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Sich regelmäßig Auszeiten vom anspruchsvollen Alltag zu nehmen, ist oft schwierig. Ständig wird unsere Aufmerksamkeit gefordert. Doch wie gelingt es am leichtesten, einfach einmal abzuschalten und die Seele baumeln zu lassen? Die Yogalehrerin Ines Leue schenkt uns mit ihren geführten Meditationen und Fantasiereisen in diesem Buch wunderbare Wohlfühlmomente und innere Ruheoasen. Dank der 28 Entspannungstexte können wir auch auf Seelenebene wachsen und uns weiterentwickeln. Denn sie zeigen uns, wie wir Gefühle bedingungslos annehmen, blockierte Chakras lösen, uns dem Moment hingeben und so Ruhe und inneren Frieden finden. Und sie sind Inspiration für alle, die selbst Meditationen leiten, um andere in die Entspannung und zu sich selbst zu führen – ideal für Yogalehrer und Entspannungstherapeuten. Nehmen wir uns bewusst Zeit für Entspannung – Zeit für uns!
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Seitenzahl: 161
Veröffentlichungsjahr: 2021
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ISBN Printausgabe 978-3-8434-1448-7
ISBN E-Book 978-3-8434-6485-7
Ines Leue: An einem ruhigen See …
Meditationen und Fantasiereisen zum Vorlesen und Selbstpraktizieren
© 2020 Schirner Verlag, Darmstadt
Umschlag: Simone Fleck, Schirner, unter Verwendung von # 587960360 (© LedyX) und # 1012201147 (© Cloudy-Stock), www.shutterstock.com
Print-Layout: Simone Fleck, Schirner
Lektorat: Sandra Woite, Schirner
E-Book-Erstellung: Zeilenwert GmbH, Rudolstadt, Germany
www.schirner.com
1. E-Book-Auflage 2021
Alle Rechte der Verbreitung, auch durch Funk, Fernsehen und sonstige Kommunikationsmittel, fotomechanische oder vertonte Wiedergabe sowie des auszugsweisen Nachdrucks vorbehalten
Cover
Titel
Impressum
Entspannung – Was ist das?
Tipps zur Durchführung
Die Meditationen und Fantasiereisen
Die Melodie deines Herzens
In Dankbarkeit loslassen
Die Farben der Chakras
Eine Reise durch das Land deiner Gefühle
Schamlosigkeit
Entschleunigung beim Waldspaziergang
Unbeschwerte Kindheit
Unendlicher Frieden
Ein neuer Morgen
Sonnenaufgang auf dem Berg
An einem ruhigen See…
Eine Reise zur eigenen Wahrheit
Wahre Liebe
Hingabe und Erlösung
Endlich Unendlichkeit
Deine Gabe
Pusteblumen
Auf die Zukunft ausrichten
Vergebung
Sanftes Schweigen
Familientreffen zu Weihnachten
Ein neuer Tag
Dein Seelenfluss
Deine 13 Wünsche
Freundschaft
Jahresende
Die Quelle der Liebe
Nachwort
Danksagung
Literaturempfehlungen
Über die Autorin
Bildnachweis
Die richtige Zeit für Ruhe und Entspannung ist immer jetzt. Du selbst entscheidest, ob du dir diese Zeit nehmen und dich auf sie einlassen möchtest. Es bedeutet, du verbringst Zeit mit dir – nur mit dir! Diese Zeit ist wertvoll, denn sie führt dich zu dir selbst. Das fühlt sich manchmal gar nicht so entspannend an, weil sich so manches Thema melden kann, das angeschaut werden möchte. Und doch ist dieses Anschauen der einzige Weg, um eins mit dir selbst zu werden und wirklich entspannt zu sein.
Dieses Entspannt-Sein ist etwas Besonderes, weil sich dein Körpersystem nur in diesem Zustand wirklich regenerieren kann. Dann kann es Erfahrungen verarbeiten, die auf emotionaler und mentaler ebene stattgefunden haben oder immer noch stattfinden. Deswegen gibt es zum Beispiel am Ende der Yoga-Praxis häufig eine Übung zur Entspannung und diese ist eine der wichtigsten Übungen überhaupt. Diese Asana heißt »savasana«, die Totenstellung, in der man daliegt und dem Anschein nach nichts tut – sich einfach entspannt.
Im besten Fall ist Entspannung eine Zeit für emotionales und gedankliches Zur-Ruhe-Kommen. Danach sehnst du dich sicher auch, denn sonst hättest du dieses Buch nicht in die Hände genommen. Vielleicht bist du aber auch Yogalehrer oder Entspannungstherapeut, der sich Vorlagen für innere Reisen wünscht. Entspannung einzuleiten und sich und andere in die Welt der Seelenbilder zu führen, ist eine Fähigkeit, in der du dich vielleicht noch nicht so sicher fühlst. Dann ist es schön, Anleitungen zu haben, an denen du dich orientieren kannst und durch die du Impulse bekommst, um es vielleicht einmal selbst und ohne Vorlage zu versuchen.
Du kannst die Texte aus diesem Buch vorlesen, wie sie hier stehen, oder sie mit deinen eigenen Ideen ergänzen. Sie sind für dich geschrieben, du entscheidest, wie du sie verwenden möchtest. Du darfst in die Worte und Bilder der jeweiligen Geschichte eintauchen, wenn du dich oder andere entspannen möchtest. Zu jedem Entspannungstext findest du kurze Erklärungen und Hintergrundinformationen.
Ich habe die Entspannungstexte begrifflich in »geführte Meditationen« und »Fantasiereisen« eingeteilt und möchte dir kurz die Unterscheidung erklären: Bei den geführten Meditationen wirst du angeleitet, in dein Inneres zu blicken und dich mit deiner Gefühls- und deiner Gedankenwelt auseinanderzusetzen.
Während der Fantasiereisen begibst du dich mithilfe von inneren Bildern gedanklich an andere Orte, die dich dabei unterstützen, bestimmte Themen aufzuarbeiten und Entspannung zu finden.
Ich wünsche dir viel Spaß beim Meditieren und Reisen in Fantasiewelten!
Vielleicht fragst du dich, wie du dieses Buch lesen sollst, weil du es gewohnt bist, von Anfang bis zum Ende und in der vorgegebenen Reihenfolge zu lesen. Lasse dich von deiner Intuition leiten! Schlage das Buch auf, und verwende den Entspannungstext, den du siehst. Du kannst aber auch das Inhaltsverzeichnis durchgehen und eine Meditation oder Fantasiereise wählen, zu der es dich spontan hinzieht. Wenn du es aber von vorn bis hinten durchlesen oder verwenden möchtest, dann wird auch das für dich genau richtig und stimmig sein.
Wenn du die Texte für dich selbst verwendest, lies sie so langsam, dass du dir die Bilder vor deinem inneren Auge vorstellen und die Geschichte erleben kannst. Du kannst sie dir aber auch vorlesen lassen. Wenn du die Texte für andere vorliest, überlege, ob dir die jeweilige Einleitung in die Meditation gefällt oder ob du eine andere nutzen möchtest, um in die Entspannung zu führen.
Hier ein Beispiel für eine ausführlichere Einleitung:
»Ziehe dir etwas Warmes an, lege dich dort hin, wo du dich die nächsten Minuten entspannen und dich wohlfühlen kannst, und decke dich vielleicht mit einer Decke zu. Mache es dir so bequem, wie du möchtest. Lege deine Beine ungefähr hüftbreit auseinander, und lasse deine Füße nach links und rechts außen zur Seite fallen.
Löse alle Anspannung. Gehe dafür einmal deinen ganzen Körper entlang: Entspanne deine Füße, deine Waden, deine Knie, deine Oberschenkel, und setze diese Entspannungsimpulse über deinen Rücken, deinen Bauch, deinen Brustkorb bis nach ganz oben fort. Führe deine Arme weit vom Körper weg, und strecke sie, als ob du sie in die Länge ziehen möchtest, spreize deine Finger, und lege deine Hände mit den Handflächen nach oben auf den Boden.
Nimm dir den Raum, den du gerade brauchst. Schiebe deinen Kopf aus dem Schulter- und Nackenbereich heraus, drücke den Hinterkopf sanft in den Boden, und löse die Anspannung. Überprüfe, ob deine Zunge locker im Mundraum liegt, ob alle Gesichtsmuskeln entspannt sind und auch deine Augen geschlossen ruhen.
Atme dabei bewusst tief in den Bauch ein und aus. Lasse dich mit jeder weiteren Ausatmung tiefer in die Entspannung sinken. Entscheide dich, wach zu bleiben, damit du die Entspannung bewusst spüren kannst. Wenn du aber dennoch einschläfst, akzeptiere es und sei dir sicher, dass das, was du gerade erfährst, immer das ist, was du benötigst.«
Nun kannst du mit den eigentlichen Fantasiereisen und Meditationen beginnen. Am Ende der Reisen kannst du entweder die in den Texten vorgegebene kurze Rückkehr verwenden, um dich oder andere wieder aus der Entspannungszeit zu holen, oder du orientierst dich an der folgenden ausführlicheren Variante:
»Komme langsam wieder an im Hier und Jetzt, in diesem Raum, in diesem Moment, und werde dir deines Körpers bewusst. Bewege langsam deine Finger, deine Zehen, deine Hände, deine Füße, und lasse die Bewegungen größer werden. Bewege dich so, wie es dir gerade guttut und dein Körper es einfordert. Aktiviere ihn, indem du deine Arme nach oben ausstreckst und den ganzen Körper anspannst. Halte diese Spannung für einige Sekunden, und lasse dann los. Setze dich in deinem Tempo auf, und spüre noch einen Moment nach, bevor du die Augen öffnest und in deinen Alltag zurückkehrst.«
• Es ist wichtig, dass du langsam liest und die einzelnen Wörter genau aussprichst.
• Mache Pausen zwischen den Sätzen. Längere Pausen sind mit Absätzen oder mit den Zeichen »…« gekennzeichnet.
• Wörter, die besonders betont werden dürfen, sind kursiv geschrieben.
• Oft ist es hilfreich, wenn sanfte Musik im Hintergrund spielt, aber entscheide für dich, wie du dich in der Zeit der Entspannung am wohlsten fühlst.
• Es ist wichtig, dass du dein Handy oder Telefon bei jeder Meditation ausstellst. Denn im Alltag sind es oft die Kleinigkeiten, die uns aus der Konzentration bringen und das, was wir gerade tun, hinauszögern.
• Die Einführung und die Rückkehr sind bei jedem Text am Anfang und am Ende und haben im Gegensatz zum Hauptteil der Meditationen eine schwarze Schrift, damit du weißt, an welchen Stellen du die längeren Varianten (siehe Seite 8 und 9) einfügen kannst, wenn du möchtest.
Diese Meditation ist eine Variation der buddhistischen Metta-Meditation. Mit ihr kannst du üben, anderen und dir selbst Liebe zu schenken und sie und dich so anzunehmen, wie ihr seid. Auf diese Weise verbindest du dich mit anderen von Herz zu Herz – denn das Herz liebt bedingungslos, auch wenn du das vielleicht nicht immer bewusst spürst.
Mache es dir an einem ruhigen Ort bequem, an dem du für die nächsten Minuten nicht gestört werden kannst. Entscheide dich ganz bewusst dafür, diese Zeit nur mit dir zu verbringen, sie dir zu schenken …
Atme tief ein und aus, und spüre, wie der Atem in deinen Brustkorb strömt, in deinen Bauch, und dich füllt und nährt. Lasse mit jedem Ausatmen immer mehr los von der Anspannung des Tages, der Woche, des Lebens selbst. Entscheide dich, dich diesem Moment hinzugeben, in dem alles da ist, was du brauchst … einfach so …
Wenn du möchtest, lege deine Hände auf deinen Brustkorb über dein Herz. Spüre, wie dein Herz unter deinen Händen schlägt. Und vielleicht hörst du sogar einen inneren Ton, wenn du deine Augen schließt und aufmerksam in dich hineinlauschst. Dieser Ton wird lauter, und du folgst ihm, während er sich nach und nach zu deiner ganz eigenen Melodie entfaltet. Du steigst Stufe für Stufe hinunter in deine innere Herzenswelt … Ganz bewusst und achtsam gehst du immer tiefer … Und du kommst an dem Ort der Liebe an – deinem inneren Herzensraum. Spüre, wie du dich dort fühlst. Sieh, was dort alles ist … höre, wie es dort klingt …
Du bist erstaunt, weil du fast vergessen hast, wie schön dieser Ort ist … so lange warst du nicht hier … Dein Herzensraum ist vollkommen und wunderschön.
Du stehst in einem Garten, der einfach perfekt angelegt ist, hier hat jede Blume ihren Platz, jeder Baum hat Raum, um sich zu entfalten. Es ist angenehm warm, ein leichter Wind weht, reine und frische Luft fließt in deine Lungen. Du siehst Vögel munter durch die Luft fliegen, ihr Zwitschern klingt in deinen Ohren. Jeder Vogel hat seine ganz eigene Melodie, und genau das fasziniert dich. Du hast den Eindruck, dass die einzelnen Melodien sich wie ein aufeinander abgestimmtes Orchester zusammenfügen. Jeder musiziert auf seine Art und doch auch mit allen anderen zusammen. Der ganze Garten ist erfüllt von diesen Klängen. Es berührt dich, wie harmonisch alles wirkt. Spürst du auch ein wenig Wehmut, weil du dich solchen Harmonien so selten hingibst? In dir entsteht der Wunsch, etwas von diesem Gefühl, von diesen besonderen Melodien zu teilen.
Vor deinem inneren Auge erscheint ein Mensch, den du sehr liebst. Er steht in deinem inneren Herzensraum und lauscht mit dir diesen Melodien. Ein Vogel scheint seine Stimme diesem Menschen zu widmen. Er singt: »Möge es dir gut gehen!
Mögest du glücklich sein! Mögest du von Liebe erfüllt sein!« Spüre bewusst, wie es dich berührt, diese liebevollen Worte mit dieser Person an deiner Seite zu teilen … Und dann verabschiedest du dich von diesem geliebten Menschen.
Eine weitere Person erscheint vor deinem inneren Auge. Es ist jemand, mit dem du früher viel zusammen warst, mit dem du jedoch schon lange keinen Kontakt mehr hattest. Auch für diesen Menschen erklingt eine ganz individuelle Melodie aus deinem Herzensraum mit den Worten: »Möge es dir gut gehen! Mögest du glücklich sein! Mögest du von Liebe erfüllt sein!«
Nach einer kleinen Weile verabschiedest du dich mit liebevollen Gedanken von dieser Person, und es erscheint ein Mensch vor deinem inneren Auge, der regelmäßig für dich da ist, jemand, der dir immer wieder hilft … Und auch für ihn singt ein besonderer Vogel aus deinem inneren Herzensorchester: »Möge es dir gut gehen! Mögest du glücklich sein! Mögest du von Liebe erfüllt sein!« Spüre nach …
Dann landet ein kleiner Vogel vor dir auf dem Boden. Er streckt dir sein freundliches und zartes Köpfchen entgegen und schaut dir direkt in die Augen. In diesem Moment erinnerst du dich an einen Menschen, den du nicht kennst, der dir aber heute oder in den letzten Tagen auf der Straße begegnet ist und mit dem du für einen Moment Blickkontakt hattest.
Und auch für diesen Menschen erklingt in dir eine einmalige Melodie: »Möge es dir gut gehen! Mögest du glücklich sein! Mögest du von Liebe erfüllt sein!« Danach verabschiedest du dich auch von diesem Menschen.
Die Klänge deines inneren Herzensorchesters geleiten dich in Gedanken zu einer weiteren Person aus deinem Leben. Es ist jemand, den du nicht besonders magst, für den du sogar Gefühle der Abneigung hegst … Und vielleicht spürst du diese Ablehnung und alle negativen Gefühle jetzt, da diese Person vor deinem inneren Auge erscheint, besonders intensiv. Du erlaubst dir diese Gefühle, vielleicht sogar zum ersten Mal bewusst … Und doch hörst du eine Melodie aus deinem inneren Herzensraum immer lauter erklingen, die nur für diesen Menschen bestimmt ist: »Möge es dir gut gehen! Mögest du glücklich sein! Mögest du von Liebe erfüllt sein!« Spüre nach … Was fühlst du jetzt?
Und dann lässt du dich wieder ganz auf die Melodien deines Herzensraumes ein. Immer lieblicher scheinen sie zu klingen, als ob sie noch harmonischer und vollkommener geworden sind, wie eine Sinfonie. Und plötzlich wird dir klar, dass nun alle Vögel nur für dich singen: »Möge es dir gut gehen! Mögest du glücklich sein! Mögest du von Liebe erfüllt sein!«
Nach einer Weile blickst du dich ein letztes Mal für heute um. Du siehst vor deinem inneren Auge, mit welcher Liebe dein Herzensraum gefüllt ist. An diesem Ort hast du die Melodie deines Herzens – und damit deine Liebe – verschenkt.
Verabschiede dich, und gehe langsam zurück auf dem Weg, auf dem du hergekommen bist. Komme in deinem Tempo wieder im Hier und Jetzt an. Nimm ein paar tiefe Atemzüge, und fühle deinen Körper. Bleibe noch eine Weile ruhig liegen, und spüre nach …
Das Wort Metta bezeichnet eine Geisteshaltung, die in der christlichen Kultur mit Nächstenliebe übersetzt werden könnte. hierbei übt man eine zugewandte und wohlwollende Haltung gegenüber allen Menschen und fühlenden Wesen, Sanftheit und Freundlichkeit. Alle Lebewesen werden mit dem Wunsch bedacht, glücklich und frei von Leid zu sein.
Wer diese Geisteshaltung übt, erfährt ihre heilende Wirkung unmittelbar bei sich selbst. Wir können sie als Quelle für inneren Frieden und Freude ansehen.
Auch in den alten indischen Schriften steht geschrieben, dass unsere wahre Natur unendliche Liebe und Glückseligkeit ist. Wir erfahren sie in der Regel als große Freude, wenn wir zum Beispiel verliebt oder sehr glücklich sind. Und die Anlässe, die uns so glücklich sein lassen, sind im Grunde nur Erinnerungen, ein Widerschein der Liebe, die wir in Wahrheit sind. Unser ganzes Leben fordert uns auf, diese Liebe zu suchen und uns selbst als unendliche Freude und Glückseligkeit zu erfahren.
Das Herz gilt als Symbol für die Liebe. Und das Herz liebt, wenn wir ganz ehrlich sind, immer bedingungslos. Es ist voller Liebe, die ohne Erwartungen und auch nicht an die Erfüllung bestimmter Wünsche geknüpft ist, obwohl wir das oft glauben. Doch manchmal spüren wir diese Herzensliebe nicht. Wir fühlen Ablehnung gegenüber anderen Menschen oder Situationen, die sich nicht so entwickelt haben, wie wir uns das wünschten. Und die erste Reaktion ist, dass wir diese Menschen und am liebsten auch die Situationen ablehnen bzw. verändern wollen. An den Erfolg dieser Veränderungen knüpfen wir unser Gefühl von Glück.
Und daran scheitern wir in der Regel und werden selbst unglücklich und lieblos, weil sich andere Menschen und Situationen nicht einfach so ändern lassen.
So werden wir wieder auf uns selbst zurückgeworfen. Wir werden aufgefordert, an uns selbst zu arbeiten, uns die Themen anzuschauen, die unserem Glück, dem Gefühl von bedingungsloser Liebe, im Weg stehen. Dafür sind sehr viel Selbstliebe und die Bereitschaft nötig, sich selbst so anzunehmen und zu zeigen, wie man ist. Das ist ein Prozess und funktioniert nicht von heute auf morgen, weil es uns häufig schwerfällt, uns selbst vollkommen anzunehmen und zu lieben.
Diese Selbstliebe ist die Bedingung dafür, dass wir auch anderen bedingungslose Liebe schenken können. Dass wir sie sein lassen können, wie sie sind, mit allem, was diese Menschen ausmacht.
Und erst dann können wir erkennen, dass wir durch das, was wir gemeinsam haben, verbunden sind: durch jenen Funken in unserem Herzen, den wir als bedingungslose Liebe wahrnehmen können, als unendliche Freude und Glückseligkeit. Nur mit dieser Erkenntnis können wir wirklich Mitgefühl, Güte und Nächstenliebe leben. Weil wir trotz aller (irdischen) unterschiede auf dieser Ebene alle gleich sind – eins sind.
Lerne, deine Erwartungen an dich und andere loszulassen und stattdessen das anzunehmen, was gerade ist. Dieses Einfach-nur-Sein lässt dich eine tiefe Dankbarkeit fühlen für das, was du hast und bist, ohne dass es an Bedingungen und Erwartungen geknüpft ist.
Schließe die Augen, und spüre, wie du einfach nur daliegst … In diesem »einfach« liegt schon so viel, obwohl du es oft kaum bemerkst. Du atmest ein, und die Atemluft hebt deine Bauchdecke, nur für einen Moment, und schon senkt sie sich wieder, und die verbrauchte Luft verlässt deinen Körper … einfach so … Sinke mit jedem Ausatmen tiefer und tiefer in die Entspannung.
Lasse los, nicht nur die verbrauchte Luft in deinen Lungen, sondern alles, was dein Körpersystem verlassen will, weil es nicht nötig ist, daran festzuhalten. Vielleicht möchtest du dir die Frage stellen, was du noch festhältst und was davon eigentlich gehen möchte … Vielleicht sind es materielle Dinge, die du dir wünschst und von denen du glaubst, dass sie dich glücklicher machen … oder es sind Menschen, von denen du etwas erwartest, was sie dir bisher nicht gegeben haben …
Und diese Erwartungen hast du bisher gar nicht hinterfragt, aber jetzt drängt es sich dir auf, sie einmal anzuschauen …
Du spürst, wie es dich gedanklich zu diesen Menschen hinzieht, von denen du bisher immer etwas Bestimmtes erwartet hast. Du bemerkst, wie vertraut dir diese Erwartungen geworden sind, weil du sie bisher für richtig gehalten hast. Du hast diese Wünsche nie hinterfragt.
Vielleicht begegnen dir auch Erwartungen, die du immer wieder an dich selbst richtest. Was auch immer sich jetzt in dir zeigt, du spürst auch, wie schwer sich manche Erwartungen, die du an dich oder andere gerichtet hast, anfühlen. Und so stellst du dir vor, dass du diese Erwartungen, wie auch immer sie aussehen, für einen Moment loslassen kannst, jetzt, mit dem nächsten Ausatmen … Vielleicht brauchst du noch einen oder zwei weitere ganz bewusste Atemzüge … und in dieses Ausatmen gibst du das hinein, was du bisher festgehalten hast und jetzt loslässt. Einfach so …
Spüre die darauf folgende Leere, dieses »Einfach-nur-sein-Gefühl« … Es ist vielleicht ungewohnt, vielleicht auch schmerzhaft, aber dieser Schmerz darf sein, auch er verlässt dich irgendwann …
Und nach und nach spürst du, wie sich diese stille und einfache Leere immer vertrauter anfühlt und du dich in ihr immer vollständiger fühlst. Fast unbemerkt hat sie sich mit etwas gefüllt, was du kaum aussprechen kannst, so rein und fast heilig fühlt es sich an.
Du fühlst dich geliebt in diesem Einfach-nur-Sein. Und du liebst – alles, was dieser Moment gerade beinhaltet. Nichts muss dazukommen, alles ist da, und mit jedem Atemzug füllst du dich mit Liebe. Sie dehnt sich aus, auch über deine Körpergrenzen hinweg, und du spürst, dass du einfach nur dankbar bist … Dankbar, dass dein Körper dich hierhergetragen hat und jeden Tag trägt, wo auch immer du hinwillst. Dankbar, dass du fühlen kannst, und zwar alle Gefühle, die dein Sein ausmachen, ganz gleich, welche Farben diese Gefühle haben.
