4,99 €
Birmakatze Katzentraining - Ratgeber zum Trainieren einer Katze der Birma Rasse Katzentraining wird häufig ... » ... mit der klassischen Grunderziehung des Kittens verwechselt » ... nur für besonders begabte Katzen in Betracht gezogen » ... als zu schwierig angesehen, um es ohne vorherige Erfahrung zu schaffen Doch was macht Katzentraining wirklich aus und wofür ist es überhaupt gut? Und wie können Deine Birmakatze und Du auch völlig ohne Erfahrung davon profitieren? Hast Du manchmal das Gefühl, dass Deine Katze zu viel überschüssige Energie hat und nicht richtig ausgelastet oder gelangweilt ist? Dann ist Katzentraining genau das Richtige für Dich. Die einfachen aber hoch effektiven Methoden des Katzentrainings werden Dir dabei helfen, Deine Birma artgerecht und noch wichtiger mit Spaß und Freude auszulasten und eine starke Bindung zwischen euch zu entwickeln. Dies ist der zweite Teil der Birma Erziehungsbücher. Teil 1 für Dein Birma Kitten findest Du unter dem Titel "Birma Katzenerziehung - Ratgeber zur Erziehung einer Katze der Birma Rasse". Die Autorin Susanne Herzog sagt selbst über ihr Buch: „Ich liebe meine Katzen und weiß, wie wichtig es ist, sie auch nach der Grunderziehung noch weiter zu beschäftigen. Die meisten Katzen sind mit ihrem Leben als Wohnungskatze nicht ausgelastet und entwickeln daher viele destruktive Eigenschaften. Wenn sich der Halter aber etwas Zeit nimmt und jeden Tag nur wenige Minuten artgerechtes Training und anspruchsvolle Jagdspiele mit seiner Katze ausführt, wird sich diese Situation schnell ändern. Viele unterschätzen, wie groß das Potential des Katzentrainings ist und wie sich dadurch ihr gemeinsames Leben mit ihrer Katze zum Positiven verändern wird." Sei gespannt auf viele Hintergründe, Erfahrungsberichte, Schritt-für-Schritt-Anleitungen und Geheimtipps, die sich maßgeschneidert auf Deine Birma beziehen. Sichere Dir noch heute dieses Buch und erfahre... » ... wie Du eine einzigartige Beziehung zu Deiner Birma aufbaust und » ... wie Du sie nicht nur körperlich sondern auch geistig und artgerecht auslastest. Deine Birma wird es Dir danken... ... daher ist mein Tipp: Greife schnell zu!
Sie lesen das E-Book in den Legimi-Apps auf:
Seitenzahl: 162
Veröffentlichungsjahr: 2022
Birmakatze Katzentraining
Ratgeber zum Auslasten, Trainieren und Beschäftigen einer Katze der Birma Rasse
Katzenbeschäftigung – Jagdspiele – Clicker-Training – Trainingsaufbau
©2021, Susanne Herzog
Expertengruppe Verlag
Die Inhalte dieses Buches wurden mit größter Sorgfalt erstellt. Für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der Inhalte kann jedoch keine Gewähr übernommen werden. Der Inhalt des Buches repräsentiert die persönliche Erfahrung und Meinung der Autorin. Es wird keine juristische Verantwortung oder Haftung für Schäden übernommen, die durch kontraproduktive Ausübung oder durch Fehler des Lesers entstehen. Es kann auch keine Garantie auf Erfolg übernommen werden. Die Autorin übernimmt daher keine Verantwortung für das Nicht-Gelingen der im Buch beschriebenen Methoden.
Sämtliche hier dargestellten Inhalte dienen somit ausschließlich der neutralen Information. Sie stellen keinerlei Empfehlung oder Bewerbung der beschriebenen oder erwähnten Methoden dar. Dieses Buch erhebt weder einen Anspruch auf Vollständigkeit, noch kann die Aktualität und Richtigkeit der hier dargebotenen Informationen garantiert werden. Dieses Buch ersetzt keinesfalls die fachliche Beratung und Betreuung durch einen Tierarzt. Die Autorin und die Herausgeber übernehmen keine Haftung für Unannehmlichkeiten oder Schäden, die sich aus der Anwendung der hier dargestellten Information ergeben.
Birmakatze Katzentraining
Ratgeber zum Auslasten, Trainieren und Beschäftigen einer Katze der Birma Rasse
Katzenbeschäftigung – Jagdspiele – Clicker-Training – Trainingsaufbau
Expertengruppe Verlag
Inhaltsverzeichnis
Über die Autorin
Vorwort
Was Du über Deine Birmakatze wissen musst
Grundpfeiler des Katzentrainings
Warum ist es sinnvoll, mit Deiner Birmakatze zu trainieren?
Kannst Du mit jeder Katze trainieren?
Wie lernt Deine Katze am effektivsten?
Ist Deine Katze intelligent?
Was sind die Unterschiede zum Hundetraining?
Die 10 Grundregeln zum erfolgreichen Trainieren
Sonderkapitel: Clicker-Training
Was ist Clicker-Training?
Häufig gestellte Fragen
Vorstellung der Trainingsmethoden
Dein Timing Trainieren
Clicker-Verknüpfung aufbauen
Futter-Ignorieren-Übung
Übung mit der Kiste
Weitere Anregungen
Jagdspiele
Ist Deine Birmakatze ein Jäger?
Wofür sind Jagdspiele sinnvoll?
Wie Du ein Jagdspiel richtig aufbaust
Exkurs: Jagdspielzeuge selber basteln
Katzentraining
Beschäftigungstipp für Deine Birmakatze außerhalb des Trainings
Leinenführigkeit
In die Box
Apportiertraining
Spaßtraining
Pfötchen geben
Schlecken
Männchen machen
Sprung durch den Reifen
Weitere Anregungen
Weitere Aspekte des Katzentrainings
Grundpfeiler der Katzenerziehung
Was Du unbedingt vermeiden solltest
Die nächsten Schritte
Fazit
Platz für Deine Notizen
Buchempfehlung für Dich
Hat Dir mein Buch gefallen?
Quellenangaben
Impressum
S
usanne Herzog ist ein echter Tierfreund – wobei es ihr Katzen ganz besonders angetan haben, was nicht verwundert, ist sie doch in einem Katzenhaushalt aufgewachsen.
Schon in ihrer frühen Jugend baute sie ihre Liebe für Tiere aus, indem sie regelmäßig in einem Tierheim aushalf. Dort kam sie auch zum ersten Mal mit der Schattenseite der Tierhaltung – mit verwahrlosten, traumatisierten und kaum sozialisierten Tieren – in Verbindung. Ihre Leidenschaft wurde geweckt und sie begann zu analysieren, wie es dazu kam. Doch noch viel wichtiger, als die Gründe zu erforschen, war es für sie, herauszufinden, wie die meisten Probleme von Beginn an vermieden werden konnten. Darauf aufbauend entwickelte sie Methoden, wie sie Tieren mit akutem Problemverhalten wieder zu einem besseren und normaleren Leben verhelfen konnte.
Um mit ihrem Wissen nicht nur den Katzen im Tierheim, in dem sie auch heute noch ehrenamtlich tätig ist, ein besseres Leben zu verschaffen, gibt Susanne Herzog mehrmals jährlich Seminare für gestresste Katzenhalter. Aus ihrer Erfahrung und dem Feedback der Teilnehmer entstand schließlich die Idee, ihr umfangreiches und praxistaugliches Wissen einem größeren Personenkreis als Buch verfügbar zu machen.
Ihr Ziel ist es, Katzenbesitzern dabei zu helfen, ihren Samtpfoten ein spannendes, abwechslungsreiches aber auch artgerechtes Leben zu bieten. Sie möchte verhindern, dass zu wenig Beschäftigung und Abwechslung zu großen Problemen und Verhaltensauffälligkeiten werden, die später dazu führen, dass Katzen in einem Tierheim abgegeben werden.
Nach langer Recherche-, Schreib- und Korrekturarbeit kam schlussendlich dieser Ratgeber dabei heraus. Neben allgemeingültigen Anleitungen zur Katzenerziehung wird hier besonders auf die Bedürfnisse von Birmakatzen eingegangen. Er soll jedem Birmakatzen Halter einen Leitfaden an die Hand geben, um ohne besondere Vorkenntnisse seine Katze ausreichend und abwechslungsreich zu beschäftigen. Jede Katze ist es wert, die notwendige Aufmerksamkeit zu erhalten, die viele uninformierte Katzenhalter unbewusst nicht zur Verfügung stellen.
Wer sich an die Tipps und Hinweise in diesem Ratgeber hält, der kann sich sicher sein, dass er viele Jahre lang Freude an einem außergewöhnlich tollen Begleiter haben wird.
H
erzlichen Glückwunsch, Du hast die hervorragende Entscheidung getroffen, eine Birmakatze in Deinem Leben willkommen zu heißen. Und darüber hinaus hast Du beschlossen, diesen Ratgeber zu kaufen. Damit hast Du gleich zwei gute Entscheidungen getroffen.
Deine Birmakatze gehört einer unglaublich tollen Rasse an, die es wert ist, dass sie ihr Leben lang gefordert und gefördert wird. Denn nur eine ausgelastete Katze führt ein wirklich glückliches und ausgeglichenes Leben.
Bevor Du die nächsten Seiten liest, solltest Du wissen, was Dich erwartet. Dieser Ratgeber wird Dir keine einfache Lösung bieten, wie Du mit wenig Aufwand eine unvergleichliche Bindung zu Deiner Birmakatze aufbaust. Dieser Ratgeber zeigt Dir keine Abkürzung zum Erfolg auf. Und das Wichtigste: Das Lesen alleine wird nichts verändern. Der Erfolg dieses Ratgebers hängt ganz alleine von Dir ab.
Und genau deshalb erklärt Dir dieser Ratgeber, wieso es so wichtig ist, dass das Training Deiner Katze nicht mit der Grunderziehung endet. Er zeigt Dir auf, wie Du Deine ausgewachsene Birmakatze ihr Leben lang weiter trainieren und fördern kannst. Denn wie wir Menschen, entwickeln sich auch Katzen stetig weiter, wenn wir ihnen die Möglichkeit dazu bieten.
Dieser Ratgeber wird Dir viele Methoden vorstellen, die Du alleine und ohne großen finanziellen Aufwand sofort umsetzen kannst. Das Einzige, was Du benötigst, ist der Wille, die nötige Zeit und eventuell ein paar kleine Utensilien zur Unterstützung. Es ist ganz einfach und für jeden umsetzbar.
Meine Frage an Dich lautet daher: Bist Du bereit, jeden Tag – und ich meine wirklich JEDEN Tag – eures weiteren gemeinsamen Lebens einige Minuten zu investieren, um das Leben Deiner Birmakatze spannender, interessanter und herausfordernder zu gestalten?
Wenn ja, dann hast Du mit diesem Buch eine hervorragende Wahl getroffen. Da Du diese dritte Entscheidung getroffen hast, bist Du jetzt bereit, die nächsten Seiten zu lesen.
Ich wünsche Dir daher viel Erfolg und von Herzen alles Gute für euch zwei.
- Kapitel 1 -
D
u hast Dich vermutlich ganz bewusst für eine Birmakatze entschieden, als Du Deine Katze ausgesucht hast. Wahrscheinlich hast Du Dich im Vorhinein schon intensiv mit den Rassemerkmalen Deines vierbeinigen Freundes beschäftigt. Das meiste, was jetzt folgt, wirst Du daher schon kennen. Doch weil es so wichtig für euer gemeinsames Training ist, möchte ich es noch einmal kurz wiederholen.
Die Birmakatze ist eine ganz besondere Katzenrasse, die sich deutlich von vielen anderen unterscheidet. Im Training von Katzen gibt es viele Elemente, die für alle Rassen gleichermaßen gültig sind. Allerdings hat jede Rasse besondere Merkmale und Charakterzüge, die sie einzigartig machen. Und genau diese Eigenschaften sind in der Trainingsplanung und -umsetzung wichtig.
Manche Trainingsbausteine sind für Deine Birmakatze deutlich wichtiger, schwieriger oder leichter als beispielsweise für eine Bengal und genau hierauf werde ich Dich auf den nachfolgenden Seiten immer wieder hinweisen. Im Prinzip ähneln sich die Trainingsmethoden für alle Rassen, aber Du erhältst immer nochmal Hinweise von mir, wenn Du bei der Rasse der Birmakatze etwas Besonderes beachten musst. Doch jetzt ist es erst einmal wichtig, dass Du Deine Birmakatze und ihre Eigenheiten genau kennenlernst.
Starten wir daher zunächst mit dem Namen: Zulässig ist sowohl Heilige Birma, Birmakatze als auch nur Birma. Obwohl Birma auf Englisch Burma bedeutet, sollte sie nicht mit der Burmakatze verwechselt werden, denn dabei handelt es sich um eine andere und kurzhaarige Rassekatze. Ein Zusammenhang zwischen dem Land Myanmar (das früher Birma hieß), konnte bislang nicht zweifelsfrei belegt werden. Gezüchtet wurde sie zum ersten Mal Anfang des 20. Jahrhunderts in Frankreich. Das Ziel war eine perfekte Mischung aus zwei bereits bestehenden Rassekatzen: der langhaarigen Perserkatze und der kurzhaarigen Siamkatze. Anerkannt wurde sie bereits 1949 durch den Züchter-Dachverband FIFe.
Die meisten erkennen diese schöne Rasse an ihrem mittellangen, fast flauschigen Fell. Die auffällige Färbung entsteht dadurch, dass es sich bei der Birmakatze um einen Teilalbino handelt. Das Gesicht weist dabei immer eine dunkle Maske auf und die Pfoten sollten immer rein weiß sein, was auch als Handschuhe bezeichnet wird. Erlaubt sind für die dunkleren Stellen im Gesicht, an den Ohren, den Beinen und dem Schwanz alle Point-Farben, wobei sich derzeit Tabby und Tortie durchzusetzen scheinen. Du brauchst Dich allerdings nicht zu wundern, wenn Dein Kitten fast noch ganz weiß ist – das ist ganz normal. Die Birma Kitten werden immer weiß geboren und dunkeln erst später nach.
Von ihrem Wesen her ist die Birmakatze überaus menschenbezogen und freundlich. Sie sucht aktiv die Nähe ihrer Menschen und ist als äußerst liebe und sanfte Katze zu beschreiben. Ihre Intelligenz und wachen Sinne sollten jedoch nicht unterschätzt werden, ebenso ihre schnellen Reflexe. Trotz ihres sanften Wesens spielt sie gerne und das sehr ausgiebig – eine Eigenschaft, die sie auch bis ins hohe Alter beibehält. Mit anderen Tieren versteht sie sich in der Regel gut, Du solltest allerdings genügend Geduld bei der Zusammenführung walten lassen. Mit Kindern versteht sie sich ebenfalls hervorragend, was sie zur perfekten Familienkatze macht.
Auch was ihre Haltungsbedingungen betrifft, ist die Birma eine ideale Hauskatze. Bis auf die Fellpflege, die bei ihr etwas aufwendiger ist als bei anderen Hauskatzen, stellt sie nur sehr wenige Bedingungen an ihre Haltung. Wichtig ist für Deine Birma, dass sie vollwertig in Deine Familie aufgenommen wird und eine innige Beziehung zu Dir aufbauen kann. Längere Zeit allein zu sein, ist dagegen nichts, was ihr gefällt, schon gar nicht, wenn sie allein gehalten wird und nur wenig Beschäftigung hat. Sollte dies zu oft und zu lange passieren, kann sie – wie übrigens alle Hauskatzen – Problemverhalten entwickeln.
Im Gegensatz zu anderen Katzen, benötigt Deine Heilige Birma keinen Freilauf. Bei einer guten Integration mit Dir und ausreichend Beschäftigung ist sie auch als reine Wohnungskatze glücklich. Willst Du ihr jedoch Auslauf gewähren, empfehle ich dies nur in einem eingezäunten Garten, der am besten auch von einem Netz überspannt ist. Dadurch stellst Du nicht nur sicher, dass Deine Birma nicht entkommt, sondern auch, dass alle Vögel und andere Kleintiere vor ihr in Sicherheit sind. Darüber hinaus taugt sie auch nicht zum wirklichen Freigänger, da sie viel zu menschenfreundlich ist. Sie würde bedenkenlos mit anderen Menschen mitgehen und sich verwöhnen lassen. Durch ihr ansprechendes Äußeres kommt es daher nicht selten vor, dass Birmakatzen dadurch ungewollt ihren Besitzer wechseln.
Solltest Du Deine Birmakatze noch nicht ausgesucht haben, sondern noch mit dem Gedanken spielen, Dir eine zu kaufen, gebe ich Dir abschließend noch folgenden Tipp:
Beziehe sie unbedingt von einem seriösen Züchter und informiere Dich genau über diesen und die Elterntiere. Deine Birmakatze wird durchschnittlich 12 Jahre alt und da ist es wichtig, dass sie sowohl gesundheitlich als auch von ihrer sozialen Prägung her gut aufgestellt ist und nicht wegen Überzüchtung schon von Geburt an ein schwieriges Leben haben wird. Schau Dir auch genau an, wie der Züchter seine eigenen Katzen behandelt und ob dies mit den Methoden, die Du in diesem Buch erlernen wirst, übereinstimmt. Eine in der frühen Jugend traumatisierte Katze verlangt ein enormes Erziehungsprogramm und das überfordert die meisten Katzenbesitzer. Ein seriöser Züchter sollte Dir auch immer den Stammbaum zeigen können. Hier darf kein Ahne zweimal vorkommen, um Inzuchtprobleme von Beginn an zu vermeiden.
Auch wenn es schmerzen kann, so kostet eine seriös gezüchtete Birmakatze oft um die 700 Euro. Alles, was deutlich darunter liegt, sollte ebenfalls Dein Misstrauen erregen, da es sich hierbei meist um sogenannte Vermehrer handelt. Diese legen wenig Wert auf eine artgerechte Haltung und gute Sozialisierung ihrer Tiere und schon gar nicht auf eine gesunde genetische Basis.
Schaue Dir sowohl die Katzenjungen, als auch den Züchter und die Elterntiere ganz genau vor dem Kauf an, damit Deinem glücklichen Leben zusammen mit Deiner Birmakatze nicht schon von Anfang an Steine in den Weg gelegt werden.
Natürlich kannst Du Deine Birmakatze auch jederzeit aus dem Tierheim adoptieren. Diese Option wäre nicht nur sehr nobel und vorbildlich, sondern Du würdest der Katze gleichzeitig auch die Chance auf ein gutes, erfülltes und glückliches Leben geben. Allerdings ist nicht jeder bereit oder in der Lage, eine Tierheimkatze aufzunehmen, denn diese Katzen kommen selten ohne Vorbelastungen ins Heim. Diese können einmal gesundheitlicher Natur sein, was Dich eventuell ein ganzes Katzenleben lang finanziell belasten wird, oder die kleinen Samtpfoten haben traumatische Erlebnisse hinter sich und sind deshalb vielleicht sogar verhaltensauffällig und schwer vermittelbar.
Beides muss nicht zwingend zutreffen, aber die Möglichkeit ist bei einer Tierheimkatze deutlich höher als bei einer Katze von einem seriösen Züchter. Darüber solltest Du Dir im Klaren sein und alle Risiken und eventuelle Vorbelastungen detailliert im Tierheim ansprechen. Wenn Du Dich dieser Herausforderung gewachsen fühlst, ist es großartig, dass Du einer Tierheimkatze ein neues Zuhause schenkst! Für das Training mit Deiner Birmakatze bedeutet das wahrscheinlich, dass Du nochmal geduldiger sein musst und bei vielen Dingen ein paar mehr Wiederholungen einplanen kannst, um alte Erlebnisse und Verhaltensmuster zu überschreiben. Aber mit der richtigen Einstellung und dem festen Willen wird es Dir auch gelingen, davon bin ich überzeugt.
Für den schnellen Überblick findest Du auf der nachfolgenden Seite noch einen Steckbrief zur Rasse der Birmakatze.
Steckbrief Birmakatze
Bild
Herkunft
Frankreich
Größe
Mittelgroß
Kopf-Rumpf-Länge: bis 50 cm
Schulterhöhe bis 30 cm
Gewicht
Katze: 3,5 – 4 kg
Kater: 4,5 – 6 kg
Körperbau
Lang gestreckt mit eher kurzen Beinen
Kopfform
Breite und rundliche Form, wirkt wie ein abgerundetes Dreieck
Augen
Die großen blauen Augen sind eines der auffallendsten Kennzeichen der Heiligen Birma
Fell und Farbe
Das Fell ist halblang bis lang mit wenig Unterwolle. Im Gesicht ist das Fell kurz und geht in eine Halskrause über. Alle Point-Farben sind erlaubt, wobei sich Tabby und Tortie zur Zeit etablieren.
Fellpflege
Aufgrund der Länge ist regelmäßiges Kämmen und Bürsten sinnvoll, um Verfilzungen zu vermeiden.
Charakter
Gesellig, freundlich, aufmerksam, intelligent, verspielt, anhänglich, kinderlieb
Besonderheiten
Die Pfoten müssen immer weiß sein.
Steckbrief Birmakatze
- Kapitel 2 -
Ü
ber das Trainieren von Katzen gibt es leider deutlich weniger Bücher und Informationen als das für Hunde der Fall ist. Wahrscheinlich liegt genau darin einer der Gründe, warum es vielen Katzenhaltern einfach nicht bewusst ist, dass sie ihre Katze tatsächlich trainieren können und auch sollten.
Damit Du es mit Deiner Birmakatze besser machst als der durchschnittliche Katzenhalter, lernst Du auf den nachfolgenden Seiten:
Warum Training für Deine Birmakatze sinnvoll ist,
ob Du mit jeder Katze trainieren kannst,
wie Katzen lernen,
was die Unterschiede zum Hundetraining sind und
an welche 10 Grundregeln Du Dich auf jeden Fall beim Training halten solltest.
Mithilfe dieser Informationen kannst Du gut gewappnet in das Training Deiner Birmakatze starten! Wichtig anzumerken ist für mich an dieser Stelle aber, dass ich davon ausgehe, dass Deine Birmakatze schon eine fundierte Grunderziehung erhalten hat. Ich werde Dir auf den nachfolgenden Seiten zwar viel Wissen vermitteln, aber ich gehe auch davon aus, dass ihr beide schon etwas Erfahrung habt und die Grunderziehung abgeschlossen ist.1
Außerdem sollte Deine Birmakatze nicht zu jung sein, da das Training eine große Portion Aufmerksamkeit von Dir und Deiner Katze verlangt. Gerade Kitten und junge Katzen lassen sich jedoch schnell ablenken und können sich nur für kurze Zeit konzentrieren. Ich empfehle daher, mit dem intensiven Training nicht vor dem zweiten Lebensjahr zu starten. Die Jagdspiele sind hiervon selbstverständlich ausgenommen. Wichtig bei den Jagdspielen ist allerdings, gerade im jungen Alter darauf zu achten, dass die noch wachsenden Gelenke nicht durch übertriebenes Springen unnötig belastet werden.
D
a Du meinen Ratgeber erworben hast, scheinst Du ernsthaft mit dem Gedanken zu spielen, Deine Birmakatze trainieren zu wollen. Wenn Du über diesen – wohl angemerkt sehr vernünftigen – Gedanken mit Deinen Mitmenschen sprichst, werden die meisten erstaunt erwidern, dass Katzen im Gegensatz zu Hunden nicht zu trainieren sind. Was selbstverständlich absoluter Blödsinn ist.
Was stimmt, ist, dass Hunde seit ihrer Domestizierung – sprich seit Jahrhunderten, wenn nicht sogar seit Jahrtausenden – vom Menschen bewusst trainiert wurden, was bei Katzen nicht der Fall ist. Dies geschah jedoch nicht, weil Hunde besser dazu geeignet sind, trainiert zu werden, sondern weil sie trainiert werden mussten, um ihre Aufgaben dem Wunsch des Menschen entsprechend zu erfüllen (wie zum Bespiel das Eigentum zu beschützen oder Schafe zu treiben). Dies war bei Katzen lange Zeit nicht erforderlich, da sie ihren eigentlichen Zweck – Mäuse zu fangen – nicht erst antrainiert bekommen mussten, sondern ihn von sich aus erfüllten und dabei weitestgehend freie Hand hatten.
Ähnlich domestiziert und damit trainiert wie Hunde werden Katzen erst seit knapp 150 Jahren. In dieser kurzen Zeit ist es kaum verwunderlich, dass ihr „will to please“ (also ihr Wunsch dem Menschen zu gefallen), der auch dem Hund erst über Jahrhunderte durch selektive Züchtung angeeignet wurde, noch nicht so stark ausgeprägt ist. Was allerdings kein Trainingshindernis an sich darstellt, sondern nur den Weg etwas herausfordernder gestaltet.
Ich gehe in diesem Ratgeber davon aus, dass Du Deine Birmakatze als klassische Hauskatze hältst und sie keine Arbeitsfunktion (wie das Jagen von Mäusen) bei Dir zu erfüllen hat. Durch diese Umwandlung in ihrer Beziehung zu uns Menschen haben Katzen ein altbekanntes Problem geerbt, das bis dahin für sie vollkommen unbekannt war: Langeweile!
Tatsächlich gibt es Halter, die davon überzeugt sind, dass es ihrer Katze ausreicht und sie erfüllt, den ganzen Tag faul auf dem Sofa zu liegen und zu schlafen oder zu dösen. Ich bin da anderer Meinung. Ich glaube fest daran, dass jede Katze es verdient hat, einer Beschäftigung nachzugehen und diese auch freudig annimmt, wenn sie ihr auf die richtige Art und Weise angeboten wird. Im Falle einer Hauskatze kann dies ein spannendes Hobby sein und das in diesem Ratgeber beschriebene Katzentraining kann genau zu diesem Hobby werden.
Da ich Katzentraining als Hobby ansehe, liegt mein Fokus darauf, dass es sowohl Deiner Katze als auch Dir Spaß macht. Nur wenn euch beiden das gemeinsame Training Freude bereitet, werdet ihr erfolgreich sein und es auch dauerhaft umsetzen. Aus diesem Grund sind die später vorgestellten Tricks und Übungen nicht nur nach Nützlichkeit ausgewählt, sondern orientieren sich auch ganz klar am Spaßfaktor.
Dennoch stellt jedes Training mit Deiner Birmakatze auch eine gewisse Verhaltenstherapie dar. Das heißt, dass Du die Methoden, die Du zum Trainieren von Männchen machen verwendest, ebenfalls auf „nützlichere“ Übungen anwenden kannst, wie zum Beispiel das Gewöhnen an ein neues Katzenklo. Außerdem baut Deine Katze durch das intensive Training eine deutlich innigere Beziehung zu Dir auf, was ihr Vertrauen in Dich stärkt und somit auch die Bereitschaft erhöht, mit Dir in allen anderen Lebenslagen zu kooperieren.
Und zu guter Letzt bin ich davon überzeugt, dass die Ursache für eine Vielzahl an Problemverhalten unserer Hauskatzen in einfacher Langeweile gründen. Katzen sind intelligente Tiere, die gefordert und gefördert werden müssen. Geschieht dies nicht, sucht sich Deine Katze Mittel und Wege, um die fehlende Aufmerksamkeit von Dir zu erhalten – und das werden in der Regel nicht die Wege sein, die Du bevorzugst. Biete Deiner Birmakatze daher bewusst ein abwechslungsreiches Programm aus Training und Jagdspielen an und sie wird es Dir in vielerlei Form zu danken wissen.
Mit der Rasse der Birmakatze hast Du das große Glück, dass sie nicht nur sehr intelligent, sondern gleichzeitig auch sehr spielfreudig ist. Doch mit diesem Glück geht auch eine große Verantwortung einher: Denn Du musst Dir bewusst sein, dass Du Deine Katze nicht einfach ohne Beschäftigung für mehrere Stunden oder Tage alleine lassen kannst. Das wird früher oder später zu einem akuten Problemverhalten führen.