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Endlich! Das Lehrbuch der weiblichen Anatomie und Physiologie - maßgeschneidert für Hebammenstudierende
Als Studierende der Hebammenwissenschaft wollen Sie wissen, wie der weibliche Körper aufgebaut ist und wie er funktioniert.
Freuen Sie sich über speziell für Hebammenstudierende aufbereitete Inhalte zur Anatomie und Physiologie.
Dazu lernen Sie auch, Funktionen unter biomechanischen und auch unter osteopathischen Aspekten zu verstehen. So sind Sie bestens für die Theorie und Praxis der Hebammenarbeit vorbereitet!
Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:
Seitenzahl: 1542
Veröffentlichungsjahr: 2023
Olga Wesker, Barbara Fisahn
495 Abbildungen
Wir freuen uns sehr, dass Sie Hebamme werden!
Hebammen haben ein großartiges und facettenreiches Berufsfeld: Sie stehen Schwangeren, Gebärenden und frischgebackenen Müttern, Vätern und Familien mit Rat und Tat zur Seite. Sie sind Expert*innen, Fürsprecher*innen und Begleiter*innen. In den nächsten Jahren werden Sie viel lernen, um sich auf diese Aufgabe vorzubereiten. Dazu gehört es, Bereiche des menschlichen Körpers zu erfassen, die dem Auge verborgen bleiben und zu begreifen, warum dieses Wissen nützlich ist. Ein tieferes Verständnis der körperlichen Strukturen ist eine der Säulen, auf denen Sie ihr Wissen über Ihr Berufsleben aufbauen und auf dessen Basis Sie agieren.
Bei der Erstellung des Buches war es lag ein großes Augenmerk darauf, die Kapitel in einer klaren, verständlichen Sprache zu verfassen.
Zunächst werden Ihnen die Grundlagen vermittelt, die zum Verständnis der Anatomie und Physiologie hilfreich sind. Auf knapp 100 Seiten finden sich relevante Ausschnitte aus den Fachgebieten Biologie, Physik, Chemie und Biochemie sowie der Histologie (Gewebelehre).
Im zweiten Buchteil geht es dann weiter mit der Anatomie und Physiologie der verschiedenen Organsysteme, wo Aufbau und Funktion der Organe detailliert besprochen werden. Bemerkenswert sind die detaillierten Darstellungen des Bulboklitoralorgans, die erstmals in der 6. PROMETHEUS-Auflage erschienen sind und die wir in diesem Buch verwenden dürfen.
Buchteil 3 geht näher auf die Besonderheiten ein, die es bei Heranwachsenden bzw. im Alter gibt. Hier erfahren Sie z. B. welche Meilensteine es in der kindlichen Entwicklung gibt und wie sich Organe und Körper durch das Älterwerden verändern.
Der letzte Buchteil widmet sich der "Anatomie in vivo", also der Anatomie am lebenden Menschen. Es zielt darauf ab, theoretisch anatomisches Wissen in die praktische Hebammenarbeit zu transferieren, also beispielsweise zu lernen Körperstrukturen von Mutter und Kind sicher zu identifizieren und aufzufinden.
Das letzte Kapitel des Buchs stammt aus der Feder der Osteopathin Barbara Fisahn. Ihr Anliegen ist es Hebammen für die Beweglichkeit des Beckens und dessen Einflüsse auf Schwangerschaft und Geburt sensibilisieren. Dazu hat sie neben dem Buchkapitel auch Videos als Begleitmaterial erstellt, die sich ganz einfach per QR-Code abrufen lassen.
Dieses Buch ist ein Novum. Es ist das erste Anatomiebuch speziell für Hebammen im deutschsprachigen Raum und konnte nicht länger auf sich warten lassen. Nicht zuletzt danken wir Olga Wesker, selbst Hebamme, die bei ihrer Mitarbeit einen besonderen Fokus auf die Nutzung zeitgemäßer Begriffe in Bezug auf den weiblichen Körper in den Texten sowie spezifisch weiblicher Versionen der sonst meist männlichen anatomischen Grafiken gelegt hat. Das Buch ist also auch ein Meilenstein was eine geschlechtersensible Lehrmaterialien angeht.
Wir wünschen Ihnen viel Freude und Erfolg beim Studium !
Ihr Verlagsteam
Titelei
Vorwort
Teil I Grundlagen
1 Aufbau und Funktion des menschlichen Körpers – ein Überblick
1.1 Geschichtlicher Überblick
1.2 Die Fächer Anatomie und Physiologie
1.2.1 Anatomie
1.2.2 Physiologie
1.3 Kennzeichen und Subsyteme des Lebens
1.4 Richtungsbezeichnungen und Körperachsen
1.4.1 Lage- und Richtungsbezeichnungen
1.4.2 Körperachsen und Körperebenen
1.5 Terminologie und Sprache
1.5.1 Grundbegriffe und Abkürzungen
1.5.2 Organangaben
1.5.3 Vor- und Nachsilben
1.5.4 Messgrößen und ihre Einheiten
2 Chemie und Biochemie
2.1 Einleitung
2.2 Chemische Elemente
2.2.1 Atomaufbau
2.2.2 Periodensystem der Elemente
2.3 Chemische Bindungen
2.3.1 Primärbindungen
2.3.2 Sekundärbindungen
2.4 Chemische Reaktionen
2.4.1 Anabole und katabole Prozesse
2.4.2 Redoxreaktionen
2.5 Wasser, Säuren und Basen
2.5.1 Wasser
2.5.2 Säuren und Basen
2.6 Organische Verbindungen im menschlichen Körper
2.6.1 Kohlenhydrate
2.6.2 Proteine
2.6.3 Lipide
2.6.4 Nukleinsäuren
2.7 Anorganische Verbindungen im menschlichen Körper
3 Physik
3.1 Einleitung
3.2 Druck
3.2.1 Hydrostatischer Druck
3.2.2 Luftdruck und Partialdruck
3.2.3 Auftrieb im Wasser
3.3 Temperatur und Wärme
3.3.1 Temperatur
3.3.2 Wärme
3.4 Aggregatzustand
3.5 Löslichkeit von Gasen
3.6 Diffusion und Osmose
3.6.1 Diffusion
3.6.2 Osmose
3.7 Energie, Arbeit und Leistung
3.8 Kohäsion und Adhäsion
3.8.1 Kohäsion und Oberflächenspannung
3.8.2 Adhäsion und Kapillarwirkung
3.9 Strömungen von Flüssigkeiten und Gasen
3.9.1 Laminare Strömung und Viskosität
3.9.2 Turbulente Strömung
3.10 Elektrischer Strom und elektrisches Potenzial
3.10.1 Stromfluss, Spannung und Widerstand
3.10.2 Elektrisches Potenzial und Membranpotenzial
3.11 Optik
3.11.1 Licht
3.11.2 Streuung, Reflexion und Absorption
3.12 Strahlung
3.12.1 Wellenstrahlung
3.12.2 Teilchenstrahlung
3.12.3 Ionisierende Strahlung
3.13 Schallwellen
4 Biologie
4.1 Einleitung
4.2 Zytologie – die Lehre von der Zelle
4.2.1 Allgemeiner Aufbau der Zelle
4.2.2 Zellorganellen
4.2.3 Zell-Zell-Kontakte
4.2.4 Proteinsynthese
4.2.5 Membrantransport
4.2.6 Vesikeltransport
4.2.7 Zelltod
4.3 Genetik
4.3.1 Chromosomen
4.3.2 Mitose und Meiose
4.3.3 Gene
4.3.4 Die Mendel-Regeln
4.3.5 Erbgänge beim Menschen
4.3.6 Epigenetik
4.4 Vorgeburtliche Entwicklung
4.4.1 Keimphase
4.4.2 Embryonalperiode
4.4.3 Fetalperiode
4.5 Literatur
5 Gewebe im menschlichen Körper
5.1 Prinzipieller Aufbau eines Gewebes
5.2 Epithelgewebe
5.2.1 Aufgaben und Aufbau
5.2.2 Oberflächenepithel
5.2.3 Drüsenepithelien
5.2.4 Sinnesepithelien
5.3 Binde-, Stütz- und Fettgewebe
5.3.1 Aufgaben und Aufbau
5.3.2 Bindegewebe
5.3.3 Stützgewebe
5.3.4 Fettgewebe
5.4 Muskelgewebe
5.4.1 Aufgaben und Aufbau
5.4.2 Quergestreifte Skelettmuskulatur
5.4.3 Quergestreifte Herzmuskulatur
5.4.4 Glatte Muskulatur
5.4.5 Ablauf der Muskelkontraktion
5.5 Nervengewebe
5.5.1 Aufgaben und Aufbau
5.5.2 Neuron
5.5.3 Gliazellen
5.5.4 Nervenfaser
5.5.5 Erregungsleitung
5.6 Literatur
Teil II Anatomie und Physiologie der Organsysteme
6 Herz
6.1 Aufgaben
6.2 Lage, Form und Größe
6.3 Aufbau
6.3.1 Prinzipieller Aufbau
6.3.2 Vorhöfe
6.3.3 Herzkammern
6.3.4 Herzklappen
6.3.5 Weg des Blutes durch das Herz
6.4 Feinbau
6.4.1 Herzwand
6.4.2 Herzbeutel
6.5 Gefäßversorgung und Innervation
6.5.1 Gefäßversorgung
6.5.2 Innervation
6.6 Funktionen
6.6.1 Mechanische Herzaktion
6.6.2 Erregungsbildungs- und Erregungsleitungssystem
6.6.3 Ablauf der Kontraktion
6.7 Regulation der Herzleistung
6.7.1 Beeinflussung durch den Frank-Starling-Mechanismus
6.7.2 Einfluss des vegetativen Nervensystems
7 Kreislauf- und Gefäßsystem
7.1 Blutgefäßsystem
7.1.1 Aufgaben
7.1.2 Blutgefäßarten
7.1.3 Feinbau
7.1.4 Mikrozirkulation
7.1.5 Gefäßversorgung und Innervation
7.1.6 Große Arterien des Körperkreislaufs
7.1.7 Große Venen des Körperkreislaufs
7.1.8 Kreislaufsystem
7.1.9 Regulation der Organdurchblutung
7.1.10 Regulation des Blutdrucks
7.2 Lymphgefäßsystem
7.2.1 Aufgaben
7.2.2 Lymphgefäßarten
7.2.3 Feinbau
7.3 Literatur
8 Atmungssystem
8.1 Aufgaben und Aufbau des Atmungssystems
8.2 Brustfellhöhle und Mediastinum
8.2.1 Brustfellhöhlen
8.2.2 Mediastinum
8.3 Nase, Nasen- und Nasennebenhöhlen
8.3.1 Aufgaben
8.3.2 Lage, Form und Größe
8.3.3 Aufbau
8.3.4 Feinbau
8.3.5 Funktionen
8.4 Rachen
8.4.1 Aufgaben
8.4.2 Lage, Form und Größe
8.4.3 Aufbau
8.4.4 Feinbau
8.4.5 Funktionen
8.5 Kehlkopf
8.5.1 Aufgaben
8.5.2 Lage, Form und Größe
8.5.3 Aufbau
8.5.4 Feinbau
8.5.5 Funktionen
8.6 Luftröhre und Bronchien
8.6.1 Aufgaben
8.6.2 Lage, Form und Größe
8.6.3 Aufbau
8.6.4 Feinbau
8.6.5 Funktionen
8.7 Lunge
8.7.1 Aufgaben
8.7.2 Lage, Form und Größe
8.7.3 Aufbau
8.7.4 Feinbau
8.8 Atemmechanik
8.8.1 Einatmung
8.8.2 Ausatmung
8.8.3 Atemvolumina
8.9 Gasaustausch und Transport der Atemgase
8.9.1 Gasaustausch
8.9.2 Ventilation und Perfusion
8.9.3 Atemgastransport im Blut
8.9.4 Regulation der Atmung
9 Verdauungssystem
9.1 Aufgaben und Aufbau des Verdauungssystems
9.2 Bauch- und Beckenhöhle
9.2.1 Bauchfellhöhle
9.2.2 Gekröse
9.2.3 Großes und kleines Netz
9.2.4 Retroperitonealraum
9.3 Allgemeiner Wandbau des Verdauungssystems
9.4 Mundhöhle und Speicheldrüsen
9.4.1 Übersicht
9.4.2 Speicheldrüsen
9.4.3 Zunge
9.4.4 Zähne
9.4.5 Gaumen
9.5 Speiseröhre
9.5.1 Aufgaben
9.5.2 Lage und Aufbau
9.5.3 Feinbau
9.5.4 Funktionen
9.6 Magen
9.6.1 Aufgaben
9.6.2 Lage, Form und Größe
9.6.3 Aufbau
9.6.4 Feinbau
9.6.5 Magendrüsen
9.6.6 Funktionen
9.7 Dünndarm
9.7.1 Aufgaben
9.7.2 Lage, Aufbau und Feinbau
9.7.3 Funktionen
9.8 Dickdarm
9.8.1 Aufgaben
9.8.2 Lage, Aufbau und Feinbau
9.8.3 Innervation
9.8.4 Funktionen
9.9 Bauchspeicheldrüse
9.9.1 Aufgaben
9.9.2 Lage, Form, Größe und Aufbau
9.9.3 Feinbau
9.9.4 Funktionen
9.10 Leber
9.10.1 Aufgaben
9.10.2 Lage, Form, Größe und Aufbau
9.10.3 Feinbau
9.10.4 Funktionen
9.11 Gallenblase
9.11.1 Aufgaben
9.11.2 Lage, Form, Größe und Aufbau
9.11.3 Feinbau
9.11.4 Funktionen
9.12 Verdauung
9.12.1 Kohlenhydratverdauung
9.12.2 Eiweißverdauung
9.12.3 Fettverdauung
9.13 Ernährung
9.13.1 Bestandteile der Nahrung
9.13.2 Energiebedarf
9.13.3 Flüssigkeitsbedarf
9.13.4 Hunger und Sättigung
10 Niere und ableitende Harnwege, Wasser- und Elektrolythaushalt
10.1 Nieren
10.1.1 Aufgaben
10.1.2 Lage, Form und Größe
10.1.3 Aufbau
10.1.4 Feinbau
10.1.5 Gefäßversorgung und Innervation
10.1.6 Funktionen
10.2 Ableitende Harnwege
10.2.1 Aufgaben
10.2.2 Nierenbecken und Harnleiter
10.2.3 Harnblase
10.2.4 Harnröhre
10.2.5 Harnblasenentleerung
10.3 Wasser- und Elektrolythaushalt
10.3.1 Wasserräume und Wasserverteilung
10.3.2 Osmolalität im Extra- und Intrazellularraum
10.3.3 Wichtige Elektrolyte
10.3.4 Regulationsmechanismen
10.3.5 Wasserbilanz
10.4 Säure-Basen-Haushalt
11 Hormonsystem
11.1 Einteilung und Wirkungsweise der Hormone
11.1.1 Klassische Hormone
11.1.2 Hormone im weiteren Sinne
11.1.3 Chemische Einteilung der Hormone
11.1.4 Hormonrezeptoren
11.1.5 Wirkdauer und Abbau
11.2 Steuerung der Hormonbildung
11.2.1 Hypothalamus-Hypophysen-Achse
11.2.2 Negative Rückkopplung
11.3 Endokrine Organe und Gewebe
11.3.1 Hypothalamus
11.3.2 Hypophyse
11.3.3 Epiphyse
11.3.4 Schilddrüse
11.3.5 Nebenschilddrüsen
11.3.6 Nebennieren
11.3.7 Inselorgan der Bauchspeicheldrüse
11.3.8 Ovarien, Hoden und Plazenta
11.3.9 Hormonbedingte Veränderungen in der Schwangerschaft
11.3.10 Uterus
11.3.11 Vagina und Vulva
11.3.12 Herz-Kreislauf-Blut-System
11.3.13 Blut und Blutgefäße
11.3.14 Herz und Kreislauf
11.3.15 Lunge und Atemwege
11.3.16 Nieren und Harnwege
11.3.17 Verdauungstrakt
11.3.18 Stoffwechsel und Leber
11.3.19 Körpergewicht und Körperform
11.3.20 Skelett und Muskulatur
11.3.21 Haut
11.3.22 Brüste
11.3.23 Fettgewebe
11.3.24 Psychisches Befinden in der Schwangerschaft
12 Blut und Immunsystem
12.1 Blut
12.1.1 Aufgaben
12.1.2 Blutvolumen
12.1.3 Zusammensetzung des Blutes
12.1.4 Bildung und Abbau der Blutzellen
12.1.5 Blutgerinnungssystem
12.2 Immunsystem
12.2.1 Aufgaben
12.2.2 Aufbau
12.2.3 Ablauf der Immunantwort
12.3 Lymphatische Organe
12.3.1 Knochenmark
12.3.2 Thymus
12.3.3 Lymphknoten
12.3.4 Milz
12.3.5 MALT
12.4 Impfungen
12.5 Entzündung
12.6 Literatur
13 Bewegungssystem
13.1 Aufgaben und Aufbau des Bewegungssystems
13.2 Skelettsystem
13.2.1 Knochen
13.2.2 Knorpel
13.2.3 Gelenke
13.2.4 Sehnen
13.3 Skelettmuskulatur
13.3.1 Aufgaben
13.3.2 Aufbau
13.3.3 Aufbau
13.3.4 Gefäßversorgung und Innervation
13.3.5 Funktionen
13.3.6 Muskelstoffwechsel
13.3.7 Muskeldurchblutung
13.4 Knochen, Gelenke und Muskeln des Kopfes
13.4.1 Schädel
13.4.2 Zungenbein
13.4.3 Gelenke des Kopfes
13.4.4 Muskeln des Kopfes
13.5 Knochen, Gelenke und Muskeln des Halses
13.5.1 Halswirbel und Gelenke des Halses
13.5.2 Muskulatur des Halses
13.6 Knochen, Gelenke und Muskeln des Rumpfes
13.6.1 Wirbelsäule
13.6.2 Brustkorb
13.6.3 Becken
13.6.4 Rumpfmuskulatur
13.7 Knochen, Gelenke und Muskeln der oberen Gliedmaße
13.7.1 Knochen von Arm und Schultergürtel
13.7.2 Gelenke und Bänder von Arm und Schultergürtel
13.7.3 Schulter- und Armmuskeln
13.8 Knochen, Gelenke und Muskeln der unteren Gliedmaße
13.8.1 Knochen des Beins
13.8.2 Gelenke und Bänder der Hüfte und des Beins
13.8.3 Hüft- und Beinmuskeln
13.8.4 Innervation der unteren Gliedmaße
13.9 Anfassen erlaubt!
14 Nervensystem
14.1 Aufgaben
14.2 Gliederung des Nervensystems
14.3 Zentrales Nervensystem (ZNS)
14.3.1 Aufgaben
14.3.2 Lage, Form und Größe
14.3.3 Aufbau des ZNS
14.3.4 Feinbau von Gehirn und Rückenmark
14.3.5 Gefäßversorgung und Innervation
14.3.6 Gehirnstoffwechsel
14.4 Peripheres Nervensystem (PNS)
14.4.1 Aufgaben
14.4.2 Aufbau des PNS
14.4.3 Feinbau des PNS
14.5 Autonomes Nervensystem
14.5.1 Aufgaben
14.5.2 Aufbau
14.6 Somatisches Nervensystem
14.6.1 Aufgaben
14.6.2 Aufbau
14.6.3 Reflexe
14.7 Übergeordnete Funktionen des ZNS
14.7.1 Körpertemperatur
14.7.2 Schmerz
14.7.3 Schlaf
14.7.4 Tag-Nacht-Rhythmus
14.7.5 Gedächtnis und Lernen
15 Sinnesorgane
15.1 Aufgaben
15.2 Sinneszellen und Rezeptoren
15.2.1 Rezeptoren
15.3 Auge
15.3.1 Aufgaben
15.3.2 Lage, Form und Größe
15.3.3 Aufbau und Feinbau
15.3.4 Funktionen
15.4 Ohr
15.4.1 Aufgaben
15.4.2 Lage, Aufbau und Feinbau
15.4.3 Funktionen
15.5 Geschmackssinn
15.5.1 Aufgaben
15.5.2 Lage, Aufbau und Feinbau
15.6 Geruchssinn
15.6.1 Aufgaben
15.6.2 Lage, Aufbau und Feinbau
15.6.3 Funktion
15.7 Tast- und Berührungssinn
15.7.1 Aufgaben
15.7.2 Lage, Aufbau und Feinbau
15.7.3 Funktion
15.8 Temperatursinn
15.9 Schmerzwahrnehmung
15.10 Tiefensensibilität
16 Haut, Haare und Nägel
16.1 Haut
16.1.1 Aufgaben
16.1.2 Größe, Dicke und Gewicht
16.1.3 Aufbau
16.1.4 Feinbau
16.1.5 Hautfarbe
16.1.6 Funktionen
16.2 Haare
16.2.1 Aufgaben
16.2.2 Vorkommen und Länge
16.2.3 Aufbau
16.2.4 Feinbau
16.2.5 Entwicklung und Wachstum
16.2.6 Funktionen
16.3 Nägel
16.3.1 Aufgaben und Funktion
16.3.2 Aufbau und Wachstum
16.4 Hautdrüsen
16.4.1 Talgdrüsen
16.4.2 Schweißdrüsen
16.4.3 Duftdrüsen
17 Geschlechtsorgane
17.1 Geschlechtsmerkmale
17.2 Weibliche Geschlechtsorgane
17.2.1 Vulva
17.2.2 Vagina (Scheide)
17.2.3 Uterus (Gebärmutter)
17.2.4 Ovarien
17.2.5 Follikelreifung
17.2.6 Ovidukt (Eileiter)
17.2.7 Weibliche Brust
17.2.8 Feinbau eines Drüsensegmentes
17.2.9 Menstruationszyklus
17.2.10 Sexuelle Erregung bei der Frau
17.3 Männliche Geschlechtsorgane
17.3.1 Penis
17.3.2 Hoden und Hodensack
17.3.3 Nebenhoden
17.3.4 Samenleiter und Harnsamenröhre
17.3.5 Akzessorische Geschlechtsdrüsen
17.3.6 Sexuelle Erregung beim Mann und Ejakulation
17.4 Literatur
Teil III Heranwachsen und Altern
18 Kindliche Entwicklung
18.1 Einleitung
18.2 Neugeborenenperiode und Säuglingsalter
18.3 Kleinkindalter
18.4 Kindesalter
18.5 Jugendalter
18.6 Entwicklung der Organe
18.6.1 Herz-Kreislauf-System
18.6.2 Atmungssystem
18.6.3 Verdauungssystem
18.6.4 Harnsystem und Wasserhaushalt
18.6.5 Blut und Immunsystem
18.6.6 Nervensystem
18.6.7 Sinnesorgane
18.6.8 Geschlechtsorgane
19 Physiologie des Alterns
19.1 Jung oder Alt?
19.2 Alter und Altern
19.3 Alterstheorien
19.4 Veränderungen der Organsysteme im Alter
19.4.1 Herz-Kreislauf-System
19.4.2 Atmungssystem
19.4.3 Verdauungssystem
19.4.4 Niere und Harnsystem
19.4.5 Wasserhaushalt
19.4.6 Hormonsystem
19.4.7 Blut- und Immunsystem
19.4.8 Bewegungssystem
19.4.9 Nervensystem
19.4.10 Sinnesorgane
19.4.11 Haut, Haare und Nägel
19.4.12 Geschlechtsorgane
19.4.13 Literatur
Teil IV Anatomie in vivo
20 Einführung
20.1 Palpation allgemein
20.2 Spezielle Palpationstechniken
21 Spezielle Körperregionen und -strukturen
21.1 Becken
21.2 Wirbelsäule
21.3 Brustkorb
21.4 Bauch und Unterbauch
21.5 Organsystem
21.6 Beckenboden
21.7 Gefäßsystem
21.8 Nervensystem
21.9 Literatur
22 Die Beweglichkeit des Beckens und dessen Einflüsse auf Schwangerschaft und Geburt
22.1 Einführung
22.2 Die allgemeine Untersuchung
22.2.1 Die Anamnese
22.2.2 Allgemeine Tests für das parietale System
22.3 Die geburtsrelevanten Gelenke
22.3.1 Die Symphyse
22.3.2 Die Iliosakralgelenke (ISG)
22.3.3 Das Sacrococcygialgelenk
22.3.4 Hüftgelenke
22.4 Die thoracolumbale Faszie
22.5 Die wichtigsten Ligamente
22.5.1 Lig. Sacrotuberale und Lig. Sacrospinale
22.5.2 Lig. Sacrouterinum
22.6 Die Muskeln, die das Baby bei der Geburtsbewegung unterstützen
22.6.1 M. psoas major
22.6.2 M. piriformis
22.6.3 Beckenbodenmuskulatur
22.7 Schlussbemerkung
22.8 Literatur
Anschriften
Sachverzeichnis
Impressum/Access Code
1 Aufbau und Funktion des menschlichen Körpers – ein Überblick
2 Chemie und Biochemie
3 Physik
4 Biologie
5 Gewebe im menschlichen Körper
Seit der Antike beschäftigen sich die Menschen mit der Lehre vom Aufbau von Organismen – weshalb die Anatomie als eine der ältesten Naturwissenschaften gilt. Das Wort „Anatomie“ leitet sich aus dem Griechischen ab: ἀνατέμνειν („anatemnein“) bedeutet übersetzt so viel wie „zerschneiden“ oder „zergliedern“. Doch dieses „Zerschneiden“ war – zumindest was den menschlichen Körper anbelangt – in früheren Zeiten keineswegs so selbstverständlich wie heute. Die Ehrfurcht vor den Toten, kulturelle und religiöse Vorbehalte ließen die Wissenschaftler lange vor der Eröffnung eines Leichnams, einer Sektion, zurückschrecken. Zeitweise waren Sektionen auch ausdrücklich verboten. Man behalf sich, indem man Tierkörper sezierte und aus dem, was bei Menschen durch Wunden sichtbar wurde, auf die weiteren Strukturen im Körper schloss.
Auch wenn sein Interesse nicht in erster Linie der Anatomie galt, darf in diesem Zusammenhang der Arzt Hippokrates von Kos (ca. 460 bis ca. 370 v.Chr.) nicht unerwähnt bleiben. Er gilt als der Vater der modernen Medizin, da er als Erster die Patienten, ihre Symptome und ihre Lebenssituation genau beobachtete, um daraus die geeignete Therapie abzuleiten. Bis dahin waren Erkrankungen durch religiöse oder magische Phänomene erklärt und nicht von Ärzten, sondern von Priestern oder Heilern behandelt worden. Hippokrates wurde schon zu Lebzeiten verehrt und gab sein Wissen in Briefen an seine Kollegen weiter. Außerdem gründete er in Kos die erste Ärzteschule, wodurch er die Medizin in den Stand einer Wissenschaft erhob. Er gilt als Begründer der Viersäftelehre, die von den Symptomen ausgehend auf ein Ungleichgewicht zwischen den 4 „Säften“ Blut, Schleim, gelbe und schwarze Galle schloss. Diesem Ungleichgewicht sollte mit Medikamenten, Diäten und einer Verbesserung des Lebenswandels begegnet werden. Zu den weiteren therapeutischen Maßnahmen zählten z.B. der Aderlass und das Schröpfen. Sein Konzept der Viersäftelehre hatte bis ins 19. Jahrhundert Bestand. Erst dann setzte sich die Idee durch, dass Krankheiten durch Störungen der Zellfunktionen hervorgerufen werden. Doch auch wenn seine Viersäftelehre inzwischen in den Hintergrund getreten ist, gelten viele der von Hippokrates begründeten Prinzipien noch heute für Mediziner: die Schweigepflicht, die Pflicht zur genauen Beobachtung, Befragung und Untersuchung des Patienten, die Pflicht zu körperlicher und geistiger Hygiene und eine hohe ethische Verantwortung für das eigene Tun. Noch heute schwören angehende Ärzte den „Eid des Hippokrates“, der nach dem berühmten Arzt der Antike benannt ist und viele dieser Grundprinzipien enthält.
Bald nach dem Wirken des Hippokrates gelang der Anatomie im 3. Jahrhundert v. Chr. ihr Durchbruch: Unter der Herrschaft Ptolemaios des Ersten entwickelte sich die ägyptische Hafenstadt Alexandria zu einem Bildungszentrum, dessen Lehre als alexandrinische Schule bekannt wurde. Hier wurde auch zu medizinischen Themen geforscht. In diesem wissenschaftlichen Umfeld fand die erste belegte Sektion eines Menschen statt. Herophilus von Chalkedon und Erasistratos von Keos öffneten den Leichnam eines Hingerichteten, um dessen Organe zu untersuchen. Nach dem Tod der beiden fand sich allerdings kein Nachfolger, der die Anatomie gegen die noch immer bestehenden Vorbehalte gegenüber dem Öffnen Verstorbener mit derselben Leidenschaft vorantrieb. So dümpelte die neue Wissenschaft in den nächsten Jahrhunderten auf mehr oder weniger demselben Wissensstand vor sich hin.
Rund 400 Jahre später, im 2. Jahrhundert nach Christus, verfasste der griechische Arzt Galenos von Pergamon (deutsch: Galen) sein aus 14 Büchern bestehendes Hauptwerk „Methodus medendi“, das sich zum frühen Standardwerk der medizinischen Literatur entwickelte. Darin fasste er das gesamte medizinische Wissen der damaligen Zeit zusammen. Dies war kein leichtes Unterfangen, denn die Medizin war damals von 2 unterschiedlichen Strömungen geprägt: Die eine folgte der Viersäftelehre des Hippokrates, die andere verstand Krankheiten und ihre Symptome als Folgen anatomischer Veränderungen. Galen betrieb auch zahlreiche anatomische Studien. Da in Rom, wo er praktizierte, Körperöffnungen am Menschen untersagt waren, musste er auf Schweine, Affen und Hunde ausweichen. Bei seiner Tätigkeit als Gladiatorenarzt sah er außerdem zahlreiche, auch schwere Wunden, die ihm Einblicke in den Verlauf von Muskeln und Sehnen sowie den Aufbau von Gelenken gaben. Die Erkenntnisse, die er durch die Sektionen gewann, übertrug er auf den Menschen und hielt sie in zahlreichen Schriften fest („Corpus galenicum“). Dabei machte er allerdings nicht deutlich, dass er nie einen Menschen seziert hatte und sein Werk daher größtenteils auf Annahmen beruhte. Diese Schriften dienten über 1000 Jahre als Grundlagen der anatomischen Lehre und galten als unantastbar wahr – auch wenn viele seiner Annahmen sich später als falsch erweisen sollten. Nach Galen ist übrigens die Galenik, die Lehre der Herstellung von Arzneimitteln, benannt.
Auch das gesamte Mittelalter hindurch folgte man Galens Lehre und hinterfragte sie nicht. Dies wurde dadurch begünstigt, dass die Medizinstudenten der damaligen Zeit nicht – wie heute üblich – selber anatomische Präparationen vornehmen durften. Sie schauten vielmehr ihrem Lehrer zu, der die Schnitte ausführte und das Gesehene im Sinne Galens interpretierte. Abweichungen von Galens Lehre wurden – sofern sie überhaupt bemerkt wurden – als Missbildungen abgetan. Die Sektionen weckten nach und nach auch die Sensationsgier der Bevölkerung, sodass sie zu Beginn des 14. Jahrhunderts öffentlich wurden und die Schaulust eines zahlenden Publikums bedienten.
Im 16. Jahrhundert schließlich hatte die kritiklose Anerkennung von Galens Schriften ein Ende: Der flämische Medizinstudent Andreas Vesalius wollte – im Gegensatz zu seinen Vorgängern – nicht glauben, dass es sich bei den zahlreichen anatomischen Strukturen, die von Galens Lehre abwichen, um Missbildungen handele. So verschaffte er sich Möglichkeiten, Sektionen am Menschen vorzunehmen. Am Ende seiner Bemühungen standen 2 große Erfolge: In Bologna führte er 1540 erstmals eine öffentliche Sektion in einem eigens dafür errichteten Anatomischen Theater durch und 1543 veröffentlichte er mit „Vesals Anatomie“ ein erstes umfassendes anatomisches Werk („Vom Bau des menschlichen Körpers“), das – im Gegensatz zu Galens Schriften – auf Sektionen des Menschen fußte. Dieses revolutionierte die bestehenden wissenschaftlichen Ansätze derart, dass Vesalius als Begründer der modernen Anatomie angesehen werden kann.
In den folgenden Jahrhunderten führten zahlreiche Anatomen Vesalius’ Werk fort. Im Zuge dessen entwickelte sich auch die Präparierkunst weiter. Bereits im 18. Jahrhundert entstanden Ganzkörperpräparate von Menschen und Tieren. Einen weiteren Fortschritt bedeutete die Verwendung von Formaldehyd zur Haltbarmachung von Organpräparaten. Je weiter sich die anatomische Forschung entwickelte, desto weniger Neues gab es zu entdecken – zumindest mit bloßem Auge. Da kam es gerade recht, dass im 19. Jahrhundert das Mikroskop so weit entwickelt war, dass sich damit der Körper auch auf Zellebene untersuchen ließ. Die mikroskopische Anatomie war geboren. Etwa um dieselbe Zeit spaltete sich die klassische Anatomie, wie sie bisher existiert hatte, in die Unterdisziplinen Anatomie und Physiologie auf, die seither als selbstständige Wissenschaften nebeneinander existieren.
Das Fach Anatomie umfasst die Teildisziplinen der makroskopischen Anatomie, der mikroskopischen Anatomie und der Embryologie. Alle 3 Teildisziplinen sind gleichermaßen wichtig, um ein möglichst vollständiges Verständnis des menschlichen Körpers zu gewinnen. Auch aus diesem Grund ist das Lehrfach Anatomie in der heutigen Ausbildung von jungen Mediziner*innen sowie Hebammen und Beschäftigten in Gesundheitsberufen immer noch stark repräsentiert.
Ohne zu wissen, wie Gesundes aussieht, kann man Krankes nicht erkennen.
Makroskopische Anatomie Sie beschäftigt sich mit allen Dingen des Körpers, die so groß sind, dass man sie mit bloßem Auge (oder mit einer Lupe) erkennen kann. Dabei betrachtet man den Körper nicht nur von außen, sondern setzt gezielte Schnitte, um auch innere Strukturen und Organe beurteilen zu können. In der makroskopischen Anatomie gibt es unterschiedliche Herangehensweisen:
In der beschreibenden Anatomie (der deskriptiven Anatomie) wird das Erscheinungsbild von Körper und Organen beschrieben (Form, Größe, Farbe usw.).
Die systematische Anatomie fasst Organe, die von ihrer Funktion her miteinander zusammenhängen, zu Organ- oder funktionalen Systemen (z.B. dem Nervensystem mit Gehirn, Rückenmark und Nerven) zusammen.
In der topografischen Anatomie spielen die Lagebeziehungen verschiedener Strukturen zueinander die wesentliche Rolle.
Die vergleichende Anatomie betrachtet dieselben anatomischen Strukturen beispielsweise an verschiedenen Tierarten und sucht Gemeinsamkeiten und Unterschiede.
Mikroskopische Anatomie Sie beschäftigt sich mit solchen Strukturen, für deren Betrachtung ein Mikroskop benötigt wird – also in erster Linie Gewebe und Zellen. Auch hier müssen spezielle Schnitte angefertigt oder Zellen gewonnen werden, die dann auf einem Objektträger unter dem Mikroskop betrachtet werden. Man kann zwischen der Zytologie (Lehre von den Zellen) und der Histologie (Lehre vom Gewebe) unterscheiden.
Embryologie Sie beschäftigt sich mit der Entstehung der anatomischen Strukturen während der Embryonalentwicklung.
Die Physiologie ist die Lehre von den natürlichen Lebensvorgängen. Sie untersucht die biochemischen und physikalischen Prozesse in den Zellen und Geweben von Lebewesen. Damit stellt sich die Physiologie des Menschen die Frage, wie der Körper funktioniert, wie die Stoffwechselvorgänge in unserem Körper ablaufen und wie sie miteinander zusammenhängen. Die Physiologie steht in enger Beziehung zur Anatomie, ist aber auch sehr stark mit der Biochemie verknüpft.
Merke
„Physiologisch“
Wird in der Medizin der Begriff „physiologisch“ verwendet, ist damit der „Normalzustand“ von Geweben und Organen gemeint und damit der Zustand beim Gesunden. Das Gegenteil von „physiologisch“ ist „pathologisch“.
Die Kennzeichen des Lebens sind:
Lebewesen sind in der Lage, ihre Umwelt wahrzunehmen und auf diese zu reagieren.
Lebewesen können ihre Spezies durch Fortpflanzung vermehren.
Lebewesen müssen über einen eigenen Stoffwechsel verfügen, der ihr Überleben sichert und sie bis zu einem gewissen Grad unabhängig von äußeren Einflüssen macht.
Lebewesen sind in der Lage, sich zu entwickeln und zu wachsen – und dies aufgrund ihres Stoffwechsels oder als Reaktion auf äußere Einflüsse.
Lebewesen können sich selbst aktiv bewegen oder zeigen zumindest innerhalb ihres Körpers Bewegungen (z.B. Zilienschlag).
Die Zusammensetzung eines Körpers kann man auf verschiedenen Ebenen betrachten:
Atome und Moleküle Die kleinste Einheit und damit die Grundbausteine jeder Materie sind die ▶ Atome. Verbinden sich einzelne Atome, entstehen Moleküle. Betrachtet man Lebewesen, kommt solchen Molekülen eine besondere Bedeutung zu, die ein oder mehrere Kohlenstoff-Atome enthalten. Sie werden als organische Verbindungen bezeichnet. Hierzu zählen die Eiweiße (Proteine), die Zucker (Kohlenhydrate), die Fette (Lipide) und die Nukleinsäuren. Sie bilden die wichtigsten Bausteine der nächstgrößeren Einheit, nämlich der Zellen.
Zellen Die Zelle ist die kleinste Einheit des ▶ belebten Organismus. Je nachdem, wie die jeweilige Zelle aufgebaut ist, erfüllt sie im Körper eine bestimmte Aufgabe. So unterscheidet man u.a. Muskel-, Nerven-, Knochen- und Leberzellen. Um ihrer Aufgabe nachkommen zu können, enthalten die Zellen verschiedene „Zellorgane“ (Organellen). Diese Zellorganellen, zu denen u.a. der Zellkern, die Mitochondrien und der Golgi-Apparat zählen, dienen z. B. der Bereitstellung von Energie oder der Weiterverarbeitung aufgenommener Nährstoffe.
Gewebe und Organe Spezialisierte Zellen schließen sich mit gleichartigen Zellen zu Zellverbänden zusammen, wodurch ▶ Gewebe entstehen. Funktionell einheitliche Gewebe bilden – meist zusammen mit Stützgeweben – die Organe.
Organsysteme Organe mit verwandten Funktionen lassen sich zu Organsystemen zusammenfassen. Beispiele hierfür sind:
Herz-Kreislauf-System (Herz, Lunge, Blutgefäße)
Atmungssystem (Nase, Kehlkopf, Luftröhre, Bronchien, Lunge)
Verdauungssystem (Magen, Dünn-/Dickdarm, Pankreas, Gallenblase)
Nervensystem (Gehirn und Rückenmark, periphere Nerven, autonomes Nervensystem)
Zur genauen Bezeichnung von Strukturen und ihrer Lage im Körper haben sich im medizinischen Sprachgebrauch bestimmte Bezeichnungen durchgesetzt, die überwiegend aus dem Lateinischen stammen. Diese Grundbegriffe sollte man sich unbedingt einprägen, denn sie dienen auch dazu, die Lage von Veränderungen unmissverständlich zu beschreiben. Sagt man z.B.: „Das Brustbein liegt vor dem Herzen“, stimmt dies schon nicht mehr, sobald sich der Mensch auf den Rücken legt. Dann wird aus dem „vor“ ein „über“. Ein „ventral“ (in Richtung Bauch gelegen) bleibt dagegen immer ein „ventral“, egal ob der Mensch steht, sitzt, auf dem Bauch oder auf dem Rücken liegt. Es ist klar definiert.
In ▶ Tab. 1.1 haben wir die gängigsten Bezeichnungen mit ihren Bedeutungen aufgelistet und sie in ▶ Abb. 1.1 am Menschen eingezeichnet.
Noch ein Hinweis zu den unterschiedlichen Endungen, die die lateinischen Begriffe haben können: Wie im Deutschen gibt es auch im Lateinischen 3 grammatische Geschlechter, an die sich die Endung der Lage- und Richtungsbezeichnung anpasst:
männlich: endet häufig auf -us, z.B. Ventriculus (Herzkammer)
sächlich: endet häufig auf -um, z.B. Atrium (Vorhof)
weiblich: endet häufig auf -a, z.B. Arteria (Arterie)
Am Beispiel für rechts (dexter) und links (sinister) wird das deutlich:
Ventriculus dexter (rechter Ventrikel), Ventriculus sinister (linker Ventrikel)
Atrium dextrum (rechter Vorhof), Atrium sinistrum (linker Vorhof)
Arteria coronaria dextra (rechte Herzkranzarterie), Arteria coronaria sinistra (linke Herzkranzarterie)
ACHTUNG
Die Seitenangaben „rechts“ (dexter) und „links“ (sinister) gelten immer aus Sicht des zu behandelnden Menschen!
Lage- und Richtungsbezeichnungen.
Abb. 1.1
(Quelle: Schwegler J, Lucius R. Der Mensch, Anatomie und Physiologie. Stuttgart: Thieme; 2016.)
Tab. 1.1
Wichtige Lage- und Richtungsbezeichnungen (angegeben ist jeweils die männliche Form).
Gebiet
Bezeichnung
abgeleitet von
Bedeutung
Beispiel
„vorn“ und „hinten“
Rumpf
ventral
Venter (Bauch)
vorn, am Bauch/zur Bauchseite hin gelegen
Ventralflexion (Vorbeugen des Oberkörpers)
dorsal
Dorsum (Rücken)
hinten, am Rücken/zum Rücken hin gelegen
Dorsalflexion (Rückbeugen des Oberkörpers)
Kopf
frontal
Os frontale (Stirnbein)
vorn, an der Stirn/zur Stirn hin gelegen
Lobus frontalis (Stirnlappen des Gehirns)
okzipital
Os occipitale (Hinterhauptsbein)
hinten, am Hinterhaupt/zum Hinterhaupt hin gelegen
Lobus occipitalis (Hinterhauptslappen des Gehirns)
Unterarm und Hand
radial
Radius (Speiche)
an der Speiche/zur Speiche hin gelegen
Musculus flexor carpi radialis (speichenseitig gelegener Handgelenkbeuger)
ulnar
Ulna (Elle)
an der Elle/zur Elle hin gelegen
Musculus flexor carpi ulnaris (ellenseitig gelegener Handgelenkbeuger)
Hand
dorsal
Dorsum manus (Handrücken)
am Handrücken/zum Handrücken hin gelegen
Dorsalextension (Abwinkeln der Hand in Richtung Handrücken)
palmar
Palma manus (Handfläche)
an der Handfläche/zur Handfläche hin gelegen
Musculus palmaris brevis (kurzer Handflächenmuskel)
Unterschenkel
tibial
Tibia (Schienbein)
am Schienbein/zum Schienbein hin gelegen
Musculus tibialis posterior (hinterer Schienbeinmuskel)
fibular
Fibula (Wadenbein)
am Wadenbein/zum Wadenbein hin gelegen
Musculus fibularis longus (langer Wadenbeinmuskel)
Fuß
dorsal
Dorsum pedis (Fußrücken)
am Fußrücken/zum Fußrücken hin gelegen
Arteria dorsalis pedis (Fußrückenarterie)
plantar
Planta pedis (Fußsohle)
an der Fußsohle/zur Fußsohle hin gelegen
Plantarflexion (Absenken der Fußspitze)
Lagebeziehung von Strukturen untereinander
anterior
–
vorn, vorderer
Ligamentum cruciatum anterius (vorderes Kreuzband)
posterior
–
hinten, hinterer
Ligamentum cruciatum posterius (hinteres Kreuzband)
„oben“ und „unten“
Rumpf
kranial
Cranium (Schädel)
nach oben, kopfwärts
Kranialfläche des Wirbelkörpers („obere“ Seite des Wirbelkörpers)
kaudal
Cauda (Schwanz)
nach unten, steiß- bzw. fußwärts
Kaudalfläche des Wirbelkörpers („untere Fläche des Wirbelkörpers)
Gliedmaßen
proximal
–
rumpfnah, zum Rumpf hin gelegen
Phalanx proximalis (Fingergrundglied)
distal
–
rumpffern, vom Rumpf weg gelegen
Phalanx distalis (Fingerendglied)
Lagebeziehung von Strukturen untereinander
inferior
–
unterer, untenliegend
Vena cava inferior (untere Hohlvene)
superior
–
oberer, obenliegend
Vena cava superior (obere Hohlvene)
„außen“, „innen“, „mittig“
Lagebeziehung von Strukturen untereinander
lateralis
–
seitlich, außen
Meniscus lateralis (äußerer Meniskus)
medialis
–
innen, zur Mitte hin
Meniscus medialis (innerer Meniskus)
medius
–
mittlere(r), zwischen zwei anderen
Musculus gluteus medius (mittlerer Gesäßmuskel)
median
–
in der Körpermitte
Sutura palatina mediana (mittlere Gaumennaht)
externus
–
außen, an der Oberfläche/zur Oberfläche hin gelegen
Musculus obliquus abdominis externus (äußerer schräger Bauchmuskel)
internus
–
innen, im Körper/zum Körperinneren hin gelegen
Musculus obliquus abdominis internus (innerer schräger Bauchmuskel)
profundus
–
tief
Musculus flexor digitorum profundus (tief gelegener Fingerbeuger)
superficialis
–
oberflächlich
Musculus flexor digitorum superficialis (oberflächlich gelegener Fingerbeuger)
Verlauf
Richtung
ascendens
–
aufsteigend
Aorta ascendens (aufsteigender Teil der Hauptschlagader)
descendens
–
absteigend
Aorta descendens (absteigender Teil der Hauptschlagader)
longitudinalis
–
in Längsrichtung
Fissura longitudinalis cerebri (Einschnitt zwischen den beiden Großhirnhälften)
Größe
im Vergleich
maximus
–
der Größte
Musculus gluteus maximus (großer Gesäßmuskel)
minimus
–
der Kleinste
Musculus gluteus minimus (kleiner Gesäßmuskel)
longus
–
lang
Musculus fibularis longus (langer Wadenbeinmuskel)
brevis
–
kurz
Musculus fibularis brevis (kurzer Wadenbeinmuskel)
Zusätzlich zu den Richtungsbezeichnungen spielen – besonders bei bildgebenden Verfahren wie CT oder MRT – auch die Körperebenen und -achsen ( ▶ Abb. 1.2) eine Rolle.
Man unterscheidet 3 Hauptebenen:
Frontalebene: Sie entspricht der Ebene, die entsteht, wenn man sich die flache Hand vor die Augen hält.
Transversalebene: Sie entspricht der Ebene, die entsteht, wenn man die Hand waagerecht an die Stirn legt, und wird auch als Horizontalebene bezeichnet.
Sagittalebene: Sie entspricht der Ebene, die entsteht, wenn man die senkrecht gehaltene Hand zwischen den Augen auf die Nase legt. Befindet sie sich genau in der Mitte des Körpers (trennt sie den Körper also in 2 gleiche Hälften), spricht man von der Medianebene. Die Sagittalebene dagegen kann auch rechts oder links der Mitte durch den Körper gelegt werden.
Zusätzlich gibt es 3 Hauptachsen, die jeweils senkrecht aufeinander stehen:
Longitudinalachse (Längsachse): Sie verläuft von kranial nach kaudal und umgekehrt.
Transversalachse (Querachse): Sie verläuft von rechts nach links und umgekehrt.
Sagittalachse (Pfeilachse): Sie verläuft von ventral nach dorsal und umgekehrt.
Diagnostik
Ebenen in der medizinischen Bildgebung
Neben diesen anatomischen Ebenen werden Ihnen in der medizinischen Diagnostik auch weitere Begriffe unterkommen, dies gilt insbesondere für die Aufnahmetechnik bei einer Computertomografie oder Magnetresonanztomografie. Hier können folgende Aufnahmen angefertigt werden:
sagittale Aufnahme: in der Sagittalebene
axiale Aufnahme: in der Transversalebene
koronare Aufnahme: in der Frontalebene
Körperebenen und -achsen.
Abb. 1.2 Die Körperebenen müssen nicht, wie hier dargestellt, die Körpermitte schneiden. Sie können auch weiter kranial oder weiter kaudal (Transversalebene), weiter ventral oder weiter dorsal (Frontalebene) oder weiter lateral (Sagittalebene) liegen.
Nachfolgend sind einige wichtige anatomische Grundbegriffe aufgelistet. Die Angaben in den runden Klammern geben die Mehrzahl an; häufig gebrauchte Abkürzungen finden sich in den eckigen Klammern:
Angulus (Anguli): Winkel
Apex (Apizes): Spitze
Arcus (Arcus): Bogen
Arteria [A.] (Arteriae [Aa.]): Arterie
Articulatio [Art.] (Articulationes [Artt.]): Gelenk
Bursa (Bursae): Schleimbeutel
Canalis (Canales): Kanal
Capsula (Capsulae): Kapsel
Caput (Capita): Kopf
Cartilago (Cartilagines): Knorpel
Cavitas (Cavitates): Höhle
Cavum (Cava): Höhle
Cornu (Cornua): Horn
Corpus (Corpora): Körper
Crista (Cristae): Leiste
Ductus (Ductus): Gang
Facies (Facies): Fläche
Fascia (Fasciae): Faszie
Flexura (Flexurae): Biegung
Foramen (Foramina): Loch, Öffnung
Fossa (Fossae): Grube, Vertiefung
Glandula [Gl.] (Glandulae [Gll.]): Drüse
Incisura (Incisurae): Einschnitt
Ligamentum [Lig.] (Ligamenta [Ligg.]): Band
Linea (Lineae): Linie
Lobus (Lobi): Lappen
Membrana (Membranae): Membran
Musculus [M.] (Musculi [Mm.]): Muskel
Nervus [N.] (Nervi [Nn.]): Nerv
Nodus (Nodi): Knoten
Nucleus (Nuclei): Kern
Os (Ossa): Knochen
Ostium (Ostia): Loch
Pars (Partes): Teil
Plexus (Plexus): Geflecht
Plica (Plicae): Falte
Processus [Proc.] (Processus [Procc.]): Vorsprung, Fortsatz
Radix (Radices): Wurzel
Ramus [R.] (Rami [Rr.]): Zweig
Septum (Septa): Trennwand
Sinus (Sinus): Ausbuchtung
Sulcus (Sulci): Rinne, Furche
Truncus (Trunci): Ast
Tuberculum (Tubercula): Höckerchen
Tuberositas (Tuberositates): Rauigkeit
Tunica (Tunicae): Überzug, Hülle
Vas (Vasa): Gefäß
Vena [V.] (Venae [Vv.]): Vene
Denjenigen, die diese Liste ganz genau gelesen haben, ist vielleicht aufgefallen, dass Arcus, Ductus, Plexus, Processus und Sinus sowohl in Einzahl als auch in Mehrzahl gleich geschrieben werden – sie folgen der lateinischen U-Deklination. Gesprochen gibt es aber einen feinen Unterschied: Während das „U“ in der Endsilbe bei Einzahl nur kurz gesprochen wird, wird es bei Mehrzahl zum langen „U“. Auch bei „Articulatio“ gibt es eine Besonderheit: Obwohl das „O“ am Ende einen männlichen Artikel vermuten lässt, heißt es „die Articulatio“.
In der anatomischen Terminologie setzen sich die Namen der einzelnen Strukturen oft aus 2 oder mehr Wörtern zusammen (Beispiele s. ▶ Tab. 1.1 ). Kennt man die Bedeutung der lateinischen oder griechischen Begriffe, wird meist schon aus dem Namen ersichtlich, zu welchem Organ die Struktur gehört oder welche Funktion sie hat, z.B.:
Musculus flexor digitorum profundus: „Musculus“ bedeutet „Muskel“; „flexor“ stammt vom lateinischen Verb „flectere“ für „beugen“; „digitorum“ ist der Genitiv Plural von „digitus“, was „Finger“ bedeutet; „profundus“ bedeutet „tief“. Dieser Muskel ist also für das Beugen der Finger zuständig und liegt tief (was nahelegt, dass es auch noch einen oberflächlichen Fingerbeuger gibt).
Ein anderes Beispiel ist der Nervus glossopharyngeus: Dieser Nerv versorgt 2 Organe, nämlich die Zunge (griech. glossa) und den Rachen (griech. pharynx).
Für diejenigen unter euch, die sich dafür interessieren, hier zur Orientierung einige weitere Beispiele:
abdominalis: zum Bauch (Abdomen) gehörend
brachialis: am Oberarm (Brachium)
bronchialis: an den Bronchien
femoris: am Oberschenkel (Femur)
gastricus: zum Magen (Gaster) gehörend
hepatis: an oder in der Leber (Hepar)
lienalis: zur Milz (Lien) gehörend
pectoralis: an der Brust (Pectus)
pulmonalis: an oder in der Lunge (Pulmo)
renalis: an oder in der Niere (Ren)
splenica: zur Milz gehörend (statt „Lien“ [lateinisch] wird für die Milz auch „Splen“ [griechisch] verwendet)
thoracicus: am oder im Brustkorb (Thorax)
vertebralis: zum Wirbel (Vertebra)
Eine weitere Eigenart der anatomischen bzw. medizinischen Terminologie besteht darin, bestimmte Begriffe entweder vor (Vorsilbe) oder hinter (Nachsilbe) den Wortstamm zu stellen. Vor- und Nachsilben, die besonders häufig vorkommen, sind in ▶ Tab. 1.2 zusammengetragen.
Tab. 1.2
Häufig vorkommende Vor- und Nachsilben.
Vor- bzw. Nachsilbe
Bedeutung
Beispiel
brady-
langsam
Bradykardie (verlangsamte Herzfrequenz)
epi-
oben, auf
Epiphyse (Knochenende)
extra-
außerhalb
extraperitoneal (außerhalb der Bauchfellhöhle gelegen)
hemi-
halb
Hemisphäre (Großhirnhälfte)
hetero-
ungleich, anders
heterogen (uneinheitlich)
homo-
gleich
homogen (einheitlich)
hyper-
über, oberhalb
Hyperaktivität (übersteigerte Aktivität)
hypo-
unter, unterhalb
Hypophyse (Hirnanhangdrüse)
intra-
innerhalb
intrathorakal (im Brustkorb gelegen)
myo-
Muskel
Myokard (Herzmuskel)
peri-
um, herum
Perikard (Herzbeutel)
poly-
viel
Polysaccharide (Mehrfachzucker)
tachy-
schnell
Tachykardie (gesteigerte Herzfrequenz)
-itis
Entzündung
Kardiomyokarditis (Herzmuskelentzündung)
-pathie
krankhafte Veränderung
Neuropathie (Nervenerkrankung)
-osis/-ose
chronisch degenerativer Prozess
Osteoporose (krankhafter Knochenabbau)
Auch – oder gerade – in den medizinischen Fachberufen kommt man um Messgrößen und ihre Einheiten nicht herum, sei es beim Blutdruckmessen, bei der Dosierung der Medikamente oder beim Auswerten von Laboruntersuchungen. Um verschiedene Werte untereinander besser vergleichbar zu machen, verwendet man heute in den meisten Ländern sog. SI-Einheiten (Système International d’Unités) ( ▶ Tab. 1.3 ).
Tab. 1.3
SI-Einheiten (Beispiele).
Größe
Einheit
SI-Basisgrößen
Länge
Meter (m)
Masse
Kilogramm (kg)
Zeit
Sekunde (s)
Stromstärke
Ampere (A)
Temperatur
Kelvin (K), Grad Celsius (°C)
Stoffmenge
Mol (mol)
davon abgeleitete Größen
Fläche
Quadratmeter (m2)
Volumen (Flüssigkeitsvolumen)
Kubikmeter (m3), (Liter [l])
Druck
Pascal (Pa)
Frequenz
Hertz (Hz)
Kraft
Newton (N)
elektrischer Widerstand
Ohm (Ω)
Leistung
Watt (W)
Energie/Arbeit
Joule (J)
Geschwindigkeit
Meter pro Sekunde (m/s)
Was jedem von den Bytes der digitalen Welt vertraut ist, findet seine Anwendung auch bei anderen Messgrößen: die Vorsilben „Kilo-“, „Mega-“ und „Giga-“. So wird beispielsweise die Speicherkapazität eines USB-Sticks mit 128 MB (Megabyte) angegeben, was 128000 KB (Kilobyte) entspricht. Mit solchen Vorsilben kann allerdings nicht nur ein Vielfaches der Messgröße benannt werden, sondern auch ein Bruchteil – z.B. entspricht 1 Milliliter (ml) 1 Tausendstel Liter (l). Die Verwendung solcher Faktoren dient der Übersichtlichkeit und senkt die Fehleranfälligkeit: „1 ml“ liest sich schneller und sicherer als „0,001 l“. ▶ Tab. 1.4 gibt eine Übersicht über solche Vorsilben und ihre Bedeutung. Im medizinischen Alltag begegnen einem v.a. „Kilo-“, „Dezi-“, „Milli-“ und „Mikro-“.
Eine Bemerkung noch zu den lateinischen Namen: Im täglichen Sprachgebrauch wird für manche Strukturen der deutsche und für andere der lateinische Name verwendet. Der deutsche Name „Zwerchfell“ wird zum Beispiel auch in der Klinik häufig gebraucht. Ist jedoch vom größten Streckmuskel des Knies die Rede, benutzt man meist dessen lateinischen Namen „M. quadriceps“ oder kurz „Quadriceps“. Kaum jemand wird „vierköpfiger Oberschenkelmuskel“ sagen. Wir geben bei der Beschreibung meist den lateinischen Namen und dessen deutsche Übersetzung an. Auch wenn diese manchmal etwas sonderbar klingt, gibt sie häufig Hinweise auf den Verlauf oder die Funktion des Muskels. Es lohnt sich also, immer beide Bezeichnungen zu lesen, auch wenn nur eine von beiden im Alltag benutzt wird.
Tab. 1.4
Maßeinheiten – Faktoren und Vorsilben.
Vorsilbe
in Zahlen
Faktor
Zahlwort
Peta- (P)
1 000 000 000 000 000
1015
Billiarde
Tera- (T)
1 000 000 000 000
1012
Billion
Giga- (G)
1 000 000 000
109
Milliarde
Mega- (M)
1 000 000
106
Million
Kilo- (k)
1 000
103
Tausend
Hekto- (h)
100
102
Hundert
Deka- (da)
10
101
Zehn
1
100
Eins
Dezi- (d)
0,1
10-1
Zehntel
Zenti- (c)
0,01
10-2
Hundertstel
Milli- (m)
0,001
10-3
Tausendstel
Mikro- (µ)
0,000001
10-6
Millionstel
Nano- (n)
0,000000001
10-9
Milliardstel
Piko- (p)
0,000000000001
10-12
Billionstel
Femto- (f)
0,000000000000001
10-15
Billiardstel
