Australian Silky Terrier - Iris Eigenbrodt - E-Book

Australian Silky Terrier E-Book

Iris Eigenbrodt

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Beschreibung

Der Australian Silky Terrier ist eine noch relativ junge Terrierrasse, deren Ursprung in Australien liegt. Überwiegend ist er eine Kreuzung aus dem Australian Terrier und dem Yorkshire Terrier. Aber auch der Dandie Din­mont Terrier und der Skye Terrier wurden mit eingekreuzt. Dieses Buch be­schreibt alle fünf Rassen wobei der Schwerpunkt auf dem Australian Silky Terrier liegt. Ausstellungen, Zucht und Welpen sind ebenso Bestandteil des Buches, wie Erziehung, Ernährung und Pflege. Es wird ausdrücklich darauf hingewie­sen, dass alle hier genannten Terrierrassen weder Schoßhunde noch für An­fänger geeignet sind. Sie sind sehr gelehrig und gut zu erziehen, eignen sich hervorragend für Hundesport wie Agility oder Obedience, aber auch als Therapiehunde. Alle in dem Buch erwähnten Rassen sind liebevolle und treue Begleiter, jede in seiner Art einzigartig.

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Seitenzahl: 104

Veröffentlichungsjahr: 2018

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Inhalt

Widmung

Vorwort

Die Rasse

Das Wesen

Wie die Rasse entstand

Australian Terrier

Yorkshire Terrier

Dandie Dinmont Terrier

Skye Terrier

Australian Silky Terrier

Der Siegeszug des Australian Silky Terriers

Der Australian Silky Terrier in der Schweiz

Der Australian Silky Terrier in Österreich

Ausstellungen

Die Zucht

Welpen

Grundausstattung

Pflegen und Trimmen

Erziehungstipps

Der Australian Silky Terrier und Kinder

Der Australian Silky Terrier im Alter

Gesundheit

Erste Hilfe

Homöopathie und Bachblüten

Gifte im Haushalt

Ernährung

Rezepte

Adressen

Danksagung

Weitere Bücher der Autorin

Impressum

Widmung

„Wenn nur die Menschen wüssten, was sie versäumen,

wenn sie keinen Silky Terrier ihr Eigen nennen“

Anneliese Villain, Zwinger vom Wakenitzhof

Vorwort

1994 wurden wir stolze Besitzer der Australian Silky Terrier Hündin Daisy von der Flurau. Sie hat uns mit ihrem Wesen, ihrer Ausstrahlung und ihrer Kämpfernatur so sehr begeistert, dass wir uns drei Jahre später dazu entschlossen, diese Rasse zu züchten. Nach anfänglichen Schwierigkeiten bauten wir uns über die Jahre, den erfolgreichen Zwinger von Eigen-Brodt auf.

Die Idee, ein Buch über den Australian Silky Terrier zu schreiben, entstand bereits im Jahr 2004. Damals gab es den Australian Silky Terrier seit 40 Jahren in Deutschland und alle waren sich einig: Es wird Zeit für ein deutschsprachiges Rassenbuch. Doch irgendwie hatte niemand einen wirklichen Plan, wie das Buch werden sollte. Für wen sollte das Buch interessant sein? Für Züchter oder Laien? Am Besten für beide. Nur wie bringt man das unter einen Hut? Die Interessen eines Züchters unterscheiden sich von denen eines Laien.

2008 veröffentlichte ich dann die Erstausgabe „Australian Silky Terrier“ in der ich versuchte ein „Züchterbuch“ für den Laien, oder vielleicht auch ein „Laienbuch“ für den Züchter, zu schreiben. Ich dachte, es gäbe einige Kapitel, die für beide Gruppen interessant wären, und hoffte nur, dass es mir einigermaßen gelang, diese beiden, doch sehr unterschiedlichen Interessengruppen, unter einen Hut zu bringen. Es scheint mir gelungen zu sein und deshalb dachte ich, es wäre nun an der Zeit das Buch neu zu überarbeiten. Neues wurde hinzugefügt, Altes korrigiert, Überflüssiges weggelassen und Bilder aktualisiert.

Ich wünsche nun allen Lesern viel Spaß mit diesem Buch.

Iris Eigenbrodt

Die Rasse

Wie der Name schon sagt, stammt der Australian Silky Terrier aus Australien, genauer gesagt aus Tasmanien. Laut Rassenstandard, der in Australien vom Australian National Kennel Council (ANKC) im Mai 2005 neu festgelegt wurde, und im Juni 2005 seine Gültigkeit bekam, handelt es sich um kompakte, mäßig niedrig stehende, mittellange Hunde mit fein strukturiertem Körper. Er hat genügend Substanz um sein Heim von unerwünschten Nagern frei zu halten. Sein gescheiteltes, glattes Haar gibt ihm ein gepflegtes Aussehen. Die charakteristischen Merkmale sind die eines typischen Terriers. Er zeigt eine eifrige Wachsamkeit, Lebhaftigkeit, Gesundheit und Leistungsfähigkeit.

Vor dem Juni 2005 sollte seine Schulterhöhe nicht mehr als 23 cm betragen und sein Gewicht bei 4-5kg liegen. In dem neuen Standard wurde die Größe auf 26 cm erhöht, das Gewicht sollte der Größe angepasst sein.

Ein Problem die Rasse so klein zu halten war wohl, dass Inzest verboten wurde. Was natürlich auch viel Gutes hat! Auch bei anderen Terrier Rassen konnte man feststellen, dass sie ihr Standardmaß nicht mehr halten konnten

Ein weiteres Problem könnte die genetische Veranlagung sein. Die Ur-Terrier hatten ein Gewicht von 3 bis 9 kg. Auch wenn später auch nur kleine Terrier untereinander gekreuzt wurden, tragen sie doch das Erbgut der großen in sich.

Der Australian Silky Terrier wird fast immer mit dem Yorkshire Terrier verwechselt. Gerne wird er auch als „großer Yorkshire Terrier“ bezeichnet. Man muss jedoch zugeben, es bedarf einiger Kenntnisse um die Unterschiede zu erkennen. Der Australian Silky Terrier sieht dem Yorkshire Terrier zwar sehr ähnlich, dennoch haben sie nur teilweise gemeinsame Vorfahren.

Leider gibt es noch immer so genannte bzw. selbsternannte Züchter die den Australian Silky Terrier als Yorkshire Terrier, oft sogar mit angeblichen Papieren, verkaufen.

Unterscheiden kann man die Rassen wie folgt:

Das Fell ist dem der Yorkshire Terrier ähnlich. Während der Yorkshire Terrier mindestens bodenlanges Haar hat, kann man beim Australian Silky Terrier unter dem Bauch durchschauen. Beide Rassen haben keine Unterwolle, verlieren keine Haare und haben kaum Fellwechsel. Sie sind somit gut für Allergiker geeignet.

Der Yorkshire Terrier benötigt eine Schleife im Haar, damit ihm die Haare nicht vor die Augen fallen. Bei dem Australian Silky Terrier ist das nicht nötig. Er hat einen Mittelscheitel, der das Haar vom Kopf bis zum Rutenansatz zu beiden Seiten fallen lässt.

Das glatte, glänzende, feine und seidige Haar liegt eng am Körper an. Es hat eine Länge von nur ca. 15 cm und fühlt sich seidig an. Daher auch der Name, denn „silky“ aus dem Englischen übersetzt bedeutet „seidig“.

Die Schnauze des Yorkshire Terriers ist kürzer, als die des Australian Silky Terriers. Zudem ist der Hund kleiner und dementsprechend leichter. Laut Rassenstandard sollte er eine Schulterhöhe von 23 cm nicht überschreiten.

Die Farbe der Haare nennt man blue and tan, das so viel bedeutet wie schieferblauer (blue) Rücken und der Rest ist goldbraun bis rotbraun (tan). Je intensiver und klarer die Farben abgetrennt und ausgeprägt sind, desto besser. Silberne und weiße Farben sind nicht erwünscht. Der Blauton auf der Rute sollte sehr dunkel, fast schwarz sein. Der Schopf dagegen silberblau oder rehbraun. Ein dunkles Jugendhaarkleid wird nur bei Welpen erlaubt. Im Alter von 18 Monaten sollte es durch gefärbt sein. Da der Australian Silky Terrier ein Spätentwickler ist, brauchen manche von ihnen eben etwas länger. Es kann bis zu einen Alter von drei Jahren dauern, bis keine schwarzen Spitzen mehr sichtbar sind. Auch die Haarlänge hat in diesem Alter erst sein Endstadium erreicht. Ein fast bodenlanges Haarkleid bei Junghunden ist unnatürlich. Das Blue zeigt immer unterschiedliche Farbschattierungen auf. Es ist nie einheitlich und gleichmäßig gefärbt. Bei älteren Hunden und Hündinnen die geworfen haben, kann es vorkommen, dass sich rötliche Strähnen zeigen. Der Haaransatz zeigt meist eine, ca. 1 cm breite, dunklere Färbung als das Deckhaar.

Der Schädel ist flach ohne zwischen den Augen ausgefüllt zu sein. Er ist kräftig und mäßig breit zwischen den Ohren. Bedeckt wird der Kopf von einem seidigen Haarschopf, der nicht über die Augen fallen darf.

Die Schnauze ist beim Australian Silky Terrier von der Nasenspitze zum Stirnabsatz etwas kürzer, als vom Stirnabsatz zum Hinterhauptbein. Der Kiefer ist kräftig und die Zähne gleichmäßig angeordnet. Sie dürfen nicht eng stehen. Die oberen Schneidezähne greifen ohne Zwischenraum über die unteren. Man nennt dies: Scherengebiss.

Seine Nase ist schwarz pigmentiert und die Lefzen liegen eng an.

Die dunklen, ausdrucksvollen und klugen Augen sind oval, nicht rund und auch nicht nach außen gewölbt. Sie sollten einen durchdringenden, intelligenten Ausdruck haben und von schwarzem Pigment umrahmt werden.

Die Ohren sind klein, laufen spitz zu und sind am Kopf hoch angesetzt. Die Haare an den Ohren sollten kurz gehalten werden.

Der Hals ist mittellang, elegant und hat eine leicht gebogene Nackenlinie, die harmonisch in die Schulterpartie übergeht. Er ist von langem, seidigem Haar bedeckt.

Die Körperlänge ist im Idealfall um ein Fünftel länger als seine Körperhöhe. Einfacher ausgedrückt: ein Australian Silky Terrier der eine Schulterhöhe von ca. 25 cm hat, sollte eine Körperlänge von 30 cm nicht überschreiten.

Der Rücken sollte im Stehen und in der Bewegung gerade sein. Die Lendenpartie ist kräftig und der Brustkorb tief und mäßig breit. Die gut gewölbten Rippen reichen bis zu den Lenden.

Bei der Rute sind sich viele noch nicht ganz einig. Seit 01.06.1998 besteht in Deutschland ein Kupierverbot. In vielen Ländern ist Kupieren heute noch erlaubt. Daher weiß man nicht genau, welche Varianten es gibt und wie die Ruten der Hunde wirklich aussehen. Nur in einem Punkt sind sich fast alle einig: Eine Ringelrute sollte es nicht sein. Die Rutenspitze sollte auch nicht den Rücken berühren. Warum eigentlich? Das kann niemand erklären. Aber egal welche Form die Rute hat, auf jeden Fall sollten die Haare kurz geschnitten sein. In Deutschland hat man sich auf eine Länge von ca. 2 cm geeinigt. Schließlich sollen die Hunde ja noch nach etwas aussehen.

Die Beine sind gerade. Der Australian Silky Terrier sollte keine O - bzw. X - Beine haben, wie manch andere Rassen. Die Schulterblätter liegen gut zurück und dicht an den Rippen an.

Die Hinterbeine stehen leicht schräg nach hinten. Die Sprunggelenke sollten niedrig über dem Boden und parallel zu einander stehen. An den Pfoten sollen die Haare kurz gehalten werden. Übrigens: Seine Vorderpfoten sind etwas größer als die Hinterpfoten. Damit kann er sehr gut in die Erde graben um Mäuse- oder Rattenlöcher oder Kaninchenbaue zu erweitern.

Der Gang sollte frei und geradlinig sein, ohne Lockerheit in den Schultern oder Ellbogen. Die Hinterhand sollte eine große Schubkraft zeigen, wobei Knie- und Sprunggelenke äußerst flexibel sind. Die Bewegung sollte weder zu eng, noch zu breit sein.

Die Rüden sollten zwei gut entwickelte Hoden haben, die sich vollständig im Skrotum befinden.

Es ist ein Glück für die Rasse, dass der Australian Silky Terrier nie zum Modehund geworden ist, wie z.B. der Yorkshire Terrier, der West Highland White Terrier oder der Jack Russel bzw. der Parson Russel Terrier.

Die Rasse wurde daher nie überzüchtet und auch aus diesem Grund sind sie viel robuster und gesünder als viele ihrer Artgenossen.

Kaya von der Groov

Das Wesen

Der Australian Silky Terrier ist ein sehr guter und gelehriger Wachhund, aber kein Kläffer. Es entgeht ihm nicht, wenn jemand im Haus oder Hof herum schleicht. Jeder Eindringling in sein Revier wird erst einmal ordentlich verbellt. Fremden tritt er skeptisch gegenüber, bis er sie als „in Ordnung“ akzeptiert hat.

Eine ordentliche Portion an Temperament hat er mit in die Wiege gelegt bekommen. Trotzdem hat er auch eine Eselsgeduld. Kinder liebt er sehr und hat auch keine Probleme damit, wenn sie einmal etwas grob oder tollpatschig mit ihm umgehen. Wenn es ihm zu viel wird, und das Kind auf ein Knurren oder Brummen nicht reagiert, geht er einfach weg. Er schnappt nicht unmittelbar zu, wie viele seiner Artgenossen.

Er ist kein Draufgänger oder Raufbold, wehrt sich aber durchaus auch gegen große Hunde, wenn es nötig ist. Seine Schnelligkeit und Wendigkeit lässt so manch andere Hunde abblitzen.

Loyalität, Sinn für Spaß, Liebe und Freundlichkeit sind für den Australian Silky Terrier eine Selbstverständlichkeit. Allerdings kann er auch sehr beleidigt sein, wenn etwas nicht so läuft, wie er das gerne hätte. Er ist ein Familienhund der konsequent erzogen werden muss. Macht man dies nicht, entwickelt er einen sehr eigenen Kopf, und tut nur das was er gerne möchte. Dann wird es schwer seine Aufmerksamkeit zurück zu erobern.

Sein Jagdinstinkt sollte nicht unterschätzt werden. Aber wie eben schon erwähnt, ist er durch konsequente Erziehung gut zu führen.

Reisen ist seine große Leidenschaft. Am Liebsten natürlich mit seiner Familie. Offen für alles Neue, ist er durch Neuerkundungen, Abenteuer, weite Wanderungen und auch Joggen nicht zu ermüden. Gerne macht er alles mit und ist sehr an seiner Umwelt interessiert.

Der Australian Silky Terrier hat keine Probleme in einer Hundebox zu schlafen. Eigentlich sind Terrier „Erdhunde“, d.h. sie gehen gerne in die Erde, bzw. in Erdhöhlen oder -bauten. Das Wort Terrier wurde von dem lateinischen Wort Terra abgeleitet, das so viel wie Erde bedeutet. So eine Box ist für ihn wie eine Höhle. Oft sucht er sich auch einen Platz unter einer Bank oder unter Decken. Er hat eben gerne „ein Dach über dem Kopf“.

Ein Australian Silky Terrier ist natürlich sehr intelligent. Viele von ihnen beherrschen das logische Denken. Wenn er das nicht könnte, wäre er auch nicht fähig zu jagen. Dazu ist kombinieren nötig. Das hilft ihm auch beim erlernen des Gehorsams.

Natürlich freut er sich ganz besonders, wenn seine Menschen mit ihm arbeiten und ihm irgendwelche Dinge beibringen. Ob diese sinnvoll sind oder nicht, ist ihm egal. Hauptsache es macht Spaß, und dafür ist er immer zu haben.

Der Australian Silky Terrier ist auch ein sehr hilfsbereiter Hund. Er tut alles um seinen Menschen zu helfen, wo es nur geht.

Chico von Eigen-Brodt hilft gerne beim Putzen

 

In Australien wird der Australian Silky Terrier heutzutage im Haus eingesetzt um genau die gleiche Arbeit zu tun, die der Australian Terrier unter dem Haus und im Garten verrichtet. Er hält Haus und Hof von Kleintieren frei! Seine Beute sind oft: Mäuse, Ratten, Käfer, Nacktschnecken, Weinbergschnecken, sowie kleine und große, dicke Spinnen. Meerschweinchen oder Kaninchen sind bei einem Australian Silky Terrier nicht immer sicher aufgehoben. Hier ist es sinnvoll, den Welpen oder Junghund schon möglichst früh an eventuelle Hausgenossen dieser Art zu gewöhnen.