9,99 €
Wenn die Beziehung zur eigenen Mutter in der Tiefe ungeklärt ist, nimmt das dem Betroffenen viel Kraft und Lebensfreude. Nicht selten enden jahrzehntelange Bemühungen um ein liebevolles Miteinander in einem Zustand der inneren Niedergeschlagenheit und Distanz. In diesem Buch erfährt der Leser, wie er unabhängig von den äußeren Umständen Frieden in sich finden kann. Dabei durchläuft er zehn Arbeitsschritte, die es ihm ermöglichen, tief sitzende Wunden der Vergangenheit zu heilen und den Konfliktstoff der Gegenwart als Katalysator für seinen Weg in die Freiheit zu nutzen.
Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:
Veröffentlichungsjahr: 2020
Karin Schmitt, geboren 1975, lebt in der Nähe von Frankfurt am Main. Sie ist Coach, Seminarleiterin und Buchautorin. Basierend auf den zwölf Lebensprinzipien, der Psychosomatik und dem Yoga Sutra entwickelte sie eigene Coaching-Methoden und Seminarreihen. Weitere Informationen über die Autorin erhalten Sie unter www.karin-schmitt.eu.
Wichtiger Hinweis:
Die in diesem Buch und den dazugehörigen Audio-Dateien zum Gratis-Download vorgestellten Informationen, Meditationen und Empfehlungen sind nach besten Wissen und Gewissen geprüft. Dennoch übernehmen die Autorin und der Verlag keinerlei Haftung für Schäden irgendwelcher Art, die sich direkt oder indirekt aus dem Gebrauch der hier beschriebenen Anwendungen ergeben. Bitte nehmen Sie im Zweifelsfall bzw. bei ernsthaften Beschwerden immer professionelle Diagnose und Therapie durch ärztliche oder naturheilkundliche Hilfe in Anspruch.
Für die Inhalte der in dieser Publikation enthaltenen Links auf Webseiten Dritter übernehmen die Autorin und der Verlag keine Haftung, da wir auf deren Entwicklung keinen Einfluss haben und lediglich zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung darauf verwiesen wurde.
Für die Teilnehmerinnen der »Alles-in-Butter-mit-Mutter«- Workshops
Danke, dass Ihr diesen spannenden Prozess intensiv durchlebt und Eure individuellen Erfahrungen mit mir geteilt habt! Ohne Euch gäbe es dieses Buch nicht.
Vorwort
Die Vorbereitungsphase
Schritt 1:
»Diagnose« - In welchen Bereichen die ungeklärte Beziehung zu deiner Mutter deinen Energiefluss hemmt
Schritt 2:
Ja, ich will! Eine kraftvolle Motivation erschaffen
Schritt 3:
Einheitsmomente mit der Mutter erinnern und das aktuelle geistige Ungleichgewicht relativieren
Die Vergangenheit klären
Schritt 4:
Deine Mutter, die wichtigste Lehrmeisterin deines Lebens - was du von der Mutter deiner Kindheit lernen konntest/kannst
Schritt 5:
Die nachhaltige Verarbeitung schlimmer Einzelerfahrungen
Mit Herz und Verstand den Konflikt der Gegenwart auflösen
Schritt 6:
Die bislang unverstandenen Lerngeschenke deiner Mutter verstehen lernen
Schritt 7:
Vom Hirn ins Herz – von der Trennung in die Einheit
Zukunftsmelodie – die Schwingung deines weiblichen Pols
Schritt 8:
Deine Vision vom Happy End
Schritt 9:
Deine Mutter als Symbolfigur des weiblichen Pols
Schritt 10:
Die Veränderung wahrnehmen und Klarheit schaffen, wie nun für dich weitergeht
Anhang:
A. Die Meditationstexte des »Alles-in-Butter-mit-Mutter«-Prozesses Schritte 1-10
B. Kopiervorlagen »Boot Camp Mama« und »Die Lerngeschenke meiner Mutter«
Literaturverzeichnis
Mehr als zwei Jahrzehnte kostete mich jedes Treffen mit meiner Mutter extrem viel Kraft. Ihre oberflächlichen Gesprächsthemen, die sich zu 90 % um den Haushalt oder die Nachbarn drehten, erschöpften mich. Jeder Versuch meinerseits, mehr Tiefe in unser Miteinander einzubringen, wurde nach maximal zwei Minuten im Keim erstickt – meist mit der Frage, ob sich noch genug Kaffee in meiner Tasse befände.
Obwohl ich etliche Male mit dem Gedanken spielte, den Kontakt abzubrechen, begab ich mich – wohl aufgrund der Erinnerung an meine kindliche Liebe zu ihr - immer wieder in die Begegnung, die mir innerlich zuwider war. Ich begann mich »abzuschalten«, wenn ich zu ihr ging. Das war eine Weile o.k., aber irgendwie auch nicht.
Ich war nicht sonderlich motiviert, als ich mit dem »Alles-in-Butter-mit-Mutter«-Workshop anfing. Das Thema hing mir zum Hals raus, aber ich wusste, dass es notwendig war, sich ein weiteres Mal damit auseinanderzusetzen, um dem jahrelangen Drama ein Ende zu setzen. Wider Erwarten machten mir die unterschiedlichen Übungen und Meditationen Spaß. Sie brachten mich an meine Grenzen und ich bekam Lust darauf zu erfahren, was sich hinter der jeweiligen Grenze befand. Schritt für Schritt erweiterte ich meinen Horizont.
Wir waren noch nicht am Ende des Workshops angelangt, als ich meine Mutter besuchte und dieses trübe, zähe Gefühl, das jedes Treffen überschattet hatte, vollkommen weg war. Es fühlte sich leicht an, ihr zu begegnen. Ich kann es selbst jetzt, ein Jahr nach dem Workshop, manchmal noch nicht fassen. Die Leichtigkeit ist seither geblieben.
Meine Mutter hat sich nicht grundlegend verändert. Ich habe meinen Blick auf sie und unsere gemeinsame Geschichte verändert. Ich kann meine Mutter heute annehmen, wie sie ist. Ich kann endlich auch mich und meine Bedürfnisse annehmen, wie sie sind. Ich erlaube mir, meine Mutter seltener als zuvor zu besuchen, ohne dabei ein schlechtes Gewissen zu haben. Das hätte ich früher nicht gekonnt.
Es gab ein paar Momente, in denen ich Monate nach dem Workshop wieder in alte Muster zurückgefallen bin. Zum Glück fielen mir sofort die entsprechenden Tools aus meinem »Alles in Butter mit Mutter«-Werkzeugkasten ein, mit denen ich mich aus meiner Dramaschleife herausmanövrieren konnte. Selbst diese kleinen Rückfälle fühlten sich weniger schlimm an, denn ich konnte sie besser annehmen, wusste mit ihnen umzugehen und mich zurückzuholen in einen bewussten, mir guttuenden Gedankenkreislauf.
Ich wünsche jedem Leser dieses Buches, dass ihm eine ähnliche Veränderung wie mir gelingt.
Katharina, 42 Jahre
mir war bis zum Erschaffen des »Alles-in-Butter-mit-Mutter«-Prozesses nicht bewusst, wie tiefgreifend die Beziehung zur eigenen Mutter weit über die Kindheit hinaus in sämtliche Lebensbereiche hineinspielt. Diese Beziehung beeinflusst unser Frau-Sein (insofern wir diesem Geschlecht zugehörig sind) und unseren Blick auf Frauen. Sie hat einen Einfluss auf unsere Hingabefähigkeit, unsere Empathie, unseren Umgang mit Gefühlen und nimmt - meist unbemerkt von uns - einen wesentlichen Einfluss auf unsere späteren Beziehungen.
Ein geklärtes und liebevolles Verhältnis zu unserer Mutter ist ein Schlüssel für unser Ja zum Leben und für unsere Lust, dieses Leben auf Mutter Erde mit jeder Körperzelle spüren zu wollen. Wir können nicht in unsere volle Kraft kommen und ungehemmt unser Potenzial entfalten, wenn wir einen nicht geheilten Wurzelschaden in uns tragen. Vermutlich ahnt etwas tief in uns um diese Zusammenhänge und motiviert uns immer wieder aufs Neue, unsere Mutterbeziehung zu einem Happy End zu führen.
Ich möchte dich an der Geburtsstunde des »Alles-in-Buttermit-Mutter«-Projekts teilhaben lassen, da diese mit einem unglaublichen Aha-Moment für mich und alle Beteiligten einherging. Im Oktober 2017 leitete ich einen Lebensprinzipien-Workshop. In einer geführten Meditation lud ich die 16 Teilnehmerinnen ein, einem Menschen zu begegnen, in dessen Gegenwart sie sich nicht wohlfühlen. Bei 14 Frauen tauchte die eigene Mutter auf. Wow!
Während einige Teilnehmerinnen selbstverständlich über ihr Meditationserlebnis sprechen konnten, waren andere zutiefst beschämt über die Bilder, die ihrem Inneren entsprungen waren. Bei einer Sache waren sich jedoch alle Frauen im Wachzustand einig: Ihr Verhältnis zur Mutter sei »relativ geklärt«. Ihre Erlebnisse innerhalb der Meditation sprachen allerdings eine »andere Wahrheit«: Bei der Begegnung mit der eigenen Mutter schnürte sich einer Frau die Kehle zu, so dass sie das Gefühl hatte, keine Luft mehr zu bekommen. Eine andere Teilnehmerin spürte ein Stechen im Herzen, bei der nächsten schmerzte der Bauch krampfartig. Im Reich des Unterbewussten war offensichtlich nicht alles geklärt. Das wollte ich ändern. Noch während des Workshops kündigte ich fest entschlossen an: »Ab Januar 2018 finden Mutter-Workshops statt!«
In den Jahren zuvor war jede Aufgabe, der ich mich beruflich widmete, auf einem solchen oder ähnlichen Weg zu mir gekommen. Ich hatte die Situation als einen weiteren Ruf des Lebens an mich begriffen, eine Lösung für dieses Problem zu finden. Diesmal gab es allerdings einen bemerkenswerten Haken an der Sache. Bis zu diesem Zeitpunkt war es mir selbst nicht gelungen, mein Verhältnis zu meiner Mutter in der Tiefe zu klären. Obwohl meine Mutter eine wunderbare Frau ist (eine attraktive Macherin mit dem Herz am rechten Fleck), mit der man im Grunde genommen bestens klar kommen kann, waren auch wir in einen Generationenkonflikt und die damit einhergehenden Missverständnisse verwickelt. Wie ich bald herausfinden sollte, waren unsere Schwierigkeiten keineswegs außergewöhnlich. Bei sämtlichen Müttern, die im Krieg oder kurz danach das Licht der Welt erblickten, und ihren Töchtern gab es ähnliche Konfliktthemen wie bei uns.
Ich vertraute an diesem Abend im Oktober 2017 darauf, dass mit dem »offiziellen Ruf zur Klärung der Tochter-Mutter-Beziehungen«, auch ein möglicher Lösungsweg zu mir kommen würde. Alles, was ich jetzt tun musste, war: Es vollkommen anders anzugehen als bisher – und das konsequent.
Oktober 2018: Ein Jahr war vergangen seit dem Abend, der alles ins Rollen brachte. Ein extrem intensives Arbeits-und Lehrjahr lag hinter mir. Rückblickend kann ich sagen: Mir fiel nicht nur in jedem Moment dieses Jahres genau das richtige Puzzlestück für die Weiterführung des »Alles-in-Butter-mit-Mutter«-Prozesses zu, mir fielen auch die idealen Teilnehmerinnen für die ersten fünf Workshop-Reihen in den Schoß.
Frauen mit den unterschiedlichsten Lebensgeschichten kamen zusammen. Eine Frau von Mitte vierzig war kurz nach ihrer Geburt zur Adoption freigegeben worden und hatte ihre leibliche Mutter erst in der Pubertät kennengelernt. Eine Frau von Anfang dreißig war schwanger und wollte keineswegs die ungelösten Verstrickungen mit ihrer Mutter in die nächste Generation hinein tragen. Es waren Frauen dabei, die schon in ihrer Kindheit für ihre kranken oder schwachen Mütter die starke Schulter zum Anlehnen waren, … – all diese Frauen kostete das Beisammensein mit ihren Müttern extrem viel Kraft. Die Frauen, die konsequent jede Aufgabe des »Alles-in-Butter-mit-Mutter«-Prozesses meisterten, erlebten eine zuvor nicht für möglich gehaltene emotionale Leichtigkeit in den Begegnungen mit ihren Müttern.
Und auch ich kann sagen: Situationen, die mich 2017 noch belastet haben, erzeugen heute keine Schwere mehr in mir. Ich machte ähnliche Erfahrungen wie Katharina sie zu Beginn dieses Vorworts beschrieben hat. Im ersten Jahr nach der »Alles-in-Butter-mit-Mutter«-Workshop-Premiere erlebte ich zwei Situationen, in denen ich emotional in ein altes Muster von mir zurückfiel. Als das passierte, verweilte ich ein paar Minuten in dem alten Gefühl, weil ich neugierig war, wie lange es dauern würde, bis es durch mich durchgeflossen ist und wie genau es sich auflösen würde. Danach ging ich ganz bewusst von der kindlichen Opferhaltung in den erwachsenen Schöpfermodus und wendete noch einmal das entsprechende Tool des »Allesin-Butter-mit-Mutter«-Prozesses an. Ich begriff das Geschenk, einen »funktionierenden Werkzeugkasten« zu haben – diesen möchte ich gerne mit dir teilen.
Heute beginnt deine persönliche »Alles-in-Butter-mit-Mutter«-Reise. Du kannst dich auf einen interessanten Prozess freuen, in den Inspirationen von Experten aus unterschiedlichen Fachbereichen mit einfließen: Robert Betz (Psychologie), Kalashatra Govinda (Yoga), Albert Einstein (Physik), Gregg Braden (Wissenschaft und Spiritualität), Byron Katie (Mindset).
Der »Alles-in-Butter-mit-Mutter«-Prozess darf eine Abenteuerreise für dich sein, die zwar so manche Herausforderung mit sich bringt, in erster Linie aber Spaß machen und ein wirkliches Erlebnis sein darf. Du bekommst Werkzeuge an die Hand, mit denen du die Vergangenheit klären und die Konflikte der Gegenwart auflösen kannst. Am Ende wirst du eine Vision von der Beziehung zu deiner Mutter entwickeln, die dir gefällt und die dich zuversichtlich für alles Künftige stimmen kann.
Ich habe mich entschieden, dich, liebe Leserin/lieber Leser, per du anzusprechen, denn der dir bevorstehende 10-Schritte-Prozess hat viel mit deinem inneren Kind und deinem Herzen zu tun und diese beiden Weggefährten verschließen sich bei einem »Sie« schneller, als man denkt. Bis Ende 2018 hatten ausschließlich Frauen meine Mutter-Workshops besucht, was dazu führte, dass die Meditation im neunten Schritt des Prozesses Frauen-spezifisch ausgerichtet ist. Als männlicher Leser kannst du bis auf diese Ausnahme alle weiteren Schritte ebenso durchlaufen.
Ich möchte nicht verschweigen, dass die meisten Frauen an einer Stelle des zehnteiligen Übungsweges am liebsten das Handtuch geworfen hätten. Falls du an diesen Punkt kommst, kann ich dir sagen: Immer wenn jemand kurz vor dem Aufgeben war, stand er unmittelbar vor einem größeren, nennenswerten Durchbruch. Bleib in diesen Situationen also am Ball – gib genau dann nicht auf!
Vielleicht kannst du den »Alles-in-Butter-mit-Mutter«-Prozess mit einer Freundin durchlaufen. Das gemeinsame Erleben der einzelnen Schritte und der Austausch darüber sind unglaublich motivierend. Vor allem besteht die Möglichkeit, dass wenn einer ein Tief durchläuft, der andere gerade ein Hoch erfährt und den Tiefläufer daran erinnert, dass jeder Tiefpunkt ein Wendepunkt ist.
Gerne kannst du deinen Prozess in einem Notizbuch dokumentieren. Es ist durchaus empfehlenswert, die Erlebnisse der Meditations-»Reisen« festzuhalten und bemerkenswerte Veränderungen oder auch auftauchende Schwierigkeiten aufzuzeichnen. Nicht selten werden genau dadurch Entwicklungen sichtbar und klarer.
Mit diesem zehnteiligen Übungsweg kannst du mehr Leichtigkeit in die Beziehung zu deiner Mutter bringen. Es gibt noch einen zweiten »Alles-in-Butter-mit-Mutter«-Prozess, bei dem der Fokus darauf liegt, wie man für sich die authentische Beziehung zur Mutter kreieren kann, wenn beispielsweise tiefgehende Schuldgefühle dem entgegenwirken. Dieser Aspekt wird hier nur leicht berührt. Falls er dir zu wenig beleuchtet wird, weißt du: Es besteht die Möglichkeit, bei Interesse tiefer zu gehen.
Im gesamten Buch biete ich dir an zahlreichen Stellen an, deinen individuellen Prozess zu vertiefen. Aus diesem Grund habe ich sämtliche Quellen, die mich selbst auf meinem Weg inspiriert haben, im Text integriert. Mit jedem Buchtipp und jedem Internet-Link zu hilfreichen Homepages oder Videos möchte ich dir weiterführende Wege zeigen, die eine wunderbare Ergänzung zu unserer gemeinsamen Arbeit bilden.
Ich wünsche dir von Herzen, dass du mit Freude und Abenteuerlust durch den »Alles-in-Butter-mit-Mutter«-Prozess gehst und dass sich durch deinen Einsatz die Beziehung zu deiner Mutter für dich aufs Schönste verändert.
Herzlichst, Karin Schmitt
Wenn du körperliche Beschwerden hast, gehst du zu einem Arzt oder zu einem Heilpraktiker. Gemeinsam sprecht ihr zunächst darüber, wo das Problem in deinem Körper angesiedelt ist und wie es sich zeigt. Erst wenn die Diagnose vorliegt, könnt ihr zielgenau betrachten, welche Möglichkeiten es gibt, um dich wieder in Balance zu bringen.
Auch wir lokalisieren im ersten Schritt des »Alles-in-Buttermit-Mutter«-Prozesses den Sitz der »Mutter-Wunde«. Tatsächlich ist es möglich, den Schmerz des ungelösten Mutterthemas am bzw. im eigenen Leib zu spüren. Der wunde Punkt kann sich an unterschiedlichen Körperstellen befinden. In diesem Kapitel möchte ich dir die Körperbereiche vorstellen, in denen sich der Mutterkonflikt am häufigsten als Energieblockade zeigt. Außerdem erfährst du, welche Auswirkungen das haben kann.
Im Rahmen einer geführten Meditation kannst du herausfinden, wo bei dir die Mutter-Wunde physisch und energetisch verankert ist. Mit Hilfe des Wissens um psychosomatische Zusammenhänge kannst du anschließend erkennen, in welche Bereiche deines Lebens das ungelöste Mutter-Thema mit aller Wahrscheinlichkeit vorwiegend einwirkt. Du kannst in diesen Bereichen wacher und feinfühliger werden und lernen, unbewusst entstandene Handlungsmechanismen aufzulösen.
Im gesamten »Alles-in-Butter-mit-Mutter«-Prozess bewegen wir uns im Bereich des feinstofflichen Energiekörpers, der auch als Astralkörper, Lichtleib oder Geistkörper bezeichnet wird. Mit diesem möchte ich dich vertraut machen, bevor du den Sitz deiner Mutter-Wunde ermittelst. Also: Noch ein bisschen Theorie, bevor du dich in die Praxis begeben wirst. Halte durch, damit du die Wirkung der darauffolgenden Übungen bestmöglich erfassen kannst.
Wir können den Konflikt mit unserer Mutter nicht wie einen Gegenstand sehen und dennoch ist er da: in unseren Gedanken und in unserer Gefühlswelt. Manchmal macht er sich sogar physisch bemerkbar, wenn beispielsweise der bloße Gedanke an das Beisammensein mit deiner Mutter zu einem unangenehmen Grummeln in deinem Bauch führt.
Knüpfen wir an das Meditationserlebnis aus dem Vorwort an. Ich möchte dir die Erfahrung von Amelie schildern. Als es darum ging, in der Meditation einem Menschen zu begegnen, in dessen Gegenwart man sich nicht so richtig wohlfühlt, war A-melies Mutter sofort präsent. Amelie schnürte sich beim Erscheinen ihrer Mutter die Kehle zu. Sie hatte das Gefühl, zu ersticken und keine Luft mehr zu bekommen. Im Wachzustand konnte Amelie ihre Meditationsbilder nicht verstehen und versicherte, sie habe das Verhältnis zu ihrer Mutter weitgehend geklärt. Ihre Mutter wohne sogar im Nachbarhaus, was noch vor einigen Jahren undenkbar gewesen wäre. Wie kann es sein, dass Amelie im Wachzustand der Überzeugung ist, es sei alles »weitgehend in Ordnung« und sich ihr in der Meditation unverkennbar eine gegenteilige Wahrheit offenbart? Wie kann es sein, dass 13 weitere Teilnehmerinnen im Wachzustand ihre Mutter-Beziehung ebenso als »weitgehend geklärt« bezeichnen, wohingegen ihre Körper in der Meditationsbegegnung mit der Mutter Schmerz und Unbehagen signalisieren?
Die Antworten auf diese Fragen können wir mit Hilfe der »alten Yogis« finden. Die Yogis erforschten schon vor 5000 Jahren die Welt ihrer Körper und ihrer geistigen Räume durch physische Übungen, Atem- und Meditationserfahrungen. Sie lenkten ihren Fokus nach innen und nahmen dabei wahr, dass der Mensch aus sieben »Hüllen« besteht. Nur eine einzige dieser Hüllen ist für unser Auge sichtbar: Unser physischer Körper. Die sechs anderen Hüllen sind feinstofflicher Natur. Sie existieren wie deine Gedanken und deine Gefühle. Obwohl sie niemand sehen kann, sind sie da.
Die Yogameister bemerkten, dass jede Veränderung in einer Hülle auch die anderen Hüllen beeinflusste. Die Beziehung zu deiner Mutter hat demzufolge eine Wirkung auf mehrere Hüllenbereiche. Es kann sein, dass du in einer Hülle schon ganz gut »aufgeräumt« und einfach nicht bemerkt hast, dass es weitere Hüllen gibt, in denen die Dinge noch ungeklärt sind. Es reicht beispielsweise nicht, einen »rationalen Frieden« mit der eigenen Vergangenheit zu schließen. Zwar wirkt sich der Frieden auf Verstandesebene auch in den anderen Hüllenbereichen positiv aus, doch so lange auf der emotionalen Ebene tiefe, nicht geheilte Wunden existieren, kann sich kein alles durchdringender innerer Frieden einstellen.
Betrachten wir diese unsichtbaren Hüllenräume genauer: Eine der sieben Hüllen entspricht also weitgehend unserem physischen Körper. Zwei weitere Hüllen fallen in den Bereich der kosmischen oder göttlichen Sphäre. Erleuchtete haben einen Zugang zu diesen beiden Hüllen. Für alle anderen bleiben vier feinstoffliche Hüllen übrig, die man unmittelbar erfahren, spüren und beeinflussen kann.
Der Psychologe und Erfinder der Transformations-Therapie, Robert Betz, spricht in einem Interview auf der Plattform www.gesundheitstipp.tv von den »vier Energiekörpern des Menschen«. Diese Energiekörper entsprechen den vier feinstofflichen »yogischen Hüllen«, auf die wir innerhalb unseres Mutter-Prozesses zugreifen werden. Ab sofort verwende ich nicht mehr den Begriff der »yogischen Hüllen«, sondern beziehe mich auf die vier Energiekörper, die du jetzt kennenlernst.
Mit Hilfe des physisch-feinstofflichen Körpers können wir verborgene Emotionen fühlbar und somit für uns wahrnehmbar machen. Sicher kennst du das Gefühl, einen Kloß im Hals zu haben. Natürlich ist dir klar, dass kein leibhaftiger Kloß in deinem Hals steckt. Wo sollte der auch herkommen? Dennoch existiert diese Wahrnehmung. Sie ist zahlreichen Menschen vertraut. Einen Kloß im Hals zu haben, ist nichts, was nur ein einzelner, hochsensibler Mensch bislang spüren konnte. Es ist ein Phänomen, zu dem vermutlich jeder (oder zumindest die allermeisten von uns) einen Zugang hat oder haben kann.
Amelie schnürte sich in ihrer Meditation die Kehle zu und sie rang nach Luft. Sie machte eine körperliche Erfahrung, die nicht durch einen äußeren Impuls ausgelöst wurde. Es kam niemand, der sie würgte, doch das Zuschnüren ihrer Kehle war für sie spürbar. Sie machte diese Erfahrung auf der Ebene ihres physisch-feinstofflichen Körpers.
Für Amelie kam das Würgegefühl im Hals vollkommen unerwartet. Sie wusste zwar, dass sie im Beisammensein mit ihrer Mutter nicht glückserfüllt war, doch dass in ihr unbewusst so starke Emotionen existierten, die womöglich bei jeder Mutter-Begegnung unterschwellig wirkten - das war für sie ein denkwürdiges Erlebnis.
Für unseren »Alles-in-Butter-mit-Mutter«-Prozess ist der physisch-feinstoffliche Körper ein Segen. Wir können mit seiner Hilfe das für uns Unsichtbare sichtbar machen. Wir bekommen durch den physisch-feinstofflichen Körper einen Blick in unsere unbewussten Areale. In unserem gewöhnlichen Wachzustand können wir Dinge als geklärt ansehen, die auf unbewusster Ebene ungeklärt geblieben sind und weiterhin einen Einfluss auf unser Denken, Fühlen und Handeln nehmen. Der physischfeinstoffliche Körper spiegelt ehrlich und ungefiltert unsere verborgene Innenwelt wider. Je mehr wir mit ihm vertraut werden, umso leichter fällt es uns, seine Botschaften zu verstehen und folgerichtig zu interpretieren.
