Alles über Heilpflanzen - Ursel Bühring - E-Book

Alles über Heilpflanzen E-Book

Ursel Bühring

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Beschreibung

Die Heilkraft der Natur - Von der renommierten Heilpraktikerin und Gründerin der Freiburger HeilpflanzenschuleUrsel Bühring - Beschwerden natürlich behandeln: Welche Heilpflanze hilft wogegen? - Die schönsten Heilpflanzengärten Lernen Sie die wichtigsten Heilpflanzen mit Ihren Inhaltsstoffen undWirkungen auf die Gesundheit kennen. Erfahren Sie alles über die richtigeZubereitung von Heiltees, Salben und Cremes sowie die Anwendung vonPackungen, Auflagen und Wickeln. Zahlreiche Rezepte zum Selbermachenhelfen gegen viele Beschwerden.

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Seitenzahl: 710

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Ursel Bühring

Alles über Heilpflanzen

erkennen, anwenden, gesund bleiben

2., aktualisierte Auflage

208 Farbfotos71 farbige Zeichnungen von Lutz-Erich Müller, Leipzig

Impressum

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.

Das Werk einschließlich aller seiner Teile ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung außerhalb der engen Grenzen des Urheberrechtsgesetzes ist ohne Zustimmung des Verlages unzulässig und strafbar. Das gilt insbesondere für Vervielfältigungen, Übersetzungen, Mikroverfilmungen und die Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen.

© 2007, 2011 Eugen Ulmer KG

Wollgrasweg 41, 70599 Stuttgart (Hohenheim)

E-Mail: [email protected]

Internet: www.ulmer.de

Umschlaggestaltung: red.sign, Anette Vogt, Stuttgart

Lektorat: Karin Wachsmuth, Carola Pröbstle

Herstellung: Ulla Stammel

eISBN: 978-3-8001-9585-5

Vorwort

Liebe Leserinnen und Leser,

Sie halten ein Heilpflanzenbuch in der Hand, an dem Sie zuallererst einmal Ihre Freude haben sollen: Schmökern Sie mit Genuss!

Lassen Sie sich im ersten Teil des Buches vom Kapitel „Mit Heilpflanzen arbeiten“ inspirieren und lernen Sie, wie Sie Ihre „grüne Hausapotheke“ selbst herstellen können (Tees, Weine, Tinkturen, Salben, Wickel und vieles mehr). Zugleich können Sie sich informieren, wie die wichtigsten Inhaltsstoffe der jeweils beschriebenen Pflanze auf den Körper wirken.

Der zweite Teil des Buches beschreibt die wichtigsten Heilpflanzen in alphabetischer Ordnung und zeigt Ihnen, wie Sie mit ihnen umgehen und sie nutzen können. Wo kommen die Pflanzen her und wie erkennen Sie sie in der Natur? Der Abschnitt „Anbau und Ernte“ beschreibt, wie Sie die Pflanzen selbst ziehen können. Was eine Pflanze zur Heilpflanze macht, finden Sie im medizinischen Teil: Wie und wo wirkt die Pflanze? Details finden Sie unter „Medizinische Anwendung“: Inhaltsstoffe, innerliche und äußerliche Anwendungen, Tagesdosis, Nebenwirkungen und Gegenanzeigen, das heißt, bei welchen Beschwerdebildern oder Krankheiten Sie die Pflanzen besser nicht anwenden sollten. Anschließend kommt der praktische Teil: Eine Fülle an Rezepten zu Tees und bewährten Teemischungen, aber auch zahlreichen anderen Zubereitungen wie Salben und Tinkturen, damit Sie bei Bedarf gleich „loslegen“ können.

Im dritten Teil des Buches finden Sie die häufigsten gesundheitlichen Beschwerden und Behandlungsmöglichkeiten aus der Heilpflanzenkunde, welche Heilpflanzen bei welchen Beschwerden am besten wirken und viele naturheilkundliche Tipps. Und natürlich gibt es einen Adressteil mit wichtigen Informationen über Bezugsquellen, Gärtnereien, Fortbildungen und vielem mehr.

Wenn Sie sich Pflanzenwissen angeeignet haben, werden Sie mit viel Freude Ihre Gesundheit in die eigene Hand nehmen können. Ich wünsche Ihnen viel Freude beim Eintauchen in die heilende Pflanzenwelt – und vor allem empfehle ich Ihnen: Gehen Sie hinaus in die Natur und lernen Sie mit allen Sinnen! Um mit Goethe zu sprechen: „Es ist nicht genug zu wissen – man muss es auch anwenden. Es ist nicht genug zu wollen – man muss es auch tun“.

Danksagung

Ich möchte mich ganz herzlich bei all denen bedanken, die in vielfältiger Weise zum Gelingen dieses Buches beigetragen haben: Den TeilnehmerInnen meiner Heilpflanzenschule, die mich seit ihrer Gründung 1997 durch ihre vielen interessierten Fragen immer wieder aufs Neue dazu gebracht haben, die Pflanzen und ihren Einsatz vertieft zu studieren; meinen Dozenten-Kolleginnen Helga Ell-Beiser und Michaela Girsch, mit denen ich regen Austausch pflege; meinem Sohn Christian in Neuseeland, der mich nicht nur in Computerproblemen unterstützt hat, sondern mir auch sonst geduldig und interessiert mit Rat und Tat zur Seite stand; der Ärztin und Lektorin Frau Nathalie Blanck, die alle medizinischen Details des Werkes eingehend geprüft hat; dem Verlag Eugen Ulmer für die freundliche Betreuung durch Frau Karin Wachsmuth, Frau Antje Ruf und Frau Ina Vetter; und vor allem Frau Carola Pröbstle, die mit detailliertem Nachfragen und viel Systematik dem Werk eine bereichernde Struktur geschenkt hat. Herzlichen Dank auch an Lutz-Erich Müller für seine wunderschönen Zeichnungen.

Ursel Bühring

Inhaltsverzeichnis

Erster Teil: Mit Heilpflanzen arbeiten

Vom Umgang mit Heilpflanzen

Heilpflanzen in der Natur sammeln

Heilpflanzen einkaufen

Heilpflanzen weiterverarbeiten

Grundrezepturen für Tees

Die Grundregeln der Dosierung

Die Art der Zubereitung

Die Kunst der Teemischung

Die grüne Hausapotheke

Tinkturen

Salben und Cremes

Auszugsöle

Medizinalwein

Kräuterkissen

Heilpflanzenbäder

Auflagen, Kompressen und Wickel

Die wichtigsten Inhaltsstoffe

Ätherische Öle

Alkaloide

Anthozyane

Kumarine

Digitalisglykoside

Flavonoide

Senföle

Bitterstoffe

Gerbstoffe

Seifenstoffe

Schleimstoffe

Salizin

Zweiter Teil: Heilpflanzen im Porträt

Acker-Schachtelhalm

Acker-Stiefmütterchen

Andorn

Arnika

Artischocke

Baldrian

Bärlauch

Beinwell

Birke

Blutwurz

Brennnessel

Buchweizen

Efeu

Eiche

Eisenkraut

Engelwurz

Enzian

Erdrauch

Eukalyptus

Fenchel

Frauenmantel

Gänseblümchen

Gänse-Fingerkraut

Ginkgo

Ginseng

Goldrute

Heidelbeere

Hirtentäschel

Hohlzahn

Holunder

Honigklee

Hopfen

Huflattich

Ingwer

Johanniskraut

Kamille

Kapuzinerkresse

Knoblauch

Kohl

Königskerze

Kümmel

Lavendel

Lein

Linde

Löwenzahn

Majoran und Dost

Malve und Eibisch

Mariendistel

Meerrettich

Melisse, Zitronen-Melisse

Mutterkraut

Nachtkerze

Pfefferminze

Ringelblume

Rose

Rosmarin

Rosskastanie

Salbei

Sanddorn

Schafgarbe

Schlüsselblume

Sonnenhut

Spitz-Wegerich

Süßholz

Thymian

Wacholder

Weide

Weißdorn

Wermut

Zaubernuss

Zwiebel

Dritter Teil: Erkrankungen mit Heilpflanzen behandeln

Erkrankungen des Bewegungsapparats

Wie Bewegung funktioniert

Rheumatische Erkrankungen

Verdauungsbeschwerden

Wie die Verdauung funktioniert

Was tun bei Verdauungsbeschwerden?

Wie der Magen arbeitet

Erkrankungen des Magens

Wie der Darm arbeitet

Erkrankungen des Darms

Wie Leber, Galle und Bauchspeicheldrüse arbeiten

Erkrankungen der Leber

Erkrankungen der Galle

Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse

Nieren- und Harnwegserkrankungen

Wie Nieren und Harnwege arbeiten

Nierenerkrankungen

Harnwegserkrankungen

Herz- und Kreislauferkrankungen

Wie das Herz funktioniert

Wie der Blutkreislauf funktioniert

Erkrankungen des Herzens

Kreislauferkrankungen

Gefäßerkrankungen

Erkältungen und Atemwegserkrankungen

Wie die Atmung funktioniert

Atemwegserkrankungen

Hauterkrankungen

Wie die Haut arbeitet

Wunden und Verletzungen

Stoffwechselbedingte Hauterkrankungen

Sonstige Hauterkrankungen

Seelische Beschwerden

Schlafstörungen und Erschöpfung

Depressionen und Ängste

Schmerzen

Frauenbeschwerden

Menstruationsbeschwerden

Wechseljahresbeschwerden

Kinderkrankheiten

Kinder behandeln

Erkältungen und Atemwegserkrankungen

Verdauungsbeschwerden

Harnwegserkrankungen

Wunden und Verletzungen

Hauterkrankungen

Schlafstörungen

Kopfschmerzen

Insektenstiche

Zahnen

Klassische Kinderkrankheiten

Service

Literatur, Adressen, Internetseiten, Glossar

Bei welchen Beschwerden helfen welche Pflanzen?

Register

Erster Teil:Mit Heilpflanzenarbeiten

Vom Umgang mit Heilpflanzen

Heilen mit Pflanzen ist die älteste Heilkunde. Heilen mit Pflanzen geschieht, richtig angewendet, behutsam und nachhaltig – und dauert seine Zeit. Die Pflanzenheilkunde bietet eine Fülle an Möglichkeiten, echter Heilung Raum zu schenken, weil sie die Selbstheilungskräfte des Körpers aktiviert und nicht darauf angelegt ist, Symptome vorschnell zu unterdrücken. Stattdessen ermutigt sie, selbst an der eigenen Gesundung mitzuarbeiten.

Der Glaube an die unfehlbare Kraft von Antibiotika hat nachgelassen; das Interesse an naturheilkundlichen Alternativen nimmt dagegen immer mehr zu. Dabei müssen die so genannte Schulmedizin und die Naturheilkunde keinesfalls unvereinbare Gegensätze sein, sie können sich im besten Falle wunderbar ergänzen! Wo in bestimmten Fällen Antibiotika oder eine Operation das Mittel der Wahl sind, so sind bei anderen Beschwerden mit der gleichen Selbstverständlichkeit Heilpflanzen, Wickel oder andere Anwendungsmöglichkeiten aus der Fülle der Naturheilkunde am richtigen Platz. Wenn Sie pflanzliche Wirkstoffe der Natur nutzen, muss das nichts mit Ablehnung der Schulmedizin zu tun haben.

Die Schulmedizin selbst hat inzwischen die Jahrtausende alten Heilpflanzenerfahrungen modernen, pharmakologischen Studien unterzogen und erstaunlich oft die Heilwirkungen wissenschaftlich bestätigen können, die der Erfahrungsmedizin seit langem vorliegen. Pflanzen sind hochwirksam und können auch Nebenwirkungen haben. Wenn Sie sich ausführliches Pflanzenwissen angeeignet haben, dann erkennen Sie auch die Grenzen der Selbstbehandlung.

Was ist die Kommission E?

Für die Zulassung von Arzneimitteln sind Nachweise über deren Wirksamkeit, ihre pharmazeutische Qualität und ihre Unbedenklichkeit nötig, außerdem Informationen über Wirkungen, Nebenwirkungen, Anwendungsempfehlungen, Gegenanzeigen, Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten und die jeweils empfohlene Dosierung. Das gilt auch für pflanzliche Mittel. Die Kommission E ist eine Expertenkommission, die 1978 vom damaligen Bundesgesundheitsamt gegründet wurde. Ihre Aufgabe bestand darin, wissenschaftliches Erkenntnismaterial zu Wirksamkeit und Unbedenklichkeit einer Arzneipflanze und das gesammelte Erfahrungswissen darüber zu überprüfen und daraus eine Art Steckbrief (Monographie) für jede dieser Pflanzen zu erstellen. Waren die Voraussetzungen erfüllt, wurden die Pflanzen „positiv monographiert“, das heißt mit einer genauen Empfehlung für die Anwendungsbereiche verabschiedet. Dieser „Gesetzestext“ klingt daher sehr wissenschaftlich.

Feld mit blühendem Lein.

Aus vielen Löwenzahnblüten wird ein feiner Löwenzahnsirup.

Heilpflanzen in derNatur sammeln

„Kann ich denn heutzutage noch sammeln gehen, wo es doch überall umweltverschmutzt ist, wo der Hund Gassi geführt wird oder Landwirte spritzen, was das Zeug hält“? Solche und ähnliche Fragen werden oft gestellt. Natürlich können wir heutzutage sammeln gehen, schließlich wachsen die Heil- und Wildkräuter auf der gleichen Erde wie das Gemüse, das wir essen. Außerdem werden an Heil- und Wildkräuter (zu Recht) strengere Bedingungen gestellt, obwohl wir diese in viel geringeren Mengen zu uns nehmen. Viel wichtiger ist es, dass Sie nur das sammeln, was Sie auch wirklich kennen, sich entsprechend informieren oder weiterbilden. Möglichkeiten dazu gibt es zahlreiche, sei es eine fachkundige Kräuterfrau, die Volkshochschule, der Bund für Umwelt und Naturschutz in Deutschland (BUND) bzw. dessen Regionalverbände (BN), oder auch Heilpflanzenschulen (siehe hier). Tipps zum Sammeln und Weiterverarbeiten der Kräuter:

Beginnen Sie beim Sammeln mit wenigen Pflanzen, die Sie wirklich gut kennen und dann auch richtig anwenden lernen. Im Buchhandel gibt es Pläne über Landschaftsschutzgebiete Ihrer Umgebung (da dürfen Sie sammeln!), und Naturschutzgebiete (da ist Sammeln verboten!).

Außerdem gibt es die so genannte „Rote Liste der gefährdeten Pflanzenarten“, in der geschützte Pflanzen beschrieben sind.

Suchen Sie sich einen Sammelplatz, wo Ihre „Ernteschätze“ zahlreich vorkommen, gesund sind und in einer gesunden Umgebung gedeihen. Sie werden feststellen, wie Sie dabei auf einmal wunderbare Fleckchen Erde entdecken, die Sie sonst nie bemerkt hätten – die Welt um Sie herum wird dadurch reicher! Sammeln Sie an unbelasteten Feld-, Wald- und Wiesenrändern, an Hecken, Bachufern und trockenen Hängen, an Waldlichtungen, Flussufern und natürlich im eigenen oder – selbstverständlich nur mit dessen Erlaubnis! – in Nachbars Garten.

Sammeln Sie nur junge, schöne und saubere Pflanzenteile von kräftigen, gesunden Pflanzen. Das Sammelgut sollten Sie nicht waschen, sonst schimmelt es beim Trocknen!

Sammeln Sie nur Pflanzen, die Sie hundertprozentig kennen oder mit Bestimmungsbuch und Lupe eindeutig identifizieren können.

Sammeln Sie nur so viele Pflanzen, wie Sie benötigen. Sammeln Sie nie den gesamten Bestand einer Pflanze, denn die Pflanze soll sich noch versamen und nächstes Jahr weiter wachsen können.

Am besten ist es, Sie „knipsen“ die Pflanzenteile mit der Hand ab, nur bei besonders harten Stängeln wie bei Schafgarbe oder Johanniskraut verwenden Sie Schere oder Messer, damit Sie nicht die Wurzel mit ausreißen.

Das Wetter spielt eine große Rolle beim Sammeln beziehungsweise Ernten: Nach starken Regenfällen sind Pflanzen vorübergehend wirkstoffärmer, genauso bei starker Trockenheit. Pflanzen sind „rhythmische Wesen“, ihr Wirkstoffgehalt schwankt im Laufe des Tages und ihres Vegetationsrhythmus’; deshalb ist die Tageszeit der Ernte von Bedeutung.

Pflanzen

mit ätherischen Ölen ernten Sie bei Blühbeginn oder zur Vollblüte kurz vor der Mittagszeit, wenn die Sonne die ätherischen Öle schon „hoch gelockt“ hat, sie aber noch nicht „verduftet“ sind, denn diese Pflanzen schützen sich durch das Verdunsten ihrer ätherischen Öle vor zu großer Hitze.

Samen

sammeln Sie zur Mittagszeit, dann ist ihr Wirkstoffgehalt am höchsten.

Wurzeln

ernten Sie am frühen Morgen, weil nachts viele Wirkstoffe in die Wurzel zurück fließen und erst morgens wieder in die oberen Pflanzenteile hoch strömen. Wollen Sie auf den Mond achten, besorgen Sie sich dazu entsprechende Mond- oder Aussaatkalender. Hier sind die Blatt-, Blüten-, Frucht- und Wurzeltage angegeben.

Sammeln Sie nicht dort, wo der Hund Gassi geführt wird, wo mit Pestiziden gearbeitet oder Flächen intensiv landwirtschaftlich genutzt werden. Halten Sie in der Nähe von viel befahrenen Straßen oder Autobahnen einen Abstand von 200–500 Metern. Gefährdete oder geschützte Pflanzen sind natürlich tabu!

Die Blätter werden zum Trocknen gleich nach der Ernte vom Stängel gezupft.

Heilpflanzeneinkaufen

Heilpflanzen weiterverarbeiten

Transportieren Sie das Sammelgut in einem Korb, einer Stofftasche oder einer Papiertüte rasch nach Hause. Verwenden Sie keine Plastiktüten, das lässt Pflanzen „schwitzen“ und fördert die Zersetzung von Eiweiß.

Zuhause breiten Sie Ihre Ernte auf einem flachen Korb locker aus und lassen sie luftig, trocken und staubfrei im Schatten trocknen. Das Trocknen entzieht der Pflanze Wasser. Dadurch wird sie konserviert und von einer Arzneipflanze in eine Droge umgewandelt.

Die Wirkstoffe strömen während des Trocknungsvorgangs zum Stängel zurück. Werden die Blätter (= „folium“) medizinisch verwendet, zupfen Sie sie direkt nach dem Ernten vom Stängel ab und breiten sie flach auf einem Korb aus, dann bleiben die gesamten Inhaltsstoffe in den Blättern. Wird das ganze blühende Kraut (= „herba“) medizinisch verwendet, können Sie die Pflanzen auch als Kräutersträuße locker und luftig aufhängen. Pflanzen mit Pflanzenschleimen neigen zum Schimmeln, deshalb müssen Sie sie besonders sorgfältig trocknen: Einzeln, Blatt neben Blatt, Blüte neben Blüte. Waschen Sie die Kräuter nicht vor dem Trocknen, sonst könnten sie schimmeln! Nur Wurzeln (= „radix“) waschen Sie kurz, schneiden oder fädeln sie dann längs auf und hängen sie zum Trocknen auf. Wenn Sie viele Pflanzen auf einmal trocknen wollen, eignet sich auch ein Wäscheständer mit einem Leintuch darüber. Wenn Sie einen Dörrapparat verwenden wollen, darf die Temperatur 35–40°C nicht überschreiten. Blüten brauchen 3–8 Tage zum Trocknen, Blätter 3–6 Tage, schleimhaltige Pflanzen oft 2–5 Tage länger. Wird die Blüte (= „flos“) medizinisch verwendet, legt man sie einzeln aus und trocknet sie rasch und behutsam.

Das Wort „Droge“ kommt vom altdeutschen Wort für „trocken“ und hat nichts mit Rauschgift zu tun!

Hier wird die Kräuterernte schonend getrocknet.

Getrocknete Pflanzen „knistern“, fühlen und hören sich an wie Cornflakes. Sobald das der Fall ist, füllen Sie die Pflanzen locker und unzerkleinert in ein dunkles Glas, ein sauberes Holzkästchen, spezielle Porzellan- oder Kartondosen, einen Leinenbeutel oder eine bewachste Papiertüte (Apotheke) und bewahren sie so auf. Lassen Sie die Blätter ganz, sonst gehen bei jeder Bruchstelle Wirkstoffe verloren. Beschriften Sie den Inhalt samt Datum gleich anschließend, denn getrocknet erkennt man die Pflanzen oft nicht wieder. Nach einem Jahr sollten Sie die Pflanzen nicht mehr für Heilzwecke verwenden, weil sich viele Wirkstoffe abgebaut haben. Geben Sie die Reste dann einfach ins Gießwasser oder auf den Kompost, dann haben Sie sich die Arbeit nicht umsonst gemacht.

Blüte vom Gänse-Fingerkraut.

Erdrauch lindert „Diätsünden“.

Die genauen Details, wann und wie welche Pflanze geerntet, getrocknet und aufbewahrt wird, finden Sie im jeweiligen Pflanzenporträt im zweiten Teil des Buches beschrieben.

Folgende Pflanzenteile werden medizinisch genutzt und finden sich bei den Pflanzenporträts unter dem Kapitel „Medizinische Anwendung“ als Rezepturvorschrift wieder:

Acker-Stiefmütterchen für Kindertee.

Verwendet wird

Bezeichnet als

Blatt

folium

Blatt mit Blüte

folium cum flos

Blatt und Rinde

folium et cortex

Blühendes Kraut

herba

Blüte

flos

Frucht

fructus

Frucht mit Samen

fructus cum semine

Öl, ätherisches

aetheroleum

Öl, fettes

oleum

Rinde

cortex

Samen

semen

Wurzel

radix

Wurzel mit Kraut

radix cum herba

Wurzelstock

rhizoma

Zapfen/Drüse

strobulus/glandula

Zwiebel

bulbus

Grundrezepturen für Tees

Bei den Rezepten wurdenfolgendeAbkürzungenverwendet:

ELEsslöffelgGramml/mlLiter/MilliliterMspMesserspitzeTLTeelöffel

Tee ist ein Genuss; machen Sie diesen Genuss zum Ritual und genießen Sie Ihre Teestunde, auch und gerade, wenn es dabei um Ihre Gesundheit geht: Trinken Sie Schluck für Schluck im Sitzen, das verbessert auch die Aufnahme der Inhaltsstoffe in den Körper. Sie finden Kräutertees schrecklich? Dann aromatisieren Sie sie einfach mit Zimt, Vanille, Kardamon, Gewürznelken, Fenchel, Wacholder oder Ingwer; damit unterstützen Sie gleichzeitig die Wirkung der Heilkräuter.

Teebeutel aus dem Lebensmittelladen sind zum Durstlöschen durchaus akzeptabel, nicht aber für die Therapie, denn die Pflanzen sind stark zerkleinert, oft pulverisiert und dadurch wirkstoffärmer. Oft sind Pflanzenteile darunter, die medizinisch gar nicht verwendet werden. Nur wenn Teebeutel den Richtlinien des Deutschen Arzneibuchs (DAB) entsprechen, dürfen sie medizinisch verwendet werden. Sie sind dann in der Apotheke erhältlich, und im optimalen Fall aromageschützt verpackt. Solche Teebeutel sind ein Kompromiss auf Reisen, für ältere Menschen oder für Menschen in Zeitnot, weil sie „vordosiert“ und schnell und einfach zuzubereiten sind. Jedoch ist die hochwirksame offene Ware vorzuziehen.

Wichtig für alle Heilpflanzentees: Bereiten Sie sie immer frisch zu!

Die Grundregelnder Dosierung

Normalerweise nimmt man 1–2 Teelöffel (TL) pro Tasse Wasser, das heißt für 150–200 ml Wasser. Die Teelöffelmenge bezieht sich dabei auf einen gestrichenen Teelöffel, nicht auf einen gehäuften! Die Teefarbe ist übrigens kein Kriterium für den Wirk- oder Heilstoffgehalt.

Die meisten Pflanzen können Sie auch frisch verwenden; in diesem Fall verdoppeln Sie die Dosis: Statt einem Teelöffel nehmen Sie zwei. Die Teeangaben gelten für Erwachsene. Für Kinder unter 14 Jahren werden die Angaben im Allgemeinen halbiert, bei Kleinkindern oder Säuglingen ihrem Alter entsprechend geviertelt oder geachtelt (siehe hier).

Die übliche Tagesmenge für einen Heilpflanzentee beträgt 2–3 Tassen. Eine Heilkräuterteekur dauert in der Regel 3–6 Wochen, denn die erwünschte Wirkung wird häufig nur bei regelmäßiger und länger dauernder Anwendung erreicht. Ausnahmen finden Sie in den jeweiligen Pflanzenporträts vermerkt.

Die Artder Zubereitung

Tee ist nicht gleich Tee. Wenn es lediglich eine Flüssigkeit zum Durststillen sein soll, dürfen Sie ihn zubereiten, wie Sie möchten. Sollen aber in einem Heilpflanzentee die heilsamen Inhaltsstoffe der Pflanzen auf bestmögliche Weise zur Wirkung kommen, spielt die Art der Zubereitung eine wichtige Rolle. Die drei wichtigsten Heilteezubereitungen finden Sie hier.

Überbrühung oder heißerAufguss (Infus)

Eine Überbrühung ist die häufigste Art der Zubereitung, die sich vor allem für Blüten und Blätter eignet. Überbrühen Sie die Pflanzen mit kochendem oder heißem Wasser, lassen Sie sie bei geschlossenem Deckel ziehen und gießen Sie sie anschließend über ein Sieb oder Filter ab. Zerkleinern Sie die Pflanzenteile direkt vor der Zubereitung, damit sich ihre heilsamen Wirkstoffe auch optimal entfalten können.

Ätherisches Öl enthaltende Kamillenblüten werden überbrüht.

So wird’s gemacht: 1 gestrichenen TL getrocknete, frisch zerkleinerte „Arzneidroge“ (oder 1 EL frisches Kraut) mit einer Tasse (150–200 ml) kochendem beziehungsweise heißem Wasser übergießen, bedeckt 3–10 Minuten ziehen lassen und danach abgießen. Enthalten die Heilpflanzen wirksame ätherische Öle, übergießen Sie sie nur mit heißem Wasser (einmal aufgekocht, aber nicht mehr sprudelnd); lassen Sie den Tee bei geschlossenem Deckel ziehen, damit die leicht flüchtigen ätherischen Öle nicht mit dem Wasserdampf verloren gehen und sich im wahrsten Sinne des Wortes „verduften“. Anschließend gießen Sie ab; lassen Sie die am Deckel befindlichen Kondenstropfen auch noch in die Tasse abtropfen. An ihnen haften die ätherischen Öle, die so ins Getränk zurück gelangen.

Schleimstoffhaltige Malvenblüten setzt man kalt an.

Brauchen Sie für bestimmte Gelegenheiten eine größere Menge Tee (2 Liter oder mehr), zum Beispiel zum Fasten oder für so genannte „Frühjahrskuren“, dann überbrühen Sie lediglich 1 Esslöffel getrocknete Teekräuter mit 1 Liter heißem Wasser und lassen nur 1 Minute ziehen. Das ergibt einen sehr dünnen Tee mit milder Heilwirkung, der auch ein verträglicher Durstlöscher ist.

Kaltwasserauszug(Mazerat)

Schleimhaltige Drogen wie Malve, Eibisch oder Spitz-Wegerich bereiten Sie mit einem Kaltwasserauszug zu, weil die enthaltenen Schleimstoffe bei kochend heißem Wasser abgebaut und wirkstoffvermindert würden oder „verkleistern“ (z. B. die Eibischwurzel). Die „Teezubereitung für Faule“, weil sie so einfach geht.

So wird’s gemacht: 1 TL gut zerkleinerte Pflanzen (Droge) in 1 Tasse kaltes Wasser legen und 1–5 Stunden unter gelegentlichem Umrühren ziehen lassen (zarte Malvenblätter und -blüten und Leinsamen 1–2 Stunden, Eibischwurzeln 3–5 Stunden), danach abgießen. Manche Pflanzen zieht man auch kalt aus, damit keine unerwünschten (Gift-)Stoffe gelöst werden, wie zum Beispiel das giftige Viskotoxin von Mistelblättern. Nachteil dieser Zubereitung ist die relativ hohe Keimbelastung, denn schon nach wenigen Stunden können Schleimpflanzen zu schimmeln beginnen, oder es entwickeln sich krankmachende Keime, die zu Magen-Darm-Beschwerden führen können. Setzen Sie deshalb immer nur 1 Tasse Tee an und trinken Sie ihn unmittelbar nach der Mazeration schluckweise, so wird der kalte Tee direkt im Mund erwärmt. Sie können den abgeseihten Tee auch kurz im Wasserbad erwärmen.

Die Wurzeln der Blutwurz kocht man kurz auf.

Abkochung (Dekokt)

Eine Abkochung bereitet man in der Regel aus Wurzeln und Rinden zu (Blutwurz, Eichenrinde) oder aus Drogen mit schwer löslichen Bestandteilen (Schachtelhalm), deren harte, holzige Pflanzenteile robuste Zellwände besitzen, weil sie ihre Inhaltsstoffe nur unter großer Hitze und manchmal längerer Kochzeit ins Wasser freigeben.

So wird’s gemacht: 1 TL getrocknete Pflanzen (Droge) im Mörser zerkleinern, mit 1 Tasse kaltem Wasser ansetzen, zum Sieden bringen, 5–30 Minuten kochen, kurz stehen lassen, dann abfiltrieren.

Die Kunst derTeemischung

Eine gute, wirksame Teemischung enthält 3–5 verschiedene Drogen, die sich in ihren Wirkungen ergänzen, unterstützen, farblich und geschmacklich miteinander harmonieren und so einen Tee ergeben, der wirksam ist und gesunder Genuss zugleich. Dazu gehört

ein

Hauptmittel

(Remedium cardinale), das die Wirkung bestimmt,

ein

Unterstützungs- oder Begleitmittel

(Adjuvans), das ähnlich wirkt und damit das Hauptmittel verstärkt oder unterstützt,

eine Pflanze als

Geschmacksverbesserer

(Korrigens), bevorzugt wohlduftende Pflanzen mit ätherischen Ölen, die den Tee geschmacklich abrunden oder die Verträglichkeit der Teemischung verbessern,

eine bis zwei Pflanzen als

Füll- oder

Schönungsmittel

(Konstituens), die der Teemischung ein schönes Aussehen verleihen soll und dennoch wirksam ist: goldgelbe Königskerzenblüten, orangefarbene Ringelblumen, violette Malvenblüten oder blaue Kornblumenblüten erfreuen das Auge, Melisse oder Pfefferminze haben eine größere Blattmasse und lassen deshalb die Mischung „nach etwas aussehen“.

Stellen Sie, je nach Indikation, eine Teemischung so zusammen, dass auch die Zubereitung sinnvoll erfolgen kann, also zum Beispiel ein Blüten- und Blättertee zum Überbrühen, ein Wurzeltee zum Abkochen oder ein Tee mit „Schleimpflanzen“ als Kaltauszug. Pflanzen zur Auswahl finden Sie genügend!

Bedenken Sie: Bei Teemischungen entscheidet immer das Hauptmittel über die Zubereitung.

Die grüne Hausapotheke

Sie möchten Ihre gesammelten Heilpflanzenschätze konservieren und eine eigene kleine, „grüne Hausapotheke“ daraus herstellen? Hier finden Sie einfache Grundlagen, um die gängigsten Hausmittel herzustellen. Für viele Ihrer Beschwerden wird das genügen; wenn Sie aber ernstlich krank sind, halten Sie bitte Rücksprache mit Ihrem Therapeuten oder Ihrer Apotheke.

Tinkturen

Tinkturen sind die einfachste Art, Pflanzenwirkstoffe zu konservieren, da viele von ihnen besser alkohol- als wasserlöslich sind. Sie gewinnen damit ein stets vorrätiges Arzneimittel. Wichtig dabei ist, dass Sie die Pflanzenteile möglichst klein schneiden, denn je kleiner, desto besser ist der Wirkstoffauszug. Alkohol kann in jedem Verhältnis mit Wasser gemischt werden. Sie können Tinkturen innerlich einnehmen, mit Wasser, Tee oder Fruchtsaft gemischt, oder äußerlich anwenden. Tinkturen sind durch ihren Alkoholgehalt zwar lange haltbar, sollten aber nach 1 Jahr nicht mehr verwendet werden, weil sich die Wirkstoffe im Laufe der Zeit abbauen. Da Tinkturen Alkohol enthalten, dürfen Alkoholiker und Leberkranke sie nicht einnehmen. Kindern verabreicht man Tinkturen sehr gering dosiert (siehe unten).

So wird’s gemacht: Geben Sie die getrockneten und gut zerkleinerten Pflanzen (Drogen) im Verhältnis 1:5 bis 1:10 zusammen mit Alkohol (1 Teil Droge und 5–10 Teile Alkohol) in ein weithalsiges, gut verschließbares Weißglas. Als Alkohol für die Hausapotheke hat sich geschmacksneutraler Doppelkorn oder Wodka bewährt. Lassen Sie den Ansatz verschlossen stehen, schütteln Sie ihn mehrmals täglich, filtern Sie ihn nach etwa 3 Wochen durch einen Teefilter ab und pressen Sie den Rest aus. Füllen Sie die Tinktur in dunkle Tropffläschchen, die Sie beschriften und maximal 1 Jahr lichtgeschützt und gut verschlossen aufbewahren. Normalerweise nehmen Erwachsene 3-mal täglich 20 Tropfen, Kinder 3-mal täglich 1 Tropfen/Lebensalter.

Frischpflanzenauszüge können Sie genauso zubereiten; nehmen Sie dafür die frischen Pflanzen in doppelter Menge. Sie sind biologisch hoch aktiv und besitzen noch das volle Aroma.

Für eine bessere Wirksamkeit können Sie den Alkoholgehalt je nach Konsistenz der Pflanzen oder je nach ihren Inhaltsstoffen genauer festlegen: Weiche und saftige Teile und Blüten mit 30- bis 55%-igem Alkohol, Wurzeln und harte Teile mit 55- bis 70%-igem und Harze mit 70- bis 95%-igem Alkohol. Bitter- und Gerbstoffe, Flavonoide und Cumarine mit 35- bis 60%-igem Alkohol, ätherische Öle mit 50- bis 70%-igem und Auszüge, bei denen es auf Schleimstoffe oder Saponine ankommt, mit 20- bis 35%-igem Alkohol.

Salben und Cremes

Salben herstellen ist ein „heiliges Geschäft“ – dafür sollten Sie sich Ruhe, Zeit und Muße einräumen. Verwenden Sie nur hochwertige Zutaten, denn die heilsamen Wirkstoffe werden über die Haut in den Körper eingeschleust: Die Pflanzen sollten möglichst aus kontrolliert biologischem Anbau (kbA) stammen oder, wenn Sie sie selbst gesammelt haben, von einem unbelasteten Standort. Öle dürfen keinesfalls mit chemischen Rückständen behaftet sein (z. B. Herbizide oder Schwermetalle), denn diese würden dann über die Salbe auf oder in die Haut beziehungsweise in den Körper eindringen. Verwenden Sie daher nur kalt gepresste Pflanzenöle aus kontrolliert biologischem Anbau. Für eine Heilsalbe sollten Sie keine mineralischen Öle (d. h. gereinigte Erdöle) beziehungsweise Fette wie Vaseline, Melkfett oder Paraffin verwenden. Sie sind zwar unendlich lange haltbar, können aber aufgrund ihrer Molekulargröße nicht in die Haut eindringen und somit auch keine Heilstoffe in die Haut einschleusen. Mineralische Fette und Öle werden in bestimmten Bereichen durchaus verwendet, da sie auf der Haut einen isolierenden Schutzfilm bilden und damit vor Verunreinigungen oder Überbelastung schützen (beispielsweise schützt Melkfett die Hände beim Melken). Bei längerer Anwendung stören sie jedoch zunehmend die natürliche Temperatur- und Feuchtigkeitsregulation sowie den natürlichen Schutzmantel der Haut.

Ringelblumensalbe gehört in jede Hausapotheke.

Bewahren Sie Salben und Cremes lichtgeschützt und kühl auf. Entnehmen Sie den Inhalt mit einem sauberen Spatel oder Teelöffel; am besten füllen Sie die Menge für den Tages- oder Wochenbedarf portionsweise in ein kleines Gebrauchsgefäß ab (z. B. einen Eierbecher oder ein Salbendöschen aus der Apotheke). Verbrauchen Sie Salben und Cremes zügig, sobald sie einmal angebrochen sind. Salben sind länger haltbar (1 Jahr) als Cremes (3–6 Monate).

Salben sind fetthaltige Zubereitungen ohne Wasser. Sie erhöhen den Feuchtigkeitsgehalt und die Elastizität der oberen Hautschichten, so dass Wirkstoffe tiefer in die Hautschichten eindringen können.

Cremes sind Verbindungen (Emulsionen) von Fetten mit Wasser, die man erst durch einen Emulgator miteinander verbinden muss. Die „fette Fraktion“ besteht beispielsweise aus Öl, Bienenwachs, Kakaobutter oder Lanolin, die „wässrige Fraktion“ aus Wasser, Heilpflanzentinkturen, Tees oder Hydrolaten (aromatischen Pflanzenwässern, die bei der Wasserdampfdestillation ätherischer Öle entstehen; Apotheke).

Grundrezeptur für Salben

Das brauchen Sie: 100 ml Oliven- oder Sonnenblumenöl, 10 g Bienenwachs und 10 g trockene (oder 20 g frische), gut zerkleinerte Kräuter.

So wird’s gemacht: Das Öl mit den Kräutern in einem Topf bis etwa 70°C erwärmen. Je nach Beschaffenheit der Pflanzenteile 10–60 Minuten lang unter stetem Rühren „ausziehen“ (zarte Blüten 10 Minuten, harte Wurzeln bis zu 60 Minuten). Anschließend die Kräuter über ein Sieb abgießen (eventuell ein Leinen- oder Baumwolltuch in das Sieb legen), die Reste gut auspressen. Das so gewonnene Auszugsöl in einen sauberen Topf füllen und nochmals auf die Herdplatte stellen. Das Bienenwachs (Apotheke) dazu rühren, schmelzen lassen. Den Topf vom Herd nehmen und noch einige Minuten rühren, damit sich alle Zutaten gut vermengen. Anschließend (noch heiß) in vorbereitete Salbendöschen füllen. Die Döschen zunächst mit einem Küchentuch bedecken, damit die Feuchtigkeit verdunsten kann und nicht später als Verdunstungstropfen vom Deckel in die fertige Salbe gelangt. Nach dem Erkalten mit dem Deckel verschließen und mit dem Namen der Pflanze, Datum und Inhalt beschriften.

Und hier einige Beispiele:

Eine Bronchialsalbe besteht aus 100 ml Pflanzenöl, 10 g Bienenwachs und 10–20 g „Brustkräutern“ wie Thymiankraut, Fenchel- und Anissamen, Wacholderbeeren, Tannen- und Fichtennadeln und Engelwurzwurzel. Eine Wundheilsalbe bereiten Sie aus 100 ml Pflanzenöl, 10 g Bienenwachs und 10–20 g Ringelblumenblüten, Johanniskraut, Zaubernussblättern, -rinde oder Beinwellwurzeln.

Grundrezepturfür Cremes

Das brauchen Sie: Für die „fette Fraktion“ 3 TL Bienenwachs, 100 ml Mandelöl und 4 TL Lamecreme (Emulgator). Für die „wässrige Fraktion“ 20 ml Pflanzentinktur und 20 ml Wasser, Tee oder Hydrolat.

So wird’s gemacht: Die „fette Fraktion“ in ein 200-ml-Schraubglas geben und im Wasserbad erwärmen, bis sie flüssig ist. Die „wässrige Fraktion“ parallel dazu im Wasserbad auf 60–70°C erwärmen. Anschließend die wässrige Fraktion tropfenweise in die fette Fraktion einrühren (wie bei einer Mayonnaise). Abkühlen lassen, dabei erhärtet die Creme. Sollte sie zu flüssig sein, geben Sie mehr Fett (Bienenwachs) zu; bricht die Emulsion (das heißt, die wässrige Phase scheidet sich von der fetten Phase), geben Sie etwas mehr Lamecreme zu. Füllen Sie die noch flüssige Creme anschließend in kleine Cremedosen ab (Apotheke). Die Creme ist im Kühlschrank 3–6 Monate haltbar.

Sie können sich Ihre eigene Fettcreme ganz einfach selbst herstellen. Dazu kaufen Sie in der Apotheke eine fertige Salbengrundlage (Unguentum cordes), verflüssigen diese durch Erwärmen und rühren anschließend Tees (siehe Pflanzenporträts), Tinkturen, Hydrolate oder ätherische Öle ein: In 100 g Salbengrundlage 20–30 ml Tinktur und/oder 20–30 Tropfen ätherische Öle.

Auszugsöle

Für ein Auszugsöl lösen Sie die fettlöslichen Bestandteile der Pflanzen im Öl aus. Verwenden Sie dafür nur kaltgepresste, rückstandsgeprüfte Öle aus kontrolliert biologischem Anbau (kbA). Geeignete Pflanzenöle sind Samenöle wie Sonnenblumen-, Mandel, Sesam- oder Distelöl oder Fruchtfleischöl (Olivenöl).

Das brauchen Sie: 10 g getrocknete (oder 20 g frische), zerkleinerte Pflanzen, 90 ml Pflanzenöl.

So wird’s gemacht: Die Pflanzen in ein helles Glasgefäß geben, mit Pflanzenöl auffüllen und auf das Fensterbrett stellen. 2–3 Wochen ausziehen lassen (Johanniskrautöl 6 Wochen); dabei mehrmals täglich schütteln, damit die Pflanzenteile stets mit Öl bedeckt sind. Anschließend abfiltrieren und in kleinen dunklen Flaschen kühl aufbewahren. Das Öl ist etwa 1 Jahr lang haltbar.

Wenn Sie Frischpflanzen verwenden, sollten Sie beachten, dass in frischen Kräutern noch viel Pflanzensaft enthalten ist, der zu Schimmel oder Fäulnis führen könnte. Lassen Sie deshalb die Pflanzen mit Pflanzenschleimen, die besonders zum Schimmeln neigen, über Nacht anwelken und begießen Sie sie erst am nächsten Tag mit Öl. Achten Sie vermehrt darauf, dass immer alle Pflanzenteile gut mit Öl bedeckt sind. Beim Abfiltern in dunkle Flaschen sollten Sie das Öl nur abtropfen lassen und den Pressrest nicht ausdrücken. Beschriften nicht vergessen!

Sie können ein Auszugsöl auch auf dem Herd zubereiten, das geht schneller: Die zerkleinerten Kräuter in einen Topf geben, mit Öl bedecken (1 Teil Pflanze : 10 Teile Flüssigkeit), bei niedriger Hitze (40°C) erwärmen und bei gleichbleibender Temperatur etwa 6 Stunden lang unter stetem Rühren ausziehen, anschließend in eine dunkle Flasche abgießen. Abkühlen lassen und beschriften.

Auszugsöl aus Johanniskrautblüten.

Medizinalwein

Medizinalweine sind eine alte Tradition, die vor allem in Klöstern entwickelt wurde. Die Herstellung ist sehr einfach und deshalb gut für die Selbstmedikation geeignet. Südweine enthalten 15–17% Alkohol und sind 3–4 Monate haltbar, Handelsweine mit 10–12% Alkohohlgehalt nur 2–3 Wochen; sie können aber, wenn Sie sie länger aufbewahren möchten, mit Alkohol (Korn) auf einen 20%-igen Alkoholgehalt erhöhen, dann sind sie 1 Jahr haltbar. Die Wirkung eines Medizinalweines ist etwas schwächer als eine Tinktur, dafür ist die Dosierung erhöht: Man nimmt sie likörgläschenweise ein. Vor allem ältere Menschen wählen gerne diese genussvolle Medizinalform!

Kümmel – hier in Form von Kümmelschnaps– lindert Blähungen.

Das brauchen Sie: Mehrere Stängel frische oder 20–40 g getrocknete, zerkleinerte Pflanzen, 1 l Wein (Rot- oder Weißwein, Südoder Süßwein: Sherry, Portwein, Malaga, etwa 17%).

So wird’s gemacht: Die Pflanzen in den Wein legen, 1–7 Tage stehen lassen, stets gut schütteln und anschließend abfiltrieren. Bei Bedarf Honig zugeben.

Kissen in allen Variationen

Kamillenkissen lindern Erkältungen, Kiefer- und Stirnhöhlenentzündung, Kopf-, Zahn- und Ohrenschmerzen, Bauchschmerzen oder Menstruationsbeschwerden; außerdem wirken sie beruhigend. Kräuterkissen mit Dostkraut (Wilder Majoran) lindern bei kleinen Kindern Bauchweh, Zahn- oder Ohrenschmerzen, beruhigen und entspannen „quengelige“ Kinder. Kopfwehkissen bestehen aus Pfefferminzblättern, Mutterkraut, Kamillenblüten, aus Blättern der Zitronen-Melisse und Orangenblüten, ein Schlafkissen aus Hopfenzapfen, Lavendelblüten, Beifußkraut, Rosenblüten, Majorankraut, Honigkleekraut, Waldmeisterkraut oder Orangenblüten. Weitere Beispiele finden Sie bei den jeweiligen Pflanzenporträts.

Kräuterkissen

Kräuterkissen sind mehr als nette Geschenke, sie sind eine wunderbare „Dufttherapie“ – angenehm und wirksam durch die ätherischen Öle in den verwendeten Kräutern. Solche kleine Kissen, gefüllt mit duftenden, getrockneten Kräutern, sorgen je nach Mischung für besseren Schlaf, lindern Bauch- oder Ohrenschmerzen, beruhigen die Nerven, verhelfen zu besserer Konzentration, verbreiten gute oder erotische Stimmung und halten zugleich unliebsames „Kleinvieh“ fern. Sie eignen sich für Bett oder Sofa, zwischen Wäsche, in der Handtasche, dem Schulranzen oder auf Reisen. Die Körperwärme sorgt dafür, dass sich die angenehm heilsamen Düfte entfalten, eingeatmet werden und so zur Wirkung kommen. Die Haltbarkeit der Kräuterkissen beträgt 6–12 Monate. Wenn Sie die Kissen erwärmen, wirken sie intensiver, ihre Haltbarkeit wird dadurch jedoch verkürzt. Trockene, das heißt zwischen zwei Wärmflaschen erwärmte Kissen können Sie 15-mal wieder verwenden, über Wasserdampf feucht erwärmte Kissen nur 2- bis 3-mal (dazwischen gut trocknen).

Das brauchen Sie: 50–150 g einer Mischung von Pflanzen mit ätherischen Ölen (z. B. Dost, Thymian, Lavendel, Baldrian oder Hopfen).

So wird’s gemacht: Die Pflanzenmischung gut zerkleinern und in eine etwa 15 × 15 cm kleine Kissenhülle aus Seide, Baumwolle oder Leinen einfüllen, eventuell die Pflanzen in Rohwolle eingeknetet oder mit Dinkelspelz vermengt. Sollen oft Kräuter nachgefüllt werden (wie bei Kamille oder Hopfen), so empfiehlt sich ein Klettverschluss, ansonsten nähen Sie das Kissen oben einfach zu. Sie können Kräuterkissen auch als Badesäckchen verwenden: Die Kräuter in einfache Stoffsäckchen oder dünne Waschlappen füllen und an einem langen Band unter das einlaufende, heiße Wasser in die Badewanne legen – das ist beim Baden dann zugleich ein „Massageschwamm“.

Lavendelkissen: als Einschlafhilfe odergegen Mottenbesuch.

Heilpflanzenbäder

Vollbad

Baden ist Wonne in der Wanne, ein Genuss mit heilender Wirkung auf die angenehmste Art, und zugleich heilsame Entspannung für Körper, Geist und Seele. Die Heilkräuterzusätze können auf die Haut selbst wirken oder über die Haut in den Körper aufgenommen (resorbiert) beziehungsweise inhaliert werden und so ihre Wirkung entfalten.

Achtung! Bitte keine Vollbäder bei größeren Verletzungen, unklaren Hauterkrankungen, schweren fieberhaften und infektiösen Erkrankungen, Herz-Kreislauf-Schwäche oder Bluthochdruck nehmen.

So wird’s gemacht: Badezusätze werden wie Heilpflanzentees zubereitet (siehe Pflanzenporträts), mit entsprechend höherer Dosierung: 10–30 g der gewünschten Droge für Säuglings- und Kinderbäder und 50–100 g für Erwachsene pro Vollbad. Eine Badetemperatur von 36–37°C wirkt entspannend und wohltuend, mit 38–39°C wird sie als sehr warm, kräftigend und eher anregend empfunden. Die Badedauer beträgt in der Regel 10–15 Minuten, das Badezimmer sollte angenehm temperiert sein (etwa 20°C). Anschließend sollten Sie gleich ins Bett, das sichert den Therapieerfolg.

Bitte beachten Sie: Reine ätherische Öle sind nicht wasserlöslich und müssen vor der Zugabe ins eingelaufene Badewasser in Honig, Milch, Sahne oder Salz emulgiert werden (darunter versteht man das Vermischen von zwei Flüssigkeiten, die schwer mischbar sind). Für ein Vollbad nimmt man 3 bis maximal 10 Tropfen.

So entspannt badet es sich in Hopfen.

Sitzbad

Sitzbäder führt man bei gynäkologischen oder bei Analerkrankungen durch (z. B. mit Schafgarbe). Sie fördern die Durchblutung der unteren Beckenorgane und wirken entzündungshemmend. Machen Sie nur dann ein Sitzbad, wenn Sie warme Füße haben.

So wird’s gemacht: Führen Sie das Sitzbad in einer größeren Schüssel oder in einer Sitzbadewanne so durch, dass sich Füße und Oberkörper nicht im Wasser befinden; die halten sie mit einem Handtuch warm. Wenn Sie keine große Schüssel oder Sitzbadewanne zur Hand haben, stülpen Sie einfach eine größere Mülltüte über die Toilettenbrille und verknoten sie so, dass sie fest sitzt und sich eine kleine Mulde bildet, in die Sie den Badetee hinein geben. Nach Beendigung des Sitzbades schneiden Sie ein Loch in die Tüte; so kann der Tee in die Toilette ablaufen und Sie können die Tüte entsorgen.

Hand- und Fußbad

Hand- und Fußbäder fördern die Durchblutung, erwärmen, entspannen und beruhigen, stabilisieren den Kreislauf und wirken reflektorisch auf den gesamten Organismus. Für ein Hand- oder Fußbad in eine Schüssel mit heißem Wasser entweder 1–2 EL Tinktur, 1 l doppelt konzentrierten Tee oder 2–4 Tropfen ätherisches Öl emulgiert in Honig oder Sahne geben. Morgens und abends jeweils 8 Minuten lang Füße oder Hände darin baden. Anschließend dicke Wollsocken anziehen und etwa 30 Minuten Bettruhe einhalten. Hand- und Fußbäder genießen auch kleine Kinder gern.

Achtung! Machen Sie keine heißen Fußbäder bei Krampfadern und Lymphödemen.

So wird’s gemacht: Für ein warmes Fußbad füllen Sie eine Schüssel mit 37°C warmem Wasser, tauchen beide Beine bis zu den Unterschenkeln ins Wasser und gießen während der gesamten Badedauer von etwa 15 Minuten fortwährend warmes Wasser nach, damit die Temperatur erhalten bleibt. Ein ansteigendes Fußbad (vorwiegend bei beginnenden Erkältungen ohne Fieber) führen Sie ebenso durch, während der Badedauer füllen Sie jedoch behutsam heißeres Wasser nach, bis zu einer Temperatur von 40°C. Für ein absteigendes Fußbad (hitzeableitend, schlaffördernd) müssen die Füße warm sein; Sie füllen während der Badedauer behutsam kaltes Wasser nach, so dass die Temperatur um 5–15°C sinkt. Halten Sie anschließend immer mindestens 30 Minuten Bettruhe ein.

Dampfbad

Ein Dampfbad eignet sich bei Akne oder anderen eitrigen Hauterkrankungen im Gesicht; dabei wirken die Dämpfe auf die Haut ein. Bei der Inhalation werden die aus dem duftenden Heilpflanzentee aufsteigenden ätherischen Öle eingeatmet, sie gelangen mit dem heißen Wasserdampf über Haut und Schleimhaut zu den oberen Luftwegen und befeuchten sie.

So wird’s gemacht: 2–3 EL Teekräuter mit 1 l siedendem Wasser in eine Schüssel gießen. Kopf und Gefäß mit einem Handtuch zeltartig bedecken und die Dämpfe 10 Minuten lang einatmen. Anschließend 1 Stunde Zimmerruhe einhalten.

Oben: Im goldenen Drüsenpulver sitzt des Hopfens Heilkraft.Links: Fußbäder tun Körper und Seele gut.

Ein Dampfbad sorgt für schöne Haut.

Achtung! Machen Sie kein Dampfbad bei Augenerkrankungen wegen der anschließenden Infektionsgefahr.

Auflagen,Kompressenund Wickel

Auflagen und Packungen (mit Salbe, Heilerde, Quark, Senfmehl, Kartoffeln oder Kohl) verwendet man, um heilsame Stoffe auf die Haut, beziehungsweise über die Haut auf innere Organe wirken zu lassen.

So wird’s gemacht: Die Auflage oder Packung betten Sie zwischen zwei Mullstücke und fixieren sie mit einer Baumwollbinde auf dem betroffenen Körperteil, der mit einer Wärmflasche mehrere Stunden warm gehalten wird.

Kompressen und Wickel werden kalt oder warm auf den Körper angelegt beziehungsweise wird der Körper damit „umwickelt“, wobei das innere Tuch meist mit einer Flüssigkeit oder Substanz getränkt ist. Sie werden aus einem Heilteeaufguss, einer verdünnten Tinktur oder einer Mischung von einigen Tropfen ätherischer Öle hergestellt (in Wasser verschüttelt oder in fettem Öl emulgiert).

So wird’s gemacht: Durchfeuchten Sie ein Baumwoll- oder Leinentuch mit der Flüssigkeit, wringen Sie das Tüchlein aus und legen Sie es auf die betroffene Körperstelle. Soll die Anwendung warm sein, halten Sie die Auflage mit Wolltuch und Wärmflasche warm. Lassen Sie sie liegen, solange es angenehm erscheint. Zur besseren Wirkung mehrmals wiederholen.

Heublumenauflage

Eine Heublumenauflage besteht aus Heublumen (graminis flos); das sind Blüten, Samen, Stängel und Blätter kumarinhaltiger Wiesengräser (süß duftend und heilsam, siehe hier), die nach dem Ernteschnitt das Heu bilden und während des Trocknens ihren typischen, einmalig feinsüßen Duft nach „Heu“ ausströmen. Heublumen sind ein ausgezeichnetes Mittel zur örtlichen Wärmebehandlung, sie erhöhen die Durchblutung und den Gewebestoffwechsel, entspannen die Muskulatur, lindern Schmerzen und beruhigen. Bei Arthrose, Muskelverspannung, schmerzhaften Veränderungen von Gelenken oder Sehnen, bei Hexenschuss, Bronchitis oder Bauchkrämpfen – Heublumen entspannen so gut, dass sie „Morphium der Naturheilkunde“ genannt werden.

Achtung! Setzen Sie Heublumen nicht ein bei akuten entzündlichen Erkrankungen, Allergien oder offenen Hautstellen.

So wird’s gemacht: Erhitzen Sie einen Heublumensack (aus der Apotheke oder selbst befüllt) 15 Minuten in einem Sieb über Wasserdampf (im Dampfkochtopf 1–2 Minuten) und drücken Sie ihn vorsichtig aus (Achtung: heiß!). Anschließend legen Sie die Auflage so heiß wie möglich auf die betroffene Stelle und fixieren Sie sie straff mit einem Wolltuch. Die Auflage bleibt liegen, solange sie angenehm ist (30–40 Minuten). Anschließend 1 Stunde nachruhen. 1-mal täglich etwa 1 Woche lang oder nach Bedarf anwenden.

Senfmehlauflagen sind nicht ungefährlich! Sie sollten diese daher nicht länger als zwei Wochen hintereinander anwenden, da es durch die Resorption des Senföls zu Nierenreizungen kommen könnte. Lassen Sie die Anwendung nur auf kleineren Hautarealen und keinesfalls länger als 15 Minuten einwirken, sonst kann es zu Schmerzen und Hautentzündungen bis hin zu Blasenbildung und Gewebszerstörung (Nekrosen) kommen! Anschließend waschen Sie die behandelte Stelle ab und pflegen mit Johanniskrautöl nach. Nicht bei Kindern unter vier Jahren anwenden!

Senfmehlauflage

Eine Senfmehlauflage wirkt schnell und schmerzlindernd und hilft bei rheumatischen Beschwerden und Muskelschmerzen, Bronchitis, Lungenentzündung (3- bis 10-minütige Brustauflage) oder Nasennebenhöhlenentzündung (mit 1–2 EL Senfmehlbrei wenige Sekunden lang die Stirnhöhlen betupfen). Senffußbäder können als Notfallmittel bei plötzlich und stark erhöhtem Bluthochdruck und erhöhtem Augeninnendruck (Glaukom) wirken.

So wird’s gemacht: 3–4 EL Senfmehl (Apotheke) direkt vor der Anwendung mit warmem Wasser (unter 45°C) zu einem dicken Brei verrühren, auf ein Tuch streichen, mit einer Lage Stoff bedecken und auf die betroffene Stelle legen. Nach 5 bis maximal 15 Minuten abnehmen, die Stelle abwaschen und mit Johanniskrautöl pflegen.

Kartoffelauflage

Eine heiße Kartoffelauflage ist ein feuchter Wärmespeicher, der Schmerzen lindert, entspannt, durchwärmt und beruhigt. Anwenden können sie ihn bei Arthrosebeschwerden, Rücken- oder Bauchschmerzen oder bei Bronchitis. Er ist ganz einfach herzustellen und wirkt Wunder!

So wird’s gemacht: Kochen Sie 500 g Kartoffeln mitsamt Schale weich und wickeln Sie sie nach dem Abgießen zuerst in ein Papierküchentuch und danach in ein Geschirrhandtuch ein. Zerdrücken Sie das „Kartoffelpaket“, das so groß sein sollte wie die schmerzende Stelle, zu einer 2–3 cm dicken Auflage. Bevor Sie es anlegen, prüfen Sie bitte sorgfältig, ob die Hitze bereits verträglich ist – Kartoffelauflagen sind sehr heiß! Legen Sie die Auflage auf die betroffene Stelle und fixieren Sie sie mit einem wollenen Außentuch straff und ohne Luftlöcher. Sie können sie so lange liegen lassen, wie es Ihnen angenehm ist (mindestens 15 Minuten, mehrere Stunden oder auch über Nacht). Wie bei jeder Wickelanwendung ist auch hier das Nachruhen sehr wichtig, es fördert den Therapie-Erfolg!

Quarkauflage

Eine kühlende Quarkauflage lässt abschwellen, kühlt und lindert Schmerzen. Sie hat sich bei akut entzündlichen Gelenkerkrankungen bewährt, bei Brustentzündung, Prellungen und Verstauchungen, entzündeten Krampfadern und bei Hautproblemen wie Sonnenbrand, Insektenstich, Ekzem oder Akne.

So wird’s gemacht: Nehmen Sie Magerquark 1 Stunde vor der Anwendung aus dem Kühlschrank (Quark kühlt intensiv, aber zu kalter Quark kann bei kälteempfindlichen Personen Gefäßkrämpfe und Schmerzen hervorrufen). Bestreichen Sie eine Kompresse (etwas größer als die betroffene Stelle) messerrückendick mit Quark (wenn die Entzündung stark ist, mischen Sie 5 Tropfen Arnikatinktur oder 1 EL Arnikagel darunter, siehe hier), bedecken Sie sie mit einer Lage Stoff und fixieren Sie die Auflage mit einer Mullbinde auf der betroffenen Stelle. Nach 20 Minuten nehmen Sie sie ab und waschen danach die Haut ab.

Ölkompresse

Eine Ölkompresse wird stets als 1- bis 10%-ige Kompresse angelegt aus einer Mischung von ätherischen Ölen mit fettem Öl (Sonnenblumen-, Mandel-, Olivenöl), nie unverdünnt. Fertige Ölmischungen gibt es in der Apotheke (auf ölgängigen Tropfaufsatz achten!). Wenn Sie sich mit ätherischen Ölen auskennen, können Sie sie auch selbst mischen.

20 Tropfen ätherisches Öl entsprechen etwa 1 ml.

So wird’s gemacht: Beträufeln Sie ein Leinenläppchen mit etwa 50 Tropfen des Ölgemisches und erwärmen Sie es zur besseren Wirkung auf der Heizung oder zwischen zwei Wärmflaschen. Packen Sie das Leinenläppchen gut in eine Plastiktüte oder ein Butterbrotpapier ein, damit die Wärmeflasche nicht das Duftgemisch annimmt, und nehmen Sie das Tüchlein nach dem Erwärmen wieder aus der Tüte. Am besten erwärmen Sie gleichzeitig auch ein kleines Rohwollkissen. Legen Sie dann die warme Ölkompresse direkt mit der öligen Seite auf die betroffene Körperstelle und packen Sie das warme Rohwollkissen darüber. Fixieren Sie beides mit einem Wollschal oder ziehen Sie ein enges T-Shirt darüber. Sie dürfen die Ölauflage so lange liegen lassen, wie es Ihnen gut tut, am besten über Nacht. Diese Anwendung führt man 1-mal täglich durch und macht nach 5 Tagen eine 2-tägige Pause.

Brust- oder Leibwickel

Brust- oder Leibwickel bzw. feuchtheiße Dampfkompressen tun gut und schenken neben ihrer „medizinischen Wirkung“ auch feine Düfte, angenehme Wärme mit dem Gefühl von Zuwendung und Geborgenheit. Das kommt der Genesung zugute, und für manche Menschen sind Wickelanwendungen ein wohltuendes Einschlafmittel, selbst für chronische Nicht-Schläfer und unruhige Kinder.

So wird’s gemacht: Tunken Sie ein zusammen gelegtes Leinentuch (so groß wie die betreffende Körperstelle) in heißen, konzentrierten Tee (4 EL auf ½ l Wasser), wringen Sie es gut aus (eventuell mit Haushaltshandschuhen) und legen Sie es so auf ein etwas größeres Tuch, so dass die Tuchränder umgefaltet werden und die nassen Ränder umhüllen können.

Hier einige Vorschläge fürBrustwickel: Verwenden Sie Thymian bei Husten, Lavendel oder Melisse zur Entspannung, Kamille bei Bauchweh, Schafgarbe bei Menstruationsschmerzen oder Ingwer zur Durchwärmung.

Platzieren Sie es faltenfrei und straff auf dem Körper. Ist es zu heiß? Dann entfernen Sie es noch einmal kurz! Fixieren Sie den Wickel mit einem angenehm weichen Wollschal, so dass kein Luftloch entsteht. Gut zudecken und auf warme Füße achten. Auf Wunsch legen Sie eine Wärmflasche auf, die Sie flach und ohne Luft befüllt haben, und vielleicht unterstützt eine Nackenrolle unter den Knien die Entspannung. Sobald der Wickel als kalt oder unangenehm empfunden wird (nach 15–30 Minuten), nehmen Sie ihn ab, den Wollschal lassen Sie jedoch umliegen und ruhen warm eingehüllt nach. Das können Sie einmal täglich anwenden, eventuell über mehrere Tage.

Ein Kamillewickel lindert Bauchweh.

Achtung! Wenden Sie keine Wickel bei akut entzündlichen Prozessen, Gefäßschädigungen oder bei schweren Herz-Kreislauf-Erkrankungen an.

Halswickel

Ein Halswickel aktiviert die Blutzirkulation im Bereich von Hals, Kehlkopf und Nase; er nimmt die Hitze, beruhigt und lindert Schmerzen in diesem Bereich.

So wird’s gemacht: Tunken Sie ein halsbreit gefaltetes Leinentuch in warmen, frisch zubereiteten Heilpflanzentee, wringen Sie es aus und legen Sie es von Ohr zu Ohr um den Hals, so dass es gut anliegt aber nicht beengt. Lassen Sie die (empfindliche) Wirbelsäule frei. Wickeln Sie ein trockenes Tuch darum und erneuern Sie es alle 30 Minuten, bis eine Besserung eingetreten ist.

Die wichtigsten Inhaltsstoffe

Die Inhaltsstoffe einer Pflanze sind für deren pharmakologische Wirksamkeit im menschlichen Körper verantwortlich. Gleichzeitig kann mit ihrer Hilfe medizinisch erforscht und bewiesen werden, wie, wo und auf welche Weise sie wirken. Pflanzen sind Vielstoffgemische, das heißt, es ist nie nur ein einzelner Stoff, der die Pflanzen wirksam macht. „Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile“ – das wusste bereits Aristoteles (384–322 v. Chr.); und vieles wirkt, auch wenn es noch nicht wissenschaftlich erforscht wurde. Die wichtigsten Inhaltsstoffe von Heilpflanzen sind ätherische Öle, Alkaloide und Glykoside (dazu gehören Anthozyane, Kumarine, Digitalisglykoside, Flavonoide und Senföle), Bitter- und Gerbstoffe, Seifen- und Schleimstoffe sowie das Salizin.

Blüte eines Eukalyptusbaumes.

Ätherische Öle

Ätherische Öle sind pflanzliche Inhaltsstoffe mit intensivem, meist angenehmem und absolut einmaligem Duft. In der Heilpflanzenkunde (Phytotherapie) behandelt man unten anderem mit Pflanzen, die ätherische Öle enthalten, den so genannten Aromatika. Sie arbeitet im Gegensatz zur „Aromatherapie“ aber nicht mit reinen ätherischen Ölen. Reine ätherische Öle werden meist durch Wasserdampfdestillation gewonnen; sie dürfen – bis auf Ausnahmen – therapeutisch nur von eigens dafür ausgebildeten Aromatherapeuten verabreicht werden.

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