Architektur und Kunst im Erzgebirge - Steffen Hoffmann - E-Book

Architektur und Kunst im Erzgebirge E-Book

Steffen Hoffmann

4,8

Beschreibung

Das Westerzgebirge kann auf eine mehr als achthundertjährige Kunstgeschichte verweisen, die ihresgleichen sucht. Neben den weltbekannten spätgotischen Hallenkirchen verfügt die Region auch über eindrucksvolle Schlösser, prächtige Rathäuser und einzigartige Stadt- und Dorfkirchen mit reichen Kunstzeugnissen. Kunsthistoriker Steffen Hoffmann stellt die Architektur und Kunst im Westerzgebirge von den mittelalterlichen Anfängen bis zur Gegenwart vor. Erstmals werden die Gattungen Architektur, Skulptur und Malerei dabei als repräsentative Gesamtschau in Wort und Bild gezeigt. Sie reicht von hochmittelalterlichen Heiligenbildnissen bis zum »größten" Kunstwerk des Erzgebirges, dem 2012 geschaffenen, 200 Meter langen »Fisch-Reich".

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Seitenzahl: 230

Veröffentlichungsjahr: 2015

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Steffen Hoffmann

Architektur & Kunst im Erzgebirge

Das Westerzgebirge

Verlag Robin Hermann

Impressum

Alle Rechte vorbehalten

© 2015 Verlag Robin Hermann, Chemnitz

Layout: Robin Hermann

Lektorat: Karsten Richter, Thomas Uhlig

ISBN 978-3-940860-20-0

www.verlag-rh.de

Vorwort

Das sächsische Westerzgebirge kann eine etwa 800-jährige Architektur- und Kunstgeschichte aufweisen, die in ihrer Qualität und Charakteristik einzigartig ist. Hinzu kommt die malerische Mittelgebirgslandschaft der Region, die oft genug eine reizvolle Symbiose aus Kunst und Landschaft bildet.

Seine kulturellen Höhepunkte erreichte das Westerzgebirge in der Zeit des frühen 16. und des späten 17. bis frühen 18. Jahrhunderts. Damals stellten vor allem Städte wie Annaberg und Schneeberg überregional bestimmende Kunstzentren dar. Als Grundlage dafür diente - ermöglicht durch großen wirtschaftlichen Aufschwung - ein sehr dynamischer Austausch von äußeren Einflüssen, die hier kulturelle Schmelztiegel bildeten. In anderen Jahrhunderten entstand zwar ebenfalls bemerkenswerte Architektur und Kunst, doch ging diese oft auf auswärtiges Personal zurück und erreichte seltener die wegweisende Qualität der Blütezeiten.

Die im Buch vorgestellte Region wird räumlich über die Grenzen des heutigen Erzgebirgskreises definiert, von einigen kulturhistorisch bedingten Ausnahmen im Norden abgesehen. Nach Osten dient die einstige Grenze zum ehemaligen Mittleren Erzgebirgskreis als Abschluss. Dass aufgrund des enormen Reichtums an Zeugnissen der Architektur- und Kunstgeschichte des Westerzgebirges keine Vollständigkeit in einem Buch dieser Größe möglich sein kann, versteht sich von selbst. Vielmehr werden die regionalen Entwicklungen in einen überregionalen Kontext gestellt und mittels ausgewählter Beispiele überblicksmäßig veranschaulicht.

An dieser Stelle möchte ich mich vielmals bei all jenen bedanken, die zum Zustandekommen dieses Buches beigetragen haben. Insbesondere gilt dieser Dank meinem Verleger und Fotografen Robin Hermann, ohne den dieses Buch nicht zustande gekommen wäre. Ebenso gilt Dank den vielen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Kirchgemeinden, Schlösser, Stadtverwaltungen und Museen, dem Landesamt für Denkmalpflege Sachsen sowie allen anderen Helferinnen und Helfern, die uns bereitwillig unterstützten.

Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, wünsche ich viel Freude bei der Lektüre des Buches.

Steffen Hoffmann

Die Architektur- und Kunstgeschichte des Westerzgebirges

Vor der Besiedelung

Obwohl das Westerzgebirge bis zum Hochmittelalter (bis etwa 1100) nie dauerhaft besiedelt war, haben mindestens seit dem Ende der Altsteinzeit (Paläolithikum, Älteste Funde ca. 12. Jhtsd. v. Chr.) Menschen als Jäger und Sammler die Region aufgesucht. Später führten auch Waldwirtschaft und Erzsuche zu saisonalen Aufenthalten von Menschen. Im Zuge der vom deutschen Königtum seit dem frühen 10. Jahrhundert geführten Expansion in die slawischen Gebiete östlich von Saale und mittlerer Elbe wuchs auch das Interesse an der Erzgebirgsregion. Nachdem bereits seit dem 11. Jahrhundert ein regelhaftes Fernwegenetz durch das Gebirge entstand, erweiterte Kaiser Friedrich I. Barbarossa nach der Mitte des 12. Jahrhunderts sein Reichsterritorium Pleißenland in Richtung Süden. Ihm treu ergebene Adelige (Ministerialen) ließen das Land roden, siedelten meist aus Franken stammende Bauern an und gründeten kleinere Herrschaften. Gleichzeitig vergrößerten von Osten her die Wettiner ihre Markgrafschaft Meißen, was den Siedlungsprozess beschleunigte. So wurde auch das Westerzgebirge in der relativ kurzen Zeit von etwa 1160/70 bis 1220 bis in die Nähe des Gebirgskammes kolonisiert und Teil des nördlich bis nach Borna, Altenburg und Chemnitz reichenden Pleißenlandes.1 Neben einem Bevölkerungsüberschuss in den deutschen Altsiedelgebieten westlich der Saale begünstigte auch ein damals wärmeres Klima2 die Besiedelung des Erzgebirges.

Frühe Burgen

Vorrangig als Wegesicherung entstanden im Westerzgebirge zahlreiche Burgen, die heute oft nur noch archäologisch erfassbar sind. Manche von ihnen dienten auch als Zentren kleinerer Herrschaften, die als Verwaltungseinheiten im Zuge des Landesausbaues geschaffen wurden und anfangs direkt dem Kaiser unterstanden. Schon früh erhielten die anfangs einfachen hölzernen Burgen steinerne Bergfriede, von denen sich auf Burg Stein [Abb. 118, Kap. Hartenstein] und auf Schloss Schwarzenberg [Abb. 191, Kap. Schwarzenberg] zwei Exemplare aus dem 13. Jahrhundert erhalten haben. Sie gehören damit, trotz späterer Veränderungen, zu den ältesten Bauwerken des Westerzgebirges.

Abb. 1:Der Paßklausenturm in Tannenberg (ca. 13./14. Jh.) vermittelt mit dem Wassergraben das Bild einer frühen Niederungsburg, auch wenn er als Wehrturm nur Teil einer solchen Anlage war.

Klösterlein Zelle

Als wichtige Stütze im Landesausbau sollten auch Klöster wie das Augustiner-Chorherrenstift Klösterlein Zelle in Aue dienen. Durch Kaiser Friedrich I. Barbarossa auf Betreiben der Meinheringer, den Inhabern der Herrschaft Hartenstein, und Markgraf Otto dem Reichen 1173 gegründet, blieb das Kloster jedoch wirtschaftlich erfolglos.3 Dadurch kam es schon im frühen 13. Jahrhundert in die Obhut des Naumburger Moritzklosters, da das Westerzgebirge größtenteils dem Bistum Naumburg zugeteilt wurde. Die erhaltene Klosterkirche [Abb. 188, Kap. Klosterbaukunst], ein schlichter Saalbau, wurde Anfang des 13. Jahrhunderts errichtet und ist damit, trotz späterer Veränderungen, der älteste Sakralbau der Region. Im Zuge des Übergangs an das Naumburger Moritzkloster entstand an der Choraußenwand um 1230 ein monumentales Putzritzbild [Abb. 2].4 Es zeigt eine entsprechend ihrer Bedeutung größer dargestellte Madonna, die von einem weltlichen Herrscher (Kaiser Friedrich Barbarossa) und einem Heiligen flankiert wird. Die flüssige, byzantinisch geprägte Linienführung ist in Mitteldeutschland qualitativ vor allem mit den Ritzbildern im Magdeburger Domkreuzgang vergleichbar. Die hochrangige Arbeit eines Magister Martin dürfte im Umfeld des Naumburger Moritzklosters entstanden sein.5

Abb. 2:Das Putzritzbild (244 x 249 cm) wurde später auf Leinwand übertragen. (derzeit im Schlossbergmuseum Chemnitz)

Frühe Dorfkirchen

Die anfangs noch hölzernen Kirchen der neugegründeten Dörfer wurden oft in der Ortsmitte in erhöhter Position mit außen liegendem Friedhof gebaut. Diese Lage übernahmen meist auch die Nachfolgebauten.6 In einigen Kirchen wurden bedeutende Bestandteile aus dem frühen 13. Jahrhundert übernommen.

Insbesondere äußerlich erinnert die Peter-Paul-Kirche von Beierfeld [Abb. 3], trotz größerer Veränderungen, in ihren Proportionen an romanische Dorfkirchen des Westerzgebirges, die oftmals nur aus einem Rechtecksaal bestanden. Bisweilen traten auch Kirchen mit eingezogenem Chor auf. Selten dagegen waren Kirchen, die zudem noch eine Apsis besaßen wie die teilweise erhaltenen Vorgängerbauten der Raschauer Allerheiligenkirche und der Stollberger Marienkirche [Abb. 148, ]. Bei Letzteren wurden die romanischen Saalräume zum großen Teil in die heutigen Bauten übernommen. In der Stollberger Marienkirche blieb sogar die einstige Staffelung von Saal, eingezogenem Chor und Apsis – nun in gotischen Formen – erhalten. Die fränkisch-thüringische Herkunft der Siedler verraten speziell die Kirchen von Thierfeld und Ehrenfriedersdorf, bei denen man aus Wehrgründen das Sanktuarium mit einem Chorturm versah.

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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