AUF WIEDERSEHEN, MR. HOLMES - Christian Dörge - E-Book

AUF WIEDERSEHEN, MR. HOLMES E-Book

Christian Dörge

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Beschreibung

London im Jahre 1970. Eine mysteriöse und brutale Mord-Serie hält London und New Scotland Yard in Atem; die Presse spricht sensationslüstern von den MORDEN DER LEEREN HAND. Als die Ermittlungen von Chief Superintendent Lucius Rutherford mehr und mehr ins Stocken geraten, kommt unversehens der Schauspieler Sterling Henderson ins Spiel: Er ist Hauptdarsteller der TV-Serie Die Abenteuer des Sherlock Holmes und fest davon überzeugt, den Fall unter Anwendung der Methoden des literarischen Sherlock Holmes lösen zu können. Doch damit begibt er sich in weit größere Lebensgefahr, als er hätte vorausahnen können... AUF WIEDERSEHEN, MR. HOLMES von Christian Dörge, Autor u. a. der Krimi-Serien JACK KANDLBINDER ERMITTELT, EIN FALL FÜR REMIGIUS JUNGBLUT, DIE UNHEIMLICHEN FÄLLE DES EDGAR WALLACE und FRIESLAND, ist ein ebenso spannender wie liebevoll-nostalgischer Sherlock-Holmes-Krimi.

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CHRISTIAN DÖRGE

 

 

AUF WIEDERSEHEN,

MR. HOLMES

 

 

 

 

Roman

 

 

 

 

Signum-Verlag

Inhaltsverzeichnis

Impressum 

Das Buch 

Der Autor 

AUF WIEDERSEHEN, MR. HOLMES 

Die Hauptpersonen dieses Romans 

Erstes Kapitel 

Zweites Kapitel 

Drittes Kapitel 

Viertes Kapitel 

Fünftes Kapitel 

Sechstes Kapitel 

Siebtes Kapitel 

Achtes Kapitel 

Neuntes Kapitel 

Zehntes Kapitel 

Elftes Kapitel 

Zwölftes Kapitel 

Dreizehntes Kapitel 

Vierzehntes Kapitel 

Fünfzehntes Kapitel 

Sechzehntes Kapitel 

Siebzehntes Kapitel 

Achtzehntes Kapitel 

Impressum

 

Copyright © 2014/2023 by Christian Dörge/Signum-Verlag.

Lektorat: Dr. Birgit Rehberg

Umschlag: Copyright © by Anna-Mina Dörge.

 

Verlag:

Signum-Verlag

Winthirstraße 11

80639 München

www.signum-literatur.com

[email protected]

Das Buch

 

 

London im Jahre 1970.

Eine mysteriöse und brutale Mord-Serie hält London und New Scotland Yard in Atem; die Presse spricht sensationslüstern von den Morden der leeren Hand.

Als die Ermittlungen von Chief Superintendent Lucius Rutherford mehr und mehr ins Stocken geraten, kommt unversehens der Schauspieler Sterling Henderson ins Spiel: Er ist Hauptdarsteller der TV-Serie Die Abenteuer des Sherlock Holmes und fest davon überzeugt, den Fall unter Anwendung der Methoden des literarischen Sherlock Holmes lösen zu können.

Doch damit begibt er sich in weit größere Lebensgefahr, als er hätte vorausahnen können...

 

Auf Wiedersehen, Mr. Holmes von Christian Dörge, Autor u. a. der Krimi-Serien Jack Kandlbinder ermittelt, Ein Fall für Remigius Jungblut, Die unheimlichen Fälle des Edgar Wallace und Friesland, ist ein ebenso spannender wie liebevoll-nostalgischer Sherlock-Holmes-Krimi. 

Der Autor

 

Christian Dörge, Jahrgang 1969.

Schriftsteller, Dramatiker, Musiker, Theater-Schauspieler und -Regisseur.

Erste Veröffentlichungen 1988 und 1989:  Phenomena (Roman), Opera (Texte).  

Von 1989 bis 1993 Leiter der Theatergruppe Orphée-Dramatiques und Inszenierung  

eigener Werke,  u.a. Eine Selbstspiegelung des Poeten (1990), Das Testament des Orpheus (1990), Das Gefängnis (1992) und Hamlet-Monologe (2014). 

1988 bis 2018: Diverse Veröffentlichungen in Anthologien und Literatur-Periodika.

Veröffentlichung der Textsammlungen Automatik (1991) sowie Gift und Lichter von Paris (beide 1993). 

Seit 1992 erfolgreich als Komponist und Sänger seiner Projekte Syria und Borgia Disco sowie als Spoken Words-Artist im Rahmen zahlreicher Literatur-Vertonungen; Veröffentlichung von über 60 Alben, u.a. Ozymandias Of Egypt (1994), Marrakesh Night Market (1995), Antiphon (1996), A Gift From Culture (1996), Metroland (1999), Slow Night (2003), Sixties Alien Love Story (2010), American Gothic (2011), Flower Mercy Needle Chain (2011), Analog (2010), Apotheosis (2011), Tristana 9212 (2012), On Glass (2014), The Sound Of Snow (2015), American Life (2015), Cyberpunk (2016). 

Rückkehr zur Literatur im Jahr 2013: Veröffentlichung der Theaterstücke Hamlet-Monologe und Macbeth-Monologe (beide 2015) und von Kopernikus 8818 – Eine Werkausgabe (2019), einer ersten umfangreichen Werkschau seiner experimentelleren Arbeiten.  

2021 veröffentlicht Christian Dörge mehrere Kriminal-Romane und beginnt drei Roman-Serien: Die unheimlichen Fälle des Edgar Wallace, Ein Fall für Remigius Jungblut und Friesland. 

2023 erscheinen seine neuen Alben Kafkaland und Lycia, sich entfernen. 

 

Künstler-Homepage: www.christiandoerge.de

  AUF WIEDERSEHEN, MR. HOLMES

 

 

 

 

 

 

Für Jeremy Brett.

Über solch einen Verlust kommt man nie hinweg.

Man gewöhnt sich vielleicht daran, aber man kommt niemals darüber hinweg.

 

 

 

 

 

 

  Die Hauptpersonen dieses Romans

 

 

Sterling Henderson: Schauspieler und Hauptdarsteller der TV-Serie Die Abenteuer des Sherlock Holmes.

Eleonore Henderson: seine Ehefrau. 

Richard Morgan: Regisseur der Holmes-Episode Der Flottenvertrag.

Aleksander Król: Produzent der TV-Serie Die Abenteuer des Sherlock Holmes.

Lucius Rutherford: Chief Superintendent bei New Scotland Yard. 

Sue Rutherford: seine Frau.

Sean Wilkinson: Kriminal-Sergeant bei New Scotland Yard.

Basil Stewart: Schauspieler und Darsteller des Dr. Watson.

Grace Saunders: Schauspielerin und Darstellerin der Irene Adler.

Harry Torrence: Besitzer mehrerer Nacht- und Spielclubs.

Arthur Johnson: Leiter der Londoner Verkehrswacht.

Emily Turner: seine Nichte.

Joe Springfield: Angestellter bei der Verkehrswacht.

Betty Brown: Angestellte bei der Verkehrswacht.

Steve Hathaway: Detective Constable bei New Scotland Yard. 

Freddy King: Kunsthändler. 

J. O. Chapman: stellvertretender Produzent der Serie Die Abenteuer des Sherlock Holmes. 

Desmond Marx: Sterling Hendersons Künstler-Agent. 

Ray Lines: Transportfahrer. 

 

 

Dieser Roman spielt im Jahre 1970 in London.

  Erstes Kapitel

 

 

Jene Serie von Verbrechen, die in der Presse zunächst unter dem Schlagwort Morde der leeren Hand und später als Sherlock Holmes’ letzter Fall bekannt wurde, begann an einem Silvesterabend, in einer regnerischen und stürmischen Nacht. Einer Nacht, in der sich im Zentrum von London nichts Unübliches ereignete. Die Fröhlichkeit war wie stets zum Teil synthetisch, zum Teil authentisch. Die Menschen, die in wahrhaftigen Rudeln über die Regent Street und Oxford Street schlenderten, Autos aufhielten, ihre Insassen umarmten und küssten und ihnen ein gutes Neues Jahr wünschten, waren entweder wirklich auf der Suche nach Verbrüderung oder versuchten wenigstens krampfhaft, diese Illusion aufrechtzuerhalten. Die jungen Leute, die nackt in den Springbrunnen am Trafalgar Square hüpften, schienen Freude daran zu haben, obwohl einige von ihnen anschließend wegen Unterkühlung ins Krankenhaus gebracht wurden. Auf privaten Partys sang man Auld Lang Syne, umarmte sich herzlich, obwohl man sich meist gerade erst kennengelernt hatte, und fuhr dann mit ein wenig mehr Promille im Blut nach Hause, als es die Polizei erlaubte. In Tausenden von Wohnungen sahen sich die Alleingebliebenen, die nirgendwo eingeladen waren und nicht wussten, was sie anderes tun sollten, die professionellen Spaßmacher im Fernsehen an, welche sich anlässlich des Jahreswechsels komische Papierhüte aufgesetzt hatten und sentimentale Lieder sangen.

Ein Silvesterabend wie jeder andere. Die Polizei verhielt sich wohlwollend, trotz der Knallfrösche und Donnerschläge, die man den Beamten zwischen die Füße warf. Sie drückten bei den Autofahrern, die zu viel getrunken hatten, ein Auge zu, es sei denn, sie verursachten in ihrer Trunkenheit schwere Verkehrsunfälle. Es gab eine durchschnittliche Zahl von Anrufen entsetzter Wohnungsbesitzer, die nach dem rührseligen Absingen von Auld Lang Syne nach Hause kamen und feststellen mussten, dass Einbrecher nicht nur Türen aufgebrochen und Schmuckschatullen gestohlen, sondern auch noch obszöne Sprüche an die Wände gemalt hatten. Es gab indes einige Meldungen über Brandstiftungen in Geschäften und Lagerhäusern; doch bei dreien davon stellte sich nachträglich heraus, dass die Besitzer selbst das Feuer gelegt hatten, um die Versicherungssumme zu kassieren. Es gab eine relativ hohe Zahl von Körperverletzungen, das Resultat hemmungslosen Alkoholkonsums. Und ja,  es geschah sogar ein Mord.

Der Name des Toten lautete Rupert Bancroft. Er war dreiundvierzig Jahre alt und hatte in Streatham gelebt – das mittlerweile zu den nächsten Randbezirken des Zentrums zählt. Der Leichnam war kurz vor elf Uhr abends in Streatham Common entdeckt worden, nur wenige Meter von dem beleuchteten Fußweg entfernt, der quer durch den Park verlief. Der Mann war durch einen oder mehrere Genickschläge getötet worden. Seine Brieftasche war unversehrt; offensichtlich hatte der Mörder erst gar nicht den Versuch unternommen, den Toten nach Wertsachen zu durchsuchen. Neben dem Leichnam lag eine ungeöffnete Flasche billigen Portweins.

Bancroft war seit zehn Jahren bei der Statistics Consultants Ltd. angestellt gewesen, einer Firma, die für Meinungsumfragen zuständig war. Er hatte mit seiner Frau Lucy das obere Stockwerk eines viktorianischen Hauses in der unmittelbaren Nähe des Parks bewohnt. Das Ehepaar war kinderlos. Die Untersuchung des Mordfalls lag in den Händen von Chief Superintendent Lucius Rutherford von New Scotland Yard, und Rutherford war es auch, der anschließend mit der Witwe sprach. Er wusste, dass die meisten Mordfälle einen familiären Hintergrund hatten. Wenn man also die Variationen über das Thema Mann-Frau-Liebhaber oder das Quartett zweier Ehepaare durchspielte, folgte diesen Überlegungen meist ein ebenso rasches wie befriedigendes Ergebnis. Aber die Erkundigungen von Sergeant Wilkinson in der Nachbarschaft der Bancrofts hatten keine derartigen Verstrickungen zutage gefördert, und die Persönlichkeit von Lucy Bancroft lieferte auch wenig Anlass zu einer diesbezüglichen Vermutung. Sie war eine magere, dunkelhaarige Frau Mitte Vierzig mit gequältem, angespanntem Gesichtsausdruck, der noch durch ihr glatt zurückgekämmtes Haar unterstrichen wurde. Sie präsentierte Rutherford fast wortwörtlich dieselbe Geschichte, die der Chefinspektor bereits von Sergeant Wilkinson kannte: Die Bancrofts pflegten den Silvesterabend mit einer Flasche Portwein zu feiern, und um zehn Uhr abends hatten sie festgestellt, dass kein Wein mehr im Hause war. Rupert hatte sich bereiterklärt, irgendwo eine Flasche zu besorgen. Den Wagen hatte er in der Garage stehen lassen. Er war zu Fuß quer durch den Park gegangen und dann...

Rutherford, der bereits wusste, dass Bancroft eines der Pubs gegenüber dem Park besucht, dort ein Bier getrunken und die Flasche Portwein gekauft hatte, nickte. »Mrs. Bancroft, hatte Ihr Mann Feinde? Gab es vor kurzem mit irgendjemandem Streit?«

»Nein. Er hatte keine Feinde. Wir leben sehr zurückgezogen.«

»Hatte er Ihres Wissens irgendwelche Affären mit anderen Frauen? Trank er zu viel? Gab es Ärger im Büro?«

»Drei Fragen. Na schön, dann also drei Antworten.«

Rutherford hatte versehentlich seine Zigarettenasche auf den kleinen Couchtisch fallen lassen. Mrs. Bancroft lehnte sich vor und wischte die Asche vorsichtig vom Tisch in einen Aschenbecher.

»Es gab im Leben von Rupert keine andere Frau. Und auch für mich hat es niemals einen anderen Mann als Rupert gegeben. Wir haben keine Kinder, was wir beide bedauerten, aber wir lebten glücklich und zufrieden miteinander.« Sie deutete auf die dunkle Mattscheibe des Fernsehgeräts. »Wir haben abends meist vor dem Ding da gesessen. Rupert sagte oft, es sei wichtig für seine Arbeit, zu wissen, wie die Menschen auf Werbesendungen reagieren. Kommen wir zu Ihrer zweiten Frage, Mr. Rutherford. Rupert trank nur ausgesprochen wenig. Wäre er nach Hause gekommen, dann hätte jeder von uns höchstens zwei Glas Port getrunken.« Sie schaute drein, als wollte sie noch etwas hinzufügen, fuhr dann aber mit der Antwort auf die dritte Frage fort. »Rupert hat mir wenig von seiner Arbeit erzählt, aber ich weiß, dass er keine Schwierigkeiten hatte. Vielleicht erkundigen Sie sich bei seinem Abteilungsleiter, Mr. Hunter.«

»Das habe ich ohnehin vor.« Rutherford wandte sein bekümmertes, gönnerhaftes Lächeln an, mit dem er schon manche Frauen zu unüberlegten Bemerkungen verführt hatte. »Wir stehen hier vor einem echten Problem, Mrs. Bancroft. Nach dem, was Sie mir berichtet haben, gab es absolut keinen Anlass dafür, dass jemand Ihren Mann vorsätzlich ermorden wollte. Andererseits hat es ganz den Anschein, als sei dem tödlichen Hieb keinerlei Kampf vorausgegangen. Natürlich hat es solche lautlosen Attacken schon gegeben, aber meistens handelte es sich dann um typische Bandenüberfälle. Kein Mensch hat davon etwas bemerkt, und es gibt auch keinerlei Spuren, die darauf hindeuten. Als sicher gilt bis jetzt nur, dass sich jemand Ihrem Mann näherte und ihn ohne Kampf auf der Stelle tötete. Ein Grund dafür ist nicht zu erkennen, vor allem, weil es dem Täter nicht darum ging, Ihren Mann zu berauben. Sie werden zugeben, das Ganze wirkt ein wenig – unwahrscheinlich.«

»Ich verstehe natürlich, was Sie damit sagen wollen, aber das ist wohl eher Ihr Problem als meines.«

»Tatsächlich? Ich dachte, auch Sie wollen wissen, wer Ihren Mann umgebracht hat?«

Sie antwortete leidenschaftslos, fast ein wenig gleichgültig: »Gewiss. Aber ich muss mich erst mit dem Gedanken auseinandersetzen, dass Rupert tot ist. Und da er keine Lebensversicherung abgeschlossen hat und seine Pension vermutlich nicht der Rede wert ist, muss ich mir vor allem überlegen, wovon ich in Zukunft leben werde.«

»Sie kennen also niemanden, der ihn gehasst haben könnte – auch nicht aus der Vergangenheit?«

Sie schaute ihm in die Augen. »Rupert und ich, wir hatten keine Feinde. Auch unser Freundeskreis war höchst überschaubar. Wahrscheinlich... sind wir keine besonders interessanten Leute.«

 

Die Ansicht, dass Bancroft sich kaum jemals Feinde gemacht hatte, wurde von Mr. Hunter, einem großen, überheblichen Menschen mit einer Vorliebe für extravagante Krawatten, in vollem Umfang geteilt. Bancrofts Aufgabe hatte darin bestanden, die Statistiken auszuwerten, wie der Abteilungsleiter dem Superintendent erklärte. Rutherford schaute ihn ein wenig verständnislos an.

»Der Hauptteil unserer Arbeit besteht darin, Reaktionstests über die Wirkung eines neuen Produktes auf die Öffentlichkeit durchzuführen. Sagen wir, eine Firma versucht, ein neues Rasierwasser oder einen Säuglingspuder auf den Markt zu bringen und beginnt mit dem Verkauf in ausgewählten Bezirken unseres Landes. Wenn nun die Testergebnisse über den Verkauf an uns gelangen, müssen sie ausführlich analysiert werden. Dies war die Aufgabe von Rupert Bancroft, und ich darf sagen, er sie hervorragend bewältigt. Er war sehr ordentlich und exakt – ein Mann, der nie zu spät ins Büro kam und nie vor Arbeitsschluss das Büro verließ.«

»Hat er vielleicht irgendwelche – nun – vertraulichen Dinge behandelt?«

»Sie drücken sich vorsichtig aus, meinen aber wahrscheinlich Industriespionage, nicht wahr?« Hunter lachte herzlich. »Nein, nein, so wichtig ist unsere Arbeit auch wieder nicht. Wenn jemand es darauf anlegt, die Publikumsreaktion auf ein Produkt zu erfahren, bereitet ihm das auch ohne uns keine sonderlichen Schwierigkeiten.«

»Frauen?«

»Ich nehme an, Bancroft wusste, dass sie sich von den Männern in gewissen Punkten unterscheiden, wenngleich er es sich niemals hat anmerken lassen.«

»Alkohol? Oder Feinde im Berufsleben?«

»Er trank hier und da mal ein Glas, selten zwei. Nach zwei oder drei Sherrys auf der Weihnachtsfeier unseres Betriebs wurde er ziemlich ausgelassen, aber verstehen Sie mich bitte nicht falsch. Ich habe ihn niemals betrunken erlebt. Und was war das andere? Ach ja, Feinde im Berufsleben. Auch darauf muss ich mit einem klaren Nein antworten. Er hatte keine Feinde, das war praktisch gar nicht  möglich.« Hunter beugte sich vor. »Bancroft war im Grunde eine Null; kann man eine Null zum Feind haben? Wäre sein Arbeitsplatz nicht leer, würde ich vermutlich gar nicht bemerken, dass er nicht mehr bei uns ist.«

Bancroft war demnach eine Null gewesen. Aus Rutherfords Perspektive waren die meisten Menschen Nullen, und dennoch musste es einen Grund geben, weshalb man ausgerechnet diese eine Null ausradiert hatte. Einen Grund, der allerdings keineswegs auf der Hand lag.

Das Material über Rupert Bancroft füllte nur einen dünnen Aktenordner.

  Zweites Kapitel

 

 

Sir Alfie Powell erreichte in Socken knapp einen Meter sechzig. Er hatte eine hohe, etwas zu schrille Stimme, und seine Handschrift war von derart gigantischen Ausmaßen, dass er mühelos mit einem Dutzend Worten eine ganze Seite füllte. Seine Freunde bezeichneten ihn als eine Persönlichkeit. Seine Feinde, die wesentlich zahlreicher waren, gebrauchten Begriffe, von denen Gernegroß und Demagoge noch die harmlosesten waren. Sein Wirkungskreis war mannigfaltig, sein Mandat als Unterhausabgeordneter für West Dorset nur einer von zahlreichen Tätigkeitsbereichen. Er ließ sich nur selten in seinem Wahlkreis blicken, aber wenn doch, dann erregte dies stets ein großes Rauschen im Blätterwald. So gesellte sich eines Tages sein Lamborghini zu den braven Fords und Jaguars der Bauern, die aus Protest gegen die unzureichende Unterstützung der Landwirtschaft durch die Regierung eine Hauptstraße blockierten. Und bei einer anderen Gelegenheit schenkte er Hunderten von Dorfbewohnern Fünf-Pfund-Noten mit der Auflage, sie auf den sicheren Sieg seines Pferdes Alfie Special beim Rennen von Wokingham zu setzen. Das Pferd gewann damals tatsächlich das Rennen, und der Name von Sir Alfie wurde zumindest in dem also reich beschenkten Dorf zur Legende.

Sir Alfie war – ja, was war er noch alles? Die Liste seiner Aufsichtsratsposten füllte eine halbe Spalte im Who’s Who; er war Vorsitzender der Union-Jack-Liga, Präsident des Automobil-Clubs und einer Vereinigung, die sich das Erbe Großbritanniens nannte. Im Unterhaus hielt er nur wenige Reden, stellte jedoch eine Unzahl von großen und kleinen Anfragen, die tags darauf Schlagzeilen machten. Sir Alfie war entschiedenen Gegner des schleichenden Gifts des Kommunismus, aber auch gegen langhaarige Studenten und gewissenlose Intellektuelle, die den Samen des Verderbens auf die schöne, grüne britische Insel trugen. Er liebte schnelle Autos, Rugby und Fuchsjagden und sah darin die Verwirklichung einer wahren und echt britischen Lebensauffassung.

Am 7. Januar um vier Uhr morgens fand man Sir Alfie tot in den Hamborne Mews von Mayfair, keine hundert Meter vom Under The Gun Club entfernt, wo er den Abend verbracht hatte. Er saß zusammengesunken am Steuer seines Lamborghini und war durch einen Schlag auf die Kehle und einen zweiten in den Nacken getötet worden.

Der Mord an Rupert Bancroft hatte lediglich eine halbe Spalte in den Tageszeitungen zur Folge gehabt. Sir Alfie Powell hingegen machte auch nach seinem Tod noch Schlagzeilen. Natürlich fiel den Kriminalreportern auf, dass der Täter in beiden Fällen nach derselben Methode vorgegangen war. Das brachte sie auf den Gedanken, die beiden Morde im Zusammenhang zu sehen, und das führte sie zu Lucius Rutherford. Der Superintendent, der sich eigentlich nicht für eitel hielt, fühlte sich dennoch geschmeichelt, als er seinen Namen in den Zeitungen auftauchen sah, und verhielt sich daher der Presse gegenüber freundlich, wenn auch unverbindlich. Jefferson vom Globe erwies sich als sein hartnäckigster Interviewer.

»Können Sie uns bestätigen, dass in beiden Fällen der gleiche Karateschlag angewendet wurde?«

»Karate ist Ihr Wort, nicht das meine. Aber beide Opfer wurden durch Schläge in den Nacken getötet, das ist in der Tat korrekt.«

»Gibt es irgendeine Verbindung zwischen Bancroft und Sir Alfie?«

»Wir überprüfen die Möglichkeit eines Zusammenhangs zwischen beiden Mordfälle.«

»Aber bis jetzt liegen Ihnen noch keine entsprechenden Beweise vor?«

»Ich sagte, wir überprüfen die Möglichkeit.«

»Aber es wäre auch denkbar, dass es zwischen den beiden Fällen keinen Zusammenhang gibt, nicht wahr? Vielleicht ein Wahnsinniger, der seine Karatekünste unter Beweis zu stellen wünscht.«

»Erwarten Sie bitte von mir keinen Kommentar über diese Vermutung.«

»Lassen wir einmal den ersten Fall beiseite. Haben Sie bereits Spuren im Mordfall Powell?«

Rutherford lächelte. »Ein Dutzend.«

Ein Reporter des Enquirer, eines Sensationsblattes, lehnte sich vor. »Ist Ihnen aufgefallen, Superintendent, dass zwischen den beiden Morden genau eine Zeitspanne von einer Woche verstrichen ist? Und rechnen Sie damit, dass die Mordserie genau in einer Woche, also in der Nacht vom 14. auf den 15., fortgesetzt wird?«

»Die Zeitspanne zwischen den beiden Morden ist mir wohl bewusst. Mehr kann ich dazu nicht sagen.«

»Aber glauben Sie nicht, dass das wichtig sein könnte, dass es in einer Woche einen weiteren...?«

»Ich lasse mich nicht auf solche Spekulationen ein«, schnitt ihm Rutherford das Wort ab. »Wenn Sie mich jetzt entschuldigen wollen.«

Die Reporter kamen überein, dass Rutherford noch keine einzige bedeutsame Spur verfolgte.

 

Und sie hatten recht, wenigstens in der Hinsicht, dass die Ermittlungen bisher keinerlei Verbindung zwischen Bancroft und Powell ergaben. Andererseits kannte man eine Reihe von Leuten, die allen Grund hatten, Sir Alfie zu hassen. Eine von ihnen war die Schauspielerin Grace Saunders, mit der er den Abend vor seiner Ermordung verbracht hatte. Wilkinson hatte sie in ihrer Wohnung in Paddington vernommen. Der Sergeant war ein sorgfältiger, methodischer Mensch und ein entschiedener Gegner moralisch freizügiger Gesellschaftsschichten.

»Lassen Sie mich das noch einmal wiederholen, Miss. Sir Alfie holte Sie also gegen neunzehn Uhr in Ihrer Wohnung ab. Sie tranken hier noch einen Cocktail, dann fuhr er mit Ihnen zum Essen ins Veglio in der Dean Street. Habe ich den Namen richtig geschrieben: V-e-g-l-i-o? Gut. Danach trafen Sie zwei seiner Freunde, einen Mr. Lancelot George und einen Mr. Wilmer Traven, und fuhren gemeinsam in den Under The Gun Club. Mr. George und Mr. Traven sind Amerikaner, und Sie sagten, die beiden Herren interessierten sich für den Club, weil sie die Atmosphäre in einem europäischen Spielclub studieren wollten.«

Grace Saunders war groß, schlank und dunkelhaarig. »Richtig. Sie machten Scherze darüber. Powell war Teilhaber beim Under The Gun. Ich weiß nicht, in welchem Umfang.«

»Und die beiden Amerikaner waren nicht sehr beeindruckt?«

»Es gefiel ihnen ganz gut, aber sie meinten, um einen Überblick zu gewinnen, müssten sie mindestens ein halbes Dutzend solcher Clubs besuchen.«

»Die beiden Herren verließen also den Club um zwei Uhr morgens, und dann gab es zwischen Ihnen und Sir Alfie einen Streit.«

»Um Himmels willen, das habe ich Ihnen doch schon alles erzählt.«

Wilkinsons Gesicht war kantig, seine Haut leicht gerötet. Die großen, braunen, vorwurfsvollen Augen passten besser zu einem Ochsen. »Ich glaube, ich habe vorhin nicht ganz verstanden, weshalb Sie mit Sir Alfie stritten, Miss Saunders.«

»Powell war in ausgesprochen übler Laune, als die beiden anderen gegangen waren. Er wollte unverzüglich nach Hause fahren. Aber ich hatte eine Gewinnsträhne beim Baccarat und sagte nein. Und ob Sie’s glauben oder nicht – von dem Augenblick an begann ich zu verlieren.« Sie betrachtete ihre Fingernägel, dann blickte sie wieder zu Wilkinson auf. »Im Under The Gun spielte ich mit Powells Geld. Wenn ich gewann, durfte ich meinen Gewinn meist behalten – vorausgesetzt, er war nicht allzu hoch. Wenn ich verlor, gab ich ihm einen Schuldschein, aber ich brauchte ihn nie einzulösen. Nach einem Monat hat Powell die Schuldscheine meistens vor meinen Augen zerrissen.«

»Das war sehr großzügig.«

Sie warf ihm einen scharfen Blick zu und fuhr dann fort: »Aber an diesem Abend erklärte er, dass ich gefälligst auf eigene Rechnung spielen sollte. Ich fragte ihn, was er damit meinte, und er sagte, diesmal könnte ich meine Verluste selbst bezahlen. Ich hatte bereits fünfzig Pfund verloren, und fünf Minuten später waren es hundert. Ich hörte zu spielen auf und sagte Powell unmissverständlich die Meinung.«

Der Sergeant blickte auf seine Notizen. »Leach, der Geschäftsführer, berichtete mir, dass Sie Sir Alfie vor zwei Ihrer Freunde gewarnt haben, die ihm möglicherweise Unannehmlichkeiten bereiten würden. Haben Sie etwas Derartiges gesagt?«

»Ich weiß es nicht – ja, vielleicht.«

»Was wollten Sie damit bezwecken? Und wer sind diese Freunde?«

Ihr Blick schweifte ins Leere. »Ach, das waren nur Worte – ohne Bedeutung. Ich war wütend, weil er mich so schäbig behandelte. Dann... bin ich allein nach Hause gefahren.«

»Das war kurz vor drei. Was haben Sie gemacht, als Sie zu Hause waren? Haben Sie Ihre Freunde angerufen?«

»Ach was, einen Dreck habe ich getan!«

Die Ermittlungen ergaben allerdings, dass Grace Saunders tatsächlich einige Bekannte hatte, die jedem ihrer Feinde Unannehmlichkeiten bereiten konnten. Zu diesen Bekannten gehörten unter anderem Jack und Harry Torrence, zwei Brüder, die an der Spitze der bedeutendsten Ganovenorganisation von South London standen. Wenn Miss Saunders frei hatte, ging sie gelegentlich mit Harry Torrence zum Pferderennen. Angeblich hatte Harry ein Verhältnis mit ihr, doch das besagte noch lange nicht, dass er einen so bedeutenden Mann wie Powell ermorden würde. Rutherford konnte es einfach nicht glauben. Und warum sollte Torrence andererseits einen so unbedeutenden Mann wie Rupert Bancroft umgebracht haben?

Es gab noch andere Leute, die Sir Alfie verachteten oder gar hassten. So stand er auf der Abschussliste einer Gruppe, die sich die Schwarzen Ungeheuer nannte. Ein Mann namens Selleck hatte ihn bedroht, nachdem er gegen Powell einen Prozess verloren hatte, in dem es um den Vertrag über die Weiterverwendung eines stillgelegten Zinnbergwerks in Cornwall ging. Und es gab in jüngster Vergangenheit einen gewissen, skandalösen Verkehrsunfall, der für den großen Abgeordneten ebenfalls glimpflich ausgegangen war, obwohl er dabei mit seinem Lamborghini auf den Gehsteig geraten war und eine alte Frau lebensgefährlich verletzt hatte. All diese Ereignisse... wurden sorgfältig überprüft. Die Schwarzen Ungeheuer äußerten große Befriedigung über die Vernichtung dieser menschlichen Ratte, wie sie es nannten, stritten jedoch ab, irgendetwas mit Powells Tod zu tun zu haben. Selleck lebte in Cornwall und konnte ein überzeugendes Alibi vorweisen, und das Opfer des Autounfalls war voll des Lobes über den Dahingeschiedenen. Rutherford stattete ihr einen persönlichen Besuch ab. Sie war die Frau eines Pensionisten namens Higgins, und die beiden wohnten in einer kleinen Wohnung im Norden Londons, in der Nähe der Marylebone Road.

»Ein echter Gentleman«, betonte Mr. Higgins. »Wissen Sie – so einer von der alten Schule. War wie der Blitz aus dem Auto und hat meine Frau auch schon in den Armen. Hat seinen schönen Anzug ganz blutig gemacht. Sie hat schrecklich geblutet, wissen Sie.«

Mrs. Higgins knüpfte da an, wo Mr. Higgins aufgehört hatte. »Und dann ist er mit mir ins Krankenhaus gefahren und hat mir Blumen geschickt. Ein echter Gentleman, dieser Sir Alfie.« Sie zeigte auf ihr Bein, das in Gips lag. »Sicher, es wird lange dauern, bis ich wieder richtig gehen kann. Aber wenn man in meinem Alter ist, heilt ein Bruch eben nicht mehr so schnell.«

»Wie ist es eigentlich passiert?«

»Ich stand an der Bushaltestelle, und Jonathan war ein paar Meter von mir weg, als der Wagen mir nichts, dir nichts um die Ecke bog, und dann hat Sir Alfie wahrscheinlich die Kontrolle über das Steuer verloren, jedenfalls weiß ich nur, wie ich auf dem Boden liege, und wie sich Sir Alfie über mich beugt. Ich habe ihn sofort erkannt – ich meine, von den Fotos in den Zeitungen.«

»Wie schnell ist er denn gefahren?«

»Ich weiß nicht, aber es muss ziemlich schnell gewesen sein. Ich würde sagen, so um die...« Ein warnender Blick ihres Gatten ließ sie abbrechen.

»Es war jedenfalls innerhalb der zulässigen Geschwindigkeit«, sagte Higgins. »Das konnte man deutlich sehen. Er ist ins Rutschen gekommen; wahrscheinlich war die Straße voll Öl oder so. Es war nicht seine Schuld.«

»Das haben Sie gegenüber der Polizei erklärt. Sie wollten offenbar keine Anzeige erstatten.«

Higgins murmelte ein paar unverständliche Worte.

»Was meinen Sie?«

»Ich sagte, wir wollten keinen Ärger. Nicht mit jemandem wie ihm. Wissen Sie, ich bin selbst Mitglied bei der Union-Jack-Liga. Ich finde, es gibt zu viele Ausländer bei uns in England.«

»Was hat er Ihnen dafür bezahlt, damit Sie schwiegen?« Als der Mann protestieren wollte, sagte Rutherford: »Sie können es mir ruhig sagen, Mr. Higgins. Ich mache Ihnen deshalb bestimmt keine Schwierigkeiten.«

Die beiden Alten tauschten vielsagende Blicke, dann nickte der Mann. Und Mrs. Higgins erklärte mit rauer Stimme: »Zweihundert.«

 

»Das Problem der Arbeiterklasse«, zitierte Rutherford später gegenüber Wilkinson, »liegt vor allem darin, dass sie ihre berechtigten Forderungen mit zu viel Bescheidenheit vorbringt. Ihre Forderungen und ihre Wünsche«, fügte er hinzu. »Hätten die Higgins' den Fall einem Anwalt anvertraut, dann wäre Powell froh gewesen, einen Tausender bezahlen zu dürfen, um einem Prozess wegen fahrlässiger Körperverletzung zu entgehen.« Wilkinson, welcher die Ansicht vertrat, dass die arbeitende Klasse ohnehin schon zu viel aufmuckte und dass Powell ein Mann voll guter Ideen gewesen war, gab zu den Bemerkungen seines Vorgesetzten keinen Kommentar.

Eines stand indes fest: Higgins kam nicht als Rächer in Frage. Und darüber hinaus gab es vorläufig keine brauchbaren Hinweise auf einen möglichen Täter.

 

 

 

 

  Drittes Kapitel

 

 

Sherlock Holmes verließ das Wohnzimmer, ging über den Korridor, öffnete die Tür seiner Behausung in der Baker Street und trat über die paar Treppen hinunter auf den Gehsteig, hinaus in die Welt jenseits seiner Mauern. Unterwegs war er mehrmals stehengeblieben, um einen Blick auf die Erinnerungsstücke zu werfen, die man in Schaukästen unter Glas ausgestellt hatte: den berühmten Papierfetzen, den Schlüssel, die Metallscheiben und das Stück Holz – Requisiten aus einem seiner ersten Fälle, dem Katechismus der Familie Musgrave. Dann einen Dankesbrief von James Ryder, dem Holmes im Fall des Blauen Karfunkel seine Missetat vergeben hatte; das kleine Siegelwachsmesser, das im Goldenen Kneifer eine wesentliche Rolle gespielt hatte und – was ihn am meisten entzückte – Reliquien aus einem halben Dutzend Fälle, die Watson der Nachwelt vorenthalten hatte. Darunter der Briefumschlag aus der Affäre Smirnow, der seinem Empfänger den sicheren Tod gebracht hätte, wäre er damals geöffnet worden. Das Siegel war noch unversehrt, wenn auch inzwischen das Gift, mit dem der Umschlag imprägniert worden war, längst seine Wirkung verloren hatte. Hier war das Bruchstück der biegsamen Krücke, das dazu gedient hatte, dem Geheimnis des böhmischen Ungeheuers auf die Spur zu kommen, ein Zeitungsfoto von Vigor, dem Wunder von Hammersmith, und ein Bild von Baron Malpertuis mit der Aufschrift:

 

Für Sherlock Holmes, der meinen Ruin herbeigeführt hat.

Mit ewigem Hass, Malpertuis.

 

Der große Detektiv pflegte gerade dieses Bild mit einer Mischung aus Lächeln und Skepsis zu betrachten.

---ENDE DER LESEPROBE---