Alternativmedizin – eine Alternative? - Martina Wildgrube - E-Book

Alternativmedizin – eine Alternative? E-Book

Martina Wildgrube

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Beschreibung

Alternative Heilmethoden im Selbstversuch Naturheilkunde, Ayurveda oder Traditionelle Chinesische Medizin? Martina Wildgrube, Juristin und Gesundheitsberaterin, berichtet aus Patientenperspektive authentisch und humorvoll über die Besonderheiten ganzheitlicher alternativmedizinischer Behandlungsangebote. "Ein sehr eindrucksvoller Blick in die Welt der Alternativmedizin, der auch mir als Schulmedizinerin wertvolle Impulse vermittelt hat, getreu dem Motto: Wer heilt hat Recht!" Ursula Feuerhake Ärztin "Wer Anregungen zur Selbstheilung sucht, findet in diesem Buch eine sehr gute Orientierungshilfe." Dr. med. Sylke Nagel Ayurveda-Ärztin

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Seitenzahl: 206

Veröffentlichungsjahr: 2025

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Table of Contents

Alternativmedizin – eine Alternative?

Impressum

Inhalt

Vorwort

Ein „Reisebericht“ aus der Welt der Alternativmedizin

Ernährung in der Alternativmedizin

Bewegung und Entspannung in der Alternativmedizin

Nachwort und Ausblick

Quellen und Anmerkungen

Literaturverzeichnis

Alternativmedizin – eine Alternative?
Wege zu einer
ganzheitlichen Gesundheit
Martina Wildgrube
Martina Wildgrube, Jahrgang 1958, hat nach einer medizinischen Fachschul-ausbildung und einem Studium des Wirtschaftsrechts viele Jahre als selb-ständige Rechtsanwältin gearbeitet. Nach einer Tätigkeit als Referentin in einer Stadtverwaltung machte sie ihr ausgeprägtes Interesse für gesundheits-
bezogene Themen zum Beruf und absolvierte eine umfang-reiche Weiterbildung zur Gesundheitsberaterin (IHK) Ganzheitliche Gesundheit.
Zu dieser beruflichen Neuorientierung beigetragen hat Martina Wildgrubes eigene Krankheitsgeschichte, von deren erfolgreicher Bewältigung sie in diesem Buch berichtet. Mit ihrem Erfahrungsbericht möchte die Autorin den Lesern Mut machen, sich bei gesundheitlichen Herausforderungen nicht allein auf die Schulmedizin zu verlassen, sondern selbstbestimmt auch ungewohnte Pfade zu beschreiten.
Impressum
Alle Rechte der Verbreitung, auch durch Film, Funk und Fernsehen, fotomechanische Wiedergabe, Tonträger, elektronische Datenträger und auszugsweisen Nachdruck, sind vorbehalten.
Für den Inhalt und die Korrektur zeichnet der Autor verantwortlich.
© 2025 united p. c.
in der novum publishing gmbh
Rathausgasse 73, A-7311 Neckenmarkt
ISBN Printausgabe: 978-3-7103-3077-3
ISBN e-book: 978-3-7103-3989-9
Umschlagfoto: Andreas Rühl
Umschlaggestaltung, Layout & Satz: united p. c. Verlag
Innenabbildungen: z.V.g. von Martina Willdgrube
www.united-pc.eu
Inhalt
Vorwort
Ein „Reisebericht“ aus der Welt der Alternativmedizin
Einführung
Naturheilkunde
Ayurveda
Traditionelle Chinesische Medizin (TCM)
Exkurs Homöopathie und Schüßler-Salze
Exkurs Mitochondrientherapie
Fazit
Ernährung in der Alternativmedizin
Einführung
Ernährung in der Naturheilkunde
Ernährung im Ayurveda
Ernährung in der TCM
Exkurs Klassische Ernährungsberatung
Exkurs Mayr-Fasten
Fazit
Bewegung und Entspannung in der Alternativmedizin
Einführung
Bewegung und Entspannung in der Naturheilkunde
Bewegung und Entspannung im Ayurveda
Bewegung und Entspannung in der TCM
Exkurs Orthopädische Rehabilitationsmaßnahmen
Exkurs Physiotherapie und Osteopathie
Fazit
Nachwort und Ausblick
Quellen und Anmerkungen
Literaturverzeichnis
Vorwort
Liebe Leser,
wandern auch Sie mit Ihren gesundheitlichen Beschwerden manchmal von einem Facharzt zum anderen? Sind Sie letztendlich aber doch unzufrieden, weil sich ein ganzheitlich wirksamer Erfolg nicht einstellen will? Und denken Sie manchmal über mögliche Alternativen nach, ohne recht zu wissen, was Sie von diversen (mehr oder weniger kostenintensiven) Angeboten außerhalb der Schulmedizin erwarten dürfen?
Dann geht es Ihnen genauso wie mir vor einigen Jahren, bevor ich mich auf eine unfreiwillige Reise durch die Welt der Alternativmedizin begab. Von diesem langen Leidens- und Erfahrungsweg möchte ich Ihnen im Folgenden berichten: von dessen schleichendem Beginn über unterschiedlichste Beschwerden und Krankheitsbilder bis hin zu seinem erfolgreichen Abschluss, der mir auch dank ganzheitlicher Betrachtung neue Lebensfreude bescherte.
Was waren damals die ersten Alarmsignale? Seit einiger Zeit fühlte ich mich nicht mehr wohl in meiner Haut, hatte Bauch- und Rückenbeschwerden und vertrug allerlei Lebens- und Genussmittel nicht mehr. Zudem schlief ich nicht mehr durchgehend und ausreichend tief, um am nächsten Tag entspannt zur Arbeit gehen zu können. Nun gut, dachte ich mir damals: Ich werde auch nicht jünger, befinde mich im Endstadium der Wechseljahre und habe meine körperlichen Probleme über die Lebensjahrzehnte nicht so ernst genommen.
Irgendwann wurden die gesundheitlichen Beschwerden so belastend, dass mich meine Hausärztin zu den verschiedensten Fachärzten überwies. Der „Ärztemarathon“ nervte, schien mir jedoch unerlässlich, und mein Glaube an die segensreichen Wirkungen der Schulmedizin war zu jener Zeit noch einigermaßen ungetrübt.
Schon bald fand ich mich in Erwartung einer konkreten Diagnose in einem Krankenhaus wieder. Nach eingehenden Untersuchungen wurden Gallensteine diagnostiziert und seitens der behandelnden Ärzte dringend angeraten, die Gallenblase zu entfernen. Mit einem solchen Befund hatte ich überhaupt nicht gerechnet und lehnte den operativen Eingriff zunächst auch ab. Daraufhin wurden mir allerlei Horrorszenarien aufgezeigt, so dass ich schließlich doch in eine Operation einwilligte – in der Hoffnung, dass danach alles besser werden möge. Immerhin sollte es sich nur um einen minimalinvasiven Eingriff handeln…
Nach einer gewissen Wartezeit und in der Erwartung eines kurzfristigen beruflichen Ausfalls begab ich mich erneut ins Krankenhaus. Das hätte ich besser nicht tun sollen, denn die Operation verlief ganz anders, als man es mir vorher signalisiert hatte. Während des Eingriffs mussten sich die Ärzte entscheiden, von einer minimalinvasiven auf eine offene Bauch-Operation umzusteigen, was Eingriffsdauer und Liegezeit sowie die nachfolgende Krankschreibung erheblich verlängerte.
Die Heilung ging nicht so recht voran. Ich hatte erhebliche Schmerzen, die ich nicht mehr aushalten wollte. Folgerichtig begab ich mich ein drittes Mal ins Krankenhaus, in eine andere Klinik – nunmehr zur Abklärung von nach der Operation aufgetretenen Halswirbelsäulen-Beschwerden. Nach vielen Untersuchungen stellte sich heraus, dass ich einen Bandscheibenvorfall an der Halswirbelsäule erlitten hatte, möglicherweise durch die Lagerung auf dem OP-Tisch. Daher sollte ich mich, vor allem wegen drohender Lähmungserscheinungen, unverzüglich operieren lassen! Nach den vorherigen Erfahrungen lehnte ich einen solchen Eingriff ab und setzte stattdessen auf Physiotherapie und Entspannungsübungen, was nach vielen Monaten tatsächlich zu einer spürbaren Verbesserung führte, so dass ich auch wieder längere Zeit arbeiten konnte. Allerdings wurde ich durch die umfangreichen medizinischen Prozeduren immer weniger leistungsfähig. Meine Haut war blass, meine Muskeln schwach; ich befand mich an der Grenze zum Untergewicht – und ich wusste, dass es so nicht weitergehen konnte.
Durch diesen Leidensdruck habe ich alternativmedizinische Therapien für mich entdeckt und viele davon selbst ausprobiert, also wirklich durchlebt. Meine daraus gewonnenen Erfahrungen möchte ich Ihnen, liebe Leser, im Folgenden vorstellen, selbstverständlich ohne Anspruch auf Vollständigkeit oder auf detaillierte Darstellung und Bewertung der jeweiligen Be-handlungsmethode. Mit meinen persönlichen und praxisorientierten Wahrnehmungen und Erlebnissen hoffe ich gleichwohl, zum Abbau von Vorbehalten gegenüber alternativmedizinischen Angeboten beitragen zu können.
Martina Wildgrube
Ein „Reisebericht“ aus der Welt der Alternativmedizin
1. Einführung
Alternative Heilmethoden sind Behandlungsverfahren außerhalb der Schulmedizin, also der konventionellen Methoden. Gleiches gilt für den Begriff der Komplementärmedizin, wobei sich aus dem Wort „komplementär“ bereits ergibt, dass dies als Ergänzung zur Schulmedizin zu betrachten ist. In der medizinischen Praxis werden aber häufig Alternativ- und Komplementärmedizin in einen Topf für ergänzende Maßnahmen geworfen, obwohl der Begriff „alternativ“ ganz klar meint, eine Alternative zur Schulmedizin darzustellen. Ich verwende der Einfachheit halber ausschließlich die Formulierung „alternative Heilmethoden“ und meine damit, dass ich diese grundsätzlich als Ergänzung zur Schulmedizin betrachte.
Wie auch immer, diese alternativen Heilmethoden beruhen auf zum Teil jahrtausendealten Erfahrungen, und wenn sie heutzutage wieder und mehr denn je angewendet werden, kann man das vielleicht so interpretieren, dass sich die Menschen nach mehr Zuwendung sehnen, um Körper, Geist und Seele wieder in Einklang zu bringen. Die Schulmedizin bekämpft eben üblicherweise nur die auftretenden Symptome, sucht aber selten nach deren Ursachen, sicher auch aus Zeitgründen.
Ein Patient möchte aber geheilt und vor allem als „Ganzes“ verstanden werden, wenn er sich nicht gesund fühlt.
An dieser Stelle möchte ich kurz über einen für mich sehr bemerkenswerten Film berichten: „Sein – gesund, bewusst, lebendig“ aus dem Jahr 2020, den ich mir mehrfach anschaute. Der Film erzählt dokumentarisch von fünf Menschen, die krankheits- oder unfallbedingt zu einer radikalen Änderung ihres Lebensstils gefunden und auch dadurch ihre Beschwerden beseitigt oder zumindest erheblich gelindert haben. Sie übernahmen selbst die Verantwortung für ihr Leben und haben dies nicht nur den Ärzten überlassen. Dadurch wurde es ihnen möglich, einen ganz eigenen Heilungsweg zu beschreiten.
Ein Mensch ernährte sich fortan nur noch vegan, ein anderer hat die Energie aus wildwachsenden Heilkräutern für sich entdeckt. Durch regelmäßige Yoga-Übungen, viel Sport oder einfach ein achtsames Leben und Meditation konnten gleichfalls enorme Heilwirkungen erzielt werden. Alle in diesem Film befragten Personen haben dadurch zu Glück und Gesundheit gefunden und waren froh, bestimmte Alltagsgewohnheiten abgelegt zu haben.
Radikale Änderungen sind aber oft nicht nötig, wenn man sich insgesamt gut fühlt. Aber es lohnt sich meines Erachtens, darüber einmal nachzudenken. Und wer schon nachgedacht hat und sein möglicherweise viel zu stressiges oder wenig sinnerfülltes Leben ändern möchte, dem sei dieser Film angeraten.
Zurück zu den alternativen Heilmethoden, die ganz wesentlich mit den Worten „Selbstheilungskraft“ und „Ganzheitlichkeit“ in Verbindung stehen. Natürlich wirken die Selbstheilungskräfte von allein, aber manchmal benötigen sie Unterstützung. Der Begriff Ganzheitlichkeit ist nicht genau definiert, aber es dürfte nachvollziehbar sein, dass der physische und psychische Zustand eines Menschen als Einheit betrachtet werden sollte. Wenn ich in den verschiedensten Krankenhäusern und ambulanten Praxen nicht so viel erlebt hätte, würde ich vielleicht anders urteilen.  Ich bin aber nicht verbittert und habe meine umfangreichen Beschwerden als Herausforderung und Chance für ein bewussteres Leben angesehen.
In meinem Buch erzähle ich vor allem von der Naturheilkunde, dem Ayurveda und der Traditionellen Chinesischen Medizin, weil mich diese Methoden in besonderer Weise und durch zum Teil längere Klinikaufenthalte in meinem Heilungsprozess begleitet und geprägt haben. Die vielen von mir ausprobierten weiteren Möglichkeiten und Methoden, Heilung zu finden, möchte ich Ihnen, meine sehr geehrten Leser, aber auch nicht vorenthalten. Letztendlich konnte ich von jeder Therapie in irgendeiner Form profitieren, so dass ich mich nunmehr als gesund und glücklich betrachte und dieses Glück gern weitergeben möchte.
2. Naturheilkunde
Was bedeutet Naturheilkunde im Einzelnen? Was können Sie von dieser Methode erwarten? Unter dem Begriff Naturheilkunde versteht man eine Vielzahl von Naturheilverfahren, deren Ziel es ist, durch bestimmte Reize die Selbstheilungskräfte zu aktivieren. Es geht somit um das Zusammenwirken von Reiz und Reaktion, um einen gesundheitsförderlichen Lebensstil zu unterstützen und dadurch das Immunsystem zu stärken.
Die Naturheilkunde umfasst fünf Behandlungsbereiche. Es geht erstens um die sogenannte Ordnungstherapie, frei nach dem Motto: „Bringe Ordnung in Dein Leben!“. Das meint einen gesunden Lebensstil durch gesundes und maßvolles Essen und Trinken, ausreichend Bewegung an der frischen Luft und so viel Entspannung, dass ein erholsamer Schlaf gewährleistet ist. Man möge demnach achtsam mit sich umgehen und Verantwortung für sich selbst übernehmen. Bedeutsam ist zweitens die Ernährungstherapie mit dem Ziel, die Nahrungsaufnahme so zu optimieren, dass sie einen direkten positiven Einfluss auf eine Krankheit nimmt. In der Phytotherapie geht es drittens um die Behandlung mit Heilpflanzen, was eine große Sachkunde voraussetzt. Dass wir uns viel an frischer Luft bewegen sollen, dürfte den meisten Menschen bekannt sein; man beachte also viertens die Bewegungstherapie. Letztendlich und fünftens lässt sich viel Positives für unsere Gesundheit durch hydrotherapeutische Anwendungen erreichen, unter Zuhilfenahme von Was-ser in unterschiedlichen Temperaturstufen und Anwendungsverfahren.
Es ist im wahrsten Sinne des Wortes eine Naturmedizin, die sich zum Bespiel der Wirkungen von Sonnenlicht, Luft, Wasser und Bewegung bedient. Halten wir uns an der frischen Luft auf und bewegen uns dazu noch recht viel, geht es uns meistens sehr gut. Die Sonne unterstützt den Menschen bei der Vitamin-D-Produktion; viele Heilpflanzen enthalten Wirkstoffe, die bei Erkrankungen zusätzlich angewendet werden können, also den Genesungsprozess unterstützen. Und gerade in der Pflanzenheilkunde wird viel geforscht, so dass Wirkungen nach und nach bewiesen werden können. So wandelt sich gerade in diesem Bereich die Erfahrungsmedizin zur wissenschaftlich fundierten Medizin: „Die Naturheilkunde hat ihr verstaubtes Image abgeschüttelt und ist zu einer wissenschaftlich fundierten Medizin geworden. Sie steht nicht mehr neben der sogenannten Schulmedizin, sondern ist zu ihrem Partner geworden.“[1]
Die Schulmedizin allein scheint mir für die Zukunft noch nicht so umfassend gerüstet zu sein, dass sich hohe Therapiekosten spürbar verringern ließen und viele chronische (Zivilisations-)Krankheiten in nennenswertem Umfang vermieden werden könnten. Das gemeinsame Agieren von Schul- und Naturmedizin liegt daher auf der Hand und wird zunehmend praktiziert, wie ich selbst erleben durfte. Auf jeden Fall spielt der ganzheitliche Ansatz eine wesentliche Rolle in der Naturheilkunde und dürfte von den meisten Menschen als wohltuend empfunden werden. Genau das kann die Schulmedizin aus den verschiedensten Grün-den nicht leisten. „Naturbelassene“ Anwendungen sind vielfältig kombinierbar und somit äußerst individuell, eben auf die jeweiligen Beschwerden eines Patienten zugeschnitten. Allerdings kosten sie den Menschen wesentlich mehr Kraft und Motivation als die Einnahme von Medikamenten.
Diesem Plädoyer für die Naturheilkunde folgend, suchte ich nach einer entsprechend spezialisierten Klinik, die meinen Körper endlich einmal ganzheitlich betrachten würde. Dazu angeregt worden war ich in einer Buchhandlung, wo ich das von Professor Andreas Michalsen verfasste Werk „Heilen mit der Kraft der Natur“ entdeckt hatte – ein Gedanke, der mich sogleich fesselte.
Gesagt, getan, gekauft! Ich recherchierte bezüglich der Klinik, in der dieser Professor tätig war, und wusste, dass ich dorthin wollte. Ich holte mir einen Termin und wurde in einem Dreibettzimmer aufgenommen.
Bereits beim Anamnesegespräch mit der behandelnden Ärztin fiel mir positiv auf, dass sich die Fragen auf meine sämtlichen Beschwerden bezogen sowie auf mögliche Wechselwirkungen untereinander, wobei die durch die reinen Schulmediziner festgestellten Diagnosen selbstverständlich auch eine gewisse Rolle spielten. Hinzu kam eine psychosoziale und vegetative Anamnese, also zum Beispiel: Wie gestaltet sich mein privates und berufliches Umfeld? Wie ernähre ich mich? Wie gestalte ich meine Freizeit? Selbstverständlich gab es auch eine körperliche Untersuchung, und ich erhielt täglich einen auf meine Beschwerden ausgerichteten Behandlungsplan, der jeweils durch einen Arzt erläutert und mit mir abgestimmt wurde.
Die Atmosphäre auf der Station war ruhig und harmonisch, was wohl auch daher rührte, dass die Patienten zuvor mit der Schulmedizin so Einiges durchgemacht hatten, sich hier Besserung erhofften, und in dieser Erwartung in der Regel auch nicht enttäuscht wurden. Das kann ich so feststellen, da es mir in vielen Gesprächen immer wieder bestätigt wurde.
Im Prinzip erinnerte mich diese Station an eine Rehabilitationsklinik mit wesentlich mehr Freiheiten als in einem üblichen Krankenhaus. Zudem wurden unglaublich viele Therapieangebote unterbreitet, um Körper, Geist und Seele gleichermaßen zu heilen. Zur Verdeutlichung möchte ich hier einige (zum Teil etwas außergewöhnliche) Therapien aufzählen, die ich selbst in Anspruch nehmen durfte:
Krankengymnastik einzeln und in der Gruppe
Rückenschule
Yoga
Atemtherapie, Meditation, Stressreduktion
medizinische Bäder
Kneippsche Therapie, Wickel, Lavendel-Fußbäder
Nadelreizmatten-Therapie
Weißlichttherapie.
Das klingt doch toll, oder? Und selbstverständlich gab es für andere Krankheitsbilder weitere individuell abgestimmte Anwendungen und Therapieangebote.
Neben den Ärzten waren auch die Therapeuten sehr engagiert, und immer wieder spürte ich das ernsthafte Bemühen, die Patienten davon zu überzeugen, dass man sich um den eigenen Körper auch kümmern muss. Dazu gaben sie uns das nötige Rüstzeug. Auch von den pflegenden „guten Geistern“ erhielten wir sehr viele Anregungen und Informationen, um die Selbstheilungskräfte unseres Körpers zu aktivieren und diese im alltäglichen Leben umsetzen zu können.
Wie lief mein Behandlungstag ab? Was habe ich alles erlebt, und was kann ich von Mitpatienten berichten? An mein Dreibettzimmer und die schlichte Waschgelegenheit hatte ich mich erstaunlicherweise schnell gewöhnt. Das lag einerseits wohl daran, dass ich durch die vielen Therapien kaum Zeit zum Nachdenken hatte. Andererseits lag ich mit einer Patientin im Zimmer, mit der ich mich richtig gut verstand. Mit dieser Freundin habe ich mich über alles Mögliche ausgetauscht. Sie berichtete mir von ihrer Fibromyalgie, einem sich über den gesamten Körper erstreckenden Weichteilrheuma, was für sie mit erheblichen Einschränkungen verbunden war. Sie hatte gefühlt immer und überall Schmerzen, und heilbar ist die Krankheit leider auch nicht. Immerhin kann man dank der Naturheilkunde seinen Gesundheitszustand erheblich verbessern. Sie war ins Krankenhaus gekommen, um zu fasten, bekam also nur Wasser, Tee, dünne Suppe und natürlich Einläufe. Erstaunlicherweise ging es ihr nach anfänglichen Schwierigkeiten täglich besser. Sie war wirklich gut drauf und genoss es.
Wir sind oft im Park spazieren gegangen und haben auch viel gelacht. In unserem Zimmer lag noch eine ältere Dame, deren Bett zwischen unseren beiden stand, was die abendlichen Kommunikationsmöglichkeiten einschränkte. Obwohl wir immer wieder versuchten, unsere Mitbewohnerin in die Gespräche einzubeziehen, sonderte sie sich doch zunehmend ab und schien manchmal ein wenig irritiert, dass wir uns so gut verstanden haben und immer erzählen wollten. Da meine Freundin ihren Klinikaufenthalt schon einige Zeit vor mir begonnen hatte, musste sie zwangsläufig eher als ich wieder nach Hause fahren, und wir waren beide traurig. Leider haben wir unseren Kontakt nicht aufrechterhalten, was in erster Linie der großen Entfernung zwischen unseren Wohnorten geschuldet ist. Das bereue ich ein wenig, weil wir zumindest gelegentlich hätten telefonieren können. Vielleicht stößt sie ja irgendwann auf mein Buch und meldet sich. Auf jeden Fall ging es ihr im Rahmen der Möglichkeiten zum Entlassungszeitpunkt gut, und das hat mich natürlich gefreut.
Ich glaube mich zu erinnern, dass wir jeweils abends unseren Therapieplan für den nächsten Tag erhielten. Allmorgendlich vor dem Frühstück war ich in die Frühsport-Gruppe eingeteilt. Das fand ich richtig toll, weil ich nach dem Aufwachen immer gleich munter bin und mich sowieso gerne bewege. Also hieß es: Raus in die Natur und ganz konkret über die Straße in den hauseigenen Park mit steinernen Zeitzeugen aus dem 19. Jahrhundert, zum Beispiel einer alten Villa, Pavillons, Grotten und gruftartigen Bauten, die auch ein wenig gruselig waren. Als Ehefrau eines Denkmalschutz-Experten war ich davon natürlich begeistert!
Nach dem Aufwärmen in großer Runde sind wir über Stock und Stein in kleineren Gruppen gelaufen und freuten uns nach einer halben Stunde natürlich auf das Frühstücks-Buffet. Nach dem Frühstück blieb noch etwas Zeit für das Bad, bevor die Therapien in rasantem Tempo fortgesetzt wurden. Einiges habe ich ja schon aufgezählt. Insgesamt durfte ich aber 16 (!) naturheilkundliche Therapiemaßnahmen genießen. Ich weiß das noch so genau, weil das im ärztlichen Entlassungsbericht vermerkt wurde. Gefreut habe ich mich immer auf die Rückenschule in der Gruppe, die, wie alle Therapien, sehr professionell, pragmatisch und vor allem aus ganzheitlicher Sicht durchgeführt wurde. Und wenn ich an die Krankengymnastik in Einzeltherapie denke, komme ich heute noch ins Schwärmen, weil die Physiotherapeutin erst einmal meinen Rücken, den Körperbau und natürlich meine Körperhaltung unter die Lupe nahm. Nur so konnte sie mir zielgerichtete Übungen beibringen, von denen ich noch heute profitiere, wenn ich sie denn auch ausführe.
Übrigens hatte ich in der Klinik abends Zeit, das Buch von Professor Michalsen in Ruhe durchzuarbeiten und das Wesentliche an Erkenntnissen für mich zu notieren. Ich lese auch zu Hause immer wieder darin und rufe mir in Erinnerung, was ich zur Gesunderhaltung beachten sollte. Ich habe gelernt, für ein solches Buch dankbar zu sein. Es ist eine unschätzbare Hilfe, denn die Krankenkasse bezahlt ja nicht jährlich einen solchen Klinikaufenthalt. Das finde ich übrigens rich-tig, weil die Bettenkapazität gering ist und möglichst viele Patienten von diesen besonderen Behandlungsangeboten profitieren sollen.
Gefallen hat mir auch, dass ich einige Male ein medizinisches Bad nehmen durfte. Dazu stieg ich in eine mit frei wählbarem Zusatz versehene Badewanne und lag einfach so im warmen Wasser, bis ich nach 10 bis 15 Minuten jäh aus dem Fast-Schlaf gerissen wurde. Weniger ansprechend fand ich zum damaligen Zeitpunkt die Nadelreizmatte. Sie hat einfach nur schrecklich gepiekt, auch wenn ich wusste, dass dies zur Aktivierung der Selbstheilungskräfte hilfreich sein könnte. Ein Jahr später habe ich mir dennoch eine große Nadelreizmatte und ein ebensolches Kopfkissen gekauft, weil eine Bekannte aus meiner Qigong-Gruppe dieses nachdrücklich empfohlen hatte. Sie schwärmte förmlich, dass es bei ihr zum Ritual geworden sei, den Arbeitstag damit ausklingen zu lassen. Ich mache das seitdem genauso und genieße täglich 30 bis 40 Minuten auf der Matte. Bestimmt schaffe ich es auch noch, vor allem im Sommer, mich nur in Unterwäsche daraufzulegen. Gut Ding will Weile haben!
Am Vormittag fanden immer die Arztkonsultationen statt, bei denen der Gesundheitszustand überprüft und die Therapien abgesprochen wurden. Einmal pro Woche erfolgte die Chefarzt-Visite in großer Ärzte-Runde. Das fand ich auch sehr gut und nutzbringend. Ausgesprochen angenehm und heilungsfördernd war auch die Yoga-Gruppe, zumal die Lehrerin vor Beginn der ersten Übungseinheit die jeweiligen gesundheitlichen Einschränkungen erfragt und das Programm entsprechend angepasst hatte. Es waren tolle Übungen und natürlich Entspannung pur! Nach dem Abendbrot, mit dem die positiv anstrengenden Tage langsam zu Ende gingen, war ich meist so geschafft, dass ich auch im Dreibettzimmer zeitig eingeschlafen bin. Allerdings haben mir dabei Augenmaske und Ohrenstöpsel geholfen. So verging Tag um Tag, und als ich nach eineinhalb Wochen entlassen wurde, war ich durchaus wehmütig.
In der Rückschau habe ich mich in der naturheilkundlichen Klinik auf Grund der vielfältigen individuellen Behandlungsmethoden und des ganzheitlichen Ansatzes sehr wohl gefühlt. Meinem Rücken ging es wesentlich besser, und den Bauch spürte ich fast gar nicht mehr, vermutlich durch die konsequente Schonkost. Wunderbar! Ich kann Ihnen, liebe Leser, den Aufenthalt in einer solchen Klinik jedoch nur empfehlen, wenn Sie aus innerer Überzeugung wirklich bereit sind, sich auf die oft ungewohnten und von schulmedizinischen Erwartungshaltungen abweichenden Behandlungen tatsächlich einzulassen und aktiv an ihrer Genesung mitzuwirken. Es würde auch wenig Aussicht auf Erfolg haben, die Therapien mehr oder weniger widerspruchslos hinzunehmen und dann im Alltag wieder genau das zu machen, was Sie vorher getan haben. Sie sollten bereit sein, Ihre üblichen Lebensmuster und Gewohnheiten in Frage zu stellen und diese gegebenenfalls zu ändern. Eine Umstellung der Ernährung, die sich an der jeweiligen Erkrankung orientiert und deren Grundlagen Sie in der Naturheilkundlichen Klinik vermittelt bekommen, ist nach meinen Erfah-rungen unbedingt notwendig. Ich erinnere an dieser Stelle auch an die Aktivierung der Selbstheilungskräfte.
Sie werden damit rechnen müssen, dass nicht wenige ihrer Mitmenschen die Nase rümpfen, wenn die Methoden der Naturheilkunde zur Sprache kommen. Diese oft jahrtausendealten Erfahrungen und Therapien haben aber vielen Generationen zu Gesundheit und Lebensfreude verholfen und verdienen es meines Erachtens, mindestens gleichberechtigt neben der Schulmedizin zu stehen. Sie sollten sich also diesbezüglich nicht rechtfertigen, dürfen gern auch mal zuerst an sich denken und Kompromisse nur dort schließen, wo sie unumgänglich sind und auch der Verwirklichung Ihrer privaten Ziele dienen! Das Ansehen der Naturheilkunde kann auch durch Ihr Handeln und durch die Vermittlung Ihrer Erfahrungen wesentlich gesteigert werden. Das ist umso wichtiger, wenn man bedenkt, wie sehr die Kosten herkömmlicher schulmedizinischer Behandlungen und teilweise fragwürdiger Operationen in den zurückliegenden Jahren gestiegen sind. Im Vergleich dazu sind die Kosten für naturheilkundliche Behandlungen in der Regel deutlich geringer. Wenn Sie also bereit sind, sich auf all das einzulassen, Ihre Krankenkasse nach Möglichkeit auch einen Aufenthalt in der Naturheilkundlichen Klinik genehmigt und Sie aktiv an den Therapien mitwirken, werden Sie in jedem Fall von den dortigen Behandlungsmethoden profitieren!
3. Ayurveda
Der Ayurveda ist ein jahrtausendealtes traditionelles, ganzheitliches Heilverfahren aus Indien. Ayurveda bedeutet sinngemäß das Wissen um das alltägliche Leben, wobei die Gesunderhaltung im Vordergrund steht und nicht die Gesundwerdung. Ungeachtet dessen spielt die Heilung natürlich auch eine nicht unerhebliche Rolle. Das grundlegende Heilprinzip des Ayurveda besteht darin, die jeweilige Konstitution eines Menschen festzustellen, also seine ganz individuelle Funktionsweise zu ergründen. Die drei Haupt-Konstitutionstypen heißen Vata, Pitta und Kapha und treten fast ausschließlich in Kombination auf. Die Kenntnis unseres jeweiligen Konstitutionstyps ist enorm wichtig, um zu wissen, was wir essen und wie wir uns bewegen sollten, aber auch welche Tagesabläufe einzuhalten sind, damit es uns gut geht. Bei Krankheiten ist die Kenntnis des Konstitutionstyps hilfreich, um die Harmonie im Körper durch gezielte Therapien wiederherzustellen. Entsprechende Angebote basieren vor allem auf Heilkräuteranwendungen und konstitutionsgerechter Ernährung; sie beinhalten aber auch Massagen, Meditation und Yoga.
Üblicherweise verschreibt der Schulmediziner für dieselben Krankheiten dieselbe Art der Therapie, obwohl jeder Mensch verschieden ist und von bestimmten Faktoren beeinflusst wird. Aus diesem Grund wirkt ein Medikament bei den Patienten häufig ganz unterschiedlich. Das gilt selbstverständlich auch für die vom Konstitutionstyp abhängige Ernährung.
Warum verträgt zum Beispiel ein Mensch Orangensaft gut und der andere bekommt Magenprobleme? Ähnlich verhält es sich beim Kaffee. Mancher kann davon (beneidenswerterweise) richtig viel trinken; ein anderer Mensch wird nervös und bekommt Sodbrennen. Also: Lernen Sie Ihren Konstitutionstyp kennen und versuchen Sie, diesen im Alltag soweit möglich zu berücksichtigen.
Vielleicht möchten Sie auch Ihren Partner in solche Überlegungen einbeziehen und wissen nicht recht, an welcher Stelle Sie ihn „abholen“ sollen? Als kleiner Denkanstoß dazu die etwas eigenwillige Auffassung meines Mannes: „Ayurveda? Tja, das stammt aus Indien und ist wohl so etwas wie das passende Essen zum Yoga. Meine liebe Frau kocht gern nach entsprechenden Rezeptbüchern – soweit ich mich erinnere stets ohne Fleisch, obwohl es im indischen Restaurant ja Huhn, Lamm und Wild gibt. Immerhin werden nach ayurvedischer Lehre alle Speisen warm zubereitet. Das hat durchaus sein Gutes, zum Beispiel bei ,Obst ohne Geschmack´ – den sogenannten Äpfeln – die mir in roher Form so gar nicht schmecken wollen. Wenn diese Früchte aber zu warmem Kompott verarbeitet werden, gibt es dafür am Küchentisch anerkennende Worte. Zwar versteht es sich von selbst, dass Äpfel auch in verarbeiteter Form nicht an die gesundheitsfördernden und geschmacklichen Qualitäten von in Likör eingelegten Piemont-Kirschen mit schokoladiger Umhüllung (bekannt als „Mon Cherie“) oder gar an das unvergleichliche Nutella heranreichen, aber immerhin… Im Übrigen: Wenn Mango-Lassi, Mango-Creme und Mango-Eis zum Ayurveda dazugehören, bin ich gern dabei!“ Soweit die von meinem Mann erbaute Ayurveda-Welt.
In meinem Wohnort gibt es eine Ayurveda-Ärztin, auf deren Praxisschild ich während meiner regelmäßigen Spaziergänge durch die Stadt aufmerksam geworden war. Es dauerte einige Zeit, bis ich mir die Homepage angesehen und schließlich einen Termin vereinbart hatte. Ich war angenehm überrascht von der sehr entspannten Atmosphäre in der Praxis, die mit der Hektik eines üblichen medizinischen Versorgungsbetriebes nur wenig gemein hatte. Sie gab mir genügend Zeit, meine Beschwerden zu schildern, und ich erhielt nach Puls- und Zungendiagnose viele alltagstaugliche Empfehlungen hinsichtlich meiner Lebensweise und vor allem zur Ernährung. Wichtig erschien mir dabei, wie indische Gewürze meine Nahrung verträglicher machen konnten, und dass Ayurveda bedeutet, Nahrung und Getränke warm zu sich zu nehmen.