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Für Urs Stäheli ist sowohl die digitale als auch jede analoge Interaktionsvermeidung eine "Entnetzung", ein Ausweg aus dem schnelllebigen Miteinander, aus der ständigen Erreichbarkeit. Er plädiert für ein kollektives Distanznehmen, um wieder zu sich selbst zu finden.
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Seitenzahl: 17
Veröffentlichungsjahr: 2014
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Urs Stäheli
Aus dem Rhythmus fallen
Zur öffentlichen Entnetzung
Die Fehlermeldungen »kein Anschluss unter dieser Nummer« oder »keine Verbindung« sind ein fester Bestandteil unseres digital vernetzten Alltags geworden. Häufig gefolgt von der freundlichen, aber bestimmten Aufforderung, es noch einmal zu versuchen. Die Hoffnung auf eine Verbindung muss nicht aufgegeben werden: Man mag sich etwas gedulden und später noch einmal einen Verbindungsversuch wagen. Anschlusslosigkeit taucht hier als ein Alltagsproblem auf, dessen Benennung schon auf seine Abhilfe verweist. Die zunächst lapidar anmutende Feststellung »keine Verbindung« ist gleichzeitig stets auch ein Ruf zur Wiederherstellung einer Ordnung: »Connection failed. Try it again!« Das ist das Motto der Netzwerkgesellschaft. Tue etwas, unternimm einen neuen Verbindungsversuch, damit die Meldung verschwindet. Verbindungslosigkeit ist ein kleiner technischer Störfall, der mich zeitweilig in meinen Netzwerken unerreichbar macht – aber ein Störfall, der beim nächsten Versuch bereits schon behoben sein wird.
