Afrikanisches Tagebuch - Hans Höfl - E-Book

Afrikanisches Tagebuch E-Book

Hans Höfl

4,3

Beschreibung

Mit den „gewöhnlichen“ Touristen hat Hans Höfl wenig gemeinsam – bewusst meidet er Nobelhotels, Luxusstrände und Safari-Veranstalter. Denn der erfahrene Globetrotter ist es gewohnt, auch unter schwierigen und bescheidenen Verhältnissen sein eigener Herr zu bleiben und dafür mit Einheimischen in Kontakt zu kommen. Zum „Wohnort Gottes“, dem Mount Kenia, zum höchsten Berg Afrikas, dem „Uhurupeak“, und anderen Bergen pilgert der steirische Abenteurer ausnahmsweise mit schwarzen Begleitern, die hinterher ihr Glück preisen, mit so einem „Typen“ gegangen zu sein. Zweimal unternimmt Höfl über mehrere Monate lange Reisen durch verschiedene Länder Afrikas, dabei lernt er neben überwältigenden landschaftlichen und kulturhistorischen Attraktionen auch viel vom Alltagsleben sowie die Rassenkonflikte und sozialen Probleme Afrikas kennen. Wie schon in seinem ersten Buch, „Der lange Weg nach Cox’s Bazar“, konfrontiert der Autor seine Leser neben den beglückenden Momenten auch ungeschminkt mit den Widrigkeiten und Gefahren seiner Reise. "Auf schneebedeckten Berggipfeln stehend überblickte ich staunend grandiose Landschaften. Ich hatte faszinierende Erlebnisse auf Livingstones und Stanleys Spuren und lernte Menschen verschiedenster Rassen und Charaktere kennen. Schmiergeld und Korruption erschwerten meinen Weg. In dunklen Gefängniszellen verbrachte ich schlaflose Nächte und ich stellte unter einem endlos weiten Sternenhimmel mein Zelt auf."

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Seitenzahl: 380

Veröffentlichungsjahr: 2013

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Impressum

ISBN 978-3-7059-0412-5

E-Book-Veröffentlichung: 2013

© Copyright by Weishaupt Verlag, A-8342 Gnas, Austria, 2013

Dieses Werk ist urheberrechtlich geschützt. Jegliche Vervielfältigung und Verwertung ist nur mit Zustimmung des Verlages zulässig. Das gilt insbesondere für Übersetzungen, die Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen sowie für das öffentliche Zugänglichmachen z.B. über das Internet.

Dieses Buch widme ich meinen Eltern

und meinen Freunden Hans P. sowie Felix K.,

die am Erscheinen dieses Werkes

nicht mehr teilhaben können.

Hans Höfl

Afrikanisches Tagebuch

Eine Reise durch

Kenia – Uganda – Ruanda – Burundi – Tansania –

Sambia – Simbabwe – Botswana – Namibia –

Rep. Südafrika – Lesotho – Swasiland

Weishaupt Verlag

Einführung

Bergtouren unter der Äquatorsonne wollte ich unternehmen, nichts anderes hatte ich vor. Aber es kam anders. Abenteuerliche Zugreisen, Tausende von bangen Minuten während mörderischer Busfahrten, riskante Tage in epidemieverseuchten Bürgerkriegsländern und blutige Machtkämpfe rivalisierender Stämme prägten meinen Trip durch die afrikanischen Länder.

Auf schneebedeckten Berggipfeln stehend überblickte ich staunend grandiose Landschaften. Ich hatte faszinierende Erlebnisse auf Livingstones und Stanleys Spuren und lernte Menschen verschiedenster Rassen und Charaktere kennen. Schmiergeld und Korruption erschwerten meinen Weg. In dunklen Gefängniszellen verbrachte ich schlaflose Nächte und ich stellte unter einem endlos weiten Himmel mein Zelt auf.

Sechs Monate voller gefährlicher und glücklicher Momente in grenzenloser Freiheit und angereichert mit bitteren Erfahrungen, das war meine Reise alleine durch den schwarzen Kontinent.

Afrikanische Reise. Erster Teil

Ostafrika

„Grün ist das Land,

schwarz die Haut der Menschen,

die Erde rot vom Blut.“

„Und du wagst es, alleine durch Afrika zu reisen“, fragten mich viele Freunde.

Ja, Bergtouren unter der Äquatorsonne, nichts anderes habe ich auf dem schwarzen Kontinent angestrebt, der jahrhundertelang von europäischen Kolonialmächten ausgebeutet worden ist, der unter den grausamen Massakern der Bürgerkriege leidet, von verheerenden Naturkatastrophen, Hungersnöten und Seuchen heimgesucht wird, und der nicht zur Ruhe kommt.

Das Übermaß an Zeit, das ich als junger Tramper vor Jahren noch gehabt habe, als ich per Autostopp und Schiff von Kontinent zu Kontinent gereist bin, habe ich leider nicht mehr. Jetzt benütze ich die Eisenbahn, die mich nach Wien zum Flughafen bringt.

Das letzte Getränk in der Abflughalle beruhigt mich etwas, leichtfüßig betrete ich den Flieger, dränge mich an Platz suchenden und an Gepäck verstauenden Menschen vorbei und finde in der letzten Reihe meinen Raucherplatz. Eine Zeit lang höre ich mir noch die Urlaubsträume einiger Touristen an, die sie in Kenia erhoffen. Mir geht’s besser. Denn wer nichts erwartet, wird nie enttäuscht, ist mein letzter Gedanke. Danach schließt ein Schluck Whisky meine müden Augen.

Bei der Zwischenlandung in Kairo werde ich kurz aus meinen Träumen gerissen, da weißbekleidete, mit Masken vermummte Gestalten mit Spraydosen die Luft verpesten. Beim Frühstück werde ich erst richtig wach, kurz darauf beginnt der Laufwettbewerb zu den kleinen Toiletten, danach drehen sich die Köpfe der Erleichterten zu den Seitenfenstern und brechen in Freudentaumel aus. Sie ergötzen sich an der aufgehenden Sonne, dem weißen Strand und dem vorgelagerten Korallenriff unter uns, an dem sich der schäumende Ozean bricht. Endlich, ich erwarte es kaum, ertönt der Befehl die Lungentorpedos abzudämpfen, sich an den Sitzen festzuschnallen und mit großer Erleichterung verspüre ich den rumpelnden Schlag, als das Metallungetüm afrikanische Erde, die Landebahn von Mombasa, berührt.

Stickig schwüler Dunst schlägt mir entgegen, als ich die kühle Maschine verlasse, und auf dem kurzen Weg vom Flieger zum Flughafengebäude – der aufgeheizte Beton flimmert in der Luft – ärgere ich mich bereits über die zweite, scheinbar überflüssige im Rucksack steckende lange Hose. Im Gebäude selbst herrscht abgeschmackte, nach Schimmel riechende Saunatemperatur und bei der Pass- und Zollkontrolle, die zäh vor sich geht, rinnt mir beißender Schweiß in die Augen. Leichenblassen Europäern ergeht es noch schlimmer, sie drängen sich unter die langsam drehenden Ventilatoren, jammern über „diese grässliche Hitze“ und zerren an den Kleidern, die ihnen am Körper kleben.

Ich habe kaum den ersten Schritt in die Halle gesetzt, gellen mir laute „Jambo“01-Rufe der Safaritour- und Taxitypen in die noch vom Landen brausenden Ohren und dringen durch die Gehörgangsschnecken bis ins Hirn vor. Wie ein aufgescheuchter, zorniger Wespenschwarm stürmen die geschäftstüchtigen Einheimischen auf die neu angekommenen Touristen zu, die apathisch umherstehen und darauf warten, abtransportiert zu werden.

Mich versuchen einige schweißtriefende Kenianer mit Gewalt in eines der zerbeulten Fahrzeuge zu stopfen. Als sie endlich begreifen, dass ich nicht gewillt bin mitzukommen, denn ich wehre mich mit Händen und Füßen, stürzen sie sich auf nachkommende Touristen, die jedoch, wie meine beiden Flugbekanntschaften, von zebraartig gestreiften Hotelbussen weggekarrt werden.

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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