Angstfrei reden und präsentieren - Sator - E-Book

Angstfrei reden und präsentieren E-Book

Sator

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Beschreibung

Herzrasen, stockende Stimme, Angst, ja Panik, wenn es darum geht, vor Publikum zu sprechen - viele Menschen kennen solche Situationen, sie leiden unter Redeangst. Souverän und authentisch Vorträge, Reden, Präsentationen halten zu können, ist jedoch in Beruf und Gesellschaft heute unabdingbar geworden. Was steckt hinter dieser so weit - verbreiteten Angst? Sigrid Sator erklärt das Phänomen Redeangst - eine Spielart der sozialen Angst - mit all seinen Erscheinungsformen und möglichen Ursachen und grenzt es deutlich vom 'positiven' Lampenfieber und von 'Schüchternheit' ab. In einem großen Praxisteil präsentiert sie viele Strategien, um der Angst wirksam zu begegnen und ihren Kreislauf zu durchbrechen. Mithilfe von spezifischen, einfach zu praktizierenden kognitiven und mentalen Trainings - zum Beispiel zur Entwicklung neuer Denkmuster oder von mehr Selbstvertrauen und Sicherheit - erlernen Betroffene, Schritt für Schritt die Redeangst zu überwinden. Außerdem bietet dieser Ratgeber - neuartig in dieser Kombination - auch viele Hinweise zur Verbesserung der Rhetorik und zum gezielteren Einsatz von Stimme und Körpersprache.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

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Seitenzahl: 295

Veröffentlichungsjahr: 2014

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Sator

Angstfrei reden und präsentieren

Verlag Hans Huber

Ratgeber Psychologie

Sigrid Sator

Angstfrei reden und präsentieren

Ein Selbsthilfebuch

Verlag Hans Huber

Dr. Mathilde Fischer, Editionsservice

Herstellung: Jörg Kleine Büning

Bearbeitung: Dr. Mathilde Fischer, Wiesbaden

Umschlaggestaltung: Gesine Beran, Turin

Druckvorstufe: punktgenau gmbh, Bühl

Druck und buchbinderische Verarbeitung: Triltsch GmbH, Ochsenfurt

Printed in Germany

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.

Anregungen und Zuschriften bitte an:

Hogrefe Verlag

Lektorat Psychologie

Länggass-Strasse 76

CH-3000 Bern 9

[email protected]

www.hogrefe.ch

1. Auflage 2014

© 2014 by Hogrefe Verlag, Bern

ISBN 978-3-456-85361-1

(E-Book-ISBN [PDF] 978-3-456-95361-8)

(E-Book-ISBN [EPUB] 978-3-456-75361-4)

Man soll die Worte sprechen, als seien die Himmel geöffnet in ihnen

und als wäre es nicht so, dass du das Wort in deinen Mund nimmst,

sondern als gingest du in das Wort ein.

Denn wenn einer in das Wort wirklich eingegangen ist, so ist es,

als schüfe er Himmel und Erde und alle Welten von neuem.

Chassidischer Zaddik

Inhalt

Inhalt

Zum Auftakt ein sehr persönliches Vorwort

Zu diesem Buch

Teil I

1 Facetten der Rede- und Auftrittsangst – zwischen Motivation und Frustration

1.1 Redeangst? – Sie sind in guter Gesellschaft!

1.1.1 Rund 40 Prozent aller Menschen leiden unter Redeangst

1.1.2 Stottern, Schwitzen, Panik pur – Redeangst erfasst den ganzen Menschen

1.1.3 Der Begriff Redeangst

1.1.4 Keine Angst vor Lampenfieber!

1.1.5 Redeangst und ihre Folgen

1.1.6 Vor Auftrittsangst ist niemand gefeit – prominente Beispiele

1.1.7 Fragebogen zur Selbstbestimmung: Sind Sie redeängstlich?

1.2 Angst gehört zum Leben

1.2.1 Die existentielle Bedeutung von Angst

1.2.2 Angst entsteht im Kopf

1.3 Redeangst – eine «normale soziale Angst»

1.3.1 Das Kontinuum «Schüchternheit – Redeangst – soziale Phobie»

1.3.2 So werden normale soziale Ängste und Redeängste definiert

1.3.3 Redeangst – Angst vor Versagen und Kritik

1.3.4 Wie entsteht Redeangst? Erklärungsmodelle im Überblick

1.3.5 Chancen für Redeängstliche

1.4 Schüchternheit – gehemmt im Umgang mit anderen Menschen

1.4.1 So wird Schüchternheit definiert

1.4.2 Zwei Spielarten von Schüchternheit

1.4.3 Schüchterne Menschen müssen nicht zwingend redeängstlich sein

1.4.4 Fragebogen zur Selbstbestimmung: Sind Sie schüchtern?

1.4.5 Chancen für schüchterne Menschen

1.5 Soziale Phobie – wenn Angst zur Krankheit wird

1.5.1 Angststörungen im Überblick – Definition und Charakteristik

1.5.2 Angst vor vielen oder speziellen Situationen: zwei Typen von sozialer Phobie

1.5.3 Wenn sozialphobische Redeangst das Leben einschränkt

1.5.4 Fragebogen zur Selbstbestimmung: Leiden Sie unter sozialphobischer Redeangst?

1.5.5 Chancen für Menschen mit sozialer Phobie

Teil II

2 Redelust statt Redefrust – Strategien für einen gelungenen Auftritt

2.1 Acht Wege zum angstfreien und authentischen Sprechen

2.1.1 Chancen und Grenzen eines Selbsthilfeprogramms

2.1.2 Ziele und Strategien im Überblick

2.1.3 Ihre Redeangst im Zoom: Problem- und Zielanalyse

2.1.4 Führen Sie ein Redeangst-Tagebuch oder einen Blog

2.2 Motivation ist alles! Fünf Tipps zum Start

2.2.1 Tipp 1: «Ich will» statt «Ich soll»

2.2.2 Tipp 2: «Erfolg» statt «kein Misserfolg»

2.2.3 Tipp 3: In der Ruhe liegt die Kraft

2.2.4 Tipp 4: Raus aus der Komfortzone!

2.2.5 Tipp 5: Sie haben das Kommando!

2.3 Strategie 1: Kognitives Training – weg mit hinderlichen Denkmustern

2.3.1 Übung zum Auftakt: Wie ticken Sie?

2.3.2 Entwickeln Sie mit der ABCDE-Formel neue Denkmuster

2.3.3 Lösen Sie negative Denkspiralen durch veränderte Glaubenssätze auf

2.3.4 Entmachten Sie den inneren Gegenspieler

2.3.5 Übung: Vom Statisten zum Regisseur

2.3.6 Übung: Vermeiden Sie falsche Schlussfolgerungen

2.3.7 Übung: Raus aus dem Mangeldenken

2.3.8 Übung: Stopp dem Gedankenkarussell!

2.4 Strategie 2: Mentales Training – Erfolg durch die Kraft der Vorstellung

2.4.1 Übung: Fünf Schritte zur mentalen Stärke

2.4.2 Übung: Mit den Augen des Zuschauers

2.4.3 Übung: Auftrittsfreude statt Versagensangst – die innere Haltung

2.4.4 Übung: Lachen statt sich fürchten

2.4.5 Einminutenübung: Erinnern an Erfolgserlebnisse

2.4.6 Fünfminutenübung: Ankern von Erfolgserlebnissen

2.4.7 Übung: Die innere Haltung – Ihr rhetorisches Leitbild

2.4.8 Übung: Die Einstellung zum Publikum – Freund oder Feind?

2.4.9 Reisen zum Kraftplatz

2.4.10 Aus der Stille kommt die Kraft

2.5 Strategie 3: Soziales Kompetenztraining – mehr Selbstwert und Selbstvertrauen

2.5.1 Stärken-Schwächen-Übung: Ja zu sich selber sagen

2.5.2 Schatzgräberübung: Sich selbst schätzen lernen

2.5.3 Spiegelübung: Der Kick am Morgen

2.5.4 Die «Und trotzdem»- Übung

2.5.5 Mittelpunktsübung: Vom Rand ins Zentrum

2.5.6 Selbstsicherheit beginnt im Körper

2.5.7 Augenkontakt – der direkte Draht zum Gegenüber

2.5.8 Grenzen ziehen – Forderungen artikulieren

2.6 Strategie 4: Konfrontationstraining – lernen Sie, die Angstsymptome auszuhalten

2.6.1 Übung: Stellen Sie sich Ihrer Redeangst

2.6.2 Übung: So überwinden Sie die Angst vor Ablehnung

2.6.3 Besser umgehen mit körperlichen Angstsymptomen

2.6.4 Übung: Provozieren Sie soziale Auffälligkeit

2.7 Strategie 5: Entspannungstraining – Stress reduzieren und «wegatmen»

2.7.1 Der «Klassiker» bei Redeangst: Progressive Muskelentspannung

2.7.2 Die Kraft des Atems nutzen

2.8 Strategie 6: Stimmtraining – die akustische Visitenkarte

2.8.1 Ihr Eigenton – Quelle für Ruhe und Sicherheit

2.8.2 Übung: Kultivieren Sie Ihre Sprechatmung

2.8.3 Aufwärmprogramm für den Sprechapparat

2.9 Strategie 7: Körpersprache – der Körper spricht immer mit

2.9.1 «Der Körper ist der Handschuh der Seele.» Im Gespräch mit Samy Molcho

2.9.2 Zeigen Sie «Standpunkt» – geistig und physisch

2.9.3 Gehen heißt: sich von Standpunkt zu Standpunkt zu bewegen

2.9.4 Offene Arme wirken sicher und überzeugend

2.9.5 Augenkontakt zum Publikum – gewusst wie

2.9.6 Mehr Präsenz und Wirkung durch zwei Minuten «Power Posing»

2.10 Strategie 8: Rhetoriktraining – reden lernt man nur durch reden

2.10.1 Von einem der auszog, das Reden zu lernen. Im Gespräch mit Matthias Pöhm

2.10.2 Freies Reden – Eloquenz und Redekompetenz gegen Redeangst

2.10.3 Sieben Schritte zur erfolgreichen, überzeugenden und klaren Rede

2.11 Auf den Punkt gebracht: die Redelust-Formel

Anmerkungen

Literaturverzeichnis

Zum Auftakt ein sehr persönliches Vorwort

Das Thema «Angst» begleitet mich seit 1998, in unterschiedlichsten Facetten. Der Auslöser war ein ganz persönlicher und kein unbedingt positiver. Als Moderatorin im ORF erlitt ich während einer Live-Sendung einen Kreislaufkollaps, um in weiterer Folge eine so genannte «Erwartungsangst mit Panikattacken» zu entwickeln. Plötzlich, nach Hunderten routiniert abgewickelten Fernsehsendungen, konnte ich nicht mehr moderieren, nicht mehr vor der Fernsehkamera sprechen – statt dessen: Panik pur, Fluchtgedanken, Herzrasen, zittrige Knie … Eine intensive Kurzzeittherapie konnte diese Angstspirale zum Glück erfolgreich und nachhaltig durchbrechen, daraufhin begann ich, mich als Wissenschaftsjournalistin mit dieser Thematik zu beschäftigen. 2002 entstand der erste psychosoziale Ratgeber über Angsterkrankungen, gemeinsam verfasst mit meinem damaligen Psychotherapeuten Dr. Hans Morschitzky.

Ebenfalls 2002 wagte ich als Rhetorik- und Medientrainerin den Schritt in die Selbständigkeit. Und wiederum sah ich mich mit der Angstthematik konfrontiert, diesmal auf der Ebene meiner Kundinnen und Kunden. Nur wenige, die ein Rhetorikseminar oder -einzelcoaching buchten, brauchten in Wirklichkeit rhetorischen Feinschliff oder ein «klassisches» Redetraining; sehr viele von ihnen litten schlicht und einfach unter der Angst, vor Publikum zu sprechen. Damals begann ich, mich intensiv mit Redeangst zu beschäftigen und nach hilfreichen Methoden und Übungen für meine Kunden zu suchen.

Mit diesem Buch schließt sich der Kreis. Als ehemalige «Angst-Patientin» möchte ich meine eigenen Erfahrungen sowie die als Rhetoriktrainerin hier zusammenführen. Ich hoffe und wünsche mir, Sie auf dem Weg vom «Redefrust zur Redelust» zu begleiten! Ich danke meinen Kundinnen und Kunden, die mir bereitwillig und sehr offen von ihren früheren Rede- und Auftrittsängsten berichteten. Ich danke allen, die mich beim Schreiben dieses Buches unterstützt haben – allen voran Frau Dr. Mathilde Fischer vom Verlag Hans Huber für die Anregung, dieses Buch zu schreiben, und die kompetente, herzliche Betreuung während des Schreibprozesses. Ich danke Herrn Dr. Hans Morschitzky, Klinischer und Gesundheitspsychologe in Linz, für seine wertvollen fachlichen Anregungen und die vielen Stunden angeregter Diskussion und Reflexion. Ich bedanke mich bei «Mr. Körpersprache» Prof. Samy Molcho und «Mr. Schlagfertigkeit» Matthias Pöhm für ihre Bereitschaft, mir als Experten Rede und Antwort zu stehen. Und ich danke meinem Sohn Emanuel, der in der intensiven Phase des Schreibens sehr viel Verständnis und Nachsicht für seine Mutter zeigte!

Sigrid Sator

Zu diesem Buch

Beherzt ist nicht, wer keine Angst kennt.

Beherzt ist, wer die Angst kennt und sie überwindet.

Khalil Gibran

Wie passt das zusammen? Auf der einen Seite bestimmt Kommunikation in einem Maße unser Leben, wie es vor wenigen Jahren noch unvorstellbar gewesen wäre. Smartphone, WLAN und Hot Spots sind allgegenwärtig, wir sind vernetzt und permanent online, wir liken, bloggen, simsen, mailen, twittern. Selbstverständlich, problemlos, jederzeit und überall. Das Wissen, dass wir in unserer Kommunikationsverdichtung austauschen, wächst atemberaubend schnell: Über 90 Prozent des derzeitigen Datenbestandes weltweit sind in den letzten beiden Jahren entstanden. Jährlich verdoppelt sich diese Menge.

Auf der anderen Seite haben 40 Prozent der Menschen Angst vor direkter Kommunikation mit anderen. Ganz konkret geht es um die Angst, vor Publikum sprechen zu müssen. Aktuelle Studien schätzen, dass fast unglaubliche 80 Prozent aller deutschen Führungskräfte äußerst ungern das Wort ergreifen und derartige Situationen lieber anderen überlassen. Warum ist das so? Soziale Defizite trotz oder wegen allgegenwärtiger virtueller Beziehungswelten?

Auch meine Erfahrung nach vielen Jahren als Kommunikationstrainerin bestätigt, dass die meisten jener Menschen, die rhetorische Hilfe suchen, in Wahrheit unter massivem Lampenfieber, unter Rede- und Auftrittsängsten leiden. Wie oft saßen Manager, Geschäftsführerinnen, Vorstände, Abteilungsleiterinnen, die tagsüber erfolgreich ihre Arbeit leisteten, im Einzelcoaching und hatten schlicht panische Angst davor, in wenigen Tagen auf einer Firmenfeier eine Festrede schwingen zu müssen? Sie litten in der konkreten Situation unter zitternden Knien, rasendem Herzklopfen, Atemnot, Schweißausbrüchen und massiven Fluchttendenzen. Alle Kommunikationstechnik versagt, wenn man sich als «Mensch pur» beweisen muss und als solcher beurteilt wird.

Genau dies ist der springende Punkt: Auf der Bühne, bei einem Vortrag oder auch nur bei einer kurzen, improvisierten Stellungnahme in einem Meeting sind wir «pur», «nackt», ungeschützt. Und wir werden auch dementsprechend beurteilt – eben nicht gemäß unserer beruflichen Rolle oder Funktion als tougher Geschäftsführer, versierte Juristin, engagierter Student oder kreativer Architekt, sondern als «Mensch pur», der sich mehr oder weniger erfolgreich durch seinen verbalen Auftritt bewegt. Wer dabei versagt, setzt nicht nur seine höchst persönliche «Angstspirale» in Gang, sondern fällt auch oft die Karriereleiter steil hinunter. Gut, überzeugend und authentisch reden zu können, ist heute absolutes Muss!

Natürlich mag man darüber diskutieren, ob diese gesellschaftliche Entwicklung begrüßenswert ist oder nicht. Tatsache ist, dass die Sprache immer noch unser mächtigstes Mittel ist, um unsere Gedanken, Ideen und Überzeugungen nach außen zu vermitteln. Und schon alleine deshalb ist es lohnendes Ziel für uns als «soziale Wesen», eine hohe Redekompetenz zu erlangen. Davon abgesehen mögen für jeden von Ihnen höchst individuelle Ziele und Wünsche existieren, die Sie mit angstfreiem, sicherem, lustvollem Reden und Sprechen verknüpfen: vielleicht sich selbst oder dem Partner «etwas beweisen» zu können, das Gefühl zu haben, beliebt, gemocht oder nicht mehr angreifbar zu sein, fachlich kompetent zu wirken, die Ideen, an die Sie so stark glauben, in den Herzen und Hirnen anderer Menschen zu verbreiten … Es gibt 1001 Gründe, stress- und angstfrei reden lernen zu wollen!

Jeder kann seine Redeangst Schritt für Schritt überwinden, auflösen, in den Griff bekommen. Natürlich gibt es individuelle Grenzen – aus einer «Maus» wird niemals ein «Tiger» werden, und darum geht es ja auch gar nicht. Worum dann? Aus meiner Sicht um Folgendes: 1. Blockaden und Ängste vor öffentlichen Auftritten, Vorträgen, Interviews zu identifizieren, 2. die Entscheidung zu treffen, sie ohne Wenn und Aber loswerden zu wollen und 3. zu üben, üben, üben.

«Reden lernt man nur durch reden», meinte schon Cicero treffend, und dagegen ist schwer etwas zu erwidern! Oder würden Sie annehmen, nach einem einwöchigen Skikurs nie mehr wieder an Fahrstil und Schwungtechnik arbeiten zu müssen?

Ein Beispiel: Vielleicht zählen Sie ja zur Spezies der schüchternen Menschen; Sie besitzen wenig Schwierigkeiten im sozialen Umgang mit anderen, scheuen sich aber, im Mittelpunkt zu stehen, und hassen aus diesem Grund die monatlichen Betriebsführungen, die Ihnen kürzlich übertragen wurden. Nach Lektüre und Übungsprogramm werden Sie diese wahrscheinlich immer noch nicht zu hundert Prozent ins Herz geschlossen haben, aber Sie werden es besser und stressfreier aushalten, im Zentrum der Aufmerksamkeit zu stehen, und ein wenig von Ihrer Schüchternheit aufgeben.

Oder ein anderes Beispiel: Sie haben gerade den nächsten Karriereschritt gemacht, wissen aber um einige Kritiker Ihrer Person im Unternehmen und um die Wahrscheinlichkeit, dass diese Sie in der nächsten Abteilungssitzung mit kritischen Fragen «auflaufen» lassen wollen. Durch das im 2. Teil des Buches beschriebene Training lernen Sie, mit Ihrer Angst vor diesem «Restrisiko» des Versagens besser umzugehen.

Und noch ein letztes Beispiel: Sie sind eigentlich ein bereits recht versierter Redner, haben aber durch unzureichende Vorbereitung, schlechte Tagesverfassung oder Ähnliches einmal einen wichtigen Vortrag «vermasselt». Alleine der Gedanke daran, wieder zu versagen, treibt Ihnen den Angstschweiß auf die Stirne … Nach Lektüre dieses Buches wissen Sie, dass Sie eine klassische Erwartungsangst entwickelt haben und lernen durch Entspannungs-, Atem- und Körperübungen sowie durch mentale Techniken, den Katastrophenfilm im Kopf zu stoppen und zu einem guten Ende zu führen. Es gibt immer einen Weg aus der Redeangst! Es gibt immer die Möglichkeit, seinen Handlungsspielraum zu erweitern, seine Persönlichkeit, sein «Standing» auszubauen!

Es liegt an Ihnen: Wenden Sie sich der Angst zu und blicken Sie ihr ins Gesicht, wird sie an Macht verlieren. Mit dem Wissen um rhetorische Stilmittel, um die Macht der Körpersprache, um das Trainieren einer ausdrucksvollen Stimme u.Ä. alleine ist es jedoch nicht getan, wenn die Angst vor Auftritten in Wirklichkeit viel tiefer sitzt. Rhetorikbücher oder klassische Rhetoriktrainings sind daher nur bedingt hilfreich, da sie meist eher oberflächlich auf Redeangst eingehen und keine psychologisch fundierten Selbsthilfeprogramme in einer angemessenen Methodenvielfalt anbieten. Ähnliches gilt für Fachbücher über Angsterkrankungen und soziale Ängste; sie liefern zwar oft eine Fülle an wirksamen und sinnvollen Ansätzen aus der kognitiven Verhaltenstherapie, aus dem Mentaltraining u.Ä., naturgemäß aber kaum praktische Hilfestellungen für den «rhetorischen Alltag».

Das vorliegende Buch versucht, die Lücke zwischen den beiden Polen «Angstbewältigung» und «rhetorische Kompetenz» zu schließen. Es basiert auf den aktuellen Erkenntnissen der Redeangstforschung und setzt diese in ein psychologisch fundiertes, multimodales Selbsthilfeprogramm um. Gleichzeitig berücksichtigt es auch die Grundlagen der Rhetorik und Präsentation, die Wirkung von Körpersprache und Stimme und vieles andere mehr. Die Verzahnung dieser beiden Aspekte bietet einen neuen, konkurrenzlosen Ansatz, um Ihre Redeangst besser kennenzulernen und sie Schritt für Schritt zu überwinden.

Im Mittelpunkt des Buches steht die «klassische» Redeangst als Teil der sogenannten «normalen sozialen Ängste», also der Störungen in den zwischenmenschlichen Beziehungen: ihre Formen, Ursachen und Bewältigungsmöglichkeiten. Wenn wir von «Redeangst» sprechen, sind damit immer Ängste in sozialen Situationen gemeint, in denen sich Menschen vor anderen Menschen exponieren: eine vorbereitete Rede vor einer großen, unbekannten Menschenmenge, ein Interview vor Kamera und Mikrofon, eine Dankesrede aus dem Stegreif, eine Produktpräsentation vor potentiellen Kunden, eine Betriebsführung für Journalisten usw. Ausführlich sollen auch verwandte Themen wie Schüchternheit und soziale Ängste im Allgemeinen behandelt werden, da diese viele Parallelen zur klassischen Rede- und Auftrittsangst besitzen.

Das Buch wendet sich in erster Linie an psychisch gesunde Menschen, an Erwachsene ebenso wie Jugendliche. Es geht hier nicht um die krankwertige bzw. generalisierte soziale Phobie, die auch viele andere Ebenen sozialer Kontakte umfasst und durch erfahrene Psychotherapeuten oder Psychologen behandelt werden sollte. Es geht auch nicht ausschließlich um «Lampenfieber» – auch wenn dieses von den meisten Vortragenden als im besten Falle überflüssig empfunden wird. Lampenfieber motiviert und gibt einem Redner erst den richtigen «Kick», Redeangst dagegen blockiert und ist destruktiv. Redeangst ist so betrachtet eine unangemessene, übertriebene und situationsgebundene Angst, gekoppelt an konkrete Szenarien wie Reden, Auftritte, Referate, Vorträge u.Ä.

Das vorliegende Buch gliedert sich in zwei Teile. Im ersten Abschnitt erhalten Sie alle relevanten Informationen zum «Phänomen Redeangst» und zum Gefühl der Angst im Allgemeinen. Es geht um die Vielfalt und Hintergründe sozialer Ängste, Redeangst wird von anderen sozialen Phobien abgegrenzt, es werden die Unterschiede zum «positiven» Lampenfieber und zur «Schüchternheit» herausgearbeitet, schließlich kommen prominente Redeängstliche zu Wort. In Fallbeispielen wird aufgezeigt, was Redeangst wirklich ist: Angst vor Peinlichkeit, Angst vor Bewertung, Angst vor Ablehnung, Angst vor Versagen. Sie werden erkennen, dass Redeangst ein weit verbreitetes Phänomen ist, das zum Großteil «erlernt» wurde und somit auch wieder ver-lernt bzw. besser bewältigt werden kann.

Teil zwei bietet konkrete Hilfestellungen, nämlich die acht wirksamsten Strategien zur Überwindung von Redeangst. Dieses Selbsthilfeprogramm umfasst zwei Schwerpunkte: «soziale Kompetenz» durch kognitive, mentale Trainings sowie Konfrontations- und Selbstbewusstseinstrainings und «rhetorische Kompetenz» mit Körpersprache, Atem und Stimme sowie Anregungen aus der Rhetorik.

Ein Tipp, wie Sie dieses Buch am sinnvollsten und effektivsten nutzen: Auch wenn Sie innerlich schon «mit den Füßen scharren», um die ersten praktischen Übungen auszuprobieren – tun Sie es nicht! Nehmen Sie sich die Zeit und lesen Sie das Buch von vorne bis hinten durch. Sie werden merken, dass sich der eine oder andere Knoten schon nach der Lektüre des ersten Teils zu lösen beginnt. Und grundsätzlich: Seien Sie nicht zu ungeduldig mit sich selbst. Begreifen Sie die «Arbeit» an Ihrer Redeangst als Prozess, der – wenn er denn von Nachhaltigkeit geprägt sein soll – auch einige Zeit dauern kann. Aber: Es wird Ihnen gelingen, Spaß und Freude daran zu empfinden, vor anderen Menschen zu sprechen! Sie brauchen nur etwas Mut, sich auf Neues einzulassen, und Konsequenz und Durchhaltevermögen. Denn natürlich gilt auch hier: Übung macht den Meister! Sie wissen ja: Vor den Erfolg haben die Götter den Schweiß gesetzt …

Teil I

1 Facetten der Rede- und Auftrittsangst – zwischen Motivation und Frustration

Das menschliche Gehirn ist eine großartige Sache.

Es funktioniert vom Moment der Geburt an –

bis zu dem Zeitpunkt, wo du aufstehst, um eine Rede zu halten.

Mark Twain

Es gibt keine Grenzen. Nicht für die Gedanken,

nicht für die Gefühle. Die Angst setzt die Grenzen.

Ingmar Bergman

Das Reden tut dem Menschen gut,

wenn man es nämlich selber tut,

von Angstprodukten abgesehn,

denn so etwas bekommt nicht schön.

Wilhelm Busch

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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