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Was wäre, wenn Sie mit einem einfachen Prinzip Konflikte entschärfen, Missverständnisse auflösen und Beziehungen stärken könnten? Barbara Strohschein zeigt in ihrem neuen Buch, wie praktizierte Anerkennung festgefahrene Meinungen aufbrechen und Menschen verändern kann. Sie hat es selbst erlebt: In Tiefeninterviews mit Klimaskeptikern und Menschen aus unterschiedlichen Lebenswelten entstand durch Anerkennung ein authentischer und respektvoller Austausch. Wer sich gesehen und akzeptiert fühlt, reagiert offener, gelassener, kooperativer. Dieses Buch zeigt, wie Anerkennung Stress reduziert, Verbindung schafft und neue Perspektiven eröffnet – in der Familie, im Beruf, in der Gesellschaft. Ein Buch für alle, die ihr Miteinander auf eine neue Ebene bringen wollen.
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Seitenzahl: 229
Veröffentlichungsjahr: 2025
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DR. BARBARA STROHSCHEIN
Anerkennung
ändert
alles
Der Schlüssel zu glücklichen Beziehungen, funktionierenden Teams und einer friedlichen Gesellschaft
Die Autoren und Autorinnen der Edition Integratives Wissen im Kneipp Verlag Wien verbindet die Begeisterung für die Wissenschaft und eine ganzheitliche Sicht auf die Welt.
Unser publizistisches Anliegen ist es, Wege zu einem guten und gesunden Leben zu öffnen.
Ulrich Ehrlenspiel und Elisabeth Stein-Hölzl
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Anerkennung und Abwehr: Grundmuster zwischenmenschlicher Beziehungen
Was Abwehr auslöst und wie Anerkennung wirkt
Vom Umgang mit Andersdenkenden, Vätern, der Öffentlichkeit und dem Selbstwert. Beispiele aus meiner Praxis
Schutz und Verteidigung: Funktionen von Abwehr
Wie wir auf Abwehr reagieren und Anerkennung ausdrücken. Die Grundmuster
Was die Psychologie über Abwehr sagt
Starke Gefühle und sachliche Argumente: unbewusste und bewusste Abwehr
Vermeiden, Verdrängen, Verleugnen. Wie wir abwehren
Wie kognitive Psychologie und Psychoanalyse Abwehr erklären
Schweigen, schreien, flüchten. Abwehr erkennen
Was die Philosophie über Anerkennung sagt
Warum das Bewusstsein für Anerkennung entscheidend ist: Georg Friedrich Wilhelm Hegel
Wie viele Bedeutungen Anerkennung hat: Paul Ricoeur
Welche Faktoren Anerkennung beeinflussen: Heikki Ikäheimo
Warum Werte im Prozess der Anerkennung eine Rolle spielen: Axel Honneth
Was wir von der Philosophie über Anerkennung lernen
Wie wir Beziehungen konstruktiv gestalten können
Vom kreativen Umgang mit Abwehr
Anerkennung in der Praxis
Über den sinnvollen Umgang mit Abwehr und Anerkennung
Ein Rückblick und ein Ausblick
Mit Abwehr umgehen und Anerkennung leben. Ein Leitfaden
Drei Methoden zum Umgang mit Abwehr
Vier Methoden, Anerkennung zu praktizieren
Was mich bewegt hat, dieses Buch zu schreiben, ist nicht weniger als die Frage: Wie können wir aus den zahllosen Krisen unserer Zeit herauskommen?
Einst unterhielten sich zwei Philosophen darüber, was eine gute Philosophie ausmache. Nach einigen Überlegungen – sie sollen dabei gemeinsam eine Suppe gekocht haben – einigten sie sich: Eine gute Philosophie lasse sich in einem Satz zusammenfassen. Dieser Satz müsse so vielschichtig sein, dass er wie ein Samenkorn all das enthält, was aus ihm heraus gedeutet und entfaltet werden kann.
Ich würde nicht behaupten, dass dieses Buch einem philosophischen Werk gleichkommt. Aber dem Maßstab, den die beiden Philosophen anlegten, ist entsprochen: Abwehr schafft Probleme, Anerkennung löst Probleme. Mit diesem Satz ist ein Grundmuster des menschlichen Miteinanders zusammengefasst.
Leider lernen wir jedoch weder, mit Abwehr umzugehen, noch uns anerkennend zu verhalten. Deshalb gibt es so unendlich viele Konflikte und Krisen. Abwehr als Ursache von Konflikten zu erkennen, konstruktiv mit ihr umgehen zu lernen und uns selbst und anderen Anerkennung entgegenzubringen, halte ich für einen möglichen Weg, aus all diesen Krisen herauszukommen.
Eigentlich geht es, einfach gesagt, um ein Ja oder Nein zum Leben als dem gemeinsamen Boot, in dem wir alle sitzen: Wer verneint, wendet sich ab und wehrt ab, wer bejaht, wendet sich zu und anerkennt.
Nun könnte man meinen, Abwehr und Anerkennung seien kulturspezifisch und epochenbedingt. Das trifft durchaus zu, doch ebenso stimmt es, dass Menschen sich, gleich wo und wie, nach Anerkennung sehnen. Anerkennung heißt gesehen, wahrgenommen und verstanden zu werden. Wer nicht gesehen wird, existiert nicht.
Deshalb ist das Streben nach Anerkennung ein menschliches Grundbedürfnis – wie auch die Fähigkeit, abzuwehren, was uns gefährlich, bedrohlich oder unangenehm erscheint. So wie wir uns schützen müssen, so müssen wir uns auch öffnen, um lebendig zu bleiben. Das können wir, wenn wir uns aus der Vogelperspektive beobachten, uns über die Folgen unseres Handelns Rechenschaft ablegen und nie die Möglichkeiten aus den Augen verlieren, die in jeder auch schmerzlichen Erfahrung liegen.
In diesem Buch möchte ich Ihnen zeigen, wie Abwehr funktioniert und wie vielbedeutend Anerkennung verstanden und gelebt werden kann. Ich stelle die Mechanismen vor und Vorschläge, wie wir mit ihnen umgehen können. Denn durch unser Bewusstsein und die Fähigkeit, zu fühlen und zu denken, haben wir Menschen die einmalige Chance, kreativ in der Art und Weise zu sein, wie wir mit uns, mit anderen und der Realität umgehen.
Auch und gerade in unserer Zeit, in der so viele Krisen und Kriege einem die Hoffnungslosigkeit ins Haus schwappen lassen, hoffe ich, dass dieses Buch Sie dazu inspiriert, die enormen Chancen zu entdecken, ein friedliches und schöpferisches Leben zu leben.
Wie fühlen Sie sich, wenn Ihr Chef Ihre Leistung vor versammelter Mannschaft heruntermacht? Und was geht in Ihnen vor, wenn er Ihnen mitteilt, dass das Konzept, das Sie entwickelt haben, die Arbeit des Teams entscheidend weiterbringt?
Diese zwei kleinen Gedankenspiele zeigen exemplarisch, wie in alltäglichen Situationen zwei wichtige Grundmuster menschlichen Zusammenlebens entstehen: Abwehr und Anerkennung. Und wie unterschiedlich die Folgen sind. Einerseits Wut, Gekränktsein, Angst oder Resignation, andererseits Wohlbefinden und Steigerung des Selbstbewusstseins.
Von anderen gesehen und verstanden zu werden, ist für jeden Menschen ein großes Glück. Sich im Beruf mit den persönlichen Fähigkeiten wahrgenommen und akzeptiert zu fühlen, motiviert und spornt an. Das Zauberwort, das beiden Fällen zugrunde liegt, lautet: Anerkennung. Anerkennung kann darüber entscheiden, ob wir unsere Ziele im Leben erreichen. Anerkennung beruhigt, sie stärkt uns und baut uns auf. Deshalb ist unser Streben und unsere Sehnsucht nach Anerkennung so groß. Doch wir leben in einer Zeit, in der Anerkennung ein seltenes Gut ist. Weit häufiger trifft man auf ihr Gegenteil, auf Abwehr und Widerstand.
Während Anerkennung ein Beziehungsangebot ist, bedeutet Abwehr Widerstand. Die beiden Antipoden Abwehr und Anerkennung beeinflussen entscheidend unser Denken, Fühlen, Sprechen und Handeln. Sie steuern maßgeblich die Art und Weise, wie wir Menschen mit uns, miteinander und mit der Realität umgehen. Abwehr und Anerkennung spielen in allen Lebensbereichen wichtige Rollen: in der Beziehung zu sich selbst, in der Beziehung zu anderen, in Paarbeziehungen, zwischen Eltern und Kindern, in Unternehmen und Teams, in Wissenschaft und Kultur, in der Politik, zwischen verschiedenen Glaubensrichtungen und Religionen, in der Medizin etc.
Der Alltag ist durchzogen von Situationen, in denen Menschen etwas abwehren. Weitaus seltener können sie sich selbst und andere wie auch die Realität anerkennen. Abwehr findet sehr häufig statt – aus ganz unterschiedlichen Gründen und Motiven; Anerkennung hingegen sehr selten. Zugespitzt formuliert leben wir weit mehr in einer Abwehrgesellschaft als in einer Anerkennungsgemeinschaft.
Dadurch entstehen unentwegt Konflikte, die uns das Leben erschweren und Nerven kosten. Doch es gibt Auswege, wie wir an Beispielen sehen werden, anhand derer ich die Dynamik und die Wirkung von Abwehr und Anerkennung zeige. Dabei sind Einblicke in Psychologie, Psychoanalyse, Philosophie und andere wissenschaftliche Theorien außerordentlich hilfreich, weil wir durch sie Erkenntnisse gewinnen, die einfaches Nachdenken nicht bietet. Zu zeigen, welch große Chancen Theorien bieten können, unser Leben besser zu verstehen, ist auch ein Ziel dieses Buches.
Anerkennung ist ein großes Thema der Philosophen, die sich wie Hegel und seine Nachfolger ausführlich mit diesem Erkenntnisprozess beschäftigt haben. Denn wir sprechen hier nicht von der üblichen Bedeutung des Wortes „Anerkennung“, die auf Lob hinausläuft, sondern von einem Wahrnehmungs- und Erkenntnisvorgang. Es handelt sich um einen komplexen Bewusstseinsprozess, in dem eine ganze Reihe von Qualitäten und Fähigkeiten entscheidend sind: Erkennen, Akzeptieren, Gutheißen, Wahrnehmen, Hinhören, Sich-Bewusstwerden, Akzeptieren, Sich-Erinnern, Wiedererkennen, Entdecken, Aufmerksamkeit, Hingabe und Steuerung.
Um anerkennen zu können, muss man in Beziehung sein. Und hier sind wir bei einem entscheidenden Problem: In der Arbeitswelt, in der Politik wie auch im Privaten sind viele Menschen nicht in Beziehung. Denn in unserer Gesellschaft wird Kommunikation oft über sachbezogene Themen geregelt, ohne dass die Menschen wirklich miteinander in Kontakt kommen.
Dass dieser Kontakt fehlt – letztlich die Nicht-Beachtung des Menschen – führt dazu, dass Menschen sich in vielen Lebensbereichen nicht wahrgenommen fühlen. Entsprechend frustriert sind sie. Oft, ohne es wirklich zu wissen oder darüber klagen zu können. Man sagt einfach nicht: Schau doch mal hin, wer ich bin! Auch wenn man es sich sehnlichst wünschen würde.
Andere Menschen anerkennen zu können, setzt nicht nur Selbsterkenntnis und Selbstbeobachtung voraus, sondern die Fähigkeit, eine zwischenmenschliche Verbindung aufzubauen. Wenn diese Verbindung vorhanden ist, sind die Fähigkeiten, die zur Anerkennung gehören, auch die Tools, mittels derer Sachthemen bearbeitet werden können. Die Fähigkeit, sich, andere und das jeweils Reale im konkreten Leben zu erkennen und anzuerkennen, ist der Schlüssel für jede Form der Kommunikation.
Abwehr ist eine Art Schutzhaltung, die psychologisch erklärt werden kann und dazu dient, sich vor vermeintlich oder tatsächlich Unangenehmem und Bedrohlichem zu schützen. In der Abwehr geht man „aus dem Kontakt“, schiebt das Unerträgliche – was immer es sein mag – möglichst weit von sich weg. Sehr effektiv ist die unbewusste Abwehr, die akut oder als Grundhaltung wirkt, und deren Motiv nicht reflektiert wird. Beispiele dafür sind die Abwehr von bestimmten Personen, die einen an schlechte Erfahrungen erinnern, die Abwehr von unliebsamen Themen und Aufgaben oder die Abwehr von negativ besetzten Gefühlen und Haltungen, seien es eigene oder solche von anderen Personen. Diese unbewusste Abwehr ist in der Regel von Angst, Ohnmacht und Wut gespeist – Gefühlen, die wir nicht gern wahrnehmen, sondern kompensieren.
Neben der unbewussten gibt es auch eine rational begründete Abwehr, beispielsweise wenn man sich aus „guten Gründen“ auf etwas oder jemanden nicht einlassen will: kein Geld, keine Zeit, falsch gedacht oder geplant, nicht überzeugend etc.
Beiden Formen der Abwehr gemeinsamen ist, dass sie Konflikte erzeugen, weil Abwehr so gut wie immer weitere Abwehr hervorruft. So entstehen Teufelskreise. Vor allem dann, wenn der Mechanismus sowie die Ursache und Wirkung des Abgewehrten im Verborgenen bleiben. Abwehr ist der Hauptgrund für Krisen und Konflikte.
Man könnte nun einwenden, dass Abwehr im Sinne von (zum Beispiel militärischer) Verteidigung auch notwendig ist. Denn das ist zweifellos der Fall. Doch ist Verteidigung ein zwischenmenschlicher Lösungsweg? Wir leben aktuell in Umbruchs- und Krisenzeiten, in denen die Orientierung und der Optimismus fehlen. Wie aber sollen Lösungen und Auswege in allen Arten von zwischenmenschlichen Beziehungen geschaffen werden, wenn wir nicht in Kontakt gehen, die Abwehr nicht erkennen und uns die Anerkennung uns selbst, anderen Menschen und auch den realen Fakten und Wahrheiten gegenüber verweigern?
Anerkennung ist wichtiger denn je in einer Zeit, in der so viel abgelehnt und in Frage gestellt, so viel gekränkt und entwertet wird wie heute.
Im Folgenden will ich mit Ihnen auf Entdeckungsreise gehen und auf verschiedenen Ebenen erläutern, wie man der Dynamik von Anerkennung und Abwehr auf die Spur kommen kann. Mit dem erklärten Ziel, sich und anderen das Leben zu vereinfachen und es erfreulicher zu gestalten, statt in Negativität zu versinken. Denn wir haben viel mehr in der Hand, um unser Leben sinnvoll zu steuern, als wir gemeinhin annehmen.
So werde ich Ihnen an realen Fallbeispielen aus meiner Praxis zeigen, wie Abwehr funktioniert, wie sie wirkt und wie man sie durchbrechen kann. In jedem Beispiel stecken menschliche Grundmuster, die man analysieren und verstehen kann, um in ähnlichen Fällen aus ihnen ausbrechen zu können. Sie erfahren, wie Sie Anerkennung verstehen und wie Sie lernen können, mit sich und anderen Menschen wie auch mit der Realität lebensbejahend umzugehen.
Als ich eines Tages von der Redaktion der Zeit gefragt wurde, ob ich Interesse hätte, mich mit einem politisch Andersdenkenden, einem Menschen aus dem rechtspopulistischen Umfeld, auszutauschen, sagte ich zu. Anerkennung zwischen politisch Andersdenkenden ist eine Grundvoraussetzung für das Gelingen demokratischer Gesellschaften.
Ich fand die Herausforderung reizvoll und ließ mich auf einen Termin von zwei Stunden ein. Ich war gespannt: Würde schon vor dem Gespräch Abwehr im Raum liegen? Wie könnte ich verhindern, dass durch gegenseitige Vorverdächtigungen gar kein Gespräch zustande käme?
Hinter jeder politischen Ansicht eines Menschen liegt seine Biographie. Deshalb hatte ich mir vorgenommen, mit respektvoll formulierten Fragen über das Leben meines Gesprächspartners zu beginnen. Wir begrüßten uns höflich und stellten uns einander vor. Er war Anfang 50 und seit einigen Jahren Geschäftsführer in der gehobenen Gastronomie, nachdem er ein Biologie-Studium aus Frustration abgebrochen hatte. Sichtbar gut trainiert, trug er eine rote Jeans mit weißem Sweatshirt und Meckihaarschnitt. Seine Stimme wirkte irgendwie angenehm auf mich.
Er startete, indem er mir einen ausführlichen Vortrag über die Vorzüge der AfD hielt: Endlich gehe es wieder um Nationalstolz, um den richtigen Umgang mit Immigranten, um Klarheit, Stärke und Ordnung durch traditionsverankerte Politik. Ich hörte zu und stellte fest, dass in seinen Argumenten Falsches und Richtiges dicht beieinanderlagen. Nationalstolz hin oder her, dachte ich. Viele Länder sind auf sich stolz, ohne „rechts“ zu sein. Besonders problematisch wurde es für mich, als er die Vorzüge des Nationalsozialismus hervorhob: Hitlers Entschlossenheit und Durchsetzungsfähigkeit, die Autobahnen, die Militarisierung, die Aufmärsche usw.
Ich unterbrach nicht, nutzte allerdings die kurzen Atempausen meines Gegenübers, um ihm Fragen zu stellen. Ob er es gut finde, wenn Menschen mit anderen Gesinnungen, anderer Herkunft, mit kritischen Haltungen in Gaskammern umgebracht werden – das war ja ein wesentlicher Teil der Hitlerpolitik. Er verneinte erschrocken: Nein, das fände er natürlich nicht gut.
Je weiter das Gespräch voranschritt, indem ich ihm Fragen stellte, ohne seine Aussagen zu bewerten, desto mehr bemerkte ich eine zunehmende Unsicherheit in seinen Antworten. Auch ihm fiel sie auf und er brachte sie zur Sprache. Gleichzeitig wurde klar, dass er sich nicht entwertet oder unter Druck gesetzt fühlte, seine Ansichten ändern zu müssen.
Es gab Momente, in denen ich ihm zustimmen konnte. Zum Beispiel, als er forderte, dass der Staat sich viel mehr um die politische Bildung der Jugend kümmern müsse. Ich griff immer wieder auf solche Aussagen zurück, denen ich zustimmen konnte, sodass ein Wechselspiel zwischen kritischen und neutralen Fragen entstand. Auf diese Weise bot ich ihm keinen Anlass, aggressiv zu werden. Er gab mir als Feedback, dass er sich in einem Hin und Her zwischen Nachdenken und Bestätigt-Fühlen befinde.
Es war anstrengend für mich, wach und präsent auf ihn zu reagieren, um nicht in eine Argumentationsfalle zu tappen. Im schlimmsten Fall hätte er sich mit seinen Aussagen zur AfD bestätigt gefühlt – das wollte ich vermeiden. Als wir einander nach unseren Werten fragten, merkte ich, dass wir uns trotz politisch sehr unterschiedlicher Haltungen durchaus einig waren: Frieden, Gleichberechtigung, ein sinnvoller Umgang mit Toleranz. Mir wurde klar, wie vieldeutig und in welchen konträren sozialen Kontexten Begriffe verwendet und gedeutet werden.
Die Anerkennung von seiner Seite drückte sich in der Bereitschaft aus, meine Fragen zu beantworten und am Ende des Gesprächs einzugestehen, dass er manches überdenken wolle. Das Gespräch endete damit, dass er sich für die vielen Anregungen bedankte. Er habe begriffen, wie notwendig es für ihn sei, über bestimmte Haltungen nachzudenken. Meine Art der Anerkennung wiederum war mit dem Streben verbunden, ihn nicht abzuwerten, seine Antworten erst einmal unkommentiert gelten zu lassen und ihn durch neutrales Fragen dazu zu bringen, über sich nachzudenken.
Das Fazit für mich war, dass politische Haltungen häufig nicht durchdacht sind. Vielen Menschen fehlen Hintergrundwissen, Geschichtswissen, Beurteilungskriterien sowie umfassende Informationen, um eine fundierte Meinung vertreten zu können. Das ist grundsätzlich auch nicht zu verurteilen. Viele von uns haben weder die Zeit noch die Kraft noch die Bildung, um ihre politischen Orientierungen auf ein Fundament von Wissen begründen zu können. Gefühle, Projektionen, Anpassung und auch Frust spielen eine weit größere Rolle bei der Meinungsbildung als die Kenntnis von Fakten.
Ich hatte bewusst vermieden, meinerseits mit politischen Parolen zu kontern, um bei meinem Gesprächspartner keine Abwehr zu provozieren. Sonst hätte das Gespräch womöglich beendet werden müssen, und das wollte ich vermeiden. So gelang es mir, seine Abwehr zu verhindern und ihm Anerkennung zu geben: durch Unterscheiden zwischen dem, was für mich richtig und falsch war, durch die Bestärkung von Teilaspekten, die ich akzeptieren konnte, durch Interesse an seiner Person und durch den Verzicht darauf, unbedingt recht haben zu wollen. Ob dieses Gespräch langfristig Auswirkungen auf mein Gegenüber hatte, weiß ich natürlich nicht – vielleicht sollte man in dieser Hinsicht bescheiden bleiben.
Selbstanerkennung im Beruf ist eine wichtige Voraussetzung, um im Arbeitsleben erfolgreich zu sein: Ein Abteilungsleiter Ende 30, nennen wir ihn Herrn Friedrich, hatte nach einer steilen Karriere in einem Medienkonzern eine gut bezahlte Position inne und mehrere Mitarbeiter unter sich. Doch nachdem sein Erfolg drei Jahre unbestritten gewesen war, kam es zu Entwicklungen, die ihn verunsicherten. Sein Chef, der ihn früher gefördert hatte, kritisierte ihn zunehmend. Immer indirekt, mit verletzenden Anspielungen. Warum und weshalb dieser Gesinnungswechsel zustande gekommen war, konnte sich Herr Friedrich nicht erklären und der Chef erklärte sich auch nicht.
Nach gescheiterten Versuchen mit Psychotherapie suchte Herr Friedrich mich auf, um mit diesen Problemen umgehen zu lernen. Nicht sehr groß und unauffällig gekleidet, wirkte er zurückhaltend und höflich. Es war ihm anzusehen, dass er nicht zu der Art von Managern gehört, die knallhart verhandeln, sondern eher mit scharfem Verstand und seiner leisen Art Erfolge erzielt. Er schilderte zunächst seinen Karriereweg und erzählte von vielen kleinen unangenehmen Alltagserfahrungen. Er war ratlos, wie er mit den süffisanten Doppeldeutigkeiten seines Chefs umgehen sollte: Alle seine Vorschläge in Teamsitzungen wurden abgewehrt, entweder durch Ignorieren oder durch zersetzende Kritik. Dazu kam, dass er nicht mehr über Vorgänge informiert wurde und drei seiner Mitarbeiter aus seinem Team abgezogen wurden. Seine Versuche, mit seinem Chef ein klärendes Gespräch zu führen, hatte dieser desavouiert.
Zunächst versuchten wir herauszufinden, wie die Abwehr und die Abwertung Herrn Friedrich gegenüber zustande gekommen waren, obwohl seine Laufbahn so fulminant begonnen hatte. Waren es persönliche Probleme seines Chefs, die er an Herrn Friedrich ausagierte? Hatten Herrn Friedrichs Leistungen nachgelassen? Gab es Intriganten im Konzern, die ihm schaden wollten?
Dass es bei Vermutungen blieb und keine evidenten Erklärungen zu finden waren, erschwerte den Umgang mit dem Konflikt. Herrn Friedrich fiel jedoch im Gespräch mit mir auf, dass das zunehmend ausbleibende Feedback in seinem Umfeld ihn an die Beziehung zu seinem Vater erinnerte. Dieser hatte von ihm sehr viel Leistung verlangt, ihm aber nie ein positives Feedback gegeben. Obgleich mein Klient wusste, dass sein Vater ihn geliebt hatte, reichte dieses Wissen nicht, um jetzt mit der Kühle, der Strenge und dem mangelnden Feedback seines Chefs umgehen zu können.
Wir fanden im Laufe der Arbeit heraus, welche Art der Anerkennung Herr Friedrich brauchte, um sich sicher zu fühlen: klare Informationen, begründete Resonanz und faire Kritik, ein Team, das zu ihm hält und das er zusammenhält, sowie Zukunftsperspektiven, die ihm sein Chef eröffnen müsste. Das Herausarbeiten dieser für ihn notwendigen Aspekte von Anerkennung half Herrn Friedrich zu erkennen, dass er unter Bedingungen arbeitete, die für ihn psychisch sehr belastend waren: Das, was er wollte und brauchte, war etwas ganz anderes, als das, was er täglich erlebte.
Dass er sich seiner Werte bewusst wurde, erhöhte einerseits seinen Leidensdruck, weil er sich in seinen Werten in keiner Weise respektiert fühlte. Andererseits wurde Herrn Friedrich durch unsere gemeinsame Entdeckungsreise zu seinen Fähigkeiten bewusster, wer er ist, was er kann und was er will.
Diese Entdeckungsreise war auch mit einem Rückblick auf Kindheitserfahrungen verbunden. Es ist ein Phänomen, das auf uns alle zutrifft: Probleme, mit denen wir als Erwachsene konfrontiert werden, reaktualisieren oft einst erfahrene Zurückweisungen oder mangelnde Wahrnehmung der Eltern und anderer Erwachsener. Es gibt allerdings einen entscheidenden Unterschied: Als Kinder können wir uns nicht oder nur bedingt wehren. Als Erwachsene können wir schwierige Erfahrungen konstruktiv bewältigen, wenn wir uns unserer Ressourcen bewusst werden. Und wir können aus solchen Erfahrungen lernen, vor allem, wenn wir die notwendige Unterstützung bekommen. Das stärkt unsere Fähigkeit, uns selbst zu fühlen, wahrzunehmen, positiv zu erleben – kurz gesagt: uns zu erkennen und anzuerkennen.
Herr Friedrich fühlte sich zunehmend mutig genug, seinem Chef und seinem Team gegenüber seine Positionen zu vertreten und auch Widerstand zu ertragen und zu leisten. Dabei machte er die positive Erfahrung, dass Kollegen zu ihm hielten und ihm helfen wollten, auch wenn sie es aus Angst, vom Chef abgestraft zu werden, nicht offen zeigten. Außerdem half ihm die Anerkennung, die er in unserer gemeinsamen Arbeit erfuhr, zu erkennen, dass er seinerseits dazu neigte, sich abzuwerten. So begann er, die positiven Seiten an sich selbst anzuerkennen.
Im Laufe eines Jahres wurde ihm klar, dass die verhärteten Strukturen im Unternehmen, der Stress seines Vorgesetzten, der eigene Probleme hatte, und die latente Angststimmung in der Abteilung es ihm unmöglich machten, eine für ihn konstruktive Arbeitsatmosphäre zu verwirklichen. Er fand heraus, welche Tätigkeiten ihm wirklich Freude bereiten, welche bislang unentdeckten Kompetenzen er hat und welche Möglichkeiten jenseits seiner bisherigen Positionen ihm offenstehen.
Bei der Entdeckungsreise zu seinen Fähigkeiten erfuhr er Respekt und Ermutigung – eine Erfahrung, die ihn in seinem Selbstwert stärkte. Auf dieser Basis handelte er eine gute Abfindung aus und verließ das Unternehmen.
In der Potenzialerforschung war ihm bewusst geworden, wie gut er Teams führen und Arbeitsprozesse strukturieren kann. So entschloss er sich, ein Online-Leadershiptraining zu beginnen. Er nahm Kontakt auf zu Firmen, die sich als gesellschaftspolitisch orientiert präsentieren und damit seinem Wunsch nach Werten und Sinn sehr viel besser entsprechen als sein früherer Arbeitgeber.
Eine einflussreiche Politikerin, nennen wir sie Frau Dr. Ramer, mit Ideen und sinnvollen Konzepten, erklärte mir, dass sie an einem sich wiederholenden Mechanismus verzweifle: Sie bringt einen guten Vorschlag in ihre Partei ein – und stellt nach einem Jahr unfruchtbarer Verhandlungen fest, dass ihre Idee als Makulatur im Papierkorb gelandet ist. Außerdem spürt sie, dass sie ihre Wählerinnen und Wähler nicht erreicht. Die Menschen hören ihr auf Wahlveranstaltungen zu, aber sie reagieren nicht.
Frau Dr. Ramer ist eine entschlossen wirkende Frau, die durchaus durchsetzungsfähig scheint, mir jedoch erzählt, dass sie eigentlich nicht gern öffentlich auftritt. Ihre Stärken liegen im Durchhaltevermögen und in der Überzeugung, dass Politiker eine sinnvolle Aufgabe haben: sich für den Erhalt der Demokratie einzusetzen. Wenn wir uns treffen, trägt sie gern auffallend farbige Kostüme, hat ihr mittelblondes Haar zu einem Knoten aufgebunden und verwendet nur wenig Schmuck. Es wirkt, als würde sie eine Art Berufsuniform anlegen.
In unserer Arbeit geht es um die Frage, von wem sie sich angesichts all ihrer vergeblichen Mühen noch gesehen fühlt? Warum erlebt sie so wenig positive Rückmeldungen? Mir fällt in ihren Wahlkampfreden auf, dass sie immer wieder Probleme anprangert und die Zukunft Deutschlands in düsteren Bildern beschreibt. Damit hat sie in gewisser Weise natürlich recht. Doch was hilft das? Ihre Reden hinterlassen eine müde und trostlose Atmosphäre.
Bemerkenswert finde ich auch, dass sie viele ihrer positiven Eigenschaften in ihren Auftritten gar nicht zeigt: ihre Empathiefähigkeit, ihr Wissen, ihre analytischen Begabungen, ihren politischen Scharfsinn. Sie geht auf die Sorgen der Wählerinnen und Wähler zu wenig ein und schlägt keine Lösungen vor.
In unseren Meetings versuchen wir, zu klären, woher die Mauer kommt, die sie zwischen sich und den Menschen spürt. Als Ziel definieren wir, dass sie lernt, öffentlich von sich selbst und ihren persönlichen Erfahrungen zu erzählen. Sie arbeitet an Kommunikationsstrategien, um den Menschen authentisch Mut und Lebensperspektiven zu vermitteln. Damit einher geht, dass sie sich nicht mehr hinter einer Wand aus Funktionen und politischen Sprüchen verbirgt.
Als direkte Reaktion auf ihr verändertes Auftreten erlebt sie, dass Wähler, aber auch Parteikollegen auf sie zugehen und mit ihr reden wollen. Sie beginnt, von ihren Zukunftsvisionen zu erzählen und von den konkreten Schritten, die sie gehen will, um diese Ziele zu erreichen. Und sie fängt an, über sich selbst zu sprechen und über ihre persönlichen Erfahrungen in der Politik. Sie öffnet sich und zeigt sich. Die Reaktion der anderen Menschen: Sie öffnen sich ebenfalls und zeigen sich.
Die Folge ist, dass Frau Dr. Ramer immer erfolgreicher in ihren Auftritten wird, kaum noch Abwehr hervorruft und ihre politischen Aufgaben viel gelassener wahrnehmen kann. Die Abwehr, die durch die unsichtbaren Mauern zwischen ihr und ihren Parteikollegen und Wählern entstanden war, löst sich nach und nach auf. Frau Dr. Ramer wird weit mehr als vorher durch die Sichtbarkeit der eigenen Person anerkannt und erfährt durch den Kontakt zu anderen Anerkennung.
Es ist ein immer wieder zu beobachtender Effekt: Wer sich authentisch verhält und sich nicht hinter Floskeln versteckt, wird anerkannt. Das Sich-Zeigen will allerdings gelernt sein, damit die Grenzen zwischen überzeugender Selbstoffenbarung und unangemessener Zurschaustellung nicht überschritten werden.
Vor einiger Zeit habe ich mich im Rahmen eines wissenschaftlichen Projekts mit der Frage beschäftigt, wie Klimaforscher anerkannt werden können. Zu meiner Aufgabe gehörten Diskurse mit hochkarätigen Physikern, die sich in einem renommierten Institut mit der Analyse von Klimaphänomenen und deren Folgen befassten. Bemerkenswert war, dass die prominentesten unter ihnen trotz ihrer unbestrittenen wissenschaftlichen Erfolge öffentlich massiv angegriffen wurden. Vor allem in den sozialen Medien gab es Anwürfe unterhalb der Gürtellinie und sogar Morddrohungen.
Dass auch renommierte Wissenschaftler vor Abwertung und der Gefahr tätlicher Angriffe nicht gefeit sind, ist ein Phänomen unserer Gesellschaft, welche die Meinungsfreiheit hochhält und gleichzeitig viel Platz für Entwertung bietet.
Die Frage, die uns beschäftigte, lautete: Wie kann dieser Widerspruch zwischen Abwehr und Anerkennung der Klimakrise, der die öffentliche Debatte prägt, bewältigt werden? Und wie sollen die Forscher damit umgehen, dass sie einerseits für ihre Forschung von der internationalen Wissenschaftscommunity ausgezeichnet und andererseits von anonymen Social-Media-Nutzern als Verbrecher und Lügner beschimpft werden?
Ein spannendes Ergebnis unserer Befragungen im Rahmen einer Pilotstudie für die Deutsche Bundesstiftung Umwelt war, dass nicht nur Klimaforscher abgewehrt und abgewertet werden, sondern ebenso Klimaskeptiker. Letztere erzählten uns, dass Veranstalter, die sie zu Vorträgen einladen wollten, bedroht wurden und Vorträge absagen mussten. Es scheint sich um die Abwehr eines Problems (Klimaskepsis) zu handeln und nicht nur um Abwehr gegen Personen. Insofern ist das Klima eines von vielen politischen und generellen Krisenphänomenen, die nicht mehr bewältigbar erscheinen und deshalb abgewehrt werden.
Dazu kam durch die Studie die Erkenntnis, dass sich die Auseinandersetzung der Bevölkerung mit dem Klimawandel generell zwischen Abwehr und Anerkennung abspielt. Der Haupttrend lässt sich in einem paradoxen Satz ausdrücken: Der Klimawandel wird als Tatsache „anerkannt“, das heißt als gegeben und gefährlich wahrgenommen, aber als Bedrohung, gegenüber der man sich ohnmächtig fühlt, abgewehrt und damit verdrängt und auch verleugnet.
Englische und amerikanische Hirnforscher und Psychologen, die sich mit diesen Reaktionsmustern befassen, sind übrigens zu erschütternden Ergebnissen gekommen: Aufgrund unserer psychischen und neurologischen Dispositionen seien wir Menschen gar nicht in der Lage, mit solchen komplexen Bedrohungen umzugehen.
Abwehr ist mit einem Verhalten verbunden, das einfach zu verstehen ist: Schutz vor seelischer und mentaler Überforderung.
Der Schlüssel für die Klimaforschung liegt in der Kommunikation: Wie muss ein Problem kommuniziert werden, damit es nicht abgewehrt wird, sondern anerkannt und letztlich auch gelöst werden kann? Anerkennung für ein Thema und jene, die als Experten darüber informieren, hängt sehr von Inhalt, Stil und Form der Kommunikation ab.
Bei allem Respekt für die Forscher fiel mir auf, dass sie öffentlich als Warner auftraten. Mit drastischen Worten beschrieben sie die katastrophalen Ursachen und Auswirkungen des Klimawandels. Sie mahnten, forderten Umdenken ein, klagten die Politik an. Das sind genau die Argumente, die viele Menschen – aus verständlichen Gründen – abwehren, sprich: nicht hören wollen.
Wer kann schon mit düsteren Zukunftsvisionen, dazu noch mit Appellen und Forderungen frohgemut und zukunftsgewandt umgehen? Wer will immer nur angeklagt werden und einer Generation angehören, die unseren Planeten zerstört? Und abgesehen davon: Inwieweit sind Menschen heute überhaupt noch in der Lage, die Fülle von Informationen (auch aus der Wissenschaft), die uns täglich erreichen und oft auch widersprüchlich sind, aufzunehmen und zu verarbeiten?
Abwehr ist mit einem Verhalten verbunden, das ebenso einfach zu verstehen wie fatal in seinen Auswirkungen ist: Schutz vor seelischer und mentaler Überforderung und Kompensieren einer realen und/oder subjektiv empfundenen Ohnmacht durch Aggression. Weltuntergangsszenarien können wir im Kino als Spektakel genießen. Nicht aber aus dem Mund eines Klimaforschers, der aufrütteln will. Dystopien motivieren Menschen nicht dazu, etwas verändern zu wollen. Denn angesichts einer Dystopie erscheint alles Handeln hoffnungslos. Gemeinsam mit den Klimaforschern erarbeiteten wir deshalb Ideen zur Kommunikation über die Klimakrise. Sie liefen darauf hinaus, realistische Zukunftsperspektiven aufzuzeigen und die zahlreichen Lösungsansätze aus Umweltpolitik und -wissenschaft zu präsentieren. Außerdem sollten Roundtables in der Lokalpolitik mit verschiedenen Gesprächsformaten realisiert werden. Dazu kam der Verzicht auf Belehrungen und Mahnungen, um der Abwehr entgegenzuwirken.
Die Abwehr gegenüber Klimaforschern ist nicht nur personenbezogen. Sie ist unter anderem verursacht durch Angst und das Gefühl von Inkompetenz, die komplexen Zusammenhänge nicht hinreichend beurteilen und auf sie reagieren zu können. Eine Anerkennung der Forschungen zur Klimakrise im Sinne von Wahrhaben und Wahrnehmen findet durchaus
