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Wunderbare Geschichten, bei denen uns auch ein kleiner Schauer über den Rücken laufen kann. Das Leben fließt mit all seinen Veränderungen. Diese Alltagsminiaturen sind Momentaufnahmen einer Gedankenwelt, die wir zu kennen glauben, wenn wir genau in uns hineinhören. Kleine Exkursionen in Innere Welten mit feinem Humor.
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Seitenzahl: 123
Veröffentlichungsjahr: 2023
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Wunderbare Geschichten, bei denen uns auch ein kleiner Schauer über den Rücken laufen kann.
Das Leben fließt mit all seinen Veränderungen
Diese Alltagsminiaturen sind Momentaufnahmen einer Gedankenwelt, die wir zu kennen glauben, wenn wir genau in uns hineinhören.
Kleine Exkursionen in „Innere Welten“ mit feinem Humor.
Tom Witkowski (Hrsg.)
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Er hörte die schnellen Schritte sich nähern, und noch ehe er sich umdrehen konnte, „Hallo Rollo!“ Sandra. Sie strahlte ihn an, brachte erst einmal kein Wort mehr heraus, so sehr rang sie nach Luft.
„Meine Güte, hast du einen Schritt drauf, ich hätte dich fast nicht eingeholt. Ich hab dich aus dem Bus steigen sehen.“
„So schnell sieht man sich wieder.“ Noch während er das sagte, hätte sich Rolando ohrfeigen können. Konnte ihm nicht etwas Besseres zur Begrüßung einfallen!
Ein paar Tage zuvor hatten sie einander im Zug gegenüber, gesessen und während der mehrstündigen Fahrt kaum hochgeblickt von ihren Handys und Laptops. Sandra hatte Rolando nach seinem Ziel gefragt, viel zu spät. Ein paar Worte hatten sie noch gewechselt. Um ein Haar wären sie wortlos auseinandergegangen.
„Du hast mich gefragt, wie ich heiße. Rollo hab ich nicht gesagt, so nennen mich meine Freunde. Ich hab Rolando gesagt.“
„Du hast so viel telefoniert im Zug, da konnte mir das nicht entgehen. Was machst du jetzt?“
„Nichts weiter. Ich hab Ferien und wollte durch die Stadt bummeln.“
„Ich mach auch nichts weiter. Wir könnten ja zusammen nichts weiter machen, vielleicht als erstes mal ein Eis essen gehen.“
Die Eisdielen waren überfüllt an diesem traumhaften Hochsommertag. Der schattige Platz am Fluss unter den hohen Platanen eignete sich ohnehin besser zum Plaudern. Bei guter Laune flogen die Worte hin und her. Unvermittelt sagte Sandra:
„Heute fliegen die Perseiden.“
Rolando war Lateinlehrer. Sie konnte also nicht erwarten, dass er von Insekten Ahnung hatte. Insekten würden es schon sein, danach klang das Wort. Er tippte auf Libellen oder Eintagsfliegen. Wenn Sandra betonte, heute flögen sie, dann hätte er wohl mit seiner Vermutung recht.
„Hast du Lust zum Gucken?“
Mit dieser Frau würde er auch Eintagsfliegen gucken gehen.
„Ja. Wann, jetzt?“ Ihr helles Lachen schallte über den Fluss, und von der Eisdiele guckten sie herüber.
„Nein, jetzt sicher nicht, bei Tag sieht man sie ja nicht. Heute Nacht, am besten, nachdem der Mond untergegangen ist.“
Amseln flüchteten zeternd vor ihren Lachsalven.
„Gib zu, du weißt gar nicht, was die Perseiden sind, oder?“
Er versuchte, nicht ganz so blöd dazustehen.
„Heute Nacht fliegen sie, hast du gesagt, also irgendwelche Nachttiere, ich nehme an Glühwürmchen, Leuchtkäfer oder so was. Was anderes sieht man ja nicht.“
„Tut mir leid, du hast wirklich keinen blassen Dunst“, sagte sie, nachdem sie zu Ende gelacht hatte.
„Ich erklär dir‘s und versuch es ganz einfach zu machen, okay? Frag mich, wenn du nicht mitkommst. Sternschnuppen kennst du. Zumindest hast du davon gehört. Das sind solche Streifen oder Punkte am Nachthimmel, die aufglühen und wieder verschwinden. Einen Gasbrenner zum Schweißen kennst du auch. Da kommt vorn so eine Stichflamme von brennendem Gas raus, wissenschaftlich sagt man, die Gasmoleküle glühen. Nichts anderes sind Sternschnuppen, eine riesige Menge an glühenden Gasmolekülen. Hast du noch Lust zuzuhören?“
Eigentlich nicht, aber Rollo nickte.
„Mach weiter.“
„Okay, jetzt muss ich dir erklären, was Kometen sind. Auch schon mal gehört, oder. Du weißt, wie Kaulquappen aussehen. Oder Spermien. Kopf und Schwanz. Ein Komet sieht ähnlich aus, Kopf und Schweif heißt das hier. Der Kopf ist nicht besonders groß, ein paar Kilometer vielleicht, und der ist sowas wie ein schmutziger Schneeball aus Eis und Staub. Aber der Schweif kann fünfhundert Millionen Kilometer lang sein, auch nur Staub und Gas. Lass das mal auf der Zunge zergehen, fünfhundert Millionen Kilometer. Einen Kometen bekommen wir selten zu sehen. Einen Kometenschweif kennst du?“
Rollo leckte erst einmal zerlaufenes Eis vom Finger.
„Das, was man immer auf den Weihnachtsbildern sieht, was der Stern von Bethlehem hinter sich herzieht, oder?“
Rolando galt als kundig auf vielen Gebieten. Daher behagte es ihm nicht, dass Sandra bereits beim ersten Gespräch und so schnell auf eine Lücke seiner Bildung stieß.
„So ungefähr. Wie gesagt, nur Staub und Gas, aber davon eine gigantische Menge. Und wenn so ein Kometenschweif unsere Erdatmosphäre berührt, fangen die Teilchen an zu glühen. Und jedes Jahr im August fliegt die Erde durch den Schweif von einem bestimmten Kometen hindurch, die Teilchen beginnen zu glühen, und weil das so viele sind, können wir das sehen. Das sind die vielen Sternschnuppen. Alle zusammen heißen sie Perseiden. Es gibt das Sternbild des Perseus. Früher nahm man an, dass die Sternschnuppen aus diesem Sternbild, also Perseus, kommen, daher hat man sie Perseiden genannt, capito?“
„Das war jetzt Astrologie für Dummies“, sagte Rolando.
Das war zu viel.
Sandras Gesicht zuckte; es fiel ihr schwer, nicht schon wieder loszulachen.
„Eigentlich nennen wir das Astronomie, Sternenkunde. Das, was du meinst, Astrologie, ist Sterndeutung, Horoskop und so.“
Wenn sie doch bald aufhören würde, dachte Rollo. Vor Erklären kam Sandras Eis zu kurz, jetzt lief es auch ihr über die Hand.
„Ich bin gleich fertig. Die Perseiden heißen auch Laurentiustränen. Das sollst du noch wissen. Laurentius war ein Märtyrer und sein Namenstag ist der 12. August. Den haben sie auf einem glühenden Rost zu Tode geschmort und dabei hat er geweint, würd ich auch. Um den 12. August herum, also dem Namenstag des Laurentius, sieht man die Perseiden, deshalb heißen sie Laurentiustränen. So, jetzt bin ich fertig. Wir wollen mal hören, ob du alles verstanden hast, Herr Lehrer. Kannst du das Gehörte bitte wiedergeben, oder möchtest du noch mehr wissen? Soll ich’s wiederholen?“
„Aha.“
Rollo war sprachlos. Er hielt sich für gebildet, aber das war ihm alles neu. Sandra hatte im Zug erzählt, sie sei Erzieherin, Kindergärtnerin. Wie kam sie an dieses Wissen?
„Der beste Tag, um die Perseiden zu sehen, ist heute. Wir haben einen klaren Himmel, 10. August, ideal. In drei Tagen ist alles rum, und Regen haben sie auch gemeldet, da siehst du nichts.“
„Hast du nicht gesagt, du arbeitest in einer Kita? Und jetzt kommst du mit solchem Fachwissen daher. Erklär dich, Kindergärtnerin!“
„Ich hab mir gedacht, ich sag dir erst mal, ich arbeite im Kindergarten.
Stimmt ja auch, nebenher. Und wenn du dich für mich interessierst, hab ich gedacht, erzähl ich dir den Rest.“
„Und, hast du das Gefühl, ich interessiere mich für eine Kindergärtnerin?“
„Ja, ich hab schon den Eindruck, du bist dir als Lateinlehrer nicht zu fein dafür.“
„Also?“
„Ich mach gerade meinen Master in Geophysik und Klimatologie. Jetzt muss ich noch kurz nach Hause. Holst du mich ab? Dreiundzwanzig Uhr? Vorher geht’s nicht, da hab ich noch zu tun.“
„Liebhaber, nehm ich an?“
„Erraten.“
„Und wo geht’s dann hin?“
„Wir fahren hoch auf den Berg, machen‘s wie die Ägypter vor zweitausend Jahren, legen uns auf den Rücken und gucken in den Himmel. Ich versprech dir, das wird toll. Der ganze Himmel voller Glühkugeln und Sternschnuppen.“
Das Gras war immer noch warm. Sie starrten in den Himmel.
Um diese Zeit ging Rollo gewöhnlich zu Bett. Das Himmelgucken in die undurchdringliche Schwärze hinein war ermüdend, jede Menge Sterne, jedoch keine Schnuppe. Aber mit Sandra an seiner Seite hielt ihn der Hormonsturm wach, und würden die Perseiden in dieser Nacht woanders fliegen, wäre er nicht enttäuscht. Niemand in der Nähe, und dennoch flüsterten sie nur noch. „Rat mal, wie alt Kometen sind.“
„Ich hab keine Lust zu raten.“
„Los, sag irgendwas.“
„Paar Tausend Jahre?“
„Leg noch was drauf!“
„Million?“
„Sagen wir, paar Milliarden.“
Rollo war es gleichgültig, ob Millionen oder Milliarden.
Sandra interessierte ihn, aber dieses Himmelszeug doch nicht. Mit ihr wäre er auch durch die Kanalisation von London gewandert.
„Guck mal, da ist der Große Wagen. Siehst du die sieben hellen Sterne?“
„Wo?“
„Da!“
Sie dachte wohl, im Dunkeln könnte er sehen, wohin sie zeigte.
„Aha.“
„Du guckst gar nicht hin.“
Er guckte auch nicht hin. Ständig beschäftigte ihn der Gedanke, ob er Sandras Hand nehmen sollte oder sie gleich küssen, ohne Umwege. Allein die Vorstellung, dass am Ende der Nacht ein Liebhaber sie erwartete, hielt ihn zurück.
An das spektakuläre Himmelsereignis glaubte er ohnehin nicht mehr. Sollten sie doch fortbleiben, die blöden Perseiden. Sie mit einem Grashalm im Ohr zu kitzeln, das reizte ihn. Sein ganzes Denken kreiste um Sandra, um sonst nichts. Sie schwiegen miteinander.
„Das sind Fledermäuse.“
„Wo?“
Sandra zeigte irgendwohin in die Luft, wo die Fledermäuse pfiffen.
„Ich seh nichts.“
„Zu sehen sind sie nicht Im Dunkeln, aber du hörst sie doch.“
Er hörte nur das Blut in seinen Ohren. Irgendwas zirpte, das er für Grillen hielt. Dann und wann rief ein Kauz.
Auf dem Display seines Telefons sah er am nächsten Morgen ihren Namen. „Schade, dass wir so früh weg mussten. Das war toll, oder?“
Es war toll, spektakulär, die Perseiden waren doch noch gekommen, so etwas hatte er nie gesehen. Sie waren nach drei Stunden aufgebrochen, weil sie früh zur Kita musste. Weder hatte er ihre Hand genommen noch sie geküsst. Sie würden telefonieren.
Mittags rief sie an.
„Ich glaube, ich habe eine Zecke, mich juckt‘s, wir haben doch so lange im Gras gelegen.“
„Wo?“
„Am Rücken, am Schulterblatt, ich kann’s nicht sehen.“
„Kann die nicht dein Liebhaber rausmachen.“
„Hast du das geglaubt mit dem Liebhaber?“
„Hätte ich einen Grund gehabt, daran zu zweifeln?“
„Kannst du nicht mal gucken, Rollo?“
Selbstverständlich würde er danach gucken. Und da ihr Bitten so beschwörend klang, hätte er alles stehen und liegen lassen. Sie wäre in ein paar Stunden zu Hause und würde ihn dann anrufen.
„Abgemacht. Mit Zecken kenn ich mich gut aus, ich komme, sobald du zu Hause bist und guck mir das an.“
Rolando kannte sich überhaupt nicht aus mit Zecken, nicht die geringste Ahnung hatte er. Dass es kleine Tiere waren und sie einige Beine hatten und Spaziergänger stachen, mehr nicht. Krankheiten konnten sie übertragen. Er kannte sie nur aus der Zeitung, hatte noch nie eine gesehen.
„Cihan, kannst du mir was über Zecken erzählen?“
Sein Freund, der Biolehrer, konnte ihm viel über Zecken erzählen, viel zu viel, und welche Krankheiten sie übertragen, zeigte ihm Bilder, und wie man die Tiere entfernt, zeigte er ihm auch.
Erst die dritte Apotheke hatte die spitze Pinzette vorrätig, die er wollte.
Sandra wollte nichts hören von Larvenstadien und Lebensweise der Tiere, dass sie Blut saugen und dabei Krankheiten übertragen, dabei hatte er sich so gut vorbereitet.
„Mach sie einfach raus, ich werd sonst noch wahnsinnig.“
Rolando wusste jetzt, wie Zecken aussehen. Da war keine auf dem Schulterblatt, da war gar nichts. Auch am Hals war keine, und auch nicht hinter dem Ohr. Und da er schon einmal dabei war, suchte Rollo weiter, sorgfältig guckte er in jedes Versteck.
„Können auch welche an der Fußsohle sein?“, als er dort suchte.
„Überall, ich kenn mich da aus.“
Die Suche blieb erfolglos. Sandra stach ihm mit dem Finger in den Bauch. „Vielleicht hast du welche.“
Damit machte sie sich auf die Suche. Zecken können sich überall verstecken, besonders die schön warmen Stellen, an denen die Haut so weich ist, die lieben sie. Nein, sie fanden keine, so sehr sie auch suchten, die ganze Nacht lang.
„Laurentius heiter und gut einen schönen Herbst verheißen thut (alte Bauernregel)“ hatte sie ihm am nächsten Morgen auf sein Handy geschickt, mit einem grinsenden Gesicht dabei.
Karl Marx ist keine leichte Lektüre. Erst am Mittag würden wieder die Studenten in mein Anti-Atomkraftbüro strömen und in den Regalen und Kartons antiquarischer Bücher stöbern. So hatte ich vormittags Zeit für die Schriften von Marx und quälte mich seit einer halben Stunde mit einem einzigen Satz herum, hatte ihn bestimmt schon fünfmal gelesen und nicht verstanden. Es kam mir gelegen, als das Türglöckchen läutete und sich der Laden kurz verdunkelte, willkommene Ablenkung von der spröden Lektüre. Der Kunde zog beim Eintreten automatisch den Kopf ein. Noch bevor ich „Vorsicht“ rufen konnte, stand er bereits mit seinen kostbaren Schuhen in der Pfütze. Ich hatte das dem Hausbesitzer etliche Male reklamiert, aber er kümmerte sich nicht da-rum. Seit Jahren lief bei Regen das Wasser unter der Tür durch, bildete im Eingang eine Pfütze, und darin stand der große Mann jetzt. Er schien es nicht zu bemerken, blickte sich um, trat dann an ein Regal und musterte mit schief-gehaltenem Kopf die Buchrücken, schon seine ungewöhnliche Größe zwang ihn dazu. Seine Kleidung und wie er sich bewegte, überhaupt sein Auftreten, so einer kam gewöhnlich nicht in meinen Laden. Über dem dunkelgrauen An-zug mit geknöpfter Weste der Mantel aus Kamelhaar, dazu der weiße Seiden-schal und die Schuhe, so etwas konnten sich meine üblichen Kunden nicht leisten.
„Guten Morgen, kann ich Ihnen helfen?“
Sonst siezte ich in meinem Laden nie jemanden, hier duzten sich alle.
„Ja“, kam es knapp.
Ich war sitzen geblieben. Er trat heran und stützte sich mit den Händen auf meinen Schreibtisch. Solch gepflegte Hände bekam man nicht allein durch Waschen mit Seife. Er nannte mir den Titel einer frühen Ausgabe von Auer-bach.
Es gefiel mir nicht, wie er auf mich herabsah. Ich fühlte mich nicht wohl in der Zange seiner grauen Augen. Das war einer, der gewohnt war, dass seine An-ordnungen unwidersprochen ausgeführt wurden. Sicherlich flog er jede Woche erster Klasse über den Atlantik.
„In ein paar Tagen habe ich das Buch. Wenn Sie mir Ihren Namen sagen und wie ich Sie erreichen kann, rufe ich Sie an.“
„Professor Harry Donnhorst, am besten sagen Sie meiner Sekretärin im Dekanat Bescheid.“
„Harry Donnhorst?“
Hatte ich etwas Falsches gesagt, dass mein Gegenüber die Augenbrauen hochzog?
„Ja, wieso?“ fragte er.
„Simon“, sagte ich. Harry Donnhorst blickte verständnislos.
„Simon?“
„Simon Schuckert. Wir sind doch zusammen zur Schule gegangen.“
„Ich hätte dich nicht erkannt. Damals zu Schulzeiten hast du nicht diese lan-gen Haare gehabt und einen Vollbart auch nicht. Simon, ja, du hast die Schule nicht fertig gemacht, oder?“
Nein. Nach der vierten Klasse hatten sie mir nahegelegt, das Gymnasium zu verlassen. Wir saßen all die Jahre nebeneinander ohne Freunde zu sein. Harry hatte keine Freunde, Harry hatte Neider, er wurde respektiert, aber Freunde hatte er nicht. Die ganze Schule wusste, dass er mit sechs sofort in die zweite Klasse eingeschult worden war und dann auch in unserem Gymnasium eine Stufe übersprungen hatte. Harry war unbeliebt. Er prahlte mit seinem unfassbar reichen Wissen und brachte durch seine intelligenten Fragen etliche Lehrer in Verlegenheit, manche verloren die Fassung.
Wie er mir jetzt vor mir stand, mit mir sprach, so war er damals schon gewesen.
