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Das Buch behandelt das 30jährige Programm der Galerie in Düsseldorf mit den Schwerpunkten: Abstrakte Malerei nach 1945 in Deutschland, Deutsches Informel und die Malerei der 1980er Jahre. Mit ausführlichen Texten zum Werk von 23 Künstlern, die zu den Protagonisten ihrer Ausrichtung zählen, wie Willi Baumeister und Fritz Winter; Peter Brüning, Gerhard Hoehme und Emil Schumacher; Antonius Höckelmann und Tina Juretzek. Mit 80 Farbbildungen. Das Buch bietet somit Einblick in die Malerei-Entwicklung und Galerie-Arbeit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts aus der Sicht der engagierten Galeristen, die immer im engen Kontakt mit den Künstlern arbeiteten. Mit Schilderungen einer Japan-Reise und einem Aufsatz zur Zusammenarbeit zwischen Künstlern und Galerie.
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Seitenzahl: 225
Veröffentlichungsjahr: 2012
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Galerie Zimmer im Erdgeschoss Oberbilker Allee 27 40215 Düsseldorf
Hann Trier. Bei der Arbeit an dem
Kölner Deckenbild, Stollwerck-Halle Köln, 1980.
Inhaltsverzeichnis
Vorwort
Abstraktion und Informel: Malerei nach 1945
Abstrakte Malerei in Deutschland: Aufbruch nach 1945
Willi Baumeister
Theodor Werner
Max Ackermann
Fritz Winter
Carl Buchheister
Heinz Fischer-Roloff
Deutsches Informel – Eine neue Bildsprache
Emil Schumacher
K.O. Götz
Peter Brüning
Gerhard Hoehme
Hann Trier
Gruppen- und Themen-Ausstellungen
Geschriebene Bilder – Malen und Zeichnen wie Schreiben
Malerei der 1980er Jahre: Die Rückkehr des Gegenstandes
Antonius Höckelmann
Hartwig Ebersbach
Barbara Heinisch
Tina Juretzek
Thomas Lange
Sigrid Redhardt
Matthias Kunkler
Horst Gläsker
Nobuko Sugai
Heinz Thielen
Hartwig Kompa
Eiji Okubo
Die Japan-Reise
Gruppenausstellungen / Themenausstellungen
Schwerpunkte der Galerie-Arbeit
Künstler, denen die Galerie ebenfalls eine Einzelausstellung ausrichtete
Teilnahme an Kunstmessen
Künstlerverzeichnis
Kataloge / Publikationen der Galerie Zimmer
Autoren und Redner zu Ausstellungen
Ausstellungen in der Galerie Zimmer
Ausstellungen zur Fotografie
Kataloge / Begleithefte zu den Ausstellungen
Foto-Impressionen
Literatur zu Kunst und Künstlern: Eine Auswahl
Literatur zur Malerei der 1980er Jahre
Zur Galerie-Tätigkeit und zur berufsständischen Arbeit
Die Zusammenarbeit Künstler – Galerie Knotenpunkt im Netzwerk des Kunstbetriebs
Zur Person
Eiji Okubo in der Ausstellung 1991.
Vorwort
Für uns ist die Herausgabe dieses Buches eine Aufarbeitung und damit eine Wiederbeschäftigung mit unserer dreißigjährigen Tätigkeit als Galeristen.
Gegründet hatten wir unsere Galerie 1970. Über die ersten Jahre unserer Ausstellungstätigkeit haben wir 2010 ein Buch veröffentlicht: Galerie-Geschichten zur Naiven Kunst. Es behandelt die Jahre 1970 – 77. Hier schließen wir nun an, um unsere weitere Galerie-Tätigkeit aufzuzeigen. Es kann dabei kein Gesamtbild der jeweiligen Kunstrichtung entstehen – wohl aber das Profil der Galerie deutlich werden.
Die meisten Texte dieses Buches sind schon seinerzeit in den Begleitheften zu unseren Ausstellungen erschienen. Teilweise haben wir sie überarbeitet, gekürzt, zusammengefasst oder ergänzt. Das Schreiben der Texte zu den Ausstellungen bedeutete Eintauchen in das Denken, in die Intentionen der Künstler, bedeutete eine Auseinandersetzung mit ihrer Kunst und damit eine Vertiefung der Kenntnis von Kunst – immer mit Blick auf die Original-Werke, immer mit Überprüfung der Empfindungen und Überlegungen bei der Betrachtung der Bilder, ihrer „Machart”, Ausstrahlung und Tiefenwirkung. Wir haben uns den Luxus erlaubt, Kunstwerke, die uns nicht auf diese individuelle Weise berührten, nicht in unsere Ausstellungen aufzunehmen – das gilt für einzelne Werke wie ganze Œuvres. Unsere Ausstellungen haben wir immer selbst erarbeitet, ohne Fremdkuratoren. Für uns war damit das Kennenlernen der Kunst und der KünstlerInnen unserer Zeit verbunden.
Als wir 1977 mit der Ausstellungsreihe der abstrakten Werke begannen, war unser Ansatz: Was war neu in der Malerei nach 1945 in Deutschland. Die damals auch vorhandenen gegenständlichen Tendenzen schienen uns nicht weiterzuführen und hatten uns auch nichts zu sagen.
Die abstrakte Malerei mit den in diesem Buch vorgestellten Künstlern hingegen, die alle zu den Protagonisten dieser Kunstrichtung gehören, gab uns Rätsel auf, war nicht ohne weiteres, wenn überhaupt, zu entschlüsseln, schien uns getragen von innerer Tiefe, von künstlerischer Kraft, von Innovation und Gestaltungsfähigkeit.
Nach den Ausstellungen der ersten Generation der abstrakten Malerei in Deutschland verfolgten wir die weitere Entwicklung und stießen auf die Informelle Malerei, das Deutsche Informel. Wir entwickelten daraus ein stringentes Galerie-Programm.
Als wir die beiden Ausrichtungen der Malerei nach 1945 in Deutschland aufgriffen – erst die Abstrakten und dann das Deutsche Informel – und 1977 mit der Ausstellungsreihe begannen, war es sehr still um diese Kunst und Künstler. Die Öffentlichkeit schien sich kaum dafür zu interessieren.
Antonius Höckelmann. Arbeit an einem Holzrelief, 1983.
In den öffentlichen Ausstellungsinstituten wurden diese Künstler in jenen Jahren kaum gezeigt. Umso erstaunlicher war es für uns, dass wir gleich mit der ersten Ausstellung, wir zeigten das Werk von Max Ackermann, auch jüngere Menschen interessieren konnten, die unsere weiteren Ausstellungen verfolgten und zu Sammlern wurden. Für manche war es eine Wiederentdeckung, für andere eine Neuentdeckung.
Inzwischen haben sowohl die abstrakte Malerei wie auch das Deutsche Informel ihren festen Platz in der Kunstgeschichte und im Kunstmarkt.
Unsere regelmäßige Beteiligung an den Kunstmessen, schon ab 1970, insbesondere in Düsseldorf und Köln, der späteren Art Cologne, trug sicher dazu bei, kontinuierlich sowohl private Sammler für diese Kunst zu gewinnen, wie wir auch bedeutende Werke an Museen vermitteln konnten.
Als 1979/80 eine junge Generation von Malern aus den Kunstakademien hervorging, insbesondere in Berlin und Düsseldorf sowie in Köln, kam erneut Leben in die Malerei, und auch für uns begann eine Zeit der Neuentdeckungen. Wir besuchten viele der jungen Künstler in ihren Ateliers und erweiterten unser Ausstellungsprogramm. Unversehens gerieten wir in die aktuelle Malereiszene, unsere Ausstellungen zeigten zeitnah die Produktion junger MalerInnen, die das Thema Malerei mit neuer Frische angingen. Die Szene und die Aufnahme im Kunstmarkt waren hektisch, und wir mussten bei aller Aktualität eine Linie in unser Programm bringen.
Unser Malerei-Blick war durch die eingehende Beschäftigung mit der informellen Malerei geschult und geprägt. Mit diesem Blick betrachteten wir auch die junge Malerei, die wieder gegenständlich war. Wir erkannten schnell, dass die jungen Maler-Innen durchaus Methoden der informellen Malerei aufgriffen, dass ihre Bilder durch den Einsatz des Gestischen, der ausgreifenden Arm- und Körperbewegungen Strukturen aufwiesen, die ohne die Vorgängergeneration der informellen Malerei nicht denkbar waren.
Mit diesem Ansatz erweiterten wir unser Ausstellungsprogramm zur Malerei der Gegenwart. 1982 veranstalteten wir eine Ausstellung unter dem Titel Aktion und Farbe, die für uns programmatisch war. Um die Zusammenhänge zu veranschaulichen, zeigten wir in dieser Ausstellung Malerei des Informel neben Bildern der jungen Maler und Malerinnen.
In den 1980er und 90er Jahren führten wir dieses Programm weiter. Dabei kam es zu dauerhafter Zusammenarbeit mit einigen Künstlern und Künstlerinnen, deren Werk wir sehr erfolgreich über viele Jahre betreuten und deren neue Arbeiten wir immer wieder ausstellten.
Andere Künstler hatten in größeren Abständen Einzelausstellungen bei uns, wurden zwischendurch immer wieder zu Gruppen- und Themen-Ausstellungen eingeladen. Auf Näheres zu den einzelnen Künstlern und unserer Galeriearbeit gehen wir in den einzelnen Kapiteln dieses Buches ein. Die dabei berücksichtigten Künstler haben in besonderem Maße unser Sehen und unser Galerie-Programm geprägt.
Oft werden wir gefragt, wie wir dazu kamen, eine Galerie zu gründen. Die äußeren Umstände, die beruflichen Überlegungen sind ein wichtiger Aspekt. Der eigentliche Motor aber war das Bedürfnis nach Kunst. Beides miteinander zu verbinden, ist unerlässlich, soll die Galerie unter der kritischen Betrachtung von Kunst ebenso bestehen wie unter den wirtschaftlichen Notwendigkeiten.
Wir gründeten unsere Galerie 1970. Damals waren wir beide in einer Düsseldorfer Werbeagentur beschäftigt, kamen aber aus verschiedenen Berufen. Mit einer Galerie wollten wir uns eine gemeinsame Tätigkeit aufbauen.
Im Atelier Tina Juretzek.
Dazu ist zu sagen, dass es zum Zeitpunkt unserer Galeriegründung nur sehr wenige Galerien gab, die sich mit der zeitgenössischen Kunst beschäftigten. Der eigentliche Gründungsboom setzte erst im Laufe der 1970er Jahre ein.
Bilder haben mich immer fasziniert. Schon als Kind übten Reproduktionen von Kunstbildern – insbesondere die deutschen Expressionisten, die französischen Fauves, sowie van Gogh und Gauguin – anhaltende Wirkung auf mich aus. Ich weiß nicht mehr, in welchem Museum ich dann Originale zum ersten Mal sah.
Aber ich erinnere mich an mein stilles Erstaunen und Stutzigwerden, als ich erstmals davon Kenntnis bekam, dass man solche rätselhaften Bilder auch kaufen konnte – Bilder, die mir so ins Auge sprangen, die tief in mein Inneres eindrangen, dort unbekannte Beunruhigung auslösten und die mir doch so fern waren, hatten sie doch für mich zunächst keinen Ort, an dem sie sich aufhielten oder an dem ich ihre reale Existenz hätte festmachen können.
Der Drang, mehr über Kunst und die Künstler, die sie hervorbringen, zu erfahren, war geweckt. Dabei interessierten mich dann später – die nachhaltige Wirkung von Künstlerbildern in mir und anderen beobachtend – die anthropologischen Aspekte von Kunst besonders. Ich suchte Antworten auf die Fragen – wie kommt es zu solchen Bildern? Wie kommen Künstler dazu, solche Bilder zu schaffen? Wie macht der Künstler es, was geht in ihm vor, welche Möglichkeiten hat er, sein Bild aus dem Kopf ohne Substanzverlust unmittelbar auf die Leinwand zu übertragen oder das Bild überhaupt erst im Malprozess entstehen zu lassen?
Und schließlich die Frage – warum macht der Mensch überhaupt Bilder? Welche Funktion und Aussagefähigkeit hat ein Kunstbild, wenn es im Menschen veranlagt ist, Bilder zu produzieren – im Kopf und auf der Leinwand? Hat das Bild anthropologisch eine ähnliche Bedeutung wie die Sprache? Definiert sich der Mensch auch durch die Tatsache, dass er Kunst macht?
Und bei der Auswahl der Künstler der Galerie war die Frage entscheidend: was ist innovativ an diesen Bildern – was hat man so noch nicht gesehen?
In den 40 Jahren unserer täglichen und intensiven Beschäftigung mit Kunst haben wir manche Antworten auf diese und andere Fragen gefunden – dabei aufregende Antworten, die aus den Bildern der Künstler herauszusehen sind; Antworten, die zum Teil in den Arbeitsmethoden der Künstler zu finden sind.
Wir haben als Galerie den Anspruch gehabt, Künstler herauszufinden, die ihre Arbeit auf der Höhe der Zeit entwickeln. Dabei war es uns bei der Entscheidung für einzelne Künstler wichtig, Werte und Haltungen wiederzufinden, die wir im Laufe unserer Beschäftigung mit Kunst als tragfähige Basis herausgefunden hatten.
In engem Zusammenhang mit den angesprochenen Fragen hielten wir immer die Authentizität von Künstlerbildern für ein wichtiges Kriterium. Der Schlüssel zu den Fragen, die uns beschäftigten, schien uns immer in dem zu liegen, was man die Wahrhaftigkeit des Künstlers nennt; d.h. ein Künstlerbild enthält gültige Aussagefähigkeit in dem Maße, in dem der Künstler seinem Thema auf den Grund gegangen ist – unter Ausräumung aller am Wege liegenden Nebensächlichkeiten.
Antrieb zur Galerie-Arbeit war also die Begeisterung für Kunst und Künstler, war auch das Anliegen, anderen nahezubringen, was wir selbst für gut und wichtig hielten, was wir glaubten erkannt zu haben – rechtzeitig, wenn es noch um Erkenntnis geht. Es schließt sich das Bemühen an, zu Anerkennung und Verbreitung des Werkes eines Künstlers beizutragen.
Galerie-Arbeit ist nicht nur, was in der eigenen Ausstellungstätigkeit sichtbar wird. Galerie-Arbeit ist auch langfristige Hintergrundarbeit für einzelne Künstler – innerhalb Deutschlands ebenso wie im Ausland – Vermittlung von Ausstellungen an Museen und andere Ausstellungsinstitute, Präsentationen auf Kunstmärkten, Zusammenarbeit mit anderen Galerien, Erstellung von Katalogen und anderen Publikationen.
Eine der wichtigsten Aufgaben natürlich ist der Kontakt zu Sammlern und der Aufbau von Sammlungen, der Verkauf von Werken, was ja die wirtschaftliche Voraussetzung für die Arbeit des Künstlers und der Galerie ist.
Wie schon erwähnt, wurden erst in den 1970er Jahren zahlreiche Galerien gegründet. Die meisten Galeristen waren Quereinsteiger und mussten sich die Notwendigkeiten der Galeriearbeit erst aneignen. So ging es uns auch. Deshalb begannen wir bereits in den 1970er Jahren, uns um die berufsständischen Aspekte der Galerietätigkeit zu kümmern.
Wir begleiteten die Gründung des Verbandes Deutscher Galerien, sorgten als Sprecher der Düsseldorfer Galerien für mehr Öffentlichkeitsarbeit. Später wurde ich Vorstandsmitglied im Bundesverband Deutscher Galerien, erarbeitete Richtlinien für die Zusammenarbeit zwischen Künstlern und Galerien und wir gehörten zu den Gründungsmitgliedern des artforum, der Kunstmesse in Berlin.
In den letzten Jahren unserer Galerie-Arbeit haben wir, weil es uns brennend interessierte, eine Ausstellungsreihe zur Reportage-Fotografie durchgeführt. In Einzelausstellungen haben wir namhafte Fotografen vorgestellt, die zur deutschen Elite dieser Ausrichtung von Fotografie gehören.
Unsere intensive Ausstellungstätigkeit in eigenen Galerieräumen haben wir im Jahre 2000 beendet und danach gelegentlich Ausstellungen außerhalb durchgeführt, haben wir noch etwas Kunsthandel betrieben und unsere Sammlung geordnet und bearbeitet. Im Jahre 2011 haben wir unsere Galerietätigkeit offiziell eingestellt. Aber die Beschäftigung mit der Kunst bleibt uns ja erhalten.
Elke und Werner Zimmer,
im Dezember 2011
Abstraktion und Informel: Malerei nach 1945
Anfang 1977 begann die Galerie Zimmer ihre Ausstellungsreihe zur abstrakten Malerei nach 1945 in Deutschland. Daraus entwickelte sich ein Programm, das wir 1978 um die informelle Malerei erweiterten und viele Jahre verfolgten. Auf die Anwendung der Begriffe abstrakt und informel kommen wir noch zurück. Zunächst sei angemerkt, dass wir sie auf zwei aufeinander folgende Generationen von Kunst und Künstlern angewendet haben. Damit folgen wir einem allgemeinen Verständnis der Kunstgeschichte.
In der ersten Folge der Ausstellungen zur Abstrakten Malerei in Deutschland stellten wir die Maler der ersten Generation – Max Ackermann – Willi Baumeister – Carl Buchheister – Fritz Winter – Theodor Werner – in Einzelausstellungen vor. Andere Maler der Abstraktion, auch Ernst-Wilhelm Nay, haben wir wiederholt in Gruppen-Ausstellungen einbezogen.
Die genannten Künstler waren noch im ausgehenden 19. Jahrhundert geboren – etwa zwischen 1886 und 1905 – und hatten ihre künstlerischen Wurzeln in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.
Max Ackermann z.B. studierte anfänglich bei Henry van de Velde in Weimar, Fritz Winter begann sein Studium am Bauhaus Dessau. Schon vor dem Zweiten Weltkrieg hatten diese Maler die gegenständliche Malerei verlassen und sich der Abstraktion zugewandt. Sie gelten heute als die deutschen Maler, die eine für die 1950er und folgenden Jahre prägende Bildsprache entwikkelten. Zunächst aber hatte ihnen der zweite Weltkrieg und das offizielle Mal- und Lehrverbot durch die Nationalsozialisten die Möglichkeit ihres künstlerischen Schaffens über viele Jahre genommen. Fritz Winter z.B. kam erst 1949 aus russischer Kriegsgefangenschaft zurück.
Nach dem Krieg kam den Malern der älteren Generation – wie Werner, Baumeister, Nay, Winter – in Deutschland die Aufgabe zu, zwischen der Tradition des Expressionismus und der Abstraktion, wie sie sich bereits vor dem Krieg entwickelt hatte, einerseits und der jungen Generation andererseits zu vermitteln, die aufgrund der Kriegsereignisse und der Isolation ohne diese Tradition herangewachsen war.
Durch seine Lehrtätigkeit in Stuttgart wurde insbesondere Willi Baumeister nach dem zweiten Weltkrieg zum eigentlichen Bindeglied zwischen der älteren Generation deutscher Künstler, der einer jungen, Orientierung suchenden Generation die Verbindung zur Moderne der Vorkriegszeit vermittelte und selbst als Künstler Maßstäbe setzte.
In den ersten Nachkriegsjahren galt es herauszufinden, was aus den einzelnen Künstlerkollegen geworden war, sich zusammenzufinden und Ausstellungen anzustreben. Das war zunächst schwierig, da infolge der Kriegszerstörungen keine geeigneten Räume zur Verfügung standen. Die Künstler brannten darauf, die internationalen Kontakte wieder herzustellen und zu sehen, welche Wege die Kunst außerhalb Deutschlands gegangen war. Dazu blickte und reiste man, sobald es möglich war, nach Paris. Paris war damals noch der Mittel- und Orientierungspunkt nicht nur für Europa, sondern für die internationale Kunstentwicklung.
Willi Baumeister, Theodor Werner und Fritz Winter unternahmen unabhängig voneinander erste Reisen nach Paris. Dort war die Entwicklung der abstrakten Malerei, die ihre Grundlagen in den 1930er Jahren hatte, weitergegangen. Bereits vor dem Krieg, seit 1932, war Theodor Werner Mitglied der Gruppe Abstraction – Création gewesen und stand der international aufgestellten Künstlergruppe Cercle & Carré nahe, denen auch der deutschstämmige Maler Hans Hartung angehörte. In Paris hatte ebenfalls der deutsche Maler Wols (Wolfgang Schulze) den zweiten Weltkrieg überstanden. Beide Künstler gaben der Entwicklung der abstrakten Malerei wichtige Impulse. Die Verbindungen wurden wiederhergestellt.
1949 schlossen sich abstrakte Maler verschiedenster Prägung in München zu der Zen-Gruppe zusammen. Juliane Roh berichtet, dass die Zen-Gruppe ihren Zusammenschluss und die Namensfindung weitgehend der Triebkraft Rolf Cavaels verdanke. Zu den Gründungsmitgliedern gehörten Fritz Winter, Rupprecht Geiger und Gerhard Fietz. Es stießen dann bald Willi Baumeister, Hubert Berke, Theodor Werner, Emil Schumacher u.a. hinzu.
Die Gruppe arbeitete nicht zusammen, sondern die in ganz Deutschland verstreut lebenden Maler – einige kamen aus Paris – trafen sich zu gemeinsamen Ausstellungen in München. Die letzte Ausstellung der Gruppe fand 1955 statt.
Die abstrakte Malerei hatte sich inzwischen weitgehend durchgesetzt. 1959 verdeutlichte die documenta II durch die Ausstellung aller abstrakten Strömungen der internationalen Kunst deren Zusammenhang und würdigte gleichzeitig die Bedeutung der Einzelgänger wie Willi Baumeister, Fritz Winter und Ernst-Wilhelm Nay.
Die Entwicklung dieser Maler der älteren Generation hatte sich bereits vor dem Krieg angebahnt und setzte sich in der Nachkriegszeit in der formalen Abstraktion fort. Ihre Malerei wurzelte im deutschen Expressionismus (Nay) oder ging aus dem Bauhaus hervor (Winter). Carl Buchheister hatte bereits in den 1920er Jahren von Hannover aus ein viel beachtetes konstruktivistisches Werk entwickelt.
Ein weiterer Schwerpunkt hatte sich in Stuttgart bei Malern gebildet, die bei Adolf Hölzel studiert hatten (Baumeister, Ackermann, Theodor Werner). Diese Künstler stellten die eigentlichen Bindeglieder zwischen der Kunst der Vorkriegszeit und der jüngeren Generation nach dem zweiten Weltkrieg dar.
Begleitet wurde das Schaffen der Maler von kenntnisreichen, engagierten Kunsthistorikern und -kritikern. Will Grohmann, Gerhard Händler, Werner Haftmann u.a. sind die großen Namen, die durch ihre Veröffentlichungen zum Bekanntwerden und Verständnis dieser abstrakten Malerei beitrugen.
Unter dem Begriff Abstrakte Malerei ließe sich letztendlich alles subsumieren, was keinen erkennbaren Gegenstand im Bild enthält. Es haben sich aber für andere Ausrichtungen als die hier vorgestellte Malerei andere Begriffe entwickelt, wie z.B. der Konstruktivismus, die Geometrische Abstraktion, die Konkrete Malerei, die informelle Malerei und später die absolute, die analytische oder essentielle Malerei.
Die abstrakte Malerei der älteren Generation, die ihre starke Ausprägung in den 1950er Jahren erreichte und mit der wir uns hier beschäftigen, wird auch gelegentlich Formale Abstraktion genannt, worin zum Ausdruck kommen mag, dass es sich um eine Abstraktion der fest gefügten, fest umrissenen Form handelt.
Anders die Informelle Malerei, die eine Form auflösende bzw. entgrenzende, gelegentlich über das Bild hinausgehende gestische Malerei ist. Die informelle Malerei erprobt die spontane Geste, Schleuderbewegungen der Hand, des Armes, des ganzen Körpers (Götz, Brüning) bis hin zum Zögern (Trier). Die Maler machten die Feststellung, dass sie mit Hilfe solcher Arbeitsmethoden neue Bildtypen fanden. Sie kontrollierten mehr und mehr diese spontanen Vorgänge, erarbeiteten jeder für sich die ihm spezifische Arbeitsweise, bauten die ihnen eigenen Entdeckungen aus und entwickelten daraus im Laufe der Zeit eine neue Malerei.
Handelt es sich bei den Malern der Formalen Abstraktion um die Generation, die noch in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts ihre Wurzeln hat, so gehören die Protagonisten der Informellen Malerei, mit denen wir uns in der Folge der Ausstellungen und dieses Buches befassen, der Generation von Künstlern an, die ihre Arbeit erst unmittelbar nach dem zweiten Weltkrieg aufnehmen konnten.
Auch die informelle Malerei ist eine internationale Erscheinung mit unterschiedlichen Ausprägungen – in Amerika ist es das Action Painting, in Frankreich spricht man von der École de Paris. Dort entstand auch der Begriff Tachismus (abgeleitet von tachisme / tache / Flecken). In Deutschland hat sich der Begriff Deutsches Informel durchgesetzt, der in Frankreich als art informel geprägt wurde. Manche Ausprägung der Informellen Malerei wird auch gern als Lyrische Abstraktion bezeichnet.
Die Informelle Malerei entwickelte sich fast parallel zur Formalen Abstraktion, aber mit zeitversetztem Schwerpunkt. Auch einige der älteren Maler erprobten gelegentlich Züge der Informellen Malerei. Erste Ansätze hatte es bereits in den 1930er Jahren in Paris gegeben, z.B. durch den dort lebenden deutschen Maler Hans Hartung, und im Surrealismus.
Ernst- Wilhelm Nay. 1961. Aquarell. 42 × 60cm.
In Deutschland nahm eine jüngere Künstlergeneration diese Spuren Ende der 1940er Jahre wieder auf. In Frankfurt/M. fand 1949 die erste Ausstellung zur Informellen Malerei statt, die heute historisch als Neuanfang der Malerei in Deutschland gesehen wird. Es war die Ausstellung Quadriga in der „Zimmergalerie Frank”, an der die vier Maler K.O. Götz, Bernard Schultze, Otto Greis und Heinz Kreutz teilnahmen.
In Düsseldorf gründete sich 1953 die Gruppe 53, der berühmt gewordene Maler angehörten. Dem jungen Maler Gerhard Hoehme verdankte die Gruppe wesentlichen Einsatz und Anregungen. Auch diese Maler suchten früh den Kontakt nach Paris. Den Weg ebnete ihnen Jean-Pierre Wilhelm, der zwei Jahre in Düsseldorf eine Galerie betrieb und wichtige Kontakte zwischen Avantgarde-Künstlern – Malern wie Musikern – zwischen Paris und Düsseldorfherstellte.
Zu den Hauptvertretern, den Pionieren des Deutschen Informel zählen die Maler Peter Brüning, K.O. Götz, Gerhard Hoehme, Emil Schumacher, Hann Trier, die wir mehrfach ausgestellt haben und in diesem Buch vorstellen. In Düsseldorf fand 2010 eine international umfassende, das Thema aufarbeitende Ausstellung unter dem Titel Le Grand Geste statt, womit die gestische Methode dieser Malerei hervorgehoben wird. Es war mit vielen beteiligten Malern eine große Erinnerungsschau an diese erste international bedeutende Malereirichtung nach dem zweiten Weltkrieg.
Abstrakte Malerei in Deutschland: Aufbruch nach 1945
Willi Baumeister
1889 Stuttgart – 1955 dort
Nach einer Lehre als Dekorationsmaler trat Willi Baumeister 1908 in die Kunstakademie Stuttgart ein. Seit 1909 studierte er bei Adolf Hölzel. Dort traf er mit Oskar Schlemmer zusammen, mit dem ihn Freundschaft bis zu dessen Tod 1943 verband. Ab 1912 beteiligte sich Willi Baumeister erstmals an Ausstellungen. 1913 an dem berühmten Deutschen Herbstsalon (Sturm) in Berlin und im Neuen Kunstsalon in Stuttgart. 1928 erhielt Baumeister eine Berufung an die Städelsche Kunstschule in Frankfurt/M. 1933 wurde er von den Nationalsozialisten aus dem Dienst entlassen.
1937 hingen vier seiner Bilder in der Münchener Ausstellung Entartete Kunst. 1941 erhielt er Ausstellungsverbot. Seine Bilder wurden aus den deutschen Museen entfernt. Während des zweiten Weltkrieges war Willi Baumeister in der Wuppertaler Lackfabrik Herberts tätig, wo ihm das Malen im Verborgenen möglich war. 1945 kehrte die Familie nach Stuttgart zurück.
Nach dem Krieg beginnt die Zeit der großen Erfolge und Anerkennung des Künstlers. 1946 erhält er eine Professur an der Kunstakademie Stuttgart. Er beteiligt sich an Ausstellungen im In- und Ausland, in Amerika und vor allem in Paris, wo er schon vor dem Kriege Freunde gefunden hatte. 1951 erhält er einen Preis auf der Biennale in São Paulo. 1952 sind seine Bilder auf der Biennale in Venedig zu sehen. Deutsche Museen und Sammler kaufen seine Bilder. Baumeister erhält täglich zahlreiche Besuche, darunter viele bekannte Künstler. 1955 starb er unerwartet an einem Herzschlag – an der Staffelei sitzend, den Pinsel in der Hand.
In den ersten Ausstellungen zeitgenössischer Kunst nach dem Kriegsende wurde Willi Baumeister als der „Altmeister” der deutschen Malerei gefeiert – ein Bindeglied zwischen dem bedeutenden Kunstschaffen in Deutschland vor dem Kriege und der jungen Generation.
Baumeisters Werk wurzelt in der gegenständlichen Malerei. In den 1920er Jahren ist das Thema vieler seiner Bilder der Mensch, die menschliche Gestalt – in Bewegung oder später im Nachkriegswerk in mythisch anmutenden Figurationen. Aber bereits in den 1930er Jahren entstehen rein abstrakte, also ungegenständliche Bilder. So unser Bild Horizontal-abstrakt I von 1937 aus dem Zusammenhang der Ideogramme und Zeichen.
Willi Baumeister. Horizontal-abstrakt 1. 1937. Öl auf Leinwand. 65 × 54cm.
Willi Baumeister. Amenophis. 1950. Farbserigraphie.
In seinem 1947 erschienenen Buch Das Unbekannte in der Kunst verweist Baumeister in einer Abbildung auf Felszeichnungen in Süd-Rhodesien, die ihn zu dieser Reihe angeregt haben mögen. Andere Bilder aus diesem Jahr benennt er Tori – sie könnten durch chinesisch-japanische Schriftzeichen oder Tempel-Tore inspiriert sein.
Während des Krieges beschäftigte Baumeister sich mit der Erforschung der malerischen Techniken seit der Steinzeit. Die archaischen Kulturen, angefangen bei den Felsund Höhlenmalereien, faszinierten ihn – ebenso wie das Studium ältester Schriften. Die Beschäftigung mit dem Gilgamesch-Epos, dem ältesten Epos der Weltliteratur, nimmt hier einen ganz besonderen Platz ein. Die kraftvolle Erzählung dieser archaischen Texte regte die Vorstellungskraft des Künstlers an und ließ ihn immer neue Figurationen erfinden. Baumeister schuf keine eigentlichen Illustrationen zu dem Ablauf der Handlung. Seine Bilder, Zeichnungen und Grafiken zu Gilgamesch sind eigene Schöpfungen, die Texte und Titel lediglich Hinweise auf mögliche Gedankenverbindungen. Baumeister fühlte als Künstler „Empfindungsbeziehungen” zu den frühen Kulturen. Er schuf Figurationen, in denen man bald heitere Gestalten, bald unheimlich dämonische Mischwesen von Mensch und Tier erkennen mag. Baumeister gibt ihnen Titel wie Urzeitgestalten, Riesen, Steinfiguren, Aufzug der Giganten, Sonnenfiguren.
In unserer Ausstellung 1977 zeigten wir vor allem die Grafik des Künstlers. Sie entsteht vorwiegend in den ersten Nachkriegsjahren. Nach Thema und Entwurf entspricht sie weitgehend den Zeichnungen, die während des Krieges entstanden waren. Baumeister schuf eine Serie von etwa 80 Zeichnungen zu Gilgamesch, deren Veröffentlichung er sich wünschte. Was auch 1976 in einer aufwendigen Publikation geschah.
Auch die graphischen Mappen Sumerische Legenden, Salome, Salome und der Prophet, Graphische Figurationen und 8 Original-Lithos gehören in diesen Zusammenhang.
Von 1946 bis 1947 entstehen zunächst Lithographien. Baumeister zeichnet auf Umdruckpapier oder direkt auf den Stein. Bei den graphischen Arbeiten vermied es der Künstler, den persönlichen Duktus der Zeichnung in dem graphischen Verfahren zu reproduzieren. Es lag ihm vielmehr daran, den besonderen Erfordernissen der jeweiligen Technik, also dem Steindruck oder dem Siebdruck, gerecht zu werden und die besonderen Möglichkeiten zu nutzen.
Willi Baumeister. Mo II 1955. Farbserigraphie.
Die Technik der Serigraphie, des Seidensiebdrucks, wurde in Deutschland nach dem zweiten Weltkrieg durch Ausstellungen der Amerika-Häuser bekannt. 1950 beschäftigte sich Baumeister erstmals mit dem Siebdruck und leistete hier Pionierarbeit. In den folgenden Jahren entstanden dann etwa 58 Blätter. Eine größere Folge zu Gilgamesch war in Vorbereitung und konnte durch den plötzlichen Tod des Künstlers nicht mehr realisiert werden. Baumeister sah in der Siebdrucktechnik kein Reproduktionsverfahren, sondern benutzte es als originales künstlerisches Ausdrucksmittel wie die Lithographie und die Radierung. Bereits in den 1930er Jahren hatte er in der Ölmalerei die Absicht verfolgt, das Subjektive der Malerei, den individuellen Pinselstrich, auszuschalten und den Formen den Vorrang einzuräumen – so z.B. in den Ideogrammen der Jahre 1936 – 1938 (siehe Abbildung).
In den späten Bildern beschäftigt sich Baumeister in ganzen Bildfolgen mit der Farbe schwarz. Die Siebdruckfarbe kommt den Intentionen des Künstlers entgegen, ein tiefes, mattes Schwarz zu erreichen. In dem Siebdruck aus der Folge der Mo-Bilder unterstreichen rote, gelbe, blaue und grüne Akzente auf hellem Grund das tiefe Schwarz (entstanden 1955).
Einzelausstellungen in der Galerie Zimmer:
1977, 1978
und wiederholt Beteiligungen
Theodor Werner
1886 Jettenburg/Württemberg – 1969 München
Das Werk Theodor Werners, wie es überwiegend erhalten und in unserer Ausstellung gezeigt wurde, entstand in den 1940er und 50er Jahren. Die zeitgenössische Kunstkritik nennt Theodor Werner im Zusammenhang mit seinen Malerkollegen Baumeister, Nay, Winter und stellt immer wieder den Rang Werners heraus: zum einen seine Bedeutung als Maler, der stets auf der Suche nach eigenen Aussagen ist, und zum anderen als Künstler, der ebenso wie die vorher genannten, noch aus einer Tradition der modernen Malerei gewachsen ist.
Werners gründliches Studium galt dem Werk Paul Cézannes. In Paris war er mit Miro und Georges Braque befreundet. Er kannte Picasso und Giacometti persönlich und setzte sich mit deren Schaffen auseinander.
1908 hatte Theodor Werner sein Studium zum Lehrberuf abgeschlossen. Er trat in die Stuttgarter Akademie ein. Bei Hölzel absolvierte er einen „Kompositionskurs”. In den folgenden Jahren unternahm er Studienreisen nach Italien und hielt sich von 1909 bis 1914 lange Zeit in Paris auf. Den ersten Weltkrieg verbrachte er als Offizier in der deutschen Armee. Von 1919 bis 1929 lebte und arbeitete der Maler bei Stuttgart.
Die Jahre von 1930 – bis 1935 verbringt Theodor Werner wieder in Paris. Dies sind die eigentlich entscheidenden Jahre für seine künstlerische Entwicklung. Theodor Werner wendet sich ganz der ungegenständlichen Malerei zu. In Paris hatten sich die abstrakt arbeitenden Künstler vieler Nationen zum Cercle & Carré zusammengefunden. Theodor Werner gehört ab 1932 der Künstlergruppe Abstraction – Création in Paris an. In dieser Zeit schließt er wichtige Freundschaften, so mit vielen Künstlern und dem Verleger Christian Zervos, der ihn für den bedeutendsten deutschen Maler dieser Zeit hält. In Paris ist Theodor Werner ein geschätzter Maler, in Deutschland kennt man ihn weniger.
Mitte der dreißiger Jahre unternimmt der Künstler noch einmal Reisen nach Italien, Spanien, England, Holland und den USA. Auf diesen Reisen lernt er alle aktuellen Kunstströmungen der Zeit kennen. Die gründliche Auseinandersetzung mit den unterschiedlichen Entwicklungen setzt Maßstäbe für seine eigene Arbeit.
1935 muss Theodor Werner nach Berlin zurückkehren. 1938/39 kauft der Künstler „entartete” Kunst aus ehemalig deutschem Museumsbesitz und legt den Grundstock zu seiner wertvollen Sammlung der Kunst des 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Gemälde von Picasso, Gris, van Gogh, Klee sowie Zeichnungen von Cézanne gehören dazu.
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