Alles in mir - Lisa Böhm - E-Book

Alles in mir E-Book

Lisa Bohm

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Beschreibung

Die Prinzipien aus dem klassischen Familienstellen sind auch im Kreis der Urprinzipien wirksam mit dem Unterschied, dass das Fehlende bereits als Position und Energie innerhalb des Kreises vorhanden ist. Jede Position ist mit der Energie der bedeutsamen Familienmitglieder belegt. Die 12 Urprinzipien umfassen alle Lebensbereiche und Lebensthemen aus dem persönlichen, beruflichen, gesundheitlichen und spirituellen Bereich. Durch das Aufstellen öffnet sich der Raum für ihre intuitive und sensorische Wahrnehmung. Die Beziehungen zu ihnen lassen sich klären, modifizieren und verändern. Lisa Böhm bringt in ihrem neuen Buch ihre jahrzehntelange Erfahrung in der Aufstellungsarbeit auf den Punkt und erklärt ihre Methode prägnant, verständlich und nachvollziehbar für Therapeuten, Berater und interessierte Laien. Mit einer Anleitung für erste Erfahrungen in Eigenregie und tabellarischen Übersichten.

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Seitenzahl: 135

Veröffentlichungsjahr: 2017

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Lisa Böhm,

geboren 1949, Heilpraktikerin mit eigener Praxis seit 1994, Pädagogin, Lehrerin, Autorin, Praxis für Systemische Beratung & Therapie seit 1998, Anerkannte Lehrtherapeutin für Systemaufstellungen (DGfS), Einzelarbeit, systembezogene und potenzialorientierte Aufstellungsgruppen, Lehrtätigkeit im In- und Ausland. Langjährige Mitarbeit im Leitungsgremium der Deutsche Gesellschaft für Systemaufstellungen (DGfS) und in der Schriftleitung der Praxis der Systemaufstellungen. Organisation der DGfS-Tagungen 2013 und 2015. Lebt und arbeitet in München.

www.lisa-boehm.de

Lisa Böhm

Alles in mir

Aufstellen im Kreis der Urprinzipien

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.

1. Auflage 2016

© 2016 Verlag der Ideen, Volkach

www.verlag-der-ideen.de

eISBN 978-3-942006-23-1

Grafik und Tabelle zum vertikalen Heilsystem sind mit freundlicher Genehmigung dem Buch von Dr. Klinghardt: Lehrbuch der Psychokinesiologie, Freiburg, INK Verlag, entnommen.

Covergestaltung und Layout:

Jonas Dinkhoff, www.starkwind-design.de

Printed in Germany

Inhalt

Einstimmung

Ein Fallbeispiel

Bausteine des Konzepts

Elemente der Aufstellungsarbeit

Traumatisierung und Aufstellungsarbeit

Das Innere Team in der Aufstellungsarbeit

Praktische Arbeit im Kreis der Urprinzipien

Praktische Beispiele

Erste Erfahrungen im Kreis der Urprinzipien in Eigenregie

Der Kreis der Urprinzipien als Reflexionsgrundlage

Nachklang

Persönliches und Dank

Literatur

Anhang

Einstimmung

Die Frage nach dem »Wer bin ich?« oder dem Sinn und Ziel des Lebens stellt sich wohl jeder ein Leben lang, abhängig von den einzelnen Lebensphasen, mehr oder weniger intensiv. In der Zeit bis etwa 25 Jahre wird die Frage insbesondere durch Ausprobieren von Möglichkeiten – ohne sich festlegen zu müssen – beantwortet. Zwischen 25 und etwa 50 Jahren ist die Zeit, in der die Suche nach Antworten verstärkt oder bewusst darauf verzichtet wird. Sind die 50 Jahre überschritten, wird die Frage oft modifiziert: »War das alles?« und angesichts des Älterwerdens und dem sich andeutenden Schwinden der Kräfte wird sie mit einer höheren Dringlichkeit gestellt. Krisenzeiten, wie die Trennung vom Partner, Verlust des Arbeitsplatzes oder eine Erkrankung verlangen zunächst eine ganz praktische Bewältigung der Akutsituation.

Häufig sind sie aber auch Anlass, grundsätzlich über sich nachzudenken. Dabei wird dann deutlich, dass Bewältigungsstrategien, Projektionen und Kompensationen allein dauerhaft für ein zufriedenstellendes Leben ungeeignet sind und oft beginnt dann ein mühsamer Prozess, um bei sich selbst anzukommen. Dies wirkt in zwei Richtungen: Die Selbsterkenntnis hilft, Stresssituationen aufgrund der bewusst gewordenen Ressourcen besser bewältigen zu können. Gleichzeitig wird deutlich, dass alles in jedem selbst vorhanden ist: Die Freude und der Schmerz, die Fähigkeit damit umzugehen oder es zu lassen, die Macht und die Ohnmacht. Die Frage ist dann: »Wie kann ich mein Leben so gestalten, dass es für mich ganz persönlich stimmig ist, dass es mir entspricht?« »Welches Potenzial habe ich oder muss ich noch in mir entdecken?«

Das Modell des Urprinzipienkreises hält nicht nur für diese Fragen Antworten bereit, die durch Nachdenken allein meist nicht gefunden werden können, sondern auch für die in Krisenzeiten zentrale Frage: »Was fehlt, damit die nächsten Schritte aus der Krise herausführen?«. Für eine erste Diagnose kann jeder selbst tätig werden. Für vertiefte Erkenntnisse ist es allerdings sinnvoll, sich begleiten zu lassen, denn die Gefahr, blinde Flecken zu übersehen oder bedeutsame Aspekte nicht zu erkennen, ist in einer Stresssituation groß.

Dieses Buch bietet wesentliche Hintergrundinformationen und Anregungen, gedankliche Ausflüge zu machen, mit konkret vorgestellten Hilfsmitteln selbst tätig zu werden oder auch von den Möglichkeiten zu erfahren, die es mithilfe dieses Modells im Rahmen einer professionellen Begleitung gibt. Eine zentrale Rolle spielt dabei die Aufstellungsarbeit, die ursprünglich mit dem klassischen Familienstellen bekannt geworden ist, bei dem die unbewussten Verbindungen zu den Familienmitgliedern ebenso wie Veränderungen bewusst und erlebbar gemacht werden. Das ist nach wie vor eine wesentliche Säule in meiner praktischen Tätigkeit. Die Erkenntnisse aus der Aufstellungsarbeit sind aber auch von allgemeinerer Natur. Sie öffnen die Tür für das dreidimensionale Sichtbarmachen von inneren Bildern aus Gegenwart und Vergangenheit, die individuell in die tiefste Tiefe oder systembezogen in die Weite gehen und einen größeren Kontext herstellen. Sie ermöglichen, diese Bilder zu erleben, zu spüren und zu ändern. Sie aktivieren die intuitive und die sensorische Wahrnehmung, die Wahrnehmung mit allen Sinnen, die meist zu anderen Sichtweisen führt als eine rein intellektuelle Auseinandersetzung.

Die Arbeit mit dem Urprinzipienkreis hat sich im Zusammenspiel mit anderen, später vorgestellten Bausteinen als ein ganzheitliches, über viele Jahre gewachsenes Konzept entwickelt, das sich als Gedankengebäude im Hintergrund und im praktischen Tun bewährt hat.

Die genaue Beschreibung in diesem Buch schafft eine gute Basis für Selbsttätigkeit in Eigenregie oder ist Anregung, sich mit dieser Methode begleiten zu lassen.

Eine letzte Anmerkung: Dieses Modell kann keine Therapie ersetzen, die vor allem bei frühkindlichen und schwerwiegenden Traumata oder hartnäckigen Verstrickungen mit dem Familiensystem in Anspruch genommen werden sollte.

Ein Fallbeispiel

Um einen ersten Einblick in die Dimensionen der Arbeit zu gewinnen, möchte ich von einem Fall aus meiner Praxis berichten: Frau K., 49 Jahre alt, hat sich vor einem Jahr selbstständig gemacht und arbeitet als Lebensberaterin mit unterschiedlichen Coaching-Methoden mit zufriedenstellendem Erfolg. Sie ist momentan noch halbtags im Büro tätig, möchte sich aber gern vollständig auf ihre selbstständige Tätigkeit konzentrieren und ihre Frage ist: »Was fehlt?« Nach einer kurzen Einführung in das Format und die Arbeitsweise, einigen wir uns darauf, dass wir die Frage hinsichtlich der Betrachtungsebene ganz offen gestalten und uns von der Aufstellung im Kreis der Urprinzipien überraschen lassen, um herauszufinden, in welcher Richtung vertieft geschaut werden müsste.

Für die Betrachtung im Kreis der Urprinzipien sind auf dem Boden 12 Positionen ausgelegt. Sie geht einmal außen herum und stellt sich dann auf den in der Mitte markierten Platz, nimmt den sie umgebenden Kreis wahr und konzentriert sich dann auf die Frage: »Von welchen Platz kommt eine Antwort auf die Frage, was fehlt?« Sie dreht sich einmal um sich selbst, schaut, dann bleibt sie stehen und spürt. Sie benennt drei Plätze, die an einer markierten Nummer eins beginnen und dann im Gegenuhrzeigersinn durchgezählt die Nummern 8, 11, 12 sind. In einem Prozess lernt sie die Positionen, angeregt durch Wahrnehmungsangebote kennen und assoziiert dazu. Sie nimmt ihren Körper auf den Positionen stehend wahr, formuliert Gefühle und Körperreaktionen. Auf die Frage, welche Energiemuster bzw. Gefühle oder Gefühlszustände sie wahrnimmt, berichtet sie über folgende Erkenntnisse: Position 8 bringt sie in Kontakt mit Gefühlen, vor allem dunklen und unangenehmen wie beispielsweise Angst, aber auch Leidenschaft, Position 11 mit der Weite des Kosmos, sie hat das Bedürfnis ihre Arme weit nach oben auszustrecken, Position 12 verursacht bei ihr einen vernebelten, unklaren Zustand. Die Frage, ob es sein kann, dass diese drei Positionen für ihre Ausgangsfrage Sinn machen, beantwortet sie damit, dass sie in der Tat Angst vor dem Dunklen hat und das Vernebelte, ja Geheimnisvolle aus ihrer Familie zwar gut kennt, sie aber auch keine Möglichkeit sieht, das Schweigen darüber zu durchbrechen. Ein Austausch zwischen Begleiterin und Klientin führt dazu, die einzelnen Positionen in einem größeren Zusammenhang zu sehen, indem das jeweilige Gegenteil erarbeitet und darüber gesprochen wird. So ergibt sich bei Position 8 das Spektrum Angst und Mut, Leidenschaft/Beharrlichkeit und Loslassen bzw. Hingabe, bei Position 11 die Welt der vielen kreativen Möglichkeiten, aber auch der nicht adäquaten Grenzüberschreitungen und bei Position 12 das Vernebelte, Geheimnisvolle bis zum Mystischen.

Der nächste Schritt ist, dieses veränderte Spektrum zu spüren und dazu stellt sich die Klientin auf die einzelnen Positionen. Alle Positionen empfindet sie als angenehm und kraftvoll, noch verstärkt durch zwei weitere, die das Spektrum bzw. die Amplituden der einzelnen Positionen abstecken. Ein nächster Schritt liegt im Angebot, die Beziehung zu den einzelnen Positionen zu klären, indem die Klientin in der Mitte steht und die Begleiterin die einzelnen Positionen einnimmt. Zur Klarheit wird vereinbart, dass die Begleiterin aus der Position als Stellvertreterin spricht und die Klientin auch selbst Veränderungen in Gestik, Mimik und Körperhaltung bei der Stellvertreterin wahrnehmen kann. Sollte die Begleiterin etwas in ihrer Funktion als Coach sagen, hebt sie die rechte Hand. Die Klientin kann nun ihre Beziehung zu den einzelnen Positionen auf einer vertieften Ebene wahrnehmen und klären. Diese Sequenz ist von besonderer Bedeutung, weil sie verdeutlicht, ob die einzelnen Positionen und deren Energien bzw. Botschaften wirklich integriert werden können. Es gelingt ohne Mühe bei Position 11, mit der sie beginnt. Bei Position 8 und 12 ist ein längerer Prozess nötig, bei dem die Körperwahrnehmung, die Körperhaltung der Begleitung, anerkennende Sätze und deren sorgsamer Abgleich zwischen Begleiterin und Klientin eine Rolle spielen. Am Ende der Sitzung nimmt die Klientin, in der Mitte des Kreises stehend, die drei Positionen als kraftvoll, gleichwertig und integriert wahr.

Der Hinweis darauf, dass die Position 12, deren Prozess der Integration im Vergleich zu den anderen länger gedauert hat, noch vertieft werden könnte, ist Anlass, einen weiteren Termin zu vereinbaren.

In der zweiten Stunde geht es noch einmal um die Beziehung zwischen Position 12 und der Klientin. Das Angebot der Vertiefung ist, entweder individualpsychologisch mit inneren Anteilen weiterzugehen oder die Position im Rahmen des Ahnenkreises zu erhellen. Die Klientin entscheidet sich für Letzteres. Position 12 hat energetisch einen Bezug zu Familiengeheimnissen und zu einer großmütterlichen Energie. Häufig taucht an dieser Stelle die Verbindung zu Großmutter väterlicherseits auf, was die Begleiterin der Klientin erzählt. Diese berichtet, dass sie die Großmutter nicht persönlich kennengelernt hat und um sie herum auch ein Geheimnis gemacht wurde. Außerdem, so hat sie aus Geschichten erfahren, hatte sie einen Hang zum Esoterischen und wurde vom Rest der Familie deswegen nicht ernst genommen. Begleiterin und Klientin einigen sich darauf, mit diesen Informationen diese Position genauer zu beleuchten. Um zu mehr Klarheit zu gelangen, werden neben Position 12 zwei weitere Positionen dazu genommen: Die der realen Großmutter väterlicherseits und eine Position für deren Schicksal. In einem Prozess der Beziehungsklärung, bei dem die Begleiterin auf der Position 12 und nacheinander in die Stellvertretung der großmütterlichen Energie, der realen Großmutter und deren Schicksal geht, kann die Klientin ihre Sehnsucht nach der Großmutter wahrnehmen und sich langsam auf sie zu bewegen, spüren, wie viel Wärme über sie zu ihr gelangt, und sich von ihr in die Arme schließen lassen. Nach der Umarmung ihr noch einmal in die Augen schauend, sagt sie: »Eigentlich bist du mir eine gute Kraft für meinen Weg. Ich erkenne das jetzt. Du bist mir wertvoll.« Anschließend stellt sie sich vor die Begleiterin mit dem Rücken zur Position 12 (energetische großmütterliche Kraft) und kann so in die Runde schauen. Sie erlebt das so, als würde sie sich einer großen Gruppe sehr unterschiedlicher Menschen zeigen und ihr Schlusssatz ist: »Ich bin da«.

Nach einem Vierteljahr schreibt die Klientin eine E-Mail, in der sie mitteilt, dass es in ihrer Praxis einen Zuwachs an Sitzungen um 40 Prozent gäbe. Sie stehe unmittelbar vor der endgültigen Entscheidung sich komplett selbstständig zu machen, wolle aber aus Sicherheitsgründen noch eine kleine Weile beobachten, ob sich die Nachfrage stabil hält, sie sei jedoch sehr zuversichtlich.

Bausteine des Konzepts

Das Konzept des Aufstellens im Kreis der Urprinzipien besteht in der Essenz aus zwei Bausteinen: dem Urprinzipiensystem, das sich auf alle Lebensbereiche und Lebensthemen in einem Lebenszyklus beziehen kann und dem Aufstellen. Neben diesen beiden Bausteinen haben aber noch weitere Modelle im Hintergrund das Konzept wesentlich beeinflusst. Dies sind die Beobachtung und die Auseinandersetzung mit der Kreisenergie, das Innere-Team-Modell und das ganzheitliche Modell der Symptom- und Heilebenen nach Dr. Klinghardt.

Urprinzipien

Urprinzipien sind Grundbausteine und Essenzen, die die unendliche Vielfalt der Phänomene in dieser Welt beschreiben, strukturieren und in vielen Disziplinen eine Basis und Vereinfachung darstellen, um komplexe Phänomene zu betrachten, zu beobachten und daraus Konsequenzen ziehen zu können. In der Farbenlehre existieren als Grundbausteine die Grundfarben, in den Naturwissenschaften die Atome, in der Medizin die Aminosäuren und Hormone. In der Psychologie wird versucht die Vielfalt menschlichen Verhaltens oder die Persönlichkeit in Archetypen oder in Typologien systematisch zu erfassen.

Urprinzipiensysteme

Diese Grundbausteine werden in Urprinzipiensystemen zusammengefasst und stellen jeweils ein in sich geschlossenes und vollständiges Ganzes dar. Sie besitzen eine innere Logik. Wird die innere Struktur konsequent eingehalten, sind sie besonders wirksam, kraftvoll und heilsam.

In ihrer Vereinfachung und Konzentration auf das Wesentliche bieten sie aber auch eine Angriffsfläche:

•Neue Erkenntnisse, die einer Zeitqualität unterliegen, erfordern eine ständige Überprüfung des Systems, die dazu führt, dass es in seiner Struktur beibehalten werden kann oder korrigiert werden muss. Bei Neuerungen müsste entweder ein weiteres Prinzip hinzukommen oder es genügt eine inhaltliche Ergänzung des bereits Vorhandenen.

•Die Begriffe von Urprinzipiensystemen sind sprachlich klar und allgemeingültig, zumindest ist das Bemühen darum sehr groß. Die Begriffe entsprechen aber nicht unbedingt individuellen Wortschöpfungspräferenzen, sodass es auch hier zu laufenden Veränderungen kommen kann, die mit dem persönlichen und fachlichen Hintergrund desjenigen zu tun haben, der sich äußert.

•Andere Systeme lassen sich nicht 1:1 übertragen, das würde dem vorhandenen System Kraft nehmen. Sie sind aber oft ein Impuls, um sprachliche und inhaltliche Ergänzungen oder Veränderungen vorzunehmen.

Das dem hier beschriebenen Konzept zugrundeliegende Urprinzipiensystem hat 12 Positionen. Die Zahl 12 wird schon immer als Zahl von besonderer Kraft betrachtet und taucht in der Bibel bei den 12 Aposteln, in der Zeitrechnung in Form der 12 Monate, 12 Stunden und vielen anderen Zusammenhängen auf. Auch bei der Europaflagge wurden 12 Sterne gewählt, um sie als Zeichen der Einheit, Harmonie und Verbundenheit zu sehen. Auch in der astrologischen Wissenschaft ist ein Zwölfersystem die Basis zur Beantwortung der eingangs gestellten Fragen: »Wer bin ich?« und »Was ist der Sinn meines Lebens?« Sieht man von diversen Auswüchsen in der Medienlandschaft und bei beratenden und Prognose stellenden Astrologen ab, ist die Astrologie eine 2000 Jahre alte wissenschaftliche Methode, die ursprünglich zusammen mit der Astronomie die Vorgänge in der Natur und die Bewegungen am Himmel im Laufe eines Jahreszyklus beobachtete und dazu Analogien in den menschlichen Verhaltensweisen entdeckte. Die Beobachtungen wurden zunächst in sieben, später dann in zehn und schließlich in 12 Positionen zusammengefasst. Diese gelten auch heute noch und haben erstaunlicherweise einer immer komplexer werdenden Welt und den Bewusstseinserweiterungen im Laufe der Jahrhunderte standgehalten. Damit überzeugt das Zwölfersystem allein durch seine jahrtausendealte Tradition und ähnelt damit den Typologien in der Psychologie, um menschliche Verhaltensweisen zu strukturieren.

Zwölfersystem und Betrachtungsebenen

Die 12 Positionen sind auch im Kreis der Urprinzipien Ausgangspunkt für horizontale und vertikale Betrachtungen und Aufstellungen, die alle Themen aus dem persönlichen, beruflichen, gesundheitlichen und spirituellen Bereich erhellen können. Aus der Vielfalt der möglichen Betrachtungsebenen wurden einige wenige zentrale ausgewählt, die sich in der praktischen Arbeit wiederholt und bewährt haben:

•Die Einteilung in 3 × 4 Elemente

•Energiemuster

•Lebensthemen oder Lebensprinzipien

•Innere Anteile in ihren archetypischen Verhaltensmustern

•Innere Anteile in ihrer lebendigen, übertriebenen und defizitären Ausdrucksform

•Ahnenkräfte

Jeder trägt diese Grundbausteine in sich und kann grundsätzlich mit ihnen in Kontakt sein. Das Motto: »Alles in mir – aber wie?« gilt auch dann, wenn es durch persönliche Erfahrungen, durch Stress, durch Traumata oder Verstrickung zunächst so scheint, dass der Blick für das Ganze und alle Positionen versperrt oder unmöglich ist. Im Hier und Jetzt kann trotzdem Bewusstwerdung stattfinden und Bewegungsspielräume im Denken, Fühlen und Tun können entdeckt werden, möglicherweise mit professioneller Hilfe. Allerdings gibt es auch eine Grenze: Bei akutem Stress, schwerer und anhaltender Traumatisierung oder auch bei hartnäckigen Verstrickungen aufgrund von schwersten schicksalhaften Ereignissen im Familiensystem ist der Zugang zu anderen Blickwinkeln so sehr versperrt, dass es zunächst intensiver professioneller Hilfestellungen bedarf.

Um die innere Logik des Urprinzipienkreises zu verstehen, ist es sinnvoll, den Aufbau in Bezug auf grundlegende Energiemuster zu beginnen. Die 12 Positionen gliedern sich in drei Vierergruppen, die in Verbindung mit den vier Elementen Feuer, Erde, Luft, Wasser vier Beweglichkeiten repräsentieren:

•Feuer – dynamisch

•Erde – fixierend

•Luft – flexibel

•Wasser – fließend

Die vier Dynamiken können als inneres Geschehen beobachtet werden, im Kontakt mit anderen und in der Bewegung über sich hinaus. Differenziert betrachtet zeigen sich verschiedene Energiemuster:

Energiemuster als inneres Geschehen

Feuer

dynamisch nach oben

Erde

fixierend nach unten

Luft

flexibel (in Gedanken)

Wasser

im Fluss (der Gefühle)

Energiemuster zum anderen hin

Feuer

dynamisch aus sich heraus

Erde

fixierend das Außen ordnend

Luft

flexibel zum anderen hin

Wasser

im Fluss mit dem radikal Anderen

Energiemuster über sich hinaus:

Feuer

dynamisch zum Höheren hin

Erde

das Wesentliche fixierend

Luft

flexibel in die große Weite

Wasser

im Fluss mit dem Unsichtbaren