres Mal auf die Wange, ehe sie sich erhob und zur Tür ging. „Wasch dich und kleide dich in deine feinsten Kleider, wenn wir deinem Vater die letzte Ehre erweisen. Ich erwarte dich in einer Stunde in der Eingangshalle.“ Ethan wartete, bis sie verschwunden war und ließ sich dann zurück in die Kissen fallen. Nun war es soweit … in wenigen Stunden war er offiziell der Duke of Rhoeas.~*~ Die Trauerfeier wurde in einem kleinen Kreis aus Familie und Freunden abgehalten und sein Vater wäre mit Sicherheit erfreut über das erscheinen einiger hoher Würdenträger aus London gewesen. Es unterstrich seinen Status. Die Gäste sprachen seiner Mutter und ihm ihr Beileid aus und bedauerten ihren tragischen Verlust. Es wurde auch das ein oder andere Mal die Frage gestellt, wann Ethan nach London kommen würde, um die Geschäfte weiterzuführen. Ethan gab ihnen allen die selbe Antwort: Bald. Er musste erst einige Dinge hier klären, ehe er sich den Geschäften in London widmen konnte. Dem eigentlichen Begräbnis wohnten Olivia und er alleine bei, denn es war ein Moment in welchem sich seine Mutter die Blöße gab und in Ethans Armen weinend zusammenbrach. Er hielt sie solange im Arm wie sie es zuließ und als sie sich von ihm löste, nahm sie seine Hand in ihre und hielt sie fest. Beim anschließenden Leichenschmaus hatten auch die Bediensteten das erste Mal die Gelegenheit Ethan ihre Betroffenheit und ihr Beileid auszudrücken. Er nahm sich für jeden von ihnen einen Moment Zeit und wechselte ein paar Worte mit ihnen. Seine Mutter versuchte die Geier aus London von ihm fern zu halten, doch manchmal schaffte es dennoch einer, sich an ihr vorbei zu drängeln und Ethan in ein Gespräch zu verwickeln. Er ließ es geduldig über sich ergehen und versuchte so höflich wie möglich zu bleiben, auch wenn einige von ihnen mehr als aufdringlich waren. Als das Haus endlich wieder ihnen gehörte, folgte er seiner Mutter in den Wohnraum und ließ sich neben sie auf eines der Sofas sinken. Olivia schien mit einem Mal um zehn Jahre gealtert zu sein und ließ sich erschöpft gegen Ethan sinken. Er legte seinen Arm um seine Mutter und strich beruhigend über ihren Oberarm. Chloe, eines der Küchenmädchen brachte ihnen warmen Gewürzwein und ein wenig Gebäck, ehe sie sie wieder allein ließ. Sie saßen schweigend in dem großen Raum und hingen ihren eigenen Gedanken nach. Erneut war es seine Mutter, die das Schweigen brach. „Was wirst du wegen Oscar tun?“ Ethan versteifte sich einen Moment, ehe er den Kopf ein wenig schüttelte und leise seufzte. „Es erstaunt mich immer wieder, dass du es all die Jahre für dich behalten hast. Ich werde nie vergessen, wie du uns hinter dem Apfelbaum erwischt hast. Ich dachte, ich müsste vor Scham sterben und dann hatte ich unglaubliche Angst, weil ich dachte du würdest es Vater erzählen. Warum hast du es ihm nie erzählt?“ Olivia lächelte. „Versuch dich nicht vor meiner Frage zu drücken Ethan, ich erwarte eine Antwort von dir. Ob du sie mir nun geben möchtest oder nicht. Es gibt einen einfachen Grund, warum ich es nie deinem Vater gesagt habe: du warst glücklich. Ich habe dir genug vertraut, dass du es geheim hältst und du hast mich nie enttäuscht. Aber was wirst du jetzt tun? Wirst du Oscar mit dir nehmen?“ Ethan fuhr mit seiner Hand den Arm seiner Mutter nach unten und verwob ihre Finger wieder zusammen. Er dachte einen kurzen Augenblick darüber nach, ehe er den Kopf schüttelte. „Nicht jetzt. Ich habe im Moment keine Verwendung und keine Zeit für Oscar. Ich muss mich erst selbst zu Recht finden, ehe ich einen Gedanken an solche Dinge verschwenden kann.“ Olivia nickte. „Das ist eine kluge Entscheidung. Und Oscar ist ein guter Stallmeister, er würde uns hier schmerzlich fehlen. Ich bin stolz auf dich und das du von allein zu diesem Entschluss gekommen bist. Und wer weiß, vielleicht verzaubert dich ja eine der hübschen Londoner Ladys.“ Ethan lachte und seine Mutter sah ihn zweifelnd an. „Verzeih,“ entschuldigte er sich, noch immer lachend. „Aber es wird keine Lady geben, die mich betören kann. Es gab genügend hier, die es versucht haben und keine hat es je geschafft. Meine Präferenzen liegen wo anders.“ Olivia nickte verstehend. „Dennoch weiß ich, dass ich heiraten muss, um den Fortbestand unserer Familie zu sichern. Glaub mir, ich hab mich in den letzten Tage nicht nur in Selbstmitleid gesuhlt. Auch ich habe mir Gedanken über meine Zukunft gemacht.“ Olivia setzte sich auf und strich ihren Rock glatt. „Du bist erwachsen geworden Ethan. Manchmal frage ich mich, warum die Zeit nur so schnell vergehen musste und wo mein kleiner Junge geblieben ist, der bei jedem Gewitter in mein Bett kroch, weil er Angst vorm Donner hatte.“ Olivia erhob sich von ihrem Platz. „Ich werde mich nun zurück ziehen, es war ein doch sehr anstrengender Tag. Schlaf gut Ethan.“ „Schlaf gut, Mutter.“ Nachdem Olivia gegangen war, blieb Ethan noch eine Weile allein im Wohnzimmer zurück und trank den warmen Wein. Er hatte nie einen Gedanken an Heirat verschwenden müssen, als Joshua noch gelebt hatte. Doch nun hatte sich alles geändert. Vielleicht hatte seine Mutter Recht und er würde eine wunderschöne Lady in London finden, die ihn genug faszinierte, dass er sich für den Rest seines Lebens an sie binden würde. Als Ethan sich ebenfalls zurückzog, war es bereits nach Mitternacht und das Haus vollkommen still, bis auf die Feuer in den Kaminen. Aus reiner Gewohnheit heraus ging er zu erst in seine Kammer. Sie war bereits von den Mädchen ausgeräumt worden und ein wenig Melancholie stieg in ihm hoch, ehe er die Tür wieder schloss und in das große Schlafzimmer seines Vaters ging. Er war nicht mehr in diesem Raum gewesen, seit er ein kleiner Junge gewesen war und die Vorstellung, dass vor wenigen Tagen noch sein Vater hier residiert hatte, war ein wenig seltsam und auch makaber. Im Kamin brannte ein Feuer und Ethan zog sich den schweren Gehrock aus, welchen er den ganzen Tag über getragen hatte. Er hängte ihn über einen der Stühle, ehe er sein Hemd öffnete und es ebenfalls auszog. Seine Stiefel und die Hose folgten nur einen Augenblick später. Er wusch sich kurz aus, ehe er unter die weiche warme Decke kroch. Er fühlte sich so unglaublich müde und schloss seine Augen. Bis auf das Knistern des Feuers im Kamin war nichts zu hören und Ethan war beinahe eingeschlafen, als sich die Tür zu seinem neuen Gemach leise öffnete. Ethan drehte sich ein wenig, doch er kam nicht sehr weit, denn zwei starke Arme schlangen sich um ihn. Er lächelte in den sanften Kuss Oscars und schloss genießend seine Augen. Ethan schlang seinen Arm um Oscars Nacken, um ihn daran zu hindern, sich von ihm zu entfernen. Der Blonde presste seine Nase gegen Ethans Wange und seufzte leise. „Was ist?“ fragte er seinen Liebhaber mit sanfter Stimme. „Ich habe dich mit deiner Mutter sprechen sehen … und die Mädchen in der Küche erzählen sich, dass du bald nach London abreisen wirst …“ Ethan schloss seine Augen und atmete tief ein. „Ja … ja ich werde demnächst nach London reisen. Ich bin jetzt das Oberhaupt der Familie Grey und muss die Geschäfte meines Vaters weiter führen. Aber solange es nicht soweit ist, will ich mich nicht damit beschäftigen … du bist jetzt hier und du bist sicherlich nicht ohne Grund gekommen.“ Ethan lächelte verschmitzt und Oscar schüttelte lachend seinen Kopf. „Natürlich Mylord, wie ihr wünscht,“ antwortete der Stallmeister keck, ehe er Ethans Lippen wieder mit einem leidenschaftlichen Kuss verschloss. Ethan wollte seinem Liebsten etwas Gutes tun, nachdem dieser sich in den letzten Tagen um ihn gekümmert hatte. Ethan drehte sich in Oscars Umarmung und drehte ihn mit Schwung auf den Rücken, sodass er unter ihm lag. Mit geschickten Fingern löste er die Schnüre von Oscars Hose und schob sie langsam nach unten. Oscar bewegte sich ein wenig unter ihm, doch er ließ es mit einem süffisanten Grinsen über sich ergehen. Ethan schob sich an Oscars langen und trainierten Beinen nach unten, bis er in einer angenehmen Position dazwischen lag. Er küsste die weiche Haut von Oscars Oberschenkeln, ließ seine Hände daran auf und ab gleiten, während seine Lippen ein wenig weiter nach oben wanderten. Ethan küsste um Oscars erwachendes Glied herum, biss in eine besonders empfindliche Stelle, ehe er seine Lippen um Oscars Glied schloss. Der Blonde stöhnte leise auf und wand sich unter Ethans Berührungen. Ethan ließ das harte Glied ganz in seinen Mund gleiten und als er wieder nach oben glitt, saugte er leicht daran. Seine Hände lagen an Oscars Hüften um ihn an Ort und Stelle zu halten, während er sich nun vollkommen auf Oscars Befriedigung konzentrierte. Nach all den gemeinsamen Jahren, wusste Ethan was er mochte. Er brachte seine Zunge ins Spiel, löste sich von ihm, ließ seine Zunge flach am harten Glied nach oben gleiten, ehe er seine Lippen wieder sanft um die Spitze legte und seine Zunge über die empfindliche Eichel kreisen ließ.