Beautiful Blue - J. A. Monroe - E-Book

Beautiful Blue E-Book

J. A. Monroe

0,0

Beschreibung

Du willst immer alles wissen. Alles fühlen. Nur bei mir … bei mir hast du Angst. Durch seinen Bruder wurde Elias in eine Welt gezogen, die kein Mensch kennen sollte. Syn. Halbblüter. Zwischenwelten. Fähigkeiten, die verborgen bleiben müssten. Und eine Bedrohung, die größer ist, als irgendjemand ahnt. Während die Grenzen zwischen den Welten zu zerfallen drohen, suchen die Syn nach einem Weg, sie zu schützen – mit allen Mitteln. Doch inmitten des Chaos kämpft Elias mit etwas, das sich nicht wegsperren lässt: seinen Gefühlen. Ausgerechnet für Beauty, einen Mann, der sie nicht erwidern will. Oder nicht kann. Doch vielleicht ist Liebe mehr als ein Gefühl. Vielleicht ist sie das Einzige, was bleibt, wenn alles andere zerbricht. Es handelt sich um das zweite Band der Reihe "No Mirrors For Monsters". In jedem Buch wird die Geschichte eines anderen Paares erzählt. Hinweis: enthält explizite Szenen und richtet sich an erwachsene Leser:innen.

Sie lesen das E-Book in den Legimi-Apps auf:

Android
iOS
von Legimi
zertifizierten E-Readern
Kindle™-E-Readern
(für ausgewählte Pakete)

Seitenzahl: 258

Veröffentlichungsjahr: 2026

Das E-Book (TTS) können Sie hören im Abo „Legimi Premium” in Legimi-Apps auf:

Android
iOS
Bewertungen
0,0
0
0
0
0
0
Mehr Informationen
Mehr Informationen
Legimi prüft nicht, ob Rezensionen von Nutzern stammen, die den betreffenden Titel tatsächlich gekauft oder gelesen/gehört haben. Wir entfernen aber gefälschte Rezensionen.



Kapitel 1

Kapitel 2

Kapitel 3

Kapitel 4

Kapitel 5

Kapitel 6

Kapitel 7

Kapitel 8

Kapitel 9

Kapitel 10

Kapitel 11

Kapitel 12

Kapitel 13

Kapitel 14

Kapitel 15

Kapitel 16

Kapitel 17

Kapitel 18

Kapitel 19

Kapitel 20

Kapitel 21

Kapitel 22

Kapitel 23

Kapitel 24

Kapitel 25

Kapitel 26

Kapitel 27

Kapitel 28

Kapitel 29

Kapitel 30

Kapitel 31

Kapitel 32

Kapitel 33

Kapitel 34

Epilog

Verzeichnis

Danksagung

Weitere Werke

Ich bin J. A. Monroe – Autorin von emotionaler, spicy MM-Romance.

Wenn ich nicht über verlorene Herzen, tätowierte Männer oder Küsse am Abgrund schreibe, lebe ich im Norden Deutschlands mein zweites Leben: Büroangestellte mit Kaffeesucht und Tagträumerei.

Meine größte Liebe gilt Geschichten, die unter die Haut gehen – mit Charakteren, die man anschreien, umarmen und nie mehr loslassen möchte. Inspiration finde ich in Musik, Büchern, Serien und manchmal sogar in Rollenspielen.

Willkommen in meiner Welt – voller Emotionen, Leidenschaft und einem Hauch Magie.

No Mirrors For Monsters

Band 2

Beautiful

Blue

J. A. MONROE

Texte: © Copyright by J. A. Monroe Umschlaggestaltung: © Copyright by J. A. Monroe

Impressum: J. A. Monroe c/o Fakriro GmbH / Impressumsservice Bodenfeldstr. 9 91438 Bad Windsheim [email protected]

Herstellung: epubli - ein Service der neopubli GmbH, Köpenicker Straße 154a, 10997 Berlin Kontaktadresse nach EU-Produktsicherheitsverordnung: [email protected]

Nichts von dieser Geschichte ist passiert.

Nicht außerhalb von Beautiful Blue.

Syn, Halbblüter und Welten, die sich gefährlich nahekommen, existieren nur auf diesen Seiten. Und in meinem Kopf, der offenbar beschlossen hat, dass klare Grenzen überschätzt werden.

Alle Orte, Begegnungen, Kämpfe und Küsse sind frei erfunden.

Wer sich dennoch wiedererkennt – in einer Liebe, die zu groß ist, oder in einer Angst, die man lieber nicht beim Namen nennt – sollte das als Zufall betrachten.

Das hier ist Fiktion.

Wirklich.

Inhaltswarnung:

Dieses Buch enthält explizite Darstellungen

Von Sexualität, Gewalt und psychischen Belastungen,

außerdem Drogenmissbrauch, Tod, Todeswunsch und ein

angedeuteter Schwangerschaftsabbruch.

Es wurde für ein erwachsenes Publikum geschrieben

und sollte mit Achtsamkeit gelesen werden.

Für alle,

die sich eingelassen haben.

Oder es noch versuchen.

Am Ende findest du ein Verzeichnis der Figuren.

Es hilft beim Einordnen.

– und zeigt nebenbei,

wer hier wirklich aufgepasst hat.

– Beauty

So why are you still standing there? I thought you would've disappeared I wouldn't even blame you at all Cause people tend to leave when ist hard (Standing there – Ryman Leon & Courtland Young)

Kapitel 1

HE WAS TOO CLOSE,

AND I WAS TOO MUCH OF A COWARD TO LOOK.

Beauty

„Wer ist es?“

Nylian sah mich an. Ich kannte diesen Blick. „Ich werde dir nichts sagen.“ Meine Finger schlossen sich um das Glas, das vor mir auf dem Tresen stand. Wasser.

Es war nicht einmal ganz Nachmittag und ich hätte die Flüssigkeit gerne jetzt schon gegen etwas Stärkeres getauscht.

„Sag mir nur, ob ich sie oder ihn kenne.“ „Ny, lass es.“ Ich wollte es nicht sagen. Weil ich keine Lust hatte und es ging niemanden etwas an. Es war nicht einmal etwas, es war … Spaß. Nähe. Trost. Trotzdem sah ich sofort seine blauen Augen vor mir. Ich hörte sein Stöhnen, das ich ihm in der letzten Nacht entlockt hatte. Fuck, ich wollte ihn schon wieder. Aber er hatte keine Zeit. Arbeit. Hübsch aussehen, lächeln und dabei Wohnungen an die Leute bringen.

Sein Lächeln. Dieses verdammte Grinsen.

Mein Bruder wedelte mit der Hand vor meinem Gesicht herum. „Alter, wo bist du gerade? Komm wieder zurück aus deinem Kopf und erzähle mir lieber, ob du was rausgefunden hast. Hat Saul sich gemeldet?“ Ich seufzte. „Nein, hat er nicht. Du weißt, wie er ist.“ Nylian kniff die Augen zusammen. „Irgendwann will ich wirklich wissen, was da zwischen euch war. Ihr wart so gut befreundet.“

„Sind wir immer noch“, gab ich schneller zurück als beabsichtigt. Waren wir doch, oder? Zumindest hoffte ich es. Ja, ich musste es endlich mit ihm klären. Und ja, ich wusste auch, dass ich der Grund für den ganzen Scheiß war. Ich wusste, dass ich ein sturer Arsch sein konnte. Manchmal genoss ich es sogar. Aber bei Saul war es wahrscheinlich echt unnötig gewesen und hatte eindeutig zu viel ins Wanken gebracht.

Im Moment gelang es mir aber immer wieder, den Gedanken an meinen besten Freund zu verdrängen, indem ich mit Elias ins Bett stieg.

Kurz konnte ich ein Grinsen nicht unterdrücken, weil ich wusste, dass er heute Nacht wieder in meinen Armen liegen würde. Nachdem ich ihn– „Dreigh!“ Nylians Stimme schnitt durch meine Gedanken.

„Nimm deinen imaginären Schwanz aus deinem geheimnisvollen Lover und rede mit mir.“

Ich stöhnte genervt. „Es gibt nichts Neues, ok. Nicht mit Saul und auch nicht wegen Magena. Keiner meiner Kontakte hat wirklich was gehört.“

Es war ein paar Wochen her, seit Kas Brody aus der Zwischenwelt geholt hatte. Mit Saul.

Der Junge war ein Feuerteufel, wie auch Kas – und dieser hasste den Ausdruck. Ich kicherte.

Nylian verdrehte die Augen. „Du bist echt nicht ernstzunehmen, Beauty.“

Wusste ich. Und es war mir egal. Ich zückte mein Handy, ohne weiter auf meinen Bruder einzugehen und öffnete die Nachrichten-App. Ich tippte auf Elias‘ Namen und schrieb:

Beauty: Achtzehn Uhr und keine Sekunde später. Ich warte nackt auf dich.

Elias antwortete nicht, aber ich wusste, dass er es gelesen hatte. Und dass er kaum erwarten konnte, in meinem Bett zu liegen.

Wir hatten die Geschichte kurz nach unserem ersten Aufeinandertreffen angefangen. Bei seinem ersten „Arschloch“ gegen mich hatte er mich gehabt. Es war nicht sein Aussehen oder sein Körper. Eigentlich war er nicht einmal wirklich mein Typ. Es war sein Blick. So viel Feuer in diesem sanften Mann. Ich hatte ihn beim nächsten Mal unter einem Vorwand in das kleine Lager gelockt, in dem Nylian verstaubte Flaschen und Klopapier aufbewahrte, und war auf die Knie gegangen. Elias hatte sich nicht beschwert – und es mir zurückgegeben. Mehrmals seitdem.

Trotzdem war es nichts Festes. Nichts Ernstes. Keine Sache. Wenn die richtige Person kam – sollte das jemals passieren – würde ich das mit Elias beenden.

„Also“, sagte ich und stand auf.

„Ich gehe jetzt. Nach Hause.“

„Du hast nicht mal ein eigenes Zuhause, Beauty.“ Ny sah mich fast mitleidig an. Ich wohnte in Kas‘ Wohnung, seitdem ich wieder in der Stadt war. Kas wohnte bei Reid, sie waren glücklich, verbunden. Bla bla. Also stand seine Wohnung leer und ich machte mir das zunutze. Wenn er wüsste, was ich da mit seinem Quasi-Schwager alles anstellte...

„Oh mein Gott, ich bin so froh, dass ich nicht in deinen Kopf gucken kann.“

Mein Bruder verdrehte die Augen.

„Du würdest neidisch werden, Ny“, sagte ich leichthin und bereute es wieder. Ja, ich war manchmal ein Arschloch. Meistens sogar. Aber trotzdem war Nylian mein Bruder und ich liebte ihn. Und ich wusste, dass es ihm nicht gut ging. Schon sehr lange nicht.

„Hey. Es tut mir leid, ok?“

Ich griff nach seiner Hand, die auf dem Tresen lag. Ihn konnte ich anfassen, ohne aufpassen zu müssen. Seine Wahrheit konnte ich nicht spüren. Ich kannte sie trotzdem.

„Vielleicht, wenn das alles vorbei ist…“, begann ich, doch er schüttelte den Kopf. „Nein.“

Einfach nur ein Nein. Ein Wort, das selbst mein Herz brach. Für ihn. Ich atmete langsam aus und nickte. Ny war stur. Und er hatte Angst. Und er war so viel anders als ich.

Ich konnte lockere Affären haben, wechselnde Sex-Partner. Sobald ich spürte, dass sie mehr wollten, war ich weg. So einfach war das. Aber mein Bruder war jemand, der sich ganz hingeben wollte, es aber nicht konnte – aus Angst vor seiner Fähigkeit.

„Geh schon und vergnüge dich mit wem auch immer. Tu ihm nur nicht weh, ja?“

Nylian sah mich an, als wüsste er doch mehr, als er zugab.

Ich tat genervt, glitt vom Barhocker herunter und verließ das Echoes mit einer angedeuteten Verbeugung.

Kapitel 2

Elias

Achtzehn Uhr.

Es waren noch zwei Stunden bis dahin, und ich wurde jetzt schon kribbelig.

Scheiße.

Das sollte was Lockeres werden. War es auch. Aber irgendwie… Beauty war mir sofort aufgefallen, obwohl er Nylian so ähnlich sah und ich eigentlich eher von einem anderen Typ Mann angezogen wurde. Aber dann hatte ich mir gedacht, dass es egal war, weil wir nur Sex hatten, uns nur vergnügten.

Und Fuck, es war ein Vergnügen. Beauty wusste, was er tat.

„Elias?“

Coopers Stimme riss mich aus meinen Gedanken – Gott sei Dank. Ein paar Sekunden länger und ich hätte mir mein Klemmbrett vor den Schritt halten müssen.

Das Klemmbrett, das ich nicht besaß. Wir hatten nicht 1995, also hatte ich ein Tablet. Oder nur mein Handy.

„Hi Cooper.“

Ich hielt dem blonden Mann, der gute zehn Zentimeter größer war als ich und gebaut wie ein Schrank, die Hand hin.

„Ist eine Weile her. Was kann ich für dich tun?“

Seine Stimme war tief. Er war heiß. Und hetero – das hatte ich schon sehr früh abgecheckt. Wobei mir das jetzt auch egal war. Ich hatte Beauty. Wenn auch nur… ein bisschen.

Ich straffte die Schultern und verbannte den blonden Syn aus meinen Gedanken, wenigstens für jetzt.

„Ich wollte dich fragen, ob du einem Freund von mir aushelfen könntest. Es gab in seiner Bar eine ziemlich fiese Schlägerei und dabei ist einiges zu Bruch gegangen. Versicherungstechnisch ist er, naja… nicht ganz aufgestellt.“

Ich setzte mein Maklerlächeln auf, das bei Cooper nicht zog, aber ich versuchte es trotzdem.

„Was heißt einiges?“, fragte er und verschränkte die Arme vor der Brust. Wie sollte ich es sagen? Ich verzog das Gesicht.

„Löcher in der Wand, die halbe Bartheke weg und ich glaube, in einer Ecke ist ein Teil des Fußbodens verschmort.“ Cooper verengte die Augen.

„Eine Schlägerei, hm? Mit Feuer?“

Mit Kas, um genau zu sein, aber das konnte ich ihm nicht sagen. Nicht so einfach.

„Ja.“ Ich nickte.

„Also, meinst du, du könntest unter der Hand… ?“

Ich machte eine Handbewegung, die vermutlich irgendwo zwischen Bestechung und Tischdecken lag, aber Coopers Blick nach zu urteilen, war ich keine gute Pantomime. Er atmete tief ein. „Unter der Hand und ohne Fragen zu stellen.“ Nüchtern sagte er die Worte und ich nickte, als sei es eine einfache Sache, ein alltäglicher Auftrag. Cooper seufzte gedehnt. „Gut. Ich sehe es mir an. Dann entscheide ich.“ Das war mehr, als ich erwarten durfte. Ich kannte Cooper schon eine Weile. Er war Bauleiter und meistens für städtische Sanierungsarbeiten zuständig. Wir waren uns berufsbedingt schon öfter begegnet. Privat hatten wir noch nie etwas miteinander zu tun gehabt und auch diese Grauzone, die er mit dem Echoes betrat, fühlte sich schon fast nach zu viel an. Aber ich hatte Nylian versprochen, zu fragen. „Ok, alles klar. Ich schicke dir die Adresse und du sagst einfach, wann es dir passt“, sagte ich und machte eine Geste, dass ich jetzt verschwinden würde. Ich wollte nicht noch mehr seiner Zeit in Anspruch nehmen, wenn ich ihn schon um Dinge bat, die er definitiv ablehnen konnte. Ein Termin stand noch aus – eine Besichtigung einer kleinen Wohnung mit einem Paar, das jetzt endlich zusammenziehen wollte. Ich zeigte ihnen die Räume: Ein Wohnzimmer mit Küchenzeile, ein Schlafzimmer und ein Badezimmer, das so klein war, dass man sich kaum darin umziehen konnte. Aber es war verhältnismäßig günstig und ich sah schon an ihren Blicken, dass sie sich gerade in eine Bude verliebten, die wackelte, wenn die Bahn vorbei fuhr und bei der die Heizung definitiv überholt werden musste.

Manchmal hasste ich meinen Job. Aber ich lächelte, händigte ihnen die Unterlagen aus und war dann endlich auf dem Weg zu Beautys Wohnung. Oder besser gesagt zu Kas‘ Wohnung. Er hatte vorher dort gewohnt, lebte jetzt aber natürlich bei Reid. Beauty war eingezogen und nie wieder aus. Und mittlerweile kannte ich die Wohnung genauso gut, wie meine eigene.

Ein Kribbeln ging durch meinen Körper, als das Gebäude in Sicht kam. Ja, das war die Wirkung, die der langhaarige Syn auf mich hatte. Ich wünschte manchmal, es wäre anders. Und ich wollte gleichzeitig nicht, dass es sich jemals änderte.

Tief einatmend betrat ich das Haus und nahm den Fahrstuhl nach oben. Ich klopfte an Beautys Tür und er stand nur wenige Sekunden später vor mir – nackt. „Bist du wahnsinnig? Was, wenn die Nachbarn dich sehen?“

Ich schob ihn rein, erkannte, dass er schon hart wurde und schluckte.

Fuck, Beauty...

So arrogant er war, so sehr machte er mich auch an.

„Sollen sie doch gucken“, sagte er und zuckte mit den Schultern.

„Meinst du, sie werden neidisch?“

Er zog mich an den Gurtschlaufen meiner Jeans weiter in die Wohnung, als ich gerade so die Tür geschlossen hatte.

„Scheiß Tag gehabt?“, fragte ich und ließ ihn gewähren.

Anstatt zu antworten, küsste er mich und ich verlor jegliche Beherrschung. Meine Finger fanden seine Hüfte und ich zog ihn eng an mich. Ein Stöhnen entwich mir, als sein harter Schwanz gegen meine Jeans drückte. „Alles ist scheiße, wenn du nicht da bist.“

Beauty sagte manchmal solche Dinge. Dinge, die mich nachdenklich machten. Worte, die mir wehtaten und mich gleichzeitig hoffen ließen. Was irgendwie beides dasselbe war.

„Cooper wird sich das Echoes ansehen.“

Meine Worte gingen auf seiner Zunge unter, die sich tief in meinen Mund schob.

Ok, er wollte nicht reden. Und ich kannte ihn mittlerweile gut genug, um zu wissen, dass ihn nichts umstimmen würde. Also konnte ich das hier auch genießen. Ich griff nach seinem Schwanz. „Elias.“

Ein Keuchen verließ seine Lippen und er knöpfte mein Hemd auf. Ich hatte mir angewöhnt, nicht mehr die Teuren zu tragen, wenn ich ihn sah – zu viele waren schon zerrissen worden.

Dieses Mal öffnete er Knopf für Knopf, seine Lippen auf meinen. Als er mir das Hemd abstreifte, musste ich ihn loslassen und fühlte mich kurz leer. Dann war seine Brust an meiner, Haut auf Haut und alles war wieder in Ordnung. Meine Hose fiel, ohne dass ich wirklich mitbekam, dass Beauty sie geöffnet hatte. Er fasste mich an und ich stöhnte auf.

„Hab dich vermisst“, sagte er rau.

Da war es wieder. Dieses Etwas, das mich zum Stolpern brachte. Aber ich wollte jetzt nicht darüber nachdenken. Wollte ich nie. Ich schob ihn weiter in die Wohnung hinein, drehte uns um und zog ihn zum Sofa. Wir lösten keine Sekunde unsere Lippen voneinander, auch nicht, als ich mich setzte und er auf mich stieg. Ich umfasste mit beiden Händen seinen Hintern, als er auf mich sank. Er verschluckte mein Stöhnen. Dann begann er, sich zu bewegen. „So sehr vermisst…“

Es war kaum ein Flüstern an meine Lippen und ich stieß ihm mein Becken entgegen. Erst langsam, dann härter. Tiefer.

Beauty umfasste mein Gesicht mit beiden Händen und küsste mich weiter, wieder, noch einmal – während er sich auf mir bewegte und mir die Sinne nahm.

Wüsste ich nicht, dass seine Fähigkeit das Fühlen der Wahrheit war, hätte ich schwören können, es hätte was mit Sex zu tun. Ich hatte so etwas vorher noch nie erlebt. Jeder Orgasmus mit diesem Syn war ein Aufeinandertreffen von Himmel und Hölle und ich erlaubte mir nicht den Gedanken daran, dass es einmal enden könnte.

Ich griff zwischen uns, umfasste seinen Schwanz und er keuchte meinen Namen.

„Sag es nochmal“, bat ich.

„Elias.“

Beauty legte seine Hände links und rechts von mir auf die Rückenlehne und setzte sich auf, seine langen blonden Haare flossen über seine Schultern, kitzelten meine Brust. Mir entwich ein wimmernder Laut, als ich noch tiefer in ihn sank.

„Fuck…“

Meine Hand war noch an seinem Schwanz, ich rieb ihn in seinem Rhythmus und wusste, dass er gleich kommen würde. Ich kannte ihn inzwischen gut genug, um jede Regung in seinem Gesicht zu lesen. Auch wenn er log.

Beauty fickte meine Gedanken weg. Und dann kam er laut stöhnend auf meine Brust. Das gab mir den Rest. Die Finger meiner einen Hand krallten sich in seinen Hintern und ich stieß noch zweimal in ihn, bis ich den Kopf in den Nacken warf und ebenfalls kam.

„Viel besser“, sagte er leise, als er gegen mich sackte.

Ich legte meine Arme um ihn. Jetzt begann der Teil, der wehtat.

Kapitel 3

Beauty

Ich vergrub mein Gesicht an seinem Hals und atmete ihn ein. Ganz kurz kribbelte meine Fähigkeit unter meiner Haut, aber ich drängte sie zurück. Nicht bei ihm.

In all der Zeit, in der wir uns sahen, hatte ich seine Wahrheit nie gelesen.

Vielleicht hatte ich Angst, vielleicht war ich auch einfach nur ein Arschloch und es war mir egal, was Elias tatsächlich empfand.

Vielleicht war ich mir nur auch sicher, dass es meine Welt ins Wanken bringen würde.

Seine Hände lagen auf meinem Rücken, strichen sanft über meine Haut und ich richtete mich auf, sah ihn an. „Danke.“

Er verdrehte die Augen. Das tat er immer. „Ich weiß, du willst kein Danke hören“, sagte ich und stieg von ihm. Ich trottete ins Badezimmer, stellte das Wasser an und wartete. Nur wenige Sekunden später trat Elias in den kleinen Raum und mit mir unter die Dusche.

„Cooper hat ja gesagt“, sagte er, stellte sich hinter mich und küsste meine Schulter.

„Das hast du schon gesagt.“

Ich schloss die Augen und genoss es – das heiße Wasser und seine Lippen. „Wenn er sich querstellt, könnte Nylian ihn doch…“

Er sprach nicht weiter, weil ich mich umdrehte, ihn packte, drehte und mit der Brust gegen die Fliesen drückte. „Mein Bruder wird ihn nicht beeinflussen. Eher verdonnert er Kas dazu, alles selbst wieder aufzubauen, was zerstört wurde.“

Ich griff mit einer Hand nach Elias‘ Hüfte, mit der anderen brachte ich meinen jetzt wieder harten Schwanz an seinen Arsch. „Außerdem ist es mir ziemlich egal, wer die verfluchte Bar wieder aufbaut.“

Elias stöhnte auf, als ich in ihn drang und bewegte sich mir sofort entgegen. Ich hielt ihn an der Hüfte, das Wasser rauschte über unsere Körper und seine Geräusche brachten mich um den Verstand.

Dieses Mal dauerte es nicht lange. Ich stieß in ihn, leckte über seine Schulter und kam mit einem Seufzen.

Und dieses Mal bedankte ich mich nicht. Er wollte kein Danke.

Wir duschten und hinterher saßen wir wie zwei Kumpels auf der Couch und aßen Nudeln vom Vortag.

*

Zwei Tage später stand dieser Bauarbeiter Cooper im Echoes und begutachtete die Schäden.

„Hm“, machte ich, die Arme vor der Brust verschränkt.

„Ja, finde ich auch.“ Nylian verdrehte die Augen.

„Sag schon, was dich nervt. Dass meine Bar wiederhergestellt wird oder dass der Kerl keine Wampe und Halbglatze hat?“

Der Blick meines Bruders glitt von Cooper, der auf der anderen Seite des Raumes mit Elias stand, zu mir.

„Oder doch was anderes?“

„Leck mich.“ Ich drehte mich weg, zog mein Handy aus der Hosentasche und tat, als hätte ich eine Nachricht bekommen. In Wirklichkeit überlegte ich, Elias eine zu schicken. Ihm zu sagen, dass ich ihn nachher sehen wollte.

So lief das bei uns. Einer rief, der andere folgte. Ich schürzte die Lippen und sah zu dem Makler hinüber. Sein Blick traf gerade meinen, nur einen kurzen Moment und ich kniff die Augen zusammen.

Ich hasste es, wenn das passierte. Dieser kleine Augenblick, in dem einer von uns anders schaute. Nicht so, dass man sagte: „Ich will dich nachher unter mir sehen.“, sondern eher wie: „Wir beide wissen, da ist was.“

Ny neben mir seufzte, als Elias zu uns rüberkam. Ich erkannte in seinem Gesichtsausdruck, was jetzt folgte. Und wusste, dass mein Bruder gleich wieder sauer werden würde.

„Warum soll er es wissen?“, fragte er, bevor Elias auch nur ein Wort davon sagen konnte, dass wir Cooper einweihen würden.

„Vielleicht damit er nicht das Gefühl hat, in irgendwelche kriminellen Machenschaften verwickelt zu werden.“ Elias blieb neben mir stehen. Unauffällig, wie schon so oft. Ich hob kaum den Blick von meinem Telefon. „Er hat recht, Ny“, sagte ich knapp.

Mein Bruder warf die Arme in die Luft und seufzte genervt.

„Dann ruf Kas an. Es ist sowieso egal, was ich sage. Am besten bringe ich draußen ein Schild mit der Aufschrift: Willst du wissen, was ein Syn ist? Dann komm rein, wir erzählen dir all unsere Geheimnisse.“ Ich lachte leise und fragte: „Soll ich ihn checken?“

Elias machte ein Ernsthaft?-Gesicht, aber Nylian nickte. Also ging ich rüber zu dem blonden sexy Bauarbeiter.

„Hey, ich bin Beauty.“

Ich streckte ihm die Hand hin, und als er diese ergriff, flutete seine Wahrheit mich:

„Beauty? Das ist doch niemals sein Name. Was redet Elias für einen Scheiß? Hier stimmt doch was nicht.“ „Cooper“, sagte er knapp und deutete ein Nicken an.

„Keine Sorge, Cooper. Wir erklären dir alles. Gleich kommt ein Freund von uns, der Licht ins Dunkel bringt. Im wahrsten Sinne des Wortes.“

Mein Lächeln war sicher alles andere als vertrauensselig, aber es war mir auch eigentlich egal. Ich tat das hier nur… ja, warum eigentlich? Ny könnte sich auch einfach eine andere Bar suchen.

Obwohl ich diese mochte. Sie hatte was.

Ich sortierte meine Gedanken wieder, gab meinem Bruder ein Zeichen, das zeigen sollte, dass Cooper nicht ganz verloren war, und ging zurück an den Tresen. Im Vorbeigehen streifte mein Finger Elias Hand. Mit Absicht. Damit er wusste: Auch ohne Nachricht wollte ich ihn später sehen.

Eine halbe Stunde später betrat Kas die Bühne. Er kam mit seinem dämlichen Grinsen und mit Reid. Natürlich.

Der Bruder meines … Elias war nicht mehr von Kas‘ Seite wegzudenken. Und scheiße ja, ich freute mich für ihn. Ich hatte Reids Wahrheit gesehen und wusste, dass das, was die beiden hatten, etwas für die Ewigkeit war.

„Ich soll hier jemanden erleuchten?“, fragte der Flammenmann und zog Elias, der praktisch sein Schwager war, kurz in die Arme. Cooper stand jetzt mit am Tresen und runzelte die Stirn.

Ich blieb, wo ich war, als sie ihr kleines Schauspiel abzogen, wie auch schon bei Nico, Reids bestem Freund. Kas und Reid saßen Cooper und Elias gegenüber an einem der Tische. Kerze, Flamme, Cooper schaute erstaunt und irritiert. Blabla.

Nylian stand jetzt hinter der Bar, einen Lappen in der Hand.

„Hm. Ich hätte gedacht, er geht“, sagte er und zuckte mit den Schultern.

„Tut er vielleicht noch.“

Ich drehte mich ganz zu ihm um. Bevor ich weiter reden konnte, stand Elias neben mir. Nah, aber nicht so, dass es auffiel. Ich konnte ihn riechen – und ich wollte ihn. Am Tag zuvor hatten wir uns nicht gesehen und mein Körper verzehrte sich danach, ihn zu spüren. „Cooper wird es machen“, sagte der jüngere der Stallings-Brüder und warf mir einen kurzen Seitenblick zu. Verdammt. Diese kleine Bewegung seiner Augen war fast zu viel. Wie machte er das? Ohne weiter hinzuhören, was der Bauarbeiter nun machen würde und was Nylian dafür bezahlen musste, glitt ich vom Hocker, auf dem ich inzwischen saß. Ich schlenderte zur Tür, die in den hinteren Bereich führte, wo sich die Toiletten und das Lager befanden. Elias würde mir folgen, das wusste ich. Das tat er immer. Und ich verstand nicht einmal warum. Es dauerte vielleicht zwei lange Minuten, bis er in den kleinen Flur trat. Ich stand zwischen den Türen, lässig gegen die Wand gelehnt. „Du weißt schon, dass irgendwann jemand was mitbekommt.“

Seine Worte waren leise und es schwang eine stille Frage mit, die ich wissentlich ignorierte. „Hast du einen Moment?“, fragte ich stattdessen und griff schon nach seiner Hand.

Ich zog ihn ins Lager und schloss die Tür hinter mir. Elias‘ Lippen waren sofort auf meinen und mir entwich ein leises Stöhnen. Dann spürte ich seine Finger an meinem Gürtel, an den Knöpfen meiner Jeans. In meiner Hose. „Genau so, Elias“, knurrte ich an seinen Mund und drückte ihm mein Becken entgegen. Er biss mir in die Unterlippe, leckte die Stelle kurz und ging in die Hocke.

Drei Minuten, länger brauchte er nicht, bis ich kam. Meine Finger in seinen Haaren, mein Kopf gegen die Tür gelehnt. Ich stöhnte leise, als ich mich in seine Kehle ergoss. Dann stand er auf, drückte mir einen langen, fast zärtlichen Kuss auf die Lippen und sagte: „Hoffe du hast jetzt bessere Laune und hörst für ein paar Stunden auf, den Arsch zu spielen.“ Elias schob mich zur Seite und verließ das Lager. Ich sah ihm irritiert hinterher.

Kapitel 4

Elias

Es zerriss mich, ihn stehen zu lassen, aber manchmal musste ich mein Herz schützen, besonders, wenn es wegen ihm so klopfte. Ich ging zurück zu Reid, der jetzt alleine am Tisch saß, ein Glas Eistee vor sich. Kas stand mit Nylian und Cooper dort, wo die Flammen ein ganzes Stück des Bodens in Mitleidenschaft gezogen hatten.

„Hast du was von Brody gehört?“, fragte ich und setzte mich wieder auf die Bank. „Ja.“

Reid nickte. Er sah anders aus. Besser. Kas tat ihm gut. Ich schmunzelte, als ich mich daran erinnerte, wie wir ihn hier in der Bar zum ersten Mal getroffen hatten. Oder besser gesagt, wie ich ihn das erste Mal getroffen habe. Reid war ihm an dem Tag schon vorher begegnet.

Ich sah rüber zu dem großen Flammenmann, der gerade breit grinste und dann Reid zuzwinkerte. Ja, ich verstand, warum mein Bruder sich in ihn verliebt hatte. Und ich verstand, warum Kas ihn wiederum so liebte.

Ich hatte vorher nie ein Paar gesehen, das so war wie sie. So beständig, so ganz. So absolut bedingungslos.

Kurz dachte ich an Beauty und daran, dass ich das nicht haben konnte. Nicht mit ihm. Und doch ließ ich ihn nicht los.

Der blonde Syn kam aus dem Flur zurück in die Bar und stellte sich neben seinen Bruder. Wieder einmal war ich erstaunt darüber, wie ähnlich sie sich sahen. Aber wo Beautys Gesicht von gespieltem Selbstbewusstsein zeugte, wirkte Nylian immer ein bisschen wie auf der Flucht. Vor sich selbst und all dem, was ich nicht wusste, weil ich ihn kaum kannte. Beauty warf mir kurz einen Blick zu, dem ich standhielt. Wir spielten dieses Spiel nun schon eine Weile und ich hatte schon als Kind gelernt, mein Pokerface aufzusetzen. Es hatte so viele Situationen gegeben, in denen ich Reid nicht hatte erzählen können, was wirklich passiert war, weil ich wusste, dass er losziehen würde, um die Verantwortlichen mit seinen Fäusten zur Rechenschaft zu ziehen. Reid war nicht nur mein älterer Bruder, er war während unserer Jugend alles gewesen, was ich hatte. Die Jahre in Heimen und bei Pflegeeltern hatten uns beide gezeichnet. Ihn vielleicht mehr oder mich nur leiser. Und wo ich mich entschieden hatte, der Welt einfach zu zeigen, wer Elias war – oder wer ich gerne sein wollte – hatte er sich zurückgezogen. Bis Kas kam.

„Und das da?“, hörte ich Cooper fragen.

Er zeigte auf etwas an der Wand, nahe dem Boden. Kas ging in die Hocke und ich erkannte daran, wie seine Haltung sich veränderte, dass das, was Cooper gefunden hatte, nichts war, was auf der Liste der Reparaturen stand.

„Ist das…?“ Nylian ging näher und auch Beauty wirkte plötzlich nicht mehr ganz so sicher wie noch ein paar Minuten zuvor. Ich sah Reid, der alarmiert die Augen geweitet hatte.

„Fuck!“

Das war Kas. Laut und ernst. Also war es auch ernst.

„Was ist los?“, fragte mein Bruder in seine Richtung und rutschte schon von der Bank.

Ich folgte ihm und verengte die Augen, als wir nun alle vor einer Art schleimigem Symbol standen, das aussah, als wäre es an die Wand gemalt worden.

„Was ist das?“

Mir war egal, wer meine Frage beantwortete.

„Es ist ein Siegel. Von einem Gestaltwandler.“

Nylians Worte erreichten mich verzögert. Ich verstand nicht viel vom Synsein und ihren Fähigkeiten, aber wenn ein Gestaltwandler – ja, seine Gestalt verwandeln konnte – war das gerade eine echt beschissene Entdeckung.

Kas stand auf, fuhr sich mit der Hand durchs Gesicht und sah sofort Reid an. Immer. Reids Sicherheit ging ihm über alles. „Was bedeutet das?“, fragte ich, weil niemand etwas sagte. „Wir werden beobachtet. Wer weiß, wie lange schon.“ Beauty antwortete – und klang zu ernst, als dass ich es greifen konnte.

„Heißt das, sie wissen von Brody?“ Reids Stimme war hart und Kas legte ihm eine Hand auf die Schulter.

„Sie kommen nicht an Brody ran. Nicht dort.“

Ich wusste, dass der Junge, der die gleiche Kraft besaß wie Kas, von Raven weggebracht worden war. Das Halbblut, das wirkte, als hätte das Leben ihm eine poetische Tragödie geschrieben, kannte einen sicheren Ort, an dem er wohl selbst aufgewachsen war.

„Aber… wer?“ Ich sah von einem zum anderen und mein Blick blieb an Cooper hängen, der aussah, als würde er gerade gar nichts mehr verstehen. Willkommen im Club.

„Ich mach zu“, sagte Nylian knapp.

„Ganz. Keine Gäste. Verdammte Scheiße.“

Die letzten Worte kamen lauter und ich zuckte leicht, weil ich den sanften Syn selten so sah. Er war ruhig, eher sogar still. Das bedeutete, wenn er fluchte, war es wirklich ernst.

„Ich versuche Saul zu erreichen.“

Beauty drehte sich weg, ging ein paar Schritte und tippte in sein Handy.

Saul.

Ich kannte den Schattenmann und wusste, dass er und Beauty eine Vergangenheit hatten. Keine romantische. Nicht einmal eine sexuelle. Aber er war Beauty wichtig. Wichtiger, als dieser zugeben wollte.

Kurz fragte ich mich – wie so oft – ob ich einen ähnlichen Stellenwert hatte oder ob die Tatsache, dass er mit mir schlief, meinen Rang in seiner Liste gering hielt.

Ich verdrängte den Gedanken, der gerade zu sehr wehtat, um weitergedacht zu werden. Stattdessen betrachtete ich das Siegel und hörte Kas, der mit Cooper sprach.

Der Bauarbeiter reagierte überraschend gelassen – aber was sollte er auch tun? Es handelte sich für uns Menschen nur um ein geleeartiges Zeichen, das halb die Wand hinunterlief.

Beauty kam zurück zu uns und teilte Nylian mit, dass Saul nicht zu erreichen war, er ihm aber eine Nachricht geschickt hatte. Ich wusste, dass Saul oft irgendwo in der Zwischenwelt unterwegs war. Er suchte nach Magena oder Hinweisen darauf, was sie plante. Der Kerl, der nur im Dunkeln sehen konnte, war ein bisschen gruselig. Passte irgendwie zu Beauty. Nylian begann, eine Liste zu machen. Er schrieb alle Stammgäste auf, die nicht als Syn infrage kamen, sondern definitiv Menschen waren. „Warum hat niemand ihn gespürt?“, fragte ich. „Ich meine, wenn er direkt hier war…“

„Weil hier immer irgendein Syn anwesend ist“, gab Beauty schnippisch zurück. Ich wusste, er war genervt – von der Situation, davon hilflos zu sein. Da ich diese Seite von ihm zu Genüge kannte, sparte ich mir eine Antwort.

„Wenn mehrere Syn an einem Ort sind, ist es nicht so einfach, einen bestimmten herauszufiltern“, erklärte Kas jetzt ruhig.

„Nylian.“ Reid schien eine Idee zu haben. „Mach die Bar nicht zu. Benutze deine Stimme, wenn Gäste hier sind. Kannst du den Gestaltwandler nicht dazu bringen, sich zu zeigen?“

Nylian runzelte die Stirn und Kas grinste Reid stolz an. „Ja, das wäre eine Möglichkeit“, sagte er und sah meinen Bruder an, als könne er nicht glauben, dass ein Mensch einen Einfall hatte, der helfen konnte.

„Gut. Dann heißt es jetzt, dass wir alle möglichst oft hier sein sollten. Kas, ruf Raven an.“

Beauty wechselte in den Befehlston und sah Cooper an. „Bleibst du dabei oder ziehst du jetzt den Schwanz ein?“

Ich war ganz kurz davor, etwas zu sagen, aber damit hätte ich uns verraten. Und das wollten wir nicht. Wollte Beauty nicht.