Ängste überwinden durch Anti-Stress-Nahrung - Trudy Scott - E-Book

Ängste überwinden durch Anti-Stress-Nahrung E-Book

Trudy Scott

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Beschreibung

Dieses Werk revolutioniert die Angsttherapie. Nicht durch weitere Medikamente, sondern durch eine spezifische Ernährung mit hochwirksamen Mineralstoffen und Vitaminen. Trudy Scott, Ernährungsberaterin und einst selbst von Ängsten betroffen, konnte bereits Tausenden helfen, Schlafstörungen, Depressionen und Angstzustände durch ihre Anti-Angst-Diät spürbar zu mildern oder sogar komplett zu heilen. Die Erfolgsautorin zeigt, dass es einen direkten Zusammenhang gibt zwischen dem, was wir essen und wie wir uns fühlen. So erfährt der Leser, warum Gluten bei Angststörungen und anderen psychischen Problemen besonders häufig mit im Spiel ist, wie eine gute Verdauung gegen Panikattacken und Depressionen helfen kann und wie die richtige Zufuhr von bestimmten Mineralstoffen und Vitaminen einen positiven Einfluss auf die emotionale Verfassung hat. So helfen Zink und Vitamin B6 bei Angst vor Menschenmengen oder Vitamin C bei Nervosität. Mithilfe von Fragebögen wird der Leser dabei unterstützt, den persönlichen Nährstoffbedarf zu erkennen und abzudecken. Durch die von Scott entwickelten vier Anti-Angst-Diäten kann jeder seine passende Ernährung finden und gezielt die Nährstoffmängel ausgleichen. Ängste überwinden durch Anti-Stress-Nahrung macht jedem Hoffnung, sein Leben selbst in die Hand nehmen und wieder ein angstfreies, unbeschwertes Leben führen zu können. „Jeder einzelne der Millionen Menschen, die an Angststörungen leiden, hat mit Trudy Scott eine kompetente neue Freundin an seiner Seite, die ihm aus ernährungswissenschaftlicher Sicht ein Rettungsseil zuwirft. Ihr Buch basiert auf stichhaltigen medizinischen Forschungsergebnissen und langjährigem klinischem Fachwissen und enthält konkrete und praktische Vorschläge für den Alltag.“ Julia Ross, Psychotherapeutin, Suchtexpertin und Autorin

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Trudy Scott

ÄNGSTE ÜBERWINDEN

durch Anti-Stress-Nahrung

Welche Nahrungsmittel die Stimmung aufhellen, ausgeglichen machen und Heißhungerattacken besiegen

Für alle, die unter einer Angststörung leiden und nach Antworten suchen. Und für alle Ernährungsberater, ganzheitlichen Mediziner und Wissenschaftler, die in den Bereichen Ernährung und psychische Erkrankungen etwas in Bewegung bringen wollen.

Impressum

Trudy Scott

Ängste überwinden durch Anti-Stress-Nahrung

Welche Nahrungsmittel die Stimmung aufhellen, ausgeglichen machen und Heißhungerattacken besiegen

1. deutsche Auflage 2018

ISBN: 978-3-96257-049-1

© 2018 Narayana Verlag GmbH

Titel der Originalausgabe:

The Antianxiety Food Solution

How the Foods You Eat Can Help You Calm Your Anxious Mind, Improve Your Mood & End Cravings

Copyright © 2011 von Trudy Scott

New Harbinger Publications, Inc., 5674 Shattuck Avenue, Oakland, CA 94609

Übersetzung aus dem Englischen: Carla Gröppel-Wegener

Coverlayout © Linda Brummack, Coverfotos Vorderseite © Linda Vostrovska - shutterstock.com, Avocado © Wassana Panapute - shutterstock.com, Autorenfoto S.223 © Trudy Scott

Herausgeber:

Unimedica im Narayana Verlag GmbH, Blumenplatz 2, 79400 Kandern

Tel.: +49 7626 974 970–0

E-Mail: [email protected]

www.unimedica.de

Alle Rechte vorbehalten. Ohne schriftliche Genehmigung des Verlags darf kein Teil dieses Buches in irgendeiner Form – mechanisch, elektronisch, fotografisch – reproduziert, vervielfältigt, übersetzt oder gespeichert werden, mit Ausnahme kurzer Passagen für Buchbesprechungen.

Sofern eingetragene Warenzeichen, Handelsnamen und Gebrauchsnamen verwendet werden, gelten die entsprechenden Schutzbestimmungen (auch wenn diese nicht als solche gekennzeichnet sind).

Die Empfehlungen dieses Buches wurden von Autorin und Verlag nach bestem Wissen erarbeitet und überprüft. Dennoch kann eine Garantie nicht übernommen werden. Weder die Autorin noch der Verlag können für eventuelle Nachteile oder Schäden, die aus den im Buch gegebenen Hinweisen resultieren, eine Haftung übernehmen.

Anmerkung des Herausgebers

Es wurde alles dafür getan, dass die in diesem Buch enthaltenen Informationen vollständig und genau sind. Allerdings geben weder Herausgeber noch Autorin den Lesern professionellen Rat. Die vorliegenden Informationen und Vorschläge sollen und können den ärztlichen Rat nicht ersetzen. Die die Gesundheit betreffenden Ratschläge sollten nur unter medizinischer Aufsicht befolgt werden. Herausgeber und Autorin übernehmen keinerlei Verantwortung für Verletzungen oder Schäden, die mutmaßlich auf Informationen und Vorschläge aus diesem Buch zurückgehen. Empfehlungen – auch zur Supplementierung mit Nahrungsergänzungsmitteln – sind als Richtlinien zu verstehen, denn die individuellen Bedürfnisse sind verschieden. Die in diesem Buch ausgedrückten Meinungen repräsentieren die persönlichen Ansichten der Autorin, nicht die des Herausgebers. Die Autorin ist Ernährungsberaterin und keine approbierte Ärztin, sie stellt keine Diagnosen und verschreibt keine Medikamente oder Behandlungen.

Den 4 Fragebögen (GABA-, Serotonin-, Endophin- und Katecholamin-Werten) und der Tabelle zur Einnahme von Aminosäuren diente das Buch von Julia Ross als Grundlage: Julia Ross. Was die Seele essen will. Die Mood Cure. Aus dem Amerikanischen von Julia Höfer und Swantje Künckeler, mit einem Vorwort von Monika Reif-Wittlich, Fachberatung Dr. Edgar Friederichs. © 2002 by Julia Ross. Klett-Cotta, Stuttgart 2010. (Das vorliegende Buch wurde für die deutsche Ausgabe von der Autorin im Herbst 2009 überarbeitet und aktualisiert.) Klett-Cotta, Stuttgart 2010.

INHALT

VORWORT

EINFÜHRUNG

KAPITEL 1: DIE OPTIMALE ERNÄHRUNG GEGEN ANGSTSTÖRUNGEN FINDEN

Die Anti-Angst-Lebensmittel-Diäten

Anti-Angst-Diät 1: Glutenfrei

Anti-Angst-Diät 2: Glutenfrei und keine Milchprodukte

Anti-Angst-Diät 3: Keine Getreideprodukte und keine Milchprodukte

Anti-Angst-Diät 4: Traditionelle Lebensmittel

Lebensmittel, die verzehrt werden können

Unverfälschte, vollwertige und qualitativ hochwertige Lebensmittel

Oft genug essen

Qualitativ hochwertige tierische Proteine verzehren

Frisches Gemüse mit geringem Stärkegehalt essen

Frisches Obst essen

Gutes Fett essen

Ausreichend trinken

Hülsenfrüchte essen

Frisches, stärkehaltiges Gemüse essen

Glutenfreies Vollkorngetreide essen

Milchprodukte konsumieren

Vollkorngetreide essen, das Gluten enthält

Lebensmittel, die es zu vermeiden gilt

Gluten, Milchprodukte und Getreideprodukte

„Leere“ Lebensmittel vermeiden

Zusätzliche Lebensmittel essen

Zusammenfassung der empfohlenen Mengen und Kombinationen für den täglichen Verzehr

Rezepte und weitere Informationen

Abschließend

KAPITEL 2: ZUCKER VERMEIDEN UND SCHWANKUNGEN DES BLUTZUCKERSPIEGELS VERHINDERN

Die schädlichen Auswirkungen von Zucker und Süßungsmitteln

Zucker und Süßungsmittel definiert

Was Zucker enthält

Künstliche Süßungsmittel

Alternativen zu ungesundem Zucker und künstlichen Süßungsmitteln

Schwankungen des Blutzuckerspiegels vermeiden

Vorteile eines kontrollierten Blutzuckerspiegels

Einfache Veränderungen der Ernährungsgewohnheiten zur besseren Kontrolle des Blutzuckerspiegels

Nahrungsergänzungsmittel

Wie schnell mit Verbesserungen gerechnet werden kann

Falls Sie süchtig nach Zucker oder Kohlenhydraten sind und nicht davon loskommen

KAPITEL 3: AUF KOFFEIN, ALKOHOL UND NIKOTIN VERZICHTEN

Kaffee und Koffein

Koffein und Angststörungen

Weitere Gründe, die dafür sprechen, auf Koffein zu verzichten

Wie man auf Koffein verzichtet und was man stattdessen trinken kann

Wenn Sie Kaffee trinken möchten

Alkohol

Nährstoffmangel durch Alkoholkonsum

Alkohol und niedriger Blutzucker

Alkoholintoleranz

Wie man aufhört, Alkohol zu trinken

Nikotin

Nikotin und Angststörungen

Wie man mit dem Rauchen aufhört

Wie schnell mit Verbesserungen gerechnet werden kann

KAPITEL 4: UMGANG MIT GLUTEN- UND ANDEREN LEBENSMITTELUNVERTRÄGLICHKEITEN

Warum bestimmte Lebensmittel die Stimmung beeinflussen können

Echte Lebensmittelallergien

Lebensmittelunverträglichkeiten oder verzögert auftretende Reaktionen

Probleme mit Gluten

Gluten, Angststörungen und andere psychische Probleme

Gluten und das Verdauungssystem

Testen, ob eine Glutenunverträglichkeit vorliegt

Zweiwöchige Gluten-Eliminationsdiät

Labortests für Glutenunverträglichkeit

Zöliakie-Tests

Alternativen zu Gluten enthaltenden Getreidesorten

Falls Gluten kein Problem ist

Probleme beim Verzehr von Milchprodukten

Probleme mit anderen Lebensmitteln

Probleme mit allen Getreidesorten, stärkehaltigem Gemüse und Hülsenfrüchten

Den Heißhunger auf bestimmte Lebensmittel durch die Einnahme von Aminosäuren reduzieren

Allergien und Angststörungen durch niedrige Histaminwerte

Wie schnell mit Verbesserungen gerechnet werden kann

KAPITEL 5: DIE VERDAUUNG VERBESSERN

Der Verdauungsvorgang

Die Bedeutung einer guten Verdauung und einer guten Nährstoffaufnahme

Der Stuhlgang als Hinweis auf den Zustand der Verdauungsfunktion

Ernährungsrichtlinien für eine gute Verdauung

Verdauungsfördernde Lebensmittel essen, qualitativ minderwertige Lebensmittel meiden

Essgewohnheiten verändern

Ursachen einer schlechten Verdauung und wie man die Verdauung verbessern kann

Zu wenig Magensäure oder Bauchspeicheldrüsenenzyme

Testen, ob die Werte von Magensäure und Bauchspeicheldrüsenenzymen zu gering sind

Wie geringe Werte Magensäure oder Bauchspeicheldrüsenenzyme korrigiert werden können

Probleme mit dem Dickdarm

Bakterielles Ungleichgewicht oder Parasiten

Candida-Wucherungen

Tests für bakterielles Ungleichgewicht, Parasiten und Candida- Wucherungen

Candida-Wucherungen kontrollieren und gesunde Bakterien fördern

Lebensmittel und Nährstoffe für die Heilung eines geschädigten Verdauungstraktes

Probleme mit Leber oder Gallenblase

Wie schnell mit Verbesserungen zu rechnen ist

KAPITEL 6: AMINOSÄUREN FÜR EIN AUSGEGLICHENES VERHÄLTNIS DER NATÜRLICHEN CHEMISCHEN VERBINDUNGEN IM GEHIRN

GABA

Schritte, um die GABA-Werte anzuheben

Serotonin

Schritte, um die Serotoninwerte anzuheben

Katecholamine

Schritte, um die Katecholamin-Werte anzuheben

Endorphine

Schritte, um die Endorphinwerte anzuheben

Tests der Aminosäuren-Werte

Die Droge Ihrer Wahl

Richtlinien zur Einnahme von Aminosäuren-Nahrungser- gänzungsmitteln

Vorsichtsmaßnahmen zur Einnahme von Aminosäuren

Aminosäuren und SSRIs

Wie schnell mit Verbesserungen gerechnet werden kann

KAPITEL 7: UMGANG MIT KRYPTOPYRROLURIE ODER ZINK- UND VITAMIN-B6-MANGEL

Prävalenz von Kryptopyrrolurie und begleitenden Erkrankungen

Kryptopyrrolurie-Tests

Kryptopyrrolurie-Urin-Test

Zink-Geschmacks-Test

Vitamin-B6-Tests

Fettsäuren-Tests

Umfassendes metabolisches Profil

Zink, Vitamin B6 und Fettsäuren bei Kryptopyrrolurie

Zink-Einnahme

Zink in Lebensmitteln

Vitamin B6 als Nahrungsergänzungsmittel

Vitamin B6 in Lebensmitteln

Fettsäuren bei Kryptopyrrolurie

Weitere wichtige Nährstoffe für Kryptopyrrolurie-Patienten

Stress und Kryptopyrrolurie

Wie schnell mit Verbesserungen gerechnet werden kann

KAPITEL 8: WEITERE NÄHRSTOFFE, HORMONELLES UNGLEICHGEWICHT, TOXINE, MEDIKAMENTE UND VERÄNDERUNGEN DES LEBENSWANDELS

Grundlegende Nahrungsergänzungsmittel

Ein Multivitamin- und Multimineral-Nahrungsergänzungsmittel mit B-Vitaminen

Eisen

Vitamin C

Spezielle Nährstoffe gegen Angststörungen

Zusätzliche B-Vitamine

Magnesium und Kalzium

Vitamin D

Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren

Theanin und Lactium

Hormonelles Ungleichgewicht

Nebennierenschwäche

Störung der Schilddrüse

Ungleichgewicht der Sexualhormone bei Frauen

Toxine vermeiden

Toxine im Haushalt

Schwermetalle

Die Auswirkungen von Medikamenten verstehen

Wichtige Veränderungen des Lebenswandels vornehmen

Sport treiben, am besten an der frischen Luft

Für ausreichend Schlaf sorgen

Eine Therapie oder den Besuch einer Selbsthilfegruppe in Betracht ziehen

Zeit zum Entspannen einplanen

Schlusswort

ANHANG 1: SUES GESCHICHTE

ANHANG 2: PROTOKOLL ÜBER ESSEN, STIMMUNG, ENERGIE, HEIßHUNGER AUF BESTIMMTE LEBENSMITTEL UND SCHLAF

Informationsquellen

Informationen und Produkte online

Labortests

Literaturempfehlungen

Literaturverzeichnis

Bezugsquellen

Dank

Über die Autorin

VORWORT

Viele Menschen, bei denen eine psychische Störung diagnostiziert wurde, verlassen sich auf nicht-pharmakologische Therapieformen – ausschließlich oder in Kombination mit einer medizinischen Behandlung. In den Vereinigten Staaten von Amerika, Kanada und Europa werden Behandlungen, bei denen es sich nicht um verschreibungspflichtige Medizin und Psychotherapie handelt, zur Komplementär- und Alternativmedizin, kurz CAM (aus dem Englischen: „complementary and alternative medicine“) gezählt. Neben der Einnahme von Kräutern und Vitaminen wird auch die gezielte Umstellung der Ernährung in der Regel als CAM-Therapie betrachtet. Man geht davon aus, dass etwa bei 10 % der amerikanischen Erwachsenen, die einen CAM-Therapeuten konsultieren, eine psychische Störung diagnostiziert wurde, und dass die Hälfte von ihnen sich vor allem wegen dieser psychischen Störung behandeln lassen. (Druss und Rosenheck, 2000). Über die Hälfte der Personen, bei denen eine Angststörung oder eine Affektive Störung diagnostiziert wurde, machten von CAM-Therapien Gebrauch, einschließlich der Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln und einer Ernährungsumstellung. (Kessler et al., 2001).

Der weitverbreitete und vermehrte Einsatz nicht-pharmazeutischer Therapien steht im Zusammenhang mit wachsenden Zweifeln an der Angemessenheit konventioneller medizinischer Behandlungen bei psychischen Störungen. Nachdem mehrere Jahrzehnte in Studien und Milliarden von Dollar in die Finanzierung der Pharmaindustrie gesteckt wurden, deuten die besten Studienergebnisse darauf hin, dass konventionelle verschreibungspflichtige Medikamente bei der Behandlung psychischer Störungen nur marginal besser wirken als Placebos – wenn nicht sogar ebenso gut. In Anbetracht der ungelösten Frage, ob Psychopharmaka unbedenklich eingenommen werden können, ist es durchaus begründet, die vielversprechenden nicht-pharmakologischen Herangehensweisen weiter zu erforschen, zu denen auch einfache Veränderungen des Lebenswandels und die Umstellung der Ernährung gehören. Gleichzeitig deuten Forschungsergebnisse darauf hin, dass mit dem Einsatz ausgewählter CAM-Therapien landläufige psychische Störungen, zu denen auch Angstzustände gezählt werden, sicher und effektiv behandelt werden können.

Zusammen haben alle diese Faktoren im Gesundheitswesen, unter Wissenschaftlern und bei Patienten zu einer vermehrten Offenheit gegenüber nicht-pharmazeutischen Behandlungen geführt.

Zur Vorsorge und zur Behandlung von Leiden wie Herzerkrankungen und Diabetes raten Ärzte ihren Patienten häufig zu einer vernünftigen Umstellung der Ernährung. Gleichwohl übersehen auf dem Gebiet psychischer Erkrankungen tätige Ärzte, Psychiater und Psychologen häufig, dass die Ernährung sowohl für eine gute psychische Verfassung als auch bei der Behandlung spezifischer psychischer Probleme ebenso eine bedeutende Rolle spielt. Trudy Scott konzentriert sich bei der Angststörung auf eine häufig auftretende psychische Störung, mit der man sich in der zeitgenössischen biomedizinischen Psychiatrie noch nicht angemessen befasst hat. Das sieht man an der hohen Rate von Angststörungen in der Bevölkerung, der eingeschränkten Effektivität einer konventionellen pharmakologischen Behandlung dieser Störungen, sowie daran, dass es signifikante Zweifel gibt, ob die gegen Angststörungen verordneten Medikamente unbedenklich eingenommen werden können.

Angststörungen treten in der Bevölkerung häufig auf. Zu den etablierten konventionellen Behandlungsformen bei Angstzuständen gehören kognitive Verhaltenstherapie und Psychopharmakologie. Was Letzteres betrifft: Medikamente alleine können die Grundursachen von Angstzuständen nicht angemessen angehen. Außerdem gibt es hier, wie bereits erwähnt, Zweifel, ob sie unbedenklich eingenommen werden können und ob sie effektiv wirken. Die Analyse einer Reihe qualitativ hochwertiger Studien hat gezeigt, dass die Effektivität pharmakologischer und psychotherapeutischer Behandlungen sehr stark von der Schwere und der Art der Angststörung abhängt (Westen und Morrison, 2001). Tranquilizer und Serotonin-Wiederaufnahmehemmer können bei der kurzfristigen Behandlung von Panikattacken und pauschalen Angstzuständen zwar hilfreich sein, doch bei den meisten Patienten bleiben die Symptome über einen langen Zeitraum bestehen (Westen und Morrison, 2001). Darüber hinaus ist das Risiko sehr hoch, dass Patienten, die regelmäßig potente Tranquilizer einnehmen, um starke Symptome einer Angststörung (z. B. soziale Phobien und Panikattacken) unter Kontrolle zu bekommen, eine Abhängigkeit von diesen Medikamenten entwickeln und unter Entzugserscheinungen leiden, wenn sie die Medikamente absetzen. Darüber hinaus verursachen die meisten Psychopharmaka eine deutliche Gewichtszunahme und führen oft zu Adipositas (Schwartz et al., 2004).

Trudy Scotts Buch ist ein wichtiger Beitrag zum öffentlichen Dialog zur angemessenen Rolle der Ernährung bei der Behandlung psychischer Störungen im Allgemeinen und von Angstzuständen im Besonderen. Bei der Annäherung an jegliche medizinische oder psychische Störung ist keine Intervention so grundlegend wie guter Rat zur Ernährung. In diesem Buch zeigt Trudy Scott die Vorzüge rationaler Ernährungsgewohnheiten bei der Prävention und Behandlung von Angststörungen auf. Ich kann diese einzigartige Quelle nur empfehlen – und zwar ohne Einschränkungen. Sowohl konventionellen als auch alternativen Medizinern und außerdem allen, die konventionelle pharmazeutische Behandlung oder Psychotherapie ausprobiert haben, und weiterhin mit Angstzuständen zu kämpfen haben.

– James Lake (MD). Präsident des International Network of Integrative Mental Health. Autor des Textbook of Integrative Mental Health Care.

EINFÜHRUNG

Sie sind eine clevere, fähige Person – erfolgreich und dynamisch, mit einer „Wir packen das“-Einstellung. Sie erreichen großartige Dinge, haben eine fantastische Familie und ein wunderbares Leben. Aber plötzlich werden Sie in die Knie gezwungen. Wenn Sie morgens aufwachen, fühlen Sie sich häufig panisch, Ihr Herz pocht, Sie sind nervös und ängstlich – ohne erkennbaren Grund! Manchmal, aus heiterem Himmel, zieht es sich in Ihrem Hals zusammen und Sie fühlen sich hilflos, warten darauf, dass dieses schreckliche Gefühl wieder verschwindet. Zu anderen Zeiten schaffen Sie es kaum, den Tag zu überstehen. Trotzdem lächeln Sie tapfer weiter und beteiligen sich an Unterhaltungen, fühlen sich dabei aber schwermütig und haben das absurde Gefühl, dass ein dunkles Schicksal auf Sie wartet – und es gibt absolut keinen Grund. Diese Panikattacken sind beängstigend. Sie fühlen sich in der Zeit gefangen, können kaum atmen und Ihr Herz schlägt so schnell, dass es sich anfühlt, als würde es gleich zerspringen. Sie haben Angst vor der nächsten Panikattacke. Vielleicht machen Sie sich zu viele Sorgen, fühlen sich überwältigt und Ihre Muskeln sind steif und angespannt. Gesellschaftliche Termine sind besonders schlimm. Wenn Ihnen keine Entschuldigungen mehr einfallen, fühlen Sie sich zur Teilnahme gezwungen. Doch das bereitet Ihnen Schmerzen und Sie fragen sich, ob die anderen Ihre fragile Fassade durchschauen werden. Sie fragen sich Was ist los? Werde ich verrückt? Drehe ich durch? Was soll ich tun? Soll ich mich jemandem anvertrauen? An wen kann ich mich wenden?

Wenn es keine erkennbaren Gründe für Ihre Nervosität und Beklemmungen gibt, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass Ihr Lebenswandel und die Biochemie hier eine Rolle spielen. Die Richtlinien aus diesem Buch werden Ihnen dabei helfen, die wichtigen chemischen Verbindungen in Ihrem Körper (unter anderem die Neurotransmitter) wieder in ein ausgewogenes Verhältnis zu bringen und Ihren Körper so zu ernähren, dass Beklemmung und Panikattacken verschwinden, damit Sie sich ruhig, entspannt und sorgenfrei fühlen können.

Meine Geschichte

Es gibt einen Grund dafür, dass ich so leidenschaftlich mit Menschen arbeite, die unter einer Angststörung leiden, und dass ich dieses Buch geschrieben habe. Mit Mitte dreißig hatte ich meine eigenen persönlichen Erfahrungen mit einer Angststörung. Meine Angststörung manifestierte sich wie in der vorangegangenen Beschreibung: Gefühle des bevorstehenden Unglücks und der Überforderung, ein stark klopfendes Herz, Sorgen, soziale Phobie und mehrere Panikattacken. Außerdem war mein Hormonspiegel unausgeglichen, ich litt unter einem schrecklichen Prämenstruellem Syndrom (PMS) und einer Nebennierenschwäche. Das war verrückt, denn ich war bisher immer sehr abenteuerlustig gewesen, ging eigentlich gerne zum Klettern (Felsen und Eis), Bergwandern, Mountainbiken, Skifahren, und ich hatte die Welt bereist.

Ursache bei mir waren Stress und Überarbeitung, gepaart mit einer Ernährung, die gesund erschien, aber keinerlei tierisches Protein enthielt. Darüber hinaus habe ich eine genetische Veranlagung zu Problemen mit dem Blutzuckerspiegel und zu Lebensmittelunverträglichkeiten, und mein Bedarf für Zink und Vitamin B6 liegt höher als der Durchschnitt. Ich sage „bei mir“, da jede Person eine individuelle biochemische Veranlagung hat – wir alle haben unterschiedliche Bedürfnisse und Ungleichgewichte.

Heute habe ich die Angststörung vollkommen überwunden. Wie mir das gelingen würde, musste ich allerdings für mich selbst herausfinden, und das war nicht leicht. Anfangs las ich viele Bücher – vor allem über PMS. Before the Change: Taking Charge of Your Perimenopause (1998) von Anne Louise Gittleman war wunderbar und half mir dabei, mir über vieles klar zu werden, besonders über meinen Bedarf an Zink, Vitamin B6, Magnesium, Progesteron und Gamma-Linolensäure (eine Omega-6-Fettsäure). Die meisten dieser Nährstoffe helfen bei der genetisch bedingten Krankheit Kryptopyrrolurie, was mir damals noch nicht bekannt war (später ließ ich mich testen und es stellte sich heraus, dass ich tatsächlich von diesem Leiden betroffen bin).

Ich ging bei einer examinierten Krankenpflegerin und einer Naturheilkundlerin in Behandlung, kümmerte mich darum, den Stress in meinem Leben zu reduzieren und unterstützte meine Nebennieren mit einer besseren Ernährung. Ich studierte Ernährungslehre, praktizierte regelmäßig Iyengar Yoga und orientierte mich an traditionellen Ernährungsweisen, die auf gesundem Menschenverstand basieren, d. h. ich aß vollwertige, hochwertige Lebensmittel – inklusive tierischem Eiweiß. Ich begann als Ernährungsberaterin zu arbeiten, um mit anderen Menschen teilen zu können, was ich gelernt hatte. Außerdem besuchte ich viele Konferenzen zu den Themen Ernährung, psychische Störungen und funktionelle Medizin (bei der der Fokus auf der Vorbeugung und den zugrunde liegenden Ursachen liegt, nicht auf den Symptomen).

Gleichzeitig versuchte ich, so viel wie möglich über die optimale physische und mentale Gesundheit zu lernen und hatte außerdem das große Glück, in der Praxis einer der bedeutendsten Pionierinnen auf diesem Gebiet arbeiten zu können – der Psychologin Julia Ross, die vor allem auf Ernährungspsychologie spezialisiert ist. Was ich von Julia lernte, ihr Buch Was die Seele essen will: Die Mood Cure und die Arbeit mit den Patienten ihrer Recovery Systems Clinic war unglaublich. Mit Aminosäuren und anderen essenziellen Nährstoffen sowie über Veränderungen der Ernährungsgewohnheiten und des biochemischen Gleichgewichts gelang es uns, vielen Menschen zu helfen, die unter affektiven Störungen, Suchtproblemen, dem Verlangen nach bestimmten Lebensmitteln und Essstörungen litten.

Heute habe ich meine eigene Praxis, in der ich mich auf die natürliche Behandlung von Angststörungen und affektiven Störungen konzentriere, unter der Verwendung vollwertiger Lebensmittel, Nährstoffe und Veränderungen des Lebenswandels, um meinen Patienten dabei zu helfen, so gesund wie möglich zu sein, so gut wie möglich auszusehen und sich emotional spitzenmäßig zu fühlen. Zwar arbeite ich vor allem mit Frauen, die angewendeten Hilfsmittel funktionieren aber auch bei Männern.

Ich habe dieses Buch geschrieben, um mitzuteilen, was ich durch meine persönliche Geschichte gelernt habe. Die hier vorgeschlagenen Lösungen haben vielen Menschen dabei geholfen, ihre Befürchtungen, Ängste, Sorgen, Gefühle eines bevorstehenden Unheils, Panikattacken und soziale Phobien zu lindern, ebenso wie die unangenehmen körperlichen Symptome, welche Angststörungen begleiten. Es gibt viele großartige ganzheitliche Mediziner, Autoren und Wissenschafter, die auf diesem Gebiet Erfahrungen haben und Experten sind. Ich habe mein Bestes getan, um aus ihrem Wissen zu schöpfen, genauso wie aus meinem eigenen Wissen und meinen klinischen Erfahrungen. Ich möchte es Ihnen möglichst leicht machen, schnell Antworten zu finden, alle an einem Ort, denn mir ist dieses schreckliche Gefühl von Angst und Beklemmung nur allzu bekannt und ich möchte nicht, dass es Ihnen geht wie mir und Sie jahrelang nach einer Lösung suchen müssen.

Statistiken und Fakten zu Angststörungen

Laut der Anxiety Disorders Association of America (2010), einer Gesellschaft zur Erforschung von Angststörungen, sind Angststörungen in den USA die am weitesten verbreitete psychische Störung. Mehr als 40 Millionen Erwachsene ab 18 Jahren sind davon betroffen und etwa 18 % der Gesamtbevölkerung der USA. Aus den Befunden des BGS98 (Bundes-Gesundheitssurveys 1998) ergibt sich, dass 6,91 Millionen der 18- bis 65-jährigen deutschen Bevölkerung im Zeitraum eines Jahres von einer klinisch relevanten Angststörung betroffen sind (Hans-Ulrich Wittchen und Frank Jacobi: Angststörungen. Gesundheitsberichterstattung des Bundes. Heft 21, Robert Koch-Institut). Die wirkliche Zahl ist wahrscheinlich höher, da Menschen, die sich keine Hilfe oder nur nach natürlichen Lösungen suchen, nicht mitgezählt werden. Angststörungen treten bei Erwachsenen immer häufiger auf. Von Anfang der 1990er- bis Anfang der 2000er-Jahre verdreifachte sich die Anzahl allgemeiner Angststörungen und die von Panikattacken verdoppelte sich (Skaer, Sclar und Robison, 2008). In anderen westlichen Ländern, in denen Lebenswandel und Ernährungsgewohnheiten denen der USA ähneln, treten Angststörungen ähnlich häufig auf. Zum Beispiel werden etwa 10 % der Australier an irgendeinem Zeitpunkt ihres Lebens von einer Angststörung betroffen sein (Andrews et al., 1999). Viele Menschen, die unter einer Angststörung leiden, leiden auch unter verwandten psychischen Störungen, darunter Depressionen, bipolare Störungen, dem Reizdarm-Syndrom, Ess- und Schlafstörungen sowie Drogenmissbrauch.

Es gibt verschiedene Arten von Angststörungen:

* Generalisierte Angststörung (GAS): ständige übertriebene und unrealistische Sorgen, Anspannung und Ängstlichkeit bei alltäglichen Dingen

* Panikstörung: Panikattacken, die aus dem Nichts zu kommen scheinen, dazu die Sorgen und die Angst vor einer wiederkehrenden Attacke

* Soziale Phobie: Beklemmung und Angst in gesellschaftlichen/sozialen Situationen

* Spezifische Phobien: häufig irrationale Ängste und Sorgen über gewöhnliche, meist harmlose Dinge, etwa Insekten, Höhe, Donner, Fahren, Fliegen und so weiter

* Zwangsstörung: unerwünschte und aufdringliche Gedanken, durch die sich die betroffene Person gezwungen fühlt, bestimmtes ritualisiertes Verhalten an den Tag zu legen, im Bemühen, die Beklemmungen/Angstgefühle zu lindern

* Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS): aus einem lebensbedrohlichen Vorfall wie Krieg, Vergewaltigung oder einer Naturkatastrophe resultierende Angst

Frauen sind mit doppelt so hoher Wahrscheinlichkeit wie Männer von Generalisierten Angststörungen (GAS), Panikstörungen, spezifischen Phobien und Posttraumatischen Belastungsstörungen (PTBS) betroffen.

Dieses Buch kann fast allen helfen, die unter den Symptomen einer Generalisierten Angststörung (GAS), einer Panikstörung, einer sozialen oder einer spezifischen Phobie leiden. Diejenigen mit Symptomen einer Zwangsstörung oder Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) können ebenfalls davon profitieren. Darüber hinaus kann das Buch auch dann hilfreich sein, wenn man nicht an einer pathologischen Angststörung leidet. Es ist für alle gedacht, die immer wieder Beklemmungen, Nervosität, Spannungen, Sorgen, Panik oder Angst erleben. Falls diese Symptome durch ein bestimmtes Lebensereignis wie Verlust des Arbeitsplatzes oder Beziehungsprobleme ausgelöst werden, müssen Sie zwar daran arbeiten, eine praktische Lösung zu finden, wenn Sie dabei aber gut aufgestellt sind, was ihre Ernährung betrifft, werden Sie besser damit zurechtkommen. Eines gilt für alle Leser/innen: Wenn Sie unter ernsthaften Stimmungsproblemen leiden, Medikamente einnehmen, schwanger sind oder stillen, holen Sie sich zunächst professionellen Rat und sprechen Sie mit Ihrem Arzt ab, ob Sie den Richtlinien in diesem Buch folgen können.

Es ist wichtig, dass Sie Angstgefühle, Beklemmungen und Panikattacken ernst nehmen, wenn es auch nur aus dem Grund ist, dass Sie Ihr Herz nicht unter Stress setzen. Studien haben ergeben, dass Frauen unter fünfzig (Walters et al., 2008) und postmenopausale Frauen (Smoller et al., 2007), die unter Beklemmung und Panikattacken leiden, ein erhöhtes Risiko für Herzerkrankungen zu haben scheinen.

Ursachen von Angststörungen

Es gibt viele mögliche Ursachen für Angststörungen – von einem traumatischen Erlebnis bis hin zu den Nebenwirkungen von Medikamenten. Viele Krankheiten imitieren außerdem die Symptome von Angststörungen: Störungen der Schilddrüse und ein sonstiges hormonelles Ungleichgewicht, Diabetes, Asthma, Epilepsie und Herzerkrankungen. Ich werde kurz auf das hormonelle Ungleichgewicht eingehen, der Fokus dieses Buches liegt darauf, Angststörungen über das Essen und die Nährstoffe in Lebensmitteln in den Griff zu bekommen und auch darüber, wann gegessen wird, und mithilfe anderer Aspekte des Lebenswandels. In Was die Seele essen will: Die Mood Cure schreibt Julia Ross, dass ein Großteil unserer emotionalen Nöte auf leicht zu korrigierende Unausgewogenheiten der chemischen Verbindungen in unserem Gehirn und im Körper insgesamt zurückzuführen sind – Störungen, die vor allem aus einem kritischen, nicht abgedeckten Nährstoffbedarf entstehen. Die in diesem Buch beschriebenen Schritte werden Ihnen dabei helfen, diese Störungen und Ungleichgewichte zu korrigieren.

Was sind Naturheilverfahren und warum sollte man sie anwenden?

Eine bessere Ernährung, Veränderungen des Lebenswandels, ausreichend Bewegung, Methoden zur Reduktion von Stress, Nahrungsergänzungsmittel und Entspannungstechniken für Geist und Körper sind alle Teil der natürlichen Behandlung von Angstzuständen und affektiven Störungen. James Lake, integrativer Psychiater und Autor von dem Textbook of Integrative Mental Health (2007) empfiehlt diese Methoden bei leichten bis mäßigen psychischen Problemen, ebenso wie viele andere ganzheitliche Mediziner und Wissenschaftler auch.

Warum Naturheilverfahren? Vielleicht ist es Ihnen bereits jetzt sehr wichtig, bei gesundheitlichen Problemen, wann immer möglich, eine natürliche Behandlung zu wählen, und Sie möchten mehr darüber erfahren. Vielleicht waren Ihre Angstzustände auch so schwer und Sie waren so verzweifelt, dass Sie es mit einer medikamentösen Behandlung versucht haben, aber die Medikamente haben nicht so gut wie erhofft gewirkt. Oder die Medikamente helfen, aber Sie haben Probleme mit den Nebenwirkungen. Vielleicht wissen Sie auch tief in Ihrem Inneren, dass es richtig ist, die Ursache anzugehen. Was auch immer der Grund ist – wenn Sie nach natürlichen Möglichkeiten für den Kampf gegen eine Angststörung suchen, dann sind Sie hier richtig.

Über eine natürliche Behandlungsweise in Form von bestimmten Lebensmitteln und Nährstoffen können Sie die Ursachen Ihrer Angststörungen angehen, die Symptome mildern und verhindern, dass sie wieder auftauchen. Wenn Ihre Angstzustände zum Beispiel auf auf einen Mangel an Vitamin B6 zurückzuführen sind, macht es am meisten Sinn, die Vitamin-B6-Werte zu verbessern. Das wird auch dabei helfen, Ihre Serotoninwerte zu erhöhen, was wiederum Ihre Laune und Ihren Schlaf verbessert, das starke Verlangen nach bestimmten Lebensmitteln verringern und – bei Frauen – ein PMS minimieren könnte. Außerdem wäre es wichtig herauszufinden, warum Ihre Vitamin-B6-Werte überhaupt so niedrig sind. Vielleicht nehmen Sie über Ihre Ernährung nicht genug auf, haben keine gute Verdauung, leiden unter starkem Stress oder die Einnahme der Pille hat zu einer Reduktion Ihrer Vitamin-B6-Speicher geführt. Dies sind Beispiele für eine Nährstoffunterversorgung mit Vitamin-B6, die zu Beklemmungen und Angstzuständen führen kann. Im Laufe des Buches werden wir hierauf konkreter eingehen und uns auch mit weiteren Nährstoffunterversorgungen beschäftigen.

Hochwertige Lebensmittel haben oberste Priorität. Die Einnahme von Nährstoffen in Form von Nahrungsergänzungsmitteln (Supplementierung), um Ungleichgewichte auszugleichen, ist im Idealfall nur eine kurzfristige Lösung. Liegt jedoch eine vererbte Tendenz zu niedrigen Werten bestimmter Nährstoffe vor oder ist es nicht möglich, starken Stress zu vermeiden, können Ausnahmen gemacht werden.

Es ist auch wichtig, daran zu denken, dass wir alle einzigartig sind – mit einem individuellen Mix chemischer Verbindungen, individuellen Unausgewogenheiten und Lebensumständen. Es gibt keine Lösung aus einem Guss für alle, selbst nicht unter den Naturheilverfahren.

Lesen Sie also jedes Kapitel, füllen Sie die Fragebögen aus und finden Sie mithilfe dieser Informationen heraus, welche Herangehensweise die richtige für Sie ist.

Übersicht des Buches

In diesem Buch geht es darum, wie Sie das biochemische Verhältnis natürlicher Verbindungen in Ihrem Körper korrigieren können – beginnend mit der Veränderung der Essgewohnheiten (Kapitel 1). Sie werden auch lernen, wann Sie essen sollten, warum Sie Zucker vermeiden sollten (und wie Sie das Verlangen danach reduzieren können) und wie diese Faktoren mit Ihrem Blutzuckerspiegel zusammenhängen (Kapitel 2). Sie werden mehr über die Probleme erfahren, die mit Koffein, Alkohol und Nikotin in Verbindung gebracht werden (Kapitel 3), sowie mit Gluten und anderen potenziell problematischen Lebensmitteln (Kapitel 4). Sie werden mehr darüber lernen, wie eine gute Verdauung Ihnen gegen Angstzustände helfen kann (Kapitel 5). Beruhigende Aminosäuren werden im Kapitel zur Ausgewogenheit natürlicher chemischer Verbindungen im Gehirn behandelt (Kapitel 6), Zink und Vitamin B6 in dem Kapitel zu Kryptopyrrolurie (Kapitel 7). Ich werde weitere nützliche Nährstoffe wie Magnesium, die B-Vitamine, Vitamin D und Inositol kurz vorstellen und auch andere Bereiche streifen, die über das Feld der Nährstoffe hinausgehen, aber zu den Naturheilverfahren gerechnet werden und für Sie relevant sein könnten, darunter Hormonungleichgewicht, Nebenwirkungen von Medikamenten, Giftstoffen, denen wir ausgesetzt sind, und – nicht zuletzt – Faktoren des Lebenswandels wie Bewegung, Schlaf und Entspannung (Kapitel 8).

Ich habe außerdem eine Webseite zu diesem Buch zusammengestellt (www.antianxietyfoodsolution.com), auf der Sie neue Forschungsergebnisse, zusätzliche Fallstudien, ein Register, zusammenfassende Checklisten zu jedem Kapitel und weitere Ressourcen finden werden (auf Englisch). Schauen Sie ab und an mal rein, da ich weiterhin neue Informationen posten werde, sobald diese erhältlich sind.

Viel von dem, was ich in diesem Buch empfehle, werden Sie alleine umsetzen können – vor allem die Veränderungen der Ernährungsgewohnheiten und des Lebenswandels. Letztendlich könnte es für Sie aber auch hilfreich sein, mit einem Ernährungsberater/einer Ernährungsberaterin oder einem/einer auf Ernährung spezialisierten Mediziner/in zusammenzuarbeiten, der/die Sie leitet, unterstützt und Ihnen zusätzliche Informationen oder Überweisungen (zum Beispiel für Allergietests etc.) zur Verfügung stellen kann.

Über die Arbeit mit diesem Buch werden Sie nicht nur ihre Angststörung angehen, sondern eventuell auch Symptome verbessern, von denen Sie nicht gedacht hatten, dass sie mit Ihrer Angststörung in Verbindung stehen, zum Beispiel Stimmungsschwankungen, Schlafstörungen und das Verlangen nach Süßigkeiten oder anderen bestimmten Lebensmitteln. Wenn Ihre Angststörung zum Beispiel mit niedrigen Serotoninwerten in Zusammenhang steht, werden Sie sich insgesamt positiver und optimistischer fühlen, weniger reizbar und wütend, werden ein höheres Selbstwertgefühl haben und – das gilt für Frauen – kein PMS mehr haben. Sie werden bald besser schlafen und weniger oft das Verlangen nach bestimmten Lebensmitteln verspüren. Indem Sie gesünder essen, Stress reduzieren und das Ungleichgewicht im Nährstoffhaushalt angehen, werden Sie insgesamt eine Verbesserung Ihres Gesundheitszustands und Wohlbefindens verspüren. Mit all dem, auf das Sie sich freuen können, bin ich mir sicher, dass Sie nun loslegen wollen.

KAPITEL 1

DIE OPTIMALE ERNÄHRUNG GEGEN ANGSTSTÖRUNGEN FINDEN

Das Essen echter, vollwertiger und qualitativ hochwertiger Lebensmittel ist die Grundlage dieses Buches und jedes Programms zur Vermeidung und Linderung psychischer Störungen wie Angstzuständen, zwanghaftem Verhalten, Sorgen, Panikattacken und Depressionen. Es ist auch Grundlage einer optimal gesunden Psyche. Eine solche gesunde Ernährung, abgestimmt auf die jeweiligen individuellen Bedürfnisse, hilft dabei, die besorgte Seele zu beruhigen.

Obwohl es viele klinische Beweise für die Vorteile einer vollwertigen Ernährung gibt, wurden die Auswirkungen des Essens auf die psychische Gesundheit bisher nur im Ansatz untersucht. Aktuelle Studien ermöglichen jedoch mehr Einblick in die Bedeutung der Ernährung. Ich finde das fantastisch und gehe davon aus, dass es bald mehr Interesse an diesem Bereich der Forschung geben wird. In einer australischen Studie zum Thema Angststörungen und Depressionen bei Frauen stellte sich heraus, dass es eine Verbindung zwischen einer qualitativ hochwertigeren Ernährung und einer besseren psychischen Verfassung gibt (Jacka, Pasco, Mykletun, Williams, Hodge, et al. 2010). Unter den Teilnehmerinnen traten bei denjenigen, die sich vollwertig mit Gemüse, Obst, Fisch, Vollkorngetreideprodukten und magerem rotem Fleisch sowie Lamm aus Weidehaltung ernährten, mit geringerer Wahrscheinlichkeit Angststörungen und Depressionen auf. Die Wissenschaftler nannten diese Ernährungsform „traditionelle“ Ernährung. Bei denjenigen, die sich typisch westlich ernährten, also viele industriell verarbeitete, raffinierte, frittierte und zuckerhaltige Lebensmittel sowie Bier konsumierten, war die Wahrscheinlichkeit höher, Depressionen zu bekommen. Es zeigte sich außerdem ein schwacher Zusammenhang zwischen Depressionen und einer Ernährungsform, die von den Wissenschaftlern als „modern“ bezeichnet wurde – eine Ernährung mit Obst, Salaten, Fisch, Tofu, Bohnen, Nüssen, Joghurt und Rotwein. Da diese Art der Ernährung häufig von jüngeren und gut gebildeten Frauen bevorzugt wurde, könnte es laut den Wissenschaftlern sein, dass diese Frauen bereits vorhandene Stimmungsschwankungen gezielt durch eine gesündere Ernährung verbessern wollten.

Weitere aktuelle Studien zum Thema Ernährung befassten sich mit Depressionen, und die Ergebnisse weisen darauf hin, dass es einen starken Zusammenhang zwischen einer guten psychischen Verfassung und einer gesunden Ernährung mit unverfälschten, vollwertigen Lebensmitteln gibt. Es ist sehr wahrscheinlich, dass sich eine gesunde Ernährung auch auf Angststörungen auswirkt, da Angststörungen häufig in Verbindung mit Depressionen auftreten, und es oft gemeinsame biochemische Mechanismen für beide Leiden gibt. Zum Beispiel verglich eine britische Studie unter 3486 Männern und Frauen mittleren Alters Probanden, die sich mediterran ernährten, reich an vollwertigen Lebensmitteln, Gemüse, Obst und Fisch, mit denen, deren Ernährung viele industriell verarbeitete Lebensmittel, gesüßte Desserts, frittiertes Essen, industriell verarbeitetes Fleisch, Weißmehlprodukte und Milchprodukte mit hohem Fettgehalt enthielt (Akbaraly et al., 2009). Diejenigen, deren Ernährung reich an industriell verarbeiteten Lebensmitteln war, hatten nach fünf Jahren ein höheres Risiko für Depressionen. Eine weitere Studie (Sanchez-Villegas et al., 2009) mit über zehntausend Teilnehmer/innen zeigte, dass diejenigen, die eine mediterrane Ernährung befolgten, die der aus der britischen Studie glich, und dazu moderate Mengen Alkohol tranken, eine geringere Neigung zu depressiven Störungen hatten.

Ein Editorial im American Journal of Psychiatry nahm auf die drei oben erwähnten Studien zu Ernährung und psychischer Verfassung Bezug und der Autor kommentierte, dass es beängstigend, aber auch zwingend sei, in Betracht zu ziehen, dass schon über die Veränderung der Ernährung eines Individuums oder einer Bevölkerungsschicht die Raten psychischer Erkrankungen gesenkt werden könnten (Freeman 2010, 245).

Eine weitere Studie (Jacka, Pasco, Mykletun, Williams, Nicholson et al., 2010), ähnlich der früheren australischen Studie zu Ernährung, Depressionen und Angststörungen zeigte, dass für Frauen, die sich vollwertig und von qualitativ hochwertigen Lebensmitteln ernährten, eine geringere Wahrscheinlichkeit bestand, an einer bipolaren Störung zu erkranken. Ein zusätzlicher Vorteil einer Ernährung mit unverfälschten, vollwertigen Lebensmitteln mit guter Qualität ist, dass sie bei der Vorbeugung von einer Reihe physischer Gesundheitsprobleme hilft, darunter Bluthochdruck, Reizdarm, Krebs, Herzerkrankungen und Arthritis.

Ich empfehle Ihnen, mit einer der im folgenden vorgestellten Diäten gegen Angststörungen (Anti-Angst-Diäten) zu beginnen und dann beim weiteren Lesen dieses Buches mit der Zeit auf Ihr Wissen aufzubauen und Ihre Wahl zu verfeinern. Achten Sie darauf, wie Sie essen, lernen Sie neue Rezepte und Zubereitungsmethoden, probieren Sie neue Zutaten und genießen Sie das Einkaufen, Kochen und Essen. Und achten Sie dabei besonders darauf, wie Sie sich fühlen, wenn Sie bestimmte Lebensmittel essen oder ausschließen. Bereits wenn Sie beginnen, unverfälschte, vollwertige und qualitativ hochwertige Lebensmittel zu essen, werden Sie bemerken, dass sich Ihre allgemeine Stimmung verbessert, Sie werden wahrscheinlich besser schlafen und weniger Verlangen nach bestimmten Lebensmitteln haben. Es ist wirklich so einfach! Denken Sie daran, dass unverfälschte Lebensmittel die Grundlage sind und dass alles, was in diesem Buch steht, auf dieser Grundlage aufbaut.

Bei vielen Menschen reicht schon alleine die Veränderung der Ernährungsgewohnheiten aus, Angststörungen loszuwerden. Ich hatte eine Patientin, die unter Angstzuständen und Stimmungsschwankungen litt und nur sehr schlecht schlief. Diese Patientin erfuhr eine deutliche Verbesserung, nachdem sie Ihre Ernährung von einmal Fast Food am Tag zu vollwertigen Lebensmitteln, regelmäßigen Mahlzeiten (inkl. Frühstück) und einer ausreichenden Proteinzufuhr – vor allem zum Frühstück – umgestellt hatte.

Die Anti-Angst-Lebensmittel-Diäten

Aus meiner Erfahrung weiß ich, dass es nicht eine einzige Anti-Angst-Diät gibt, die für alle wirkt. Wir alle haben einen individuellen Nährstoffbedarf (man spricht auch von biochemischer Individualität). Das bedeutet, dass es keine für alle geltende Lösung gibt – das gilt für die Ernährung ebenso wie für den Sport, die Nahrungsergänzungsmittel oder die Medizin. Den eigenen, einzigartigen Nährstoffbedarf zu erkennen und abzudecken spielt eine Schlüsselrolle bei der Bewältigung von Angststörungen und auch bei den meisten anderen psychischen Störungen sowie physischen Gesundheitsproblemen.

Dieser Abschnitt gibt einen Überblick über vier Anti-Angst-Diäten, die ich als wirkungsvoll erachte, mit Details zu all den Lebensmitteln, die zu verzehren oder zu vermeiden sind, sowie Bonus-Lebensmitteln, die Sie später versuchen können, sobald Sie eine gute Grundlage für ihre persönliche Anti-Angst-Diät geschaffen haben. Um die richtige Ernährung für sich zu finden, müssen Sie experimentieren, ausprobieren und auch Fehler machen. Das Vorgehen, das ich im Folgenden beschreibe, ist eine methodische Herangehensweise, mit der Sie feststellen können, ob Sie unter verschiedenen Lebensmittelunverträglichkeiten leiden, die zu Ihrer Angststörung beitragen könnten.

Im letzten Teil des Kapitels beschreibe ich, welche Lebensmittel Sie essen und welche Sie vermeiden sollten. Auf besonders wichtige Themen gehe ich in den folgenden Kapitel genauer ein: Vermeiden von Zucker (Kapitel 2) und Koffein (Kapitel 3), wie Lebensmittelunverträglichkeiten erkannt werden können (Kapitel 4), und wie man aus dem, was man isst, das meiste herausholen kann, indem man für eine bessere Verdauung sorgt (Kapitel 5). Die Einnahme unterschiedlicher Nahrungsergänzungsmittel, abhängig vom individuellen Bedarf, wird im weiteren Verlauf des Buches besprochen, wo sie relevant ist.

ANTI-ANGST-DIÄT 1: GLUTENFREI

Ich empfehle, mit einer glutenfreien Diät anzufangen. In der Regel lasse ich auch meine Patienten damit beginnen. Ernähren Sie sich zwei Wochen lang glutenfrei und fangen Sie danach vorsichtig wieder damit an, Gluten enthaltende Lebensmittel zu konsumieren. Wie das genau geht, ist in Kapitel 4 im Abschnitt zur Gluten-Eliminationsdiät und der zugehörigen Wiedereinführungsphase beschrieben. Falls Sie bereits wissen, dass Sie Gluten nicht gut vertragen, dann müssen Sie es natürlich nicht wieder in Ihre Ernährung integrieren. Diese Diät wird übrigens auch von Julia Ross empfohlen, sowohl in Was die Seele essen will: Die Mood Cure (2010) als auch in The Diet Cure (2011).

ANTI-ANGST-DIÄT 2: GLUTENFREI UND KEINE MILCHPRODUKTE

Wenn Sie immer noch Probleme haben, die mit der Ernährung zusammenzuhängen scheinen, nachdem Sie sich ein paar Wochen an die oben beschriebene Diät gehalten haben, verzichten Sie zusätzlich zwei Wochen lang auf Milchprodukte und führen Sie diese nach diesen vierzehn Tagen dann wieder in Ihre Ernährung ein, wie in Kapitel 4 beschrieben. Milchprodukte sind in der Lebensmittelgruppe, die als Nächstes ausgeschlossen werden muss, da sie häufig allergen wirken und in der Regel problematisch für die Menschen sind, die empfindlich auf Gluten reagieren. Falls Sie bereits wissen, dass Sie Milchprodukte nicht gut vertragen, müssen Sie diese auch nicht wieder in Ihre Ernährung einführen. In diesem Fall können Sie gleich mit dieser Diät beginnen, nicht mit der lediglich glutenfreien Diät. Die Anti-Angst-Diät 2 ist eine modifizierte Version der ersten Diät.

ANTI-ANGST-DIÄT 3: KEINE GETREIDE- PRODUKTE UND KEINE MILCHPRODUKTE

Wenn Sie sich zwei Wochen lang an die zweite Diät gehalten und immer noch Angststörungen und andere psychische Probleme haben, unter Energiemangel leiden, nicht schlafen können oder Verdauungsprobleme haben, versuchen Sie die dritte Diät, die am restriktivsten ist. Diese Diät enthält keinerlei Getreideprodukte (auch keine glutenfreien), keinerlei Milchprodukte und auch keine stärkehaltigen Gemüse und Hülsenfrüchte. Es handelt sich um eine modifizierte Version der Paleo-Diät, die von Loren Cordain in The Paleo Diet (2001) empfohlen wird und der Herangehensweise, die von Natasha Campbell-McBride in