Bessere Gesundheit - Richard W. Eder - E-Book

Bessere Gesundheit E-Book

Richard W. Eder

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Beschreibung

Der Arzt Richard W. Eder hat sein medizinisches Wissen, das er in jahrzehntelanger praktischer Arbeit gesammelt hat, in einem Kompendium niedergelegt. Es sind fast 500 Seiten, auf denen die Themen Operationen, Impfungen, Medikamente, Hormone, Zähne, Adipositas und Diäten, Alkohol, Rauchen, Sport, Herz, Krebs, Demenz, und Medizinische Studien abgehandelt werden. Es ist ein Leitfaden für alle, die sich um ihre eigene Gesundheit kümmern wollen. Die Informationen werden durch fast 1.000 Verweise auf Quellen abgesichert und können zu weiterführenden Forschungen dienen.

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Seitenzahl: 586

Veröffentlichungsjahr: 2018

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Einführung

Es gibt Dutzende allgemeinverständliche Bücher über Gesundheit, Altwerden und Krankheitsprophylaxe. Augen, Haut, Brust, Prostata und diverse andere Organe werden darin abgehandelt. Tatsächlich existieren diesbezügliche Werke über nahezu sämtliche Körperteile in großer Zahl.

Warum ein neues Buch?

Weil das Ziel nicht nur gesündere Augen, Haut, Brust oder Prostata sein kann, sondern der ganze Körper soll sich einer besseren Gesundheit erfreuen, denn wem nützt eine gesunde Haut, wenn andere Körperteile darben.

Ich bin der unerschütterlichen Meinung, eine auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basierende umfassende Prophylaxe könnte jedem oder zumindest vielen mehr Lebensqualität schenken und wahrscheinlich dem Tod um Jahre ein Schnippchen schlagen. Mein Traum ist, den ich hoffentlich zu verwirklichen weiß, in jedem der folgenden 13 Abschnitte einen kleinen Hinweis zur Verbesserung Ihrer Gesundheit anzubieten. Was dort aufgeführt ist, sollte man als gesundheitsbewusster Erdenbürger kennen.

Ich wende mich an Personen, die ihr Leben selbst gestalten wollen, und dies nicht anderen überlassen. Die auch persönlich Verantwortung in einer aufgeklärten Gesellschaft übernehmen wollen und nicht nur den Meinungen mehr oder weniger prominenter, aber meist medizinisch Unwissender, hinterherlaufen.

Der Aufbau dieses Buches unterscheidet sich deutlich von anderen.

Es enthält 697 durchnummerierte Absätze. Sie beinhalten Fakten, die Ihnen nützlich sein können, um beispielsweise beim Arztbesuch oder empfohlenen Operationen, Medikamenten, Impfungen usw. mitreden zu können und nicht nur passiv staunend den Worten des Weißkittels zu lauschen.

Bis auf wenige Ausnahmen wird keine Therapie empfohlen. Sie bekommen demnach in diesem Buch keine Hinweise, wie diverse Krankheiten optimal zu behandeln wären. Allerdings erhalten Sie reichlich Informationen, an denen Sie leicht erkennen, welche Maßnahmen sinnvoll sind und welche besser nicht zur Anwendung kommen sollten. Sie werden anhand dieser Hinweise selbst eigenverantwortlich entscheiden können, was für Sie persönlich der beste Weg ist, wie SieIhr zukünftiges Leben gestalten wollen.

In allen Abschnitten erhalten Sie Anhaltspunkte, wie Sie Krankheiten vermeiden können. Explizit natürlich in den Kapiteln Adipositas, Alkohol, Rauchen und Sport. Das Vermeiden von Krankheiten ist der wichtigste Schritt, bestehende zu heilen ist ungleich schwieriger.

Alles was Sie in dem Buch lesen, ist durch Quellen belegt, die in den zahlreichen Literaturangaben und Hinweisen aufgeführt sind und demnach bei Interesse auch nachgeschlagen werden können.

Der Problematik von Studien ist ein eigenes Kapitel gewidmet, das letzte. Soviel darf schon jetzt angemerkt werden, Studien sind nicht gleich Studien. Es gibt gute, aber mindestens ebenso viele schlechte. Studien sind immer mit einer ausgeprägten Skepsis zu betrachten. Das fällt umso leichter, wenn man weiß, dass beispielsweise bei einer Medikamententestung ein Wissenschaftler das Arzneimittel als gut bewerten kann, ein anderer als ungenügend. Trotz aller Schwächen und Unzulänglichkeiten sind Studien notwendig, und das nicht nur bei Medikamenten, sondern bei Maßnahmen jeglicher Art, auch nichtmedizinischen. Aber wie gesagt, Studien sind mit Vorsicht zu beurteilen und nicht euphorisch als der Weisheit letzter Schluss. Dieser Grundsatz gilt selbstverständlich auch für die in diesem Buch erwähnten Arbeiten.

Noch einmal, dies ist kein Therapiebuch, sondern eine Hilfestellung, die Ihr Leben dadurch verändern kann, weil Sie es nach Kenntnis von Fakten und Zusammenhängen selbst verändern.

Sie könnten jetzt anführen, in unserem Kulturbereich habe die Lebenserwartung der Menschen zugenommen, warum also sollten Sie sich noch zusätzlich durch ein „Gesundheitsbuch“ quälen? Das mit der Steigerung der Lebenserwartung ist zwar richtig, obwohl trotz extrem hoher Gesundheitskosten die Lebenserwartung der Deutschen nur im Mittelfeld liegt. Zudem gehen die gewonnenen Lebensjahre gleichzeitig mit einem Verlust an gesunden Jahren einher, wie die renommierte medizinische Fachzeitschrift „The Lancet“ im Jahr 2012 publizierte. Wir werden älter, verleben aber längere Zeit in Krankheit und Siechtum als in früheren Jahren. Das Sterben ist langsamer geworden, es dauert länger.

Das körperliche Leid kommt in unserem Kulturkreis vor allem durch die sogenannten Zivilisationskrankheiten.

Das sind zum einen die bösartigen Tumore (Krebs), zum anderen die Herz- und Kreislauferkrankungen, die zusammen die meisten Menschen unter die Erde bringen.

Des Weiteren ist noch die Demenz anzuführen. Der geistige Abbau geht bis zur völligen Unselbständigkeit. Alltägliche Verrichtungen können nicht mehr allein ausgeführt werden, nahe Angehörige bleiben unerkannt. Am Schluss steht das Dahinvegetieren in einem Pflegeheim. Nicht wenige Menschen fürchten Demenz-Erkrankungen mehr als den Krebs.

Falls es Ihnen gelingt, diese drei Leiden in Schach zu halten, oder gar zu vermeiden, werden Sie mit großer Wahrscheinlichkeit ein gesegnetes Alter erlangen und das bei guter Gesundheit. Eine extrem belastende Pflege wird Ihren Angehörigen erspart, ebenso das Pflegeheim Ihnen selbst.

Aber, um diese Krankheiten zu verhindern, müssen Sie bereit sein, selbst an sich zu arbeiten, andere können dies nicht für Sie tun. Und dazu möchte ich mit meinen Hinweisen einen bescheidenen Beitrag leisten. Die Hauptarbeit ist von Ihnen selbst zu erbringen, sie kann nicht delegiert werden.

Es ist ein unumstößliches Gesetz, nur wir selbst können unsere Gesundheit bewahren, um den 30.000 bekannten Krankheiten möglichst zu entgehen. Jeder einzelne ist für sein Wohlergehen verantwortlich, niemand anderes. Kein Arzt der Welt kann uns heilen, nur wir selbst. Der Arzt kann unserem Körper durch seine Therapie bescheidene Impulse zur Selbstheilung anbieten, mehr nicht. Die Heilung jedoch geschieht durch uns. Und wenn wir dazu nicht mehr in der Lage sind, sterben wir.

Den Grundsatz, den Sie ständig vor Augen haben sollten, und von dem ich Ihnen empfehle, dass er auch Ihre Lebensmaxime wird, geht auf den Anthropologen Ashley Montagu (1905 bis 1999) zurück:

„Das Ziel im Leben ist, so jung wie möglich zu sterben, und das so spät wie möglich!“

I. Operationen

1

Lassen Sie mich mit den Operationen und dem damit verbundenen Krankenhausaufenthalt beginnen. Gerade beim Krankenhausaufenthalt können sich durch Unkenntnis nicht korrigierbare Fehler einschleichen. Ich will versuchen, Sie davor zu bewahren.

Trotz gesundem Lebensstil und Risikomeidung, chirurgische Eingriffe können nicht immer umgangen werden. Die Menschen werden heutzutage immer älter und die angebotenen Ersatzteile ständig zahlreicher. Auch nach einem Unfall kann man schnell auf dem Operationstisch liegen.

Der umstrittene, 1997 verstorbene Chirurg Professor Julius Hackethal meinte: „Die beste Operation ist die vermiedene, die zweitbeste die verkleinerte große!“

2

Suchen Sie nur dann ein Krankenhaus auf, wenn es wirklich unbedingt erforderlich ist. Ich gebe Ihnen ein paar gute Gründe, warum Sie diese leider sehr notwendige Einrichtung möglichst meiden sollten.

Eine stationäre Behandlung birgt ihre Tücken. Die Gefahr in einem deutschen Krankenhaus zu sterben, ist bei einer Auslastung von mehr als 92 von 100 Betten, was von der Krankenhausverwaltung und vom Bundesgesundheitsminister gern gesehen werden würde, um 14,4 Prozent erhöht. Jeder 7. Todesfall könnte bei geringerer Belegung verhindert werden.[1]

Das Krankenhauspersonal ist nach offizieller Angabe für eine Auslastung von 85 bis 90 Betten von 100 möglichen kalkuliert.

Je mehr Patienten vom Pflegepersonal betreut werden müssen, desto höher ist die Todesrate innerhalb der ersten 30 Tage. Muss nur ein einziger Patient zusätzlich gepflegt werden, erhöht sich die Sterblichkeit um 7 Prozent.

Haben die Schwestern einen Bachelorabschluss sinkt die Sterblichkeit. Je besser die Schulbildung des Pflegepersonals, desto weniger Tote auf der Station.[2]

2012 wurden in den 501.000 deutschen Krankenhausbetten 18,6 Millionen Patienten behandelt. Der Frauenanteil betrug 55 Prozent.

Die durchschnittliche Bettenauslastung lag bei 77,4 Prozent.[3]Werden Samstage und Sonntage ausgeklammert, so sind stets 85 von 100 Krankenhausbetten besetzt. Die Belegung an diesen Tagen ist aus verständlichen Gründen geringer. Zum einen wollen die wenigsten Menschen am Wochenende stationär aufgenommen werden, da nur eine Notbesetzung existiert, und diagnostisch und therapeutisch der Betrieb auf Sparflamme läuft. Sie warten lieber auf den Montag. Zum anderen sind Patienten beurlaubt, um wenigstens am Wochenende dem tristen Krankenhausbetrieb entfliehen zu können.

Erfolgt aber dennoch die stationäre Aufnahme am Wochenende, so steigt das Sterberisiko gegenüber Wochentagen um 10 Prozent. Noch schlechter sieht die Bilanz an Feiertagen aus. Die Sterblichkeit an Feiertagen erhöht sich innerhalb der ersten 7 Tage um 48 Prozent.[4]

85 Prozent ist die Sollmarke für die Bettenbelegung, die laut Politik unbedingt realisiert werden muss. Bleiben die Wochenenden unberücksichtigt, so ist dieses Ziel bereits erreicht. Das bedeutet, dass unter der Woche die Belegung weit über 90 Prozent sein muss, um sich dieser Quote zu nähern, was – wie oben beschrieben – die Sterblichkeit nachdrücklich erhöhen würde.

Bei einer nächtlichen oder am Wochenende stattfindenden Aufnahme eines Herzinfarktpatienten dauert es heute schon 15 Minuten länger als tagsüber bis der Patient im Herzkatheterlabor behandelt wird. Einer von 29 Todesfällen könnte bei zügigerer Aufnahme verhindert werden, was allerdings nur bei einer entsprechenden personellen Besetzung erreicht werden kann.[5]

In Großbritannien werden im Gegensatz zu Deutschland am Wochenende geplante Operationen durchgeführt. Bei diesen Eingriffen ist die Sterblichkeit gegenüber Wochentagen um 82 Prozent erhöht.[6]

Ob dies ebenso auf Notfalloperationen am Wochenende zutrifft, die selbstverständlich in Deutschland auch stattfinden, ist die Frage. Unwahrscheinlich ist eine erhöhte Sterblichkeit sicher nicht, da die Bedingungen von geplanten Wochenend-Operationen erst recht auf ungeplante, notfallmäßig ausgeführte, zutreffen.

Wenn alte Menschen die Notfallambulanz, aus welchen Gründen auch immer, aufsuchen, ohne dass sie stationär aufgenommen werden müssen, also nicht im Krankenhaus verbleiben, erhöht sich ihr Risiko, dass sie eine Infektion mit nach Hause nehmen, um den Faktor drei.

Die meisten Erreger werden durch Händeschütteln übertragen. Und das nicht nur im Krankenhaus. Vermeidet man in der Grippezeit Händeschütteln, könnten viele Infekte verhindert werden. Und das sind laut Weltgesundheitsorganisation 80 von 100. Die Weltgesundheitsorganisation (World Health Organisation = WHO) ist eine Sonderorganisation der Vereinten Nationen mit Sitz in Genf, die sich weltweit um die Gesundheit der Menschen kümmert.

In Nordrhein-Westfalen haben verschiedene Kliniken das ärztliche Personal per Dienstanweisung verpflichtet, Ringe und Uhren während der Arbeitszeit abzulegen und auf das Händeschütteln zu verzichten.[7]

In Krankenhäusern sind gefährliche, zum Teil lebensbedrohliche Mikroben häufig anzutreffen. Sie befinden sich an den Händen der Kranken und des Personals, an Gegenständen wie Betten, Liegen, Nachtkästchen, Toiletten, Wasserhähnen, Lichtschaltern, Türgriffen, einfach überall. Bei Krankenbesuchen ist es ratsam, mit dem Händeschütteln zurückhaltend zu sein, zum Wohl der anderen und zum eigenen.

Unmittelbar nach dem Verlassen des Krankenhauses müssen in eigenem Interesse immer die Hände gereinigt werden. Ist dies nicht mit Wasser und Seife möglich, was die meisten Erreger entfernen würde, so ist der Gebrauch von flüssigen Desinfektionsmitteln oder desinfizierenden Feuchtigkeitstüchern zu empfehlen. Das ist jedenfalls besser als gar nichts zu tun und sich mit seinen „Krankenhaushänden“ ans Steuer zu setzen oder ein Cafe aufzusuchen.

In der kalten Jahreszeit sollte jedermann zum Eigenschutz das Händeschütteln unterlassen. Das ist nicht immer leicht und wird unter Umständen als Unhöflichkeit ausgelegt. Trotzdem, zum Selbstschutz ist es erlaubt, nein notwendig, sich neben einer gängigen, aber nicht gerade gesundheitsfördernden Etikette zu bewegen. Wenn Sie sich mit Unhöflichkeit einen Virusinfekt und mehrere Tage Fieber ersparen, dann seien Sie eben unhöflich. Jedenfalls ist dies besser als höflich krank zu werden.

Nebenbei: Ich bin mir selbstverständlich darüber im Klaren, dass Krankenhäuser nicht mit Hotels verglichen werden können.

Lassen Sie mich dennoch ein paar Zahlen zu deren Bettenauslastung erwähnen. 2012 waren im Durchschnitt 66 von 100 Betten der deutschen Hotels belegt.[8] Würde die Auslastung 75 von 100 Betten betragen, der Jubelschrei der Hoteliers wäre nicht zu überhören.

Aber es gibt doch einen realen Berührungspunkt Krankenhaus und Hotel: Es ist nicht unüblich, nach ambulanten Operationen noch reiseunfähige, aber nicht pflegebedürftige Patienten, in nahegelegene Hotels einzuquartieren. Und dies aus gutem Grund, die Tageskosten der Hotels, selbst von Spitzenhäusern, betragen einen Bruchteil der von Krankenhäusern.

Die Nachteile einer hohen Bettenauslastung in Krankenhäusern habe ich beschrieben. Ob bei der angestrebten hohen Belegung Sonderfälle, wie größere Unglücke oder Epidemien ausreichend berücksichtigt sind, darf bezweifelt werden. Hoffentlich wird es zukünftig nicht wieder so sein, dass Patienten in unwürdiger Weise auf den Gängen herumliegen und bei Sanitäreinrichtungen anstehen müssen. Nicht vergessen werden darf, Leidtragende einer hohen Belegung sind nicht die den Rotstift schwingenden Politiker, für die auch in einem überbelegten Haus schnell ein Einzelzimmer freigemacht wird, denn etwas anderes ist ihnen verständlicherweise nicht zuzumuten, sondern der ganz normale Patient, der möglicherweise zu einem Zeitpunkt stirbt, an dem er sonst nicht sterben würde.

Dass die jetzige Personaldecke zu dünn ist, um bei einer Bettenauslastung von 90 Prozent mithalten zu können, ist wahrscheinlich. In anderen Ländern stehen mehr Pflegekräfte zur Verfügung, in einigen sogar die dreifache Anzahl. Bei Katastrophen und Epidemien kann auch das Krankenhauspersonal betroffen sein, das dann fehlt. Vollbelegte Häuser hätten dann spürbar eine personelle Unterbesetzung.

3

Je mehr Schwestern und Pfleger eine Klinik beschäftigt, desto geringer ist die Patientensterblichkeit, wie bereits beschrieben. Das ist logisch, denn die Pflege trägt zu einem gerüttelt Maß zur Genesung bei. Steht mehr Pflegepersonal zur Verfügung, kann die Betreuung des Einzelnen individueller gestaltet werden.

Nicht nur die ärztliche Behandlung ist entscheidend, sondern die Pflege ebenfalls, was oft in den Hintergrund rückt.

Man muss sich bei einem Krankenhausaufenthalt wenigstens einigermaßen wohlfühlen können. Klar, zuhause in den eigenen vier Wänden wird es angenehmer sein, aber der stationäre Aufenthalt sollte durch das Umfeld zu keiner zusätzlichen Belastung werden. Die physischen und psychischen Strapazen durch die Therapie sind schon groß genug.

Freundliche, nicht durch Personalmangel gehetzte Pflegekräfte, und ein entsprechendes Ambiente im Krankenhaus werden mehr zur Genesung beitragen als sich die meisten Menschen, selbst Ärzte, vorstellen können. Ist genügend Pflegepersonal vorhanden, werden weniger Patienten stürzen, sich wundliegen, Angstgefühle entwickeln, Thrombosen in den Beinen bekommen und vieles mehr.

Fühlt sich der Patient, aus welchem Grund auch immer unwohl, bedeutet dies Stress. Und Stress ist jeder Heilung abträglich, ja erhöht für sich allein sogar die Sterblichkeit.[9]

Ernstzunehmende Stimmen behaupten, eine patientenintensive Pflege in einem ansprechenden, freundlichen Krankenzimmer trage bis zu einem Drittel zur Genesung bei. Der Aufenthalt in Räumen, in denen man nur mit Widerwillen bleiben will, ist für sich allein gesundheitsgefährdend, auch bei bester ärztlicher Betreuung. Dieses Manko können auch die kompetentesten Ärzte und besten Medikamente nicht wettmachen.

Nebenbei: Vielleicht wäre es nicht falsch, sich bei einem geplanten Krankenhausaufenthalt nach einem Haus mit sehr guter ärztlicher Versorgung anstatt ausgezeichneter – was immer man darunter versteht – aber optimaler Pflege und Umfeld umzusehen, als sich in nicht mehr zeitgemäßen Zimmern unwohl zu fühlen. Gerade unter Berücksichtigung der enormen Bedeutung des Wohlfühlfaktors für die Genesung, ist dieser Gedanke sicherlich nicht abwegig.

4

Bei Personalmangel und damit gehetzten Schwestern und Pflegern kann die Betreuung nicht bestmöglich gestaltet werden, was letztendlich Leben kostet. Und wie die heutige Personalpolitik in vielen Häusern aussieht, brauche ich nicht weiter zu beschreiben.

Das Personal ist bei 28 von 100 Arbeiten mit pflegefremden Tätigkeiten wie Dokumentation, Administration, Logistik, Statistik, Terminverschiebungen, Beschaffung, Hol- und Bringdienste belastet. Das sind bei jeder Pflegekraft immerhin volle 2 Stunden und 10 Minuten pro Tag, die für die eigentliche Krankenpflege fehlen.[10]

Zum Teil irrwitzige Vorschriften mit noch irrwitzigeren Formularen behindern die Patientenbetreuung. Statistiken müssen erstellt werden, die letztendlich keiner sehen will, sondern in irgendeiner Behördenschublade verschwinden.

Nicht noch mehr teure Medikamente müssten an erster Stelle stehen, sondern eine Aufstockung des Personals und der heutigen Zeit entsprechende Räumlichkeiten. Dies könnte die Krankenhaussterblichkeit ohne Nebenwirkungen so senken, wie es therapeutisch schwer erreichbar ist. Durch das Einsparen von Medikamenten könnte sogar manche zusätzliche Stelle geschaffen werden.

Nebenbei: Je kürzer der Krankenhausaufenthalt, desto mehr Arbeit hat das Pflegepersonal, und je älter der Patient, desto größer ist die Gefahr, die Klinik im Sarg zu verlassen.

5

Die Deutsche Gesellschaft für Krankenhaushygiene 2011: „30.000 Patienten sterben im Jahr an Krankenhausinfekten.“ Das sind nahezu 100 Tote pro Tag!

Die Bundesregierung arbeitet mit niedrigeren Zahlen, verwendet jedoch eine veraltete Statistik und klammert Reha-Kliniken und ambulante Operationen aus, um das Ergebnis zu schönen.

Nebenbei: 90 von 100 Deutschen wünschen zuhause zu sterben. Dieser Wunsch wird den meisten Menschen nicht erfüllt, 60 von 100 sterben im Krankenhaus, in Norwegen sind es nur 30 von 100.

6

Nach einer Darm-Operation bekommt jeder 10. Patient eine Wundinfektion. Bei minimal-invasiven, endoskopisch durchgeführten Darmoperationen, treten 7,1 Wundinfektionen auf 100 Eingriffe auf. Sie sind damit ein Drittel seltener als bei offenen Operationen.[11]

Die Infektionsquelle ist der Chirurg. Je besser und routinierter der Operateur, desto weniger Komplikationen hat er.

Diese Erkenntnis veröffentlichte das Deutsche Ärzteblatt im Jahr 2013. Die Konsequenz kann nur sein, dass jeder, bei dem eine Darmoperation ansteht, sich nach einem Krankenhaus umsieht, bei dem endoskopische Operationen an der Tagesordnung sind und nicht nur hin und wieder ausgeführt werden.

Nach einer Schweizer Studie von 2011 haben Chirurgen zwischen 3,7 und 36 Wundinfektionen pro 100 Operationen. Je besser sie sind, desto weniger Komplikationen braucht der Patient zu befürchten. Chirurgen mit hoher Qualifikation sind viel seltener für Wundinfektionenverantwortlich als solche mit geringer.

Wird blutig operiert, kommt es nach dem Eingriff zur Blutarmut (Anämie). Allein dadurch erhöht sich das Sterberisiko.

Nebenbei: Ist der Patient bereits vor der Operation blutarm (anämisch), wird er länger zur Genesung brauchen und hat ebenfalls ein deutlich höheres Sterberisiko. Bei großen Operationen ist die Sterberate bei anämischen Patienten in den ersten 30 Tagen nach der Operation um 42 Prozent erhöht.[12]

7

Im Krankenhaus verbringen alte Menschen die meiste Zeit im Bett liegend. Bereits 3 Tage dieser oft unnötigen und gedankenlosen Immobilisation baut die Muskulatur stark ab. Der ältere Patient verliert in diesem Zeitraum bis zu 40 Prozent mehr Muskeln als ein 25-Jähriger.[13] Ist der alte Mensch nur 7 Tage im Krankenhaus bettlägerig, so hat er den Muskelschwund auch nach einem Jahr noch nicht ausgeglichen.

Senioren ernähren sich im Krankenhaus noch schlechter als zuhause. Meist gibt es keine Kontrolle, was und wie viel gegessen wurde. Das mehr oder weniger benützte Geschirr wird von Hilfskräftenweggeräumt.

Für einen gesunden alten Menschen ist es wichtig, täglich 1 bis 1,2 Gramm Proteine pro Kilogramm Körpergewicht zu erhalten. Diese Forderung der „Deutschen Gesellschaft für Ernährung“ bezieht sich auf Gesunde, und was für Gesunde gilt, gilt umso mehr für Kranke.

Nebenbei: Ab dem 35. Lebensjahr baut jeder Mensch Muskeln ab. Durch Training kann der Abbau verlangsamt, jedoch nicht vollständig verhindert werden.

Ein alter Mensch hat nur noch 30 bis 40 Prozent der Muskulatur eines 25-Jährigen. Eine wesentliche Rolle beim Muskelabbau spielt neben der Immobilisation eine geringe Eiweißaufnahme.

8

Holen Sie sich vor jeder geplanten Operation eine Zweitmeinung ein. Dies gilt für sämtliche Operationen, auch für kleine. In nahezu allen Fällen haben Sie die Zeit dazu. Lassen Sie sich nicht drängen. Suchen Sie niemals den Rat bei jemandem, mit dem Sie nicht ein Gespräch von Angesicht zu Angesicht führen können.

Eine teure, schriftliche Beurteilung nach einem isolierten Zusenden von Krankenunterlagen ohne persönlichen Kontakt durch sogenannte „Kapazitäten“, sollten Sie niemals in Betracht ziehen, auch wenn dies heute in Mode gekommen ist. Nie vergessen werden darf, diese beurteilenden Ärzte sind meist frühere Chefärzte, die in ihrer aktiven Zeit durch häufige Operationen glänzten, was sie jetzt im Ruhestand differenzierter sehen. Nach ihrer Pensionierung erfolgte blitzschnell die Wandlung vom Saulus zum Paulus.

Konkret, eine Operationsindikation nach Aktenlage stellen zu wollen, ist Nonsens. In ihrem eigenen Interesse sollten Sie sich auf so etwas nicht einlassen, sondern mit einem erfahrenen Fachmann sprechen.

Ebenso unsinnig ist die Behandlung durch sogenannte Online-Ärzte. Auch hier besteht keine persönliche Verbindung. Im Wort Behandeln steckt das Wort Hand. Die Hand des Arztes ist noch immer das wichtigste ärztliche Untersuchungsinstrument, obwohl heutzutage die unpersönliche Apparatemedizin der Berührung den Rang abläuft.

Welcher junge Mediziner kann noch eine Leber oder Milz tasten und vor allem sicher beurteilen? Viele sind der Meinung, das würde sich dank Ultraschall-Untersuchung erübrigen!

Allein durch eine „beruhigende, tastende Hand“ kann einem Kranken geholfen werden. Das war seit Bestehen der Menschheit so und hat sich bis heute nicht geändert. Die Berührung kann Schmerzen lindern, Trost spenden und sogar heilen.

Kein Mensch würde allein nach einem telefonischen Kontakt eine teure Reparatur, etwa am Auto, ausführen lassen. Da muss schon der Fachmann zuvor das nicht mehr funktionierende Objekt ansehen. Anders bei der Gesundheit. Hier wird sogar aus fernen Ländern diagnostiziert und therapiert.

Jeder Mensch ist ein Individuum, einmalig auf der Welt. Und er sollte eine individuelle, allein auf ihn zugeschnittene Behandlung erhalten, und so etwas ist nur bei direktem Kontakt und nicht nach Aktenlage möglich.

Zudem ist das Aufsuchen eines zweiten Arztes auch wesentlich billiger als die schriftliche Empfehlung mancher ehemaliger leitender Ärzte, die offensichtlich wirtschaftlich gezwungen sind, ihr ach so „niedriges Ruhesalär“ aufzubessern.

Beispiel: Bei Ihnen steht eine Mandeloperation zur Diskussion. Fragen Sie einen zweiten, niedergelassenen HNO-Arzt, möglichst einen, der selbst nichtoperativ tätig ist. Das ist wichtig, denn Operateure sind mit Operationen großzügiger als Nichtoperateure.

Dass unnötige Operationen keine Seltenheit sind, ist an den häufigen Gelenk- und Wirbelsäuleneingriffen zu sehen.

Eine finnische Studie sah bei einem Meniskusschaden keinen Unterschied zwischen einer Teilentfernung des Meniskus und einer Scheinoperation.[14], [15]

Die Deutsche Techniker Krankenkasse hält Wirbelsäulenoperationen in 4 von 5 Fällen für überflüssig. Dieses für die Operateure ernüchternde Ergebnis veröffentlichte sie im Jahr 2011.

Ach ja, der Bandscheibenvorfall. 50 von 100 Menschen über 50 Jahren haben so einen Defekt. Die meisten bemerken ihn nicht einmal, manche allerdings nur solange, bis sie darauf hingewiesen werden.

Nebenbei: Fernbehandlung verstößt in Deutschland gegen die ärztliche Berufsordnung.

9

In Deutschland wird im Vergleich zu anderen EU-Ländern viel zu viel operiert.

2012 wurden über 15 Millionen operative Eingriffe durchgeführt, davon mehr als 40 von 100 an Patienten über 65 Jahren.[16]

2011 wurden in Deutschland 1,9 Millionen Operationen ambulant ausgeführt.[17]Das sind Eingriffe, nach denen der Patient entweder sofort oder nach einer gewissen Wartezeit nach Hause gehen kann.

Bei ambulanten Operationen, die heute gerade von Kostenträgern (Krankenkassen) propagiert werden, hat der Operateur hohe Unkosten durch Anmietung entsprechender Räume und Beschäftigung von qualifiziertem Personal. Diese Investition kann nur durch Operationen aufgefangen werden. Also wird operiert.

In Kliniken ist es nicht besser. Sind Abteilungen nicht ausgelastet, so werden sie verkleinert. Die Betten bekommt dann, falls sie nicht gestrichen werden, jener Chefarzt, der sie auch belegen kann. Zudem, eine hohe Operationsfrequenz und das Ansehen der Klinik steigt, ebenso das des Chefs.

Die OP-Frequenz eines Hauses ist nicht unbedingt ein Maßstab für Qualität, sondern vor allem ein Surrogat-, ein Hinweisparameter. Sind Mengenangaben von Operationen gefordert, damit diese überhaupt ausgeführt werden dürfen, können sie durch Beugung der Indikation erlangt werden. Man braucht lediglich die Operationsindikation großzügiger stellen, und schon erreicht man die geforderte Anzahl.

Viele chirurgische Chefärzte haben Bonus-Verträge. Damit ist vertraglich abgesichert, je mehr der Chef bzw. seine Abteilung operiert, desto höher ist das Einkommen des Chefarztes. Seit 1995 haben die Bonusklauseln in Dienstverträgen zugenommen. Heute sind sie in 45 von 100 Verträgen verankert.[18]

Boni gibt es in der an erster Stelle im US-Ranking stehenden Mayo-Klinik nicht. Die Ärzte werden pauschal bezahlt und nicht anhand der behandelten Patientenzahl.[19]

Nebenbei: Folgende Pressemitteilung des AOK-Bundesverbandes und des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) wurde am 21.01.2014 in Berlin veröffentlicht: „Während die GKV-Ausgaben für Krankenhausbehandlungen von 2002 bis 2012 um 35 Prozent auf knapp 62 Milliarden EURO gestiegen sind, sind die Investitionen der Länder für die Krankenhäuser um 19 Prozent auf 2,6 Milliarden EURO gesunken.“

GKV bedeutet Gesetzliche Krankenversicherung.

10

Jede Operation ist ein Eingriff, bei dem man sterben kann. Auch die kleinste invasive Behandlungsmethode hat ihre unberechenbaren Gefahren und kann tödlich enden. Eine Operation soll immer nur als letzte aller Möglichkeiten in Betracht gezogen werden.

Sagt ein Chirurg, man könne den Eingriff jetzt ausführen oder noch zuwarten, dann entscheiden Sie sich bitte für später. Vielleicht ist die Medizin in geraumer Zeit sogar so weit fortgeschritten, dass Ihr Leiden ohne chirurgischen Eingriff beherrscht werden kann.

Früher wurde jede Blinddarmentzündung (Appendicitis) – zum Teil notfallmäßig mitten in der Nacht – operiert. Selbst sehr alte Menschen kamen unters Messer. Heute sieht man das differenzierter und kann durch Gaben von Antibiotika die Operation sogar vermeiden.

11

Eine Blinddarmentfernung ist keine schwierige Operation, weshalb die Operationsindikation großzügig gestellt wird. Unter Aufsicht dürfen chirurgische Assistenten bereits im ersten Jahr ihrer Ausbildung diesen Eingriff ausführen. Die Operation ist einfach, die Diagnose Blinddarmentzündung dagegen nicht.

Nebenbei: Wird vor dem 20. Lebensjahr der Blinddarm entfernt, so steigt das Risiko für einen Herzinfarkt im frühen Erwachsenenalter um ein Drittel.

Erfolgt bis zum 20. Lebensjahr das Entfernen der Mandeln, so erhöht sich das spätere Herzinfarktrisiko um nahezu die Hälfte.[20]

12

Zwischen 2005 und 2011 hat die Gesamtzahl der Operationen um mehr als ein Viertel zugenommen.[21]

Gründe liegen in der Demographie und in verfeinerten Narkose- und Operations-Techniken. Alte Menschen, die früher wegen zu hohem Risiko nicht operiert wurden, können heute bei Risikoreduktion operativ behandelt werden. Die perioperative Sterblichkeit ist deutlich geringer als noch vor Jahren.

13

Eine Krebsgeschwulst muss unbedingt in „No-Touch-Isolation“ entfernt werden. Sie besagt, der Tumor ist wie ein rohes Ei zu behandeln. Er muss im Ganzen und nicht stückchenweise herausgeschält werden. Dabei darf er weder gedrückt, noch gequetscht werden. Geschieht das nicht und wird „grob“ operiert, so sind im Blut vermehrt Tumorzellen nachweisbar, und die Chance des Patienten, seine Krebskrankheit zu besiegen, verringert sich dramatisch.

14

Die „Da Vinci-Operation“ ist eine Operation durch einen Roboter. Neben dem Roboter sind noch zwei Chirurgen anwesend. Einer bedient das Gerät, während der zweite die Tätigkeit des Roboters direkt am Patienten überwacht.

Vorteile der Roboter-Operation sind ein kürzerer stationärer Aufenthalt, ein geringerer Blutverlust und ein insgesamt schonenderer Eingriff gegenüber der konventionellen Operationsmethode.

Nachteile sind die lange Operationsdauer und die hohen Kosten. Zudem ist diese Operation nur in speziellen Zentren möglich, die in Deutschland dünn gesät sind.

Angewendet wird die Da Vinci-Operation vor allem bei Prostataentfernungen sowie bei Nieren- und Blasentumoren.[22]

15

Das Operationsteam soll bei der Operation nur sprechen, wenn unbedingt nötig!

Laute Operationssäle sollten der Vergangenheit angehören. Ist der Patient einem solchen unruhigen Operationssaal ausgesetzt, verringern sich seine Chancen, ohne Komplikationen, insbesondere ohne Infektion, das Krankenhaus zu verlassen.

Nebenbei: Die Medizinische Hochschule Hannover untersuchte den Lärmpegel in Operationssälen. Sie maßen 63 Dezibel, was der Lautstärke eines Motorrasenmähers entspricht.[23]

16

Viele der weltweit handgeführten chirurgischen Instrumente stammen aus Pakistan. 70 von 100 der pakistanischen Firmen sind in England registriert.

Die Instrumente werden nicht selten von 7 bis 12-jährigen Kindern gefertigt.[24] Hauptabnehmer dieser Produkte sind die USA und Deutschland.

Bei Kontrollen wurden 12 von 19 Instrumenten beanstandet. Sie hatten beispielsweise scharfe Kanten, die kleine Löcher in die OP-Handschuhe reißen und so die Sterilität aufheben. Kommt es bei Eingriffen zu Komplikationen, wird alles Mögliche als Ursache herangezogen, nur selten die vielleicht dafür verantwortlichen Operationsinstrumente. Die bleiben immer unberücksichtigt.

Auf dem Markt sind auch Operationsinstrumente, die nach einmaligem Gebrauch vernichtet werden. Sie gelangen steril verpackt zum Operateur. Ob die besser sind als mehrfach benutzbare und damit sterilisierbare Artikel, ist fraglich.

Eine Instrumentensterilisation in einem Krankenhaus wird als hygienisch einwandfrei angesehen, obwohl das leider nicht immer zutrifft.

Aber sind die Einmalinstrumente aus dem Ausland tatsächlich steril? Eine Nachprüfung auf Keimfreiheit ist nicht möglich, dabei müsste die Sterilität aufgehoben werden. Treten nach Operationen Infektionen auf, wird in den seltensten Fällen an die Instrumente gedacht. Bei Einmalinstrumenten schon gar nicht.

Wie sagte der Sprecher der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene Klaus-Dieter Zastrow: „Kontrolliert wird im Grunde nichts!“

Nebenbei: Deutsche Hersteller sind nicht konkurrenzfähig. Sie konzentrieren ihre Fertigung hauptsächlich auf Spezialinstrumente, wie sie beispielsweise beim Facelifting verwendet werden.

17

Fünf von 100 aller Nicht-Herzpatienten erleiden nach operativen Eingriffen außerhalb des Herzens einen Herzinfarkt, vor allem innerhalb von 48 Stunden.

Bei älteren Patienten werden oft künstliche Gelenke eingesetzt. Das Risiko eines Herzinfarkts bei einer Hüftgelenksprothese ist in den ersten zwei Wochen nach der Operation 25-fach erhöht, beim künstlichen Kniegelenk 31-fach.[25]

In Deutschland werden etwa 200.000 künstliche Hüftgelenke pro Jahr implantiert. Innerhalb von 15 Jahren müssen 10 von 100 wegen Prothesenlockerung gewechselt werden. Die Ursache ist oft Metallabrieb. Komplikationen durch Infekte treten in 1 bis 2 von 100 Fällen auf. Sie können auch lange Zeit nach abgeschlossener Wundheilung in Erscheinung treten. Der Patient hat dann das Krankenhaus schon vor Monaten verlassen, kann aber dennoch eine Gelenkinfektion bekommen.

Das Hessische Ärzteblatt 2008: „Trotz aller Bemühungen um hochsterile Operationssäle ist bei der Primärimplantation von Endoprothesen in über 30 Prozent mit einer intraoperativen Kontamination (Infektion) zu rechnen. Damit beginnt ein Wettlauf um den Besatz der Oberfläche (der Prothese) zwischen körpereigenem Abwehrsystem und Bakterien.“ Den Text in Klammern habe ich zum besseren Verständnis eingefügt.

In Deutschland erhielten im Jahr 2010 295 von 100.000 Einwohnern ein künstliches Hüftgelenk, und 213 ein neues Kniegelenk. Unter den OECD-Staaten liegt Deutschland bei den Hüftprothesen an erster und bei den künstlichen Kniegelenken an zweiter Stelle.[26]

In reichen Bundesländern wie Bayern werden diese Operationen häufiger ausgeführt als in ärmeren wie Berlin.[27]

Die OECD (Organisation for Economic Cooperation and Development) mit ihrem Hauptsitz in Paris hat 34 Mitgliedstaaten, die sich nach ihren Statuten zu Demokratie und Marktwirtschaft bekennen.

Nebenbei: Tritt nach einer Operation ein Herzstillstand auf, so ist das eine schwerwiegende Komplikation. Selbst wenn die Reanimation erfolgreich war, stirbt die Hälfte der Patienten am gleichen Tag. Nach 30 Tagen sind mehr als zwei Drittel verstorben.[28]

18

Selten, aber gleichwohl hin und wieder, werden bei Operationen Gegenstände an Stellen zurückgelassen, wo sie nicht hingehören. In etwa 70 von 100 Fällen sind es Bauchtücher, Kompressen oder Schaumstoffe.

Deutlich erhöht ist das Risiko bei Notoperationen, sehr beleibten Patienten, und beim Wechsel des Operationsteams.[29]

Wie häufig geschieht das? Die Zahlen schwanken zwischen 1:1.500 nach Unterlagen einer amerikanischen Versicherung und 1:19.000 nach Klinikangaben.

Eine Operation auf der falschen Seite kommt im Verhältnis von 1:113.000 vor, z.B. das berühmte falsche Bein wird abgenommen.

Manche Patienten markieren vor Amputationen das zu operierende Glied mit einem Bändchen oder einem aufgemalten Kreuz, um die Gefahr einer Verwechslung zu minimieren.

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Mindestens 2 Wochen vor jeder Operation soll unbedingt Vitamin C in einer Dosierung von 1 bis 2 Gramm pro Tag eingenommen werden.

Die weißen Blutkörperchen (Leukozyten) sind für unsere Abwehr unabdingbar. Sie kämpfen gegen Eindringlinge wie Bakterien und Viren, aber auch gegen Tumorzellen. Die weißen Blutkörperchen haben von all unseren Zellen den höchsten Gehalt an Vitamin C. Zudem fördert Vitamin C die Wundheilung, weshalb es auch nach Operationen mindestens bis zur vollständigen Genesung weitergegeben werden soll.

Nebenbei: Die immer wieder beschriebene Nebenwirkung „Nierensteine“ tritt bei oraler Anwendung von Vitamin C praktisch nicht auf. Ich habe sie jedenfalls in jahrzehntelanger Praxis noch nie gesehen, andere Kollegen ebenfalls nicht.

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Kann eine Operation in Lokalanästhesie durchgeführt werden, so soll auch auf diese Weise operiert werden. Die Lokalanästhesie verhindert Wundinfektionen.

Auch bei Allgemeinnarkose bringt die Infiltration des Operationsgebietes mit einem lokalen Betäubungsmittel (Lokalanästhetikum) Vorteile. Diese Maßnahme führt zu einer Reduzierung der Wundinfekte, da Lokalanästhetika antiinfektiös wirken.[30]

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Zur Operation gehört die Narkose. Erst seit die Möglichkeit besteht, Patienten zu narkotisieren, kann in größerem Stil operiert werden. Vorher war die Operation eine Tortur, der sich kaum jemand freiwillig unterzog.

Die erste Narkose wurde von einem amerikanischen Zahnarzt mit Äther durchgeführt.

Eine Allgemeinnarkose birgt Gefahren. Man kann im schlimmsten Fall daran sterben, ohne dass der Chirurg in irgendeiner Form beteiligt war.

Um 1940 lag die Narkosesterblichkeit bei 1:1.600. Bei 1.600 Narkosen war ein Todesfall zu verzeichnen. Haben Patienten keine relevanten Vorerkrankungen so beträgt sie heute 1:250.000. Das heißt, bei 250.000 Narkosen ist ein Todesfall zu beklagen, ohne dass er dem Chirurgen anzulasten ist. In nahezu 50 von 100 Fällen ist eine Überdosierung der Narkosemittel dafür anzuschuldigen.[31]

Diese Zahlen verändern sich nachdrücklich bei Eingriffen in höherem Alter und bei bestehenden Vorerkrankungen. Dann kann die Narkose zu einem nicht zu unterschätzenden Risiko werden.

Um die Narkose zu verstehen, muss man wissen, was eine Narkose ist. Der Mensch kann wach sein, schlafen, komatös oder auch tot sein.

Ist er wach, kann nicht operiert werden, das ist selbstverständlich. Schläft er, wird er beim ersten Schnitt mit dem Skalpell schreiend aufwachen und den Operateur vermutlich attackieren. Im Schlaf kann demzufolge auch nicht operiert werden.

Kurz vor dem Tod kommt das Koma, das ist die dritte Möglichkeit. Das Koma kann reversibel oder irreversibel sein. Beim reversiblen Koma wacht der Patient irgendwann auf, beim irreversiblen tritt in absehbarer Zeit der Tod ein.

In welchem Zustand muss sich der Patient während des Eingriffs befinden, damit der Chirurgarbeiten kann, ohne den Patienten zu quälen? Richtig, er muss sich zwischen Schlaf und Tod in einem reversiblen komaähnlichen Zustand befinden, nur dann kann die Operation ausgeführt werden, ohne dass der Patient durch den Eingriff erwacht oder leidet.

Es gibt Narkosemittel die eine große therapeutische Breite besitzen, wo „etwas mehr“ keine Rolle spielt. Äther ist so ein Narkotikum. Die Äthernarkose wurde früher von einer Narkoseschwester ausgeführt. Sie tropfte den flüssigen Äther auf ein Tuch oder eine Maske, die Mund und Nase des Patienten bedeckten.

Weiterhin gibt es Narkosemittel mit geringem Spielraum, das sind unsere heute üblichen gasförmigen Narkotika. Die Toleranzbreite ist gering, und eine minimale Überdosierung kann bereits den Tod bedeuten.

Das Einführen der neuen Narkosemittel erforderte den „Facharzt für Anästhesie“, denn sie sind wegen der geringen therapeutischen Breite nicht einfach zu handhaben.

Nebenbei: Es gibt keinen allgemein anerkannten Maßstab für die Tiefe der Narkose. Gewiss, es existieren einzelne Parameter, anhand derer der Narkosearzt eine Schätzung vornehmen kann wie Pupillenreflex, Pulsfrequenz und Blutdruck, aber eine absolute Sicherheit zur Narkosetiefe erhält er dadurch nicht.

Das Narkosemittel wirkt zuerst auf das Großhirn ein. Das Großhirn ist entwicklungsgeschichtlich der jüngste Hirnanteil. Es ist die höchstentwickelte Hirnstruktur und nimmt mit seinen Milliarden von Nervenzellen 80 Prozent des Hirnvolumens ein. Gedächtnis, Sprache, Hören, Sehen, Bewusstsein, das alles ist ohne Großhirn unmöglich.

Auch für sämtliche Bewegungen ist das Großhirn in Zusammenarbeit mit dem Kleinhirn zuständig.

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In Deutschland haben 8.000 bis 16.000 Patienten pro Jahr während der Narkose Wachphasen (Awareness-Erfahrungen). Dies tritt 1 bis 2-mal pro 1.000 Narkosen auf.

Es bestehen große Unterschiede im Wahrnehmen der Wachheit. Manche Menschen erleben die Operation bei vollem Bewusstsein, andere registrieren mehr oder weniger deutlich einzelne Aktionen.

Allerdings erleiden 500 Patienten pro Jahr einen so schweren psychischen Schaden, dass sie therapeutischer Hilfe bedürfen.

Am häufigsten reagieren Patienten während einer Operation auf Geräusche, weshalb das Ruhegebot im Operationssaal keine Schikane für cholerische Chirurgen, sondern ein Gebot der Stunde ist. Dem Patienten über Kopfhörer Musik anzubieten, ist kein neumodischer Gag, denn er stellt eine durchaus sinnvolle Maßnahme dar, um Wachphasen zu verhindern.

Eine Aufklärung über mögliche Wachphasen während der Operation ist in Deutschland nicht erforderlich, in unserem Nachbarland Österreich dagegen schon.[32]

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Alle operierten Patienten sind durch das „postoperative Delir“ gefährdet. Man rechnet, dass es 15 bis 50-mal bei 100 Allgemeinnarkosen auftritt. Bei Operierten, die einer Intensivstation bedürfen, ist es in 80 von 100 Fällen nachzuweisen.[33]

Das postoperative Delir zeigt sich Stunden bis 2 Tage nach dem operativen Eingriff. Die Symptome reichen von aggressivem Verhalten mit Herausreißen von Kanülen und Abnehmen von Verbänden bis zu schwer erkennbaren depressiven Zuständen mit Lethargie, Wahnvorstellungen und Angstgefühlen.

Der hyperaktive Zustand mit Agitation ist leicht festzustellen. Sein Anteil liegt bei 15 von 100 Fällen, der Rest sind die schwer erkennbare hypoaktive und die am häufigsten auftretende gemischte Form.

Die Erkrankung muss diagnostiziert und behandelt werden, sonst ist mit Langzeitschäden in Form von geistiger (kognitiver) Einschränkung bis hin zur Demenz sowie mit erhöhter Sterblichkeit zu rechnen.

Über 60-Jährige haben beim postoperativen Delir in 40 von 100 Fällen kognitive Einbußen. Trotz hohem Bekanntheitsgrad dieser Krankheit zeigen internationale Studien, dass das Krankenhauspersonal 84 von 100 Fällen nicht erkennt.[34] Werden sie wahrgenommen, erfolgt trotzdem häufig keine Behandlung, mit all den negativen Folgen für die Patienten.

Die Ursache des postoperativen Delirs ist nicht geklärt. Man nimmt an, dass Medikamente und Entzündungsparameter eine Rolle spielen, während die Allgemeinnarkose an sich angeblich schuldlos sein soll.

Bekommt ein Patient eine Allgemeinanästhesie für diagnostische Zwecke, also ohne operativen Eingriff, so tritt das postoperative Delir seltener auf als bei Allgemeinnarkose plus Operation. Demnach scheint die Arbeit des Chirurgen einen Anteil am postoperativen Delir zu haben.

Disponiert für diese Krankheit sind Patienten, die zuvor schon geistige Einschränkungen hatten.

Das postoperative Delir tritt auch bei Operationen in Lokalanästhesie auf, wenn auch viel seltener. Daraus kann man vielleicht doch ableiten, dass die Allgemeinnarkose an diesem Syndrom nicht so unschuldig ist, wie immer beteuert wird.

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Von 1.000 Operationen sind 167 mit Komplikationen behaftet. Fast die Hälfte tritt erst nach Verlassen des Krankenhauses auf, und das insbesondere in den ersten 14 Tagen nach der Entlassung (Literaturangabe „Kazaure“ in Punkt 23). Kommt es zu Komplikationen, so sterben von 1.000 Betroffenen immerhin 69.

Die Sterblichkeit nach Operationen innerhalb von 30 Tagen liegt in Deutschland bei 25 Toten auf 1.000 Eingriffe, in Rumänien bei 68 und in Polen bei 179.[35]

Es ist nicht gleichgültig, an welchem Tag die Operation stattfindet. Der günstigste ist der Montag. Bereits am Dienstag ist die Sterblichkeit gegenüber dem Montag um 7 Prozent erhöht, am Mittwoch um 15 Prozent, am Donnerstag um 21 Prozent und am Freitag um 44 Prozent.[36] Die Sterblichkeit bei geplanten Wochenendoperationen liegt 82 Prozent über der am Montag, wie bereits ausgeführt wurde.

Anders als die Autoindustrie, von der niemand ein sogenanntes Montagsauto kaufen will, scheinen die Chirurgen am Montag eine exzellente Arbeit zu leisten.

Brustkorboperationen (Thoraxoperationen) sind mit häufigen Komplikationen behaftet, selbst wenn die risikoreichen Herzoperationen ausgenommen werden.

Ist der Patient über 70 Jahre, steigt die Operations-Sterblichkeit pro Jahr um 9 Prozent. Ein 80-Jähriger hat demnach im Vergleich zu einem 70-Jährigen ein fast doppeltes Risiko eine Operation nicht zu überleben.[37]

Natürlich sterben die meisten Menschen an Vorerkrankungen, aber auch die Operation selbst, die Narkose und die Begleitumstände, wie das schon erwähnte postoperative Delir, stellen eine enorme Belastung dar.

Gerade bei alten Menschen sieht man immer wieder, dass sie nach einer Operation in Allgemeinnarkose erkennbar abbauen, und das vor allem geistig (cerebral).

Lange Arbeitszeiten der Chirurgen sind mit mehr Komplikationen vergesellschaftet.

Eine häufige Operation ist die laparaskopische Gallenblasenentfernung, ein minimalinvasiver Eingriff ohne großen Bauchschnitt. Dabei kann der Gallengang verletzt werden, was ein schwerwiegender Fehler ist. Vor der Reduktion der Arbeitszeit auf 80 Stunden pro Woche trat diese Komplikation bei 1.000 Operationen 10-mal auf, danach 4-mal.[38]

Nicht geglückte Operationen wurden schon dem Mond angelastet. Diese These kann nach heutiger Erkenntnis verworfen werden. Unterschiedliche Mondphasen wie Vollmond haben keinen Einfluss auf Komplikationen bei Operationen.[39]

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Tierexperimentelle Studien deuten darauf hin, dass Narkotika Hirnzellen in der Entwicklungsphase schädigen. Defekte wurden vor allem nach Anwendung der Narkosemittel Ketamin und Isofluran nachgewiesen.

Kleinkinder unter 3 Jahren sind durch Allgemeinnarkosen gefährdet. Bei ihnen werden nach Operationen 2,3-mal häufiger Entwicklungsstörungen gesehen als bei Kindern, die nie eine Narkose erhielten.[40]

Dieses 2009 vorgelegte Studienergebnis wurde in weiteren Studien bestätigt. Kinder, die in den ersten drei Jahren Vollnarkosen bekamen, litten doppelt so häufig unter Lernbehinderungen wie andere.[41] Bei ihnen blieben bestimmte Regionen des Gehirns in der Entwicklung zurück, ihr Sprachvermögen war reduziert und ihr Intelligenzquotient (IQ) war geringer.[42]

Ob die Narkose tatsächlich eine negative Auswirkung auf das noch nicht vollständig entwickelte Gehirn hat, wird verschiedentlich –obwohl tierexperimentell belegt – noch immer bestritten. Für die Verhaltensstörungen der Kinder werden nach DiMaggio insbesondere Belastung der gesamten Familie durch das kranke Kind, und die zahlreichen in diesem Alter unüblichen Arztkontakte verantwortlich gemacht. Die Narkose soll angeblich schuldlos sein.

Nebenbei: Beim Erwachsenen erhöht eine Allgemeinnarkose mit nachfolgender Operation das Demenzrisiko um den Faktor zwei.[43] Die Ursache hierfür ist unbekannt.

Wenn bei einem Erwachsenen mit ausgereiftem Gehirn durch Narkose und Operation eine Demenz häufiger auftritt, wieso soll dann ein unreifes Gehirn alles schadlos überstehen?

Tatsache ist, auch heute kennt man noch nicht sämtliche Details der Wirkung von Narkosemitteln. Hier ist noch einiges aufzuklären. Negative Auswirkungen absolut auszuschließen, ohne die Wirkungsweise detailliert erklären zu können, bedeutet voreilige Schlüsse zu ziehen.

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Bei geplanten Operationen, bei denen höchstwahrscheinlich Blut benötigt wird, ist die Eigenblutspende das Mittel der Wahl. Entscheidend ist, dass der Patient durch die Eigenblutspende nicht blutarm zur Operation kommt, denn das würde sein Operationsrisiko vergrößern.[44]

Falls Sie operiert werden müssen, wird Sie jeder Operateur oder Anästhesist diesbezüglich informieren und aufklären. Fremdblut sollte, wann immer möglich, vermieden werden.

Die Fremdblutkonserven sind nicht absolut frei von Hepatitisviren und Aidserregern. Das Risiko einer Krankheitsübertragung ist wohl gering, aber nicht vollständig ausgeschlossen. Das gespendete Blut wird zwar auf Erreger untersucht, die Tests sind aber nicht hundertprozentig. Ist der Spender infiziert, vergehen bis zu 3 Monate, bis die Krankheit durch Labortests nachgewiesen werden kann. Der Erreger befindet sich also im Spenderblut und wird damit auch übertragen.

Nach Angaben der Universitätsklinik Würzburg beträgt die Wahrscheinlichkeit für eine Hepatitis B-Infektion 1:260.000, für Hepatitis C 1:1,4 Millionen und für die Übertragung des HIV-Virus 1:1 Million. Die Möglichkeit zu erkranken, erscheint nach diesen Zahlen klein zu sein. Aber wer erkrankt, den interessieren keine Statistiken, und wenn er infolge einer verseuchten Blutkonserve früher stirbt, schon zweimal nicht. Auch sind die Zahlen nicht mehr so gigantisch hoch, wenn man bedenkt, dass einzelne Patienten 10 und mehr Konserven erhalten. Mit jeder zusätzlichen Konserve steigt das Erkrankungsrisiko.

Ein weiteres Problem ist die mögliche Übertragung von bösartigen Krankheiten. Die Frage ist, kann ein nicht erkannter Krebs eines Spenders auf den Empfänger übergehen? Dies scheint nach heutigem Wissensstand allerdings nicht der Fall zu sein.[45]

Nach Fremdblut-Transfusionen treten jedoch gehäuft Folgekrankheiten wie Blasen- und Lungenentzündung, Wundkomplikationen, Schlaganfall und Herzprobleme auf, denn die fremden Blutzellen irritieren das eigene Immunsystem und schwächen es.[46]

Nebenbei: Nach einem Urteil des Europäischen Gerichtshofes können homosexuelle Männer nach wie vor vom Blutspenden ausgeschlossen werden. Unter den HIV-Positiven befinden sich zu drei Viertel Männer, die mit Männern Geschlechtsverkehr haben.

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2012 wurden laut statistischem Bundesamt in Deutschland 15,7 Millionen Operationen durchgeführt. Nahezu 4,5 Millionen Eingriffe erfolgten an Bewegungsorganen.

Wie schon erwähnt, liegt die Sterblichkeit innerhalb von 30 bis 60 Tagen nach Operationen in Deutschland bei 25 Toten pro 1.000 Eingriffe. Überträgt man diese Zahl auf die durchgeführten Operationen im Jahr 2012, so sind durch die Eingriffe 392.500 Menschen zu Tode gekommen.

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Der Skandal durch minderwertige Silikonbrustimplantate ist noch gut in Erinnerung. In Nordrhein-Westfalen bekamen mehr als 1.700 Frauen die mit Industriesilikon gefüllten Brustkissen implantiert. Der kriminelle Hersteller wurde 2013 von einemMarseiller Gericht zu einer Gefängnisstrafe verurteilt.

Ein zweites gesundheitsschädliches Ärgernis kam durch Metall-Metall-Hüftprothesen. Bei diesen Kunstgelenken bestehen sowohl Hüftkopf als auch Hüftpfanne aus Metall. Der Abrieb von giftigen Schwermetallpartikelchen kann zu vorzeitiger Lockerung der Prothese sowie zu genetischen Veränderungen führen.[47]

Beide Produkte hatten durch das CE-Zeichen eine europäische Zertifizierung. Sie waren damit offiziell zugelassen.

In Europa müssen Medizinprodukte für ihr Inverkehrbringen eine Zertifizierung ausweisen. Unter Medizinprodukten versteht man vieles vom Rollstuhl (Klasse I) bis zu Hüftprothesen und Brustimplantaten (beide Klasse III).

Nach europäischem Recht kann die Zertifizierung in jedem EU-Land bei diversen Stellen erworben werden. Die begehrten, kostenpflichtigen CE-Zeichen sind anscheinend in manchen EU-Ländern einfacher zu erhalten als in anderen.

Dass nach der Zulassung in krimineller Art und Weise mit minderwertigem Material getrickst wurde, steht auf einem anderen Blatt.

In den USA erteilt eine einzige zentrale Behörde die Genehmigung für Medizinprodukte. Die Behörde heißt „Food and Drug Administration (FDA)“ und hat ihren Sitz in Silver Spring, Maryland, USA.

Nebenbei: In Deutschland werden pro Jahr circa 290.000 Schönheitsoperationen durchgeführt. Etwa 45.000 Frauen lassen sich die Brust vergrößern.

Wenn Sie verehrte Leserin, eine Brustvergrößerung wünschen, oder wenn ein neues Hüftgelenk wegen nicht therapierbarer Schmerzen erforderlich ist, dann fragen Sie nach den verwendeten Implantaten. Eher auf der sicheren Seite sind Sie, wenn das Brustimplantat oder das Hüftgelenk auch in den USA zugelassen sind. Eine FDA-Zulassung ist ein zusätzliches Qualitätskriterium.

Gerade bei Hüft- oder Knieprothesen dürfte es ratsam sein, sich genau zu überlegen, ob sie wirklich notwendig sind. Die hohen Operationszahlen im Vergleich zu anderen Ländern sprechen jedenfalls dagegen.

Fazit: Holen Sie sich vor jeder Operation eine Zweitmeinung ein, Notfalloperationen selbstverständlich ausgenommen. Jede andere Operation hat Zeit, auch wenn Ihnen etwas anderes gesagt wird. Jedenfalls die Zeit, die Sie zum Einholen einer Zweitmeinung benötigen. Und vergessen Sie nie, operativ tätige Ärzte operieren gern!

Gehen Sie nur in Krankenhäuser, in denen der bei Ihnen vorgesehene Eingriff alltäglich ist. Für gewöhnlich gilt, je häufiger etwas ausgeführt wird, desto routinierter wird es geschehen, und desto geringer sind die Komplikationen.

Das Nämliche sagt die Pressemitteilung des AOK-Bundesverbandes von 2014: „Wie gut das Ergebnis einer Krankenhausbehandlung ist, hängt eng damit zusammen, wie häufig der Eingriff durchgeführt wird. Das zeigt der Krankenhaus-Report 2014 am Beispiel von planbaren Hüftgelenks-Operationen. Das Fünftel der Krankenhäuser mit den wenigsten Eingriffen weist im Vergleich zum Fünftel mit den meisten Behandlungen eine um 37 Prozent höhere Rate an Wiederholungsoperationen auf.“

Eine hohe Operationsfrequenz – insbesondere in kleinen Häusern – ist mit dem nötigen Vorbehalt zu betrachten, wie unter Punkt 9 dargestellt.

Aber beurteilen Sie das Krankenhaus, das Sie aufsuchen wollen, nicht nur anhand der ärztlichen Leistung, sondern eruieren Sie auch den „Wohlfühlfaktor“, der oben beschrieben wurde. Er trägt mehr zur Genesung bei, als viele Mediziner wahrhaben wollen.

Und vor allem, bleiben Sie nur dann stationär, wenn es unumgänglich ist und keinen Tag freiwillig länger. Was ambulant bei niedergelassenen Ärzten machbar ist, sollte auch dort erfolgen.

Ambulant tätige Ärzte, egal ob Chirurgen, Internisten, Gynäkologen, Allgemein-, HNO-, Haut- oder Augenärzte können eine abgeschlossene Facharztausbildung aufweisen. Das ist ein nicht zu unterschätzender Pluspunkt.

Im Krankenhaus werden zahlreiche ärztliche Tätigkeiten, auch Operationen, von Assistenzärzten wahrgenommen. Viele von ihnen befinden sich in Facharztausbildung, das heißt sie arbeiten in dem Fach wesentlich kürzere Zeit als die Niedergelassenen, die oft ehemalige Oberärzte sind. Als gesetzlich Krankenversicherter haben Sie allerdings keinen Einfluss darauf, wer Sie operiert.

Zum Schluss dieses Kapitels möchte ich Ihnen noch das Ergebnis einer Studie der Unternehmensberatung Bain & Company vorstellen.

Nur 42 von 100 deutschen Klinikärzten würden ihr eigenes Krankenhaus weiterempfehlen, und 25 von 100 würden sogar abraten, ihr Haus aufzusuchen. In Italien, Frankreich und Großbritannien ist die Zahl der Ärzte, die ihre Klinik empfehlen würde, sogar noch deutlich geringer. Sicherlich ein Ergebnis, das zum Nachdenken Anlass gibt, und die Richtigkeit des Satzes bestätigt, dass man nur dann ein Krankenhaus aufsuchen sollte, wenn es unbedingt erforderlich ist.[48]

II. Impfungen

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Es gibt zahlreiche Impfungen, die empfohlen werden. Heute ist in der Medizin vieles machbar, ob alles sinnvoll ist, steht auf einem anderen Blatt. Und diese Aussage bezieht sich nicht nur auf Impfungen!

Bitte erwarten Sie nicht, dass ich dezidiert auf jede mögliche Impfung eingehe. Dies ist kein Impfbuch. Ich werde allgemeine Aspekte und vor allem Probleme vor und nach Impfungen aufzeigen. Ein paar Impfungen werden beispielhaft für andere etwas genauer beleuchtet. Das Resümee aus diesen Ausführungen darf ich dann Ihnen überlassen.

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Im 18./19. Jahrhundert infizierte der englische Landarzt Edward Jenner Kinder mit dem relativ harmlosen Kuhpockenvirus. Er beobachtete, dass diese Kinder nicht mehr an den echten, oft tödlich verlaufenden Pocken, erkrankten. Er wurde von den damals führenden Medizinern nicht anerkannt. Am Ende seines Lebens fragte sich Jenner, ob er mit seiner Impfung nicht etwas Teuflisches in die Welt gesetzt habe.

Nebenbei: Die Nichtanerkennung von Leuten, die dann doch das ärztliche Verhalten beeinflussten, ist keine Seltenheit. Der deutsche Arzt Widukind Lenz, der als erster den Zusammenhang zwischen dem Medikament „Contergan“ und kindlichen Missbildungen in der Schwangerschaft öffentlich aussprach, fand zunächst auch kein Gehör. Aber schließlich reichte die Beobachtung von drei Fällen kindlicher Missbildungen, um das ganze Contergandesaster aufzudecken.

Die Liste der einsamen Rufer, die dann doch recht behielten, ließe sich fast endlos fortsetzen.

Es sei nur noch der Name Ignaz Semmelweis genannt. Hätte man ihn gehört, und nicht arrogant negiert, wären viele Frauen nicht im Kindbett gestorben. Viel Leid wäre Vielen erspart geblieben.

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Louis Pasteur war ein französischer Mikrobiologe des 19. Jahrhunderts. Er wird als Vater der heutigen Impfungen angesehen.

Es ist nahezu unbekannt, dass Pasteur die Ergebnisse seiner Versuche so lange modifizierte, bis sie passten, was er seinen Tagebüchern, die er zu Lebzeiten unter strengem Verschluss hielt, auch anvertraute. Bei Impfexperimenten hat er bewusst gelogen.[49] Nachahmer gab und gibt es immer, auch in der heutigen Zeit.

Nebenbei: Pasteur war kein Arzt, sondern Mikrobiologe und Chemiker.

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Die echte Grippe (Influenza) ist eine Viruserkrankung.

Grippeviren überleben auf Banknoten zwei Wochen.[50] Der Begriff „schmutziges Geld“ ist nicht unberechtigt.

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Grippekranke Tierhalter sollen beim Kontakt mit ihrem Liebling zurückhaltend sein und Kuscheln vermeiden.

In den USA erkrankte im Jahr 2009 eine Hauskatze an Schweinegrippe. Wahrscheinlich infizierte sie sich von der Besitzerfamilie.[51]

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Für die Herstellung des Grippeimpfstoffs werden Millionen von Hühnereiern benötigt. Viele unterschiedliche Grippeviren können die Krankheit hervorrufen. Für jeden einzelnen Virusstamm ist ein Ei erforderlich, undImpfspritzen enthalten meist drei verschiedene Stämme. Das Hühnerei wird 11 Tage bebrütet, dann werden die Viren in das Ei gespritzt. Die Produktion des Impfstoffes dauert 6 Monate.[52]

Die Impfstoffherstellung auf bebrüteten Hühnereiern ist veraltet, wird aber dennoch von den meisten Firmen beibehalten. Da im Impfstoff immer noch Spuren von Hühnereiweiß vorhanden sind, treten manchmal nach einer Impfung schwere Allergien auf. Auch ein tödlich verlaufender Schock ist möglich. Bei anerkannten Impfschäden ist die Grippeimpfung mit etwa 10 Prozent vertreten.

Die Firma Novartis stellt einen Impfstoff auf Zellkulturen her. Verwendet werden Zellen aus Hundenieren.

Impfstoffe haben neben dem Wirkstoff noch weitere Bestandteile, die nicht gerade gesundheitsfördernd sind. Das sind Formaldehyd, unterschiedliche Antibiotika wie Gentamycin oder Kanamycin, auch stark allergisierende wie Neomycin, ferner Aluminiumverbindungen, Fremdeiweiß (menschliches Eiweiß) und Phenol.

Nebenbei: In einem Schweinegrippe-Impfstoff aus dem Jahr 2010 befand sich Quecksilber, das die Haltbarkeit verlängern sollte.

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Sie haben sich gegen Grippe (Influenza) impfen lassen und meinen absolut geschützt zu sein? Das wurde Ihnen ja auch gesagt, oder wenigstens durch konkludentes Handeln angedeutet. Eine Grippeimpfung schützt 80 von 100 Erwachsenen im mittleren Alter. Betrachtet man alle Impflinge, so besteht höchstens bei 70 von 100 ein Schutz. Dies ist völlig ungenügend bei Pandemien.[53]

Unter einer Pandemie versteht man eine Ausbreitung eines Erregers über Länder hinweg.

Bei über 65-Jährigen ist die Grippeimpfung nur bei 26 bis 56 von 100 Geimpften wirksam.[54]

Ältere Menschen haben auch keinen besonders guten Schutz gegen die als Komplikation einer Grippe auftretende Lungenentzündung. Die ist bei ihnen – trotz Impfung – nur zu 8 Prozent seltener.[55]

In den neuen Bundesländern sind 60 von 100 Senioren über 60 Jahren gegen Grippe geimpft, in den alten 41 von 100.[56]

Eine wichtige Forderung betrifft den Impfstoff. Der müsste dringend verbessert werden, so dass mehr Menschen einen realen Schutz erhalten. Durch die heutige Impfung wird eine Sicherheit vorgetäuscht, die nicht existiert.

Prof. Ake Örtqvist vom renommierten Karolinska-Institut, Stockholm, meinte 2013, die Wirkung der Grippeimpfung werde überschätzt, gleichwohl sei aber Impfen nützlich![57]

Nebenbei: Die Zusammensetzung des Impfstoffes, also welche Virenstämme er beinhalten muss, wird jedes Jahr von Experten geschätzt. Nicht immer liegen sie richtig wie beim Impfstoff 2014/15.

Auch 2013/14 stimmte der Impfstoff nicht mit den tatsächlich aufgetretenen Erregern überein. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte den Virus Infuenza B/Yamagata prophezeit, gekommen ist er nicht, sondern der Erreger Influenza B/Victoria. Obwohl gegen diesen kein Impfschutz bestand, sind überraschenderweise nicht mehr Menschen an Grippe erkrankt oder gestorben.[58]

36

90 von 100 Grippetoten sind über 65 Jahre.[59]

Die Influenza-Impfung soll lediglich das Sterberisiko bei Betagten und chronisch Kranken senken. Und auch dies ist bis jetzt nicht besonders gut gelungen.

37

Während einer Grippe-Epidemie nimmt die Herzinfarktrate um 30 Prozent zu, vor allem wiederum bei Älteren und Kranken.

Nebenbei: Die Impfärzte beklagen, nur jeder vierte Risikopatient sei ausreichend geimpft, und das beziehe sich nicht nur auf die Grippeimpfung.

38

Unmittelbar nach einer Grippeimpfung sollen Kinder keine paracetamolhaltigen Medikamente erhalten. Sie mindern den Impferfolg durch Hemmung der Antikörperbildung.

Paracetamol ist der Wirkstoff in den üblichen Fieberzäpfchen für Kinder.

Bei allen Virusinfekten, demnach auch bei der Grippe, dürfen Kinder niemals salicylsäurehaltige Präparate einnehmen. Unter diesen Medikamenten können schwerwiegende lebensbedrohliche Störungen des Gehirns und der Leber auftreten (Reye-Syndrom).

Nebenbei: Bei Erwachsenen beeinträchtigen Paracetamol sowie Rheumamittel wie Ibuprofen und Diclofenac ebenfalls die Wirkung der Impfung.

39

DieGrippesaison ist bei uns im Winterhalbjahr, während die südliche Halbkugel vom April bis September betroffen ist. Bei der heutigen Lust auf Fernreisen ist ein Erregerkontakt praktisch über das ganze Jahr hinweg gegeben.

40

Es sollen noch kurz ein paar Worte über die zwischenzeitlich schon wieder vergessene Schweinegrippehysterie von 2009/2010 verloren werden, auf die auch der amerikanische Präsident hereinfiel und den „nationalen Notstand“ ausrief:

Das Sozialministerium Thüringen bestellte damals 50 Millionen Dosen Impfstoff für 700 Millionen Euro. Thüringen hatte den Vorsitz in der Gesundheitsministerkonferenz.

Als erkannt wurde, dass zu viel bestellt worden war, erklärte sich die Herstellerfirma Glaxo SmithKline kulanterweise bereit, die 50 Millionen Dosen auf 34 Millionen zu reduzieren.

Verimpft wurden lediglich 5 Millionen Dosen. Es entstand ein Schaden von circa 245 Millionen Euro. Die Haltbarkeit des Impfstoffes lief 2011 aus und im selben Jahr wurde er in einem Magdeburger Müllheizkraftwerk verbrannt. 245 Millionen Steuergelder lösten sich praktisch in Rauch auf.

Aufgrund von „Expertenmeinungen“ rief damals die Weltgesundheitsorganisation (WHO) eine Pandemie aus. Das Deutsche Ärzteblatt schrieb 2011, dass die Weltgesundheitsorganisation ganz offensichtlich von der Pharmalobby beeinflusst wurde.

Nebenbei: Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) starben an der Schweinegrippe 2009/2010 18.500 Menschen, an der saisonalen, nicht emotional so hochgeschaukelten Grippe, sterben pro Jahr 250.000 bis 500.000.

Schweinegrippetote gab es nach Auskunft des Robert Koch Instituts (rki) in Deutschland 252.

41

Eine dänische Studie berichtete, die Schweinegrippeimpfung bilde nur bei 70 von 100 Impfungen Antikörper, bei Risikopatienten nur in 49 von 100 Fällen.

Das deckt sich mit der Erkenntnis über die Wirksamkeit anderer Grippeimpfstoffe. Die Krankenhaus-Einweisungen wegen Komplikationen verringern sich trotz Impfung nicht signifikant.

Nebenbei: Es bleibt wahrscheinlich für immer ein gut gehütetes Geheimnis, warum sich die Kanzlerin, Minister und Ministerialbeamte mit einem speziellen, anscheinend für die normale Bevölkerung ungeeigneten „Politiker-Impfstoff“ spritzen ließen, wie der Spiegel online 2009 berichtete.

42

Japan hatte bis 1994 eine generelle Grippeimpfpflicht für Kinder.

Eine häufig auftretende Impfnebenwirkung sind Husten, Schnupfen und Fieber. Da die Impfung zu nicht akzeptablen Fehlzeiten in der Schule führte, wurde die allgemeine Grippeimpfpflicht abgeschafft.[60]

Konkret, nach der Impfung erkrankten viele Kinder an den Nebenwirkungen des Impfstoffs. Dagegen war die Gefahr eines gesunden Kindes, eine echte Grippe mit Komplikationen zu bekommen, nicht sehr groß. Damit relativierte sich der Nutzen der Impfung. Der Schaden durch die Impfung war in den Augen der japanischen Behörden größer als ihr Gewinn, weshalb die Impfpflicht aufgehoben wurde. In Deutschland sollen Kinder und Jugendliche die Grippeimpfung nur bei erhöhtem Risiko infolge einer Grundkrankheit erhalten.

Nebenbei: Japan ist das Land mit der höchsten Impfrate weltweit.

43

Konsumieren ältere Personen 4 Wochen vor und 9 Wochen nach einer Grippeimpfung täglich Probiotika haben sie eine bessere Immunantwort.[61]

Prophylaktischer Konsum von Probiotika verkürzt bei Älteren auch Infekte des Nasen-Rachenraums um 19 Prozent.[62]

Probiotika sind Bakterien, die sich auf den Darm günstig auswirken. Da der Darm das größte immunologische Organ des Körpers ist, ist die Einnahme von Probiotika zur Stärkung der Abwehr sinnvoll. Das einfachste und preisgünstigste Probiotikum ist normaler Joghurt.

Auf dem Markt befinden sich auch probiotische Joghurte. Diese enthalten oft viel Zucker. Eine Wiener Studie aus dem Jahr 2006 sah keinen Unterschied in der Wirkung zwischen normalem und probiotischem Joghurt.[63] Der normale Joghurt ist deutlich preiswerter als der probiotische.

Nebenbei: Noch ein Wort zum Joghurt: Fruchtjoghurt oder Joghurt mit Früchten haben mindestens 6 Prozent Früchte. Joghurt mit Fruchtzubereitung (Marmelade) hat 3,5 Prozent Früchte, und im Joghurt mit Fruchtgeschmack sind entweder keine Früchte oder höchstens 3,5 Prozent.[64]

Natürliches Erdbeeraroma muss zu 95 Prozent aus Erdbeeren bestehen. Anderes Erdbeeraroma kann aus Sägespänen und Pilzen gewonnen werden.

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Nützlicher als jede Grippeimpfung ist ein hoher Hygienestandard. Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) werden durch Händeschütteln 80 von 100 Erregern übertragen. Konkret, wenn man das Händegeben unterlässt, wird ein Großteil der saisonalen Infektionen wie grippale Infekte und Grippe vermieden. Werden noch Umarmungen und Küsschen hier und da unterlassen, kann die Quote noch verbessert werden.

Grüner Tee stärkt die Abwehr. Er soll vor Infektionen, auch vor Grippe in einem gewissen Umfang schützen. Auch bei Krebserkrankungen stimuliert er die Abwehr.[65] Bestimmt ist es nicht falsch, während der Grippezeit vermehrt grünen Tee zu trinken.

Nebenbei: Ein 10-Sekunden-Kuss überträgt 80 Millionen Bakterien.[66]

45

Die Impfempfehlungen werden von der vom Gesundheitsministerium im Jahr 1972 eingesetzten „Ständigen Impfkommission“ (STIKO) des Robert Koch Institutes (rki) ausgesprochen.

Seit die Impfempfehlungen der STIKO nach einem BGH-Urteil (Bundesgerichtshof) medizinischer Standard sind, erfuhr diese Institution eine Aufwertung. Und vor allem müssen seit diesem Zeitpunkt die Krankenkassen jene Impfungen bezahlen. Zurzeit wird laut STIKO-Empfehlung bis zum 17. Lebensjahr routinemäßig gegen 14 verschiedene Krankheiten geimpft.

Die STIKO setzt sich aus 17 ehrenamtlichen Mitgliedern, sogenannten Experten, zusammen. Empfehlen sie eine neue Impfung, ist dies für Impfstoffhersteller ein Millionengeschäft, da wie schon gesagt, die Krankenkassen für die Kosten aufkommen müssen.

Nicht nachvollziehbar, aber Tatsache, die Tagungen der Impfkommission sind geheim. Die Mitglieder müssen sich verpflichten, über alles, was sich in diesem elitären Kreis ereignet, zu schweigen. Die Sitzungsprotokolle sind ebenfalls nicht für die Allgemeinheit gedacht.

Und dies alles geschieht mit Billigung der sonst so kleinlich agierenden und kämpferisch eingestellten Krankenkassen, obwohl sie das mit den Beiträgen ihrer Mitglieder bezahlen müssen, was geheimniskrämerisch beschlossen wurde.

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Das unabhängige „arznei-telegramm“ berichtete über Verbindungen von STIKO-Mitgliedern zu Impfherstellern.[67] Sie sind bei klinischen Prüfungen involviert, haben Beraterfunktionen, werden zu Kongressen eingeladen und sind Vortragende bei Marketingveranstaltungen für Mediziner.

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Die Arbeitsgemeinschaft „Influenza“ (Grippe) hat ihr Büro im Robert-Koch-Institut, was Unabhängigkeit suggerieren soll. Sie wurde aber laut arznei-telegramm von Impfherstellern mitfinanziert, und war eher eine Institution des Marketings, jedenfalls bis 2009.

Die Pharmafirmen sollen sich seit 2009 finanziell zurückgezogen haben. Die Arbeitsgemeinschaft wird heute ausschließlich von staatlicher Seite finanziert, während zuvor Gelder von vier Herstellern von Grippeimpfstoffen flossen.[68]

Nebenbei: Die jährlich von der Arbeitsgemeinschaft Influenza veröffentlichten Zahlen über Grippeerkrankungen, durch Grippe bedingte Krankenhausaufenthalte und Todesfälle sind keine exakten Werte, sie sind lediglich Schätzungen.

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Chronologie eines ehemaligen Vorsitzenden der Ständigen Impfkommission (STIKO) .[69], [70]

Professor Heinz-Josef Schmitt, war langjähriger Vorsitzender der STIKO.

•Im Juni 2006 erhielt er den mit 10.000 Euro dotierten Preis für „Förderung des Impfgedankens“ vom Impfhersteller Sanofi Pasteur MSD

•Im Oktober 2006 wurde der Impfstoff Gardasil® der Firma Sanofi Pasteur MSD gegen humane Papillomviren (HPV-Impfstoff) zugelassen. Der HPV-Impfstoff ist für Mädchen bestimmt und soll einen Gebärmutterhalskrebs verhindern.

•Im März 2007 empfahl die STIKO diese Impfung und verpflichtete damit die Krankenkassen zur Finanzierung.

•Nach dieser Großtat zum „Wohl der Frauen“ verließ Professor Schmitt vorzeitig die STIKO und ging zum Impfstoffhersteller Novartis Vaccines.

Nebenbei: Man traue keinem edlen Motiv, solange sich ein niedrigeres findet!

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Die HPV-Impfung für Mädchen und junge Frauen zwischen 12 und 17 Jahren wird von den Krankenkassen übernommen. Die Kosten betragen etwa 500 Euro pro Person.

Würden sich alle Berechtigten impfen lassen, wäre pro Jahr eine Summe von 200 Millionen Euro zu veranschlagen.

Nach Professor Rosenbrock, Mitglied des Sachverständigenrates für Gesundheitswesen, würden durch diese Impfung die Kosten für Arzneimittel um 0,8 Prozent steigen (2007).

Nebenbei: In allen anderen Ländern ist die HPV-Impfung billiger zu haben als in der Bundesrepublik. In den USA kostet sie kaum mehr als die Hälfte.

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Von 100.000 Frauen in Deutschland erkranken pro Jahr 500 an Krebs. Das heißt jede 200. Frau ist pro Jahr mit einer bösartigen Krankheit konfrontiert.

Von diesen Frauen bekommen 15, das entspricht 3 Prozent, einen Gebärmutterhalskrebs, den die HPV-Impfung nun verhindern soll.[71]

Von den 500 an einer Krebsgeschwulst erkrankten Frauen, sterben 230 an ihrer Krankheit, das heißt 46 von 100 Frauen sterben an ihrem bösartigen Tumor.[72]

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Ob die HPV-Impfung tatsächlich eine 70-prozentige Reduktion des Gebärmutterhalskrebses bringt, wie angenommen wird, ist erst in etwa 30 Jahren sicher zu beurteilen.

Die Impfung erspart jedenfalls keine Früherkennungsuntersuchung, die bis jetzt durch Abstriche des Gebärmutterhalses für eine Verringerung des Krebses sorgte.

Nebenbei: Manche Kritiker stellen die provokante Frage, wenn eine Früherkennungsuntersuchung trotz Impfung notwendig ist, braucht es dann überhaupt die Impfung?

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Die HPV-Impfung wird unterschiedlich bewertet. Nicht alle sind von ihr überzeugt. Manche Wissenschaftler bescheinigen ihr eher eine bescheidene Wirkung.[73]

Schon allein wegen der massiven Lobbyarbeit der Hersteller bei der Zulassung wird die HPV-Impfung von vielenÄrzten kritisch beurteilt.

Der „Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA)“ hat im Dezember 2010 die Ständige Impfkommission (STIKO) aufgefordert, ihre Empfehlung für die HPV-Impfung zu überdenken. Das Schreiben des G-BA enthielt massive Kritik an der überstürzten Impfempfehlung. Der damalige Vorsitzende der STIKO verkündete sogleich ohne Überprüfung, eine erneute Bewertung werde nicht anders aussehen.[74]

Der „Gemeinsame Bundesausschuss“ ist das oberste Beschlussgremium der gemeinsamen Selbstverwaltung der Ärzte, Zahnärzte und Psychotherapeuten.

Nebenbei: Wolfgang Becker-Brüser vom unabhängigen arznei-telegramm kritisiert die STIKO: „Die haben nicht gemerkt, dass sich die Zeiten geändert haben. Heute kann man nicht mehr einfach mit dem Motto „Impfen ist gut“ Impfungen empfehlen. Die Entscheidung muss wissenschaftlich valide und überprüfbar sein.“[75]

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Das „europäische Zentrum für die Prävention und Kontrolle für Krankheiten (ECDC)“ verweist auf viele offene Fragen im Zusammenhang mit der HPV-Impfung, die durch eine Phase IV-Studie beantwortet werden könnten.

Phase IV-Studien sind Studien, die nach erfolgter Zulassung eines Medikamentes durchgeführt werden können. Sie sind keine Pflicht. Es bleibt jeder Firma überlassen, so eine Studie zu veranlassen oder nicht.

Das ECDC fordert jedes Land auf zu prüfen, ob überhaupt und unter welchen Bedingungen eine HPV-Impfung eingeführt werden soll. Es geht davon aus, dass die Impfung nicht für jedes Land ein ausreichendes Kosten/Nutzen-Verhältnis aufweist.

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Die Studienergebnisse, die zur Zulassung des HPV-Impfstoffes führten, sind lückenhaft publiziert. Bestimmte Daten fehlten auch noch nach Jahren.[76]

Eine Nachbeobachtungszeit von 15 Monaten reicht nicht aus, um den Impfstoff sicher beurteilen zu können. Zudem ist unbekannt, ob später weitere Impfungen notwendig werden.

Bemängelt werden auch die unverhältnismäßig hohen Kosten, da auch nach der Impfung weiterhin gynäkologische Untersuchungen erforderlich sind.

Nebenbei: Das nicht vollständige Veröffentlichen von Studiendaten durch Pharmafirmen hat eine große Tradition, wie im Kapitel „Medizinische Studien“ dargestellt.

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Dr. Klaus Hartmann, der von 1993 bis 2003 beim Paul-Ehrlich-Institut (Bundesinstitut für Impfstoffe) tätig war, bemängelt, dass Studien zur Sicherheit eines neuen Impfstoffes für eine abschließende Beurteilung viel zu klein seien.

Für keine Impfung gäbe es eine langfristig angelegte Studie, in der die Wirksamkeit bzw. der Nutzen für den Patienten bewiesen werde.

Studien zur Zulassung eines Impfstoffes fordern nur einen Anstieg der Antikörper über eine willkürlich festgelegte Grenze.

Unbeachtet bleibt auch die mögliche Verschiebung zu anderen Erregern. Wird eine Mikrobenart durch Impfung eliminiert, so entsteht eine Lücke, die andere Erreger nutzen können, um sich überproportional zu vermehren. Das liefert letztlich einen Anlass auch gegen diese zu impfen.

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Die Höhe der durch Impfung entstandenen Antikörper korrespondiert nicht mit dem Impferfolg. Sogar bei ausreichend hohen Antikörpern kann man erkranken, und selbst wenn keine Antikörper nachweisbar sind, kann dennoch ein Impfschutz bestehen.

Auch bei nicht nachweisbarer Immunität können durch eine Impfung sogenannte „Gedächtniszellen“ induziert werden, die einen Impfschutz bieten.[77]

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Perfluorierte Tenside (PFT) werden in der Industrie mannigfaltig eingesetzt. Bei ihnen sind sämtliche Wasserstoffatome des Moleküls durch Fluor-Atome ersetzt. Verwendet werden sie unter anderem von der Textilindustrie für atmungsaktive Kleidung sowie bei der Papierherstellung für schmutz- und fettabweisende Ware.

Perfluorierte Tenside werden in der Natur nicht abgebaut. Sie gelangen ins Trinkwasser und in Lebensmittel. Süßwasserfische haben eine hohe Belastung. Bei Aufnahme in unseren Körper verringern sie den Impfschutz. Durch die Impfung erzeugte Antikörper gegen eine bestimmte Krankheit wie gegen Wundstarrkrampf (Tetanus) nehmen mit der Zeit ab, weshalb sie in regelmäßigen Abständen durch Wiederholungsimpfungen stimuliert werden sollen. Dies bezeichnet man als Boosterung.

Perfluorierte Tenside bewirken ein schnelles Absinken der Antikörper.[78] Sie stehen ferner in hochgradigem Verdacht krebserregend zu sein.

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Bei ungeborenen Kindern ist das Immunsystem stark gedrosselt, sonst würde es mit dem mütterlichen Organismus interagieren und das Kind schließlich durch eine Immunreaktion töten.

Beim Säugling ist das Immunsystem ebenfalls noch nicht voll leistungsfähig. Die Bildung von Antikörpern wie auf den Impfreiz, ist stark eingeschränkt. Deshalb meinen manche Ärzte, man sollte in diesem Alter mit Impfungen zurückhaltend sein.

US-Forscher versuchen eine Möglichkeit zu finden, weiße Blutkörperchen beim Säugling so zu konditionieren, dass sie wie bei Erwachsenen reagieren. Eine Impfung hätte dann die gleiche Erfolgschance wie bei Älteren. Die Impfung von Babys wäre dann wirksamer, und die Zahl der Auffrischungen könnte u. U. reduziert werden, falls diese Forschung zu einem positiven Ergebnis käme.

Nebenbei: Die Unreife des Immunsystems ist auch der Grund, warum die Masernimpfung erst ab dem 11. Lebensmonat empfohlen wird. Zuvor ist das Immunsystem nicht in der Lage, auf Lebendimpfungen mit einer ausreichenden Antikörperbildung zu reagieren.[79]

In den USA wird wegen der schlechten Effektivität des Masern-impfstoffes bis zu 4-mal geimpft.

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Die Datenlage, welche Auswirkungen Impfstoffe auf das Immunsystem haben können, ist dürftig und bietet Impfkritikern und Befürwortern viel Raum zur Argumentation.

Die Impfdosis ist standardisiert und auf ein Norm-Immunsystem zugeschnitten.

Es existiert häufig die Empfehlung, die Impfung in gewissen Zeitabständen zu wiederholen. Dabei gibt es keine wissenschaftlichen Grundlagen, nach welcher Zeit dies tatsächlich erforderlich ist.

Nebenbei: Bei Auffrischimpfungen kann davon ausgegangen werden, dass bereits niedrigere Impfdosen als bei der Erstimpfung für eine ausreichende Antikörperstimulierung (Boosterung) genügen.

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Man unterscheidet zwischen Lebend- und Totimpfstoffen. Lebend-impfstoffe sind wirksamer als Totimpfstoffe, denn sie haben noch aktive, vermehrungsfähige Erreger, die allerdings abgeschwächt sind. Sie besitzen nur noch einen geringen Teil ihres krankmachenden Potentials und sollen damit ungefährlich sein.

Bis vor kurzem war die offizielle Lehrmeinung, Lebendimpfstoffe bräuchten nur einmalig gegeben werden, dann käme es zu einem lebenslangen Schutz. Jetzt wurde der Irrtum erkannt, eine einzige Injektion ist nicht ausreichend, sie muss wiederholt werden.

Lebendimpfstoffe gibt es gegen Masern, Mumps, Röteln, Windpocken und Gelbfieber.

Ferner sind die Typhus-, Cholera- und Rotaviren-Schluckimpfungen Lebendimpfungen.

Mehrere Lebendimpfungen können gleichzeitig verabfolgt werden. Werden sie es nicht, ist bei ihnen ein Abstand von mindestens 4 Wochen zwischen den Impfungen einzuhalten.

Totimpfstoffe sind entweder inaktivierte Erreger oder Bruchteile davon. Eine Vermehrungsfähigkeit der Mikroben besteht nicht mehr. Die immunisierende Kraft ist bei ihnen erkennbar geringer als bei Lebendimpfstoffen. Sie werden nach einem bestimmten Impfschema öfter verabreicht.

Totimpfstoffe können zusammen mit Lebendimpfstoffen appliziert werden. Auch können mehrere Totimpfstoffe gleichzeitig gespritzt werden.

Rekombinante Impfstoffe sind gentechnisch hergestellt. Bei ihnen wird ein herausragendes Merkmal des Erregers, nicht der vollständige Erreger selbst, als Impfstoff verwendet. Der Impfstoff gegen die infektiöse Leberentzündung B (Hepatitis B) ist ein rekombinanter Impfstoff.

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Heute ist die Welt klein geworden. Reisen in noch so entlegene Winkel der Erde sind jedem möglich. Innerhalb von 24 Stunden ist mit dem Flugzeug jeder Punkt der Welt erreichbar. Was früher Monate dauerte, ist jetzt in Stunden machbar.

Die erhöhte Reisetätigkeit führt zum gehäuften Auftreten von Krankheiten, die noch vor Jahren kaum registriert wurden. Unsere Vorfahren fuhren, wenn überhaupt, im Urlaub ans Meer oder in die Berge. Diese Anreise war schon beschwerlich genug. Weiter entfernt liegende Ziele waren nur für ganz wenige Menschen ein Thema.

Wer reisen will, muss seine Gesundheit schützen. Und das ist nur bis zu einem gewissen Maß mit Impfungen möglich. Gleich vorab, keine Impfung bietet einen 100-prozentigen Schutz. Trotz Impfungen sind Erkrankungen möglich.

Möchte man Impfungen vermeiden, kann nur empfohlen werden, entweder Gebiete aufzusuchen, in denen keine Impfungen erforderlich sind, oder im Land zu bleiben.

Ein weltweites Problem ist die Leberentzündung A (Hepatitis A). In den meisten Regionen der Erde tritt sie gehäuft (endemisch) auf. In Endemiegebieten wie der Türkei hat die Bevölkerung einen Durchseuchungsgrad von 70 bis 90 Prozent. Der Grund hierfür sind mangelhafte, nicht den internationalen Anforderungen genügende Hygienestandards.

Die Übertragung erfolgt durch Unsauberkeiten, sogenannte Schmierinfektionen. Der Erreger wird von Infizierten mit dem Stuhl ausgeschieden. Er ist äußerst resistent gegen Umwelteinflüsse aller Art.