Atmen - Cornelia Eyssen - E-Book

Atmen E-Book

Cornelia Eyssen

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Beschreibung

Atmen kann doch jeder. Oder? Jeden Tag atmen wir über 20.000-mal ein. Und aus. Meistens, ohne überhaupt darauf zu achten. Doch oft atmen wir flach, hektisch, aufgeregt, zu kurz. Die wenigsten wissen, dass wir uns so Verdauungsstörungen, Kopfschmerzen oder ständige Erschöpfung einhandeln. Von zwei Experten in Sachen Atmung lernen wir Ursachen und Hintergründe für Atemprobleme sowie einfache Lösungen für diese Beschwerden kennen. Unser Atem ist eine großartige Medizin, wenn wir ihn richtig nutzen. Die vielen praktischen Anleitungen im Buch helfen, unseren Körper wieder mit ausreichend Sauerstoff zu versorgen, die Atemmuskulatur zu stärken und Raum für unsere Lunge zu schaffen. Bye bye Migräne, Blähungen und Schlafstörungen!

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Veröffentlichungsjahr: 2022

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Cornelia Eyssen Prof. Dr. Frank Reichenberger

ATMEN

Nutze deine Superkraft!

Mit einfachen Techniken Migräne, Schnarchen und Rückenschmerzen wegatmen.

INHALT

DER ATEM. DIE SUPERKRAFT AUS DER NATUR.

Atmen ist die beste Medizin

Fünf Wege, wie die Luft in unseren Körper kommt

Mund oder Nase – wie atmet man besser?

MIGRÄNE UND KOPFSCHMERZEN

Migräne – das Gewitter im Kopf

Kopfschmerzen

Schadstoffe, die Kopfschmerzen auslösen

Lachen gegen Schmerzen

STRESS, MÜDIGKEIT & ERSCHÖPFUNG

Leichter atmen mit entspannter Seele

Müdigkeit und Erschöpfung

Konzentrationsschwäche

Wachmacher, die man essen kann

Beschwingt atmen

ANGST, PANIKATTACKEN & DEPRESSIONEN

Wie unsere Gefühle und unsere Atmung zusammenhängen

Situationen, die uns Angst machen

Wie man dunkle Gedanken vertreibt

Meditieren in der Natur

Waldbaden gegen Angstzustände, Stress, Depressionen und Erschöpfung

WENN JEDE BEWEGUNG WEHTUT

Atemprobleme und warum Sport trotzdem eine gute Idee ist

Auf die Sportart kommt es an

Nach dem Sport außer Atem? Ganz normal

Sportliche Tipps und Ideen

Entspannung bei Verspannung

Rücken und Schultern stärken

Was ätherische Öle alles können

ERNÄHRUNG & VERDAUUNG

Warum essen für Menschen mit Atemproblemen häufig schwierig ist

Wie man richtig kaut und schluckt

Wie Blähungen und Verstopfung entstehen und was hilft

Übung gegen Blähungen

Gesund würzen

SCHLAFEN & SCHNARCHEN

Warum gesunder Schlaf so wichtig ist

Wenn Schlafmittel zu Schlafstörungen führen

Die Zungentechnik gegen Schnarchen

Die wichtigsten Tipps für den Wohlfühlschlaf

Schlafapnoe – wenn nachts plötzlich die Atmung aussetzt

Schäfchenzählen reloaded

Schöner einschlafen

Der Tee mit dem Gute-Nacht-Effekt

ERKRANKUNGEN DER ATEMWEGE

Asthma bronchiale

Was bei einem Asthmaanfall passiert

Können Kinder von ihren Eltern Asthma erben?

Allergien als Auslöser eines allergischen Asthma bronchiale

Grippaler Infekt und Influenza

Coronaviren

Wichtige Info zu Pneumokokken-Impfung

Lungenentzündung

Atemwegserkrankungen bei Kindern

Must-Have für Eltern kranker Kinder

Komm mit in den Zoo – spielerische Atemübungen für Kinder

COPD

Alveolitis

Lungenkrebs

Kurzatmigkeit und Dyspnoe

HERZ- & BLUTERKRANKUNGEN

Koronare Herzkrankheiten

Arrhythmie

Endokarditis

Myokarditis

Perykarditis

Arterielle Hypertonie

Blutarmut

Thrombose, Blutgerinnsel, Lungenembolie

NUTZT DU DEINE SUPERKRAFT?

Der Test, der dir die Wahrheit sagt

Alle Übungen und Tipps, um Beschwerden zu bekämpfen – oder einfach für eine entspannte Atmung zu sorgen!

Register

CORNELIA EYSSEN

Ich möchte, dass mein Professor dir hilft, die Ursachen deiner Schmerzen zu erkennen und sie zu bekämpfen.

Ich weiß, dass er das kann.

Wenn meine Lunge reden könnte, hätte sie mir früher dauernd in den Ohren gelegen: „Wenn du dich nicht so schlapp fühlen willst, dann gib mir mehr Sauerstoff! Beweg dich doch mal wieder!“ Oder: „Bitte, bitte, atme in deinen Bauch, damit ich mehr Luft bekomme!“ Und: „Nicht so schnell wieder einatmen! In mir ist noch Sauerstoff, der raus muss.“ Sie hätte mir auch geraten: „Atme bitte doch mal öfter durch die Nase, ich will mich nicht wieder mit dem ganzen Feinstaub rumquälen.“ Und sie hätte mir vorgehalten: „Beachte mich gefälligst mal. Ich bin es, die dafür sorgt, dass du lebst. Und du tust so, als sei meine Arbeit – 24 Stunden jeden Tag, dein Leben lang, ohne einen Tag Urlaub! – völlig selbstverständlich.“ Natürlich kann eine Lunge nicht reden, aber wenn, hätte sie mit ihren Ermahnungen und Bitten recht gehabt.

Einatmen, ausatmen, fertig. Und wieder von vorn und so weiter und so weiter. Das macht die Lunge automatisch und passt sich dabei jeder Situation an. Zum Beispiel beim Sport, da benötigt der Körper mehr Sauerstoff. Was macht die wunderbare Lunge? Sie erhöht sofort die Atemgeschwindigkeit und das Volumen, damit der Blutkreislauf in Schwung kommt und Sauerstoff zu den Muskeln transportiert wird. Oder wenn wir uns erschrecken oder bedroht fühlen – dann springt die Lunge ratzfatz an. Wir atmen schneller ein, der Körper bekommt mehr Sauerstoff und mehr Energie, sodass wir schnell reagieren können.

Man stelle sich vor:

Zwei Drittel der Menschen auf der Welt leiden unter Atemnot, Migräne und Schmerzen, weil sie nicht gesund atmen.

Durch Vergesslichkeit, Nachlässigkeit, Unwissenheit, Stress oder Erkrankungen atmen viele Menschen falsch. Sie leiden deshalb unter Atemnot, Rücken- und Kopfschmerzen, unter Konzentrationsschwäche und Müdigkeit, um nur einige Folgen von Fehlatmungen zu nennen. Einer Veröffentlichung der Universität von Arizona im Jahr 2013 zufolge sind etwa zwei Drittel der Menschen von diesen Beschwerden betroffen. Bei einer Weltbevölkerung von 7,6 Milliarden sind das etwa 5 Milliarden Menschen. In Deutschland wären es bei aktuell 83 Millionen Einwohnern über 50 Millionen Männer, Frauen und Kinder, die unter körperlichen Problemen, Schmerzen und Krankheiten aufgrund von Fehlatmungen leiden.

Ich gehöre zu den 50 Millionen Deutschen, die falsch atmen und deshalb unter Luftnot leiden. Ich kann nicht gesund atmen, selbst wenn ich wollte. Mein Körper sehnt sich nach dem lebenswichtigen Sauerstoff, den er nicht ausreichend bekommt. Ich kann den dringenden Wunsch meines Körpers nicht erfüllen. Im Sommer 2012 wurden bei mir zwei große Lungentumore entdeckt. Einer saß nah am Herzen, was ihn besonders gefährlich machte, der andere unten im rechten Lungenflügel. Die Ärzte meinten, bei gleich zwei so großen Tumoren würden mir noch sechs Monate bleiben – mit viel Glück. Zwei Wochen nach der Diagnose fand die erste Operation statt, schon zweieinhalb Wochen später die zweite. Jede Operation dauerte sieben Stunden und man wusste nicht, ob ich sie überleben würde.

Ein wirklich guter Arzt sieht mehr als die Krankheit. Er sieht den Menschen.

Anfang August 2012 begann die Chemotherapie, dabei lernte ich Professor Reichenberger kennen, er ist Pneumologe, also Lungenspezialist.

Gleich bei der zweiten Infusion begann ich zu zittern, krampfte unkontrolliert, mein Herz schlug im Takt eines Presslufthammers und der ganze Körper bebte. Ein allergischer Schock. Ich hatte schreckliche Angst.

In diesem Moment trat Professor Reichenberger in mein Leben. Was für mich fast noch wichtiger war, als die sofort angeordnete Adrenalin-Infusion und die Sauerstoffzufuhr: Er stand an meinem Bett und beruhigte mich, bis sich mein Zustand normalisiert hatte. Er erklärte mir, was in meinem Körper gerade passierte, dass so eine Schockreaktion öfter mal vorkommen kann und was das Adrenalin im Körper bewirkt. Er sagte, dass ich keine Angst haben müsse, und ich glaubte ihm. Es hörte sich nicht an, als hätte er es mal eben so dahingesagt. Es klang ehrlich. Und ich weiß inzwischen: Er meinte es ehrlich. Seitdem ist er der Arzt meines Vertrauens.

Ein wirklich guter Arzt muss natürlich kompetent sein, aber die Behandlung muss die Persönlichkeit, die Lebensumstände, die Wünsche, Hoffnungen und Ängste des Patienten berücksichtigen. Fachwissen, Empathie, Psychologie und der Wunsch, Menschen zu helfen, all das zusammen macht einen wirklich guten Arzt aus.

Alle zwei Monate gehe ich wegen der notwendigen Kontrolluntersuchungen zu ihm. Es gab Zeiten, da war ich alle zwei Wochen und öfter bei ihm: 2012, gleich zu Beginn der Chemotherapie und den nachfolgenden Bestrahlungen. 2013, nach einer Unterleibs-Operation, bei der hinterher eine Not-OP notwendig war, die mein Leben in letzter Sekunde gerettet hat. 2014, als bei mir ein Hirntumor so groß wie ein Golfball diagnostiziert wurde, der operiert werden musste und im Anschluss wieder kräftezehrende Bestrahlungen notwendig waren. 2017, als bei mir Mundbodenkrebs diagnostiziert wurde, und ich erneut operiert werden musste.

Ich brauche Professor Reichenberger wohl noch sehr lange, weil mein schwaches Immunsystem ein ständiges Risiko für Infektionen darstellt. Weil die Medikamente exakt auf meinen jeweiligen Gesundheitszustand abgestimmt werden müssen. Weil sich immer wieder der Sauerstoffgehalt in meinem Blut und mein Atemvolumen verändern.

Ohne Professor Reichenberger hätte ich all die schweren Belastungen der letzten Jahre nicht überstanden. Aber auch nicht ohne meinen Mann. Er war jede Stunde an meiner Seite. Er saß nächtelang in der Intensivabteilung an meinem Bett und machte mir Mut, wenn ich vor lauter Verzweiflung geweint und geschrien habe. Er hat mich im Rollstuhl durch Schwabing gefahren, weil ich zu schwach zum Gehen war, und hat Suppen und Gemüse püriert, weil ich nach der Mundbodenkrebs-Operation wochenlang nicht normal essen und schlucken konnte. Mein Mann sorgt jeden Tag dafür, dass ich all meine Tabletten zur richtigen Zeit nehme und dass es mir gut geht. Meinen Mann verleihe ich nicht, weil ich ihn liebe und noch lange mit ihm zusammenleben will. Aber ich wünsche mir, dass mein Professor dir und vielen anderen Menschen hilft. Menschen, die Schmerzen haben und nicht ahnen, dass die Ursache eine Fehlatmung sein kann. Menschen, bei denen Erkrankungen der Lunge oder Störungen der Atemwege die Auslöser für körperliche oder seelische Leiden sind.

Unser Atem ist eine großartige Medizin. Damit wir ihn richtig nutzen, brauchen wir manchmal Anleitungen – um leichter und freier atmen zu können und schmerzfrei und glücklicher zu leben.

PROFESSOR DR. FRANK REICHENBERGER

Nutze deinen Atem, um Krankheiten, Schmerzen und Beschwerden zu bekämpfen und zu lindern.

Wir leben vom ersten bis zum letzten Atemzug. Atmen bestimmt unser Leben und unseren Alltag. Wir brauchen den Atem zur Erhaltung unseres Daseins und können es nur eine recht kurze Zeit aushalten, ohne zu atmen. Wir verbinden Atmen mit vielen Begriffen und Erfahrungen, die über das reine Luftholen hinausgehen. Wir benötigen den Atem beim Sprechen, Rufen und Schreien, beim Singen und Rezitieren und als Ausdrucksmittel für Zuneigung und Liebe

Atmen ist ein so elementarer Bestandteil unseres Lebens, dass sich zahlreiche Redewendungen rund ums Atmen und Luftholen in unserem Wortschatz befinden: Frei atmen, tief durchatmen, wegatmen, befreit aufatmen, atemberaubend sein, die Luft anhalten und atemlos sein – wie oft verwenden wir solche Redewendungen, um eigentlich etwas ganz anderes auszudrücken?

Richtig zu atmen ist ein zentrales Element unserer Gesundheit. In diesem Buch erzählen wir dir was passiert, wenn der Atem aus dem Rhythmus gerät. Viele Probleme und Beschwerden bis hin zu lebensbedrohlichen Situationen können daraus resultieren.

Ich weiß, wie sich Atemnot anfühlt und welche Ängste sie auslöst.

Als Lungenarzt und Intensivmediziner erlebe ich oft, welche Leiden und Beschwerden Atemnot auslösen kann. Luftnot, das Fehlen von Atem, kann herrühren von Angst, Schmerz, Unruhe und Stress, aber auch von Erkrankungen der Lunge, des Herzens und der Atemwege. Beruhigt und normalisiert sich die Atmung und verringern sich die Beschwerden des Patienten, ist das ein sicheres Zeichen, dass die Behandlung wirkungsvoll ist.

Ich weiß, wie sich Atemnot anfühlt und welche Gefühle sie auslöst. Ich habe es selbst erfahren, als ich 2003 mit fünf Kollegen der Lungenklinik der Universität Gießen zu einer Expedition in den Himalaya aufbrach. Wir wollten ein Team von Bergsteigern begleiten, die anlässlich des 50. Jubiläums der Erstbesteigung des Mount Everest (8.848 Meter) den Berg besteigen wollten. Unser Ziel war die Erforschung von Atemnot in hohen Höhen, wo auf natürliche Weise der Sauerstoff knapp wird, und es zur pulmonalen Hypertonie, dem Lungenhochdruck, kommt. Wir wollten erforschen, welche Medikamente bei dieser Erkrankung wirksam sind.

Nach umfangreichen Voruntersuchungen in Gießen brachen wir nach Nepal auf. Am Flughafen von Lukla in 2.800 Meter Höhe begannen wir den Aufstieg. Zuerst fühlte ich mich wie bei einer Bergwanderung in einer wunderschönen grünen Region mit einem unglaublichen Bergpanorama. Doch mit jedem Höhenmeter wurde die Atmung schwerer und die Schönheit der Szenerie trat langsam in den Hintergrund. Ab einer Höhe von circa 5.000 Meter musste ich alle zwei bis drei Schritte stehen bleiben, um tief durchzuatmen. Die Luftnot hat zunehmend den gesamten Tag bestimmt. Ich konnte in dieser Situation sehr genau nachempfinden, was viele Patienten mir in all meinen Jahren als Pneumologe berichtet hatten und was sie täglich erleben.

Nachdem unsere Untersuchungen abgeschlossen waren, machten wir uns wieder auf den Rückweg. Mit jedem verlorenem Höhenmeter kam der Atem zurück und damit die Freude, dass wieder genug Luft vorhanden war. Solche Erfahrungen öffnen einem die Augen für die fundamentale Wirkung der Atmung.

Ein Arzt muss sich in seine Patienten hineinversetzen können, um sie verantwortlich zu beraten.

Krankheiten zu diagnostizieren und die richtigen Therapien zu finden, reichen allein nicht aus. Ein Arzt muss sich in seine Patienten hineinversetzen können, Verständnis für ihre Ängste aufbringen, auf ihre Persönlichkeit und jeweilige Situation eingehen. Das ist der Inhalt des Wortes Empathie. Meist lernt man das erst im Laufe der täglichen Arbeit.

Man kann schnell für sich postulieren, Patienten auf Augenhöhe zu begegnen und sie verantwortlich zu beraten. Aber das ist eine schwierige Aufgabe in einer komplexen medizinischen und soziokulturellen Welt. Mir fällt es auch nach über 25-jähriger Tätigkeit manchmal schwer, die richtigen Worte zu finden, vor allem in kritischen Situationen. Dabei zählen unbestreitbar auch die fachliche Expertise und die verständliche Auf- und Erklärung der Erkrankungen zu den wesentlichen Punkten im ärztlichen Beruf und in der Behandlung von Patienten.

Ich möchte dir mit diesem Buch helfen, Leiden und Beschwerden, die mit dem Atmen zusammenhängen, zu lindern und zu bekämpfen. Ich möchte dir erklären, warum Fehlatmungen Kopfschmerzen, Erschöpfungszustände, Schlafstörungen, Verdauungsbeschwerden und Depressionen auslösen und was du dagegen tun kannst. Ich möchte, dass du weißt, dass Rückenschmerzen, verspannte Nackenmuskeln und Konzentrationsschwäche die Folge von Fehlatmungen sein können.

Nicht zuletzt soll dieses Buch eine Hilfe sein für alle, die unter Atemwegserkrankungen wie einer Bronchitis, unter einer Allergie oder unter Asthma oder COPD leiden.

Nutze deinen Atem, um Krankheiten, Schmerzen und Beschwerden zu bekämpfen und zu lindern. Ich zitiere an dieser Stelle Rainer Maria Rilke: „Atmen – du unsichtbares Gedicht!“ Schöner kann man es wohl nicht ausdrücken.

TIPP

Sieben Tipps für jeden Tag

Aufrecht gehen. Dann hat die Lunge ausreichend Platz, sich auszudehnen.

Nicht die Schultern hochziehen. Dabei senkt sich beim Einatmen das Zwerchfell, der Bauchraum wird verkleinert und es kommt zu wenig Luft in die Lunge.

Nicht den Bauch einziehen. Er drückt das Zwerchfell nach oben und dadurch kann sich die Lunge nicht genügend ausdehnen. Die Folge: Man atmet flacher und muss häufiger ein- und ausatmen, um den Körper mit genügend Sauerstoff zu versorgen.

Räume ausgiebig und so oft wie möglich lüften. Frische Luft bringt Sauerstoff mit.

Viel spazieren gehen und dabei bewusst ein- und ausatmen. Eine Wohltat für Körper und Geist.

Lachen. Es macht nicht nur gute Laune, sondern ist auch gesund. Beim Lachen intensiviert sich die Atmung und wir nehmen etwa dreimal mehr Luft und Sauerstoff auf.

Tanzen. Egal ob Foxtrott, Walzer oder Bauchtanz, tanzen macht Spaß, fördert die Beweglichkeit, minimiert das Risiko, an Demenz zu erkranken, und stärkt die Lunge. Außerdem ist Tanzen neben Singen und Musizieren ein kostenloses Heilmittel, das Körper, Geist und Seele positiv beeinflussen kann. Je mehr Freude man am Tanzen hat, umso größer ist der positive Effekt.

TIPP

Atemnot? Bitte keine Panik

Diese drei Punkte helfen dir im Notfall. Wenn du die S.O.S.-Tipps jederzeit in deinem Gedächtnis bereit hast, kannst du bei einem Anfall deine Atemnot kontrollieren. So gerätst du nicht in Panik, sondern kannst richtig reagieren. Es ist also eine gute Idee, die einzelnen Punkte auswendig zu lernen, ein- oder zweimal die Woche zu wiederholen oder aufzuschreiben. Was man aufschreibt, kann man sich viel besser merken.

Stelle dich an ein offenes Fenster und atme tief ein und aus. Bei akuter Atemnot hilft ein kleiner, tragbarer Handventilator, der kühle Luft direkt auf Nase und Mund wehen kann.

Brauchst du ein Notfallmedikament, hab dieses immer griffbereit, und halte dich an die Anwendungshinweise.

Bei schwerer Atemnot, starkem Husten oder Schwellungen der Atemwege den Notarzt rufen. Halte für solche Fälle eine Liste bereit. Auf dieser sollten der Name und die Telefonnummer deines Hausarztes stehen, ebenso der Name deines Notfallmedikaments, solltest du eines benötigen, und dessen Anwendung.

ÜBUNG

Bei Luftnot den Kutscher rufen

Bei Kurzatmigkeit und Luftnot ist es zuerst einmal wichtig, sich zu beruhigen, denn Stress und Aufregung verstärken die Symptome noch zusätzlich. Der Kutschersitz ist eine bewährte Entspannungstechnik, den Brustkorb zu entlasten und wieder leichter atmen zu können. Das Vorbild für diese Übung ist ein müder Kutscher, der mit gebeugtem Rücken auf seinem Bock sitzt und die Zügel seiner ebenfalls müden Pferde in den Händen hält.

Setze dich auf die Vorderkante eines Stuhls ohne Armlehnen. Die Füße stehen etwa schulterbreit nebeneinander auf dem Boden, die Knie zeigen leicht nach außen.

Den Oberkörper so weit vorbeugen, dass die Unterarme auf den Oberschenkeln ruhen. Die Ellenbogen zeigen nach außen, die Hände hängen zwischen den Knien locker nach unten. Mehrmals hintereinander tief und regelmäßig ein- und ausatmen.