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Der Eifelphilosoph schreibt mit Herzblut zu Themen des täglichen Lebens wie Geld und Gesellschaft, Politik, Wirtschaft, aber auch Religion und Spiritualität werden von ihm aufs Korn genommen. In diesem Buch finden sie kein kompaktes philosophi-sches Werk, sondern einen philosophischen Geist, der den Alltag beleuchtet. Der Zugang zur Philosophie ist vielfältig, daher kommen die Themen aus dem ganzen Spektrum "Krieg und Frieden". Dieses Buch enthält Beobachtungen aus dem täglichen Leben und will zum (Nach-)Denken anregen. Es soll dazu beitragen, dass philosophischer Geist sich weiter verbreitet – und so seinen Beitrag leistet, die Wirren der Gegenwart zu hinterfragen und damit den Frieden auf allen denkbaren Ebenen der menschlichen Existenz zu fördern.
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Seitenzahl: 213
Veröffentlichungsjahr: 2014
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Eifelphilosoph
Band 2 - Krieg und Frieden
Beobachtungen zu den Wirren der Gegenwart
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Inhaltsverzeichnis
Titel
Vorwort
Deutschlands seltsame Geschäfte in der Ukraine
Armutsproduzent Deutschland im Wirtschaftsbürgerkrieg
Akute Kriegswarnung für Europa: Medien bereiten Militäreinsatz vor
Skizzen zur Frage nach Moral und zur Frage nach Gott
27.2.2014, 13.49 Uhr. Merkel erklärt: Deutschland zieht für die Ukraine in den Krieg gegen Russland
Von Zigeunern lernen – oder untergehen?
Kinder sind Killer. Unternehmen auch.
Perspektivwechsel
Ukrainische Verhältnisse in Deutschland – und Kriegsgefahr in Europa. Oligarchen im Einsatz.
„Internetsucht“, Psychologen und die Werbeindustrie
Lumpenelite intern … und die verpasste Kulturrevolution
2016: russischer Nuklearschlag gegen deutsche Städte.
Menschenversuche in Deutschland und Griechenland
Die grausame Lüge der freien Wahl
Ende eines Mythos: Deutschland und die zerstörte Mittelschicht
Deutsche Kampftruppen in der Ostukraine aktiv
Martin Luther, das Geld, der Teufel und das Grundeinkommen
Atomkrieg in Europa: Ein paar beunruhigende Beobachtungen zum Jahrestag des Ersten Weltkrieges.
Die unerklärliche Kriegslust der Deutschen: Wer regiert hier wirklich?
Derivate als Massenvernichtungswaffe und das Angriffsziel Deutschland
Wie Werte die Welt verändern können – und die Wirtschaft.
Ich habe einen Traum
Vita Eifelphilosoph
Impressum neobooks
So, hoch geschätzter Leser: Sie halten nun das zweite Buch des Eifelphilosophen in Händen. „Krieg und Frieden“ ist der Haupttitel – und das aus gutem Grund. Seit fünfzig Jahren ist zum ersten Mal wieder ein Krieg auf europäischem Boden denkbar – und vielen Menschen scheint er nicht früh genug kommen zu können. Schaue ich in die Welt der Politik und des Militärs, so denke ich: manche können es gar nicht mehr erwarten, würden lieber früher als später mal wieder „auf den Putz“ oder „auf den Tisch“ hauen.
Auch in journalistischen Kreisen macht man denkwürdige Beobachtungen, ein Anlass zur Beunruhigung ist geben. Es sind unbequeme Beobachtungen, die Sie in diesem Buch finden – mancher mag sich fragen: Was soll daran motivierend und inspirierend sein?
Nun – ein wenig Motivation mag schon aus der Erkenntnis resultieren, dass die Welt möglicherweise kein Ponyhof ist, kein Schlaraffenland, keine „Wünsch-Dir-Was“-Sendung.
Für das gesamte Christentum ist diese Welt eine gefallene Welt, die von finsteren Mächten beherrscht wird – nur wird das aktuell weniger gepredigt, weil man sich mit neuen Religionen (z.B. der des Konsumglücks oder der des „positiven Denkens“) in Konkurrenz befindet und ständig an Boden verliert.
Inspiration erhält man allein schon daher, dass hier Rahmen geändert werden – so gut als möglich dokumentiert durch seriös erscheinende Quellen: Das mag schnell dazu führen, dass man auf neue Gedanken kommt, die einen helfen, klarer im Leben zu sehen und sich auf kommende Verwerfungen besser vorzubereiten.
Wie üblich, finden sie hier kein kompaktes philosophisches Werk, sondern eher philosophischen Geist, der den Alltag begleitet: Manche Philosophen leben gern in Elfenbeintürmen, manche aber eben lieber im Straßencafé, manche lieben die theoretische Philosophie … – andere verstehen sich lieber als Arzt der Seele und begleiten den Alltag der Menschen, die einen immerhin das Studium überhaupt erst ermöglicht haben.
Generell ist der Zugang der Philosophie vielfältiger, vernetzter, weshalb die Themen, die Sie hier in kurzem Aufsätzen finden werden, das ganze Umfeld „Krieg“ ins Auge fassen … – ein Umfeld, das viel mehr Facetten hat, als man in etwas mehr als zweihundert Seiten darstellen kann.
Aber wir wollen hier ja auch zum eigenen Denken anregen, mehr dazu beitragen, dass philosophischer Geist sich weiter verbreitet, sich in mehr Menschen festsetzt und so … seinen Beitrag leistet, Frieden auf allen denkbaren Ebenen der menschlichen Existenz zu fördern.
Viel Spaß beim Lesen – und wenn Sie mögen, schreiben Sie mir, was die Worte in Ihnen angerichtet haben. Ich freue mich immer über Post.
Mit besten Grüßen
Reiner A. Dammann, aka1Eifelphilosoph
Am 19.2.2009 hat der „Eifelphilosoph” seinen ersten öffentlichen Blogeintrag bei Blog.de geschrieben, nachdem er zuvor als „Philosoph” in den Foren der Piratenpartei unterwegs war – als interessierter Wähler.
Fünf Jahre und mehrere tausend Kommentare später stelle ich bei mir Veränderungen fest, die sich in Bezug auf die sogenannten „Mainstream-Medien” ergeben haben: Ich glaube denen kein Wort mehr – was mir gerade heute, am 20.2.2014, besonders auffällt. Würde gerne … – geht aber nicht mehr.
„Even the worst case” trifft in diesem Fall wohl auf die Realität: was durch die Filter der Parteien und Konzerne gelaufen ist, ist ein lauwarmer Aufguss der Wirklichkeit – und oft mit künstlichen Geschmacksstoffen versetzt, die ihm eine völlig andere Richtung geben sollen. Darum wollte ich mich noch nicht mit dem Fall Edathy oder den Ereignissen in der Ukraine beschäftigen, weil wir in den ersten Wochen immer nur jene prägenden Nachrichten erhalten, die unsere Sicht auf die Ereignisse für die nächsten Wochen vorprogrammieren sollen.
Nachrichten, die nicht die Meinung der Mächtigen in Deutschland wieder spiegeln, erscheinen erst Wochen später auf den letzten Rängen – und es ist ein Wunder, dass sie es überhaupt noch dorthin schaffen.
Es ist auch aktuell viel zu früh, eine Deutung der Vorgänge und der eskalierenden Gewalt in der Ukraine vorzunehmen, noch ist das Schlachtfeld voller propagandistischer Nebelkerzen.
Wir wissen ja noch nicht einmal etwas über die Hintergründe des längst vergessenen „arabischen Frühlings”, der sämtliche politisch aktiven Staaten Nordafrikas als internationale Akteure lahmgelegt hat – obwohl wir später, im Laufe des Jahres, noch erfahren werden, dass ein Herr John McCain (ehemaliger Präsidentschaftskandidat der USA) überall zu beobachten war – auch in der Ukraine.
Ja – das ist bislang der einzige Effekt, der zu beobachten ist: Die mächtigen Staaten Libyen und Ägypten sind – wie Syrien – völlig mit sich selbst beschäftigt, was letztlich Pläne für eine handlungsmächtige afrikanische Union für lange Zeit auf Eis legt: Räuberbanden haben kein Interesse an solchen Visionen.
Dafür hat die deutsche Bundeswehr bald massive Einsatzmöglichkeiten in Afrika, um dort – wie ihre amerikanische Kameraden – die Interessen der globalen Konzerne zu verteidigen, jene Konzerne, die einer afrikanischen Union eher ablehnend gegenüberstehen: nachher wollen die ihre eigenen Rohstoffe noch selber verkaufen und selbst daran verdienen!
Es sind vier Mächte, die in der Ukraine am Werk sind: die lupenreine Demokratie USA, die lupenreine Demokratie Deutschland, die lupenreine Demokratie Russland … und das ukrainische Volk, das von dem Korruptionstheater auf der politischen Bühne die Nase so gestrichen voll hat wie wir von den Mauscheleien der Blockparteien in Berlin, die im Falle Edathy wieder zu Tage getreten sind2.
So genau wird man es jetzt in der deutschen Presse nicht lesen, hierzulande sind die Journalisten bemüht, den Bürger in einer Art medialer Trance zu halten, in der er geostrategische Analysen sofort reflexartig in den Bereich der Verschwörungstheorien einsortiert, die selbst „tabu” sind.
Alternativ zur Regierungspresse – die bei uns nicht weniger gleichgeschaltet ist als die in der Ukraine (Appell der Bundeskanzlerin Angela Merkel vom 8.10.2008 an die Spitzen der deutschen Medien, dem diese vollumfänglich gefolgt sind, siehe Jakob Augstein beim Freitag3) – muss man sich seine eigenen Gedanken machen über ein enorm hässliches Spiel, das deutsche Gelder gerade in der Ukraine inszenieren.
Der ehemalige US-Minister (Reagan-Administration) Paul Craig Roberts zitiert in einem Artikel4einen Zeugen, der überraschende Aussagen zur Finanzierung des ukrainischen Volksaufstandes macht:
„Meine Frau, eine ukrainische Staatsbürgerin, hat wöchentlich Kontakt mit ihren Eltern und Freunden in Zhytomyr (Nordwest-Ukraine). Diese sagen ihr, dass die meisten Demonstranten durchschnittlich 200–300 Grivna bekommen, das entspricht etwa 15-25 Euro. Weiter hörte ich, dass eine der aktivsten Agenturen und ‚Zahlstellen’ auf Seiten der Europäischen Union die deutsche ‚Konrad Adenauer-Stiftung’ ist, die eng mit der CDU, also Frau Merkels Partei, zusammenhängt.“
Weiter erfahren wir dort, dass die USA 5 Milliarden Dollar zur Destabilisierung der Ukraine ausgegeben haben (Zeugnis: Frau Nuland, die auch gerne die EU „ficken” wollte)5– nein, nicht zur Destabilisierung, sondern „um der Ukraine jene Zukunft zu schenken, die sie verdient” (und an der der USA kräftig mitverdienen können).
Damit kann man schon ganz schön viele Demonstranten ganz schön lange bei Laune halten. Das macht auch Russland. Die haben 2007 drei Milliarden in die Krim investiert, was eine Frau Tymoschenko im selben Jahr in einem Interview der „Welt” große Sorgen bereitete6:
Tymoschenko: Ich bin sehr besorgt. Das ist ein Versuch zur Spaltung der Ukraine. Russland erkauft sich Einfluss in der Ukraine. Die Krim soll als Ausgangspunkt für weitere Aktivitäten zur Destabilisierung der westlich ausgerichteten Kräfte genutzt werden. Ich fordere das Ausland auf, genau hinzuschauen, was dort derzeit passiert.
Offenbar hat „das Ausland” sehr genau hingeschaut … und gemerkt, dass es Zeit ist, zuzuschlagen. Bei Wikipedia kann man ganz offen den Startschuss der Intervention des „Auslandes” nachlesen7:
Nach monatelangem Tauziehen um das Assoziierungsabkommen mit der EU suspendierte die Ukraine am 21. November die Unterzeichnung des Abkommens, um die „nationalen Sicherheitsinteressen zu wahren und die wirtschaftlichen Beziehungen zu Russland zu beleben und den inneren Markt auf Beziehungen auf gleicher Augenhöhe mit der EU vorzubereiten“ .Janukowytsch erklärte hierzu, die Ukraine ändere ihren EU-Kurs nicht, das Land strebe aber danach, dass seine nationalen Interessen berücksichtigt werden. Zurzeit sei die Ukraine zum Abschluss des Assoziierungsabkommens aus wirtschaftlichen Gründen noch nicht bereit. Janu-kowytsch erklärte weiter, niemand werde in der Lage sein, die Ukraine vom europäischen Weg abzubringen. Das „Einfrieren“ des Abkommens führte zu Demonstrationen und Protesten in der Ukraine die sich gegen die Politik der Staatsführung richten und den Rücktritt von Janukowytsch fordern.
Ungeheuerlich, oder?
„Kommt unser Abkommen nicht schnell genug, inszenieren wir einfach einen kleine Putsch – dann klappt´s auch mit den Verträgen” - so deutet sich das Motto europäischer Politik im Hintergrund an, wenn man sieht, wie die Geschichte weiterlief: denn dann war auf einmal ein Vitali Klitschko da, der als „deutscher Promi” über Nacht in aller Munde war. Nicht durch Zufall, wie die Tagesschau8berichtet:
Klitschko punktet im Westen nicht nur durch sein besonnenes Auftreten und seine Sprachkenntnisse. Ihm kommt auch zugute, dass er bereits früh Verbindungen zur deutschen Politik aufnahm.
2006, als Klitschko führendes Mitglied der politischen Bewegung „Pora” war, entstand der erste Kontakt zur CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS), erzählt die Leiterin des Stiftungsbüros in Kiew, Gabriele Baumann. Als der Oppositionspolitiker vor drei Jahren die Partei Udar (Schlag) gründete, fragte er Hilfe bei der KAS an: „Vitali Klitschko kam auf uns zu. Er bat um informelle Kontakte zur CDU und zur Europäischen Volkspartei sowie um Unterstützung mit Seminaren und Schulungen”, sagt Baumann.
Wie Paul Craig Roberts berichtet, war dieses Hilfeersuchen wohl sehr erfolgreich. Wer würde wohl heute in der Ukraine über Vitali Klitschko reden, wenn er keine großen, mächtigen deutschen Freunde hätte? Wohl keiner, wenn man der ehemaligen politischen Geschäftsführerin der Piratenpartei Marina Weisband glauben darf, siehe Spiegel9:
Weisband: Klitschkos Rolle wird in Deutschland sehr überschätzt. Die Oppositionsparteien sind Teil des Euromaidans, aber nicht die Speerspitze. Klitschko wird als Figur kaum ernst genommen. Ich selbst habe niemanden getroffen, der von ihm begeistert war. Er spricht kaum ukrainisch, sagt bei seinen Auftritten nur wenige Sätze. Die Leute sind gegen Korruption auf der Straße und nicht für oder gegen eine Partei. Das ist zumindest mein Eindruck von vor Ort.
Ganz anders natürlich die deutsche Presse, die Vitali Klitschko wunschgemäß als Heilsbringer aus dem Westen aufbaut10, obwohl ihn vor Ort keiner ernst nimmt. Interessant auch der Hinweis auf ein Hitlerbild, das angeblich in den Reihen der Regierungsgegner auftaucht. Ähnliches macht auch auf Facebook seine Runde: vermummte Demonstranten entbieten den „deutschen Gruß” im besetzten (und verwüsteten) Rathaus von Kiew, im Hintergrund einer weiteren Aufnahme ist eine Hakenkreuzfahne an der Wand zu sehen11.
100.000 Demonstranten hatte man für den Protest gewinnen können – macht pro Demotag gerade mal 2,5 Millionen Euro, wenn die wirklich Geld für den Auftritt bekamen. Mit 5 Milliarden Dollar kann man den Protest 2.000 Tage lang durchhalten, bei einem Durchschnittseinkommen von 160 – 300 Euro im Monat sind 750 Euro Demobonus schon ein Grund, für Importpolitiker aus dem Westen gerade zu stehen – obwohl man sie nicht kennt noch schätzt.
Nun – woher die wirkliche Gefahr kommt, erfahren wir von einem Pfarrer, den der Spiegel12interviewt hat:Was mich ungemein ärgert, sind die Leute in Deutschland, die in Internetforen schreiben, das seien alles Kriminelle, Nationalisten und Krawallmacher.
Damit die Leute demonstrieren, hat der Westen möglicherweise viel Geld investiert, von dem wir in erster Linie durch Internetforen erfahren – die der ukrainische Pfarrer offenbar intensiv studiert, weil er sonst nichts zu tun hat … oder auch einen kleinen Geldsegen für die Aussage bekam? Gut – das will ich nicht hoffen, immerhin ist er ein Mann Gottes.
Aber es stellt sich doch die Frage: Wo landen eigentlich die fünf Milliarden Dollar überall? Kein Wunder, dass die Foren Ärger verursachen – die stellen blöde Fragen.
Von dem gleichen Pfarrer erfahren wir aber auch etwas über die Methoden, die dort zum Einsatz kommen – natürlich nur durch die bösen „Anderen”– und warum die Demonstranten einen martialisch ausgebildeten Wachschutz ausgebildet haben, wie ihn auch Marina Weisband vor Ort ausgemacht hat:Die stehen auf den Barrikaden und passen auf, dass keine „Tituschki” einsickern, von der Staatsmacht angeheuerte Schlägertypen und Provokateure.
So etwas gibt es natürlich nur in der Ukraine: von der Staatsmacht angeheuerte Schlägertruppen oder Provokateure. Die Konrad-Adenauer-Stiftung würde das nie machen – die Amerikaner sowieso nicht. Lauschen wir noch einmal der ausführlichen Berichterstattung des Spiegel vom 19. Januar13:
Wütende Anhänger der proeuropäischen Opposition setzten mehrere Einsatzfahrzeuge und Spezialtechnik in Brand. Die Ausschreitungen dauerten auch nach mehr als fünf Stunden an. Es gab mehrere Festnahmen.
Am Nachmittag und Abend standen sich Regierungsgegner und die Polizei gegenüber. Hunderte mit Holzknüppeln ausgerüstete und mit Masken vermummte Oppositionelle wollten eine Polizeiabsperrung durchbrechen und das Parlamentsgebäude stürmen. Gegen Ende der Kundgebungen warfen die Demonstranten auf dem Unabhängigkeitsplatz, dem Maidan, Steine und Molotow-Cocktails auf die Sicherheitskräfte. Sie versuchten, Polizeiabsperrungen zu durchbrechen und Einsatzbusse umzustoßen. Die Sicherheitskräfte setzten Blendgranaten und am späten Abend auch einen Wasserwerfer ein – bei etwa minus acht Grad Celsius.
Was genau macht der Wachschutz auf dieser Demo? Nicht eingesickerte Provokateure abwehren, sondern Polizeiabsperrungen gewaltsam durchbrechen und das Parlamentsgebäude stürmen? Was die bundesdeutsche Polizei bei solchen Vorfällen in Berlin machen würde – darüber reden wir mal andernorts.
Was geschah dort mit dem Helden der EU? Der prowestliche Oppositionspolitiker und Ex-Boxweltmeister Vitali Klitschko wurde angegriffen, als er versuchte, die wütende Menge zu beruhigen, wie Medien berichteten. Demnach wurde Klitschko mit einem Feuerlöscher besprüht. Passt zu der Beobachtung von Frau Weisband.
Was geschieht nun eigentlich wirklich in der Ukraine? Sind vielleicht die Informationen von Frau Nuland und Herrn Roberts nur gestreut worden, um das Vertrauen der Bürger in die außenpolitische Arbeit der EU zu untergraben und eine friedliche Demokratiebewegung zu kriminalisieren?
Sind die deutschen Medien von Frau Merkel angewiesen worden, über den Herrn Klitschko so freundlich wie über die Wirtschaftskrise verhalten zu informieren?
Schützt Russland sich legitim vor einer Ausweitung der Nato bis in die Nähe von Moskau – oder ist der Russe einfach immer der Böse, auch wenn er kein Kommunist ist?
Man sieht … es bleiben noch ein paar Fragen offen, Fragen, auf die wir am 20.2.2014 nur mühsam eine Antwort erhalten werden – oder auch gar nicht.
Bleiben wir doch lieber bei der von der Regierung akzeptierten Version der Wirklichkeit: ein ehrlicher, guter, ukrainische Boxer aus einem Hamburger Boxstall führt ohne Geld als allgemein anerkannter Held des armen Bürgers mit wenig Worten und dann doch nur geringen Sprachkenntnissen eine gute Revolution gegen einen bösen, von den Sowjetbonzen eingesetzten Bösewicht, der sich erdreistet, auf von Demonstranten eingesetzte tödliche Gewalt während der Erstürmung des Parlamentes mit Wasserwerfern und Gummikugeln zu reagieren.
Gerne werfe ich mal einen Blick in die Vergangenheit – zum Beispiel ins Jahr 2010. Ja, das war noch die Zeit, bevor Bundeskanzlerin Angela Merkel die Heroen des deutschen Journalismus gebeten hatte, die aktuelle Krise nicht zu hoch zu schaukeln. Damals konnte man noch deutlich lesen: Deutschland wird Dritte-Welt-Land. Darf man nicht sagen, sonst kommt man nicht zum Bundespresseball, aber da ich da nicht hin will, sage ich das einfach mal14.
Alarmierende Studie zur Einkommensverteilung: Mehr als elf Millionen Deutsche leben laut einer neuen Erhebung des Wirtschaftsinstituts DIW unter der Armutsschwelle – rund ein Drittel mehr als vor zehn Jahren. Vor allem junge Leute und Familien sind betroffen.
Gruselig, oder? Fallen Ihnen vielleicht spontan ein paar Maßnahmen ein, die die Bundesregierung seit damals getroffen hat, um die Lage der jungen Leute oder der Familien zu verbessern?
Und als Lösung hat die Politik etwas noch besseres parat: Damit die armen Familien nicht mehr so arm sind, nimmt man ihnen einfach die Kinder weg! Ja, vielleicht nicht ganz – aber schon mal über den Tag.
Superlösung, denn dann sind es ja auch keine Familien mehr sondern Singles, und viel besser als die leiblichen Eltern können sich natürlich unterbezahlte Erzieherinnen oder die allseits gerne eingesetzten „Ein-Euro-Kräfte“ kümmern. Und immerhin bleibt es ja der jungen Mutter, die ihr Kind vermisst, selbst überlassen, sich beim „Jobcenter“ für einen Ein-Euro-Job in der Kinderverwahranstalt ihrer Wahl zu bewerben, damit sie auch tagsüber mal ihr Kind sehen kann.
Immerhin sind wir ein freies Land und keine Unmenschen, so etwas würden wir möglich machen, da bin ich mir ganz sicher. Hören wie weiter, was der Spiegel damals vermeldete.
Trotz steigender Armut rät das DIW von einer Erhöhung der Hartz-IV-Sätze ab. Diese reduzierten zwar Einkommensdefizite, letztlich sei dies aber bloße Symptombekämpfung, sagte Frick. „Sinnvoller erscheinen uns Investitionen in Kinderbetreuung und in verbesserte Erwerbschancen für Alleinerziehende und Familien mit jungen Kindern.“
Ja – das war damals die Ideallösung. „Kinderbetreuung“. So etwas wurde gepredigt. Die langfristigen Schäden an den Kindern werden wir erst in vielen Jahren bemerken. Das hier die Wirtschaft die Politik gezielt auffordert, die Familien zu vernichten, wollen wir gar nicht erst vertiefen, stattdessen werfen wir mal einen kurzen Blick auf die Auswüchse, die das Thema „Kinderbetreuung in Deutschland“ so mit sich bringt.
Mit etwas mehr Geld kann man seine Kinder ja immerhin auch in einer katholischen Privatschule unterbringen, wo besonders ausgebildetes Personal die Sexualaufklärung gerne auch mal ganz praktisch betreibt15:
Der Missbrauchsskandal am Berliner Jesuitengymnasium Canisius-Kolleg weitet sich aus. Der Rektor der katholischen Schule sowie eine Rechtsanwältin gehen davon aus, dass die Zahl der Opfer im dreistelligen Bereich liegt – und schließen Entschädigungszahlungen wie in den USA nicht aus.
Möglicherweise sind die Kinder den Priestern aber irgendwann auch dankbar, wenn sie durch diese gelernt haben, reichen Investoren auf der Durchreise durch das verarmte Deutschland besondere Dienste anbieten zu können, vor allem wenn das Land endlich auf Dritte-Welt-Niveau angekommen ist und die Hauptakteure der Entwicklung sich sicher in ihre US-amerikanischen Villen zurückgezogen haben.
Vielleicht lassen sich aber auch die Abtreibungsgesetze weiter fassen, so dass man die Kinder bis zum achtzehnten Lebensjahr noch straflos entsorgen kann. Die gesetzgebenden Organe sind ja was Asozialität angeht sehr findig geworden in den letzten Jahren. Immerhin: Wer seine Familie nicht mehr ernähren kann, der musste auch im Mittelalter unangenehme Entscheidungen treffen. Und da wollen wir ja wieder hin ... – oder sind insgeheim schon lange angekommen: im Mittelalter der Sozialpolitik.
Jeder kümmert sich wieder um sich selber und muss nur noch nebenbei dafür sorgen, dass die Fürsten auch schön reich bleiben.
Ist doch heute schon so, oder?
Noch nicht ganz ... – aber die Armutsstudie zeigt ja, dass wir da mit Riesenschritten voranschreiten.
Schaue ich in Studien aus dem Jahre 2012, so zeigt sich, dass der Trend zur Verarmung ungebrochen anhält16:
Die Statistik zeigt den Anteil der von Armut oder sozialer Ausgrenzung betroffenen Bevölkerung in Deutschland im Jahr 2012. Insgesamt waren 19,6 Prozent der Bevölkerung in Deutschland im Jahr 2012 von Armut oder sozialer Ausgrenzung betroffen.
19,6 % von 80 Millionen – das wären 15,6 Millionen. Gegenüber den 11 Millionen aus dem Jahre 2010 ein Anstieg von 4,6 Millionen – knapp 42 Prozent in zwei Jahren. Aber: Darüber sollte man sich keine großen Gedanken machen. Sicher habe ich da wieder etwas falsch verstanden und die falschen Statistiken miteinander verbunden.
In der Tat fand ich auch welche, die den Aussagen des „Spiegel“ vom 17.2.2010 widersprachen – aber ich will ja hier niemanden verwirren.
Kommen neben der mittelalterlichen Armut auch Hexenverbrennungen wieder in Mode? Man schießt sich ja schon seit Jahren ein: arbeitslose Behinderte und Menschen mit Migrationshintergrund stehen ganz vorn in der ersten Reihe der Freiwilligen, der Moslem an sich ist ebenfalls stark im Kommen.
Übrigens: Damals redeten führende deutsche Wirtschaftsmagazine noch ganz offen vom Krieg17:
Leere Kassen, hohe Schulden, schwaches Wachstum – Deutschland steht vor den schlimmsten Verteilungskämpfen der Nachkriegszeit. Die von FDP-Chef Guido Westerwelle befeuerte Hartz-IV-Debatte ist nur ein Vorgeschmack. Hält die Gesellschaft das aus?
Nun – offensichtlich hat man sich zu einem Feldversuch entschlossen und testet das einfach erst mal praktisch am lebenden Volkskörper.
Verteilungskämpfe bedeutet KRIEG. Bürgerkrieg. So einfach ist das. Über die Wahl der Waffen allerdings wird noch diskutiert:
Die Spitzenleute aus Wirtschaft und Gesellschaft –darunter Wolfgang Reitzle (Linde), Mathias Döpfner (Springer), Nikolaus von Bomhard (Munich Re) und Roman Herzog (Altbundespräsident) - reisten schließlich nicht zum Naturgenuss ins Tagungshaus der Stiftung von Ernst Freiberger. Sie folgten der Einladung des Unternehmers, weil sie eines der wichtigsten Probleme unserer Zeit umtreibt. Wie kann eine Gesellschaft funktionieren, wenn die Wirtschaft nicht mehr wächst? Wie können Menschen zufrieden bleiben, wenn ihr Wohlstand sinkt? „Wir stehen vor einem gigantischen Paradigmenwechsel in unserer Gesellschaft“, davon zeigte sich von Bomhard überzeugt. Und auch das ist klar: Dieser Wandel hat bereits begonnen.
Das war 2010. Seitdem läuft der Verteilungskampf ungebremst weiter, die Schere zwischen Arm und Reich öffnet sich von Jahr zu Jahr weiter. Und das alles wussten die führenden Köpfe der deutschen Wirtschaft schon damals:
Nullwachstum - das bedeutet düstere Aussichten für Deutschlands Zukunft. Ein Heer von Geringverdienern in Dienstleistungsjobs, die zusätzlich staatliche Stütze brauchen. Massenhaft Alte, die von ihren Renten nicht leben können. Immer weniger Mittelstand mit ordentlichem Einkommen, der all diese Sozialleistungen finanzieren muss. Und die gut ausgebildeten Jungen verlassen in Scharen das Land, um andernorts ihr Glück zu machen.
Gut, dass die andernorts auch keine Arbeit mehr bekommen: Wir würden sonst ganze Generationen verlieren.
Fragen Sie sich doch mal selbst: Was haben die Herren, die sich 2010 zum Dialog getroffen haben, seitdem unternommen, um den laufenden Verteilungskrieg zu beenden?
Welche Antworten haben Sie auf ihre eigenen Fragen gegeben?
Wie funktioniert letztlich eine Wirtschaft ohne Wachstum?
Wie kann man Menschen bei sinkendem Wohlstand glücklich machen?
Merken Sie, dass vier Jahre später keine einzige Antwort auf diese Fragen gegeben wurde? Jedenfalls keine, die man der Öffentlichkeit hätte präsentieren können.
Es läuft ein Wirtschaftskrieg in Deutschland, ein brutaler Verteilungskampf – und niemand weiß, wie man ihn beenden kann. Niemand hat Konzepte gegen den laufenden Paradigmenwechsel, einen Wechsel, der sich im Jahre 2014 darin zeigt, dass einer der Haupthetzer des Jahres 2010 – der oben erwähnte Guido Westerwelle – im Jahre 2014 komplett von der politischen Bildfläche verschwunden ist – samt seiner Partei, die aus dem Bundestag geflogen ist und nach und nach aus den Landtagen entsorgt wird.
Gibt es eigentlich ein größeres Armutszeugnis für ein Land, dessen journalistische und wirtschaftliche Elite 2010 „alarmierende“ Entwicklungen beschrieben hatte – und vier Jahre später noch nicht mal erste Ansätze zur Bekämpfung dieser Entwicklung präsentieren kann?
Ach – ich vergaß: Eine Reaktion auf den Paradigmenwechsel haben wir in diesen Tagen zu verzeichnen18:
Jurastudenten fordern heute deutlich längere und härtere Strafen als noch vor 25 Jahren – obwohl sie sich subjektiv sicherer fühlen. Rund ein Drittel sieht die lebenslange Freiheitsstrafe nicht als ausreichend an, über die Hälfte würde unter bestimmten Bedingung auch Folter befürworten. Das geht aus einer Studie des Erlanger Strafrechtsprofessors Franz Streng hervor.
Sie sehen: Die Gelüste nach Missbrauch von Menschen wachsen nicht nur hinter den Kirchenmauern – wie immer verroht der Krieg die Menschen. Da macht der Wirtschaftsbürgerkrieg keine Ausnahme.
Der 25.März 2014 war ein spannender Tag. Wir unterbrachen aus gegebenem Anlass unser aktuelles Programm, um eine akute Kriegswarnung auszusprechen. Nachdem unlängst der Zuspruch Chinas für Putins Kurs (der sogar ein Militärbündnis beinhaltet19) zu der Vermutung geführt hatte, dass die Kriegsgefahr gebannt ist, bestand nun Grund zur Annahme, dass ein Worst-Case-Szenario eintrat. Der Grund ist einfach zu benennen: Die Parallelen zu der Vorbereitung des Irakkrieges hatten inzwischen ein Ausmaß erreicht, dass man von einer Wiederholung reden konnte.
Rund um die Uhr wurde das deutsche Volk medial vorprogrammiert, um für einen unvermeidbaren Krieg gegen Russland zur Verfügung zu stehen. Putins Bild in der Öffentlichkeit ähnelte inzwischen mehr dem Bild des Saddam Hussein, des Osama bin Laden oder Muammar al Gaddafi als dem eines demokratisch gewählten Politiker, der einen hohen Zuspruch durch die russische Bevölkerung erhält.
Wie üblich vor der Hinrichtung durch einen Lynchmob wurde auf jeden – in demokratischen Gesellschaften üblichen – fairen und gerechten Gerichtsprozess verzichtet. Das Opfer erhielt keinen Anwalt, kein Recht auf Anhörung oder Verteidigung, es wurde ohne Widerspruch medial exekutiert – wobei die ausführenden Organe unterschiedlicher Natur waren.
Bekannte meinungsbildende Talkshows in Deutschland stellten Putin als gemeingefährlichen, größenwahnsinnigen, geisteskranken Despoten dar20, ein idealer Kandidat für eine Exekution, nach dessen Ausschaltung endlich der lang ersehnte, ewige Frieden kommen konnte.
Wie vor einem größeren Krieg üblich, reiste der amerikanische Präsident durch die untergeordneten Nato-Staaten, um sie auf Kriegskurs zu bringen, angefeuert von einer ukrainischen Oligarchin, die sich ein ambitioniertes Ziel gesetzt hatte21:
Julia Timoschenko, ukrainische Ex-Regierungschefin und politische Verbündete deutscher Regierungspolitiker in der derzeitigen Krise um die Ukraine, hat sich in einem Telefonat mit dem ehemaligen Vizechef des nationalen Rates für Sicherheit und Verteidigung, Nestor Schufritsch von Viktor Janukowitschs Partei der Regionen, für die „Vernichtung der verfluchten Russen „ ausgesprochen.
„Ich werde all meine Beziehungen spielen lassen, die ganze Welt auf die Beine stellen, damit von Russland nicht mal verbrannte Erde übrig bleibt“, sagte Timoschenko in einem am Montag bei YouTube veröffentlichten Video. Das Telefonat ist abgehört und ins Internet gestellt worden.
