Besser leben mit klassischer Musik - Wolfgang Stangier - E-Book

Besser leben mit klassischer Musik E-Book

Wolfgang Stangier

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Beschreibung

Mit diesem Buch möchte der Autor vor allem diejenigen für die wunderbaren Schätze der klassischen Musik auf eine Entdeckungsreise mitnehmen, die noch wenig Erfahrung mit klassischer Musik mitbringen. Dabei legt er den Schwerpunkt auf ruhige, ja teils meditative Stücke. Ergänzend dazu werden die schönsten Stücke nach Stimmungslage vorgestellt sowie die ultimativen Top Ten, die jeden begeistern sollten, auch wenn er kein Klassikliebhaber ist... Zu den vorgestellten Playlists, die bequem per QR Code abrufbar sind, werden interessante und amüsante Hintergrundinformationen zu den Komponisten und Begleitumständen der Entstehung erzählt, die teilweise auch dem Klassikliebhaber bisher noch unbekannt sein dürften... Abgerundet wird das Buch durch ein Kapitel zur heilenden und entspannenden Wirkung klassischer Musik - nebst einer kleinen Anleitung zum Ausprobieren. Es ist dem Autor ein Herzenswunsch, den wunderbaren Schatz der klassischen Musik für jedermann ( und jederfrau) zugänglich zu machen für ein besseres Leben mit klassischer Musik !

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
MOBI

Seitenzahl: 130

Veröffentlichungsjahr: 2020

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Impressum:

© 2020 Wolfgang Stangier

Umschlaggestaltung: Spotsrock

Lektorat & Satz:

Angelika Fleckenstein

Spotsrock

ISBN

978-3-347-15076-8 (Paperback)

978-3-347-15077-5 (Hardcover)

978-3-347-15078-2 (e-Book)

Verlag und Druck:

Tredition GmbH

Halenreie 40–44

22359 Hamburg

Das Werk, einschließlich seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung ist ohne Zustimmung des Verlages und des Autors unzulässig. Dies gilt insbesondere für die elektronische oder sonstige Vervielfältigung, Übersetzung, Verbreitung und öffentliche Zugänglichmachung.

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek: Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.

Wolfgang Stangier

Besser leben mit klassischer Musik

Eine Auswahl der schönsten klassischen Musikstücke

Für meine Mutter

Die Musik schließt dem Menschenein unbekanntes Reich auf…

(E.T.A. Hoffmann)

Inhaltsverzeichnis

1. Vorwort

2. Einleitung

3. Musik für Klavier solo

4. Musik für Soloinstrument und Orchester

5. Kammermusik

6. Sinfonische Musik

7. Opernarien

8. Geistliche Musik

9. Musik nach Stimmungslage: von heiter bis traurig

10. Heilende und entspannende Wirkung klassischer Musik

11. Schlusswort

Autor Wolfgang Stangier © 2020

Wie die wunderbare klassische Musik mich gefangen nahm:

Ich kann mich noch genau daran erinnern, ich war etwa 11 oder 12 Jahre alt gewesen, hatte seit knapp einem Jahr Klavierunterricht bei einem Lehrer, der auch am Gymnasium unterrichtete. Ich hatte das übliche Programm eines Anfängers absolviert: Fingerübungen und Etüden von Czerny, kleinere Stücke, nichts Aufregendes. In erster Linie motivierte mich, dass mein älterer Bruder auch Klavierstunden erhielt und ich natürlich keinesfalls hinter ihm zurückstehen wollte.

Und dann geschah das Wunder: Am Ende einer Stunde, die nachmittags in der Aula stattfand, schlug mir der Klavierlehrer vor, mal etwas von Chopin einzuüben. Ich hatte damals – es war Anfang der 70er Jahre, noch weit vor dem Zeitalter von Walkman, CD-Player, geschweige denn Spotify oder Apple Music – keine rechte Vorstellung, was mich erwartete. Und dann spielte er mir das Prélude Nr. 4 in e-moll von Chopin vor … Das war genau der Moment, in dem ich spürte, dass sich etwas ereignet hatte, was mich seitdem mein ganzes Leben begleitet: Das wunderbare Reich der klassischen Musik hatte sich für mich geöffnet!

1. Vorwort

„Warum willst du denn ausgerechnet ein Buch über klassische Musik schreiben?“, haben mich Freunde gefragt. „Gibt es doch bestimmt schon genug. Und außerdem: Für klassische Musik interessieren sich doch kaum noch Leute …“

Ja, stimmt eigentlich, was genau hat mich denn dazu ermuntert, ein Buch über klassische Musik zu schreiben? Nun ja: Weil ich fest daran glaube, dass viel mehr Menschen in diese wunderbare Welt eintauchen und davon profitieren könnten, wenn sie nur einen einfachen Zugang dazu bekommen, einen Anstoß, einen Impuls …

Ich hatte das Glück, als Kind Klavierunterricht zu bekommen – und seitdem beschäftige ich mich mit klassischer Musik, spiele immer noch leidenschaftlich gerne Klavier, und es vergeht kaum ein Tag, an dem ich nicht klassische Musik höre. Zugegeben: Ich höre auch gerne andere Musik, Jazz oder Pop. Aber keine andere Musik entwickelt diese gleichsam magische Wirkung. Wenn ich länger keine klassische Musik gehört habe, spüre ich quasi Entzugserscheinungen …

Aber warum interessieren sich nur vergleichsweise wenige Menschen für klassische Musik? Vielleicht, weil diese Musik aus einer anderen, einer längst vergangenen Zeit stammt und damit für viele alt und muffig wirkt, wie alte Teppiche oder Sessel, die von Oma noch im Keller stehen? Weil man sie für nicht mehr zeitgemäß hält?

Der Zugang zu klassischer Musik ist für viele schwierig, weil sie glauben, ohne eine entsprechende Bildung oder Ausbildung keinen richtigen Zugang dazu finden zu können. Außerdem wird klassische Musik in Konzerten immer noch oft so dargeboten, dass viele vor allem jüngere Menschen die Lust daran verlieren. Wer aus der jüngeren Generation will sich schon in Schale werfen, in der stickigen Luft eines Konzertsaals zwei Stunden ausharren, der Darbietung der Künstler lauschen (und ständig noch Angst haben, dass er an der falschen Stelle anfängt zu klatschen …).

Daniel Hope hat in seinem wunderbaren Buch „Wann darf ich klatschen“ beschrieben, dass er Zweifel hat, ob es in zwanzig Jahren noch klassische Konzerte in der heutigen Form geben wird, wenn es nicht gelingt, die jüngeren Generationen mit neuen und zeitgemäßen Formaten zu begeistern. Schade, wenn die alten Formate und Rituale des klassischen Konzertbetriebs die jüngere Generation davon abhalten, den schier unermesslichen Reichtum zu entdecken, der uns mit der klassischen Musik in den letzten Jahrhunderten vermacht worden ist.

Die meisten Kontakte mit klassischer Musik stammen heutzutage – wen wundert’s – aus der Werbung und aus Filmen. Soweit ich es recherchieren konnte, habe ich auch stets versucht, solche Bezüge mit in die Beschreibungen aufzunehmen. Viele sagen, wenn sie eines der Stücke hören: „Kenne ich irgendwoher“, und dann kann man fast sicher sein, dass es in Film und Fernsehen als Hintergrundmusik eingespielt wurde. Bei dem wunderbaren langsamen Satz aus dem Klarinettenkonzert von Mozart sagte mal jemand, er kenne das Stück: das sei eindeutig die Filmmusik von „Jenseits von Afrika“ …

Dieses Buch ist kein Ratgeber für klassische Musik, auch keine Enzyklopädie und schon gar kein Lehrbuch. Es ist eine persönliche Sammlung von Musikstücken, die sich in meinen Lieblings-Playlists finden und mich schon mein ganzes Leben hindurch treu begleitet haben. In den verschiedenen Kategorien, wie Klaviermusik, Kammermusik, Musik für Soloinstrumente und Orchester, Opernarien usw. stelle ich jeweils meine Top Ten vor. Dazu erzähle ich ein wenig über die Entstehung, über die Komponisten, warum diese Stücke mein Herz berühren, mich immer wieder – auch nach dem hundertsten Hören – begeistern, Gänsehaut erzeugen oder einfach nur dazu beitragen, dass ich mich besser fühle. Natürlich wird es Leser (bzw. Hörer) und vor allem Kenner der klassischen Musik geben, die ganz andere Stücke in die Bestenliste eintragen würden. Aber ich hoffe, dass auch diejenigen, die sich schon in der klassischen Musik auskennen, vielleicht die eine oder andere Anregung bzw. ein neues, noch unbekanntes Musikstück in dieser Sammlung finden.

Ich bin sicher, dass klassische Musik eine Bereicherung für noch sehr viel mehr Menschen darstellen kann – wenn man etwas Neugier mitbringt und einige Stunden investiert, um in dieser Auswahl zu stöbern. In Zeiten von Youtube, spotify, Apple Music, Deezer und dergleichen dürfte es keine Mühe machen, gute Aufnahmen dieser Stücke zu finden. Vielleicht gibt dieses Buch ja eine Anregung zu der einen oder anderen neuen Playlist. Vielleicht gelingt es mir auch, die vorgestellten Musikstücke in diesen Medien als Playlisten frei zugänglich zu machen.

Es gibt aber noch einen weiteren Grund, warum ich dieses Buch veröffentliche. Ungezählte Buchläden sind voll von Ratgebern, die das verborgene Potential von richtiger Ernährung, Meditation, Selbsterkenntnis anpreisen bzw. den Weg zu einem besseren Leben beschreiben. Mich wundert immer wieder, dass die riesige Kraft, die in der Musik – und in der Beschäftigung mit Musik – liegt, noch immer darauf wartet, einem größeren Kreis erschlossen zu werden und als das wahrgenommen zu werden, was es ist: eine wunderbare Bereicherung für das gesamte Leben, ein Weg zu mehr Ausgeglichenheit und innerer Ruhe. Im Kapitel „Musik und Entspannung“ werde ich ein Beispiel vorstellen, was ich unter der Verbindung von klassischer Musik und Entspannung verstehe. Jeder, der z. B. den 3. Satz der 3. Klaviersonate in h-moll von Chopin – eines meiner Lieblingsstücke – einmal gehört hat, wird verstehen, warum Musik hören auch eine Form der Meditation sein kann …

Schon lange ist bekannt, dass Musik darüber hinaus auch heilende Wirkung hat; vor allem bei neurologischen Krankheiten – nach einem Schlaganfall, bei Parkinson oder Alzheimer. Menschen in Altersheimen litten, wie in verschiedenen Studien nachgewiesen wurde, weitaus geringer an Depressionen, wenn man ihnen täglich ihre Lieblingsmusik vorspielte.

Auch nicht gerade neu ist die Erkenntnis, dass Musik im Allgemeinen und klassische Musik im Besonderen sich positiv bei Schwangeren auswirkt. Durch Musik können schon bei Ungeborenen wichtige Nervenverbindungen geknüpft werden, die sich beispielsweise positiv auf die Sprachentwicklung auswirken.

Im Kapitel „Die heilende Wirkung von Musik“ wird dieser Aspekt näher beleuchtet.

Die Stücke, die in diesem Buch vorgestellt werden, sind fast durchgehend ruhiger oder sogar meditativer Natur. Oder anders ausgedrückt: Es handelt sich um Musikstücke, deren Grundstimmung nahe an der Stille ist. Das mag jetzt vielleicht etwas prosaisch klingen, aber ich hoffe, jeder versteht was ich damit meine. Mit dem Titel des Buchs „Musik kommt aus der Stille“ vom Pianisten Andras Schiff wird es sehr schön ausgedrückt.

Natürlich gibt es noch viel mehr großartige klassische Musik, die aber teilweise so komplex, dramatisch oder wuchtig ist, dass sie das vorgenannte Auswahlkriterium nicht erfüllt. Die späten Beethovensonaten sind z. B. monumentale Werke der Musik, aber erschließen sich nicht für jeden Zuhörer auf Anhieb oder werden vielleicht als zu anspruchsvoll empfunden. Das hat nichts damit zu tun, dass diese Musik nicht schön ist oder nicht auf den Zuhörer wirken kann, aber der Schwerpunkt soll in diesem Buch einfach auf Stücken mit einem überwiegend ruhigen Charakter liegen. Die Playlisten sollen somit geeignet sein, z. B. auf dem Weg zur Arbeit (im Auto oder in der Bahn) gehört zu werden. Ich kann mir jedenfalls kaum vorstellen, dass sich jemand im Auto – na, sagen wir mal – die zweite Symphonie von Rachmaninoff anhört. Kann ja sein, aber mir wäre es schlicht und einfach zu anstrengend …

Das soll um Himmels willen nicht bedeuten, dass es sich in dieser Auswahl nur um sogenannte „Fahrstuhlmusik“ handelt, also Musik, die nur den Sinn hat, in Hotels oder Arztpraxen im Hintergrund zu plätschern. Leider hat dieses Schicksal ja etliche bekannte klassische Musikstücke ereilt, oft sogar noch in besonders „weichgespülten“ Versionen. Nein: Im Mittelpunkt steht hier einfach nur RUHIGE Musik – denn ich finde, die Welt, in der wir leben, ist schon laut genug.

Ich hoffe, ich kann mit diesem Buch (noch mehr) Lust auf klassische Musik machen.

2. Einleitung

„Über Musik zu schreiben, das ist, wie über Architektur zu tanzen“, hat angeblich Frank Zappa einmal gesagt. Die ersten Fragen, die sich mir beim Schreiben dieses Buches gestellt hatten, waren:

– Welche Stücke wähle ich aus? Nach welchen Kriterien?

– Wie ordne ich die Auswahl?

– Was könnte Leser*innen/Zuhörer*innen wirklich interessieren?

Vor einer ähnlichen Fragestellung müssen die Verantwortlichen um Carl Sagan gestanden haben, als sie die beiden Datenplatten bestückt haben, die an Bord der beiden Raumsonden Voyager 1 und 2 im Jahr 1977 ins All geschossen wurden, in der Hoffnung, dass diese Sonden eines Tages außerirdischen Lebensformen Zeugnis ablegen über die Menschheit (die dann möglicherweise gar nicht mehr existieren wird) und deren Kultur und Entwicklung. Gut 40 Jahre später haben die beiden Sonden den interstellaren Raum erreicht, senden aber aus einer Entfernung von über 18 Milliarden Kilometer immer noch Daten an die NASA. Auf den sogenannten Voyager Golden Records – die für die Außerirdischen mit einer Bedienungsanleitung in Form von Symbolen versehen wurde – befinden sich neben Grußbotschaften Geräusche von Wind, Donner und Tieren und natürlich auch Musik: u. a. Stücke von Bach, Mozart und Beethoven (welche das genau waren, dazu später noch mehr). Zu meiner Beruhigung durfte ich feststellen, dass unabhängig von dem Wissen um die Golden Records fast alle diese Stücke bereits in meinen Listen Eingang gefunden hatten …

Ich habe mich entschlossen, nicht nach Alphabet oder Zeitalter auszuwählen, sondern einfach Top Ten-Listen zu bilden. Zu den meisten der Stücke werden ein paar Hintergrundinformationen, etwas zur Entstehungsgeschichte, dem Komponisten oder auch dem Aufbau oder den Besonderheiten mitgegeben. Dabei kommt es mir nicht auf Vollständigkeit an und Exaktheit an; es gibt auch keinen chronologischen Aufbau oder aufeinander aufbauende Kapitel.

Die Stücke sind nach Musik für Klavier, Soloinstrumenten mit Orchester, Sinfonischer Musik, Opern und Kammermusik sowie geistliche Musik eingeteilt. Innerhalb der Kapitel wird teilweise noch nach einzelnen Komponisten unterschieden – dabei hat mir zugegebenermaßen etwas das Herz geblutet, Komponisten wie Schumann und Schubert in eine Liste zu „pressen“. Ich bitte, dies nicht als Geringschätzung aufzufassen, sondern als den Versuch, wirklich nur eine Auswahl der allerschönsten Stücke aufzulisten.

Ein weiteres Kapitel ist einer Auswahl gewidmet, die zu bestimmten Anlässen oder Stimmungslagen, die meiner Meinung nach schönsten Stücke auflistet. Wer also keine Lust hat, sich durch die vorangegangenen Kapitel inspirieren zu lassen, oder dem das vielleicht zu viel ist, ist hier möglicherweise besser aufgehoben. Hier sind übrigens auch Stücke zu finden, die nicht nur als ruhig oder langsam charakterisiert werden können. Zu guter Letzt habe ich noch eine Extra-Liste (sozusagen mit dem „Besten vom Besten“) im Schlusskapitel aufgeführt. Diese Auswahl ist für diejenigen, denen das Angebot immer noch zu groß oder verwirrend ist oder – für die NASA, falls nochmals eine Voyager-Sonde ins All gesendet werden sollte …

Wer sich gerne näher mit den Hintergründen und Fakten beschäftigen möchte, warum die Beschäftigung mit Musik in vielen Aspekten positive oder sogar heilende Wirkung haben kann – als Vorbeugung zu Alzheimer, pränatale Unterstützung des ungeborenen Lebens und wirksame Begleitmaßnahme bei vielen neurologischen Krankheiten – sollte sich das Kapitel 10 ansehen.

Auf jeden Fall möchte ich dazu einladen, Musik zu erkunden als Bereicherung und wahrhaftig wunderbare Dimension unseres Daseins.

3. Musik für Klavier solo

Zugegebenermaßen ist das Klavier meine Leidenschaft. Kaum ein Instrument ist meiner Meinung nach (ok, ich gebe es zu, ich bin da etwas parteiisch …) so vielseitig wie das Klavier; die Anzahl der Stücke, die für Klavier geschrieben wurden, ist schier unerschöpflich. Dies ist wohl auch der Grund dafür, dass die meisten Top Ten-Listen in diesem Buch mit dem Klavier in Verbindung stehen.

Übrigens wird der Flügel, der heute bei Konzerten und Aufnahmen zum Einsatz kommt, ungefähr seit Mitte des 19. Jahrhunderts in dieser oder ähnlicher Bauweise produziert. Davor war es das Hammerklavier bzw. noch früher das Cembalo, für das die Stücke geschrieben waren. Der Unterschied ist, dass beim Cembalo die Saiten nicht mit einem Hämmerchen angeschlagen werden wie beim Klavier, sondern mit einem sogenannten Kiel gezupft werden. Der Tastendruck hat beim Cembalo keinen Einfluss auf die Lautstärke des Tons. Gegen Mitte des 18. Jahrhunderts fand das sogenannte Hammerklavier Verbreitung. Die wesentliche Verbesserung vor allem im Klangbild wurde um 1860 erzielt mit der Verwendung von gusseisernen Rahmen, die eine höhere Spannung der Saiten ermöglichten. In Verbindung damit wurden die Saiten kreuzweise gespannt und außerdem der Tonumfang (also die Anzahl der Tasten) erheblich erweitert.

Der heutige Klang der Aufnahmen von Klaviermusik wird übrigens von Steinway Flügeln dominiert (nur in Ausnahmen kommt ein Flügel von Bösendorfer oder Bechstein zum Einsatz), dessen Klang sehr klar und prägnant ist. Ich persönlich finde das etwas schade, weil diese Monokultur ja nicht unbedingt dem unterschiedlichen Charakter der Musik entspricht. Es gibt allerdings auch Ausnahmen: Ich erinnere mich an ein Konzert in der Kölner Philharmonie vor einigen Jahren von Andreas Schiff, der Mozart Klavierkonzerte auf seinem Bechstein Flügel darbot. Fast etwas befremdlich wirkt heute, wenn die Musik auf Originalinstrumenten wie dem Cembalo dargeboten wird, weil das mittlerweile gewohnte Klangspektrum dann irgendwie zu fehlen scheint (obwohl z. B. J. S. Bach natürlich kein Flügel, sondern nur ein Cembalo zur Verfügung stand …)

So, aber jetzt genug der Vorreden, nun endlich zur Hauptperson dieses Buches: der klassischen Musik!

Playlist 1: Klaviermusik von Bach und Zeitgenossen

1                Soloinstrumente

Klavier

Nr.

Titel

 

1

Bach: Goldberg Variationen: Aria

BWV 988

2

Bach: Präludium Nr. 8 aus Wohltemp. Klavier I

BWV 853

3

Bach: Die Kunst der Fuge, Nr. 1 Contrapunctus

BWV 1080

4

Bach: Präludium Nr. 22 aus WTK1

BWV 867

5

Bach: Partita Nr. 2, Sarabande

BWV 826

6

Couperin: Les ombres errantes

4. Buch, 25. Ordre

7

Rameau: 2. Buch, V. Le Rappel des oiseaux

RCT 2

8

Scarlatti: Sonate b-moll

K.87

9

Händel: Hapsicord Suite 2, Adagio

HWV 427

10

Bach: Aria variata (alla maniera italiana)

BWV 989

Johann Sebastian Bach (1685 – 1750)