Ausbildung "Verkehrsunfall" - Wiebke Thönißen - E-Book

Ausbildung "Verkehrsunfall" E-Book

Wiebke Thönißen

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Beschreibung

Die Ausbildung im Bereich der Technischen Hilfeleistung, insbesondere zur Vorbereitung auf Einsätze bei Verkehrsunfällen, stellt die Feuerwehr vor große Herausforderungen. Übungen müssen nicht nur praxisorientiert, sondern auch realitätsnah mit dem damit verbundenen hohen organisatorischen Aufwand umgesetzt werden. Wichtige Ausbildungsinhalte, z. B. die Aufgabenverteilung innerhalb der taktischen Einheiten sowie Wissen über Einsatzgeräte und über die einzelnen Rettungsmethoden, müssen zielgruppengerecht und nachhaltig vermittelt werden. Die Autoren kennen als erfahrene Ausbilder diese Problematik und stellen nützliche Hinweise und Tipps für eine erfolgreiche Ausbildung vor.

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Seitenzahl: 155

Veröffentlichungsjahr: 2022

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Jan Piossek

Wiebke Thönißen

[3]Ausbildung »Verkehrsunfall«

Verlag W. Kohlhammer

[4]Dieses Werk einschließlich aller seiner Teile ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwendung außerhalb der engen Grenzen des Urheberrechts ist ohne Zustimmung des Verlags unzulässig und strafbar. Das gilt insbesondere für Vervielfältigungen, Übersetzungen, Mikroverfilmungen und für die Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen.

Die Wiedergabe von Warenbezeichnungen, Handelsnamen und sonstigen Kennzeichen in diesem Buch berechtigt nicht zu der Annahme, dass diese von jedermann frei benutzt werden dürfen. Vielmehr kann es sich auch dann um eingetragene Warenzeichen oder sonstige geschützte Kennzeichen handeln, wenn sie nicht eigens als solche gekennzeichnet sind.

Die Abbildungen stammen – sofern nicht anders angegeben – von den Autoren.

1. Auflage 2022

Alle Rechte vorbehalten

© W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart

Umschlagbild: Timo Jann

Gesamtherstellung: W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart

Print:

ISBN 978-3-17-039925-9

E-Book-Formate:

pdf: ISBN 978-3-17-039927-3

epub: ISBN 978-3-17-039928-0

Für den Inhalt abgedruckter oder verlinkter Websites ist ausschließlich der jeweilige Betreiber verantwortlich. Die W. Kohlhammer GmbH hat keinen Einfluss auf die verknüpften Seiten und übernimmt hierfür keinerlei Haftung.

[5]Vorwort

Fachbücher über Technische Hilfeleistung gibt es bereits einige auf dem Markt. Warum also noch eines schreiben? Die meisten Bücher beschreiben ausschließlich das Vorgehen im Einsatz und die dafür erforderlichen Techniken. Die praktische Umsetzung in der Ausbildung wird jedoch meistens nur kurz abgehandelt. Mit diesem Buch wollen wir die Lücke zwischen »Wie wird es gemacht?« und »Wie bringen wir es den Einsatzkräften der Feuerwehr bei?« schließen, da wir festgestellt haben, dass das Vermitteln von Kompetenzen im Bereich der Unfallrettung oft eine Herausforderung für Lehrende und Lernende ist – Stichwort »Übungskünstlichkeit«. Mangels Möglichkeiten, Ideen oder auch aus Bequemlichkeit werden oftmals Übungslagen dargestellt, die nicht oder nur teilweise realistisch sind, gerne auch mit dem Zusatz »Das müsst ihr euch jetzt mal so oder so vorstellen«. Das Problem dabei: Aus der Vorstellung lernt man nicht, man lernt durch das eigene Handeln. Was in den Übungen stattfindet, wird unter Stress im Zweifel auch genau so wiederholt.

Dieser Künstlichkeit wollen wir mit den hier vorgestellten Lehrmethoden und Ausbildungsmodulen entgegenwirken. Dabei gilt für alle Übungen der Grundsatz: »Train as you fight«, frei übersetzt: »Übe, wie du im Einsatz arbeitest«. Sicher, das mag für Teilnehmende und Ausbilder oftmals unbequem sein, ist aber eine Garantie dafür, dass in den Einsatz keine Abkürzungen und Erleichterungen aus der Übungskünstlichkeit übertragen werden. Realitätsnahe Übungslagen erfordern mehr Vorbereitung, mehr Aufwand, mehr Personal und mehr Zeit. Dieser Aufwand wird sich dann mit wachsender Routine im Übungserfolg ausgleichen. Wer nicht realitätsnah übt, wird über kurz oder lang in der Einsatzrealität scheitern.

Wir haben die Ausbildungseinheiten in Module gegliedert, die einzeln oder in Kombination ausgebildet werden können. Dieses Konzept einer modularen Ausbildung für die Technische Hilfeleistung orientiert sich am Einsatzgeschehen und verzichtet weitgehend auf reine Theorieunterrichte. Technische Hilfeleistung ist Praxis: Erleben, Ausprobieren, Wiederholen – kurz: Machen. In dieses Buch sind viele Erfahrungen aus dem eigenen Erleben und den abgearbeiteten Einsätzen eingeflossen. Es soll möglichst praxisnahe Ausbildung ermöglichen und bildet bereits die zukünftige Kompetenzorientierung der geplanten Neuausgabe der FwDV 2 ab.

Beim Erstellen dieses Buches hatten wir zahlreiche Fotografen, Helfer und Korrekturleser, bei denen wir uns in alphabetischer Reihenfolge bedanken möchten: Andreas Böttcher, Sören Hansen, Pascal Hildebrand, Andre Gerdes, Linus und Timo Jann, Tobias Lahode, Behrend Langeloh, Florian Lüttge, Stella Mau, Sven Nelke, Jörg [6]Obermüller, Arne Oelkers, Dr. Stefan Paululat, Jan Riffel, Axel Rose, Andreas Teetzen, Benjamin Thoran sowie alle auf den Bildern abgebildeten Personen. Ohne Euch wäre dieses Buch nicht möglich gewesen.

Wir widmen dieses Buch unseren verstorbenen Eltern Grete und Peter sowie den Kindern der nächsten Generation, unserer Zukunft: Till, Emma, Leevke und Greta.

Schwarzenbek/Tornesch, im November 2021

[7]Inhaltsverzeichnis

Vorwort

1 Einleitung

2 Aufbau und Struktur einer guten Ausbildung

2.1   Übungsziele und inhaltliche Vorbereitung

2.1.1   Was ist Kompetenz?

2.1.2   Lernziele und Zielkatalog

2.1.3   Modulare Struktur

2.1.4   Kontrolle des Ausbildungserfolgs

2.2   Ausbildungstechniken

2.3   Fortbildung

2.4   Ausbilder

2.5   Persönliche Schutzausrüstung/Ausrüstung der Trupps

3 Vorbereitung von Übungen/Übungsszenarien

3.1   Hilfs- und Übungsmaterialien

3.2   Übungsvorbereitung

3.2.1   Grundsätzliche Vorbereitung von Fahrzeugen

3.2.2   Techniken zur Verformung

3.3   Übungslagen

3.3.1   Lagen »auf vier Rädern«

3.3.2   Seitenlage

3.3.3   Pkw unter Hindernis

3.3.4   Pkw auf Hindernis

3.3.5   Dachlage

3.3.6   Seitenaufprall an Gegenstände

3.3.7   Lagen mit mehreren Fahrzeugen

3.3.8   Pfählungslagen

3.3.9   Beteiligung von Gebäuden

3.3.10  Mehrfachnutzung von Fahrzeugen für mehrere Szenarien

3.4   Gefahrendarstellung

3.5   Verletzungsmuster

3.6   Kombinationsmatrix für die Auswahl von Übungslagen

3.7   Störungen

4 Ausbildung der Grundfertigkeiten

4.1   Fahrzeugkomponenten

4.2   Sichern, Stabilisieren und Unterbauen

4.2.1   Sichern gegen Wegrollen

4.2.2   Unterbauen

4.2.3   Sicherung gegen Bewegung/Ab- oder Wegrutschen/Absturz

4.2.4   Airbagsicherung

4.2.5   Patientenschutz/Schutz für Einsatzkräfte

4.2.6   Kantenschutz, Klammern und Klemmen

4.3   Glasmanagement

4.4   Rettungsgeräte

4.4.1   Blechaufreißer

4.4.2   Hebel-Brechwerkzeug (»Halligan-Tool«)

4.4.3   Hydraulisches Schneidgerät (»Rettungsschere«)

4.4.4   Säbelsäge

4.4.5   Hydraulisches Spreizgerät (kurz: Spreizer)

4.4.6   Hydraulische Rettungszylinder

4.4.7   Hebekissen

4.4.8   Hydraulische Winde (»Hydraulikwinde«)

4.4.9   Mehrzweckzug, Seilwinde und Anschlagmittel

4.4.10  Rettungs-Boa

4.4.11  Spineboard/Rettungsbrett/KED-System

4.5   Ergonomisches Arbeiten

5 Aufgaben und Kompetenzen der einzelnen Beteiligten

5.1   Grundsätzlicher Personalansatz in der Gruppe

5.2   Aufgabenverteilung in der Gruppe

5.2.1   Einheitsführer

5.2.2   Innerer Retter

5.2.3   Angriffstrupp/Rettungstrupp

5.2.4   Wassertrupp/Sicherungstrupp

5.2.5   Schlauchtrupp/Gerätetrupp

5.2.6   Maschinist

5.3   Aufgabenverteilung in der Staffel

5.4   Sicherheitsassistent

5.5   Einsatzleiter/Abschnittsleiter

6 Kommunikation zwischen Einsatzkräften

6.1   Sprachgebrauch

6.1.1   Räumliche Orientierung

6.1.2   Klare Sprache

6.1.3   Zeitliche Orientierung/Absprache Rettungsdienst

6.2   Funk

6.3   Interne Kommandos

7 Training für das Vorgehen im Einsatz

7.1   Erkundung

7.1.1   Äußere Erkundung

7.1.2   Innere Erkundung

7.1.3   Patientenzustand/Kommunikation mit dem Patienten

7.1.4   Kommunikation mit Betroffenen/Zeugen

7.2   Einsatzablauf

7.2.1   Gefahreneinschätzung

7.2.2   Ordnung des Raumes

7.2.3   Absicherung der Einsatzstelle

7.2.4   Ablageplätze

7.2.5   Planung der Rettung

7.2.6   Lageeinweisung

7.2.7   Zugangsöffnung/Erstöffnung

7.2.8   Betreuungsöffnung

7.2.9   Rettungsöffnung

7.2.9.1   Türentfernung

7.2.9.2   Entfernung der Hecklappe

7.2.9.3   Große Seitenöffnung

7.2.9.4   Schaffung einer dritten Tür

7.2.9.5   Tunneln über Heck

7.2.9.6   Fischdose

7.2.9.7   Muschelöffnung

7.2.9.8   Wegklappen des Daches

7.2.9.9   Dachentfernung

7.2.9.10  Dachentfernung in Dachlage

7.2.9.11  Austerntechnik

7.2.9.12  Antonovtechnik

7.2.9.13  Kettenrettung

7.2.10  Kombinationsmatrix für Rettungstechniken

7.2.11  Entklemmung

7.2.11.1  Entklemmung am Lenkrad

7.2.11.2  Einklemmungen im Fußraum

7.2.11.3  Entklemmung im Dachbereich

7.2.11.4  Entklemmung bei Seitenaufprall

7.2.11.5  Entfernung/Wegdrücken der Rückenlehne

7.2.12  Kombinationsmatrix für Entklemmungstechniken

7.2.13  Nacharbeiten

7.3   Dokumentation

7.4   Optimieren der Einsatzabläufe

Zusammenfassung und Ausblick

Literaturverzeichnis

[11]1    Einleitung

Dieses Buch ist modular aufgebaut und orientiert sich an den Abläufen im Einsatz. Zunächst wird erläutert, wie eine gut strukturierte Ausbildung ausgearbeitet und aufgebaut werden sollte. Hierbei ist es wesentlich, dass die Ausbildungsziele sich an konkreten Einsatzabläufen orientieren und sich anhand dieser Ziele die Planung ableitet und nicht andersherum. Die Ausbildungsabläufe selbst werden nach Kompetenzstufen (KST) der Teilnehmenden in Anlehnung an die kommende FwDV 2 (Feuerwehrdienstvorschrift 2 – AG FwDV 2) definiert. Dementsprechend beginnt dieses Buch mit einer praxisgerechten Vorbereitung von Übungsszenarien für alle Kompetenzstufen. Besonderen Wert legen wir auf die Mehrfachnutzung von Übungsfahrzeugen und die Kombinierbarkeit einzelner Szenarien. Von der Übungsvorbereitung geht es zur Gerätehandhabung – also dem Erlernen der Grundfertigkeiten und der Benutzung der einzelnen Sicherungs- und Rettungsgeräte. Auch hier legen wir Wert darauf, dass bereits in den niedrigen Kompetenzstufen eine möglichst einsatznahe und praxisorientierte Ausbildung stattfindet.

In Kapitel 5 wird ausführlich die Aufgabenverteilung in der Gruppe/Staffel erläutert. Auch hier werden die erforderlichen Kompetenzen der einzelnen Beteiligten stufenweise definiert und erläutert. Besonders sei hier auf die Definition des Inneren Retters als eigene Funktion, ob nun vom Rettungsdienst oder der Feuerwehr gestellt, hingewiesen. Auch die Kommunikation zwischen Einsatzkräften sowie mit dem Patienten ist ein wesentlicher Faktor für den Einsatzerfolg. Hierfür stellen wir Hilfsmittel und Übungsmöglichkeiten vor, die sowohl durch den Einheitsführer, den Inneren Retter als auch den Rest der Mannschaft genutzt werden können.

Das in Kapitel 7 vorgestellte Training für das Vorgehen im Einsatz orientiert sich am Ablauf des Einsatzes und beginnt daher mit Erkundung und Lagebeurteilung. Der Einsatzplanung sowie der Schaffung der einzelnen Öffnungen wird ein besonders breites Feld eingeräumt, da dies der Kern jeder Unfallrettung ist. Für das Training der höheren Kompetenzstufen werden diverse Möglichkeiten zur Erhöhung des Schwierigkeitsgrades der Szenarien sowie für das parallele Arbeiten vorgestellt. Somit kann dieses Buch sowohl für die Aus- als auch für die Fortbildung der Einsatzkräfte genutzt werden.

[12]Im Buch wird im Sinne der Lesbarkeit teilweise die männliche Form der handelnden Personen genannt. Wie sich aus dem Geschlecht der Co-Autorin schon ergibt, sind hiermit natürlich auch weibliche/diverse Feuerwehrangehörige gleichermaßen angesprochen.