Alpha-Frau - Cristiana Xavier de Brito - E-Book

Alpha-Frau E-Book

Cristiana Xavier de Brito

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Beschreibung

Das Buch Alpha-Frau ist weder ein Handbuch noch ein Leitfaden für Führungskräfte. Es ist ein Porträt der zeitgenössischen brasilianischen Frau und eine Hommage an ihre Authentizität, Kreativität und Resilienz, wie sie ihr privates und berufliches Leben führt. Das von Cristiana Xavier de Brito geschriebene Buch beleuchtet die brasilianische weibliche Führungsrolle und ihre Merkmale, lässt Frauen in verschiedenen Tätigkeitsbereichen zu Wort kommen, eröffnet einen Dialog über die Dilemmata der brasilianischen Frau des 21. Jahrhunderts und dient als Inspirationsquelle für Zeitgenossinnen ihrer Generation und die zukünftigen Führungskräfte des Landes. Das Buch porträtiert zehn Alpha-Frauen, die sich durch ihren Protagonismus auszeichnen. Cristiana will die Führungsrolle nicht als Managementposition, sondern als Haltung und Auftreten gegenüber dem Leben selbst stärken.

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Seitenzahl: 195

Veröffentlichungsjahr: 2024

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An meine Eltern, Anna Christina und Augusto Paulo, die immer eine Quelle der Unterstützung und Inspiration waren; an meinen Mann, Roberto, für seine bedingungslose Liebe und Partnerschaft; und an meinen Sohn, João, der die zukünftigen Generationen vertritt, die Vielfalt fordern und brauchen, um Neuerungen einzuführen und die Welt zu einem besseren Ort für alle zu machen.

Inhaltsverzeichnis

Vorwort

Alpha Begleiterin, Partnerin und Komplizin

Verbindung Brasilien Deutschland

Die Alpha-Führung

Cristiana Xavier de Brito

Die Brasilianerin

Porträt

Ana Couto

Ana Fontes

Ana Michaelis

Cristina Palmaka

Gisela Pinheiro

Mara Gabrilli

Márcia Rocha

Patrícia Santos

Teka Vendramini

Valéria Scarance

Reflexion

Inspiration

Zum Lesen

Zum Sehen

Zum Folgen

Referenzen

Danksagung

Mein großer Dank geht an Tatiane R. Lima und Rodrigo Fernandes, die sich intensiv an dieser Arbeit beteiligt haben.

An Marilia Rocha, Marta Lenci, Paula Jacomo Martins, Valéria Brandini, Jürgen Paulus und Lino Nader für ihre lehrreichen Erkenntnisse zur Entwicklung weiblicher Führungsqualitäten.

An die Alpha-Frauen Ana Couto, Ana Fontes, Ana Michaelis, Cristina Palmaka, Gisela Pinheiro, Mara Gabrilli, Márcia Rocha, Patrícia Santos, Teka Vendramini und Valéria Scarance, für das Öffnen ihrer Herzen und Geister.

An Larissa Lino, Laetitia d’Hanens und Rodrigo Portela für ihre Unterstützung bei der Verwirklichung dieses Projektes.

An Gustavo Abreu, Verleger der Grupo Editorial Letramento, für den Glauben an das Buch.

An meine Geschwister Pedro, Ana und Rita für ihre ewige Partnerschaft.

An die Männer, die mir immer geholfen haben, Raum in meiner beruflichen Laufbahn zu öffnen, und mich ermutigt haben, darüber hinauszugehen, und an alle Frauen – insbesondere Marcia Barretto –, die mich dazu inspirieren, eine Person zu sein, die unabhängig vom Geschlecht an sich glaubt.

Vorwort

Plötzlich beschloss unsere kompetente Cris, ihr Buch zu schreiben und einige ihrer wiederkehrenden Überlegungen mit der Öffentlichkeit zu teilen.

Seit einiger Zeit sprechen wir darüber, dass aufgrund dieser Realität, in der die Umgebungen integriert sind und die Grenzen zwischen Arbeit und Privatleben verschwimmen, neue Ansätze erforderlich sind. Und diejenigen zu beobachten, die bereits mit solchen Herausforderungen konfrontiert sind, ist eine wertvolle Abkürzung.

Ich merke immer mehr, dass Zahlen ein Unternehmen weniger erklären. Die größten Herausforderungen in Unternehmen sehe ich in den Geschäftsmodellen, in der Bemühung um die Suche nach Ausrichtung, in der strategischen Planung und in der Beherzigung des menschlichen Faktors. Ich habe zunehmend Respekt vor denjenigen, die das richtige Gleichgewicht zwischen ihrem materiellen und immateriellen Vermögen finden.

Die Zukunft ist nicht mehr das, was sie einmal war, wie Arthur Clarke sagte: „Wohin wir auch gehen, alles entwickelt sich schnell und ich glaube, die Welt wird sich neu erfinden.“ Cris ist inspiriert durch ihre ursprüngliche Einschätzung der Herausforderungen, die der Beruf mit sich bringt, und stellt ihren – optimal ausgewählten – Alpha-Partnerinnen Fragen von humanistischer Tiefe.

Diese wertvollen Erfahrungen sollten wir nicht vergeuden, sondern vielmehr dankbar dafür sein, dass Cris das Maßgebliche verdeutlicht hat – so können wir nun zusammentragen, was dieses Buch an Kostbarkeiten für uns selbst bietet.

Horacio Lafer Piva1

1 Horacio Lafer Piva ist Wirtschaftswissenschaftler, Verwalter, Geschäftsmann und Berater für private und soziale Organisationen

Alpha Begleiterin, Partnerin und Komplizin

Angesichts der Herausforderung, eine Präsentation für das erste Buch meiner Frau zu erstellen, dachte ich sogar daran, mich der Sache mit einer Ausrede zu entziehen. Aber ich wusste, dass ich als Ehemann einer „Alpha-Frau“, wie ich selbst das Buch auf ihren Wunsch genannt habe, die Einladung nur schwer ohne einen sehr überzeugenden Grund ablehnen könnte. Ich gab also mit Freude nach.

Ich lernte Cristiana 1997 in Miami kennen, kurz nachdem ich aus beruflichen Gründen in die USA gezogen war. Sie zog auch allein nach Mexiko und wurde mir von gemeinsamen Freunden vorgestellt. In einem fragilen sentimentalen Moment für beide Seiten – sie hatte eine schwierige Scheidung hinter sich, ich war früh Witwer geworden – begannen wir eine intensive und sehr echte Beziehung.

Zweieinhalb Jahre nach geschäftiger „Luftbrücke“ von Miami nach Mexiko-Stadt war es an der Zeit, nach Brasilien zurückzukehren. Sie blieb noch sechs Monate, kehrte aber ebenfalls nach Sampa zurück, damit wir dauerhaft zusammen und in der Nähe unserer Eltern wohnen konnten, die inzwischen mehr Aufmerksamkeit brauchten.

Wir planten gemeinsam unsere Karrieren und eine schöne Familie, die mit der Ankunft unseres Sohns João im Jahr 2003 gefestigt wurde.

Cristianas erfolgreicher beruflicher Aufstieg ging auf natürliche Weise voran. Innerhalb weniger Jahre wurde sie Direktorin eines multinationalen Unternehmens. Meine Karriere hingegen entwickelte sich nicht wie geplant. Dann kam die Zeit, über den besten Weg für die Familie zu entscheiden. Weder einfach noch kompliziert. Wir beschlossen, dass sie ihre Karriere vorantreibt, während ich zurücktrete und mich um den Haushalt und die Organisation um Sohn und Eltern kümmere sowie meine Arbeit als Freiberufler in der Werbung von zu Hause aus erledige.

Eine kluge Entscheidung! Heute leben wir in vollkommener Harmonie, erfüllt, ohne unlösbare Probleme und mit der Gewissheit, dass wir die richtige Wahl getroffen haben.

Aus diesen Gründen akzeptierte ich, hier zu stehen. Ich hielt es für notwendig, meine Erfahrung zu teilen und denjenigen, die eine enge Beziehung mit einer Alpha-Frau haben, mitzuteilen, dass es zwar nicht die friedlichste der Welt ist, dafür aber sehr dynamisch, lustig und aufregend. Ich hörte auf, ein Macho zu sein, um ein echter Mann zu werden!

Die Frauen, die sich ihres Alpha-Status bewusst sind, möchte ich außerdem darin bestärken, diese Führungsrolle voll auszuüben. Ihre Partner werden so wie ich bald erkennen, dass sie an der Seite sensationeller Partnerinnen, wahrer Komplizinnen stehen, die bereit sind, sehr, sehr geliebt zu werden.

Roberto Bandeira

Verbindung Brasilien Deutschland

Ich sorge immer für Erstaunen, wenn ich sage, dass die deutsche und die brasilianische Kultur sich ergänzen, obwohl sie unterschiedlich sind. Und das nicht ohne Grund. Uns trennt buchstäblich ein Ozean. Die Geografie und das Klima sind so verschieden wie die körperlichen Eigenschaften der Bevölkerung. Auf den ersten Blick würde man sagen, dass sich unsere Gemeinsamkeiten auf die Vorliebe für Fußball und Bier beschränken. Allerdings bestehe ich darauf, dass es viel mehr ist als das.

Ich sage immer, dass Brasilien ein Teenager ist. Dieses Land mit kontinentalen Ausmaßen ist noch jung im Vergleich zu den Ländern des europäischen Kontinents. Es wurde ab dem Jahr 1500 von Portugiesen kolonisiert und blieb 322 Jahre lang unter deren Vormundschaft. Obwohl es Aufzeichnungen über die Einreise von Deutschen in Brasilien vor der Unabhängigkeit von Portugal gab, wurde die Flagge offiziell erst 1894 auf nationalem Boden gepflanzt, noch vor der Vereinigung des deutschen Staates.

Die erste Kolonie, die in São Leopoldo in Rio Grande do Sul liegt, war der Anfang einer Partnerschaft zwischen beiden Ländern - und ich sage Partnerschaft, weil die deutschen Immigranten das Paradigma änderten, indem sie die Region nicht nur ausnutzten, sondern auch entwickelten. Darum bauten sie hier prosperierende Beziehungen auf. Ein Beweis dafür ist Blumenau, eine der wichtigsten Städte von Santa Catarina, auch im Südbrasilien, die bis heute den deutschen Einfluss in der Architektur, Industrie, Gastronomie und Kultur der Gemeinde bewahrt und zelebriert.

Allmählich begannen andere brasilianische Staaten, von der Ankunft der Deutschen zu profitieren - São Paulo ist einer davon – meine Eltern zogen kurz nach der Heirat dorthin. Mit europäischer Herkunft, genauer gesagt portugiesischer, wuchsen sie in gut strukturierten Familien auf, mit soliden Werten und Disziplin, um in der Karriere und im Leben voranzukommen. Sie erzogen ihre vier Kinder systematisch mit Regeln und Routine, mit Zeit für Lernen und familiäres und soziales Zusammenleben.

Mein Vater war Ingenieur und widmete Jahrzehnte seines Lebens einer deutschen Firma. Im Alter von etwa 40 Jahren trat er in das Unternehmen ein und übernahm eine Führungsposition. Sein Engagement und seine hervorragenden Leistungen sowie seine Ethik und Strenge blieben von der Zentrale nicht unbemerkt, und so lud sie ihn ein Jahr später ein, den Vorsitz der örtlichen Einheit zu übernehmen. Zu meinen Kindheitserinnerungen gehören die Abendessen, die meine Mutter den Deutschen zubereitete, die nach Brasilien zu Besuch kamen. Wir wohnten in einem Haus inmitten einer großen Grünanlage. Der Tisch war schlicht und sehr geschmackvoll dekoriert. Meine Mutter bestand darauf, den Kollegen ihres Mannes das traditionelle brasilianische Essen zu präsentieren, das täglich serviert wurde. Meine Geschwister und ich erschienen im Schlafanzug, um die Gäste zu begrüßen, bevor wir zu einem Spiel flüchteten oder direkt ins Bett gingen. Das Geschäft, das auf Effizienz, Transparenz und Vertrauen basierte, wurde in liebevollen und beständigen Beziehungen über die Grenzen des Unternehmens hinaus gepflegt.

Die Stärkung der deutschen Industrie in Brasilien schuf nicht nur Arbeitsplätze, sondern auch ein Ökosystem aus Kultur und Wirtschaft - neue Unternehmen entstanden, um die wachsende Nachfrage zu befriedigen, ebenso wie Handel, Schulen, kirchliche und kulturelle Einrichtungen. Die enge Zusammenarbeit erstreckte sich auf verschiedene Sektoren und förderte nationales intellektuelles Kapital und verantwortungsvolle Praktiken, lange bevor die Nachhaltigkeit auf die Tagesordnung der Exekutive kam. São Paulo, zum Beispiel, wurde zu einem der wichtigsten deutschen Industriezentren außerhalb Deutschlands.

Meine Beziehung zu Deutschland verstärkte sich ebenfalls im Laufe der Jahre. Eine meiner Schwestern heiratete einen Architekten, dessen Eltern Deutsche sind. Mein Bruder trat in die Fußstapfen meines Vaters, studierte in Heidelberg, arbeitete in Göppingen und lebt heute in den USA, wo er für ein deutsches Unternehmen arbeitet. Über meine Karriere werde ich später noch sprechen, aber ich kann schon jetzt sagen, dass ich mich in einem Umfeld wie dem, in dem ich mich heute befinde, immer wohler gefühlt habe: mit strategischem Fokus, ethischem Handeln, langfristiger Vision und einem ganzheitlichen und nachhaltigen Ansatz.

Aus diesem Grund betone ich die Komplementarität beider Kulturen. Die brasilianische Kultur wird von der Energie geprägt, die sich durch Freude, Belastbarkeit und Kreativität auszeichnet – Eigenschaften, die notwendig sind, um dem Ungestüm der bereits erwähnten brasilianischen Adoleszenz standzuhalten. Unser fünfhundertjähriges Bestehen wird von den Höhen und Tiefen politischer, wirtschaftlicher und sozialer Krisen geprägt. Die Entdeckung unserer Identität ist mit Konflikten und Widersprüchen verbunden, aber auch mit dem Potenzial, Tugenden zu entwickeln, sowohl im Hinblick auf die Wertschätzung und den Erhalt unserer biologischen Vielfalt als auch auf die Rassenmischung unserer Bevölkerung. Auf diese Weise ist der Austausch mit Deutschland, dessen Wurzeln bis ins Mittelalter zurückreichen, sehr reichhaltig, ähnlich dem eines älteren Bruders, der von der Heiterkeit und Vielfalt des Jüngeren profitiert und gleichzeitig Disziplin, Engagement und Qualität in die für eine nachhaltige Entwicklung notwendigen Praktiken einbringt.

Die Alpha-Führung

Dieses Buch ist im Jahr 2023 fünf Jahre alt. Das sind fünf Jahre eines kollektiven Lernfluges, in ständigem Aufstieg, der sich über territoriale Grenzen und Vorstellungskräfte hinweggesetzt hat. Das Feedback, das ich erhalten habe, bestätigt die Ansicht, dass es keine Zauberformel gibt für eine Veränderung von Leben und Karriere. Es gibt Träume, Zugkraft und andere grundlegende Eigenschaften, die im Detail vorgestellt werden und die helfen, etwas zu erreichen, wie und wo man will, zu Hause und/oder bei der Arbeit.

Nach seiner Veröffentlichung am 8. März 2018 gibt es dieses Buch nun auch in einer englischen Version, die auf Amazon erhältlich ist. Ich erkannte den Wert dieser Arbeit für Frauen anderer Nationalitäten, als eine kanadische Alpha-Führungskraft durch diesen Inhalt inspiriert wurde, mit meiner Unterstützung eine ähnliche Publikation in Nordamerika zu erstellen. Ich lernte, dass wir unabhängig von Land oder Kontinent das gleiche Erbe und die gleichen Unsicherheiten in uns tragen; wir sind mit den gleichen Glaubenssätzen und Schwierigkeiten konfrontiert, wenn auch in unterschiedlichem Ausmaß.

Ich glaube, das gilt auch für Deutschland. Bei näherer Betrachtung des Themas bin ich auf Aufzeichnungen über feministische Clubs gestoßen, die die Beteiligung von Frauen an Entscheidungsprozessen im 18. Jahrhundert forderten. Um ein konkreteres Beispiel zu nennen: Das Wahlrecht wurde fast 15 Jahre vor uns Brasilianerinnen errungen. Obwohl die Emanzipation der Frauen im Zweiten Weltkrieg einen Rückschlag erlitt, wurden einige Rechte noch vor anderen europäischen Ländern erreicht. Clara Zetkin, feministische Ikone und Begründerin des Internationalen Frauentags; Annemarie Renger, erste weibliche Bundestagspräsidentin (1972-1976); Angela Merkel, erste deutsche Bundeskanzlerin (2005-2021) und Ursula von der Leyen, erste Frau an der Spitze der Europäischen Kommission (seit 2019) sind Frauen, die sich in die Weltgeschichte eingeschrieben haben und noch heute als Vorbild dienen.

Die Erfahrungen, die ich mit deutschen Führungskräften und Kollegen gemacht habe, waren mehr als positiv und haben in mir die Gewissheit geschaffen, dass wir unabhängig davon, wo wir geboren wurden oder leben, vor ähnlichen Herausforderungen stehen. In Berichten über die Gleichstellung der Geschlechter betonen sowohl PWC2 als auch das Weltwirtschaftsforum3, dass die Fortschritte in den meisten Ländern langsamer sind, als wir es uns wünschen. Diese Realität hält das Ziel des Buchs Alpha-Frau am Leben, das geschaffen wurde, um den Bedarf an Repräsentation in den verschiedensten Bereichen und Positionen und auch am Zugang zu Werkzeugen und Fähigkeiten zu decken, um die Welt in einen egalitäreren, lebenswerteren, harmonischeren und nachhaltigeren Ort zu verwandeln.

Es stimmt, dass wir noch einige Hürden zu überwinden haben. Sowohl die deutsche als auch die brasilianische weibliche Bevölkerung ist besser ausgebildet als die männliche, aber das garantiert uns nicht die höchsten Positionen oder gleiche Bezahlung. Wir sind auch für den größten Teil der Haus- und Familienarbeit verantwortlich, eine mühsame und anstrengende Aufgabe, die oft für unsere Kollegen, Chefs und sogar die Gesellschaft unsichtbar ist. Wir sind auch Opfer von Gewalt auf der Straße und in unseren Häusern, was Auswirkungen auf das gesamte System hat. Die Pandemie hat die Ungleichheit und die Bedrohung für das Leben von Frauen und die durch die Ungleichheit zwischen den Geschlechtern bedingten Herausforderungen noch verstärkt. Dieser Rückschlag, der in den meisten Ländern immer noch nicht überwunden ist, zeigt sich in den verschiedensten Indikatoren lokaler und globaler Organisationen.

Die Alpha-Frau übersteht diese Herausforderungen nicht unbeschadet, aber sie durchbricht Paradigmen, indem sie Hindernisse überwindet, sich ihrer Entscheidungsfreiheit bewusst ist und ihre Identität und Fähigkeiten einsetzt, nicht nur, um ihr Ziel zu erreichen, sondern vor allem, um ihr Umfeld zu verbessern. Es sind Frauen, die ihre Führungsrolle nicht auf die Unterlegenheit anderer - weder von Männern noch von Frauen - gründen. Sie üben einen echten, liebevollen und großzügigen Einfluss aus, der in jedem den Ehrgeiz weckt, zu wachsen, sich zu verbessern und etwas zu erreichen.

Ich habe den Begriff „Alpha“ geprägt, der üblicherweise für männliche Führungspersönlichkeiten verwendet wird, um diese unangenehme Situation zu durchbrechen und Frauen einzuladen, sich selbst in dieser ungewöhnlichen Position zu sehen. Für die Sprachwissenschaftlerin Andressa Costa wirft die in beiden Ländern unübliche Konnotation des Begriffs ein Licht auf eine Führung, die nicht mit dem männlichen Modell konkurriert, sondern „ihr Privileg nutzt, um ihre Umgebung positiv zu beeinflussen“.

Da Repräsentativität ein Schlüsselfaktor ist, habe ich mich dafür entschieden, die Geschichte von zehn Führungspersönlichkeiten mit unterschiedlichen Hintergründen, Erfahrungen und Leistungen zu präsentieren, von der Politik bis zur Unternehmenswelt, von der bildenden Kunst bis zur Viehzucht. Was haben sie gemeinsam? Diese existenzielle Autonomie, wie eine meiner Gesprächspartnerinnen sagte, um mit Herausforderungen umzugehen und schwierige Entscheidungen zu treffen. Sie nutzen ihr Potenzial, um Karriere und Familie unter einen Hut zu bringen, aber vor allem, um sich selbst zu verwirklichen. Die Alpha-Frau zögert nicht, sie schiebt nichts auf. Sie weiß, was sie glücklich macht. Sie will glücklich sein. Heute.

Mit dieser deutschen Version eröffne ich eine weitere Runde des Dialogs und erfülle damit mein Ziel, mehr Frauen dabei zu unterstützen, ihr persönliches und berufliches Leben mit Mut, Authentizität, Kreativität und Widerstandsfähigkeit zu führen und zu einer vielfältigeren, gerechteren und ausgewogeneren Gesellschaft beizutragen.

Cristiana Xavier de Brito

2 Women in Work Index. PWC. Verfügbar unter: https://www.pwc.co.uk/services/economics/insights/women-in-work-index.html. Letzter Zugriff am 05.04.2023

3 Global Gender Gap Report 2022. Word Economic Forum. Verfügbar unter: https://www.weforum.org/reports/global-gender-gap-report-2022/. Letzter Zugriff am 05.04.2023

Cristiana Xavier de Brito

Was mache ich hier eigentlich?

Das war mein erster Gedanke, als ich den großen Raum betrat, der durch einen breiten Tisch in der Mitte geteilt war. Es gibt nur wenige Momente, in denen mir bewusst wird, dass ich Teil der Statistik bin. Ich gehöre zu einer kleinen Gruppe von Frauen, die 13,6 % des Vorstandes der 500 größten Unternehmen in Brasilien ausmachen, denn ich bin Direktorin eines multinationalen Unternehmens und gehöre einer Gruppe an, die damals aus sieben weiteren Mitgliedern – alle Männer – bestand.

Dieser Gedanke entstand an meinem ersten Arbeitstag in einem für mich völlig neuen Bereich. Ich war tatsächlich in einer ungleichen Situation – nicht, weil ich die einzige Frau war, sondern weil ich in diesem Umfeld am wenigsten vorbereitet war. Ich hatte Erfahrung in anderen Wirtschaftszweigen mit ganz anderen Zielen und Dynamiken.

Ich absolvierte in den 80er Jahren ein Studium der Publizistik, und obwohl ich in Agenturen arbeitete, war immer mein Ziel, in einem großen Unternehmen zu wachsen. Inspiriert von meinem Vater, der Präsident eines multinationalen Unternehmens war und die Position 22 Jahre lang innehatte sowie weitere acht Jahre im Verwaltungsrat saß. Ich stellte mir vor, dass ich in größeren Organisationen wirkungsvolle Aktionen entwickeln könnte.

Ich stieg schon in jungen Jahren in die Technologiebranche ein und hatte fast 10 Jahre lang die Möglichkeit, meine Managementfähigkeiten zu erlernen und auszubauen. So sammelte ich auch meine ersten Erfahrungen auf internationaler Ebene, als ich eine Herausforderung in Mexiko annahm, wo ich drei Jahre lebte und die Aufgabe hatte, eine Marketingkommunikation für die acht wichtigsten Länder Lateinamerikas zu entwickeln.

Als ich vom Technologiesektor in den Zellstoff- und Papiersektor wechselte, war ich begeistert von der Möglichkeit, Kommunikations- und Sozialverantwortungspläne für vier Geschäftsbereiche und achtzehn Industrieanlagen zu entwickeln und umzusetzen. Ich lernte viel, als ich in einem nationalen Unternehmen arbeitete, das eine weltweite Referenz in seiner Branche darstellt. Auf der Karriereleiter erreichte ich eine Position mit höherer Entscheidungsbefugnis, da ich seit drei Jahren direkt an den Präsidenten berichte. Auf diesem Weg stellte ich fest, dass Vielfalt in meiner Karriere und in Organisationen immer mehr an Bedeutung gewann. Als Führungskraft für soziale Verantwortung und später für Nachhaltigkeit war es schon immer Teil meiner Arbeit, mit Nichtregierungsorganisationen, Verbänden und Kommunal-, Landes- und Bundesregierungen zusammenzuarbeiten und einen Beitrag zu leisten. Ich verstehe, dass dieser Austausch von grundlegender Bedeutung für die Entwicklung von Unternehmen ist, die als relevante Akteure in der Gesellschaft und in dem System, dem sie angehören, gestärkt werden.

Nach fast fünf Jahren zog mich die Dynamik der Technologiebranche erneut zu einem multinationalen Softwareunternehmen, wo ich meine erste Führungsposition übernahm. Da 50 % der Mitglieder Frauen waren, erlebte ich die Vorteile der Vielfalt täglich. Die Vielfalt der Perspektiven und die Fähigkeit zum Dialog verbesserten sowohl die Innovation von Produkten und Dienstleistungen als auch die Erfahrungen von Mitarbeitern, Kunden und Lieferanten. Der Austausch zwischen Menschen pflegte Beziehungen und Maschinen im wahrsten Sinne des Wortes. Aus diesem Umfeld heraus wurde ich vier Jahre später die erste Frau im Vorstand eines weltweit tätigen Chemieunternehmens, wo ich in der Phase einer großen Expansion des Unternehmens in Südamerika die Leitung des Bereichs institutionelle Beziehungen und Nachhaltigkeit übernahm.

Als ich diesen Besprechungsraum betrat, hatte ich guten Grund, Schmetterlinge im Bauch zu spüren, aber ich konnte mich bald davon überzeugen, dass dies die Wirkung der Klimaanlage war, deren Temperatur eher an Anzugträger als an Rockträger angepasst ist. Die Antwort kam mir so schnell wie die Frage: Ich bin gekommen, um ich selbst zu sein.

Deshalb wurde ich eingestellt. Das brachte mich hierher. Was ich an diesem Tag tat, habe ich seitdem immer wieder getan: Ich saß auf der rechten Seite des Präsidenten, ein Ort, den ich für strategisch wertvoll halte für alle, die diskutieren, zusammenarbeiten und die Zukunft des Unternehmens mitgestalten wollen.

Meine Wurzeln

Dieses Selbstvertrauen und diese Entschlossenheit habe ich zu Hause gelernt, denn ich wuchs umgeben von starken Frauen auf. Die wichtigste von ihnen ist meine Mutter, die in Minas geboren wurde und in Rio de Janeiro lebte, wo sie ihren Abschluss als Lehrerin machte. Als sie heiratete, entschied sie sich, ihrem Ingenieur-Ehemann zu folgen, dessen Karriere in der Stahlindustrie sie in verschiedene Städte führte. Und ich übertreibe nicht: Mein älterer Bruder wurde in Volta Redonda geboren; meine Schwester kam zwei Jahre später in Rio zur Welt; vier Jahre später wurde ich in Santos geboren; und unsere Jüngste, die aus São Paulo stammt, vervollständigte die Familie fünfzehn Jahre später.

Meine Mutter war immer eine Frau von unvergleichlicher intellektueller Stärke, die in der Lage war, verschiedene Persönlichkeiten zu fördern und die unterschiedlichsten Ressourcen zu verwalten, um unsere Bedürfnisse zu befriedigen und ein anregendes soziales Miteinander zu schaffen. Sie ist charismatisch, wurde immer verehrt und ist noch jetzt immer von Menschen umgeben. Sie hatte andere große Vorbilder: meine Großmutter mütterlicherseits, die mit fünf Kindern aus dem Landesinneren von Minas Gerais nach Rio de Janeiro zog; meine Großmutter väterlicherseits, die zehn Jahre älter war als mein Großvater; und ihre Schwestern – vor allem meine Patentante, die auch meinen Weg begleitet und weiterhin einen großen Einfluss auf mein Leben hat.

Meine Mutter war Hausfrau, bis ihre Kinder erwachsen waren. Dann tauschte sie ihren Traum, Strafverteidigerin zu werden, gegen den Traum, Unternehmerin zu werden. Sie kümmerte sich nicht nur um die Familie und führte ein intensives soziales Leben, sondern gründete auch eine Bekleidungsfabrik in São Paulo, die mehr als fünfzehn Jahre lang zum Lebensunterhalt einiger Familien beitrug. Ich lernte früh, mich an neue Umgebungen anzupassen und mit Menschen unterschiedlicher Herkunft, Kultur und Identität umzugehen. Ich hatte immer eine Gruppe vielseitiger Freunde, die offen für meine Ideen waren. Mit achtzehn Jahren überredete ich zum Beispiel eine Freundin, mit mir den Zug des Todes zu nehmen, der von Puerto Quijarro an der Grenze zu Mato Grosso do Sul nach Santa Cruz de la Sierra in Bolivien fuhr. Einige Jahre zuvor trainierte ich meine Führungsqualitäten, indem ich einen Mädchenclub gegründet habe. Ich widmete mich der Aufgabe mit so viel Hingabe, dass ich fast bei meinem Nachbarn eingezogen wäre, bei dem sich das Clubhaus befand.

Es war mein Vater, der mich zu Neugierde, Disziplin und Eifer anstiftete. Ich musste nicht die beste Schülerin in der Klasse sein, sondern mein Bestes geben. Diese Einstellung habe ich bis heute beibehalten und lege Wert auf Qualität bei jedem einzelnen Engagement. Dank meiner Genetik habe ich etwas von jedem und bin deshalb davon besessen, etwas zu tun und etwas aufzubauen, wobei ich meine Mitmenschen stets respektiere und einbeziehe. Aufgrund meiner Wurzeln habe ich mich von den Widrigkeiten, die mir im Laufe meiner Karriere und meines Lebens begegnet sind, nie lähmen lassen. Ich war schon immer von einer Fähigkeit geprägt, die ich als typisch weiblich betrachte: die Fähigkeit, sich neu zu erfinden. Das ist es, was meine Mutter, meine Tanten und meine Großmütter immer getan haben, um ihre Herausforderungen zu meistern. Das hat mich dazu gebracht, Wissen zu recyceln, meine Fähigkeiten zu perfektionieren und in jeder Situation und aus jeder beruflichen Herausforderung das Beste herauszuholen, immer mit der Unterstützung meiner Familie und der Menschen, denen ich vertraue.

Wundern Sie sich deshalb nicht, wenn ich Hausfrauen als Referenzen für weibliche Führung anführe. Der Begriff „Hausfrau“ ist so banalisiert und gleichzeitig so missverständlich, denn bei einer Hausfrau handelt es sich weder um eine Chefin noch um Macht und Geld – Führung ist viel mehr als das.

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