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Alte Menschen sind eine große Bereicherung für die heutige Gesellschaft. Sie sind es, die die Vergangenheit unvergesslich machen, uns mit ihren Lebenserfahrungen und Weisheiten zur Seite stehen und uns auch oft mit Geschichten aus ihrem früheren Leben erfreuen: mit alten Schätzen. Diese Schätze müssen behutsam ausgegraben, gesehen und bewahrt werden. In diesem Projekt war es uns wichtig, uns Zeit für ältere Menschen zu nehmen, ihnen zuzuhören, sie als wertvolle Persönlichkeiten voller eigener Erfahrungen und Erlebnisse zu respektieren, damit ihre Schätze nicht verloren gehen. Für dieses Buch wurden persönliche, spannende und berührende Geschichten von älteren Menschen aus Vorarlberg gesammelt. Diese Erinnerungen reichen von Kindheitserlebnissen, Schulgeschichten, Erfahrungen in Ausbildung und Berufsleben bis zu berührenden Liebesgeschichten. Manche haben ihr ganzes Leben hier in Vorarlberg verbracht, andere hat das Schicksal erst ins Ländle geführt. Wir wünschen allen Leserinnen dieser wunderbaren Geschichten, dass sie durch jene "Alten Schätze" bereichert werden, indem diese ihnen wie uns so nahe gehen, dass auch sie Gefühle wie Respekt, Trauer, Faszination, Inspiration, Erstaunen durchleben. Denn tief in uns haben wir doch alle den Wunsch, was uns bewegt, unsere Schätze, mit anderen teilen zu können, egal wie viele Lebensjahre zwischen uns liegen.
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Seitenzahl: 50
Veröffentlichungsjahr: 2019
Vorwort
Mit viel Optimismus durchs Leben
Glück im Unglück
Nähen - eine lebenslange Leidenschaft
Eine Jugend in Kärnten
Kindheit im Kloster
Josefa und Bruno
Eine Erfolgsgeschichte aus den 1970ern
Geschichten, die das Leben schrieb
Schule anno dazumal
Ein unvergesslicher Sommerausflug
Ein weiter Weg nach Vorarlberg
Mein (Um)weg nach Vorarlberg
Das Leben eines Bregenzerwälder Mädchens
Aus Mexico City nach Lustenau
Reflexion
Danksagung
Alte Menschen sind eine große Bereicherung für die heutige Gesellschaft. Sie sind es, die die Vergangenheit unvergesslich machen, uns mit ihren Lebenserfahrungen und Weisheiten zur Seite stehen und uns auch oft mit Geschichten aus ihrem früheren Leben erfreuen, mit alten Schätzen. Diese Schätze müssen behutsam ausgegraben, gesehen und bewahrt werden.
In diesem Projekt war es uns wichtig, uns Zeit für ältere Menschen zu nehmen, ihnen zuzuhören, sie als wertvolle Persönlichkeiten voller eigener Erfahrungen und Erlebnisse zu respektieren, damit ihre Schätze nicht verloren gehen.
Für dieses Buch wurden persönliche, spannende und berührende Geschichten von älteren Menschen aus Vorarlberg gesammelt. Diese Erinnerungen reichen von Kindheitserlebnissen, Schulgeschichten, Erfahrungen in Ausbildung und Berufsleben bis zu berührenden Liebesgeschichten. Manche haben ihr ganzes Leben hier in Vorarlberg verbracht, andere hat das Schicksal erst ins Ländle geführt.
Wir wünschen allen LeserInnen dieser wunderbaren Geschichten, dass sie durch jene „Alten Schätze“ bereichert werden, indem diese ihnen wie uns so nahe gehen, dass auch sie Gefühle wie Respekt, Trauer, Faszination, Inspiration, Erstaunen durchleben. Denn tief in uns haben wir doch alle den Wunsch, was uns bewegt, unsere Schätze, mit anderen teilen zu können, egal wie viele Lebensjahre zwischen uns liegen.
Die liebenswerte Oma und Mama Hazba Candic wurde am 11. Juli 1948 geboren. In ihrem Heimatland Bosnien und Herzegovina wuchs sie als eines von sieben Kindern in einem ruhigen Dorf namens Jelovce Selo auf und erlebte dort ihre schönsten Kindheitserinnerungen. "Die Sommertage waren mir am liebsten!", schwärmt Hazba. "Wir - Geschwister, Verwandte und Freunde - trafen uns damals jeden Tag draußen zum Spielen. Den ganzen Sommer lang. Von Mobiltelefonen und Fernsehern wussten wir damals nichts. „Verstecki“-Spielen war eines unserer Lieblingsspiele. Und hinter den vielen Sträuchern, Birnen- und Zwetschkenbäumen im Garten gelang mir das am besten von allen!", lacht sie.
Als älteste Schwester übernahm Hazba früh Verantwortung für ihre jüngeren Geschwister. Wie es in einer Großfamilie üblich ist, musste jeder mithelfen, sei es beim Aufräumen, Waschen oder Kochen. All diese Sachen gingen ihr leicht von der Hand, da sie sehr fleißig und absolut nicht faul ist. Bemerkenswert erscheint auch, dass Hazba sich schon in jungen Jahren fürs Kochen und Backen interessiert hat. "Ich habe nun unzählige Backbücher im Schrank. Aber das Witzige daran ist, dass ich keines der Rezepte vollständig nachbacke, weil ich immer gern meine eigenen Kuchen, Torten und Gebäcke kreiere!" Und dies gelingt ihr auch immer sehr gut. Da Hazba sich sehr dafür interessiert, Neues zu erlernen, findet sie sich nicht nur im Backen und Kochen wieder, sondern hat auch Talent im Nähen, Stricken und Häkeln, wie man am selbstgehäkelten Kissenbezug im einem der Bilder erkennen kann.
Gerne erinnert sie sich zurück, wie sie ihre erste Liebe kennenlernte. „Er war sehr beliebt und ein echter Charmeur. Ich war mir nicht sicher, ob er mich je beachtet hätte, wenn wir uns nicht eines Tages beim Brunnen im Dorf getroffen hätten…“ Ejub eroberte ihr Herz sofort und kurze Zeit danach, im Alter von 24 Jahren, gaben sie sich das Ja-Wort. Wenig später kam ihr erster Sohn zur Welt, den sie bis zu seinem zweiten Lebensjahr in Bosnien aufzogen. 1975 entschied sich die kleine Familie dann nach Vorarlberg zu ziehen, wo Ejub als Gastarbeiter tätig war. Als Hazba ihre erste Tochter und noch einen Sohn zur Welt brachte, entschied das Ehepaar, in Dornbirn zu bleiben, da sie sich schon gut eingelebt und viele Freunde hatten.
Im Alter von 42 Jahren starb Hazbas Gatte an einem Schlaganfall und somit wurde die Mama dreier Kinder zur Witwe. Als Zeichen der Treue und endlosen Liebe war für sie sofort klar, dass sie den Nachnamen ihres Mannes beibehalten würde und keinen anderen Mann mehr heiraten möchte. Ihre Kinder unterstützten sie tatkräftig in dieser schweren Zeit und standen immer an ihrer Seite. Auch als ein nächster Schicksalsschlag Hazba schwer traf: Diagnose Brustkrebs im Alter von 60 Jahren. Diesen überstand sie dank frühzeitiger Erkennung ohne Probleme. Zehn Jahre danach erhielt sie jedoch erneut die Diagnose Krebs, die ihr schwer zu schaffen machte, da sie sich einer Operation und Chemo-Therapie unterziehen musste. Doch Hazba erwies sich als starke Frau. Da sie ein großes Herz für ihre Familie hat, wollte sie nicht, dass man sich Sorgen um sie macht und erzählte wenig von ihren Problemen. Sie bemühte sich immer, über Positives zu sprechen und darüber, das schon alles gut werde.
Mit viel Optimismus und Durchhaltevermögen überstand sie auch diese zweite schwere Krankheit, wobei sie manchmal Angst hat, dass die Krankheit wiederkehren könnte.
Nichtsdestotrotz genießt Hazba jeden Moment ihres Lebens. Ihre Lebensphilosophie lautet: „Alles wird so kommen, wie das Schicksal es möchte. Deshalb schätze das, was du hast!“
Außerdem reist sie regelmäßig nach Bosnien, wo die meisten Menschen aus ihrer Familie und aus ihrem Freundeskreis leben. „Ich fühle mich dort sehr wohl. Weißt du, es ist einfach dieses schöne Heimatgefühl. Der Ort, an dem du aufgewachsen bist, an dem du so viele schöne Erinnerungen mit tollen Menschen erlebt hast und an dem du gleichzeitig Zeit zum Entspannen findest, wird dir immer im Herzen bleiben!“, schwärmt sie.
Verfasst von Aida Omerovic
