Bernadette, Wilhelmina, Walpurga - Doreen Brigadon - E-Book

Bernadette, Wilhelmina, Walpurga E-Book

Doreen Brigadon

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Beschreibung

Bernadette stammt aus einer Linie von Hellsehern. Bei ihr kommen zwei Linien zusammen und dadurch bekommt sie die geballte Energie. Natürlich muss sie damit erst zurechtkommen. Ihr Onkel Walter und Patenonkel, der auch in die Zukunft sehen kann, hilft ihr wo er kann, aber bald kann sie mehr als er. Er ist aber immer wieder zur Stelle, wenn sie ihn braucht. Natürlich verliebt sie sich auch, aber kann, darf man seinen Cousin heiraten? Die Zukunft verrät ihr nichts. Sie muss auch viel Schmerz durchleiden, wie den Tod von ihrem Bruder und kurz darauf den Tod von ihren Großeltern. Wie ihr Leben als "Hexe" verläuft und sie es meistert, lesen sie in diesem Buch. Ihr verstorbener Bruder hilft ihr immer wieder als Geist. Was hat es noch mit der Zeitung und der Polizei auf sich? Eines kann ich ihnen auch voraussagen: Das Buch ist nichts für 08/15 Menschen. Es wird übersinnlich bis zum Schluss, es gibt Geister und Taschentuchalarm ist vorausgesagt. BUH

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Seitenzahl: 399

Veröffentlichungsjahr: 2023

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Bernadette

Wilhelmina

Walpurga

Inhaltsverzeichnis

Mai 2007

Sommer 2009

2011

2012

2013

2019

Dr. Klein

2021

2023

2025

2028

2030

2031

Die Dreifach-Hochzeit

2032

Das alte, verlorene Geschenk zur Trauung

Polizeiarbeit

Ilona

2034 – 2035

2036

2039-2043

2044

Bernadette

Wilhelmina

Walpurga

Hallo! Ich bin Walpurga. Früher hätte man Hexe zu mir gesagt. Ihr braucht keine Angst vor mir oder anderen „Hexen“ zu haben. Wir sind harmlos. Das Leben ist oft schlimmer. Heute will ich euch meine Geschichte erzählen.

Früher waren Hexen auch harmlos, aber man hat sie zu etwas Bösem gemacht, weil sich die Leute manches nicht vorstellen konnten. Die Mächtigen und die Kirche waren immer die Drahtzieher. Sie hetzten die Leute ständig auf gegen das Übernatürliche und Übersinnliche das sich keiner erklären konnte. Alles was man nicht sehen oder erklären konnte, galt als Böse.

Aber jetzt denken viele Menschen anders und man akzeptiert es auch. Und viele wollen auch, dass man ihnen hilft. Aber wir können ihnen nur einen kleinen Stupser geben. Den richtigen Weg müssen sie schon selber finden. Zu viel dürfen wir nicht erzählen, sonst rächt sich das Schicksal. An beiden Personen. Also wenn du nichts mit Übersinnlichem zu tun haben willst, solltest du erst gar nicht weiterlesen.

Außer du interessierst dich für Human Energetik und Übersinnliches, dann bist du hier richtig!

Mai 2007

Ich bin in der Nacht vom 30.04. auf den 01.05. geboren. In der Walpurgisnacht. Von daher habe ich einen meiner Namen. Es war eine Geburt auf Messers Schneide, wie man so schön sagt, und mir später erzählt hatte.

Meine Mutter blieb zu Hause, weil es ihr nicht gut ging. Die anderen fuhren alle zum Walpurgisfeuer, das seit längerem wieder stattfand. Als mein Vater Tante Anita sah und Onkel Walter nicht, wurde er sofort nervös. Leider konnte er nicht aus der Parklücke fahren, da sein Auto eingesperrt war. Anrufen nutzte auch nichts, da er nicht durchkam. Weder beim Handy noch am Haustelefon.

Inzwischen war Onkel Walter bei meiner Mutter angekommen. Sie hatte ihm mal einen Tipp gegeben, als er sie fragte: Kannst du mir etwas wegen der Geburt sagen? Mutter sagte nur: „Feuer.“ Denn seit sie mit mir schwanger war, konnte sie in die Zukunft sehen. Walter konnte auch für andere in die Zukunft sehen und diese Gabe war seitdem meine Mutter mit mir schwanger war verschwunden. Seine Großmutter hatte auch diese Gabe. Nur für sich selber konnte er nicht in die Zukunft sehen.

Als er das große Feuer sah, fiel ihm das wieder ein. So fuhr er zu uns. Mutter lag schon in den Wehen. Er musste alles im Dunklen mit der Taschenlampe richten. Gut, dass sie noch einen Holz Herd hatten. Damit konnte er das Wasser aufkochen und die Schere und die Schnur desinfizieren. Mutter hatte schon Kerzen aufgestellt, damit etwas Licht war. Alles war im Haus dunkel. Kein Strom! Sonst war nirgends ein Stromausfall, erfuhren sie später. Es musste so sein, erzählten sie mir, als ich alt genug dafür war.

Walter hatte noch das alte Funkgerät herausgeholt und somit einen Kollegen der Bergwacht anfunken können, damit sie eine Rettung schicken, um uns ins Krankenhaus zu bringen. Aber sie kamen zu spät.

Bis Walter alles gerichtet hatte, war es kurz vor Mitternacht. Die Fruchtblase war geplatzt und ich wollte auf die Welt. Onkel Walter musste, ob er wollte oder nicht, als „Hebamme“ bzw. Geburtshelfer fungieren. Bevor ich noch richtig da war, blieb ich stecken. Meine Nabelschnur war leider um meinen Hals gewickelt. Walter musste sie schnell abtrennen, denn sonst würde ich nie das Licht der Welt erblicken. Ich war schon ziemlich blau und er sollte mir einen Klapps auf den Po geben, doch es war mehr ein Streicheln. Während er mich hielt, kam seine Gabe zurück und verschwand von meiner Mutter. Damit sah auch er die ganzen Ahnen ringsum. Seine Großmutter war auch da und zeigte ihm was er machen sollte. Er nahm all seinen Mut zusammen und klatschte kräftig auf meinen Po. Jetzt endlich machte ich meinen ersten Schrei. Die Ahnen verschwanden, Licht und Strom kamen zurück. Die Gabe war wieder bei Walter gelandet. Mein Onkel übergab mich meiner Mutter und band noch rasch die Nabelschnur ab. Inzwischen waren auch mein Vater und die Rettung angekommen. Alle glaubten uns noch rechtzeitig ins Spital bringen zu können. Aber ich war schon auf der Welt. „Es musste so kommen!“ sagten wir immer und lächelten dabei.

Wir kamen dann aber trotzdem noch ins Spital, zur Sicherheit. Mein Vater war stolz auf mich und meine Mutter. Da alles okay war durften wir am übernächsten Tag wieder nach Hause. Onkel Walter ist zwar der uneheliche Bruder meines Vaters, aber sie verstehen sich besser als andere Brüder. Und außerdem ist er noch mein Patenonkel.

Sommer 2009

Zwei Jahre verlief alles normal. Sie glaubten ich würde meine Gabe erst später gebrauchen. Doch sie war immer da. Ich sah oft nicht nur die Menschen, sondern auch ihre Farbe. Nur konnte ich mir damals keinen Reim darauf machen. Für mich war das eben normal. Die Farben der Leute wechselten auch oft. Je nachdem wie die Person in Stimmung war. Meine Mutter konnte ich oft von hellrot ins dunkelrot bis dunkelblau bringen. Für mich war das ein Spiel, was keiner sah. Die Farbe war die Aura um die Menschen. Leute mit einer ständig dunklen Aura mochte ich überhaupt nicht.

Meine Brüder die Zwillinge Benjamin und Benedikt hatten ein gelbes Licht um sich. Benedikts Licht war stark. Benjamins flackerte oft. Eines Nachts wachte ich auf und merkte das Benjamins Licht schwächer wurde. Ich schlief immer noch im Gitterbett im Zimmer meiner Eltern. Von dort aus sah ich ins Zimmer meiner Brüder, das gegenüber war und die Türen waren offen, damit man sie schneller hören konnte, sollte etwas sein. Ich schlug sofort Alarm. Meine Eltern waren auch rasch wach. Mutter wollte mich beruhigen, weil sie dachte ich hätte schlecht geträumt. Reden konnte ich noch nicht zu dieser Zeit, darum zeigte ich immer zum Zimmer der Jungs, das ich dort hinwollte. Mutter brauchte einige Zeit bis sie mit mir hinging. Benjamin war abgedeckt. Als sie ihn zudecken wollte, merkte sie, dass er fieberte. Sie rief sofort nach meinem Vater. Der in Windeseile kam. Ich hatte mich inzwischen schon beruhigt.

„Hole bitte Mutter, damit sie auf die Kinder aufpasst“, sagte meine Mutter.

Vater holte sie rasch. Benedikt war gar nicht aufgewacht bei dem Lärm. Mutter und Vater fuhren sofort mit Benjamin ins Spital. Ich blieb im Gitterbett sitzen und wartete auf ihre Rückkehr. Großmutter kam und wollte mich niederlegen, damit ich weiterschlafen konnte. Doch ich blieb sitzen und starrte nur zur Türe.

„Willst du nicht schlafen, kleine Bernadette?“

Ich sah sie nur an und schüttelte wild meinen Kopf. Sie wusste, ich konnte stur sein. Also ließ sie es und legte sich in das Bett meiner Eltern. Ich wachte über das Licht meines anderen Bruders. Aber das blieb hell.

Großmutter stand schon zeitig auf, brachte mir meine Flasche in der Hoffnung ich würde dann schlafen. Sie machte mit Opa Franz den Stall. Später kam sie leise hoch, in der Meinung, dass ich schlafen würde. Inzwischen war Benedikt auch wach geworden. Er war zu mir in mein Bett gekommen. So warteten wir auf unsere Eltern. Großmutter wickelte mich und zog mich an. Danach setzte sie mich wieder ins Gitterbett, damit sie Benedikt anziehen konnte. Der ging dann mit ihr in die Küche. Ich wollte nicht, denn ich musste die Stellung halten. Da war ein Schatten und den musste ich vertreiben. Wenn er mir zu nahekommen wollte, warf ich mit einem Spielzeug oder etwas anderem nach ihm. Als letztes warf ich meine Flasche. Da kam dann gerade mein Vater.

„Wer wird denn so wütend sein und mit der Flasche werfen? Du wolltest doch nicht mit Oma mit.“

Der Schatten war verschwunden. Anscheinend hatte er Angst vor den Großen. Vater nahm mich hoch und legte sich mit mir ins große Bett. Jetzt war ich schon ruhiger. Papa war da und erzählte mir, dass es meinem Bruder „Den Umständen entsprechend“ gut ging. Was auch immer das heißen mochte. Der Schatten war weg und Vater lag bei mir. Jetzt konnte ich meine Augen schließen. So schliefen wir bis Mittag. Als Vater vorsichtig aufstehen wollte wurde ich auch wach. Er wickelte mich und zog mich an. Danach trug er mich hinunter. Das Mittagessen war schon fertig. Großmutter hatte gekocht. Das schmeckte nicht so gut, wie das Essen meiner Mutter. Aber heute hatte ich Hunger. Vater erzählte was sie im Krankenhaus mit Benjamin gemacht hatten. Ich sah immer wieder zur Tür und wartete darauf, dass Mutter mit einem fröhlichen Benjamin wieder zur Tür reinkam. Es läutete an der Tür und ich freute mich schon riesig, dass jetzt Mama kommen würde, doch es war nur Onkel Walter.

„Na was ist? Freust du dich gar nicht das ich da bin?“

Als ich ihn gesehen hatte, war meine Freude weg. Normal freute ich mich sehr, wenn er kam. Er nahm mich hoch und ich nahm sein Gesicht in meine Händchen. Ich wollte ihm erzählen was geschehen war.

„Benny, Benny“, sagte ich.

Alle starrten uns an. Auch Onkel Walter starrte mich an und machte keine Regung. Was war los? Ich sah zu Großmutter und Vater. Die starrten uns auch an. Dass ich das erste Mal gesprochen hatte, wusste ich nicht, denn ich plapperte oft mit mir. Und dass Onkel Walter eine Vision hatte, ahnte ich nicht. Erst als ich meine Hände von seinem Gesicht wegnahm, kam wieder Leben in ihn. Er musste sich sofort setzen. Vater nahm mich ihm ab und gab mich ins Gitterbett, das hier stand. Onkel Walter war so blass und still geworden.

„Walter, was ist? Hast du etwas gesehen?“

Er musste sich noch etwas erholen und setzte sich rasch. Dann sah er mich an und sagte: „Ich habe etwas mit den Augen deiner Tochter gesehen. Das war neu für mich. Mehr kann ich dir jetzt nicht sagen.“

Sie sprachen noch kurz über Mama und Benjamin. Dann ging Onkel Walter und mein Vater ging mit ihm hinaus. Ich wurde müde, so ungewohnt müde. Was ich nicht merkte, ich fiel einfach um und schlief. Großmutter deckte mich zu und streichelte kurz meine Wange. Ich zuckte kurz und sie zog auch rasch ihre Hand weg.

***

Draußen setzte sich Walter auf die Bank vor dem Haus. Robert ging ihm natürlich nach.

„Was hast du gesehen?“, fragte er ihn rasch.

Denn er war schon sehr neugierig was Walter gesehen hatte.

„Du weißt schon, dass deine Tochter eine geballte Energie hat?“, fragte er ihn stattdessen.

„Ja das wissen wir, dass sie sehr viel Energie hat und uns auf Trab hält.“

Walter sah ihn mit hochgezogenem Auge an.

„Du meintest nicht diese Energie?“, fragte ihn Robert.

„Nein. Ich habe das erste Mal ihre Energie gespürt und durch ihre Augen gesehen. Du brauchst mir auch gar nichts erzählen was heute in der Nacht war. Dazu muss ich noch sagen, dass ich nicht euch gesehen habe, sondern nur Farben. Anja hatte eine rote Farbe, die rasch dunkel wurde beim Anblick von Benjamin. Die Zwillinge hatten ein helles Licht, also eine gelbe Farbe. Benedikts war stark, Benjamins flackerte und war schon ziemlich schwach. Du hattest ein blau das sich mit grün abwechselte. Ich sah eure Auren durch die Augen von Bernadette. Ich würde gerne wissen was für eine Aura ich habe. Sie sieht nicht nur uns, sondern auch die Aura um uns. Darum mag sie auch manche Menschen nicht, weil die sicher eine dunkle Aura haben. Also wunder dich nicht, wenn sie jemanden nicht mag.“

Robert starrte ihn nur an. Das war neu für ihn. Das musste er auch Anja erzählen. Apropos Anja. Er musste noch Kleidung für sie und Benjamin einpacken.

„Muss ich mir Sorgen machen, wenn ich sie nehme?“, fragte ein noch verwirrter Robert, „Also hat sie schon ihre Gabe.“

„Robert! Sie hatte schon immer die Gabe! Schon seit ihrer Geburt, nein schon im Mutterleib, weil sonst hätte Anja nicht in die Zukunft sehen können.“

Robert verzog das Gesicht, wenn er noch daran dachte.

„Du machst dir um etwas Sorgen das noch gar nicht da ist. Sie spricht noch nicht mal. Also was soll sie dann sagen? Sie kann es dir nur zeigen, so wie gestern Nacht. Das wird erst kommen und dann werde ich zur Stelle sein. Dann wird sie durch mich sprechen. Denn wie soll sie wissen was ihre Visionen bedeuten. Das wird erst später kommen. Ich schätze so mit 5-6 Jahren. Da versteht sie dann auch schon einiges.“

Robert nickte nur.

„Ich muss jetzt wieder zu Anja, dass ich am Abend wieder zu Hause bin für den Stall.“

Walter fuhr auch nach Hause, denn er musste sich auch schnellstens ausruhen. Später erzählte er es auch Anita. Die war auch neugierig auf ihre Aura. Robert erzählte es dann auch seiner Mutter. Ich schlief müde in meinem Gitterbettchen und bekam davon nur unbewusst etwas mit.

Robert packte rasch die Sachen und fuhr wieder ins Spital. Die Lage hatte sich noch nicht viel gebessert. Benjamin hatte immer noch hohes Fieber. Er hatte sich eine Lungenentzündung zugezogen. Woher weiß keiner. Er sah ihn immer wieder an und wollte wissen, ob sein Licht immer noch flackerte, wie es Walter erzählt hatte.

„Robert was ist mit dir? Warum starrst du Benjamin so an? Er lebt noch und wir hoffen auf das Beste.“

Dann erzählte er ihr was sich zu Hause zugetragen hatte. Anja war nicht so verwundert wie Robert. Dass Benjamins Licht flackerte, das gefiel ihr auch nicht. Sie bat, was sie noch nie getan hatte, Miranda um Hilfe und all die Urahnen.

***

Ich starrte immer auf die Tür und wartete auf Mama und Benjamin. Aber es dauerte noch ein paar Tage bis sie nach Hause kamen. Vater war zurzeit etwas komisch. Er sah mich immer durchdringend an. Das musste ich ändern, wusste zwar nicht wie, aber aus einem Impuls heraus, tat ich wohl das Richtige. Er nahm mich wieder einmal etwas widerwillig hoch. Ich spürte das, auch wenn er nichts sagte. Damals wusste ich noch nichts von meiner Gabe und was ich schon alles machen konnte. Er hielt mich auf seinem Arm und sah mich an. Gedankenlesen konnte ich nicht. Aber ich sah sein Gesicht, das traurig schien. Ich nahm sein Gesicht in meine Händchen, sah ihn an und sagte: „Papa“, dann legte ich meinen Kopf auf seine Schulter und umarmte ihn. Da durfte das Eis gebrochen worden sein. Er fing leise an zu weinen. Ich spürte seine Tränen auf meinen Ärmchen. Er wischte sie nicht weg. Dann trug er mich hoch für mein Mittagsschläfchen. Er legte mich ins große Bett und legte sich dazu. Dann erzählte er mir seine Sorgen. Um Benjamin, um mich und was noch alles passieren kann. Ich kuschelte mich fest an ihn und ließ ihn reden. Jetzt war er wieder der alte und ich schlief an seiner Brust ein. Es hatte uns beiden gutgetan.

Als ich aufwachte war Papa weg, dafür kam Oma. Sie holte mich wieder runter. Bei den Stiegen unten angekommen stellte sie mich auf den Boden. Da ging gerade die Tür auf und … herein kam Mama mit Benjamin. Dahinter Papa.

„Mama! Benny! Mama! Benny!“, rief ich und stürmte auf beide zu.

Warum Mama dann auch weinte konnte ich nicht verstehen. Papa hatte auch wieder Tränen im Gesicht. Sogar Oma. Aber warum freuten sich nicht alle, wenn Benny wieder da war und Mama? Dass es Freudentränen gab, erfuhr ich erst später. Ich wich nicht von der Seite von Mama und Benny. Er sah immer noch nicht gut aus. Sein Licht flackerte zwar nicht mehr, aber es war nicht so hell wie das von Benedikt. Ich umarmte ihn oft, in der Hoffnung das es wieder so strahlen würde wie vorher. Doch es nützte nicht viel und lange. Er erholte sich auch nicht mehr richtig. Benjamin blieb kränklich. Er war schneller immer krank und kam auch nicht mehr so schnell mit wie Benedikt. Der half ihm immer, wenn er Atemnot bekam. Die Lunge war von der Krankheit immer noch angegriffen.

2011

Das Leben ging trotzdem weiter. Ich sah viel und konnte mir selten einen Reim darauf machen. Fragen konnte ich auch keinen. Was hätte ich auch Fragen sollen? Unbewusst machte ich das richtige, denn Onkel Walter verstand mich, auch ohne Worte. Ich hielt ihn oft mit meinen Händen im Gesicht. Dadurch sah er oft, was ich gesehen hatte. Manchmal konnte er etwas machen, manchmal aber nichts. Er erklärte es mir auch immer, ob ich es verstand, wusste er nicht. Das meiste klärte sich erst auf als ich vier wurde. Inzwischen hatte ich mein eigenes Zimmer, aber von dort aus sah ich nicht mehr zu meinen Brüdern. Mutter sagte immer: „Was hast du heute Nacht schon wieder gegeistert?“

Ich musste doch nach Benjamin sehen. Das sagte ich ihr auch oft.

„Ich muss doch nach Benjamin sehen, damit ihn der Schatten nicht holt.“

Mutter zuckte das erste Mal zusammen als ich ihr das sagte. Nur dass keiner außer mir das sah, erklärte mir Onkel Walter etwas später.

„Schau Bernadette. Du bist etwas Besonderes. Nicht ein jeder sieht das, was du siehst. Nicht die Farben, nicht die Lichter und auch nicht die Schatten. Also erzähle das nicht einem jeden. Wenn etwas ist, komm bitte zu mir. Ich helfe dir und erkläre dir das dann auch. Hast du das verstanden?“

Ich schüttelte den Kopf.

„Warum dürfen die anderen nicht wissen, welche Farbe sie haben?“

„Weil das viele nicht verstehen werden. Das wirst du erst später Begreifen. Viele werden sich dann vor dir fürchten. Weil sie das nicht verstehen was du siehst. Und dann meiden sie dich und reden schlecht über dich.“

Das Wort „Hexe“ verwendete er zu der Zeit noch nicht. Somit erzählte ich ihm immer alles und er half mir immer, wo er konnte. Ganz langsam verstand ich dann auch einiges.

Eines Nachts stand eine alte Frau an meinem Bett. Zuerst hatte ich Angst, weil sie schwarz gekleidet war.

„Keine Angst kleine Walpurga. Ich bin die Großmutter von Onkel Walter und passe auf euch beide auf. Vor mir brauchst du keine Angst zu haben. Aber du hast schon Recht, die Schatten lauern nur auf den richtigen Moment. Einmal hatten sie es schon versucht und sie werden es noch öfter probieren Benjamin zu holen. Du hast schon recht, wenn du auf ihn aufpasst.“

„Du weißt es auch? Kannst du sie nicht verjagen?“

„Nein, leider. Sie lauern überall darauf, dass ein Mensch einen Fehler macht. Aber du und Benedikt ihr seid stark und habt ein starkes Licht. Irgendwann wird es ganz erlöschen das von Benjamin, aber euch bleibt noch Zeit.“

„Darf ich Onkel Walter von dir erzählen?“

„Ja, aber noch nicht jetzt. Erst in der Walpurgisnacht, die bald ist. Ich habe ein kleines Gedicht für dich, dass du dann aufsagen darfst. Magst du?“

„Ja sicher!“

Ich werde jede Nacht kommen und mit dir üben. Und dann werde ich dir auch etwas über deine Geburt erzählen. Es wird Zeit das du es erfährst. Die anderen wollen es dir erst später erzählen, aber du solltest es jetzt schon wissen.“

„Gut dann sage mir das Gedicht.“

„Nein heute noch nicht. Morgen. Jetzt schlafe, deine Mutter kommt schon.“

Ich legte mich wieder ins Bett und schlief sofort ein. Leise hörte ich noch die Stimme von Onkel Walters Großmutter.

„Es war dunkel in dieser Nacht.

Walter hat mir das Licht gebracht.

Meine Ahnen sind heute alle hier.

Und geben Glück und Segen allen hier.“

Am nächsten Morgen erzählte meine Mutter, dass ich jetzt schon im Schlaf spreche. Dabei hatte ich doch mit Onkel Walters Großmutter gesprochen. Ich wollte es ihr schon sagen, aber diese Frau sagte ja ich dürfe noch nichts erzählen davon. Da fiel mir ein, dass leider nur ich das alles sah.

Und wirklich sie kam auch die nächste Nacht und wir fingen an zu üben. Das Gedicht gefiel mir und ich lernte es schnell. Dann erzählte sie von meiner Geburt, dass ich auch fast gestorben wäre, wenn Onkel Walter nicht rechtzeitig gekommen wäre. Aber das hätte alles so kommen müssen. Und dass bei meiner Geburt das Walpurgisfeuer einen „Luftsprung“ machte. Das können viele erzählen. Auch sagte sie mir ihren Namen, Miranda, und dass sie in der Walpurgisnacht auch hier sein werde. Und nicht nur sie. Ich solle mich nicht erschrecken, es werden einige meiner Ahnen kommen und dem Feuer beiwohnen.

Dann kam meine Nacht. Vater, Onkel Walter und Opa Franz richteten das Holz her für das Feuer. Mama und Oma machten etwas zu essen und stellten Tische und Bänke auf. Auch Tante Regina kam mit ihrer Familie. Als alle hier waren und sich Vater bedankt hatte, stellte ich mich zu ihm und sagte ihm: „Ich möchte auch etwas sagen.“

Vater stellte sich auf die Seite und dachte nicht wirklich, dass ich viel sagen würde. Dann sagte ich meinen Spruch, den mir Oma Miranda beigebracht hatte. Sie war auch schon da und hinter ihr waren auch noch einige Frauen.

„Es war dunkel in dieser Nacht.

Walter hat mir das Licht gebracht.

Meine Ahnen sind heute alle hier.

Und geben Glück und Segen allen hier.“

Alle starrten mich an. Keiner freute sich. Dann kam eine Frau und sagte mir etwas, dass ich Oma weitersagen sollte.

„Das hat mir Miranda beigebracht. Und sie wird jedes Jahr kommen, bis es auch für sie Zeit wird wieder auf die Welt zu kommen.“

Dann ging ich zu Oma und sagte zu ihr: „Bernadette ist dir nicht böse. Es hat nur alles anders kommen müssen als sie dachte. Sie lässt dich grüßen und kommt bald wieder auf die Welt.“

Alle sahen mich ungläubig an. Doch Oma streichelte mir über den Kopf und sagte: „Danke, kleine Bernadette.“

Onkel Walter kam auch zu mir und fragte, wie denn diese Frau ausgesehen hatte. Ich konnte sie ihm gut beschreiben, weil sie neben ihm stand und ihre Hand auf seiner Schulter hatte. Ich flüsterte ihm zu: „Siehst du sie nicht?“

„Nein kleine Bernadette. Nur du hast die Gabe sie zu sehen. Lass sie von mir grüßen.“

Ich grinste nur, denn sie nickte und gab ihm einen Kuss auf die Wange. Onkel Walter zuckte kurz zusammen und sah mich an.

„Ja sie hat dir einen Kuss gegeben.“

Also musste er sie gespürt haben. Er grinste nur, hob mich auf und fragte: „Was hat sie dir noch beigebracht?“

„Sonst nichts. Nur von meiner Geburt hat sie erzählt und dass alles so kommen hat müssen. Ach ja, Mama und du sollst mir das Gedicht vorlesen, dass du in mein Album geschrieben hast. Und dann habe ich noch eine Frage, warum nennt sie mich Walpurga? Ich heiße doch Bernadette.“

„Das erkläre ich dir gleich. Ich hole nur rasch das Album.“

Und schon war meine Mutter weg. Sie kam mit einem dicken Buch zurück, wo all meine Fotos schon drinnen waren. Jetzt erzählten auch die anderen, was sich alles bei meiner Geburt zugetragen hatte. Und das genau um Mitternacht das Walpurgisfeuer in die Höhe schoss. Zum Schluss las mir meine Mutter noch ihr Gedicht vor.

Geboren in der Walpurgisnacht zu Haus.

Ohne Licht im Dunkeln nur im Kerzenschein.

Umringt von deinen Ahnen.

Ins Leben zurück geholfen von deinem Paten.

Mit dir erschien das Licht.

Der Bann war damit gebrochen.

Das Schicksalsbuch wurde vorerst geschlossen.

Die Ahnenreihe wurde fortgesetzt.

Die Gabe wurde weiter und zurückgegeben.

Wir haben dich sehr lieb.

Und du hast einen Paten, der dich abgöttisch liebt.

So hat sich alles ergeben wie vorhergesagt.

Vergiss es nie meine liebe Tochter

Getauft auf die Namen deiner Ahnen und deines Schutzpatrons in dieser Nacht.

Bernadette, Wilhelmina, Walpurga

„Und wieso nennt ihr mich Bernadette, wenn ich doch Walpurga heiße?“

„Weil dein erster Name Bernadette ist. Wilhelmina nach deinem Vater, das ist sein zweiter Vorname und Walpurga, weil du in dieser Nacht geboren wurdest.“

„Gut dann nennt mich auch Walpurga. Der gefällt mir viel besser.“

„Wieso sollen wir dich „auch“ Walpurga nennen? Wer sagt so zu dir?“

„Miranda und auch die andere Frau. Sie sagten das wäre mein wahrer Name. Bernadette ist doch nur für die anderen.“

Jetzt sahen sie mich wieder überrascht an.

„Ich glaube ich gehe schlafen, wenn ihr nichts mehr reden mögt“, sagte ich etwas beleidigt.

Da es schon spät war, gingen auch die anderen schlafen. Dass meine Mutter einige Male nach mir sah, bemerkte ich nicht.

2012

Jetzt fing erst richtig meine Gabe an zu wirken. Mutter starrte mich oft an und auch die anderen. Leider durfte ich nur zu Hause davon erzählen. Im Kindergarten, in dem ich schon eine Zeit ging, durfte ich nichts sagen. Doch immer ging es nicht.

Es waren immer so viele Farben um mich. Die Kinder hatten noch wenig Farbe. Sie leuchteten alle mehr. Frau Kirchner hatte eine besondere Farbe. Sie war eine der Kindergärtnerinnen. Ihre Farbe wechselte ständig. Sie blieb nie bei einer. Die anderen wechselten zwar auch, aber nicht so oft und so schnell. Meine Mutter konnte das auch.

Ich saß gerade am Küchentisch und aß meinen Kuchen, als sie sich ärgerte und die Farbe von hell ins Dunkel ging. Dann war sie wieder ruhiger und die Farbe wurde wieder heller. Sie war rot mit einem Blauton dazwischen. Es sah so komisch aus, das ich anfing zu lachen.

„Bernadette! Das ist nicht zum Lachen. Es will einfach nicht funktionieren so wie ich will!“

„Ich lache ja auch nicht wegen dem. Aber du wechselst bald genauso schnell die Farbe wie Frau Kirchner.“

Jetzt drehte sie sich rasch um und starrte mich an.

„Was sagst du da? Hast du etwas zu ihr gesagt?“

„Nein. Ihr sagtet doch, dass die anderen Leute das nicht verstehen würden.“

„Genau!“

„Aber es ist trotzdem komisch, wenn die Farbe so schnell wechselt, je nachdem wie du dich fühlst. Wieso die Farbe bei Frau Kirchner so wechselt weiß ich nicht. Da kann ich nicht einmal Onkel Walter dazu fragen.“

„Vielleicht ist sie ausgeglichen, darum hat sie so viele Farben.“

„Nein. Die Leute die ruhig sind bleiben bei ihrer Farbe. Menschen, die sich viel ärgern, wechseln rasch ihre Farbe. So wie du. Jetzt bist du bunt, von Rot bis dunkelgrün.“

„Und Papa? Welche Farbe hat er?“

„Er ist meistens blau, violett bis grün.“

„Und Onkel Walter?“

Jetzt grinste ich. Ich wusste, worauf sie hinauswollte. Das hatte ich schon mitbekommen, dass auch Walter wissen will, wie seine Farbe ist.

„Richte du lieber Kaffee und Kuchen für Onkel Walter. Die Farbe werde ich ihm heute noch zeigen.“

Und schon klopfte es und Onkel Walter kam zur Tür herein.

„Hallo ihr beiden. Seid ihr alleine?“

„Ja, Robert ist mit den Jungs auf der Weide unterwegs. Antonia und Franz machen ihr Mittagsschläfchen. Und ich ärger mich grün und blau, weil das mit dem Teig nicht klappen will.“

Bei der Erwähnung der Farben sah mich Mama an. Ich zuckte nur mit den Schultern. Was konnte ich dafür, wenn sie so oft die Farbe wechselt? Onkel Walter sah nur von einem zum anderen.

„Komm Onkel Walter, ich muss dir etwas zeigen“, und schon nahm ich ihn bei der Hand und führte ihn zum Spiegel im Vorraum.

Ich zeigte ihm, dass er mich hochheben sollte. Als er es gemacht hatte, drückte ich sein Gesicht zum Spiegel, damit er hineinsehen konnte. Jetzt legte ich meine Händchen auf seine Wangen und sah selber in den Spiegel. Es hätte ihn fast umgehauen, als er seine Aura sah. Sie war blau in allen Farbtönen. Außen hatte sie einen grünen Kranz. Dann kam noch eine rote Farbe von der Seite daher. Das war Miranda. Als Geist hatte ich bei ihr auch noch keine Farbe gesehen. Doch jetzt im Spiegel und durch Walter, sah man ihre rote Aura. Wahrscheinlich hatte sie diese im Leben. Leider konnte ich das Bild nicht lange aufrechterhalten. Es strengte sehr an. Bei manchen Sachen spürte ich, dass es sehr viel Kraft kostete. Danach wurde ich auch immer müde. Meine Hände rutschten automatisch von Onkel Walter weg. Dann war wieder alles vorbei. Er ließ mich los und ich ging auf mein Zimmer und fiel auf das Bett und schlief sofort ein.

***

„Walter was ist mit dir!?“, fragte Anja besorgt.

„Nichts. Ich habe meine Aura sehen dürfen und auch die von Miranda. Sie war auch da. Jetzt sind wir beide müde.“

Und schon lag er auf der Eckbank und schlief auch mit einem Lächeln ein. Eine Stunde später kam Robert mit den beiden Jungs. Er kam polternd in die Küche. Dann merkte er erst dass Walter schläft.

„Was war los?“, fragte er überrascht.

„Er hat seine Aura sehen dürfen und auch die von Miranda. Das war zu viel für beide. Bernadette schläft oben und er hier.“

Antonia und Franz kamen auch gerade dazu. Die hatten das auch noch gehört.

„Wurde ja auch schon Zeit. Er wartet ja schon so lange darauf“, meinte sie dann nur und machte Kaffee für alle.

„Den wird er nachher brauchen.“

So als hätte er ihn gerochen, wurde er 10 Minuten später wach. Auch ich kam wieder ausgeschlafen herunter. Er erzählte ihnen dann was er alles gesehen hatte.

***

„Onkel Walter? Wird man immer so müde, wenn ich jemandem etwas zeige oder sehe?“

„Kommt darauf an, wie intensive die Vorschau oder Prophezeiung ist. Ich weiß nicht, wie es dir ergeht, wenn du jemandem die Hand gibst und du siehst dann etwas. Früher konnte ich nur eine Vision am Tag sehen. Jetzt kommt sie öfter. Es sind dann meistens Lichtblitze und die anderen merken nicht einmal was davon. Nur selber muss man aufpassen, damit man bei manchen Sachen nicht sofort alles erzählt.“

„Ich brauche niemandem die Hand geben, um etwas zu sehen. Ich sehe das oft in ihrer Aura, dass es ihnen nicht gut geht. Wenn möglich wische ich es weg, damit ich nicht mehr sehe. Es streift mich dann oft noch genug. Ich könnte den Leuten viel mehr erzählen, aber ihr habt ja gesagt ich darf und soll das nicht erzählen. Frau Kirchner trägt etwas mit sich herum. Es wird bald kommen. Gabriela hat nicht viel Mut. Ich würde ihr gerne etwas geben zum Aufmuntern, aber dann müsste ich ihr auch etwas sagen, das ihr nicht gefällt. Dann wird sie sehr traurig sein.“

„Kannst du es mir, bzw. uns sagen? Vielleicht können wir helfen. Um was geht es denn?“

„Gabrielas Freund hat eine andere Freundin. Sie will es nur nicht wahrhaben, aber er wird sie bald verlassen, das wird ihr das Herz brechen.“

„Und Frau Kirchner?“, fragte Mutter.

„Das habe ich noch nicht so genau gesehen. Ihre Farbe wechselt immer so schnell. Aber es wird etwas trauriges sein.“

Alle sahen mich verwundert an. Dann beratschlagten sie wie man beiden helfen konnte. Mama meinte, sie könne ja am Montag erzählen, sie hätte Gabrielas Freund mit jemandem anderen gesehen und ob das seine Schwester gewesen wäre. Vielleicht würde sie dadurch nachdenken und ihn vielleicht vorher verlassen, dass es nicht so schmerzte. Bei Frau Kirchner wusste keiner einen Rat. Das klärte sich dann montags auf.

Mutter machte es dann auch wirklich so und erzählte Gabriela, sie hätte ihren Freund mit einer Frau, bzw. seiner Schwester gesehen. Sie waren sehr innig. Mutter war aber nicht die einzige. Auch zwei andere Mütter hatten ihn gesehen. Vielleicht trauten sich die anderen nichts sagen. Und erst als meine Mutter das Thema ansprach. Jetzt war meine Mama etwas verwundert.

Am Montag hörte sie dann auch zufällig wie Frau Bieber, die Leiterin des Kindergartens, gerade ihren Kolleginnen erzählte, dass Frau Kirchners Vater verstorben wäre, und sie sich für die Woche frei genommen hatte. Man wusste gar nicht, dass es ihm so schlecht ging. Sie wünschten ihr Beileid und waren auch traurig darüber.

Ein paar Tage später hörte man dann, dass Gabriela mit ihrem Freund Schluss gemacht hatte. Ich tröstete sie so gut ich konnte. Sie verwand es dann sehr gut. Frau Kirchner kam die andere Woche wieder in den Kindergarten. Was aber keiner sah, sondern nur ich, war das ein Schatten immer hinter ihr herlief.

„Mama, was soll ich machen. Soll ich es ihr erzählen?“

„Wer ist denn ihr Schatten?“

„Ihr Vater. Sie lässt ihn nicht los, dabei würde er gerne gehen. Ihre Aura ist zwar wieder bunt, doch der Schatten trübt alles.“

Meine Mutter überlegte.

„Ich glaube, da kann ich leider nicht helfen. Vielleicht kannst du sie vorsichtig darauf ansprechen. Ohne dass du viel davon erzählst.“

So machte ich es dann auch. Ich sprach Frau Kirchner an, wieso sie so traurig war. Doch sie tat es ab und meinte, sie wäre doch glücklich. Ob man das nicht sähe.

„Nein Frau Kirchner. Sie sind nicht glücklich. Ihre Farben tragen Trauer. Früher waren sie bunter. Vielleicht sollten Sie nicht so oft an Ihren Vater denken. Er ist im Himmel gut aufgehoben und hat keine Schmerzen mehr. Bitte lassen Sie ihn dort, dort fühlt er sich wohl.“

Der Schatten flüsterte mir ein leises „Danke“ zu.

Sie sah mich verwundert an und nickte nur. Am nächsten Tag war der Schatten weg und Frau Kirchner war wieder bunter. Sie wechselte nicht mehr so oft die Farben. Mutter erzählte ich es dann auch nachmittags. Sie war etwas verwundert, wie ich das geschafft hatte, ohne viel zu sagen. Mit jeder neuen Tat, wie die bei Frau Kirchner, wurde ich immer besser. Etwas zu sagen, ohne viel zu sagen.

Oma sprach auch immer vom Sterben, das unterband ich indem ich ihr sagte, sie hätte noch viele glückliche Jahre vor ihr. Sie glaubte mir.

2013

In der Schule wurde es immer schwerer meine Gabe zu verheimlichen. Im Kindergarten tat man es oft als „kindliche Phantasie“ ab. Aber in der Schule wurde die Sache immer heikler. Eine Beste Freundin fand ich dann nicht, der ich bedingungslos vertrauen konnte. Ich half mir oft, in dem ich von einer dritten Person sprach.

„Das habe ich so gehört, dass es das gibt, …“

„Ich habe davon gelesen …“

„Das hat mir Mutter erzählt …“

Usw. Somit konnte ich mich oft rausreden und anderen helfen. Meine Gabe wuchs mit der Zeit. Ich konnte nicht nur die Aura sehen und lesen, sondern ich bekam auch oft Vorahnungen. Manchmal, wenn ich jemandem die Hand gab oder ich auch nur streifte. Das waren die schlimmeren, da sie überraschend kamen. Wenn ich jemand die Hand gab, konnte ich mich darauf einstellen. Und dann gab es noch die Blitzvorahnungen. Sie kamen bei einer bestimmten Situation oder auch aus heiterem Himmel.

2019

Die erste hatte ich mit 12. Ich erzählte sie Mutter.

„Mama ich werde verbluten. Ich sah überall rot. Das Bett, meine Unterhose und die Spur zum WC.“

Zuerst starrte sie mich an, dann lächelte sie.

„Nein ich glaube nicht. Dein Körper bereitet sich nur auf einen neuen Lebensabschnitt vor. Du bekommst nur die Menstruation und wirst schön langsam zur Frau. Habt ihr das nicht schon in der Schule durchgenommen?“

„Ich dachte das bekommen nur die anderen und ich nicht.“

„Und wieso glaubst du, dass du das nicht bekommst?“

„Na, weil ich anders bin.“

„Ja du bist anders, aber du wirst es trotzdem bekommen. Die ersten Anzeichen sind schon da. Du bekommst einen Busen, dir wachsen Haare unter den Achseln und auch unten vor deiner Vagina. Du wirst auch zur Frau. Also wirst du bald auch deine Tage bekommen.“

Das gefiel mir aber ganz und gar nicht. Drei Monate später wurde ich in der Früh wach und hatte Bauchkrämpfe. Ich wollte zur Toilette und merkte, dass ich Flüssigkeit verlor. Es war Blut. Ich rief meine Mutter. Die kam sofort und brachte mir eine frische Unterhose und eine Binde dazu. Die meisten Mädchen erzählten, dass ihre Tage eine Woche oder sogar länger dauerten und immer etwas Blut aus ihnen kam. Bei mir rann es nur so raus. Ich dachte wirklich, ich würde verbluten. Gut, dass ich Mutter vorgewarnt hatte, denn sie hatte dadurch Binden im Haus. Sie brauchte lange schon keine mehr. Nach drei Tagen war der Spuk vorbei. Und ich konnte wieder zur Schule gehen. Mutter hatte mich freigestellt, denn ich kam oft mit dem Wechseln der Binden nicht nach. Wie wäre das dann in der Schule gegangen? Ich hoffte, dass das einmalig war. Die nächste Regel kam 40 Tage später. Gott sei Dank nicht so stark. Es blieb dann bei dem 40 Tage Rhythmus und nie mehr wieder so stark.

Ich fand dann auch in der Hauptschule eine beste Freundin. Sie war auch so eine Außenseiterin wie ich. Mit ihr verstand ich mich sehr gut. Marina durfte das erste Mal bei mir übernachten. Ich dachte nicht daran, dass etwas geschehen könnte. Doch es sollte wohl so sein.

Wir liefen vergnügt runter zum Mittagessen. Dann wurde mir schwindlig und ich musste mich setzen. Marina rief sofort meine Mutter, denn ich war kreidebleich, wie sie mir später erzählte.

„Frau Bauer, Frau Bauer! Bernadette geht es nicht gut. Ihr ist schwindlig geworden und sie ist ganz kreidebleich“, schrie sie in die Küche.

Da griff sie mir auf den Arm. Dann wurde es noch schlimmer. Ich japste nach Luft und sah Bilder. Von einem Autounfall mit mehreren Autos. Ich sah jedoch keine Gesichter, ob wer verletzt war oder nicht. Es musste mit Marina zusammenhängen, denn sie hatte die Vision ausgelöst. Mutter kam auch sofort angelaufen. Ich hörte ihre Stimmen durch einen Schleier, ganz dumpf.

„OH mein Gott! Nicht jetzt!“

Dann wollte sie mich rütteln, aber es nützte nichts.

„Was ist mit Bernadette?“, fragte eine besorgte Marina.

„Sie … ihr …“

Mutter wusste nicht was sie sagen sollte.

„Ihr ist nicht gut, das passiert ihr öfter. Es geht aber bald vorbei.“

Da kam ich auch gerade wieder aus meiner Vision zurück. Ich starrte nur Mutter an.

„Ich bin müde“, sagte ich tonlos.

Beide halfen mir wieder in mein Zimmer. Ich schlief dann drei Stunden. Natürlich fragte Marina was denn mit mir war.

„Sie soll es dir selber erzählen, wenn sie wieder wach ist. Wir gehen jetzt essen.“

Das Essen war sehr stumm. Oma, Opa Franz, die es auch mitbekommen hatten, aßen auch nur stumm ihr Essen. Mutter war besorgt und sagte kein Wort mehr. Jeder hing seinen Gedanken nach, was ich denn gesehen hatte und dass, das gerade vor Marina passierte. Sie wussten sie konnten es nicht immer verheimlichen, aber dass es gerade vor ihr war, lag ihnen im Magen. Kurz vor drei Uhr klingelte das Telefon. Es waren Marinas Eltern, die sagten, dass sie in einen Unfall geraten waren. Ihnen sei nichts passiert nur ein Blechschaden am Auto. Aber sie würden wohl erst am späten Abend nach Hause kommen und ob es ihnen etwas ausmachen würde, wenn sie Marina morgen nach Hause bringen könnten. Sie würden sich melden. Meine Mutter drehte sich um und sagte zu Marina die nervös danebenstand: „Deine Eltern hatten leider einen kleinen Unfall mit dem Auto. Ihnen geht es aber gut. Sie werden erst später morgen nach Hause kommen. Wir sollen dich dann nach Hause bringen. Gehst du bitte zu Bernadette und sagst ihr das auch?“

Marina verstand das nicht, warum sie es mir sagen sollte. Sie ging trotzdem hoch und sprach leise zu mir was ihr meine Mutter aufgetragen hatte.

„Es ist nicht so schlimm wie du glaubst. Es hat schlimmer ausgesehen.“

Ich war in der Zwischenzeit schon wach geworden und hatte das Telefon gehört. Marina schlich auf Zehenspitzen zu mir.

„Wie willst du das Wissen?“, fragte sie irritiert.

„Das erkläre ich dir später. Jetzt muss ich mal etwas essen. Hilfst du mir bitte runter?“

Sofort half sie mir beim Aufstehen und begleitete mich wie ein altes Weib hinunter. Sie getraute sich mich nicht loszulassen, damit ich nicht umfallen konnte. Ich hatte einen Hunger wie ein Bär nach dem Winterschlaf. Auch Marina aß noch etwas, sie hatte auch nicht viel essen können. Danach sah ich Mutter mit traurigen Augen an.

„Mutter?“, fragte ich nur.

Sie wusste was ich wollte.

„Geh nur und mach das was du musst und willst.“

„Komm mit, ich muss dir etwas erzählen“, sagte ich zu Marina und sie ging auch sofort mit.

Ich hatte eine Heidenangst, dass sie mit mir dann nichts mehr zu tun haben will und sofort nach Hause will, obwohl das nicht ging.

„Du hast es ja mitbekommen, dass mir vorher nicht gut war“, fing ich an zu reden.

„Ja, was war denn? Alle schwiegen und sie sahen betreten aus. Bist du krank? Wollt ihr mir das verheimlichen? Bernadette das musst du nicht, ich bin doch deine beste Freundin, oder nicht?“

„Doch du bist meine beste und einzige Freundin, darum muss ich dir auch etwas erzählen, das sonst keiner in der Schule weiß und du es auch niemandem erzählen darfst, nicht einmal deinen Eltern. Versprichst du es mir?“

„Ja ich verspreche dir alles“, und zeigte auch die Schwurfinger.

„Ich habe eine Gabe, von der nur meine Familie weiß.“

Ich nahm ihre Hand in meine Hände und traute mich nicht sie anzusehen als ich weitersprach.

„Ich kann in die Zukunft sehen und ahne dadurch oft etwas voraus.“

Jetzt schwieg ich und wartete schon drauf, dass sie mir ihre Hand wegzog und weglief. Ihre Hand blieb in meinen Händen und das was sie sagte registrierte ich erst langsam.

„Wie geil ist das denn! Das muss ja irre sein!“, sagte sie mit voller Begeisterung.

Jetzt starrte ich sie an und musste das erst verarbeiten was sie gesagt hatte.

„Du läufst nicht weg und hast Angst vor mir?“

„Nein, wieso? Hast du das nicht gesehen, wenn du in die Zukunft sehen kannst. Hast du darum nicht meine Hand gehalten?“

Ich schüttelte nur den Kopf.

„Ich wollte dich nur spüren und dir nicht in die Augen sehen und brauchte etwas, worauf ich mich konzentrieren konnte.“

„Ach Bernadette, das ist dein Geheimnis. Ich spüre schon länger, dass etwas mit dir ist, traute mich selber nicht zu fragen. Wie geil ist das denn! Ich habe eine Freundin, die in die Zukunft sehen kann. Und was siehst du bei mir?“

„Nein so funktioniert das leider nicht bei mir. Es überkommt mich oft, so wie vorhin. Ich spüre, dass da etwas ist. Und als du mich dann angegriffen hast, bekam ich eine Vision. Von einem Autounfall. Leider sah ich keine Gesichter, also konnte ich auch nicht sagen um wen es geht. Erst als dich Mutter zu mir schickte, weil deine Eltern angerufen hatten, wusste ich um wen es ging. Meistens sehe ich mehr und alles direkter. Warum diesmal nicht, weiß ich leider auch nicht. Es ist oft ein Rätselraten. Diese Gabe habe ich zwar schon seit meiner Geburt oder wie Mutter sagte, schon davor. Kann es selber nicht oder noch nicht steuern. Das wird erst kommen. Also verurteilst du mich nicht und läufst davon?“

„Bernadette! Du bist meine allerbeste Freundin! Schäm dich sofort oder umarme mich, das wäre besser.“

Wir lagen uns sofort in den Armen. Ich hatte Tränen in den Augen. Mutter sah kurz zu uns herein und ich formte mit meinen Lippen ein „Danke“. Sie nickte nur und ging dann wieder.

„Mann, wenn ich das meiner Mutter erzähle, die flipp voll aus. Sie steht auf solche Sachen. Alles was mit dem übersinnlichem zu tun hat. Sie liest alles darüber.“

„Marina! Was hast du mir versprochen?“

„Ich weiß, aber sie würde trotzdem ausflippen. Sie war sogar schon ein paar Mal bei einer Wahrsagerin. Papa gefiel das damals nicht, aber er konnte trotzdem nichts dagegen tun. Die half ihr auch nie direkt, sondern sagte auch öfter nur: „Tu was dein Herz will, das ist richtig“, sagte sie mit tiefer Stimme. Wir konnten jetzt befreit lachen.

„Und was kannst du noch? Oder nur hin und wieder in die Zukunft sehen?“

„Ich sehe die Aura der Menschen und das schon seit Kindheit an. Für mich gab es nur Menschen mit Farben. Die Namen kamen erst später.“

„Was ist das, Aura?“

„Das ist das Energiefeld eines jeden Menschen. Mama hat meistens eine rote Farbe. Die wechselt immer nach Stimmung. Sie kann auch dunkelblau werden. Papa hat meistens eine blaugrüne. Meine Brüder hatten ein helles gelbes Licht. Das hat sich seit sie älter geworden sind verändert. Jeder hat jetzt eine andere Farbe. Mal die, Mal eine andere.“

„Und was für eine Farbe habe ich?“, fragte sie gleich neugierig.

„Goldorange mit einem kleinen Schatten hier oben“, und zeigte auf ihre linke Seite oberhalb des Kopfes.

„Und ist das normal?“

„Weiß ich nicht. So etwas Ähnliches haben einige Menschen. Bei den meisten ist die Aura durchgehend.“

„Ach Mann! Schade, dass ich es meiner Mutter nicht erzählen kann. Die würde dir Löcher in den Bauch fragen.“

Dann sah sie mich traurig an und fragte: „Ist meinen Eltern viel passiert? Oder wirklich nur ein paar Kratzer wie sie sagen?“

„So genau habe ich das nicht gesehen. Ich will auch nicht etwas erzählen und dann stimmt es vielleicht nicht. Da ich noch nicht so genau immer alles sehe.“

„Okay dann lassen wir das. Sie leben, ihnen geht es gut und kommen morgen nach Hause. Seien wir glücklich.“

„Ja das ist eine gute Idee.“

„Kinder! Es gibt noch Kuchen wer will!“, rief meine Mutter von unten herauf. Auf Apfelkuchen hatten wir immer Appetit!

„Deine Mutter kann den besten Apfelkuchen backen“, meinte Marina und verdrehte die Augen.

„Ja und wenn wir so weiter essen, muss sie für morgen noch einen machen.“

Wir lachten und liefen in die Küche. Für uns hatte sie schon Kakao gemacht. Die anderen bekamen Kaffee. Und als hätte es Onkel Walter wieder einmal gerochen, kam er auch schon zur Tür herein.

„Grüß euch. Ich dachte ich sehe mal wieder bei euch vorbei“, sagte er so gelassen wie möglich.

Ich wusste genau, wieso er hier war. Wir hatten ja einen Draht zueinander. Sagte aber: „Ja du weißt auch immer, wann es bei uns Kaffee und Kuchen gibt. Oder hast du es schon zu Hause gerochen?“

„Ja natürlich. Den Kuchen von deiner Mama riecht man schon Kilometer weit.“

Wir lachten alle. Dann sagte ich zu Marina: „Der ist auch so irre wie ich.“

Sie sah von einem zum anderen.

„Echt? Er auch?“

„Ja. Und wir haben einen Draht zueinander wegen unserer Gabe. Und er ist nicht nur wegen Kaffee und Kuchen hier. Er hat sicher etwas gespürt.“

Und zu Onkel Walter sagte ich: „Das stimmt doch, das dich die Neugier und Sorge um mich hertrieb. Seit wann hast du es gespürt?“

Er starrte zuerst mich, dann Marina an. Mama sagte: „Du kannst offen sprechen. Marina weiß Bescheid. Sie war heute Zeuge einer Vision von Bernadette. Darum hat sie sich danach ihr anvertraut. Vielleicht ist es gut so. Dann hat sie in der Schule auch Rückhalt und kann mit jemandem darüber sprechen. Wir können ja nicht immer dabei sein.“

Onkel Walter sah immer noch von einem zum anderen.

„Und sie ist nicht gleich schreiend davongelaufen?“, fragte er zuerst mal.

„Nein. Sie ist schon von ihrer Mutter geeicht. Die steht auf solche übersinnlichen Sachen.“

Jetzt sah mich auch meine Mutter an. Das wusste sie auch noch nicht, da sie dann gleich ging und uns nicht mehr belauschte.

„Und was kannst du? Äh, ich meinte Sie?“

Walter musste sich erst fangen, bevor er erzählte.

„Na wenn das so ist, dann darfst du mich auch duzen. Ich kann auch in die Zukunft sehen. Nur etwas besser, weil ich mehr Erfahrung habe. Doch mehr nicht. Mir war es heute Mittag nicht gut. Das hielt dann so drei Stunden an. Erst vor einer halben Stunde ging es mir wieder gut. Ich ahnte, dass es um Bernadette ging. Darum bin ich hier, um zu sehen was los ist. Und da es ihr sehr gut geht, kann ich beruhigt wieder nach Hause fahren. Jetzt hat Bernadette eine kleine Helferin. Das bist du ja, oder?“

„Ja, darf ich? Ich mache auch alles was sie sagt“, sagte sie mit Begeisterung.

Alle mussten wir lachen. Dann erzählte ich ihm was sich zu Mittag zugetragen hatte. Während der Erzählung kam Papa rein. Der starrte von einem zum anderen und sagte dann laut: „Bernadette! Was erzählst du da?“

„Papa! Sie weiß Bescheid und ist gar nicht geschockt. Im Gegenteil. Sie ist jetzt mein Helferlein.“

Vater sah hilfesuchend zu Mutter.

„Ja sie musste es tun und es ist auch gut so. Da hat sie wenigstens jemandem von außerhalb auch als Hilfe, falls etwas in der Schule ist. Sie kann rettend eingreifen. Also beruhige dich und trink auch Kaffee und iss einen Kuchen.“

Jetzt beruhigte sich Vater.

„Wo sind eigentlich die Jungs?“

„Die machen draußen noch fertig und kommen dann rein.“