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Im Dezember 2016 und Januar 2017 unternahmen wir, Debora Strupat und Werner Keulen, die lange geplante Reise in den Süden Australiens. Per Mietwagen waren wir unterwegs in South Australia und Victoria, von Adelaide nach Melbourne, danach auf Tasmanien und schließlich drei Tage in Sydney. Für Debbie war das ein Wiedersehen mit Menschen und Orten aus Ihrer Jugend, für mich war es eine ganz neue Welt. Diesen Reisebericht führten wir zunächst online als Reiseblog unter ANOTHER2DOWNUNDER. Das Buch ist deshalb eher ein Bilderbuch, eine farbige Erinnerung an eine schöne Zeit, und ein Anreiz für die Zukunft. Für das Buch habe ich den Text überarbeitet und mit weiteren Bildern und Informationen ergänzt. Ansonsten ist es die authentische Schilderung unserer unvergesslichen Reise in den Süden, down under. Dies ist die Hardcover - Version mit durchgehend farbigem Reiseteil. Es gibt auch eine günstigere Variante als Paperback unter ISBN 9 783748 119180.
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Seitenzahl: 101
Veröffentlichungsjahr: 2019
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Dieser Reisebericht beruht auf unserem Reiseblog, den wir Februar 2016 bis März 2017, während der Reise täglich, geführt haben. Neben dem Spaß ging es uns damals auch um die schnelle Information unserer Freunde und Verwandten, insbesondere auch in Australien und Neuseeland. Deshalb war der Text deutsch und englischsprachig. Die englischsprachige Version habe ich hier weggelassen. Dafür wurden einige Fotos ergänzt.
Die zeitliche Abfolge des Blogs habe ich belassen und Ereignisse und Bezüge weitgehend unverändert übernommen. Dies gilt auch für Änderungen und Ergänzungen, die wir während der Reise oder kurz danach am Blog vorgenommen haben.
Anders als im Blog, beginnt das Buch direkt mit der Reise. Die Einträge davor finden sich der Vollständigkeit halber im Anhang, ebenso die Karten.
Ansonsten ist alles so authentisch geblieben, wie es war.
Werner Keulen
Im April 2018
Für Brigitte und Werner
Danke für die Inspiration!
Vor der Reise
Südaustralien und Victoria
Ato A – Von Aachen nach Adelaide
G’day Adelaide!
AHop to Kangaroo Island
Rocks and animals
Transit to Robe
Cicadas and Kookaburras
Wonderland
Südwärts - Southbound
Great Ocean Road
Weihnachten im Regenwald
Melbourne I - Summer in the city
Melbourne II – Boom town
Tasmanien
Tasmania
Wildlife
Zurück nach Van Diemens Land
Nostalgia
Maria Island
Unterwegs nach Freycinet
Mount Amos
Der Isthmus Pfad
Binalong
Wasser und Lavendel
In den Wilden Westen
Cradle Mountain
Zur Westküste – Strahan
Strahan- Schiffsbau und Piraten
Der lange Weg zurück
Transit to Sydney
Sydney
Sydney I- Hafenrundgang
Sydney II- Debbies Geburtstag
Nach der Reise
Zurück in den Winter
Eine Woche später
Letzte Worte
Anhang I - Der Blog vor der Reise
Anhang II- Die Karten
Februar – Dezember 2016
Im Herbst 2015 trafen Debbie und ich die Entscheidung, nach Australien zu reisen. Nach unserer Amerikareise im Frühjahr 2013 wäre das die zweite Fernreise.
Hobart, vom Mt.Wellington gesehen, 1998
Australien und Neuseeland sind in diesen Tagen beliebt bei Menschen, die der vertrauten Zivilisation für eine Weile entfliehen möchten, sei es als Rucksacktourist (backpacker) oder Aushilfswanderarbeiter ( work-and-travel), oder, für Leute mit mehr Geld, als Tourist im möglichst autarken, geländegängigen Wohnmobil (camper van).
Falls Sie, lieber Leser oder liebe Leserin, zu diesen Gruppen gehören, muss ich leider sagen, dass Sie in diesem Buch möglicherweise zu wenig Anregungen finden werden. Zum Rucksack-Reisen bin zumindest ich mittlerweile doch zu alt, und Camping? Naja, auch wenn (oder gerade weil) Debbies Eltern einen Campingplatz in Deutschland besitzen, ist das auch nicht so unser Ding. Es ist halt mit einer Menge Organisation und Nebentätigkeiten verbunden, für die mir die Urlaubszeit zu kostbar ist. Außerdem ist so ein ‚Camper Van‘ ein sperriges Teil. Auf den Pisten und Pfaden im Westen und im Outback hat so etwas, besonders mit Allrad-Antrieb, seine Berechtigung, aber in den Gegenden, die wir bereisen wollen, ist es weder nötig noch praktisch.
Warum also Australien? Natürlich schon, weil es so weit weg ist. Das war zumindest meine Motivation. Denn abgesehen von den Reisen in Europa zu meiner Studentenzeit bin ich nicht viel herum gekommen auf dieser Welt. Fernziele, die pauschal erreichbar waren, haben mich nie interessiert, improvisierte Reisen ins Blaue liegen mir ebenso wenig, und für gut geplante Individualreisen fehlte mir stets die Zeit und das Geld. Debbie hingegen war bereits zweimal in Australien, einmal für ein halbes Jahr. Das ist natürlich ihrer weit verstreuten Verwandschaft zu verdanken. Für sie also ist die Reise nach Australien eine Art Heimkehr in die zweite Heimat.
Eigentlicher Auslöser war aber dann Debbies runder Geburtstag am 13. Januar. Denn der sollte, wie wir an einem verregneten Herbstabend 2015 beschloßen, nicht, wie üblich, im kalten und unwirtlichen deutschen Winter gefeiert werden, sondern in Australien, im Sommer, und zwar in Sydney, mit Blick auf die Harbour Bridge.
Um dieses Ereignis herum planten wir zunächst den ganz großen Trip: Westküste, Nordküste, Goldküste, Great Barrier Reef, Uluru. Und natürlich der Süden und Tasmanien. Dazu hatten wir 2 Monate vorgesehen. Aber schnell stellten wir fest, dass dies nichts wäre als andauernde Fahrerei. Australien ist nun einmal ziemlich groß. Also speckten wir ab. Auch die zwei Monate waren optimistisch, schließlich sind wir beide Angestellte, und auch bei Lohnverzicht und über den von Anfang an vorgesehenen Jahreswechsel sind solche Zeiträume schwer durchzusetzen. 5 Wochen waren schließlich das machbare Maximum. Wir entschieden uns für Tasmanien, und dazu einen Road Trip zwischen Melbourne und einer anderen Stadt. Da Sydney sowieso als Endpunkt feststand, beschlossen wir, in Adelaide zu starten.
Anfang 2016 buchten wir unsere Reise bei einem lokalen, auf Fernreisen nach Ozeanien spezialisierten Reiseveranstalter. Dies hat gegenüber Einzelbuchungen über das Internet den Vorteil, dass Flüge und Unterkünfte frühzeitig bestätigt und gesichert sind. Abgesehen davon hat sich später gezeigt, dass die von uns genutzten Unterkünfte frei gebucht entweder überhaupt nicht oder nur wesentlich teurer zu haben gewesen wären. Aber, wie bereits erwähnt, mein Hauptanliegen war eher, uns vermeidbaren Stress und Zeitverschwendung vom Hals zu halten.
Zehn Monate später, am 14. Dezember 2016 starten wir unsere Reise an das andere Ende der Welt. Der Flug geht über Dubai nach Adelaide. Von da aus bereisen wir per Auto die Südküste von South Australia und Victoria. Zu Weihnachten erreichen wir Melbourne und fliegen von dort nach Hobart auf Tasmanien. Unsere große Rundreise auf dieser Insel endet am 11. Januar 2017. Wir fliegen nach Sydney und am 14.01. wieder über Dubai zurück nach Europa.
An dieser Stelle (weil hier noch Platz ist) vorab eine kurze Anmerkung zur Schreibweise des Genetiv-S. In Australien ist es, anders als in England oder in den USA, keineswegs üblich, den Genetiv mit einem Apostroph zu schreiben. Es heißt also „Van Diemens Land“ nicht „Van Diemen`s Land“. Ob dies aus der teils niederländisch beeinflussten Historie stammt, oder einfach auf die australische Lässigkeit im Umgang mit Schrift und Sprache zurück zu führen ist, weiß ich nicht. Möglicherweise ist diese Schreibweise auch offiziell falsch, aber jedenfalls weit verbreitet. Ich habe versucht, diese Schreibweise zu übernehmen, aber möglicherweise habe ich das eine oder andere Mal auch die -eigentlich richtigeenglische Schreibweise benutzt.
Noch eine Anmerkung: wir benutzen im Bericht die Zeitschreibweise des 12-Stunden Tages, AM und PM , wie in Australien.
15.12.- 27.12.2016
14. -15.12.2016
Wir sind unterwegs.
ICE 11 bringt uns nach Frankfurt am Main. Wir „frühstücken“ mit einem Fläschchen Sekt am Fernbahnhof. Die Eincheckprozedur ist nicht kompliziert, aber zeitraubend. Die meiste Zeit verbringen wir mit warten. Es wird eine lange Nacht.
Ein Airbus 380 von Emirates bringt uns in sechs Stunden nach Dubai am Persischen Golf. Von der Stadt ist vom nächtlichen Flughafen aus leider nichts zu sehen. Der Zwischenstopp dauert fast sechs Stunden, aber die vergehen mit Aus- und Einchecken und zweimaliger Gepäckkontrolle sowie Transit zwischen den Zonen des weitläufigen Flughafens schnell und ansonsten ereignislos.
Um 2:00 AM Ortszeit startet unser Flug über den Indischen Ozean nach Adelaide, diesmal an Bord einer Boeing 777, ebenfalls von Emirates. Wir haben Plätze in der ersten Reihe. Der Vorteil ist, dass man mehr Platz hat. Der Nachteil ist, man guckt die Wand an. Es dauert einen Moment, bis ich den ausklappbaren Bildschirm entdecke. Debbie beginnt eine angeregte Unterhaltung mit der Sitznachbarin, einer Deutschlehrerin aus England, die Ihren Sohn in Australien besucht. Ich setze meine Kopfhörer auf und vertiefe mich in den nächsten Kinofilm. Meine Beine beginnen zu kribbeln, und ich denke mit Grausen an den langen Flug, der noch vor uns liegt. Dabei schlafe ich ein, und acht Stunden später wache ich auf, als das Flugzeug bereits die Nordwestküste Australiens überfliegt. Weitere vier Stunden später landen wir in Adelaide.
Mittlerweile haben wir Donnerstag, den 15.12.2016.
Die Zollformalitäten dauern eine weitere Stunde, so dass wir gegen 10:30 PM Ortszeit im Hotel einchecken konnten. Die Gesamtreisezeit beträgt gut 24 Stunden für knapp 16.000 km. Die Zeitverschiebung beträgt 9,5 Stunden.
Morgen ist Eingewöhnungstag.
16.12.2016
Unser erster Tag in Australien.
Wir wohnen im Chifley on South Terrace, also am Südrand des Zentrums von Adelaide. Ringsum gibt es einen Grüngürtel, und darum einen geschlossenen Ring von Vorstädten. Im Stadtkern gibt es Verwaltung und Banken, die Reste der alten Stadt und ein paar Schulen, und den angeblich größten Markt der Südhemisphäre. Adelaide ist die viertgrößte Stadt Australiens mit über einer Million Einwohnern, aber dieser Kern wirkt eher wie eine mittlere Kleinstadt.
Wir sind am 15.12. spätabends angekommen, und obwohl es zuhause erst Vormittag war, hatten wir keine Probleme, zu Bett zu gehen und am nächsten Morgen ausgeruht aufzustehen. Der Jetlag war demnach erträglich.
Den Wagen werden wir am nächsten Morgen abholen. Also ging es heute kreuz und quer durch Adelaide zu Fuß (wo, findet man im Anhang) um ein wenig die Stadt zu sehen, aber auch einzukaufen, und um einfach zu sehen, wie man hier ‚so tickt‘. Das ist natürlich nicht in ein paar Stunden möglich. Aber immerhin wird klar, WIE völlig fremd die Australier uns sind: Pfeffernüsse von Lambertz aus Aachen und das typisch australische Weihnachtsessen bei Aldi. ;-)
Wirklich erschreckend sind aber die Preise für alkoholische Getränke: Faktor 3 gegenüber Deutschland, und nur zu kaufen in „bottle shops“. Und dabei gibt’s hier so leckeres Bier. Wie wir aber feststellen, tut das dem Alkoholkonsum wenig Abbruch. Im ‚Sip’n’Save‘ in dem wir uns ein kleines Sixpack Coopers holen, ist reger Andrang, und die Bars und Café sind auch gut besucht. Wir machen einen kleinen Abstecher in den Grüngürtel, sehen den bunten Papageien zu, und genehmigen uns ein (noch) kühles Bier mit praktischem Dreh-Kronenkorken-Verschluss.
Wir schlendern zurück in die vorweihnachtlichspätfrühlingshafte City. Wegen des Grüngürtels rings um den Stadtkern erscheint die Stadt klein und überschaubar. Es ist leicht zu vergessen, dass der größte Teil der Besiedlung jenseits der Grünzonen liegt.
Eindrücke aus Downtown Adelaide.
Am späten Nachmittag kehren wir zurück ins Hotel. Bei Debbie schlägt nun doch der Jetlag durch. Sie legt sich hin, während ich noch eine Runde drehe durch die abendliche Stadt.
Adelaide ist eine sehr ‚europäische‘ Stadt, in der man sich – bis auf die sommerliche Weihnachtsdekoration- wirklich nicht fremd vorkommt.
Christbäume und Weihnachtsmänner sind vorhanden – wenn auch meist elektronisch und aus Kunststoff.
Statt eines Weihnachtsmarkts gibt es einen großen Kreis von ‚food trucks‘ (Imbisswagen) um einen Rasenplatz gruppiert, und dort sitzt man, meist junge Leute und Familien, und picknickt in der lauen Abendluft. Durchaus eine Alternative, finde ich.
17. Dezember 2016
Heute Morgen haben wir das Auto übernommen und sind schnellstmöglich (;-)) über den Australian Highway A13 und dem Motorway M2 bis Cape Jarvis gefahren, um dort um 12:00 AM die Fähre nach Kangaroo Island zu erreichen. Das hat gerade so geklappt, eine Viertelstunde später hätte nicht gereicht. Insgesamt war da das Zeitfenster auch vom Reisebüro etwas knapp kalkuliert. Die Übernahme des Wagens wurde zudem wegen eines Buchungsfehlers etwas verzögert, und letztlich erhöht auch der ungewohnte Linksverkehr den Stressfaktor. Eine Wagenübernahme am Vortag wäre wohl entspannter gewesen. Aber jedenfalls waren wir pünktlich da, und um 13:00h Ortszeit in Penneshaw auf Kangaroo Island, oder kurz KI.
Von hier aus geht es noch ein gutes Stück weiter durch den Busch.
Nach einem kurzen Zwischenstopp im Sip’n’Save (Bottle Shop) rollen wir entspannt über gute Straßen nach Süden, in den Flinders Chase National Park. Die „deutsche“ Spiegeldekoration hat Debbie übrigens für ihre Verwandtschaft als Gruß besorgt.
Bei der Ankunft hatten wir bereits fünf Kängurus und zwei Drachenechsen gesehen; allerdings waren alle tot. Offensichtlich werden überfahrene Kadaver nur selten entsorgt. Nicht schön, aber immerhin deutliche Hinweise dafür, dass auf der gesamten Strecke mit Wildwechsel zu rechnen ist. Kurz vor dem Ziel kreuzte dann ein Echidna (Ameisenigel) unseren Weg, wovon Debbie auch eine Filmaufnahme gelang. Mein Foto zeigt nur das in Verteidigungsposition eingerollte Tier.
Am Nachmittag erreichen wir unser Ziel, den Flinders Chase National Park im Westen der Insel, und unsere Unterkunft für die nächsten beiden Nächte - Kangaroo Island Wilderness Retreat.
