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Martin Eller, Maler, befasste sich in den vergangenen fünfunddreissig Jahren mit Mechanik, Geometrie, Kybernetik, Plasmaphsik, Geschichte, Kunst, Philosophie und Kultur. Daraus entstand ein Denken außerhalb dessen, was allgemein Zeitgeist genannt wird. In diesem Buch geht es um Bilder. Dieser Traktat versucht ein möglichst umfassendes, dichtes und wirkliches Bild der Welt und von uns selbst zu zeigen. Durch logische Sätze, die prägnant verdichtet und nur mit wenigen Anmerkungen erläutert sind, wird dieses Bild umrissen. Das Bild soll den Leser zu eigenen Schlussfolgerungen führen. Durch Gegenüberstellung eines durchdachten Bildes der Natur und den psychologischen Zuständen, wirkt die Kritik an Philosophie, Metaphysik, Wirtschaft, Politik, Weltanschauungen usw. fundamental: Wir sind nicht die humanen Vernunftwesen, für die wir uns so gerne halten.
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Seitenzahl: 213
Veröffentlichungsjahr: 2015
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Zur Erinnerung an Christian
(1987 – 2004)
Vorwort
Welt
Natur
Philosophie
Physik
Zeit
Kultur
Moderne
Psychologie
Quintessenz
Dank
„Entia non sunt multiplicanda sine necessitate.“
Wilhelm von Ockham
„Die richtige Methode in der Philosophie wäre eigentlich die: nichts zu sagen, als was sich sagen läßt, also Sätze der Naturwissenschaft - also etwas, was mit Philosophie nichts zu tun hat -, und dann immer, wenn ein anderer etwas Metaphysisches sagen wollte, ihm nachzuweisen, daß er gewissen Zeichen in seinen Sätzen keine Bedeutung gegeben hat. Diese Methode wäre für den anderen unbefriedigend – er hätte nicht das Gefühl, daß wir ihn Philosophie lehrten – aber sie wäre die einzig streng richtige.“
Ludwig Wittgenstein (LPA 6.53)
In dieser Schrift geht es um Bilder. Die Absicht war, eine dichte, umfassende und wirklichkeitsgetreue Bildersammlung „der Welt“ und von uns selbst zu erstellen. Sie soll zum Nachdenken darüber führen, was wirklich ist; und dies Denken soll zu eigenen Schlussfolgerungen führen.
Hier stehen Überlegungen zu Bekanntem, nicht zu „Neuem“. Alles kreist um ein Motiv: Wir denken in Bildern, die Kultur ist durch Bilder bedingt und wird durch Bilder fortgesetzt.
Dies Buch zu lesen ist mühsam und wenig angenehm; was wirklich ist, ist komplex, Ausflüchte in die Metaphysik sind unzulässig; und wir sind nicht die humanen Vernunftwesen, für die wir uns so gerne halten.
Die knappe Form und der Titel „Traktat“ sind bewusst gewählt; die Unmöglichkeit eines vollständigen Bildes soll darin zum Ausdruck kommen. Das Buch hätte seinen Zweck erfüllt, wenn es mehr Fragen hinterlässt, als Antworten in ihm stehen.
Diese Arbeit ist ein Derivat aus einer (in Vorbereitung befindlichen) Essai-Sammlung. Beides entstand im Nachdenken über Gelesenes, beim Malen, außer der Zeit.
1
„Die Welt“ ist ein metaphysisches Konstrukt.
1
1.1
Was von „der Welt“ wirklich ist, wissen wir nicht.
1.1.1
Daß „die Welt“ metaphysisch und nicht wirklich ist, ist u. a. an ihrer scheinbar beliebigen Duplizierbarkeit zu sehen (z. B. in der „Drei-Welten-Lehre“ von Frege oder der quantenphysikalischen „Viele-Welten-Interpretation“ von Everett).
1.2
„Welt“ nennen wir das Bild, welches „die Welt“ vorstellen soll.
1.2.1
Wir sprechen solipsistisch von
unserem
Weltbild, wenn wir von „Welt“ sprechen.
1.2.1.1
Dies Bild besteht zum größten Teil aus Abstrakta, von denen wir ständig weitere deduzieren, und nur zum geringsten Teil aus Erfahrungen.
1.2.2
Der Begriff „Welt“ soll – so wie wir ihn gebrauchen – „das Leben“, „die Politik“, „die Gesellschaft“, die Natur usw. einschließen; dies lässt uns „welterfahren“ erscheinen und lenkt davon ab, wie wenig wir wirklich
wissen
- selbst von unserer eigenen unmittelbaren Umwelt.
1.2.3
„Die Welt“ ist schon alles, was in unserer Vorstellung ist; sie ist von der Verwechslung natürlicher und psychologischer Zustände bestimmt.
1.3
Jede „Welt“ hat die Natur zur Voraussetzung.
1Die Dezimalnummern der Sätze (n. DIN 1421) sollen das beabsichtige Bild logisch ordnen; die Sätze sind alle gleichwertig (ausgeklammerte Satzteile sind Bemerkungen).
