beneath the Colourful Stars - Kevin Johann Wundersam - E-Book

beneath the Colourful Stars E-Book

Kevin Johann Wundersam

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Beschreibung

Anlässlich des geglückten Abschlusses der beiden Fantasy-Romane ›beneath the Hollow Moon‹ und ›beneath the Ancient Sun‹ treten die Charaktere dieser Saga noch einmal auf die Bühne und präsentieren ihre Welt Tama in dieser Geschichtensammlung.

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Seitenzahl: 98

Veröffentlichungsjahr: 2024

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wundersam

alles, was man sich vorzustellen vermag,

ist irgendwann irgendwo Realität

den im Geiste Verwandten

Kevin Johann Wundersam

tama monogatari

Geschichtensammlung

beneath the colourful stars

© Kevin Johann Wundersam

2024 – aktuelle Auflage

2020 – Originalveröffentlichung

Epik · Roman · Fantasy

Coverbild: Kateryna Khudiakova

wunderversum

Druck und Distribution im Auftrag des Autors:

tredition GmbH,

Heinz-Beusen-Stieg 5, 22926 Ahrensburg, Germany

ISBN 978-3-384-46704-1 (softcover)

ISBN 978-3-384-46705-8 (hardcover)

ISBN 978-3-384-46706-5 (e-book)

Für die Erstellung dieses Werkes erforderliche Programmlizenzen (etwa für Verarbeitung und Gestaltung) wurden entweder rechtlich erworben oder gelten als frei. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit aller angegebenen Daten wird keine Gewähr übernommen.

Das Werk, einschließlich seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt. Jedwede Verwertung ist ohne Zustimmung des Autors unzulässig.

Publikation und Verbreitung erfolgen im Auftrag des Autors;

zu erreichen unter: tredition GmbH, Abteilung „Impressumservice“, Heinz-Beusen-Stieg 5, 22926 Ahrensburg, Deutschland

beneath the Colourful Stars

Geschichten aus der Welt der Romane

beneath the Hollow Moon

beneath the Ancient Sun

INHALT

Oichi und Ukusim09

Nene16

Haru20

Owain26

Utari31

Autumn36

Sora und Sky44

Quetzal45

Mihst48

Anubis50

Ko52

Helena und Selena57

Aurora66

Weltenbummler77

Kaguya und Susanoo83

BENEATH THE COLOURFUL STARS

OICHI UND UKUSIMes sind Kinder

Am fernen Boden wuselten winzige Tiere durch den Wunderforst. Eigentlich wirkten sie bloß von so hoch oben winzig, denn manche waren gut und gerne fünf Meter groß, darunter die Kolosskolibris, deren Flügelschlag ganze Bäume entwurzeln konnte, wenn sie unbedacht herumschwirrten.

Oichi pflückte die letzten beiden Riesenbirnen und rutschte anschließend den dicken Stamm hinab. Geschickt sprang sie von einem Ast zum nächsten, vollführte einen Salto und sauste dann direkt durch die Öffnung im Dach des Baumhauses. Sie landete auf den Beinen und streckte die Arme in die Höhe, wie ein Akrobat, der auf Applaus hofft. Und den bekam sie auch, und zwar von ihrer Mutter.

Lachend lief die Kitsune auf ihre Mutter Omei zu und fiel ihr um den Hals. Es war wunderbar, sich an diese gütige Frau zu schmiegen sowie sich von ihr über den Kopf streichen zu lassen, und sie genoss jede Sekunde davon. Schließlich befreite sie sich aus der liebevollen Umarmung und wandte sich winkend ab.

»Ich bin jetzt fertig mit der Arbeit, Mama, die Birnen habe ich oben auf dem Dach gelassen. Ich werde ein paar Stunden im Wald spielen. Bis dann.«

»Pass auf dich auf, Schätzchen!«, rief ihr ihre Mutter nach, dann war das junge Mädchen auch schon verschwunden.

Omei, die mit überkreuzten Beinen dagesessen hatte und in ein Buch vertieft gewesen war, strich sich eine Strähne ihres langen rotblonden Haares aus dem Gesicht. Mit einer langsamen und beinahe mühevollen Bewegung stand sie auf und durchquerte den Raum, um ihrer Tochter hinterher zu blicken, die den Baum hinunter kletterte und irgendwann im scheinbar unendlichen Dickicht des Wunderforstes verschwand.

Die knapp über zwei Meter große Frau versuchte zu lächeln, doch es war ein bittersüßes Lächeln, keinesfalls befreiend. In letzter Zeit hatte sie oft darüber nachgedacht, in das Reich Mu zu fahren, in dem magische Wesen friedlich ihrem Ende entgegentreten konnten, doch noch kein einziges Mal hatte sie mit ihrer Tochter über dieses Thema gesprochen.

Obwohl die ältere ihrer Töchter jeden Tag in ihrer Obhut stand und sie die jüngere seit Jahren nicht mehr gesehen hatte, würde sie sie dennoch zu gleichen Teilen vermissen. Immerhin wusste sie, dass Okuni irgendwo da draußen sein musste – lebendig, nicht tot, obwohl viele der älteren Wesen eindeutig vom Gegenteil überzeugt waren.

Langsam ließ sich Omei auf den Boden sinken. Sie zog eine Schale mit köstlichstem Wein zu sich und trank daraus. Vor lauter Übermut verschüttete sie etwas und durchnässte so die Vorderseite ihrer grauen Robe. Fast wirkte es, als wäre wertvolle Muttermilch aus ihren Brüsten ausgetreten. Es kam ihr vor, als wäre es gestern gewesen, dass sie ihre Töchter gestillt hatte.

Inzwischen hopste Oichi amüsiert durch den Wald. Ihr knielanges weißes Kleidchen flatterte aufgeregt um ihren dünnen Körper. Auf ihrem Weg durch diesen magischen Ort kam sie an dutzenden gut gelaunten Wesen vorbei, darunter auch solchen, denen noch nie ein Mensch zuvor begegnet war.

In der Nähe des gewaltigen Baumes, welcher das Herz des Wunderforstes war, lag ein sonniger Platz, auf dem sich täglich Kinder verschiedenster Arten einfanden, um gemeinsam zu spielen und herumzutoben. Als Oichi dort ankam, wurde sie sofort von guten Freunden begrüßt.

»Hujuuh, du kommst gerade rechtzeitig«, grunzte ein geflügeltes Frischlingmädchen, dessen dunkles Fell von hellen Streifen durchzogen war. »Wir wollten ein klitzekleines Wettrennen veranstalten, weißt du? Der dämliche Almiran meint nämlich, er wäre schneller als wir.«

»Klar bin ich schneller als ihr«, meinte ein Kaninchenjunge mit gelblichem Fell und einem Horn auf der Stirn, das fast so lang wie der Rest seines Körpers war. »Aber ja, anscheinend weiß es Iki wieder besser. Was meinst du, machst du mit?«

Grinsend blickte die Kitsune auf ihre Freunde herab. In diesem Wald konnte gar keine Langeweile aufkommen – seine Bewohner ließen sich jeden Tag etwas Neues einfallen.

»Natürlich mache ich mit. Wir drei?«

Iki kam näher und senkte ein wenig die Stimme. Ihre längliche Schnauze zuckte aufgeregt.

»Ein komischer Wolfsmensch aus den nördlichen Gebieten lungert seit ein paar Tagen in der Gegend herum. Angeblich will er mitmachen. Wohl seine Stärke beweisen oder so.«

Almiran schob den Kopf hoch und lachte. Trotz seines wilden Nickens wirkte er gefasst.

»Soll er doch, dieses angeberische Bürschchen, pfui. Ist übrigens genauso alt wie du, also nur ein Kind wie wir alle. Ah, da ist er auch schon.«

Zögernd blickte Oichi in die Richtung, in die ihre Freunde wiesen. Auf einer aus dem Boden wachsenden dicken Wurzel hatte sich ein Junge niedergelassen. Er wirkte zwar wie ein Mensch, doch sein zotteliges schwarzes Haar und vor allem der buschige Wolfsschwanz bewiesen eindeutig, dass er ein magisches Wesen war.

Dieser Wolfsmensch hatte den Kopf gesenkt und wirkte abwesend. Als er schließlich aufsah, legte sich sein Blick auf Oichi, und seine Augen glitzerten unheilvoll, als wäre ihm der Anblick von glücklichen Kindern zuwider. Schließlich stieß er sich von der Wurzel ab und kam näher.

»Das Mädchen ist endlich da«, murrte er leise. »Können wir nun anfangen?«

»Mein Name ist Oichi«, sagte die junge Kitsune und streckte ihre Hand aus. Ihr Gegenüber machte keine Anstalten, sie zu ergreifen, sondern zuckte bloß mit den Schultern.

»Meinetwegen. Ich heiße Ukusim.«

Nun, auch im Wunderforst gab es unfreundliche Gestalten, jedoch kam es nicht oft vor, dass ein magisches Geschöpf ein anderes mit einer solchen Gleichgültigkeit behandelte – vor allem, wenn es sich bei beiden um Mischlinge handelte; halb Mensch, halb Tier.

Feindselig funkelte Oichi ihr Gegenüber an.

Almiran hoppelte unbeeindruckt an ihnen vorbei und ließ sich in der Nähe einer über den Erdboden wuchernden Pflanze in das Gras fallen. Er erklärte den anderen, welche Strecke sie in diesem Wettrennen zu absolvieren hatten. Im Grunde mussten sie einige Bäume umlaufen und das Spiel schlussendlich bei einem riesigen Pilz beenden. Wer als erstes dort ankam, hatte gewonnen.

Iki stellte sich ebenfalls zu der natürlich entstandenen Linie und winkte die anderen zu sich. Zu viert würden sie von hier aus loslaufen. Keiner dieser Teilnehmer war zu unterschätzen. Jeder von ihnen hatte unterschiedliche Talente und Fähigkeiten, doch schnell waren sie alle.

Auch die Kitsune und der Ookami machten sich bereit. Viele andere Geschöpfe, hauptsächlich junge Tiere, waren nähergekommen, um das Spektakel zu verfolgen.

Über die Köpfe aller flatterte ein Rotohrara hinweg.

»Bereitmachen. Fertig? Los!«

Ukusim rauschte davon, als wäre ein Monster hinter ihm her. Almiran war schon einige Meter weit gehüpft, blieb dann allerdings verdutzt stehen, nur um schließlich wieder zu beschleunigen. Iki machte den Fehler nicht, ihren Kontrahenten dämlich hinterher zu blicken, sondern stiefelte stur vorwärts. Oichi, die das Rennen bis zu diesem Moment bloß als kindlichen Wettstreit abgestempelt hatte, wurde von dem seltsamen Ehrgeiz des grimmigen Wolfsjungen angesteckt und beschloss plötzlich, ihn besiegen zu wollen, also verdoppelte sie ihre Anstrengungen.

Keine zehn Sekunden später schossen diese vier magischen Wesen wie ein Sturm durch den Wald. Über alle Hindernisse hinweg, kreuz und quer, huschten sie auf ihrem über Stock und Stein führenden Weg zum Ziel.

Eine gewisse Zeit lang lag Ukusim an der Spitze, doch seine ansonsten so ausgelassen spielenden Gegner waren nicht zu unterschätzen.

Schon bald hatte der Hase mit dem Horn aufgeholt. Anstatt auf ehrliche Weise geschlagen zu werden, wurde er ungerührt zur Seite gestoßen und segelte weg. Kurz bevor Almiran mit Iki zusammenprallte, schrie er den Ookami an.

»Du mieser Betrüger!«

Aufgrund des Zusammenstoßes mit Almiran wurde Iki ausgebremst. Niedergeschlagen ließ sie sich in den Dreck plumpsen. Als die Kitsune an ihr vorbei lief, rief das Schwein mit den Flügeln ihr zu.

»Schnapp dir diesen Idioten!«

Das Fuchsmädchen verdoppelte seine Anstrengungen. Nicht weit vom Ziel gelang es ihm, zu seinem Gegner aufzuschließen. Ukusim warf einen Blick über die Schulter und ließ sich eine neue Gemeinheit einfallen. Er passte den Moment ab, um Oichi ein Bein zu stellen, doch als er die Kitsune berührte, fühlte es sich an, als wäre er mit dem Fuß sowohl in Feuer als auch in Eis gestiegen.

Schon war der Wolfsjunge gestürzt. Stöhnend und röchelnd lag er im Gras, während Oichi über den Riesenpilz hechtete. Damit hatte sie gewonnen, doch sie fühlte sich nicht sonderlich wohl dabei. Auf dem Weg zurück legte sie sich Worte zurecht, um dem hinterhältigen Wolfsjungen zu erklären, dass es wichtig sei, durchdacht und auch gerecht zu handeln. Denn eine Ungerechtigkeit würde nur eine weitere nach sich ziehen.

»Was soll dieser Unsinn?«, schrie Ukusim in wildem Zorn, und Speichel wurde herumgeschleudert. »Du hast mich übel verletzt!«

»Aber nur, weil du mich verletzen wolltest!«, gab Oichi zurück. »So macht man das nicht unter Freunden, verstehst du? Das war doch bloß ein Spiel.«

»Spiele?«, keuchte Ukusim und stemmte sich hoch. »Habt wohl nichts Besseres zu tun, während unsere Welt zugrunde geht? Freunde, hm? Als ob ich das brauchen würde.«

Der sture Wolfsjunge wandte sich ab und humpelte beleidigt davon. Er schleppte sich alleine durch den Wald, bis er an einer gewissen Stelle auf einen anderen Ookami traf. Dabei handelte es sich um ein wesentlich älteres Geschöpf, das einst zu jener Gruppe gehört hatte, in der Ukusim als Kind aufgenommen worden war. Es hatte miterlebt, wie Ukusims Vater Ulurum mit ganzen drei Pfeilen im Rücken zusammengebrochen war, sein merkwürdig stilles Kind in den Händen, mit einem Grinsen auf dem Gesicht, da sein Kind nun endlich in Sicherheit war und im sagenumwobenen Wunderforst aufwachsen konnte.

»Na, bist du jetzt zufrieden? Musst du andere Wesen immer auf diese Weise behandeln?«

Ukusim starrte den älteren Ookami verächtlich an.

»Was mischt du dich ein?«, fragte der Wolfsjunge und ließ seine Zähne aufblitzen. »Wir sind doch alle nur Einzelgänger, oder etwa nicht? Von dir lasse ich mir keine Vorträge halten. Ich weiß ganz genau, was du angestellt hast und warum dich die anderen aus dem Rudel geworfen haben.«

Sein stures Verhalten war kindisch, und eigentlich hätte er etwas Respekt zeigen müssen. Immerhin hatte Ukusim alles, was er über seinen Vater wusste, vor langer Zeit von diesem älteren Ookami erfahren. Dass sein Vater ihn wirklich geliebt hatte. Dass er ebenfalls ein Einzelgänger gewesen war. Dass er sich jedoch trotz seines schwierigen Charakters eine Familie und etliche Freunde gesichert hatte. Dass er sie unter Einsatz seines Lebens beschützt hatte. Dass er früher für einen wichtigen Zweck gegen hinterhältige Magier gekämpft hatte. Dass er ein Ziel gehabt hatte. Allerdings hatte Ukusim keine Ahnung, wie er mit diesen Informationen umgehen sollte. Er hatte zu wenige Erfahrungen gesammelt. Also konnte er auch nicht wissen, wie es war, ein Wesen so sehr zu lieben, um es unter Einsatz des eigenen Lebens zu beschützen. Noch nicht.