Antinatalismus - Karim Akerma - E-Book

Antinatalismus E-Book

Karim Akerma

0,0

Beschreibung

Das vorliegende Antinatalismus-Handbuch dokumentiert und erörtert die Einsicht in das Nichtseinmüssen von Menschen als einen Gewinn von Freiheit gegen biosozionome Vorgaben. Und es verfolgt die ethische Absicht, fortzeugungswillige Leser davon zu überzeugen, dass es besser ist, nicht so zu handeln, dass neue Menschen zu existieren beginnen. Fortzeugungskritische Leser will es in ihrer antinatalistischen Haltung bestärken. Zu diesem Zweck bietet das Handbuch eine Vielzahl von Argumenten, Neologismen und Stellungnahmen zur Natalität aus Jahrtausenden auf. Auch wenn diese Stellungnahmen häufig gleichsam nur im Vorhof des Antinatalismus stehen, belegen sie doch, dass das Kulturwesen Mensch immer schon eine kritische Haltung gegen das biosoziale Radikal der Fortpflanzung einzunehmen wusste. Der von uns vertretene Antinatalismus ist universal, indem er alle leidfähigen Wesen berücksichtigt: Es ist zumeist besser so zu handeln , dass kein weiteres leidfähiges Tier zu existieren beginnt. Hier berührt sich der humanistische Antinatalismus mit dem ethischen Vegetarismus.

Sie lesen das E-Book in den Legimi-Apps auf:

Android
iOS
von Legimi
zertifizierten E-Readern

Seitenzahl: 1787

Veröffentlichungsjahr: 2017

Das E-Book (TTS) können Sie hören im Abo „Legimi Premium” in Legimi-Apps auf:

Android
iOS
Bewertungen
0,0
0
0
0
0
0
Mehr Informationen
Mehr Informationen
Legimi prüft nicht, ob Rezensionen von Nutzern stammen, die den betreffenden Titel tatsächlich gekauft oder gelesen/gehört haben. Wir entfernen aber gefälschte Rezensionen.



Texte: © Copyright by Karim Akerma 2017

Covergestaltung: © Copyright by Karim Akerma

Verlag:

Karim Akerma

Langbehnstraße 13f

22761 Hamburg

[email protected]

Vorwort

Nach der Veröffentlichung von „Soll eine Menschheit sein? Eine fundamentalethische Frage“ (1995) und „Verebben der Menschheit? Neganthropie und Anthropodizee“ (2000) waren keine größeren Arbeiten zum Antinatalismus mehr geplant. Auch das Ansinnen des bedeutenden Antinatalisten Guido Kohlbecher, ein neues Buch zum Antinatalismus zu schreiben, musste ich mit einem Hinweis auf die knappe zur Verfügung stehende Zeit ausschlagen. Erst als Guido Kohlbecher 2012 vorschlug, ein lexikalisches Handbuch zu verfassen, schien es mir wieder möglich, auch mit knappen zeitlichen Ressourcen eine neue größere Arbeit zum Antinatalismus in Angriff zu nehmen. Gleichwohl gilt für die Niederschrift dieser Arbeit, was Adolf von Harnack im Vorwort zu seiner Monographie über den antinatalistischen Häretiker Marcion sagt: Er habe „diese Arbeit in abgestohlenen Stunden, ja in halben Stunden niederschreiben müssen…, und ich kann nur hoffen, dass die Spuren seiner mühsamen Entstehung nicht allzu deutlich sind. Das Inhaltsverzeichnis habe ich so ausführlich gefasst, dass sich die Beigabe eines Registers erübrigte.“

Der Plan einer gemeinsamen Autorenschaft ließ sich leider nicht verwirklichen. Zahlreiche Einträge gehen auf Anregungen von Guido Kohlbecher zurück, worauf ich am betreffenden Ort hinweise. Von einer Handvoll Ausnahmen abgesehen, oblagen mir die Formulierungen. Auch viele der Zitate verdanken sich den jahrzehntelangen Lektüren Kohlbechers, worauf jeweils mit dem Kürzel GK hingewiesen werden soll. Eine Würdigung des bedeutenden Antinatalisten Kohlbecher wurde von Gabriele Röwer verfasst und findet sich in dem von ihr herausgegebenen Band: „Arme Teufel sind wir alle...“ Briefe von und an Robert Mächler über Gott und die Welt (2010).

Das vorliegende Antinatalismus-Handbuch dokumentiert und erörtert die Einsicht in das Nichtseinmüssen von Menschen als einen Gewinn von Freiheit gegen biosozionome Vorgaben. Und es verfolgt die ethische Absicht, fortzeugungswillige Leser davon zu überzeugen, dass es besser ist, nicht so zu handeln, dass neue Menschen zu existieren beginnen. Fortzeugungskritische Leser will es in ihrer antinatalistischen Haltung bestärken. Zu diesem Zweck bietet das Handbuch eine Vielzahl von Argumenten, Neologismen und Stellungnahmen zur Natalität aus Jahrtausenden auf. Auch wenn diese Stellungnahmen häufig gleichsam nur im Vorhof des Antinatalismus stehen, belegen sie doch, dass das Kulturwesen Mensch immer schon eine kritische Haltung gegen das biosoziale Radikal der Fortpflanzung einzunehmen wusste. Der von uns vertretene Antinatalismus ist universal, indem er alle leidfähigen Wesen berücksichtigt: Es ist zumeist besser so zu handeln , dass kein weiteres leidfähiges Tier zu existieren beginnt. Hier berührt sich der humanistische Antinatalismus mit dem ethischen Vegetarismus.

Aufgrund der Fülle noch unausgeschöpfter Materialien und Ideen hätte die Arbeit an diesem Handbuch noch über Jahre fortgesetzt werden können. Es ist in mancherlei Hinsicht alles andere als fertig. Die Verarbeitung weiterer Ideen und Materialien kann hoffentlich in einer künftigen Ausgabe stattfinden.

Zum Aufbau des Buches: Nach einer orientierenden Einleitung folgt der lexikalische Teil. Den Abschluss bilden drei Anhänge. Mit einem nach rechts zeigenden Pfeil: wird innerhalb oder am Ende eines lexikalischen Eintrags jeweils auf thematisch verwandte oder weiterführende Einträge verwiesen. Auf einen Untereintrag innerhalb eines Eintrags – etwa auf den Untereintrag „Freud versteht keinen Spaß“ innerhalb des lexikalischen Eintrags „Humoristischer Antinatalismus“ – wird durch einen Pfeil ohne Leerschritt verwiesen, beispielsweise: Humoristischer AntinatalismusFreud versteht keinen Spaß.

In Zitate eingebrachte Kommentare sind durch [eckige Klammern] gekennzeichnet.

Übersetzungen aus dem Französischen, Spanischen, Italienischen, Norwegischen, Dänischen und Schwedischen stammen von uns. Gern hätten wir auch alle zitierten englischen Texte auf Deutsch geboten, vertrauen aber darauf, dass sie dem deutschen Leser im Original zugänglich sein werden.

Vorwort

Einleitung

Philanthropie

Der Vorwurf der Kinderfeindlichkeit

Individuelle, soziale, geographische und intergenerationelle Nichtkompensierbarkeit des Leids

Historisch informierter Antinatalismus

Antinatalismus als Resultat eines gesamtgesellschaftlichen Lernprozesses

Antinatalistische Keime und Formen

Antinatalistische Durchbrüche und Schübe

Nihilismus, Rejektionismus/Daseinsverneinung und anthropofugale Perspektive

Gute Unterlassungen

Zur Antinatalismen-Sammlung

Aufklärung und Schuld

Ziel nativistischer Aufklärung: Subjektivierung der objektiven Mittäterschaft

A

Abberufung und Einberufung

Absurdes – Camus und Beckett

Abtreibung

Abtreibung und Nichtexistenzerhellung

Abtreibung als Fluchthilfe

Abtreibung als Verdienst

Abtreibung und Aussterben

Jandl, Ernst (1925–2000)

Frisch, Max (1911–1991)

Ach, wäre ich doch schon geschaffen/geboren

Adamitische Daseinsrejektion und Evas Antinatalismus

Schnurre, Wolfdietrich (1920–1989)

Adoption

Adorno, Theodor (1903–1969)

Adornos Antinatalismusblindheit und Komplizenschaft mit dem Unheil

Minima Antinatalia

Ägyptische Daseinsverwerfung

Ahimsa (Nicht-Verletzen)

Gandhi, Mahatma (1869–1948)

Mirbeau, Octave (1848–1917)

Ahnentabu

Ahnenverwünschung (Ahnen-Begegnungsverwünschung)

Ahnungslosigkeit und Auslieferung

Aichinger, Ilse (1921–2016)

Akkomodation, pronatale

Akkusationstransformation

Akkusationszurückhaltung, nativistische

Alleinseinsbewältigung

Allen, Woody (*1935) – ein Komiker als todernster Antinatalist

Alltags-Anthropodizee

Odo Marquards Baby

Eich, Günter (1907–1972)

Kirsch, Sarah (1935–2013)

Altenberg, Peter (1859–1919)

Altersangst

Altersscham

Altersvergessenheit oder Senilitätsblindheit, nativistische

Leopardi, Giacomo (1798–1837)

Améry, Jean (1912–1978)

Altruismus und Egoismus

Amphibolie des Existenzbegriffs

Anaxagoras’ Anthropodizee

Anders, Günther (1902-1992)

Annaba (alias Philippe Belotte, *1944)

Annabas antinatalistischer Roman: Le berceau (Die Wiege)

Anonymität, nativistische

Anselm von Canterbury (1033–1109)

Anthropo-Egoismus

Anthropo-Panspermie

Anthropodizee

Theologiebedarf der Anthropodizee

Unmöglichkeit aller Anthropodizee

Technische Anthropodizee

Anthropofugale

Gewinn der anthropofugalen Perspektive

Hartmann, E. v. (1842–1906)

Horstmann, Ulrich (*1949)

Anthropofugalkräfte

Anthropologie, philosophische

Kulturwesen vom Anfang her und zum Ende hin

Gehlen, Arnold (1904–1976)

Anthropopath

Anthropopetalkräfte

Antimilitarismus und Antinatalismus

Antinatalismen, antinatalistische Formen

Antinatalismus

Antinatalismus, anthropozentrischer

Antinatalismus, bevölkerungspolitischer (Denatalismus)

Antinatalismus, christlich-theologischer

Antinatalismus, dysteleologischer oder nihilistischer

Antinatalismus, feministischer

Antinatalismus, fundamentalistischer

Antinatalismus, gottdienlicher

Antinatalismus, hedonistischer

Antinatalismus, historisch-biographisch informierter

Antinatalismus, konsensorientierter (Seana Valentine Shiffrin)

Antinatalismus, kosmischer

Antinatalismus, larvierter (Maikäfer-Antinatalismus)

Antinatalismus, misanthropischer

Antinatalismus, ökologischer

VHEMT (Voluntary Human Extinction Movement)

Alttestamentarischer unterjochender Pronatalismus versus neutestamentarischer ökologischer Antinatalismus (W. Hildesheimer)

Antinatalismus, pädophober

Antinatalismus, philanthropischer

Lawrence, D. H. (1885–1930)

Antinatalismus, rassistischer

Antinatalismus, religiöser

Antinatalismus, sozialer

Antinatalismus, sozialrevolutionärer

Antinatalismus, universaler

Antinatalismus, würdebasierter

Antinatalismus, zynischer

Antiprokreationismus

Antinatalistische Zumutung und Antinatalisten-Abwehr

Antinatalogik, Grundprinzip der

Antineganthropische Goldene Regel

Antirealismus und historische Positivitätsblendung

Anzengrubers Ansinnen

Archäo-Antinatalismus

Arendt, Hannah (1906–1975) – Mutter der Natalität (Gebürtlichkeit)

Arendts narrative Anthropodizee

Neganthropischer Pronatalismus der Hannah Arendt

Armut und Antinatalismus

Kinder als Armutspuffer

Artnatalismus

Asymmetrie, nativistische

Asymmetrien

Paternalistischer Pronatalismus versus nichtpaternalistischer Antinatalismus

Nativistische Handlungs- und Unterlassungsgebote

Atroxologie/Neganthropologie

Aufhebung der Gesellschaft

Aufklärung, nativistische

Antinatalismus als Konsequenz der Religionsaufklärung?

Aufklärung, sexuell-antinatalistische

Aufklärung, Zeitalter der

Klopstock, Friedrich Gottlieb (1724–1803)

Sophie von La Roche (1730–1807)

Matthias Claudius (1740–1815)

Ausblendung, thanatalistische

Auschwitzlosigkeit per Selbstlosigkeit

Ausgebliebene

Ausgestorbene fortgeschrittene außerirdische Intelligenz

Ausklang

Aussterbenspflicht

Axiarchismus und Kakónarchismus

Axiopath (in Anlehnung an Axiologie: Wertlehre)

Axiopathologie

Axiopathologisch

Schelling (1775–1854)

Nicolai Hartmann (1882–1950)

Hans Jonas (1901–1991)

Axiotyp und Phänotyp (Phänotypischer Unschuldseindruck des Menschen)

B

Babyklappe

Beauvoir, Simone de (1908–1986)

Bedürftigkeit

Bei-Gott-Bleiben, antinatalistisches

Beihilfe zum Freitod, thanatalistische

Beipackzettel zu möglichen Nebenwirkungen der bitteren Pille „Leben“

Bekenntnis: Natal-ethisches Bekenntnis künftiger Eltern

Benatar, David (*1966)

Bernhard, Thomas (1931–1989)

Besser nicht entstanden!

Besser nicht geboren?

Besser nie gelebte Leben

Bessergehensmotiv, Gleichgehensmotiv und Schlechtergehenseingeständnis

Hoffnungsübersprung

Besserhaben, Gutes und das Beste fürs Kind

Bewusste Maschinen und Computer

Biblischer Antinatalismus

Jeremias

Hiob

Judas, der besser Niegeborene

Bigotterie, parentale

Bioaxionome Urschicht

Bioaxionomer Imperativ

Biologische Katastrophe, biologische Tragik

Biologische Radikale

Bionomischer Satz

Gandhi (1869–1948)

Valéry, Paul (1871–1945)

Bloch, Ernst (1885–1977)

Niemand möchte hier sein und niemand möchte aufhören zu sein. Bionomischer Dialog (McCarthy, *1933)

Walsers Auflösung des bionomischen Satzes

Biophilie-Paradox

Bleibohm, Gunter (*1947)

Blinder generativer Fleck

Blumenberg, Hans (1920–1996)

Blumenbergs weinender Paulus

Brahms, Johannes (1833–1897)

Brave-New-World-Prinzip

Brüderschaft des Todes

Büchner, Georg (1813–1837)

Buddhismus

Busch, Wilhelm (1832–1908) – Verklingen der Menschheit

Byron, George Gordon Lord (1788–1824)

C

Cabrera, Julio

Camus, Albert (1913–1960)

Casanova, Giacomo Girolamo (1725–1798) als Neganthropiker und Utopiker

Cazalis, Henri (1840–1909)

Sisyphus‘ Revolte als das Verebben der Menschheit nach Paradisentzug

Daseinsfolter

China

Chopin, Frédéric (1810–1849)

Christliche Un-/Reinheit und Antinatalismus

Cioran, Emil (1911–1995)

Conditio in/humana

Kritik der Conditio in/humana als Kreatürlichkeitskritik

Zeitmodi der Conditio in/humana

Crawford, Jim

Daseinsapfel

Gryphius (1616–1664)

Justinus Kerner (1786–1862)

Creatio ad nihilum

Creatio ex nihilo

D

Damnatoren

Rousseau (1712–1778)

Parfit, Derek (1942–2017)

Dankbar sein

Dankbarkeitsinversion

Dante (1265–1321) – Die göttliche Komödie

Dante-Transformation

Daseinsaffinität (Daseinsneigung)

Daseinsantritt, Eintritt ins Dasein

Daseinsbedauern

Daseinsbeschwerdestelle

Daseinsdankbarkeit

Matthias Claudius (1740–1815)

Ludwig Tieck (1773–1853)

Henrich, Dieter(*1927)

Anders, Günther (1902–1992)

Enzensberger, Hans Magnus (*1929)

Daseinsdemiurgie

Daseinsdeprivation

Smart, R. N.

Lehmann, Wilhelm (1882–1968)

Daseinsdissoziierungs-Zynismus

Daseinsdurst

Daseinselastizität (Bescheidenheit) des Menschen, negative und Elendsbereitschaft

Mill, John Stuart (1806–1873)

Nietzsche (1844–1900)

Wildgans, Anton (1881–1932)

Brecht, Bertold (1898–1956)

Elendsbereitschaft als Nativitätsmotor

Daseinsheteronomie und Soseinsheteronomie

Daseinsmakel (nativistische Daseinssünde)

Habermas (*1929)

Daseinsnarzissmus

Daseinsprotest

Daseinsprotestant und Neinsagenkönner

Daseinsrejektion in Anbetracht der Existenzbedingungen

Daseinsrenitenz

Daseinsschuld

Daseinsschuldgefühl

Adorno (1903–1969)

Daseinssklaven / Daseinstyrannei

Cazalis, Henri (1840–1909)

Wildgans, Anton (1881–1932)

Daseinstat

Daseinstäter

Daseinstäter-Mörder-Relation (Gravitätsinversion)

Daseinsundank und Dankeszynismus

Daseinsunglück

Daseinszufriedenheitspflicht

Daseinszynismus

Daseinwollensbefragung

Deffand, Marquise du (1697–1780, erblindet im Jahr 1753)

Universaler Antinatalismus (Brief Deffands an Voltaire von 1759)

Deschner, Karl Heinz (1924–2014)

Destruktivkraftentwicklung und Produktivkraftentwicklung

Büchner, Georg (1813–1837)

Heine, Heinrich (1797–1856)

Diktat der Eltern

Diktat der Geburt (Diktat des Daseins)

Chayyam, Omar (1048–1131)

Shakespeare (1564–1616)

Milton, John (1608–1674)

Fontane (1819–1898)

Jaspers, Karl (1883–1969)

Arendt, Hannah (1906–1975)

Aichinger, Ilse (1921–2016)

Diktat des erinnernden Selbst

Diktat des Geschlechts / Diktat der Natur

Diktatur des Embryos

Dizee-Transformation (von der Theodizee zur Anthropodizeepflicht)

Dizee-Transformation bei Kant

Dizee-Transformation in der Literatur: Larvierter Antinatalismus in der Diabolisierung Gottes

Sich langweilender Schöpfer bei Kierkegaard (1813–1855) und Büchner (1813–1837)

Widmann (1842–1911) – kein Leben, das nicht zuvor vergiftet

Grabbes Gottsatan

James Thomson (1834–1882)

Ludwig Anzengruber (1839–1889)

Otto Julius Bierbaum (1865–1910) – Gott ist nicht!

Satirisch akzeptierte Anthropodizeepflicht bei Samuel Butler (1835–1902)

Dohmsches Gesetz

Doppelschuld, elterliche

Drogen und Rausch

Droge Dasein

Drogenanalogon Kind

Dunkel des gelebten Augenblicks und Licht der Welt

Dysgenese

Dystopien

E

Egofugale Perspektive

Egofugalismus, Egofugalist

Egoismus, nichthintergehbarer generativer

Egologischer Fußabdruck

Ehestreik

Ehrfurcht vor dem Leben

Eichmann-Horizont

Einstweilige Verfügung

Einzelglück und Gesamtunheil

Élan natal (Geburtsschwung)

Eltern als Kleindemiurgen

Balzac (1799–1850)

Cioran (1911–1995)

van der Hejden (*1951)

Grünbein, Durs (*1962)

Elternabsolution von der Verantwortung für ihre Leidensermöglichung (retrospektive Elternabsolution)

Frank Wedekind (1864–1918)

Smilanskys Elternabsolution

Elternauflastung

Elterndank

Elterndank zweiten Grades

Goethe (1749–1832)

Adolph Freiherr von Knigge (1752-1796)

Gustav Freytags (1816–1895) Ahnendank

Baronesse de Fresne und das Strafmaß des Niemalsgeborenseins

Swift, Jonathan (1667–1745)

Eltern-Erklärung zur Nichthaftung für Leiden

Elternfreiheit

Eltern-Kind-Asymmetrie

Elternliebe

Kaschnitz, Marie Luise (1901–1974)

Elternobsoleszenz

Elternpflicht als Daseinsversöhnungspflicht

Schaffung von Daseinsbewältigungskompetenz als Elternpflicht (Schopenhauer)

Existenzbeginn als wiedergutmachungspflichtige Vergewaltigung (Rose Schwarz)

Elternschein und Elternschulung

Jandl, Hermann (*1932)

Elternschuld

Schöpfungsschuld als larvierte Elternschuld

Wildgans (1881–1932)

Busch, Wilhelm (1832–1908)

Rilke (1875–1926)

Kästner, Erich (1899–1974)

Ruinierte Existenz (Mistry)

Ohnmächtige Abwehr der Elternschuld (Wildgans)

Elternschuldbekenntnisse

Kerner (1786–1862)

Balzac (1799–1850)

Wanda von Sacher-Masoch (1845–1933)

Thomas Manns (1875–1955) drei Elternschuldbekenntnisse

Peter Weiß (1916–1982)

van der Heijden (*1951)

Haushofer, Marlen (1920–1970)

Herders (1744–1803) Weltankömmling

Elternschuldblindheit

Elternselbstlob

Elterntabu

Dies irae (Anton Wildgans, 1881–1932)

Elterntragik

Elternüberforderung und Kindesverrat

Elternverdienst

Elternvergessenheit

Spemanns goldenes Buch der Sitte

Tieck (1773–1853)

Dostojewski, Fjodor (1821–1881)

Elternselbstvergessenheit. Man lebt, weil man geboren ist

Elternverwünschung (Elterntabubruch)

Dante (1265–1321)

Shakespeare (1564–1616)

Tirso de Molina (1579–1648)

Voltaire (1694–1778)

Heinrich Wilhelm von Gerstenberg (1737–1823)

Klinger, Friedrich Maximilian (1752–1831)

Carl von Hohenhausen (1816–1834)

Anzengruber, Lugwig (1839–1889)

Franzos, Karl Emil (1848–1904)

Hofmannsthal, Hugo von (1874–1929)

Nietzsche, Friedrich (1844–1900)

Sudermann, Herrmann (1857–1928)

Adorno (1903–1969)

Thomas Bernhard (1931–1989)

Embryonalschuld

Embryonische Übel

Emotions-Hermetik

End-Gültigkeit antinatalistischer Moraltheorie

Entnichtung

Entprivatisierung

Entropologie

Entschädigung, nativistische

Entschuldigung, dass ich geboren bin!

Tieck, Ludwig (1773–1853)

Von Arnim, Achim (1781–1831)

Balzac (1799–1850)

Gutzkow, Karl Ferdinand (1811–1878)

Hartleben, Otto Erich (1864–1905)

Mirbeau, Octave (1848–1917)

Ebner-Eschenbach (1830–1916)

Cioran (1911–1995)

Epikur (~341–271)

Erde und Mensch

Janitschek, Maria (1859–1927)

Schafgans, Hans (*1927)

Steffens, Andreas

Erinnerungsbrille

Entschuldigungs-Paradox

Erlösungsverlangen

Ernährung und Kulinaristik

Erwachens-Phobie

Erwachsensein

Erzeugungsverbrechen

Erziehungsproblematik

Es und Salto impersonale

Eskapismus, pronataler

Ethik

Ethik als Autoaffirmation der Menschheit

Ethik und Antinatalismus

Ethikparadox

Amartya Sens Unsensibilität

ETI: Jubel über extraterrestrische Intelligenz?

Swift, Jonathan (1667–1745)

Klingemann (1777–1831)

Svevo, Italo (1861–1928)

ETL: Extraterrestrische Lebewesen

Jirgl, Reinhard (*1953)

Ettlinger, Karl (1882–1939)

Euanthropica

Euanthropischer Imperativ

Euripides-Theorem

Euthanasie

Kerner, Justinus (1786–1862)

Euthanasie und Antinatalismus

Karl Kraus (1874–1936) und die Gewalt desMä phynai

Existenzansprüche

Existenzbeginn und Existenzende von Lebewesen

Existenzerpressung (Daseinserpressung,)

Existenzgrundlage

Existenz/un/freiheit

Cazalis, Henri (1840–1909)

Existenzgeld. Für ein bedingungsloses nativistisches Grundeinkommen

Balzac (1799–1850)

Valentin, Karl (1882–1948) – Rechnung für die Existenz

Bruckner, Pascal (*1948)

Existenzinitiator

Existenzklage

Existenzkonsens, forcierter

Existenzmasochismus

Matthias Claudius (1740–1815)

Gottfried Keller (1819–1890)

Existenzneid

Existenzrenitenz

Existenzscham

Existenzverordnung

Existenzverwünschung

Existenzverwünschung und Existenzverhütung

Existenzvorteil, Paradox des

Existenzwunscherfüllung, scheinheilige

Experimentum infantis

Experimentum mundi

Gott als kritikwürdiger Großexperimentator (Anzengruber)

Meerschweinchen in Gottes Labor (Williams, Tennessee, 1911–1983)

Das blutige Labor der Geschichte (Koeppen, Wolfgang, 1906–1996)

Das Weltexperiment (Bloch)

Mikroexperimente und Makroexperiment

F

Fahrlässigkeit

Georg Hensel (1923–1996)

Rudolf Bayr (1919–1990)

Faust

Feminantinatalismus

Ehrmann, Marianne (1755–1795)

Wozu gebären? (Tolstoi, 1828–1910)

Dohm, Hedwig (1831–1919)

Suttner, Bertha von (1843–1914)

Helene Druskowitz (1856-1918)

Reventlow, Franziska Gräfin zu (1871–1918)

Koeppen, Wolfgang (1906–1996)

Feminismus

Fernzumutungen und Nahzumutungen

Fichte (1762–1814) – staatsnütziger Pronatalismus

Flaubert, Gustave (1821–1880)

Zustimmungsloser Existenzbeginn

Letzte Menschen und Menschheitsende

Ökologische Anthropofugalität

Fluchtschlafen

Scholz, Wilhelm von (1874–1969)

Hildesheimer, Wolfgang (1916–1991)

Green, Julien (1900–1998)

Fortschritt

Fortpflanzungs/un/freiheit

Fortpflanzungsnaivität

Fortsetzungserklärung

Fortverlust

Fortzeugungsschuld

Fragebogen zum Antinatalismus

Max Frischs (1911–1991) Fragebogen

Frageverbote

Jesajas kreatio-nativistisches Frageverbot

Seinsollens-Fragetabu

Frauen-Frage

„Freier Lebenswille“ und „unfreier Lebensunwille“

Freigelassener oder Ausbrecher der Schöpfung?

Freiheit

Umwidmung von Rousseaus (1712–1778) Freiheits-Spruch

Kant (1724–1804)

Freiheit, Joch der Freiheit (F. M. Klinger, 1752–1831)

Herwegh, Georg Friedrich Rudolph Theodor (1817–1875)

Das Böse der Freiheit ist die Freiheit zum Bösen

Freiheit, negative (Adorno)

Angst vor (der Stillstellung) der Freiheit

Freiheit, schwer verdiente (Arnold Toynbee)

Freiheitszwang, Freiheitsverurteilung

Hartmann, Nicolai (1882–1950)

Sartre (1905–1980)

Freitod

Fremdbewirkung / Fremdbeginn

Fremdentstehung und Selbstaufhebung (Heterogenese und Suizidautonomie)

Fremderhaltung, Selbsterhaltung, Selbstaufhebung

Fremdnützigkeit und Eigennützigkeit

Freud, Sigmund

Friede, ewiger

Frischs Fluch

Froh, geboren zu sein

Spiel mit dem Leben

Fruchtbarkeit

Führungszeugnis der Gattung

Paul Scheerbart (1863–1915)

Erich Fromm (1900–1980)

Seume (1763–1810)

Futuritätsdefizit, parentales

G

Gabentausch – Gegengeschenk des Lebens

Gandhis Gangart

Gandhis Grundsatz

Gattungs-Bewusstsein

Gattungsaufgaben

Gattungsdienst

Gattungsdienst als Kriegsdienst

Gattungsfeigheit

Gattungsgesamtleid(ensbilanz)

Gattungs-Un-/Glücksbilanz und Tyrannei mehrheitlicher Lebensqualität

Hegel (1770–1831)

Nietzsche (1844–1900)

Horkheimer (1895–1973)

Lem (1921–2006)

Aichinger, Ilse (1921–2016)

Terry Eagleton (*1943)

Gattungsgroßexperimente

Goethe (1749–1832)

Malthus (1766–1834)

Gattungsleid-Apathie

Gattungsmasochismus

Gattungsscham

Gattungs-Selbstbewertungen und indirekte Gattungs-Selbstauskünfte

Religionen

Utopien

Science Fiction – Gattungs-Selbstspiegelung im Urteil außerirdischer Intelligenz

Gattungsversagen

Gebärdruck

Gebärfolter, Gebärfurcht Gebärterror

Euripides (480–406) und Balzac(1799–1850)

Claudius, Matthias (1740–1815)

Verdi (1813–1901)

Tolstoi (1828–1910)

Janitschek, Maria (1859–1927)

Kühn, Lenore (1878–1955)

Klabund (1890–1928)

Aichinger, Ilse (1921–2016)

Jaccard, Roland (*1941)

Natalsadismus

Kleistsches Gesetz

Gebärstreik

Gebärstreik und Lysistrata-Prinzip

Dohm, Hedwig (1831–1919)

de Giraud, Théophile (*1968)

Gebärtod (Gebärbelastung)

Geborensein

Geburt

Gebürtlichkeit (Natalität)

Geburtsdezisionismus, rücklaufender

Geburtsangst als Todesangst und Geburtsschock

Geburtsschuld

Wildenbruch, Ernst von (1845–1909)

Geburtssschuld, evolutionäre

Geburtsdank Verstorbener

Geburtshäuser – Sterbehäuser

Geburtstag(sfeier)

Polgar, Alfred (1873–1955)

Musil, Robert (1880–1942)

Kerner, Justinus (1786–1862)

Eichrodt (1827–1892)

Hueck, Walter (1889–1975)

Kluge, Alexander (*1932)

Bernhard, Thomas (1831–1889)

Geburtstagslieder

Blumauer, Aloys (1755–1798)

Zuckowski, Rolf (*1947)

Geburtsurkunde

Geburtsverfluchung

Geburtsvergessenheit-Todesversessenheit

Maeterlinck, Maurice (1862–1949)

Heideggers eingestandene Einseitigkeit

Hannah Arendts Kompensation der Mortalität durch politische Natalität

Gefangene, Sträflinge und Rekruten des Lebens

Pessoa, Fernando (1888–1935)

Gendiagnostik und Antinatalismus

Generationenvertrag, pronatalistischer

Genetisch informierter Antinatalismus

Genlotterie

Geo-Neganthropie

Gerontolager (Neologismus für: Altersheime)

Gerontolager-Erklärung

Gerontolager-Zynismus

Geschenk des Lebens als larvierte Zumutung des Sterbenmüssens

Eichendorff, Joseph von (1788–1857)

Platen (1796–1835)

Schopenhauer (1788–1860)

Betty Paoli (1814–1894)

Wedekind (1864–1918)

Mann, Thomas (1875–1955)

Hildesheimer, Wolfgang (1916–1991)

Crawford, Jim

Janosch (alias Horst Eckert, *1931)

Bleibohm, Gunter (*1947)

Geschenkte Kinder

Mann schenkt Frau Kind

Frau schenkt Mann Kind

Eltern wird Kind geschenkt

Eltern schenken sich gegenseitig ein Kind

Geschichte als Beschämung

Seume und Klinger zur Französischen Revolution

Geschmack des Daseins

Gesellschaftskritik und Antinatalismus (als zu Ende gedachte Gesellschaftskritik)

Komplizenschaft der Kritischen Gesellschaftstheorie

Gesellschaftskritischer Pronatalismus (Marx)

Gesellschaftskritischer Antinatalismus (Sombart)

Giraud, Théophile de (*1968)

Glück – seine Kompensationsinkompetenz

Spitteler, Carl (1845–1924)

Nietzsche (1844–1900)

Glück, geboren zu sein

Anders, Günther (1902–1992)

Nagel, Thomas (*1937)

Glück des Nichtmehrseins

Glücksbeförderung und Antinatalismus

Gnadenlosigkeit der Geburt

Gnosis und Antinatalismus

Gnostische moderne Dichtung

Gnostischer Schock

Goethe (1749–1832)

Goethes Lebensmut-Grenzwert

Goethe-Opium

Goethe-Paradoxon, invertiertes

GOLDENE ELTERN-REGEL (bezüglich objektiverKomplizenschaft mit allem Unheil)

Goldene Zeugungsregel

de Goncourt, Edmond (1822–1896) und Jules (1830–1870) – Glücklicher Tod und Gattungsende

Gottesabsolution

Gottesanklage, Gottesschuld

Mahabharata

Omar Chayyam (1048–1131)

Lautréamont (1846–1870)

Paul Kornfeld (1889–1942)

Adolf von Hatzfeld (1892–1957)

Dohm, Hedwig (1831–1919)

Koeppen, Wolfgang (1906–1996)

Blumenberg, Hans (1920–1996)

Pelz, Joachim (*1932)

de Giraud (*1968)

Huysmans Joris-Karl (1848–1907)

Mistry, Rohinton (*1952)

Gottesbeteiligung, nativistische

Gottesbeweis, neganthropischer

Gottesboykott

Gottesimplosion

Gotteskindschaft

Gottes-Schuldbekenntnis

Gottestabu

Grenzwerte, neganthropische

Individualneganthropische Grenzwerte

Kantischer Limes – Frage nach dem kollektiven neganthropischen Grenzwert

Tyrannei mehrheitlicher Zufriedenheit mit minimaler Lebensqualität

Großfamilie

Grundsatz vorausgesetzter Existenz

Günther, Johann Christian (1695–1723)

Gut-Seins-Sog

H

Habermas, Jürgen (*1929)

Selbstproduzierte Verheerungen

Halbseiende Gebilde

Hamlet

Shakespeare (1564–1616)

Eichendorff (1788–1857)

Heiner Müller (1929-1995)

Hardy, Thomas (1840–1928)

Bürde des Bewusstseins

Mä phynai bei Hardy (1840–1928)

Härte des Realen

Haushofer Marlen (1920–1970)

Häyry, Matti (*1956)

Hedonistisch-bionome Gattungsfortsetzung

Hedonistische Tretmühle: Pech für das Glück

Hegel, G. W. F. (1770–1831) – widerspruchslose Menschenlosigkeit

Heils- und Unheilspropensität (nativistische Ambipolarität)

Heimvorteil des Daseins

Herausglauben und Herausreflexion aus dem Seinsollen

Hermeneutik, nativistische

Hervorgehenlassen

Heuristik der Furcht

Heym, Georg (1887–1912)

Hiatus, nativistischer

Himmlisches Glück und höllische Pein

Himsa-Fußabdruck (neganthropischer Fußabdruck)

Hinduismus – Menschen als Fehler Gottes

Historisch vorbelastete Welt

Hoffnung

Enttäuschte Hoffnung und historisch informierter Antinatalismus

Hölderlin (1770–1843)

Höllenrisiko und Antinatalismus

Seelen, verlorene

Hohenhausen, Carl von (1816–1834)

Hohenhausenscher Ausgleich

Hospitalitätsprinzip, nativistisches und Weltanpassungspriorität

Humanfatalisten

Humanomanie (Menschheitswahn)

Pascal, Blaise (1623–1662)

Humanoptimierung / Genetische Optimierung des Menschen

Humoristischer Antinatalismus

Indiens Besserniedagewesenseins-Spruch

Roth, Eugen (1895–1976)

Nietzsches Weltkomödiant

Freud (1856–1939) versteht keinen Spaß

Entwitzung des Mä phynai-Wunsches

Wedekind, Frank (1864–1918)

Lear, Edward (1812–1888)

Reutter, Otto (1870–1931)

Emerson, Ralph Waldo (1803–1882)

Weber, Carl Maria von (1786–1826)

Kästner, Erich (1899–1974)

Larkin, Philip (1922–1985)

Hüsch, Hans Dieter (1925–2005) – der Geschichte aus dem Weg gegangen

Sprichwort zur Kunstlosigkeit des Kindermachens

Kind nicht mit dem Bade auszuschütten

Getretensein ins Dasein

Unentschuldigtes Fehlen

Hypnophilie (auch: Narkophilie)

Herders (1744–1803) Diktatur der Wachheit und Not

Platon (428–348)

Lukrez (circa 97–55 v.d.Z.)

Theodor Fontane (1819–1898)

Pennac, Daniel (*1944)

Geborenseinsmüdigkeit: Michel Tournier (*1924)

Hypnophobie (auch: Somniphobie, Narkophobie, Schlafangst)

I

Ichfälligkeit

Idealisierung der Elternschaft, pronatale

Immergewesenseinswunsch

Immunsysteme

Perinatales Immunsystem

Implizite Anthropodizee

Indirekte Antinatalismen - Anspruchsantinatalismus

Gesundheit

Kinderrechtskonvention der UNO

Nussbaum, Martha (*1947)

Infantomanie und Gerontophobie

Infinitesimale Ichhaftigkeit

Infinitesimale Ichhaftigkeit im Sinne der Willensmetaphysik

Infinitesimale Ichhaftigkeit im Sinne des Panpsychismus

Postmortales infinitesimales Ich

Infinitesimale Ichhaftigkeit im Sinne des Möglichkeitsbegriffs

Infinitesimal-traumhaftes Ich

Persien (Omar Chayyam)

Schlummer des Nichtseins bei Wildgans, Flaubert und Jean Paul

Institutionen

Instrumentalisierung und Verzweckung des Kindes

Kriegsgebürtlichkeit

Intentio recta aufs Kind

Intentio obliqua aufs Kind

Interesse an Existenz

Intergenerationelle Un-/Glücksbilanzierung

Intermittierende Nichtexistenz

Intrauteriner Dauerverbleib und Glück der Niegeburt – lieber geborgen als geboren

Kain, Max

Schwedhelm, Joachim

Invertierter Lebenslauf

Irrläufer Mensch

Mensch als Dummer-Jungenstreich – Helmuth Plessner (1892–1985)

Mensch als Fehlweg – Mitscherlich, Alexander (1908–1982) und Margret (1917-2012)

Anthropofugale Erlösung – Johannes Mario Simmel (1924–2009)

Unglück Irrläufer – Horst Tappert (1923–2008)

Islam

Chayyam (1048–1131)

Attar, Fariduddin (~1136–1220)

J

Jaccard, Roland (*1941)

Jacob, Peter (*1943)

Jaspers, Karl (1883–1969)

Jüdischer Antinatalismus

Jüngstes Gericht

Jugendliches „Besser nie geboren!“

K

Kapitalismus

Totale Inwertsetzung des Menschen (Kästner)

Karma

Katatropie und Anastasis

Katatropie bei S. Lem (1921–2006)

Katatropie bei Haushofer (1920–1970)

Katatropie bei Klinger (1752–1831)

Müller-Lyer (1857–1916)

Alexan

Kette der Fortzeugungen statt Kreislauf der Wiedergeburten

Chayyam, Omar (1048–1131)

Heine (1797–1856)

Gontscharow (1812–1891)

Heym, Georg (1887–1912)

Pavese, Cesare (1908–1950)

Kierkegaard (1813–1855)

Kiergegaards verkrachte Existenz

Angst vor dem In-der-Welt-sein im Vorhof des Antinatalismus

Kierkegaard als moderner Silen

Kierkegaards Endbeschleunigung

Kinderlosigkeitsdank

Kinderphilosophie

Dickens, Charles (1812–1870)

A tale of two cities

Bleak House

Nicholas Nickleby

Barnaby Rudge

David Copperfield

Ende, Michael (1929–1995)

Kinderwunsch

Altenberg, Peter (1859–1919)

Dürrenmatt (auf die Frage „Sind Ihnen die Kinder wichtiger als Ihre Bücher?“)

Russell, Bertrand (1872–1970)

Kinderzeugen

Pfrang, Erwin

Crawford, Jim

Kindesdank

Kindesundank

Kindesschuld

Chateaubriand, François René (1768–1848)

Heyse, Paul (1830–1914)

Kindes-Verfluchung

Kleist, Heinrich von (1777–1811)

Casanova (1725–1798)

Altenberg, Peter (1859–1919)

Heyking, Elisabeth von (1861–1925)

Kindliches/Jugendliches Besser nie geboren

Schmids Sohn

Röllekes Tochter

Ein 14-Jähriger

Dohms Enkel

Kind-Elter-Dialog

Kinder

Kinder haften für ihre Eltern – ein Warnschild

Kinderkonsumtion

Kinderkrankheiten

Kinderlose Kasten

Kindertod und Elterntod. Verborgener nativistischer Egoismus

Kinder-Tabu

Tolstoi (1828–1910)

Bromme, Moritz Theodor William (1873–1926)

Kindesleid

Huysmans, Joris-Karl (1848–1907)

Kindesschuld

Kindheit

Vom Nachteil, Kind zu sein

Kindliche Daseinsängste

Hartlieb, Wladimir (1887–1951)

Kindheitsblindheit

Kommunismus

Komödianten des Lebens

Kompensationsgrenze

Kompensierendes Ich

Komplizenschaft und Billigung

Komplizenschaft, objektive

Komplizenschaft, subjektive

Lems karnistische Komplizenschaft als Modell

Adornos Schuldzusammenhang

Dann geh doch nach drüben: Wilhelm Buschs (1832–1908) Komplizenschafts-Unterstellung

Hans Saner (*1934) – Einschleusung in die Komplizenschaft

Konkatenation, neganthropische

Konterdank für das Niegewesensein

Kontrazeptions-Zeitalter

Wir Kinder bitten nicht darum, geboren zu werden – Thomas Hardy (1840–1928)

Blumenbergs Welt der Gewollten

Kosmodizee

Krankenhaus

Krankheit

Friedrich Rückert (1788–1866)

Peter Altenberg (1859–1919)

Krimineller Antinatalismus? – Kondylis‘(1943–1998) Kriminelle des Geistes

Kriminatalität – Daseinstäter haften metaphysisch für ihre Geschöpfe

Chayyam (1048–1131)

Klinger (1752–1831)

Grabbe (1801–1836)

Lewald (1811–1889)

Wedekind (1864–1918) und Martin Meyer

Paul Kornfeld (1889–1942)

Bierbaum und Bernhard

Heyking, Elisabeth von (1861–1925)

Kriminatalistik und Pädagogik (Raabe und Hartlieb)

Kritische Theorie der Gesellschaft

Krypto-Antinatalismus

Eagleton, Terry (*1943)

Kultur

Misslungensein der Kultur

Kultur als Beruhigungsmittel

Kultur als Notwehr

Kulturrevolution

Künftige Generationen

Kurnigs Neo-Nihilismus als buddhistisch säkularisierter Geist des frühen Christentums

Erziehung

Die Todeskatastrophe

Suizidzynismus

Niegewesensein

Wer uns in Lebensgefahr und Todesgefahr brachte: Das Eltern-Tabu

Vedischer Widerspruch – Asien als Vorbote restloser Entvölkerung?

Gegenargumente

Kurnigs Stellung

L

Lachen

Kant (1724–1804)

Klingemann, August (1777–1831)

Dohm, Hedwig (1831–1919)

Unbeschwertes Lachen

Landschaftsmalerei

Langeweile

Saner, Hans (*1934)

Leben als Problemlösen

Leben(sbeginn) als Schaden

Leben inmitten von Leben, das sterben muss, das nicht gefragt wurde, ob es existieren will

Lebensangst (aus Todesangst)

Lebensbeginn

Mentalistische Theorie des Lebensbeginns

Organismische Theorie des Lebensbeginns

Lebensfristungszwang

Rousseau (1712–1778

Gutzkow, Karl (1811–1878)

Lebenslüge Geburtstag

Lebenssatt

Lebenwollenmüssen

Leeres-Nest-Syndrom

Leibniz’ Anthropodizee in der Theodizee

Leiden

Pathodizee (Rechtfertigung des Leidens)

Soziologie der Leiden

Leidensprimat

Leidfreiheit und Moralfreiheit

Leidglück

Leidsummenmehrungsgebot des Alten Testaments

Leopardi, Giacomo (1798–1837)

Lernschwäche der Gattung und Katastrophen

Roth, Eugen (1895–1976)

Keller, Gottfried (1819–1890)

Lessings Sohn

Lethisches Prinzip

Letzter-Mensch-Poesie

Letztverursachung

Licht der Welt

Indischer Spruch

Epikur (~341 – ~271)

Roth, Eugen (1895–1976)

Gryphius, Andreas (1616–1664)

Dehmel, Richard (1863–1920)

Rousseau zum Nachteil, geboren zu sein

Schleich, Carl Ludwig (1859–1922)

Raabe, Wilhelm (1831–1910)

Chamisso (1781–1838)

Bebel, August (1840–1913)

Wildgans (1881–1932)

Biedenbach, Mieze (vermutlich eine fiktive Person)

Cioran (1911–1995)

Licht unter dem Papierdrachenschatten (Schnurre, Wolfdietrich)

Pränatales Licht der Welt

Helle des Dunkels (Klabund)

Liebe und Natur-Schönheit

Liebesleidlyrik

Bürger, Gottfried August (1747–1794)

Ligotti, Thomas (*1953)

List der Natur

Lotterie des Schicksals

Zäunemann, Sidonia Hedwig (1711–1740)

August Wilhelm Schlegel (1767–1845)

M

Malthus, Thomas Robert (1766–1834)

Malvoluntarismus

Manko, existenzmetaphysisches

Mantel-Metapher

Mä phynai (μὴ φῦναι)

Niegeborenseinwollen und Niemalsentstandenseinwollen

Mä phynai – eine altgriechische Daseinshaltung (Jacob Burckardt)

Mä phynai im alten Rom (TheodorMommsen, 1817–1903)

Mä phynai-Beispiele

Straßburg, Gottfried von (1180–1210)

Chaucer, Geoffrey (~1343-1400)

Shakespeare (1564–1616)

Chateaubriand, Francois René de (1768–1848)

Hoffmann, E.T.A. (1776–1822)

Beecher Stowe, Harriet (1811–1896)

Geibel, Emanuel (1815–1884)

Brontë, Charlotte (1816–1855)

Whitman, Walt (1819–1892)

Holz, Arno (1863–1929)

Auden, Wystan Hugh (1907–1973)

Eliot, George (1819–1880)

Mäphynai-Antinatalismus-Implikationsverhältnis

Hofmannsthal, Hugo von (1874–1929)

Unik, Pierre (1909–1945)

Mäphyniker

Massa damnata

Mätopie

Ludwig Marcuses (1894–1971) Mätopie

Mayreder, Rosa (1858–1938)

Medizin-Dilemma

Mehrfurcht statt Ehrfurcht vor dem Leben

Mensch und Welt

Menschen, die gut daran taten, nicht auf die Welt zu kommen

Menschen, Menschen, Menschen

Menschheitsabenteuer

Menschheitsapriori

Menschenexperimente

Menschheitsapologie

Menschheitsminute, Menschheitstag

Lem (Zweifel amNihil inhumani a me alienum puto)

Loetscher, Hugo (1929–2009)

Mephistopheles-Maxime

Metabolischer Imperativ

Metallbasierte Organismen

Metamorphosen, nataltheoretische

Metaphysisches Reagenz der Existenzabstraktion

Millers Papageien (Alice Miller, 1923–2010)

Mill-Limit

Milton, John (1608–1674)

Minimalisten

Büchners (1818–1837) Atomschmerz

Zola, Émile (1840–1902)

Hardy, Thomas (1840–1928)

Kessler, Harry Graf (1868–1937)

Nichtseins- und Amselvergleich (Douglass, Frederick)

Benn, Gottfried (1886–1956)

Spitteler, Carl (1845–1924)

Albert Ehrenstein (1886–1950)

Cioran (1911–1995)

Adorno (1903–1969)

Updike, John (1932–2009)

Mirbeau, Octave (1848–1917)

Misanthrop

Misanthropie und Euanthropie

Mitfreude, Mitleid und Schadenfreude

Mudita

E. v. Hartmann (1842–1906)

Mitgefühl

Moderne

Montesquieu (1689–1755)

Mortalmythos

Mortifugalprinzip

Musikalisches Mä phynai (Niegeborensein)

Gluck, Christoph Willibald (1714–1787) – Orpheus und Euridike

Lennon, John (1940–1980)

Ibáñez/Goytisolo

Queen (Freddy Mercury)

Mutterleibeigenschaft, pränatal-physiologische und juridische

Mutterschaftsprobleme

Hofmannsthal, Hugo von (1874–1929)

N

Nabelschnur des natürlichen Gattungszusammenhangs

Nachträglichkeit nataler Zustimmung/Ablehnung

Nächstentoderfahrungen im Familien- und Freundeskreis

Indische Religiosität

Haustiere

Großeltern

Sévigné, Madame de (1626–1696)

Natal-mortale Indifferenz

Natale Differenz

Natalität

Natalitätsmatrizen

David Benatar

Herrmann Vetter

Natalkategorischer Imperativ

Natalmyopie

Natalmythos

Der Guf-Raum

Guf-Potential

Buch des Lebens

Kinderbrunnen

Natalnaturalisierung

Natalökologie

Natalphobie

Natalitätsasymmetrie

Natalschuldumkehr. Das Kantische Nataltheorem

Die Medea-Klage

Kants Natalschuldumkehr

Nietzsche

Bernhard bedenkt Kant

Sommer bedenkt Kant

Sloterdijk bedenkt Kant (retrospektive Elternabsolution)

Thomä bedenkt Kant

Nativitätsnaivität

Goethe (1749–1832)

Heine (1797–1856)

Büchner (1813–1837)

Platen (1796–1835)

Sloterdijk (*1947)

Nativistische Blendung

Nativistische Fehlschlüsse

Nativistische Beliebigkeit statt Wunschkind

Dankbarkeit fürs Dürfen

Nativistischer Daseinsdrang

Nativistische Weltbejahung. Walter Hueck (1889–1975)

Nativitätsasymmetrie

Nativitätsfatalismus

Nativitätsverfluchung (Geburtsverfluchung), christliche

Naturdiktat und Naturverfluchung

Naturgeschichte

Naturkatastrophen

Natürlichkeit, fürchterliche

Natürlichkeit des Antinatalismus

Neganimalischer Grenzwert

Neganthropinon

Neganthropisches Gefälle

Neganthropisches Prinzip

Kosmologisches neganthropisches Prinzip

Individualneganthropisches Prinzip

Historio-neganthropisches Prinzip

Neganthropisches Reagenz

Neganthropie-Profiteure / Neganthropie-Nießnutz

Spitteler, Carl (1845–1924)

Mörderkinder (Freud)

Hypertrophie des Gehirnorgans (Horkheimer-Adorno)

Jaspers‘ generativer Schuldzusammenhang

Neganthropische Existenzgrundlage (Adorno)

Wir als Nutznießer (Blumenberg)

Arthur Feldmann (1926–2012)

Negativ kommunizierende Röhren der Kultur

Wedekind (1864–1918)

Negativansteckungsdominanz

Negative Ästhetik und Narrativitätsdefizit des Glücks

Negative Intentionalität

Negative Kontamination und Positivitätspurifikation

Negativer Utilitarismus

Negativitätsaufbereitung

Negativitätsdemenz

Negativitätsdiversität

Negativitätsdominanz

Organische absolute Negativitätsdominanz

Organismische Negativitätsdominanz

Negativitätsdominanz und Krankheit

Negativitätsdominanz und Stimmung

Negativitätspermanenz

Negativnachhall

Negfugalität, Primat der

Neronisches Prinzip

Neuffer, Martin (1924–2004)

Neuanfang

Neugeboren

Neugeborenes

Hammer-Purgstall, Josef von

Alred Polgar, Das Kind

Benn, Saal der kreißenden Frauen

Neuternatalismus

Nichtbetroffensein

Nichtseinswunsch, Typik

Nichtexistenzasymmetrie

Friedrich Theodor Vischer (1807–1887)

Nichtexistenzerhellung

Nichtgeborenwerdenwollen

Nichtgewesenseinsentsorgung

Nichtkompensierbarkeit des Leids

Deschner, Karlheinz

Nichtmehrdaseinsgelassenheit

Nichtproportionalität pro-generativer Entscheidungsrevisionen

Nichtsversagen

Nichtsein als Zustand

Nichtseinsrenitenz

Nichtsnutziger Altruismus

Nichtsungläubigkeit

Niedagewesenseinsangst

Niedagewesenseins-Erpressung

Niedagewesenseinsverwünschung

Shakespeare (1564–1616)

Dickens, Charles (1812–1870)

Eliot, George (1819–1889)

Beecher Stowe (1811–1896)

Mirbeau (1848–1917)

Niedagewesenseinswunsch als Drohung

Niedagewesenseinswunsch irrational?

Niedagewesenseinswunsch mit pränatal-paradiesischer Regression

Burckhardt, Jacob (1818–1897)

Börries Freiherr von Münchhausen (1874–1945)

Ardelius/Jersild

Nietzsche, Friedrich (1844–1900)

Das „Wozu?“ – abgelehnt und gesucht

Nietzsches Zusammenbruch

Nihil inhumani a me alienum puto

Nihilismus und Antinatalismus

Nihilismus und Pronatalismus

Niobisches Prinzip

Nirwana

Nochnichtgewesenseinswunsch

Nutztiere und „Nutzmenschen“

Vilar, Esther (*1935)

Salt, Henry Stephen (1851–1939)

Johnson, Samuel (1709-1784)

O

O wär’ ich doch abgetrieben worden

O hätte ich nie geboren (Mutter-Revokation)

O wär’ ich nie geboren!

Ohnmacht

Oino-Theodizee

Oktroy-Irrtum

Ontologischer Kentaur Mensch

Ontopathologisches Syndrom

Optimismus

Optimismus, unrealistischer nativistischer

Diderot, Denis (1713–1784)

Optimismus als Pronatalitätsvehikel (Caraco, Alberto, 1919–1971)

Weltkriegsunverwüstlicher Optimismus Karl Brögers (1886–1944)

Optimistischer, lebensfroher Antinatalismus?

Ovids Prinzip

P

Päckchen

Panempathie

Panempathiedefizit und Gattungsleid-Apathie

Nietzsche (1844-1900)

Green, Julien (1900–1998)

Panempathie-Präsenz

Poellnitz, Gerhard Bernhard von (1617–1679)

Brecht (1898–1956)

Eich, Günter (1907–1972)

Wells, H. G. (1866–1946)

Papasein (Infantilisierung als Überlebensstrategie)

Paradiese als Entschädigungsanstalten

Burns, Robert (1759–1796)

Günther, Johann Christian (1695–1723)

Hebel, Johann Peter (1760–1826)

Jean Paul (1763–1825)

Herder, Johann Gottfried (1744–1803)

Feuerbach, Ludwig (1804–1972)

Kompensation für embryonale Gefangenschaft (B. von Arnim)

Eichendorff (1788–1857)

Des Knaben Wunderhorn

Chayyams metaphysischer Fußtritt

Metaphysik als Versicherungsanstalt

Paradox und Bedeutung der Abschlusserfahrung

Parentalrevision (symbolischer Widerruf derElternauflastung)

Parentodizee

Parallelwelten

Paterfugalität (die Elternschaft flüchtend)

Paternihilismus

Patt, nativistisches

Pensum

Antike Weltablehnung aus der Mühsalsablehnung

Thackeray, William Makepeace (1811–1863)

Rühmkorf, Peter (1929–2008)

Performative Letztbegründung

Personenfreies Argument

Perspektivenlosigkeit

Pessimismus, griechischer – Zum Unglück geboren

Philosophie – das Gehirn der Religion

Platon (427–347)

Positivitätsdissipation

Positivitätsdrall und Pollyanna-Prinzip

Pollyanna-Hypothese und -Prinzip

Der Roman „Pollyanna“

Positivitätsumkehr (ethische Vorzeichenumkehr)

Poulet, Georges: Von der Existenzverwünschung zur Daseins-Anklage. Antinatalismus in Georges Poulets unbekanntem Meisterwerk „Nichts ist...“

Daseins-Anklage bei Georges Poulet

Präexistenz

Präexistenz mit pronatalem Impetus (Talmud)

Präexistenz mit Theodizee und antinatalistischem Aspekt

Traduzismus (Tertullian) und Kreationismus (Hieronymus)

Die schreienden Seelen der Hildegard von Bingen (1098–1179)

Präexistenz, Elterndank und Elternschuld

Volkstümlicher Mythos

Byron (1788–1824)

Casanova (1725–1798)

Wilhelm Busch (1832–1908)

Pränatale Freiheit

Widmann, Josef Viktor (1842–1911)

Pränatalvergessenheit

Präkonzeptiv-retrojektiv symbolischer Suizid (auch: Symbolisch retrojektiver Suizid)

Preis des Lebens

Primat der Menschheit

Primat der Sterblichkeit

Primortalität

Wildgans‘ Spruch auf den Weg

Findelkinder

Probezeit der Gattung

Projektive nativistische Einstellung

Pronatale Vernunftsuspension

Pronatalismus

Antiker Pronatalismus

Pronatalismus, gemäßigter historisch-informierter

Kosmischer Pronatalismus

Pronatalismus-Argument

Heroischer Pronatalismus

Pronatalisten

Holtug, Nils

Parfit, Derek (1942–2017)

Singer, Peter (*1946)

McMahan, Jeff (*1954)

Pronatalparadox

Pronatale Metaebene der Ethik

Proto-Ich

Pseudo-Humboldt

Psychoantinatalismus/Psychoanthropofugalismus

Die drei Quellen strukturellen menschlichen Leids und der Leidlinderung nach Freud

Freuds historische Panempathie und die von ihm verkannte Anthropodizeepflichtigkeit

Psychopronatalyse

Q

Qualia

Quartus – ein antinatalistischer Nachschopenhauerianer

R

Rache, nativistische

Recht auf eigene Nachkommen als Grundrecht freier Persönlichkeitsentfaltung?

Recht, geboren zu werden, in Frage gestellt

Recht, nicht geboren zu werden

Reinkarnationstest

Eduard von Hartmann (1842–1906)

Omar Chayyam (1048–1131)

Chateaubriand (1768–1848)

Schopenhauer (1780–1866)

Cäsar Flaischlen (1864–1920)

Hedwig Dohm (1831–1919)

Philippe Annaba (*1944)

Übelhaufen

Reisemetapher

Dusch, Johann Jakob (1725–1787)

Rejektionismus

Rejektionsdestruktivismus

Expressionistischer Rejektionsdestruktivismus

Religion als Daseinsprotest

Marx (1818–1883)

De Quincey (1785–1859)

Rentnerklappe (Altenklappe)

Retrojizierter Tod

Retrojizierte (rückwärtsgewandte) Todessehnsucht

Retroaktive Konfirmation

Retrojektive Entwertung

Reue, nativistische

Revolte, metaphysische

Metaphysische Revolte des Omar Chayyam (1048–1131)

Metaphysische Revolte von Wally, Gutzkows Zweiflerin

Paul Kornfelds Himmel und Hölle

Risikoblindheit, pronatale

Rölleke (*1936)

Rousseau (1712–1778)

Rousseau reformuliert

Rousseaus Anthropodizee

Überlistung derList der Natur – Rousseaus Verebbensangst

Rousseaus Pronatalschuld

Rückert, Friedrich (1788–1866)

Rücklauf vor den eigenen Lebensbeginn

Cioran (1911–1995)

Rücksichtslosigkeit, generative

S

Sadismus, unwillkürlicher nativistischer

Saldo natale

Saldo natale als Reinkarnations-Kontokorrent

Salto esistenziale

Salto impersonale

Salto mortale, nativistischer

Salto natale – Geburtssprung (unlogischer Sprung ins Dasein)

Saner, Hans (*1934)

Sartre, Jean-Paul (1905–1980)

Satanische Regel (Zumutbarkeits-Version der Goldenen Regel)

Schaden des Existenzbeginns? Behinderung als Schädigung?

Schallmauer, biologische

Casanova (1725–1798)

Schatten der eigenen Existenz (Sprung über den Schatten der eigenen Existenz)

Scheltworte über das Leben

Schillers nativistischer Räuber

Schimmel-Theorem

La Mettrie (1709–1751)

Schopenhauer (1788–1860)

Scheerbart (1863–1915)

Büchner, Ludwig (1824–1899)

Horkheimer, Max (1895–1973)

Grünbein, Durs (*1962)

Usinger, Fritz (1895–1982)

Schlaf – als Todes und Niedagewesenseins Bruder

Friedrich Heinrich Jacobis (1743–1819) Vorhäfen des Todes

Goethes Bruder Tod

Schopenhauers Schlaf als intermittierender Tod

Feuerbach, Ludwig (1804–1872)

Dickens, Charles (1812–1870)

Weber, Karl Julius (1767–1832)

Schlechtigkeitsgrund aller Wohltaten

Schmerz

Schmerzdilatation

Schmidt, Arno

Schongewesenseinswunsch

Schopenhauer, Arthur (1788–1860)

Schöpferfrondienst

Schreien des Neugeborenen

Rousseau (1712–1778

Kants (1724–1804) Schreien aus Entrüstung

Claudius, Matthias (1740–1815)

Penzoldt, Ernst (1892–1955) – Aufdieweltkommensschmerz

Kuppermann, Alexander

Pränatales Schreien und Weinen

Schuldaufbürdung

Schulddissipation

Schuldigkeitsindex, sozialhistorischer und Schuldprogression

Antikonzeptiver Schuldigkeitsindex

Abortiver Schuldigkeitsindex

Schuldkonto und Schuldtilgung

Sein, das

Seinsunwilligkeit vor dem Schleier gebürtlichen Nichtwissens. Von John Rawls zu Samuel Butler

Seinsversklavung

Niegewesenseinswunsch eines Sklaven

Seinswilligkeit

Selbst-Reflexion, nativistische

Selbstaufbürdung

Selbstbejahungs-Präsumtion

Selbstleidensgebot

Selbstmord

Selbstschenkung, Selbstgenese, Selbstabtreibung, Selbstverhütung und negierte Selbstbeglückwünschung

Suttners Selbstschenkung

Selbstgenese

Verhinderte Selbstabtreiber

Jandls Selbstverhüter und die negierte Selbstbeglückwünschung

Selbstverschuldung und Elternschuld

Selbstverwirklichung

Selbstverzicht, symbolischer

Anklagerecht und symbolischer Selbstverzicht

Klagerecht und symbolischer Selbstverzicht

Mitleidsanspruch und symbolischer Selbstverzicht

Selbstverzichtsausweis

Selbstvordenklichkeit

Selbstzumutung

Lichtenstein, Alfred (1889–1914). Freitod als Selbstbefreiung von der Selbstzumutung

Flaubert (1821–1880)

Cioran (1911–1995)

Terry Eagleton (*1943)

Self-made men

Senilitätspädagogik, zynische

Seume, Johann Gottfried (1763–1810)

Seumes Satz

Sévigné, Marie de Rabutin-Chantal, marquise de Sévigné (1626-1696)

Siechtums-Verurteilung

Silen – Nietzsches Umkehrung der silenischen Weisheit

Sinn-Arbeiter Kind

Sinn des Lebens und Sinnsuche

Sinn machen

Sinndurst und parentale Sinnschuld

Sisyphusist

Sisyphusmotiv

Heine (1997–1856)

Gutzkow (1811–1878)

Skandal der Existenz(philosophie)

Sloterdijk, Peter (*1947)

Smilansky, Saul

Sollschuld

Sombart, Werner (1863–1941)

Sombarts Satz

Sonnenbrandgleichnis

Soziale Geburt

Spaemann, Robert (*1927) – Zeugung ohne zureichenden Grund

Spezimanie

Spengler, Oswald (1880–1936) – ein Pronatalist des Untergangs

Speziesverlassenheit

Spielhagens Satz vom Niegeborensein

Staatsnatalismus

Horkheimer und die totalverwaltete Zeugungspflicht

Horkheimers Frage nach dem Geschenk des Lebens

Sarrazin, Thilo (*1945) – Pronatalismus ohne rationale Begründung

Sterbehilfe

Sterbenlassensbereitschaft – zeugungsbegleitende Abwertung der Ikone „Embryo“

Sterbenmüssen

Sterbenmüssen und Lebendürfen

Sterbensangst und Todesangst

Sterbensbewirkung

Sterbenszumutung und Verurteiltsein zum Sterben

Sterblichkeitsvergessenheit

Chateaubriand (1768–1848)

Sterne, Laurence (1713–1768)

Auflehnung gegen paternalistisch-despotischen Pronatalismus

Storch, pronatalistischer

Subjektsubreption (Subjekterschleichung)

Substitution

Sündenfall, neganthropischer

Sufismus

Suizid und Antinatalismus

Suizidabwehr, axiopathologische

Montesquieu, Charles-Louis de Secondat, Baron de La Brède et de Montesquieu (1689–1755)

Suizid-Argument

Suizidbremse

Suizidzynismus

T

Tantalusgefühl

Terrafugales Denken

Thanataler Gewissenskonflikt

Thanataler Hiatus

Thanatalfatalismus

Thanatalität (Todesgebürtlichkeit)

Chayyam, Omar (1048–1131)

Gottfried von Straßburg († um 1215)

Dante (1265–1321)

Opitz, Martin (1597–1639) – Sterben als des Lebens Pflicht

Wieland, Christoph Martin (1733–1813)

Wezel, Johann Karl (1747–1819)

Byron (1788–1824)

Lichtenberg, Georg Christoph (1742–1799)

Jean Paul (1763–1825)

Petöfi, Alexander (1823–1849)

Spitteler, Carl (1845–1924)

Mirbeau, Octave (1848–1917)

Dauthendey, Max (1867–1918)

Maeterlinck, Maurice (1862–1949)

Breton, André (1896–1966)

Leiris, Michel (1901–1990)

Aichinger, Ilse (1921–2016)

Bernhard, Thomas (1931–1989)

Fels, Ludwig (*1946)

Stadler, Arnold (*1954)

de Giraud, Théophile (*1968)

Thanatalitätsblindheit

Thanatalistisches Kompensationsprinzip – Platz für die Jungen

Theodizee

Epikur (~ 341–271)

Feldmann, Arthur (1926–2012)

Theodizee als larvierte Anthropodizee

Theognis‘ Theorem (Sententia Theognidis) vom Besten und Zweitbesten

Das Beste

Das Zweitbeste

Thrakische antinalistische Trauer

Cioran(1911–1995)

Jacob Burckhardt (1818–1897)

Klinger, F. M. (1752–1831)

Sterne, Lawrence (1713–1768)

Jandl (1925–2000)

Russell, Bertrand (1872–1970)

Smith, Martin

Tierliche Niegewesenseinswünsche

Rindliche Nichtgewesenseinswünsche

Wölfischer Niegewesenseinswunsch

Tierlicher Antinatalismus

Tod

Jean Paul (1763–1825)

Rilke (1875–1926)

Adorno über den Menschen als biometaphysischen Kentauren

Tod als Preis des Lebens

Tod als Telos und Erlöser

Todesbedeutsamkeitsinvertierung

Todesbewusstsein und Sterbensauferlegungsbewusstsein

Todesdrohung, symbolische

Todesentsorgung

Epikur (341–270)

Lukrez (~95–55)

Omar Chayyam)(1048-1131)

Todesentängstigung via mangelnde Geburtsfreude – Buffon (1707–1788)

Jean Paul (1763–1825)

Wilhelm Busch als Entsorgungskünstler

Todesrepulsion

Todespuffer Kind

Todesretter, Todesrettung

Todesurteil lebenslang

Tieck (1773–1853)

Schlegel, Dorothea (1764-1839)

Feldmann, Arthur (1926–2012)

Haushofer, Marlen ()1920–1970

Walser, Martin (*1927)

Todesverdrängung und Sterbensverhängung

Tolstois (1826–1910) idealchristlicher Antinatalismus

Negativitätsdiversität und Mä phynai (Anna Karenina)

Totgebliebenseinsmythos

Totgeburtswunsch, Lichtenberg-prophetischer

Totschläger-Argument

Schubart, Christian Friedrich Daniel (1739–1791)

Toynbee, Arnold (1889–1975)

Tragödie der Frau

Transhumanismus

Anti-Alterungs-Aspiration

Trauerspiel

Trost, antinatalistischer

Tücke des Objekts

Tyrannei der Biologie und Gegenrevolte

Ilse Aichinger – Biologie als Überfall auf die Existenz

Storm, Theodor (1817–1888)

Revolte gegen die Tyrannei der Gene

U

Übel der Nichtexistenz

Überforderung durch Antinatalismus?

Überlebenswille, Überlebenstrieb

Überlistung der List der biologischen Vernunft (Marcuse, Ludwig)

Umgreifendes und Vorgängiges

Umkehrforderung, nativistische

Umsonst, nativistisches

Blumauer, Aloys (1755–1798))

Tieck (1773–1853)

Börne, Ludwig (1786–1837)

Cazalis, Henri (1840–1909)

Unerträglichkeit und Unzumutbarkeit

Unerwünschte Nachkommenschaft (engl.: Wrongful birth)

Unerwünschte/unerbetene Existenz (engl.: Wrongful life)

Nativistische Anonymität

Unethik der Ethik

Ungeborene (Ungezeugte)

Chayyam (1048–1131)

Karl Bröger (1886–1944)

Die Höhle der Ungeborenen

Dörmann, Felix (1870–1928)

Hofmansthal, Hugo von (1874–1929)

Löns, Hermann (1866–1914)

Wijkmark, Carl-Henning (*1934)

Pronatalistische Verbuchung der Zahl der Ungeborenen

Ungehorsam, existentieller

Ungewollte Schöpfung

Ungewolltsein, nichthintergehbares

Ungezeugt Gemordete

Unglück, nicht geboren zu sein

Universalisierungsgrundsatz, mortalfugal-antinatalistischer

Unmensch

Uns-Geschenktwerden

Unsterblichkeitswunsch

Unteilbarkeit und Unveräußerlichkeit des Leids

Unterlassungsgebot und Unterlassungsverdienst

Schopenhauer (1788–1860)

Unverschuldeter Existenzbeginn

Unvordenklichkeit

Unwesen Kind

Unzumutbarkeits-Veranschaulichung, parentale

Urmutter

Urschuld

Jonas‘ Urschuldbekenntnis

Butler (1835–1902)

Utopien

Utilitarismus

V

Valencak, Hannelore (1929–2004)

Valentin, Karl (1882–1948)

Vaterliebe, prophylaktische (Walter Hueck, 1898–1972)

Vegetarismus, Veganismus und Antinatalismus

Verantwortung, nativistische

Verantwortungslosigkeit der Fortzeugung (Hans Reiner, 1896–1991)

Verbleib-Frage

Verblendungszusammenhang, nativistischer

Verdienst, antinatalistisches. Wohl-Taten und Übel-Unterlassungen

Verdrängungsschuld, nativistische

Vergewaltigung

Verhütung(smittel)

Verlustaversions-Dominanz

Vermisstwerden der Menschheit?

Vermisstwerden Einzelner: Parentale Selbstverankerung

Verschwindenwollen/Verschwindenswunsch

Vertragsillusion, nativistische

Verurteilung zum Dasein

Verzweiflung

Via Auschwitz

Viertes Gebot

Anzengruber (1839–1889), Das Vierte Gebot

Balzacs Vater Goriot

Vilar, Esther (*1935)

Vitalität – Bürgin des natürlichen Lebenszusammenhangs

Völkerwanderung

Voltaire (1694–1778)

Voluntary Human Extinction Movement

Voluntativer und exploitativer Fehlschluss

Bernard Williams (1929–2003) – biologische Radikale wiegen schwerer als Vernunft

Vorfindlichkeit

Goethe (1749–1832)

Lenz (1751–1792)

Wille, Bruno (1860–1928)

Rilke (1875–1926)

Werder, Lutz von (*1939)

Vorsätzliche Zeugung

W

Wahl der Qual

Weber, Max (1864–1920) und die Infantilität der Fortzeugung

Wehrlosigkeit, nativistische

Welt und wir

Weltangstschrei

Mantegazza, Paolo (1831–1910)

Popper-Lynkeus (1838–1921)

Weltgefängnis

Wen die Götter lieben…

Welt ohne uns

Weltdienstverweigerung, paradoxe

Wertblindheit

Wiedergeburt und Fortzeugung

Wiedertod und Wiedergeburt

Wiedergutmachung für zustimmungslosen Existenzbeginn

Wildgans, Anton (1881–1932) – Im Anschaun meines Kindes

Wohl des Geborenseins

Kleist, Ewald Chr. von (1715–1759)

Von Arnim, Achim (1781–1831)

Wohlgeborenseinstrug

Wozu Menschen?

Dostojewski (1821–1881)

Günther Anders (1902–1992)

Wozu ist man geboren?

Chayyam, Omar (1048–1131)

Brontë, Charlotte (1816–1855)

Lawrence, D.H. (1885–1930)

Alfred Polgars „Wozu ist das Leben da?“

Wunder, nativistisches

Wunschabspaltung

Wunschkinder

Würde

Yeats, W. B. (1865–1939)

Z

Zahlen: Antinatalismus und Niegewesenseinswunsch in Prozenten

Zahnschmerz

Zangengeburt

Zapffe, Peter Wessel (1899–1990)

Sinnlosigkeits-Antinatalismus in „Der letzte Messias“ von 1933

Om det tragiske (Über das Tragische) von 1941

Leidens-Antinatalismus

Zeitignoranz

Zeitlotterie und Zeitflucht

Hedwig Dohm (1831–1919)

Otto-Heinrich Kühner (1921–1996)

Zeugung

Zeugungen als Handlungen mit Sterbensfolge

Zeugung und Nachkommenschaft als sinngebende Autoritäten

Zeugungskriminalität

Fernand Calmettes über Léon Dierx

Mayreder (1858–1938)

Jaccard (*1941)

Zeugungsfolgenabschätzung und objektiv-kollektive Mitverantwortung aller Eltern

Unvorhersehbare Zeugungsfolgen

Unerwünschte Zeugungsfolgen

Zeugung unter imaginären Bedingungen aus emotionalem Engagement

Objektiv-kollektive Mitverantwortung aller Eltern für alles allen Menschen Geschehende

Nichtwissenkönnen als larviertes Nichtwissenwollen. Zur moralischen Zurechenbarkeit der Konsequenzen progenerativer Entscheidungen

Zeugungsfreiheit

Zeugungsinkognition

Zeugungspflicht

Zeugungsunvernunft – Beiläufigkeit der Existenzgründung

Forster, Georg (1754–1794) – vorgängige Vitalität

Hueck

Schiller, Friedrich (1759–1805)

Zeugungsschuld, Zeugungssünde, Zeugungsfrevel

Zeugungswiderruf, retrojektiv-fiktiver

Zeugungszynismus, höhnischer

Zimzum

Zivilisatorischer Ausblick

Zola, Emile (1840–1902)

Zoodizee

Zufriedenheit(spanzer)

Flaischlen, Cäsar (1864–1920)

Wildgans (1881–1932)

Casanova (1725–1798)

Zukunftsaufladung

Zukunftsproblematik

Zumutung der Existenz

Aichinger (1921–2016)

Eich, Günter (1907–1972)

Zurweltkommen

Zustimmungslosigkeit

Zwangsjacke Leben

Zweitbestes

Kerner, Justinus (1786–1862)

Lenau, Nikolaus (1802–1850)

Heinse, Wilhelm (1749–1803)

Heinrich Heine (1797–1856)

Aichinger (1921–2016)

ANHÄNGE

ANHANG I: Antinatalismus und letzte Menschen in der Literatur – Erinnerung an einen vergessenen Roman Karl Ettlingers (1882-1939)

1. Karl Ettlingers letzte Menschen

2. Antinatalismus bei Arno Schmidt

3. Guido Morsellis nichtkatastrophale Aufhebung der Menschheit

4. Herbert Rosendorfers Entwurf einer Soloexistenz

5. Anhang. Thomas Glavinic, Die Arbeit der Nacht

ANHANG II: Fortbestand durch Vernichtung. Das Kernmotiv für Hitlers Ziel der Judenvernichtung. Der Mensch als Gefangener von Sein und Schöpfung

Von Sozialdemokratie und Marxismus zum Judentum

Hitlers Rassismus einer blutübertragenen Ethik

Hitler als Diktator menschheitlichen Seinsollens in doppeltem Auftrag

Diktatur menschheitlichen Seinsollens. Philosophische Einordnung

ANHANG III: Zur Philosophie der Erschütterung: Erdbeben als Euthanasie und Kostenseite künftigen Nutzens im Denken Rousseaus und Kants

Erdbeben als Euthanasie

Rousseaus Anthropodizee

Einleitung

Pflanzt sich von heute an niemand mehr fort, stirbt die Menschheit in gut 100 Jahren aus. Das Aussterben der Menschheit auf dem Wege einer solchen natalen Enthaltsamkeit ist das Fernziel des Antinatalismus. Doch ist die antinatalistische Moraltheorie nicht auf dieses Fernziel beschränkt. Sie setzt bei einzelnen Personen an, die sie mit Argumenten davon zu überzeugen sucht, dass es besser ist, Entscheidungen, ein Kind zu zeugen, zu revidieren oder pronatale Entscheidungen gar nicht erst zu treffen. Aus antinatalistischer Sicht ist jede reflektierte, nicht zustande gekommene oder revidierte pronatale Entscheidung ein ethischer Erfolg. Wenn wir mit unserer Arbeit auch nur die Revision einer einzigen pronatalen Entscheidung bewirken, hat sie sich mehr als gelohnt. Wir hätten damit bewirkt – um an dieser Stelle nur davon zu reden –, dass ein Mensch weniger existiert, der Krankheiten durchmachen muss, schikaniert wird und das Siechtum oder den Tod von Eltern, Verwandten, Freunden oder Haustieren miterlebt, um schließlich selbst – vielleicht alleingelassen – hinfällig zu werden und zu sterben.

Da dieses Handbuch für die Menschenlosigkeit und die Kinderlosigkeit eintritt, werden manche Leser unweigerlich den Vorwurf der Misanthropie und der Kinderfeindlichkeit erheben.

Philanthropie

Nicht aus Misanthropie („Menschenhass“) plädiert der Antinatalist dafür, dass keine weiteren Menschen hervorgebracht werden, sondern vielmehr deshalb, damit keine weiteren Menschen zu existieren beginnen, die zumindest in bestimmten Momenten oder Phasen ihres Lebens indirekt oder direkt dem Hass und den Schikanen anderer Menschen ausgesetzt wären und in entwürdigende Situationen geraten würden. So gesehen ist nicht Misanthropie die treibende Kraft des Antinatalismus, sondern vielmehr Philanthropie (Antinatalismus, philanthropischer, Euanthropischer Imperativ).

Lässt man den mit dem Wort „Philanthropie“ einhergehenden Anthropozentrismus hinter sich und berücksichtigt man alle empfindenden Wesen, so lautet der Leitsatz eines in diesem Sinne universalisierten Antinatalismus: Hilf allen existierenden Lebewesen so gut du kannst und argumentiere dahingehend, dass keine neuen Lebewesen zu existieren beginnen.

Der Vorwurf der Kinderfeindlichkeit

„Antinatalisten sind dagegen, dass weitere Kinder das Licht der Welt erblicken, deshalb sind Antinatalisten gegen Kinder.“ So oder ähnlich lautet eine routinemäßig gegen Antinatalisten in Anschlag gebrachte Formel. Es ist eine Formel, die das Anliegen des Antinatalismus verzerrt. Nicht gegen Kinder spricht sich der Antinatalismus aus, sondern dafür, dass bereits existierende Menschen eine etwaige Entscheidung, Nachkommen zu haben, revidieren. Nicht gegen existierende Kinder argumentiert der Antinatalismus, sondern für Nachkommenlosigkeit.

Als Philosophie der Nachkommenlosigkeit ist der Antinatalismus nicht gegen Kinder, sondern vielmehr an den Leiden orientiert, die Kinder durchmachen müssen, nachdem sie zu existieren begonnen haben. Die antinatalistische Moraltheorie bezieht einen erheblichen Teil ihrer Motivation aus den Leiden von Kindern und plädiert dafür, dass die Welt zunächst kindergerecht (und menschengerecht) gemacht werden müsste, bevor es moralisch vertretbar sein könnte, so zu handeln, dass weitere Kinder zu existieren beginnen. Solange die Welt nicht so menschengerecht eingerichtet ist, wie es in manchen Utopien und Paradiesvorstellungen ausgemalt wurde, sollte im Sinne der antinatalistischen Moraltheorie von der Fortzeugung abgesehen werden (Weltanpassungspriorität). Wäre es möglich, morgen eine Utopie des Wohllebens zu verwirklichen, in der Menschen keine Übel mehr widerfahren können, so hätte der Antinatalismus einen Teil seines moralischen Impetus und seiner Daseinsberechtigung verloren. Statt gegen Kinder zu sein, rufen Antinatalisten dazu auf, zu bedenken, was man einem weiteren Menschen zumutet, wenn man so handelt, dass ein neuer Mensch zu existieren beginnt. Ontologisch paradox ausgedrückt: Antinatalisten sind für das Recht von Kindern auf Nichtexistenz.

Individuelle, soziale, geographische und intergenerationelle Nichtkompensierbarkeit des Leids

Hat der Antinatalist den Vorwurf der Kinderfeindlichkeit und der Misanthropie abgewehrt, wird er unweigerlich darauf hingewiesen, dass das Leben nicht nur aus Leid besteht, sondern fast immer auch Glücksmomente und freudvolle Phasen enthält. Im Leben des Einzelnen kompensieren gewesenes und bevorstehendes Glück aktuelles Leid jedoch nur bedingt, nämlich nur das Leid einer bestimmten Intensität und dies nur in bestimmten Lebensabschnitten. Ähnlich kompensiert aktuelles Glück nur bedingt gewesenes und bevorstehendes Leid. Allgemein gesprochen ist die Trostkompetenz des Glücks recht begrenzt. Dies leuchtet zumal dann ein, wenn wir den Standpunkt einer Leid-Glück-Robinsonade verlassen und den Menschen als soziales Wesen betrachten: Auch eine Person, die ihr Leben als Tanz auf Rosen empfunden haben mag, erzeugt und hinterlässt normalerweise Trauernde, wenn sie – wie die Hinterbliebenen sagen mögen – unerwartet und ohne Anzeichen von Krankheit aus dem Leben scheidet. Ganz abgesehen von einem unverbesserlichen Optimismus, der diese Person zu einer Selbstbewertung des eigenen Lebens geführt haben mag, die sich krass von den Befunden einer Außenbewertung unterscheiden kann.

Ferner kompensiert auf der Ebene des Sozialen das relative Wohlleben einer Kaste, Klasse oder Schicht nicht das Leid einer anderen Bevölkerungsgruppe; vergleichsweises Wohlleben in fortgeschrittenen Industrienationen kompensiert nicht das Leid in Armuts-, Kriegs- oder Hungerregionen der Welt.

Intergenerationell kompensiert das Leben von Bürgern heutiger Wohlstandsgesellschaften nicht das Dasein in früheren Armutsgesellschaften; und der vage Ausblick auf eine materiell und psychisch befriedete, auch von der strukturellen Gewalt des Arbeitslebens befreite, Menschheit in kommenden Jahrhunderten kompensiert nicht die Nöte derjenigen, die heute und morgen minderbemittelt ihr Dasein fristen und in die Welt gesetzt werden.

Historisch informierter Antinatalismus

Wir vertreten einen historisch informierten Antinatalismus. Was bedeutet, dass wir die dokumentierte bisherige Geschichte als unseren besten Informanten für die Conditio in/humana ernstnehmen. Die überlieferte Geschichte bietet für uns keinen vernünftigen Anlass zur Hoffnung dafür, dass „der Menschheit“ oder auch nur der überwiegenden Mehrzahl aller Menschen eine von Gerechtigkeitsprinzipien bestimmte, geschweige denn eine „goldene“ Zukunft bevorstehen könnte. Da niemand in die Zukunft zu blicken vermag, halten wir uns an die Vergangenheit und an die Gegenwart und extrapolieren: Ende des 19. Jahrhunderts wurde registriert, dass die naturwissenschaftlich instruierten Produktions- und Distributionstechniken einen Stand erlangt hatten, der es der gesamten Menschheit erlauben würde, ein befriedetes Dasein zu führen. Man verkündete die Machbarkeit des Utopischen, dessen Inaugurierung zu angeblich sozialistischen – in Wahrheit staatskapitalistischen – Gesellschaften führte, die ihre eigenen Bevölkerungen für das Glück einer unbestimmten Zukunft in Geiselhaft nahmen und somit die Vorstellung von einem befriedeten Dasein pervertierten.

Die Verheißungen des 19. Jahrhunderts und frühere Utopien sind nicht zuletzt deswegen nicht umsetzbar, weil der ins Riesenhafte angewachsene technologische Fortschritt – auf dem die Vorstellung von einem zufriedenen Zeitalter gründet – die für alle Verheißungen unabdingbaren Rohstoffe rasch zum Versiegen bringt oder seine Abfallprodukte die natürliche Basis pflanzlicher, tierischer und menschlicher Organismen unterminieren. Ganz zu schweigen davon, dass der gefeierte und nicht zu bestreitende Fortschritt von Produktivkräften immer auch einer Weiterentwicklung von Destruktivkräften Tür und Tor öffnet – wo es nicht ohnedies so ist, dass zivile Anwendungen sich erst im Fahrwasser einer weiterentwickelten Destruktivtechnologie ergeben haben (Destruktivkraftentwicklung).

Der mittlerweile recht unbekannte belgische Literatur-Nobelpreisträger von 1911, Maurice Maeterlinck (1862–1949), stellt mit einem noch größeren Unbekannten die Frage nach Gründen für Perpetuierung der Menschheit in den Raum: „WARUM, so fragt Georges Poulet in seinem unbekannten Meisterwerk ‚Nichts ist’, warum das Dasein einer Gattung verlängern, deren Entwicklung nur ihre Leidfähigkeit vermehrt?“ (Maeterlinck, Vor dem großen Schweigen, S. 134)

Eine überaus prägnante Fassung des historisch informierten Antinatalismus bietet Isaac Bashevis Singer (1902–1991): „The thought of raising children seemed absurd to him. Why prolong the human tragedy?“ (The Letter Writer, S. 265)

Antinatalismus als Resultat eines gesamtgesellschaftlichen Lernprozesses

In Abwandlung eines bekannten Diktums ließe sich sagen: Geschichte ist der Fortschritt im Bewusstsein der Freiheit von naturwüchsigen Vorgaben – und der Antinatalismus bringt diese Freiheit auf den pointiertesten Begriff.

Der Antinatalismus ist der moraltheoretische Ausdruck der sich gegen zahlreiche Widerstände nur langsam sedimentierenden Kritik eines ungeheuren – weil mit unausdenkbaren Leiden einhergegangenen – geschichtlichen Prozesses, der die Bezeichnung „Lernprozess“ kaum zu verdienen scheint. Zeitlich zu auseinandergezogen ist das Aufblitzen einzelner Einsichten, dass es besser ist, wenn keine weiteren Menschen hervorgebracht werden. Und doch wird gegen Ende des 20. Jahrhunderts vermehrt eine antinatalistische Konsequenz aus der bisherigen Geschichte gezogen.

Antinatalistische Keime und Formen

Bei der neuerdings „Antinatalismus“ genannten Nachkommenlosigkeitsphilosophie handelt es sich um moraltheoretische Positionen, die sich nur allmählich aus der kulturellen Überlieferung und (willens-)metaphysischen Überformung herausschälten und wohl erst um die Wende zum 20. Jahrhundert in den Schriften eines unter dem Pseudonym Kurnig schreibenden Denkers zu sich selbst fanden. Die Arbeit an diesem Handbuch Antinatalismus war von der Überzeugung getragen, dass neben klaren Bekenntnissen zum Antinatalismus, Infragestellungen der Fortpflanzung oder Aufrufen zu nataler Enthaltsamkeit zahlreiche Zeugnisse, Ausrufe und Stellungnahmen auffindbar sein und berücksichtigt werden müssen, die zwar nicht als genuin antinatalistische Positionen verbucht werden können, die aber gleichwohl als antinatalistische Keime innerhalb der kulturellen Überlieferung angesehen werden dürfen. Neben direkten Antinatalismen – wie wir sie nennen wollen – in Vergangenheit und Gegenwart möchte dieses Handbuch seinen Lesern somit auch die Anwesenheit antinatalistischer Keimformen in philosophischer, epischer, dramatischer und lyrischer Literatur vorführen. Mit unseren Verweisen auf (proto-)antinatalistische Elemente in der Literatur dokumentieren wir, dass der Daseinsprotest transhistorisch von jeher unterschwellig zugegen war und es sich keineswegs etwa nur um ein Dekadenz-Phänomen handelt. Drei klassische Inspirationsquellen für antinatalistische Formen und Fortzeugungskritik in Vergangenheit und Gegenwart sind dabei der altgriechische Antinatalismus der Tragiker, der altasiatische Antinatalismus sowie ein biblischer Antinatalismus (bedingt Hiobs Niedagewesenseinswunsch und insbesondere Jesu vorbildliche Familien- und Kinderlosigkeit in Ansehung des nahen Weltgerichts, die von Paulus in den Briefen an die Korinther wiederholt anempfohlen wird) im Gegensatz zum biblischen Pronatalismus in Gestalt des alttestamentarischen Fruchtbarkeitsgebots. Zwei antike Quellen des Antinatalismus haben somit religiösen Charakter, während sich vom altgriechischen Antinatalismus vielleicht am ehesten sagen lässt, dass er einem von Jacob Burckhardt diagnostizierten pessimistischen Daseinsgefühl korrespondiert.

Antinatalistische Durchbrüche und Schübe

Im 20. Jahrhundert kam es zu mehreren unabhängigen Durchbrüchen hin zum Antinatalismus. Teilen wir die antinatalistischen Durchbrüche nach Sprachzonen auf, so ergibt sich etwa folgendes Bild.

Deutscher Sprachraum:

Kurnig, Guido Kohlbecher, Martin Neuffer, Karim Akerma, Gunter Bleibohm, Nicole Huber.

Französischer Sprachraum:

Philippe Annaba und Théophile de Giraud.

Spanischer und portugiesischer Sprachraum:

Julio Cabrera und Rafael Tages Melo.

Englischer Sprachraum:

Herrmann Vetter, David Benatar, Jim Crawford, Thomas Ligotti, Ken Coates, Sarah Perry und manche andere.

Ermöglicht wurden diese antinatalistischen Durchbrüche durch mannigfache (geistes)geschichtliche Strömungen und Ereignisse, die wir antinatalistische Schübe nennen. Um an dieser Stelle nur einige wenige antinatalistische Schübe zu nennen: die Säkularisierung mit ihrer in der Literatur vielfach geübten Kritik an Gott als dem für das defizitäre Dasein von Menschen Verantwortlichen, das metaphysische Denken Schopenhauers und Eduard von Hartmanns, der Nihilismus, der Feminismus.

Nihilismus, Rejektionismus/Daseinsverneinung und anthropofugale Perspektive

Versteht man unter dem zunächst vagen Begriff „Nihilismus“ einen noologischen{1} Nihilismus, so ist darunter zu verstehen: Es gibt nichts – und insbesondere keine objektiven Werte oder Ziele –, wofür es sich zu leben lohnte. So gesehen hat der Nihilismus einen antinatalistischen Impetus. Denn vor seinem Horizont lassen sich auch Kinder nicht als etwas anführen, wofür es sich zu leben lohnte. Ferner legt der noologische Nihilismus die Frage nahe: Warum den Existenzbeginn eines Menschen bewirken, von dessen Leben feststeht, dass es sich nicht lohnt oder sinnlos bleibt, warum ihn also zu einer nihilistischen Existenz „verurteilen“?

In seinem Sendschreiben „Jacobi an Fichte“ von 1799 warf Jacobi letzterem einen Idealismus vor, den er Nihilismus nannte; womit er auf den Umstand anspielte, dass für Fichte das Ich das einzige Wirkliche ist. Während dieser ontologische Nihilismus à la Fichte (und Berkeley) nur konstatiert, dass außer dem Ich nichts wirklich ist, vertritt ein onto-ethisch zu nennender Nihilismus – unter Einbeziehung des jeweils denkenden Ich – die Position, dass besser niemals etwas existiert hätte und dass anzustreben ist, dass nichts mehr existiert. Eine Stellungnahme par excellence im Sinne des onto-ethischen Nihilismus findet sich in Georg Büchners „Danton“, wo es heißt, die Schöpfung sei die Wunde des Nichts und wir Menschen seine Blutstropfen.

Nehmen wir am onto-ethischen Nihilismus eine interne Differenzierung vor, so gelangen wir zu einer daseinsverneinenden Haltung, für die Ken Coates die Bezeichnung Rejektionismus prägte{2}. Daseinsverneiner/Rejektionisten sind etwa all jene literarischen Figuren im Vorhof des Antinatalismus, die über die Jahrtausende adressatenlos ausriefen: „O wär‘ ich nie geboren!“ Rejektionistisch/daseinsverneinend sind insbesondere auch Religionen wie der Jainismus, hinduistische Glaubenssysteme oder der Buddhismus, deren Laienanhängern gleichwohl die Fortpflanzung zugestanden wird.

Onto-ethische Nihilisten sowie Daseinsverneiner stehen deshalb im Vorhof des Antinatalismus, weil sie zwar das Daseins von Welt und Mensch verneinen, ohne aber im gleichen Antinatalisten zu sein. So ist beispielsweise Eduard von Hartmann ein onto-ethischer Nihilist und Rejektionist, der sich jedoch zugleich dezidiert gegen den Antinatalismus ausspricht. Dass der onto-ethische Nihilismus keineswegs mit dem Antintalismus deckungsgleich ist, erhellt etwa auch aus Ludger Lütkehaus‘ umfangreicher neueren Studie namens „Nichts“, in der der Antinatalismus so gut wie keine Rolle spielt. Ähnlich finden sich Daseinsverwerfungen in Dichtung und erzählender Literatur zuhauf, ohne dass die daseinsrejizierenden Figuren – geschweige denn die sie gestaltenden Autoren – Antinatalisten sein müssten.

Gemeinsam ist dem onto-ethischen Nihilismus und dem Rejektionismus das, was Ulrich Horstmann in „Das Untier“ von 1983 die „anthropofugale Perspektive“ nennt. Darunter versteht er den „Blickwinkel einer spekulativen Menschenflucht…, ein Auf-Distanz-Gehen des Untiers zu sich selbst und seiner Geschichte…“ (Das Untier, S. 8) Was den anthropofugalen Philosophen auszeichnet, ist nach Horstmann, dass er – analog zu einer Rakete, die schnell genug ist, um die Anziehungskraft der Erde zu überwinden und das Weltall erreicht – eine intellektuelle Fluchtgeschwindigkeit erreicht hat, die es ihm gestattet, der Gravitation „jener ideologischen Einflusssphäre und Kraft zu entkommen, die die Untiere nach wie vor mit beiden Beinen auf dem Bode der Tatsachen hält und ihnen den Blick über den Horizont verwehrt.“ (a.a.O., S. 9) Nehmen wir die anthropofugale Perspektive bzw. das Erreichen das humanistischen intellektuellen Fluchtgeschwindigkeit in unsere interne Differenzierung auf, so ergibt sich etwa folgendes Bild:

Onto-ethischer Nihilist (ontofugal): „Die Welt als Ganzes würde besser nicht existieren!“

Rejektionist (Daseinsverneiner): „O wär‘ ich nie geboren!“

Anthropofugaler: „Es wäre besser, wenn Menschen nicht existieren würden.“

Antinatalist: Jede Handlung, die dazu führt, dass ein neuer Mensch zu existieren beginnt, ist moralisch bedenklich, und es ist geboten, die Fortzeugung einzustellen, damit die Menschheit ausstirbt.

Zwar formuliert Horstmann etwa mit Blick auf die mythologisch überlieferten Sündfluten: „Dass es besser wäre, wenn es nicht wäre, hat sich das Untier immer schon auf die ein oder andere Weise eingestanden.“ (10) Gleichwohl steht Horstmann mit der von ihm eingenommenen anthropofugalen Perspektive noch im Vorhof des Antinatalismus, was sich insbesondere daran bemerkbar macht, dass seine konkrete Perspektive auf eine moralische Vision verzichtet. Stattdessen sucht Horstmann eine alles Leiden beenden sollende Zuflucht in einer durch ABC-Waffen bewirkten unmoralischen Apokalypse. In diesem unmoralischen Sinne formulierte bereits Albert Ehrenstein in seinem Gedicht „Der Kriegsgott“:

„[…] Lasset ab, den Gott zu rufen, der nicht hört. / Nicht hintersinnet ihr dies: / Ein kleiner Unterteufel{3} herrscht auf der Erde, / […] / Bleibt noch ein Rest / Nach Ruhr und Pest, / Aufheult in mir die Lust, / Euch gänzlich zu beenden!“ (In: Kurt Pinthus (Hg.), Menschheitsdämmerung, S. 84f)

Rejektionsdestruktivismus

Gute Unterlassungen

Autoren eines Handbuches zum Antinatalismus ziehen unweigerlich die Frage auf sich, warum sie für die Nachkommenlosigkeit argumentieren und werben, statt sich einem – wie man vielleicht meint – lohnenderen Unterfangen zu widmen, bei dem existierenden Menschen geholfen wird. Warum argumentative Energie dafür aufbringen, dass weitere Menschen nicht zu existieren beginnen – „denen“ aber durch „ihren“ Nichtexistenzbeginn offenkundig nicht geholfen wird –, wo doch Abermillionen Menschen existieren, denen man helfen könnte? Unsere Antwort auf diese berechtigte kritische Nachfrage lautet, dass nicht nur Taten moralisch verdienstvoll sein können, sondern auch Unterlassungen. Ein – vereinfachtes – Beispiel: Wer es unterlässt, die Umwelt zu verschmutzen, indem er einen Langstreckenflug annulliert, sorgt dafür, dass die Lebensbedingungen anderer Menschen besser sind als im Falle der nichtunterlassenen Umweltverschmutzung.

Einem leidenden Menschen beizustehen, ist eine gut Tat. Moralisch verdienstvoll ist es aber auch Kinderwünsche zu überdenken und sich nicht fortzupflanzen, weil dadurch (mindestens) ein beistandsbedürftiger Mensch weniger existiert, der seelische und körperliche Schmerzen durchstehen muss und der nicht umhin kommt, Krankheit und Tod naher Verwandter mitzuerleben und schließlich selbst sterben muss. Auch wenn sich „niemand“ benennen lässt, für den es besser sein könnte, nicht zu existieren zu beginnen, ist es anerkanntermaßen schlecht, so zu handeln, dass „jemand“ sterben muss. Genau dies aber tut, wer so handelt, dass jemand infolge dieser Handlung zu existieren beginnt. Wer einen Menschen zeugt, handelt so, dass ein Mensch sterben muss, was außer in Fällen von Notwehr einhellig verurteilt wird. Kurz: Wenn wir sagen „Es ist besser, x zu tun oder y zu unterlassen“, kann die entsprechende Tat oder Unterlassung auch dann moralisch sein, wenn sich keine Person benennen lässt, für die „es“ besser ist. – Wir vergleichen dann Weltzustände und ziehen einen Weltzustand O ohne leidende (und frohe) Wesen einem Weltzustand M mit leidenden (und frohen) Wesen vor, auch wenn in Weltzustand niemand davon profitieren kann, dass es niemanden gibt. Aber es kann auch niemand darunter leiden, wenn es niemanden gibt. Während in Weltzustand M jemand da sein wird, der leidet.

Zur Antinatalismen-Sammlung

Der israelische Philosoph Saul Smilansky ist mit mehreren bedeutenden Aufsätzen zum Antinatalismus hervorgetreten. Gleichwohl hat ihn seine intensive Beschäftigung mit dem Thema nicht vor der grotesken Fehleinschätzung bewahrt, Daseinsverfluchungen nach dem Vorbild Hiobs (Biblischer Antinatalismus) seien rar gesät. Selbstbezügliche Daseinsverfluchungen sind eine Vorform des Antinatalismus. Denn wir müssen annehmen, dass andere Personen in ähnliche Situationen geraten wie wir selbst. Und dann impliziert die – ethisch stets gebotene – Universalisierung des Wunsches, nie geboren zu sein, einen Zweifel daran, ob überhaupt jemand gezeugt und geboren werden sollte. Im Glauben, die Präsenz antinatalistischer Vorstufen in der kulturellen Überlieferung vernachlässigen zu können, sagt Smilansky:

„It also seems significant that there is so little expression of the wish not to have been born, or at least this is so with most people who live under objectively tolerable conditions. If life were so bad, then – even if we bracket the possibility of suicide – we could expect much more expression of the Job-like wish not to have been born, in common sentiments, literature and the like. The idea is culturally available. Yet the sentiment is hardly to be found, except with those who are by temperament unusually melancholy, or are in depression, or, like Job, have some good reason for feeling so.“ (Smilansky, Life is good, S. 73)

Unser Handbuch belegt, dass nicht nur Smilansky sich täuscht. Selbst Heinz Rölleke, dem wir in Gestalt der Abhandlung „O wär‘ ich nie geboren…“ eine der umfassendsten Zusammenstellungen von Niedagewesenseinswünschen verdanken, unterschätzt die Präsenz antinatalistischer Formeln grandios, wenn er beispielsweise sagt: „Im übrigen finden sich in der pathos- und emotionsfeindlichen Gegenwartsliteratur weder direkte Verfluchung noch Preisung der Geburt. Offenbar nimmt man das Dasein eher als unabänderlich-undurchschaubare Realität hin.“ (Rölleke, S. 29)

Im Hinblick auf zahlreiche von uns und anderen Autoren aus Lyrik, Drama und erzählender Literatur zusammengetragene und kommentierte Deklamationen des „O wär‘ ich nicht geboren!“ sowie hinsichtlich anderer Antinatalismen ist zweierlei zu berücksichtigen. Zum einen ist zu bedenken, dass es sich in der großen Mehrzahl der Fälle um Äußerungen des Selbstverständnisses fiktionaler Figuren handelt, nicht hingegen notwendigerweise um Überzeugungen der jeweiligen Autoren. Zum anderen ist zu beachten, dass in diesen Ausrufen oftmals nicht mehr als eine momentane Niedergeschlagenheit zum Ausdruck kommt und dass sich aus derartigen transitorischen Stimmungen nicht auf die Weltanschauung einer literarischen Figur oder gar des sie gestaltenden Autors schließen lässt. Von daher stellt sich die Frage, ob wir spontanen Niedagewesenseinswünschen und antinatalistischen Spuren nicht zu viel Gewicht beimessen. Auf diesen Einwand wäre zu antworten, dass die literarische Überlieferung derart viele Antinatalismen (indirekte oder explizite antinatalistische Formen oder Aussagen) birgt, dass dem Antinatalismus in der Literatur allein schon durch die Vielzahl der Belege ein nicht zu unterschlagendes Gewicht zukommt – so ephemer die einzelne antinatalistische Äußerung im Kontext eines Romans, Dramas oder Gedichts auch scheinen mag. Ferner ist in Rechnung zu stellen, dass in der Literatur anzutreffende antinatalistische Topoi sedimentierte überindividuelle Stimmungen oder Strömungen sein können, die zunächst Eingang in den geistigen Haushalt Gebildeter finden mussten, um schließlich literarisch verarbeitet werden zu können, was für eine gewisse außertextuelle Präsenz spricht. Ein Beispiel hierfür ist Emile Zolas Roman Fruchtbarkeit.

Mit der Zusammenstellung und Kommentierung antinatalistischer Zeugnisse und Keimformen aus Jahrhunderten möchten wir unseren Lesern spezifische Weisen demonstrieren, in denen – nach unserer Lesart – die Menschheit in den Aussagen Einzelner gleichsam zur Vernunft kommt, indem sie sich von der Naturwüchsigkeit der Fortpflanzung distanziert und emanzipiert. Der Antinatalismus nimmt den Menschen als ein Kulturwesen ernst, das in der Lage ist, das Naturerbe der Fortpflanzung kritisch zu hinterfragen und sich diesem fatalen Erbe unterlassend zu entziehen. Bei der Vorstellung eines Seinsollens von Menschen handelt es sich unseres Erachtens um einen teils bionomen, teils kulturell unterfütterten Verblendungszusammenhang. Wie stark dieser Verblendungszusammenhang ist, erhellt etwa daraus, dass Vertreter radikaler Gesellschaftskritik wie Adorno zwar von einem „gesellschaftlichen Verblendungszusammenhang“ reden, gleichwohl aber nicht in der Lage waren, die Perpetuierung des „Ganzen als des Unwahren“ im Sinne einer Philosophie der Nachkommenlosigkeit radikal in Frage zu stellen. Unsere Zusammenstellung von Antinatalismen dokumentiert Momente der Philosophie-, Literatur- und Kulturgeschichte, in denen dieser Verblendungszusammenhang brüchig oder durchschaut wird.

Zu den in Moderne und Gegenwart fortdauernden Mythologemen naturwüchsiger Provenienz gehört die Aussage, es sei nun einmal naturgegeben, dass Menschen sterben müssen. Der Antinatalismus entlarvt die angebliche Naturgegebenheit des Sterbenmüssens von Menschen als Ideologie. Denn als sterbliche Wesen sind wir nicht naturgegeben, sondern menschenverursacht. Tatsächlich kommt es nicht nur darauf an, die Gesellschaft in ihrem Sosein zu kritisieren und sie zu verändern, sondern sie in ihrem Dasein vernünftig aufzuheben.

Aufklärung und Schuld

Mit unserem Handbuch zum Antinatalismus verorten wir uns in der Tradition philosophischer Aufklärung. Es klärt darüber auf, dass die scheinbar „normalste“ Sache der Welt: dass es Menschen gibt und dass Menschen hervorgebracht werden, bei näherem Hinsehen fragwürdig ist. Denn in letzter Instanz ist es die Fortpflanzung, die dazu führt, dass immer neue Generationen von Menschen sich vor immer neue und wiederkehrende alte unlösbare Probleme gestellt sehen und die Conditio in/humana perpetuiert wird.

Nun wäre es natürlich allzu simpel, den Eltern dieser Welt alle Schuld für Miseren zuzuschreiben. Zumindest in fortgeschrittenen Industriegesellschaften lebende Eltern stehen häufig auf dem Standpunkt, nur das Beste für ihre Kinder zu wollen. Und zu diesem Besten gehöre dann, dass man die Kinder zuallererst erzeugt. – Wobei übersprungen wird, dass ein ontoethischer Fehlschluss vorliegt, wenn Personen vermeinen, Nichtexistierenden etwas Gutes zu tun, indem sie den Existenzbeginn dieser Nichtexistierenden bewirken.

Antinatalisten konzedieren, dass einige gute Argumente für Nachkommen zu bedenken sind: etwa die Erwägung, dass ein plötzlich und weltweit einsetzender radikaler Geburtenstopp die Lebensqualität aller existierenden Menschen – im Unterschied zu einem allmählicheren Verebben – deutlich mindern könnte. Zugleich sind Antinatalisten jedoch der Auffassung, dass sich oftmals uneingestandene egoistische Motive hinter Kinderwünschen verbergen und dass die Argumente gegen die Fortpflanzung insgesamt weitaus stärker wiegen als pronatale. Antinatalisten beziehen dabei keine feindliche Haltung gegen Eltern – oder Personen, die Eltern werden wollen –, sondern versuchen, sie mit Argumenten davon zu überzeugen, dass es besser ist, keine weiteren Kinder hervorzubringen.

Unsere Kategorie der Elternschuld trifft durchaus nicht alle Eltern aller Zeiten gleichermaßen, sondern greift richtiggehend erst dort, wo Eltern – und insbesondere Frauen – zum einen über ein gewisses Maß an nativistischer Selbstbestimmung verfügen und zum anderen sich dessen vergewissert haben, was ihren Kindern bevorsteht, wenn sie welche hervorbringen. Genuine Elternschuld unterstellen wir bei reflektierten Personen des Informationszeitalters, die sich gegen vorhandene eigene Zweifel pronatal entschieden haben oder sogar mit der antinatalistischen Moraltheorie bekannt geworden sind und sich dennoch fortpflanzen. Ein guter Vergleichsmaßstab ist hier der ethische Vegetarismus: Wer in einer traditionalen Gesellschaft oder in einem carnivoren Umfeld aufgewachsen ist, macht sich über die ethisch nicht zu rechtfertigenden Konsequenzen des Fleischkonsums womöglich keine Gedanken. Einmal mit den Argumenten des ethischen Vegetarismus bekannt geworden, handelt diese Person wider eine erreichbare bessere ethische Einsicht, wenn sie weiterhin Fleisch konsumiert. Analoges gilt für die Fortpflanzung: Personen, die Gelegenheit hatten oder die Notwendigkeit verspürten, die Option der Nachkommenlosigkeit zu bedenken oder mit der antinatalistischen Moraltheorie bekannt wurden, laden Elternschuld auf sich, wenn sie sich wider besseres antinatalistisches Wissen fortpflanzen.

Aufklärung, nativistische

Ziel nativistischer Aufklärung: Subjektivierung der objektiven Mittäterschaft

Ohne zu wissen, was sie tun, und teils in bester Absicht, wirken Menschen, die an einer pronatalen Entscheidung festhalten, an der Grundlegung künftigen Unheils mit. Und auch wenn sie im Grunde wissen, was sie tun, blenden sie diese Einsichten – zumindest vorübergehend – erfolgreich aus. Wir sprechen deshalb von der objektiven Mittäterschaft aller Eltern. Nativistische Aufklärung läuft auf eine Subjektivierung dieser der objektiven Komplizenschaft hinaus.

Lexikalischer Teil

A

Abberufung und Einberufung

Kant gilt der Suizid als Verbrechen und Mord und wesentlich als „Verletzung einer Pflicht gegen sich selbst“. Im uns hier interessierenden Teil seiner Begründung macht Kant zudem eine Pflichtübertretung gegen andere Menschen und schließlich gegen Gott geltend, „dessen uns anvertrauten Posten in der Welt der Mensch verlässt, ohne davon abgerufen zu sein…“ (Kant, Metaphysik der Sitten, Metaphysische Anfangsgründe der Tugendlehre (Von der Selbstentleibung, § 6), S. 507) Demnach wären wir Gottes Statthalter auf Erden, die – bar aller existentiellen Autonomie – darauf zu warten hätten, bis ein uneinsehbarer Entschluss ihnen das Ende bereitet. Nun war es aber bereits ein undurchschaubares Schicksal, das uns den Beginn unserer Existenz bescherte: Seit Jahrzehntausenden werden Menschen gezeugt, bis eines bestimmten Tages aus unerkennbarem Grund „ich“ zu existieren begann (