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Altersvorsorge Schritt für Schritt selbst planen Altersvorsorge muss weder kompliziert noch teuer sein. Dieser Finanzratgeber zeigt praxisnah, wie sich die eigene Rentenlücke realistisch einschätzen und eine tragfähige Vorsorgeplanung entwickeln lässt. Das Set begleitet Schritt für Schritt durch den gesamten Prozess – von der Analyse der gesetzlichen Rente über die Budgetplanung bis zur persönlichen Strategie für private Altersvorsorge und Zusatzrente. Im Mittelpunkt stehen klare Entscheidungen statt Produktverkauf: Wie hoch fällt die Rente im Ruhestand voraussichtlich aus? Wie viel Geld steht monatlich zum Sparen zur Verfügung? Welche Rolle spielen Sparplan, Aktien, Fonds, Betriebsrente, Rentenversicherung oder klassische Geldanlage? Der Ratgeber erklärt verständlich, wie Kapital, Vermögensaufbau und langfristige Planung zusammenspielen – auch für Einsteiger ohne Vorkenntnisse. Ein besonderer Fokus liegt auf staatlichen Regelungen und Förderungen. Es wird gezeigt, wann sich Riester, Rürup oder andere Modelle lohnen können, wie sich Steuern sparen lassen und welche Rahmenbedingungen aus Sozialgesetzbuch und Betriebsrentengesetz relevant sind. Dabei bleibt der Blick stets praxisorientiert und unabhängig. Herzstück des Buches sind Rentenlücken-Rechner, interaktiver Budgetplaner, Checklisten und Formulare. Damit lässt sich die eigene Situation direkt berechnen, planen und anpassen – ideal für alle, die ihre Finanzen selbst in die Hand nehmen möchten und eine strukturierte Ruhestandsplanung suchen. In 5 Schritten zur Altersvorsorge: - Rentenlücke berechnen und Rentenbeginn realistisch einschätzen - Budget planen, Sparmaßnahmen festlegen, Sparplan aufbauen - Private Altersvorsorge, Betriebsrente und Rentenversicherung verstehen - Staatliche Förderung nutzen und steuerliche Grundlagen kennen - Persönliche Vorsorgestrategie für den Ruhestand entwickeln
Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:
Seitenzahl: 184
Veröffentlichungsjahr: 2026
Thomas Stoll
Mit Rentenlücken-Rechner
Interaktiver Budgetplaner
Staatliche Förderung nutzen
Persönlicher Plan für die Zusatzrente
Antworten auf die neun wichtigsten Fragen
Altersvorsorge ist keine Raketenwissenschaft
Schritt 1: Finanzlücke ermitteln
Was ist von der gesetzlichen Rente zu erwarten?
Private und betriebliche Vorsorge überprüfen
Weitere Einkommensquellen
Individuelle Finanzlücke berechnen
Schritt 2: Budget planen
Kassensturz – wie viel ist aktuell für die Vorsorge übrig?
Bestehende Vorsorge optimieren
Möglichen Sparbetrag festlegen
Schritt 3: Bausteine zur Vorsorge wählen
Renditebringer: Sparpläne mit ETF und Aktienfonds
Absicherung: Zinsanlagen in der Altersvorsorge
Rendite und Sicherheit gut ausbalanciert: das Pantoffel-Portfolio
Immobilien als Altersvorsorge
Private Rentenversicherungen
Schritt 4: Staatliche Förderung nutzen
Riester-Rente: für wen sie sich noch lohnen kann
Rürup-Rente: für Selbstständige und gut verdienende Angestellte
Freiwillig in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen
Vermögenswirksame Leistungen
Betriebliche Altersvorsorge
Schritt 5: Persönliche Vorsorgestrategie umsetzen
Die Vorsorge individuell abstimmen
Besonderheiten für Selbstständige
Elternzeit und Teilzeitarbeit
Last-Minute-Vorsorge für Spätstarter
Das Ziel im Auge behalten: regelmäßige Überprüfung und Anpassung
Service
Zinsfaktor (1 bis 50 Jahre Anlage)
Entnahmefaktor (1 bis 35 Jahre)
Barwertfaktor (1 bis 35 Jahre)
Sparfaktor (1 bis 50 Jahre)
Diese ETF sind erste Wahl
Stichwortverzeichnis
Impressum
A In fünf Schritten zur passenden Altersvorsorge
B Vorhandene Vorsorge prüfen
C Rentenlücke berechnen
D Einnahmen, Ausgaben und freies Budget ermitteln
E Versicherungen checken
F Kassensturz: Budget ermitteln
G Risikoprofil ermitteln
H Das ist mir wichtig bei der Geldanlage
I Pantoffel-Portfolio erstellen
J Portfolio überprüfen und anpassen
K Steuer-Checkliste zur Altersvorsorge
Sie können die Formulare bequem kostenlos herunterladen und ausfüllen. Den Link finden Sie im Impressum.
Viele wissen, dass sie fürs Alter etwas tun müssen – aber nur wenigen ist klar, wo sie anfangen sollen. Soll man erst sparen, gleich anlegen oder besser Risiken absichern? Wie groß ist die Vorsorgelücke wirklich, und was bedeutet sie für den Alltag im Ruhestand? Dieses Kapitel führt Sie Schritt für Schritt durch die neun zentralen Fragen, die beim Thema Altersvorsorge zählen. Es gibt einen Einblick, wie Sie realistisch planen, Ihr Risiko dosieren und aus den vielen Möglichkeiten die passenden Bausteine auswählen. So entwickeln Sie eine Vorsorgestrategie, die zu Ihrem Leben passt – überschaubar im Aufwand, verständlich in der Struktur und tragfähig für die Zukunft.
Die jährliche Renteninformation der Deutschen Rentenversicherung zeigt, wie viele Entgeltpunkte Sie bisher gesammelt haben und welche monatliche Rente sich daraus ergibt – in heutiger Kaufkraft und ohne Abzüge. Später gehen jedoch Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge sowie Steuern von der Bruttorente ab. Daher sollten Sie nur mit rund 80 bis 90 Prozent der ausgewiesenen Bruttorente rechnen.
Als Faustregel sollten Sie für Ihren Finanzbedarf im Rentenalter von 80 Prozent Ihres aktuellen Nettoeinkommens ausgehen, um Ihren gewohnten Lebensstandard halten zu können. Dafür reichen die Auszahlungen aus der gesetzlichen Rente alleine in den meisten Fällen nicht aus. Um sich später nicht stark einschränken zu müssen, ist es daher wichtig, möglichst frühzeitig zusätzlich privat vorzusorgen. Je eher Sie damit beginnen, desto besser. Denn dann arbeitet der Zinseszinseffekt für Sie. Das bedeutet: Sie müssen im Vergleich niedrigere Sparraten aufwenden, um bei Rentenbeginn unter sonst gleichen Bedingungen dasselbe Sparergebnis zu erzielen.
Die Renten- oder Vorsorgelücke ist der Unterschied zwischen dem, was Sie im Ruhestand voraussichtlich zum Leben brauchen, und dem, was Ihnen sicher zur Verfügung steht – aus der gesetzlichen Rente und privaten oder betrieblichen Vorsorgebausteinen. Auch wenn die Lücke auf den ersten Blick riesig erscheint: Lassen Sie sich nicht entmutigen! Gehen Sie vom heutigen Stand aus, nicht von zukünftigen hochgerechneten Einkommen oder Sparzielen. In diesem Buch finden Sie eine Strategie, mit der Sie Ihre Altersvorsorge Schritt für Schritt aufbauen können: Zuerst schließen Sie die Lücke, die sich aus Ihrem aktuellen Stand ergibt. Später ergänzen Sie weitere Spartranchen, wenn Sie mehr Einkommen und finanziellen Spielraum haben.
Wie viel Sie monatlich fürs Alter sparen sollten, hängt von Ihrer Vorsorgelücke und Ihren Möglichkeiten ab. Eine feste Prozentregel gibt es nicht – entscheidend ist, dass Sie überhaupt beginnen und Ihre Vorsorge konsequent ausbauen.
Ein guter Ausgangspunkt ist der Kassensturz: Wie hoch sind Ihre Einnahmen, wie viel bleibt nach fixen und variablen Ausgaben übrig? Danach legen Sie fest, was Sie regelmäßig investieren können, ohne sich zu überfordern. Starten Sie mit einem machbaren Betrag und erhöhen Sie ihn schrittweise, etwa nach Gehaltserhöhungen oder wenn Kredite auslaufen.
Wichtiger als eine hohe Anfangsrate ist Kontinuität. Selbst kleine Beträge entfalten über Jahrzehnte eine spürbare Wirkung.
Wer früh anfängt, profitiert vom Zinseszinseffekt und kann später ruhiger agieren. Wer später startet, kann die Lücke mit höheren Raten oder längerer Erwerbszeit ausgleichen – entscheidend ist, dass Sie Ihr Ziel kennen und dranbleiben.
Bevor Sie fürs Alter anlegen, sollten Sie die Grundabsicherung klären. Dazu gehören eine Kranken- und Pflegeversicherung, eine private Haftpflicht und – falls möglich – eine Berufsunfähigkeitsversicherung. Diese schützen Sie vor finanziellen Risiken, die Ihre Vorsorge sonst zunichtemachen könnten.
Als Nächstes folgt der Notgroschen: Mindestens zwei Nettogehälter auf einem Tagesgeldkonto sorgen dafür, dass Sie unerwartete Ausgaben decken können, ohne Ihre Geldanlage antasten zu müssen.
Erst wenn diese Basis steht, kommt das Sparen und Anlegen. Dann können Sie langfristig investieren – etwa mit einem weltweit anlegenden ETF-Sparplan oder einem breit gestreuten Fondsdepot.
Wichtig ist, dass Sie Ihr Vorgehen in dieser Reihenfolge planen: Erst die Risiken absichern, die sie finanziell ruinieren können, dann Liquidität sichern, dann Vermögen aufbauen. So bleibt Ihre Altersvorsorge stabil, selbst wenn das Leben zwischenzeitlich anders läuft als geplant.
Für die Altersvorsorge zählt vor allem ein breit gestreutes Depot, das Chancen und Risiken ausgleicht. Die Basis bilden Zinsanlagen wie Tages- oder Festgeld, die Liquidität sichern und vorübergehende Verluste an den Märkten abfedern. Für den Vermögensaufbau über viele Jahre eignen sich Aktien und Fonds, vor allem ETF-Sparpläne auf große Indizes wie den MSCI World. Sie sind kostengünstig, transparent und bieten langfristig gute Renditechancen. Das Pantoffel-Portfolio ist ein einfaches, bewährtes Konzept der Stiftung Warentest, das Ihnen hilft, langfristig anzulegen, ohne ständig reagieren zu müssen. Es kombiniert Sicherheit und Renditechancen mit einer festen Aufteilung zwischen ETF und Zinsanlagen.
Immobilien, betriebliche oder geförderte Produkte wie Riester oder Rürup können das Altersvorsorgeportfolio ergänzen, ersetzen aber keine breit gestreute Geldanlage. Wichtig ist, dass alle Bausteine zusammenpassen: sicher, flexibel und auf Ihre Lebensplanung abgestimmt.
Eine betriebliche Altersvorsorge (bAV) kann sich lohnen – vor allem, wenn der Arbeitgeber sie ordentlich bezuschusst. Beschäftigte wandeln meist einen Teil ihres Bruttogehalts in Beiträge für eine Betriebsrente um und sparen dadurch Steuern und Sozialabgaben. Seit 2019 müssen Arbeitgeber bei Neuverträgen mindestens 15 Prozent Zuschuss zahlen, wenn sie selbst Sozialabgaben sparen. Viele Firmen geben auch mehr. Wer den Zuschuss nutzt, erhält auf diese Weise eine oft attraktive Zusatzrente.
Allerdings hat die bAV auch Nachteile: Auf die spätere Betriebsrente werden Beiträge zur gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung fällig, und sie ist steuerpflichtig. Zudem kann die Entgeltumwandlung die gesetzliche Rente mindern, wenn weniger Beiträge dorthin fließen. Ob sich die bAV lohnt, hängt vom Zuschuss, der Kostenstruktur des Vertrags und Ihrer Verweildauer im Betrieb ab. Besonders vorteilhaft ist sie, wenn Sie lange bleiben und der Arbeitgeber einen spürbaren Beitrag leistet.
Vorteilhaft ist die Riester-Rente vor allem für Familien mit Kindern, die von hohen Zulagen profitieren. Ebenso interessant kann sie für Geringverdienende sein, wenn die Förderquote – also Zulagen und Steuerersparnis im Verhältnis zum Eigenbeitrag – besonders hoch ist. Für viele andere lohnt sich Riester dagegen kaum noch. Die Produkte sind oft teuer, unflexibel und durch die Beitragsgarantie in der Rendite begrenzt. Auch die Auszahlungsphase ist streng reguliert, und die Renten unterliegen der vollen Steuerpflicht. Bestehende Verträge sollten Sie nicht vorschnell kündigen, sondern prüfen, ob sich eine Beitragsfreistellung oder Anpassung anbietet. Für Neuabschlüsse gilt: Nur wenn Sie hohe Zulagen erhalten oder die Förderung nutzen können, kann Riester noch ein sinnvoller Baustein sein. Es zeichnet sich ab, dass die Riester-Rente ab 2027 einen besseren Nachfolger bekommen könnte. Der Umstieg soll möglich sein.
Die Rürup-Rente, auch Basisrente genannt, richtet sich vor allem an Selbstständige und Freiberufler, die keine gesetzliche Rentenversicherung haben, sowie an Gutverdienende mit hoher Steuerlast. Beiträge lassen sich als Sonderausgaben steuerlich absetzen: 2026 zu 100 Prozent bis zum Höchstbetrag von rund 30 826 Euro für Alleinstehende und 61 652 Euro für Verheiratete. Der Steuervorteil beim Einzahlen ist der größte Pluspunkt. Im Alter wird die Rente nachgelagert besteuert, also mit dem individuellen Steuersatz. Weil dieser im Ruhestand meist niedriger ist, kann sich das Modell rechnen. Nachteilig sind die geringe Flexibilität und die Bindung: Das Kapital kann weder ausgezahlt noch vererbt oder beliehen werden, sondern steht ausschließlich als monatliche Rente zur Verfügung. Die Kosten und die Rentenhöhen unterscheiden sich stark zwischen den Anbietern. Rürup lohnt sich vor allem, wenn Sie regelmäßig einzahlen können, langfristig planen und Ihre Steuerlast heute deutlich senken möchten.
Eine Immobilie kann ein wichtiger Baustein der Altersvorsorge sein, ersetzt aber keine breite Geldanlage. Wer im eigenen Zuhause wohnt, spart im Ruhestand Miete und gewinnt finanzielle Planungssicherheit. Entscheidend ist, dass das Objekt lastenfrei ist, wenn die Erwerbsphase endet – also ohne Restschuld und mit überschaubarem Instandhaltungsaufwand. Auch vermietete Immobilien können zur Altersvorsorge beitragen, wenn sie solide finanziert und langfristig gut vermietbar sind. Hier spielen Lage, Zustand und Verwaltungskosten eine große Rolle. Mieteinnahmen sind zwar steuerpflichtig, bieten aber regelmäßige und planbare Einnahmen, wenn Leerstände und Reparaturen einkalkuliert sind. Immobilien erhöhen die Stabilität des Gesamtvermögens, sollten aber nicht zu stark gewichtet werden, damit Sie finanziell flexibel bleiben. Denn sie lassen sich im Allgemeinen nicht über Nacht zu Geld machen.
Die gesetzliche Rente allein wird für viele nicht reichen. Wer im Alter finanziell abgesichert sein möchte, muss selbst aktiv werden. Dieser Ratgeber zeigt Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie Ihre persönliche Situation einschätzen, die Versorgungslücke berechnen und die richtigen Bausteine auswählen. Mit Checklisten, Rechenhilfen und Bewertungen behalten Sie den Überblick und vermeiden teure Fehlentscheidungen.
Altersvorsorge ist für viele wie der regelmäßige Zahnarzttermin: Die meisten wissen, dass er nötig ist, viele schieben ihn auf – und irgendwann wird es schmerzhaft, wenn man nichts unternimmt. Dabei betrifft das Thema fast jede und jeden, auch wenn nur selten darüber gesprochen wird. Die gesetzliche Rente allein reicht in den meisten Fällen nicht, um den gewohnten Lebensstandard zu halten. Zusätzliche Vorsorge ist notwendig, um ein gesichertes und auskömmliches Einkommen im Alter zu erreichen.
Die gesetzliche Rente bildet die Basis, sie reicht aber für viele nicht mehr aus. Das Rentenniveau für den sogenannten Eckrentner – also jemanden, der 45 Jahre lang stets ein Durchschnittseinkommen erzielt hat – liegt aktuell bei rund 48 Prozent des letzten Bruttoeinkommens. In der Realität erreichen jedoch nur wenige diese Eckrente.
Männer erhielten 2024 nach Abzug der Kranken- und Pflegeversicherung im Durchschnitt rund 1405 Euro netto im Monat. Frauen kamen mit 955 Euro auf deutlich weniger. Wer Miete zahlen muss oder andere laufende Verpflichtungen hat, merkt schnell, dass damit kaum der gewohnte Lebensstandard zu halten ist.
Ein Beispiel: Anna, 45 Jahre alt, arbeitet seit vielen Jahren in Teilzeit und verdient netto 2000 Euro im Monat. Laut ihrer Renteninformation kann sie mit rund 1000 Euro gesetzlicher Rente rechnen, wenn sie wie geplant mit 67 Jahren in den Ruhestand geht. Dass es nicht mehr ist, liegt an ihren Teilzeitjahren und daran, dass sie keine 45 Beitragsjahre erreicht. Schon heute wäre es mit 1000 Euro schwer, die Miete, Lebensmittel, Versicherungen und andere Fixkosten zu decken. In 20 Jahren, wenn die Preise gestiegen sind, wird die Kaufkraft dieser 1000 Euro noch deutlich geringer sein.
Genau hier entsteht die sogenannte Renten- oder Versorgungslücke: die Differenz zwischen dem, was im Alter benötigt wird, und dem, was aus sicheren Quellen wie gesetzlicher Rente, Betriebsrente oder bereits vorhandenem Vermögen zu erwarten ist.
Eine monatliche Lücke von einigen Hundert Euro ist dabei keine Seltenheit, sondern für viele Menschen die Realität.
Die Inflation verstärkt das Problem. Schon eine langfristige Rate von zwei bis drei Prozent pro Jahr hat spürbare Folgen. Ein einfaches Beispiel: 1500 Euro Kaufkraft heute entsprechen bei zwei Prozent Inflation nach 20 Jahren nur noch etwa 1010 Euro. Bei drei Prozent Inflation sinkt die Kaufkraft sogar auf rund 830 Euro. Anders gesagt: Was heute gerade so für das Nötigste reicht, deckt in Zukunft möglicherweise nicht einmal den Grundbedarf.
Wichtig ist: Altersvorsorge ist kein Alles- oder-Nichts-Projekt. Wer mit 30 beginnt, profitiert vom Zinseszinseffekt – schon 100 Euro monatlich, 35 Jahre lang mit vier Prozent Rendite angelegt, ergeben knapp 90 000 Euro. Wer erst mit 50 startet, kann trotzdem noch viel erreichen, muss aber entsprechend höhere Beiträge einplanen – zum Beispiel 370 Euro monatlich über 15 Jahre, um ein ähnliches Kapital zu bilden. Beide Wege sind möglich, beide sinnvoll. Entscheidend ist, überhaupt anzufangen und die Situation realistisch einzuschätzen.
Ein solides Fundament gehört ebenfalls dazu. Ein Notgroschen von zwei bis sechs Nettogehältern verhindert, dass unerwartete Ausgaben die Vorsorgepläne durchkreuzen. Ebenso wichtig sind Versicherungen gegen existenzielle Risiken wie Berufsunfähigkeit oder Todesfall, denn sie sichern das Einkommen ab, aus dem die Altersvorsorge überhaupt finanziert wird. Erst wenn diese Basis steht, lohnt es sich, an den langfristigen Vermögensaufbau zu gehen.
So zeigt sich: Altersvorsorge ist kein fernes Thema, sondern betrifft das Hier und Jetzt. Wer sich frühzeitig mit seiner Situation auseinandersetzt, schafft Klarheit, vermeidet Stress und stellt sicher, dass das Leben im Ruhestand nicht von Sorgen, sondern von finanzieller Freiheit geprägt ist.
Altersvorsorge wirkt auf den ersten Blick unübersichtlich. Unterschiedliche Produkte, Fördermöglichkeiten und kompliziert erscheinende Rechenwege schrecken viele ab. Doch der Weg lässt sich in fünf klare Schritte zerlegen. Wer sie nacheinander geht, gewinnt Struktur und Überblick. Eine ausführliche Checkliste dazu finden Sie im Formularteil dieses Buches ab Seite 108 – im Folgenden zeigen wir den roten Faden anhand des Beispiels, von Anna, 45, die wir auf Seite 8 bereits kennengelernt haben. Sie möchte wissen, ob ihre Altersvorsorge ausreicht – und geht die fünf Schritte durch.
Im ersten Schritt macht Anna eine saubere Bestandsaufnahme. Sie notiert ihre Einnahmen und Ausgaben, prüft, welche Versicherungen sie hat, und listet ihr Vermögen auf. Außerdem fragt sie sich, wie lange sie noch arbeiten möchte und welche Wünsche sie für den Ruhestand hat. Diese Übersicht verschafft Klarheit und zeigt, welche Mittel ihr zur Verfügung stehen und welche Verpflichtungen sie im Blick behalten muss.
Anschließend ermittelt sie ihre Versorgungslücke. Anna nimmt die Renteninformation der Deutschen Rentenversicherung zur Hand: Dort steht, dass sie mit rund 1000 Euro gesetzlicher Rente rechnen kann. Dazu kommen kleinere Ansprüche aus einer betrieblichen Vorsorge. Dem gegenüber stellt sie ihre Ausgaben, die im Ruhestand kaum sinken werden: Miete, Lebensmittel, Versicherungen, Mobilität. Schnell wird deutlich, dass eine Lücke von mehreren Hundert Euro im Monat entsteht. Mit dem Rentenlückenrechner im Formularteil dieses Buches, den Sie auch als selbstrechnendes Formular herunterladen können, lässt sich diese Differenz genauer beziffern.
Im dritten Schritt geht es darum, geeignete Bausteine für die Vorsorge auszuwählen. Anna weiß, dass es verschiedene Wege gibt: Sie kann ihren Arbeitgeber einbeziehen, staatliche Förderungen prüfen oder privat vorsorgen. Welche Form sich für sie eignet, hängt von ihrer persönlichen Situation ab – etwa von ihrem Einkommen, ihrer Steuersituation und ihrem Sicherheitsbedürfnis. Für den Moment hält sie nur fest, dass es unterschiedliche Möglichkeiten gibt. Die Details will sie später nachlesen.
Der vierte Schritt besteht darin, mögliche Unterstützungen konsequent zu nutzen. Anna macht sich bewusst, dass es staatliche Zulagen, steuerliche Vorteile und in vielen Fällen auch Zuschüsse des Arbeitgebers gibt. Sie möchte diese Punkte im Blick behalten, um später keine Gelegenheit zu verpassen. Noch weiß sie nicht, welche dieser Förderungen für sie passt, aber sie hat das Thema auf ihrer Liste.
Im fünften Schritt nimmt sie sich vor, ihre Vorsorge mindestens einmal im Jahr zu überprüfen. Sie will regelmäßig kontrollieren, ob ihre Sparrate noch passt, ob sich neue Fördermöglichkeiten ergeben haben oder ob Anpassungen wegen Inflation oder persönlicher Veränderungen nötig sind. Außerdem legt sie eine Mappe an, in der sie Renteninformationen, Versicherungsunterlagen und Depotauszüge abheftet.
So wird aus vielen Einzelentscheidungen ein klarer Prozess. Annas Beispiel zeigt: Wer die fünf Schritte konsequent durchgeht, behält die Übersicht, trifft bewusste Entscheidungen und schafft sich die Grundlage für ein auskömmliches Einkommen im Alter.
Altersvorsorge ist keine Raketenwissenschaft. Wer Schritt für Schritt vorgeht und die richtigen Hilfsmittel nutzt, kann auch ohne Vorkenntnisse einen soliden Plan entwickeln. Genau dafür ist dieser Ratgeber gemacht: Er erklärt verständlich die Grundlagen, bewertet die wichtigsten Produkte und stellt einfache Werkzeuge bereit, die Sie sofort anwenden können.
Die Kapitel sind so aufgebaut, dass Sie sie der Reihe nach lesen können. Genauso gut können Sie sich aber einzelne Themen herausgreifen. Wenn Sie etwa gerade ein Angebot für eine betriebliche Altersvorsorge prüfen, schlagen Sie direkt das entsprechende Kapitel auf. Wenn Sie überlegen, einen Sparplan einzurichten, finden Sie dazu die nötigen Informationen und Bewertungen in Schritt 3 und 4. An vielen Stellen verweisen wir außerdem auf aktuelle Untersuchungen der Stiftung Warentest, in denen Produkte miteinander verglichen werden.
Damit Sie das Buch nicht nur lesen, sondern auch praktisch nutzen, finden Sie im Formularteil Checklisten und Rechenhilfen. Sie helfen dabei, systematisch vorzugehen – und zwar ohne komplizierte Formeln, sondern mit den Grundrechenarten.
Dazu gehören zum Beispiel eine Vorlage für die Bestandsaufnahme der Vorsorge, ein Budgetplaner, der Rentenlückenrechner, eine Steuercheckliste für Anlegerinnen und Anleger sowie Zinstabellen. Sie müssen also kein As in Finanzmathematik sei, um die richtige Sparrate auszurechnen. Mit dem Pantoffelportfolio und dem Rebalancing-Schema können Sie zudem Ihre Geldanlage Schritt für Schritt selbst strukturieren und regelmäßig überprüfen.
Die im Buch vorgestellten Produkte und Strategien sind aus unabhängiger Perspektive bewertet, wie Sie es von der Stiftung Warentest erwarten dürfen. Wir zeigen Ihnen, wo Chancen liegen, welche Kosten anfallen und wie flexibel die Lösungen sind. Dabei betrachten wir sowohl ganze Produktarten – etwa Riester-Renten, Fondssparpläne oder private Rentenversicherungen – als auch konkrete Angebote, die die Stiftung Warentest getestet hat.
Kurz gesagt: Dieses Buch soll Sie in die Lage versetzen, Ihre Altersvorsorge Schritt für Schritt eigenständig und fundiert zu gestalten. Sie brauchen dafür keine Fachausbildung und keine teure Beratung – nur den Willen, sich mit Ihrer Situation auseinanderzusetzen und ein wenig Zeit für die Formulare und Rechenhilfen.
Wer über Altersvorsorge spricht, landet schnell beim Thema „Beratung“. Viele wünschen sich eine kompetente Ansprechperson, die den Überblick hat und eine maßgeschneiderte Lösung empfiehlt. Doch hier liegt ein Problem: In Deutschland arbeiten die meisten Finanzberater und -beraterinnen nicht unabhängig, sondern verdienen ihr Geld damit, Produkte zu verkaufen. Sie als „Berater“ zu bezeichnen, ist daher irreführend – sie sind in erster Linie Verkäufer.
Das liegt am Vergütungssystem. Ein Großteil der Finanz- und Versicherungsvermittler erhält Provisionen oder Courtagen, die überwiegend beim Abschluss fällig werden und je nach Produkt mehrere Tausend Euro betragen können. Für Kundinnen und Kunden sind diese Vergütungen nicht immer sichtbar, da sie in den laufenden Kosten des Vertrags stecken. Komplexe und teure Produkte lohnen sich für den Vermittler mehr als einfache und günstige Lösungen – ein klarer Interessenkonflikt.
Auch Bankangestellte sind alles andere als neutral. Ihr Arbeitgeber macht in der Regel Verkaufsvorgaben, die sich in Zielvereinbarungen und variablen Gehaltsbestandteilen niederschlagen. Außerdem bieten sie fast ausschließlich Produkte aus ihrem eigenen Finanzverbund an – und das sind oft diejenigen mit einer hohen Marge. Ein Beispiel: Ein aktiv gemanagter Fonds mit drei oder fünf Prozent Ausgabeaufschlag bringt der Bank Einnahmen, während ein günstiger Indexfonds ohne Ausgabeaufschlag für die Anlegenden meist vorteilhafter wäre, für die Bank aber kaum Provisionen abwirft.
Typische Verkaufstricks verstärken das Problem. Dazu gehören künstlicher Zeitdruck – „nur bis Ende des Monats verfügbar“ – oder unnötige Zusatzbausteine. Immer wieder werden auch Steuervorteile ins Feld geführt. Sie sind aber nur das Sahnehäubchen, wenn das Produkt ohnehin passt – niemals ein Kaufgrund für sich allein.
Damit Sie in Beratungsgesprächen besser gewappnet sind, hier vier Warnzeichen, bei denen Sie hellhörig werden sollten:
→ Der Berater spricht fast ausschließlich über Steuervorteile oder Zulagen.
→ Es werden nur Produkte einer einzigen Bank oder Gesellschaft präsentiert.
→ Kosten und Gebühren werden nicht transparent erklärt.
→ Sie spüren Zeitdruck oder sollen sofort unterschreiben.
Eine unabhängige Alternative zu Banken und Vermittlern sind die Beratungsstellen der Verbraucherzentralen. Sie können unter verbraucherzentrale.de/beratung einen Termin vereinbaren – vor Ort, telefonisch oder online. Die Beratung ist kostenpflichtig, aber mit meist 50 bis 90 Euro pro Stunde deutlich günstiger als beim Honorarberater.
Sie erhalten dort keine Produkte, sondern eine neutrale Einschätzung zu Ihrer Situation, zu bestehenden Verträgen oder zu Angeboten, die Sie vorgelegt bekommen haben. Viele Verbraucher nutzen diesen Service, um eine zweite Meinung einzuholen oder um die eigenen Vorsorgepläne auf Plausibilität zu prüfen.
Dieses Buch soll Sie in die Lage versetzen, vieles selbst zu beurteilen. Sie erfahren, wie Produkte funktionieren, welche Vor- und Nachteile sie haben und worauf Sie achten sollten. Damit können Sie entscheiden, ob Sie Beratung überhaupt benötigen – und wenn ja, wie Sie die Qualität der Beratung beurteilen. So können Sie souverän Entscheidungen treffen, statt sich auf Verkaufsargumente verlassen zu müssen.
Reicht mein Geld im Alter aus, um den gewohnten Lebensstandard aufrechtzuerhalten? Diese Frage können sich Berufstätige nicht früh genug stellen. Je eher sie sich damit beschäftigen, desto besser gelingt es, die gesteckten Ziele auch zu erreichen. In diesem Kapitel ermitteln wir das voraussichtliche Einkommen im Alter – also gesetzliche Rente, Betriebsrente, private Vorsorge und weitere Quellen – und vergleichen es mit dem Finanzbedarf im Ruhestand. Die Differenz ist die Vorsorgelücke – und die gilt es zu schließen.
Sie ist die erste und für viele auch die wichtigste Säule der Altersvorsorge: die gesetzliche Rente. Die meisten Beitragszahlenden sind pflichtversichert und zahlen fast ein Fünftel ihres Bruttoeinkommens dort ein. Für die Vorsorgeplanung ist es unerlässlich zu wissen, wie viel Rente Sie erwarten können.
