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Historische und archäologische Notizen zur Fachwerkkirche Alt Placht in der Uckermark
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Seitenzahl: 33
Veröffentlichungsjahr: 2019
1931 Das Kirchlein im Grünen
Alt Placht - Das Kirchlein im Grünen
Die Lage von Alt Placht
Zur Geschichte von Alt Placht
Beschreibung der Dorfkirche
Die Ausstattung der Kirche vor der Sanierung
Nordanbau
Die Patronatsgruft
Innenausstattung der Kirche
Archäologie
Beräumung der Gruft
Bestattungen in der Gruft
Die Fundmaterialien der Gruft
Die Freilegung des Vorgängerbaus
Noch einmal zurück zur Gruft
Kurze Chronologie Alt Placht
Die Quellenlage
Alt Placht im Laufe der Zeit
Anmerkungen
Literaturverzeichnis
Abbildungsverzeichnis
Auf halber Strecke der Verbindungsstraße Templin - Lychen liegt in nördlicher Richtung im Wald der kleine verschlafene Ort Alt Placht, der bis 1773 den Namen Placht trug. Nimmt man den Weg über Gandenitz nach Alt Placht, so erkennt man als erstes eine Reihe von Kossätenhäusern1 entlang der Dorfstraße.
Gegenüber den Kossätenhäusern befand sich bis vor einiger Zeit noch das Gutshaus des Ortes, das aber einem Neubau für die Forstwirtschaft weichen musste. Geblieben sind ein Scheunengebäude und das Forsthaus selbst.
Östlich des Dorfes, an der Einmündung des Weges nach Densow, umgeben von einem Friedhof und einem Baumbestand, dessen Linden ein stattliches Alter von 250 bis 300 Jahren aufweisen, steht das Kirchlein im Grünen.
Dieses Kleinod der Uckermark, das laut Kirchenbuch 1717 in Betrieb genommen wurde, würde heute nicht mehr existieren, hätte sich 1990 nicht kurz nach der Wende ein „gesamtdeutscher“ Förderverein zur Rettung und Erhaltung der Kirche in Alt Placht konstituiert. Mit viel ehrenamtlicher Unterstützung, Geldern der Deutschen Stiftung Denkmalschutz und der Deutschen Bundesstiftung Umwelt und engagierten Handwerkern konnte 1994 das Kirchlein in neuem Glanz erstrahlen.
Nicht immer lag das Dorf Alt Placht jenseits der Straße von Templin nach Lychen. In früheren Zeiten verlief durch den Ort die alte Heerstraße nach Mecklenburg.
Die bekannten historischen Nachrichten über Alt Placht, beschränken sich auf wenige kurze Hinweise. Ehrenamtliche Bodendenkmalpfleger und Historiker aus dem ehemaligen Kreis Templin, die sich mit der Geschichte ihrer Heimat beschäftigt haben, trugen dazu bei, dass nicht alles Wissen um das Kirchlein verloren ging.
Hans Schübler2, der bereits vor dem 2. Weltkrieg die Bodendenkmäler des Kreises Templin aufgenommen hat, schreibt über Alt Placht:
Etwa auf halbem Wege zwischen Templin und Lychen liegt an der nachweisbar ältesten Landstraße des Kreises Templin inmitten der staatlichen Forst Alt-Placht eine größere Feld- und Wiesenfläche, ... . Bei mehrmaligem Flurbegang im Frühjahr 1945 konnte ich auf den Feldern beiderseits der alten Landstraße an Hand von Scherben, Herdsteinen und Hauslehmfunden, sowie an den stellenweise branderdehaltigen Boden die Anlage des ehemaligen Bauerndorfes Placht feststellen. Demnach hatte das Dorf eine noch nachweisbare Länge von 475 m und war der Form nach ein Angerdorf, dessen Kirche auf dem Anger stand und noch heute dort seht. ... Den Scherbenfunden nach zu urteilen, hat das Dorf im späten 15. Jahrhundert sein Ende gefunden. Sein Anfang dagegen reicht bis ins 11., vielleicht noch bis ins 10. Jahrhundert zurück, wie auch wiederum Scherbenfunde von vier getrennten Fundplätzen innerhalb der Dorfanlage beweisen. Vereinzelte jungsteinzeitliche Funde deuten auch auf eine vorübergehende Besiedlung dieses Platzes in jener fernen Zeit.
Ernst Carstedt3 schreibt in den Beträgen zur Geschichte der Stadt Lychen, dass:
Der Name des Dorfes Placht 1307 (Riedel 13,17) lediglich erwähnt wird, ohne dass weitere Angaben gemacht werden. Das Landbuch erwähnt ihn ohne jeden Vermerk. Der Ort war also wüst. 1536 befindet sich das ganze Dorf und die Dorfstätte, genannt `Plachte`, zwischen Templin und Lychen im Besitz der Stadt Templin.
Und im Historischen Ortslexikon für Brandenburg4 findet sich der Hinweis, dass:
1687 die K(irche) ganz wüst ist, auch keine Rudera mehr zu erkennen, das Kirchenland ist ganz bewachsen; sonst ist auch alles wüst, auch die Schmiede- und Hirtengrundstücke sind wüst; die nach dem Kriege wieder angesiedelten zwei Kossäten sind wegen des schlechten Ackers wieder abgezogen.
