Beuterausch - Jack Ketchum - E-Book

Beuterausch E-Book

Jack Ketchum

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Beschreibung

Gefangen in einer Spirale der Gewalt

Sie ist die letzte Überlebende eines Kannibalenstamms, der jahrzehntelang die Ostküste der USA in Angst und Schrecken versetzte. Geschwächt und verwundet gerät sie in die Gewalt des tyrannischen Familienvaters Cleek. Der Sadist Cleek versucht, die wilde Frau zu »zähmen«, wobei er seine Familie als Komplizen missbraucht. Doch er hat den Überlebenswillen seiner Gefangenen unterschätzt. Bevor sein Experiment zu Ende ist, werden alle Unaussprechliches durchleiden müssen.

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Seitenzahl: 316

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Zum Buch

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Sie ist die letzte Überlebende eines Kannibalenstamms, der jahrzehntelang die Ostküste der USA in Angst und Schrecken versetzte. Sie wurde von der Polizei schwer verwundet, konnte jedoch entkommen.

Christopher Cleek ist Anwalt in einem kleinen Städtchen und lebt zurückgezogen mit seiner Familie – nicht ohne Grund, da er viel zu verbergen hat und seine Frau und seine Kinder mit harter Hand zum Gehorsam zwingt.

Auf einem Jagdausflug beobachtet der tyrannische Familienvater die wilde Frau und entschließt sich, sie wie ein Tier zu jagen und zu fangen. Er sperrt sie in seinen Keller und versucht, sie mit sadistischen Mitteln zu »zähmen«, wobei er seine Kinder als Komplizen missbraucht. Doch er hat die Brutalität und den Überlebenswillen seiner Gefangenen unterschätzt.

Drastische Zivilisationskritik und die Anprangerung häuslicher Gewalt – die großen Themen des gefeierten Schriftstellers Jack Ketchum prallen in seinem neuesten Werk mit schonungsloser Härte aufeinander.

Im Anschluss an den Roman enthält dieses Buch die Kurzgeschichte Das Vieh, in der die Ereignisse aus Beuterausch weitererzählt werden.

Zu den Autoren

Zu den Autoren

Jack Ketchum ist das Pseudonym des ehemaligen Schauspielers, Lehrers, Literaturagenten und Holzverkäufers Dallas Mayr. Seine Horrorromane zählen in den USA unter Kennern zu den absoluten Meisterwerken des Genres, wofür Jack Ketchum mehrere namhafte Auszeichnungen, unter anderem vier Bram Stoker Awards, verliehen wurden. 2011 wurde Ketchum aufgrund seiner Verdienste auf dem Gebiet der Horrorliteratur zum Grand Master der World Horror Convention ernannt.

Lucky McKee, geboren 1975 in Kalifornien, ist Autor, Schauspieler und Regisseur. Zu seinen Werken gehören der Kultfilm May sowie die Verfilmung von Beuterausch (unter dem Titel The Woman), für den er zusammen mit Jack Ketchum das Drehbuch sowie die Romanfassung schrieb.

Besuchen Sie auch www.jackketchum.net, www.thewomanmovie.com, www.moderncine.com

Titel

JACK KETCHUM

LUCKY McKEE

BEUTE RAUSCH

Roman

Aus dem Amerikanischen von Marcel Häußler

WILHELM HEYNE VERLAG MÜNCHEN

Impressum

Die OriginalausgabeTHE WOMANerschien 2011 bei Dorchester Publishing Co., Inc., New York

Vollständige deutsche Erstausgabe 01/2012Copyright © 2011 by Dallas Mayr and Lucky McKeeCopyright © 2012 der deutschsprachigen Ausgabeby Wilhelm Heyne Verlag, Münchenin der Verlagsgruppe Random House GmbHRedaktion: Sven-Eric WehmeyerUmschlaggestaltung: Hauptmann & Kompanie Werbeagentur, Zürich,unter Verwendung einer Fotografie von Chelsea Boothe –www.chelseaboothe.com(Pollyanna McIntosh aus dem Film »The Woman«.)Mit freundlicher Genehmigung von MODERNCINÉ © 2011Satz: C. Schaber Datentechnik, WelsISBN: 978-3-641-06380-1www.heyne-hardcore.de

Widmungen

Von Ketchum:Dank gebührt Andrew, Bill und meinem Partner Lucky. Brauna für den Traum. Paula für verdammt noch mal fast alles. Kristy – sie weiß ganz genau, warum. Und Pollyanna für die direkte und schreckliche Inspiration.

Von McKee:Meiner Mama und meinem Papa, weil sie mich richtig erzogen haben, meinen Schwestern Boog, Jaye und Angie, weil sie tolle Frauen sind, meinen Brüdern Kevin und Chris, weil sie nicht wie Cleek sind, und meinen Komplizen Andrew, Bill und Polly. Und dir, Dallas, dafür, dass du einem Kind gezeigt hast, wie es gemacht wird.

Motti

»Ihr wollt sie küssen. Ich will sie schmecken. Das ist genau dasselbe.«

– Issei Sagawa

»In every dream homeA nightmare«

– Joe Jackson

»Letzte Nacht habe ich mit Gott gesprochen. Sie sagt, wenn sie ihre Möse jemals wieder einigermaßen sauber bekommt, würde sie euch unwissenden Arschlöchern, die ihr sie vergewaltigt habt, vielleicht vergeben.«

– Jerzy Livingston, The Stroup Stories

Teil eins

Teil Eins

1

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Die Frau hat keine Vorstellung von Schönheit.

Sie selbst ist nicht schön. Außer wenn Kraft mit Schönheit gleichzusetzen ist. Sie ist extrem kräftig und hochgewachsen, ihren langen, sehnigen Armen haftet beinah etwas Affenartiges an. Aber ihre großen grauen Augen sind leer, wenn einmal keine Wachsamkeit darin liegt. Sie ist bleich wegen des Lichtmangels, verdreckt, von Parasiten befallen, mit Insektenstichen übersät und riecht nach Blut wie ein Geier. Eine breite glatte Narbe verläuft von unterhalb ihrer rechten Brust bis hinab zur Hüfte, wo ihr vor elf Jahren ein Gewehrschuss das Fleisch weggerissen hat. Über dem linken Auge, ein Stück hinter dem Ohr, hat ein weiterer Streifschuss eine zweite Narbe hinterlassen. Weder die Augenbraue noch das Haar ist an der Stelle je wieder gewachsen.

Sie sieht aus, als hätte sie der Blitz getroffen.

Die Frau ist nicht schön und hat keine Vorstellung von Schönheit …

Die Dämmerung bricht bald herein, die dunkelsten Stunden liegen hinter ihr, und sie hat den dichten Wald und die festgetretenen, steinigen Pfade verlassen, die vertrauten Wege, denen sie seit Stunden oder sogar Tagen gefolgt ist, während das Fieber in ihr brannte, von der Nacht bis zum Tag und vielleicht länger, bis sie schließlich den Strand erreichte. Im Morgenlicht ist sie hier ungeschützt, aber unterwegs blieb sie immer wieder stehen und lauschte und ging ein Stück zurück, deshalb ist sie sicher, nicht verfolgt zu werden. Sie haben aufgegeben.

Wenn sie ihr im Dunklen überhaupt gefolgt sind. Sie ist nur in der Dunkelheit gelaufen.

Mit ihren Verletzungen hat sie Glück – sie liegen dieses Mal dicht beieinander an der linken Seite. Der Messerstich und die Kugel. Die Sichel und der Vollmond, nur Zentimeter voneinander entfernt. Sie hat die Blutung mit Lehm gestillt und ihren Gürtel straff darüber gebunden. Es wird so gut wie keine Blutspur geben, der sie folgen können.

Trotzdem muss sie gesund werden.

Da ist der Schmerz. Schmerz, der von der Schulter bis zum Knie durch ihren Körper pulsiert, so wie die Wellen auf die Küste schlagen. Aber Schmerz kann man ertragen. Und es ist nichts im Vergleich zu den Schmerzen der Geburt. Schmerz bedeutet nur eines.

Leben.

Trotzdem muss sie gesund werden.

Sie sucht die steinige Flutlinie ab und sieht es sofort. Die richtige Form und Farbe. Gelbgrüne, lange dicke Blätter, die aus dem Wald des Meeres gerissen und an Land gespült wurden. Nass glänzend, frisch und heilsam. Sie watet in die Wellen, und die kalte Strömung umspült ihre Waden. Das Drücken, das Ziehen. Das Glitzern der Wellen. Der durchdringende Gestank des Meeres, derandauernde Geruch des Todes. Die Geburt und das Sterben der Uferlinie.

Sie ist nicht unempfänglich für diese Dinge.

Das Meer war immer ihr Verbündeter.

In einer ruhigen Nacht kann sie bei Ebbe die Welt atmen hören.

Sie löst ihren Gürtel und lässt ihn auf die Hüfte rutschen, vorsichtig, um das Messer nicht zu verlieren.

Sie geht in die Knie und badet sanft ihre Wunden, bis der Lehm abgespült ist und Blut über ihren Lendenschurz ins Wasser tröpfelt. Dann geht sie zurück ans Ufer. Sie bückt sich und zieht einige der Blätter aus ihrer steinernen Falle, wäscht Sand und Krebsschalen ab und drückt den Seetang auf ihre Wunden.

Es brennt. Und auch das ist das Meer.

Das Meer durchspült sie nun wie Gift und Heilmittel zugleich. Langsam klingt der Schmerz ab. Sie sammelt weitere Blätter, dick wie Leder, säubert sie, presst sie auf ihre Seite, zieht den Gürtel hoch und schnallt sie damit fest.

Sie geht den Kiesstrand entlang und hält in den Gezeitentümpeln nach Nahrung und in den Klippen nach einem Unterschlupf Ausschau. Es dauert nicht lang, bis sie beides findet. Einen kleinen Vorrat an Muscheln. Zwei winzige Krebse. Und ungefähr zehn Meter über ihr und fünfzehn Meter vom Strand entfernt einen schmalen Spalt im Granit, kaum sichtbar und mit Torfmoos behangen – der Eingang zu einer Höhle. Die Krebse zermalmt sie zwischen den Zähnen und schluckt sie fast ganz. Von den Muscheln legt sie sich immer zwei gleichzeitig auf die Handfläche, schlägt sie gegen einen Stein, schnippt die Schalen weg und leckt das Fleisch auf.

Als sie fertig ist, überquert sie den Strand und steigt einen schmalen Pfad zu der Höhle hinauf.

Ungefähr drei Meter vor dem Eingang bleibt sie stehen. Sie schnüffelt. Zieht das Messer aus dem Gürtel. An der Klinge haften noch von der Nacht zuvor dunkelbraune Flecken ihres eigenen Bluts. Das Vieh hat sie ihr knapp über der Hüfte ins Fleisch gestochen – ein unerwarteter Verrat des letzten Mitglieds ihrer untergegangenen Familie. Dafür musste es mit dem Leben bezahlen.

Aber nun hat sie die Witterung eines anderen Lebewesens aufgenommen.

Ein vertrauter Geruch.

Nach Urin. Nach Wolf. Die Höhle wurde von einem Wolf markiert. Erst kürzlich.

Sie weiß, dass der Wolf gewöhnlich nicht ihr Feind ist. Die meisten Wölfe würden vor ihr davonlaufen, statt sich mit einem so unberechenbaren Gegner anzulegen. Aber Wölfe suchen sich in der Regel keine Höhle, es sei denn, sie werfen, doch die Wurfzeit ist vorüber, deshalb ist hier Vorsicht geboten. Leise geht sie ein paar Schritte, hält inne, lauscht. Schleicht näher heran, das Messer mit festem Griff kampfbereit auf Schulterhöhe.

Wieder bleibt sie stehen, als sie das Scharren von Pfoten auf dem Fels hört. Der Wolf erhebt sich. Er ist höchstens drei Meter entfernt.

Dann hört sie das Knurren. Tief und rau vor Entschlossenheit.

Dies ist ein Feind.

Sie sieht den Wolf vor ihrem inneren Auge genau vor sich. Er blickt in ihre Richtung. Die Ohren sind aufgerichtet. Das Fell sträubt sich auf dem kräftigen gekrümmten Rücken, die langen Beine sind zum Sprung gebeugt. Die Lefzen der mächtigen Schnauze sind zu einem Fletschen hochgezogen und entblößen sechs scharfe Schneidezähne und die beiden nach innen gebogenen Reißzähne für den tödlichen Fangbiss.

Er spannt sich an. Sie kann ihn in der Dunkelheit spüren.

Sie weiß, dass er sie ebenfalls spürt. Dass er ihr Blut auf dem Messer riechen kann.

In der Höhle gibt es plötzlich eine ungestüme Bewegung, dann blitzen gelbe Augen und ein graubrauner Körper auf, und sie wirft sich dem Angriff entgegen, dem Sprung nach ihrer Kehle, bückt sich und weicht zur Seite aus, stößt mit dem Messer zu und reißt es in einer einzigen fließenden Bewegung nach unten, sodass der Wolf krachend auf sein Rückgrat zurück in den Schlund der Höhle fällt und seine Pfoten hilflos die Luft zerreißen in dem Versuch, die Klinge zu erreichen, die sich durch seinen Hals gebohrt hat, während sie ihren Vorteil nutzt, das Messer in beide Hände nimmt, sich mit Schultern, Rücken und Unterarmen dagegenstemmt und die Klinge nach oben durch den muskulösen Hals und die Knochen mitten in den Schädel des Wolfs treibt, der ein einziges Mal wie ein getretener Hund winselt und stirbt.

Sie begutachtet ihre Beute.

Der Wolf ist alt. Weiße Haare auf der Schnauze, um die Augen und am Unterkiefer. Es ist ein Rüde. Ein großes Exemplar, es reicht einem Hirsch bis zu den Schultern. Die rechte Vorderpfote ist verstümmelt. Seine Lippen ebenfalls, kürzlich erst vernarbt. Sie öffnet seine Schnauze. Der Gaumen ist ebenfalls verletzt. Der Wolf ist in eine Falle geraten und konnte sich irgendwie herausnagen. Sie bewundert seine Stärke und Wildheit. Das erklärt auch, dass er sich allein in der Höhle verkrochen hat. Die Verletzungen, das hohe Alter.

Der Wolf hat keine Familie.

Eine Last für sein Rudel.

Sie richtet sich auf, geht ein paar Schritte und späht in die Höhle. Nach einer Weile haben sich ihre Augen an die Dunkelheit angepasst. Die Höhle ist nicht tief, ihr Körper passt vielleicht viermal der Länge nach hinein. Am Eingang und am Ende liegen die Wände so dicht beisammen, dass sie beide Seiten zugleich mit den Händen berühren kann – in der Mitte ist die Höhle etwas breiter. Immerhin ist die Decke hoch genug, um bequem darin zu stehen.

Die Höhle ist nicht von Menschen benutzt worden. Kein verstreuter Müll, keine Anzeichen von Feuer. Eine Seltenheit.

Eine gute Höhle.

Sie packt die Vorderbeine des Wolfs und schleift ihn hinein. Dann kniet sie neben der Wunde am Hals nieder und beginnt, ihn langsam bis zum letzten Tropfen auszutrinken.

Gut zwei Stunden später hat sie sich im hinteren Teil der Höhle ein Lager hergerichtet. Aus frischen weichen Pinienzweigen. Nach einer weiteren Stunde hat sie genügend Baumrinde, herabgefallene Äste, Schwemmholz und Steine gesammelt, um Feuer zu machen. Sie schlägt Funken, füttert die Flammen mit Rinde und Zweigen und dann mit dickerem Holz, von dem sie immer drei Scheite kreuzt.

Es ist Zeit für den Wolf.

Sie zieht das Messer aus der Scheide. Morgen wird sie die Klinge wetzen müssen, doch für ihr Vorhaben ist sie noch scharf genug. Sie dreht den Wolf auf den Rücken und sägt durch den Hals, bis sich der riesige Kopf vom Rumpf löst. Sie hackt die Pfoten ab.

Dann bohrt sie das Messer unter die Haut, hebt sie ein wenig vom Fleisch ab, schneidet eine Linie vom Hals bis zur Leiste und macht eine kleinen kreisförmigen Schnitt um den Anus herum. Sie zieht das Fell von den Schultern – ihre eigenen Schultern straffen sich dabei –, zerrt es über die Vorderbeine, stellt sich breitbeinig über den Wolf und zieht es weiter über Brust und Rücken, Hüften und Hinterbeine, bis es schließlich abgelöst ist.

Mit einem weiteren Schnitt an der Mitte des Tieres herab, wieder vom Hals bis zu den Lenden, kreuzt sie den Schnitt um den Anus und achtet dabei darauf, nur flach einzutauchen, um die inneren Organe nicht zu verletzen. Sie öffnet den Brustkasten, greift mit beiden Händen hinein, hebt die Eingeweide in einem Stück heraus und lässt sie auf den Boden schwappen.

Leber, Herz und Nieren sortiert sie aus und legt sie zur Seite. Diese Teile wird sie sofort braten. Zu anderen Zeiten, wenn sie größeren Hunger hätte oder die Familie ernähren müsste, würde sie die übrigen Organe ebenfalls reinigen und weiterverwenden, aber im Moment hat sie reichlich Fleisch.

Sie füttert die Flammen.

Sie hebt das Fell auf und hängt es zum Trocknen über einen Felsvorsprung. Ihre Verletzungen pochen.

Sie spitzt einen langen Ast an, spießt Leber, Herz und Nieren auf und hält sie zum Anbraten dicht über das Feuer, wendet sie einmal und legt sie dann auf die Steine, damit sie langsam garen.

Der Kadaver des Wolfs muss noch zerlegt werden, aber das kann warten. Ihr Körper braucht dringend Nahrung. Das Blut des Wolfs war nicht genug.

Sie sammelt die restlichen Eingeweide auf und wirft sie für die schreienden, kreisenden Möwen die Felswand hinunter.

Später, als die Nacht anbricht, liegt sie auf ihrem Lager und lauscht dem Knistern des Feuers und dem fernen Schlagen der Wellen und spürt eine Beklemmung, deren Ursprung sie nicht ausmachen kann. Vielleicht ist es die Höhle, die Leere darin. Sie hört keine Geräusche – nur das Feuer und die Brandung. Keine unruhigen Kinder. Keine Schlafgeräusche von Erstgeraubter oder Zweitgeraubte. Kein Stöhnen des Viehs.

Es geschah so schnell. In ihrer Welt läuft das Leben oft schnell ab. Vor zwei Nächten waren sie noch zu elft. Erstgeraubter, Zweitgeraubte, das Vieh, das Mädchen, der Junge mit dem getrübten Auge, die Zwillinge, Wiesel, Sandfresser, das Baby und sie, die Anführerin, die sie damals Älteste nannten. Alle zusammen in einer viel größeren Höhle, in der sie diejenigen Sachen aufbewahrten, die sie auf vielen Raubzügen und Jagdausflügen gesammelt hatten. Jetzt ist sie allein.

Allein, bis auf den Geist des Wolfs. Aber der Wolf ist einen guten Tod gestorben. So wie auch sie sterben wird. Es ist nicht sein Geist, der sie beunruhigt.

Und Einsamkeit kennt sie.

Was dann?

Sie hört ein absteigendes, pfeifendes Trällern von draußen. Immer und immer wieder.

Eine Eule, die irgendwo hockt und ihren Partner ruft.

Schließlich übertönt vom Tosen der Wellen.

2

2

»Lass das, Roger!«

Er hatte sie gerade zum zweiten Mal nass gespritzt, und aller guten Dinge waren drei. Beim nächsten Mal würde sie in den Pool waten und den kleinen Scheißer ertränken.

Pubertäre Jungs. Großer Gott.

»Ach, verdammt, Peg. Komm schon rein. Es ist sengend heiß da draußen.«

Er hatte natürlich recht. Es war wirklich heiß. Und sie wäre wahrscheinlich überall lieber als hier im Garten auf dieser Würstchen-und-Burger-Party, wo sie Limonade statt Bier bekam, während ihre Eltern und deren Nachbarn und sogenannte Freunde sich durch den Nachmittag süffelten. Sie fühlte sich wie in einer Falle. Dieses Gefühl hatte sie zurzeit ständig. Und in dem Kapuzenpulli war es höllisch heiß. Aber sie würde ihn nicht ausziehen, und sie würde auch nicht in das verfluchte Wasser steigen.

Ganz sicher würde sie nicht Roger Kaltsas Drängen nachgeben, der am Beckenrand dicht neben ihren herabbaumelnden langen gebräunten Beinen hing und sie lüstern anglotzte.

»Mit geht’s gut, Roger, danke.«

Roger war vierzehn, sie sechzehn. Wenn er überhaupt schon mal ein Buch gelesen hatte, dann für die Schule, und er kannte den Ausdruck

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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