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"Warum erlebst Du immer so was?", werde ich oft gefragt. Ich weiß es nicht und im Grunde habe ich aufgehört, mir diese Frage beantworten zu wollen. Und zeitgleich habe ich angefangen, diese Erlebnisse in kurzen Geschichten mit meinen Freunden auf Facebook zu teilen. Aus den Geschichten ist nun dieses Buch geworden, mit Zeichnungen meines Vetters Bernhard. Es ist unser Beitrag, um die Zeit ein wenig zu verkürzen, bis der Alltag wieder so ist, wie er einmal war.
Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:
Seitenzahl: 50
Veröffentlichungsjahr: 2020
Für meine Eltern
Promis - 12. April 2013
Müde - 26. Januar 2016
Dönerbude - 24. Februar 2016
Möbelwerbung - 30. März 2016
Verwirrung - 21. Oktober 2016
Brauwelt - 5. November 2016
Filmkarriere - 2. November 2017
Alaaaaaf - 11. Februar 2018
Bitte beide Flügel öffnen - 8. März 2016
Vergesslichkeit - 29. November 2018
Kurtaxe - 2. September 2018
Straßenbahn – 12. Dezember 2018
Who let the dogs out - 15. Mai 2019
Supermarkt - 13. Juni 2017
Nichtstun - 19. Juli 2019
Radiowerbung - 7. Februar 2015
Craft Bier - 23. August 2017
Gleiches Auto - 8. November 2013
Ausparken - 23. Juli 2015
Stau - 22. September 2015
Straßenverkehr - 2. Oktober 2015
Mitmenschen - 3. März 2016
Nebelschlussleuchte - 2.Oktober 2016
Einparkhilfe - 17. Februar 2017
Die Bahn macht mobil - 8. Oktober 2014
Der Weg ist das Ziel - 23. Mai 2015
Bahnfahrt mit Hund - 30. Januar 2017
Platz in der Bahn - 14. September 2017
Bordbistro - 15. Oktober 2017
Raucherpause - 23. April 2018
Willy - 3. Juni 2018
Verkaufsförderung - 19. Juni 2019
Gewohnheit - 18. Februar 2015
Babel - 16. September 2019
Reisegepäck - 9. Oktober 2019
Polen im Advent - 18. Dezember 2015
Nebenjob - 22. Dezember 2015
Beleuchtung im Hotel - 6. Februar 2016
Lufthansa - 22. April 2016
MacBook Maus - 12. August 2015
Montag - 29. Januar 2018
Salamipizzatherapie - 9. März 2017
Kinder-Ärztin - 30. Juli 2017
Bahnfahrt - 7. November 2016
Telefonat - 25. April 2017
Bürokratie - 10. Oktober 2017
Schwerhörig - 3. Oktober 2018
Mich hat gerade eine Frau auf der Straße so umgerempelt, dass wir beide gefallen sind. Beim Aufstehen steht sie auf meinem Schnürsenkel.
Sie: „Glotzen Sie nicht so, wir kennen uns nicht. Ich arbeite beim Fernsehen; jeder denkt, mich zu kennen. Gehen Sie einfach weiter!"
Ich zucke mit den Schultern und sage: „Aha... Sie stehen auf meinem Schnürsenkel!"
Sie: „Jetzt gehen Sie schon, ich bin nicht in der Laune für Autogramme."
Ich habe das Gefühl, sie hat irgendwie nicht zugehört, und versuche es noch mal, weil ich keine Chance habe zu gehen: „Sie stehen auf meinem Schnürsenkel!" Sie guckt mich mit offenem Mund an und ich sage ihr, dass ich gar kein Autogramm will und auch gar nicht weiß, wer sie ist.
Sie: „Das ist ja wohl das Allerletzte!" Dann dreht sie sich um und geht. Und ich bleibe mit einem loriösem Gefühl zurück.
Wenn man morgens so in Gedanken ist, dass man nach dem Zähneputzen zwar noch daran denkt zu gurgeln, dann aber die Kappe mit Listerine ansetzt und auf ex trinkt, ist man spätestens nicht mehr in Gedanken, wenn das Zeug in der Speiseröhre ankommt.
Ich habe gerade gelernt, dass ich Klischees im Allgemeinen anscheinend sehr gut erfülle.
Ich esse konzentriert einen Döner in einer Dönerbude. Neben mir eine Gruppe Türken und Türkinnen, die offensichtlich über mich reden.
Eine Frau aus der Gruppe bestellt einen türkischen Tee mit Süßstoff. Der Tee und die Natreen-Packung kommen. Aber irgendwas klemmt. Alle in der Gruppe drücken nacheinander auf der Taste rum und schütteln die Dose. Nichts geht. Ich frage, ob ich helfen darf, nehme den Deckel ab, schütte ein paar Pillchen auf eine Serviette und gebe sie ihr.
Schallendes Lachen am Tisch. Dann fragt einer, ob ich deutsch bin und einen technischen Beruf habe. Ich nicke und am Tisch gibt es kein Halten mehr vor Lachen.
Dann werde ich aufgeklärt: Deutsche essen Döner ohne zu kleckern, sind praktisch veranlagt, haben technische Berufe und fassen nichts an, was ein anderer noch essen soll.
Volltreffer!
Huhuuu, beschränkter Hausgeist Mia von Mömaxx, danke, dass du in letzter Zeit morgens immer in der Radio-Werbung bist! Das ist der Moment, in dem ich es schaffe, innerhalb von Bruchteilen einer Sekunde meine Position im Bett von waagerecht auf senkrecht zu wechseln, um das Radio schnellstmöglich auszuschalten. Und danach ist der Kreislauf spontan hochgefahren, und ich kann den Tag starten. Danke! Danke!
Danke!!
Als Gegenleistung habe ich mir überlegt, dass ich Dir mal den Typen von Seitenbacher vorstelle. Dann könnt ihr auf einem deiner Sofas Müsli futtern und mit Bio-Basis-Öl anstoßen. Hauptsache, ihr seid beschäftigt und ich habe morgens wieder meine Ruhe!
Auf der Treppe hinunter zur U-Bahn kollidiere ich in einer Kurve, in der ich wohl zu stark beschleunigt habe, mit einer Stewardess und entschuldige mich.
Sie: „Warum sprechen Sie deutsch?"
Sie fragt das so irritiert, dass ich über meine erstaunlichen Sprachfähigkeiten einen Augenblick auch ganz überrascht bin.
Dann finde ich eine gute Erklärung und antworte: „Wir sind im Bahnhof Höhenstraße!" Während ich noch überlege, ob das ein guter Grund ist, deutsch zu sprechen, sagt sie: „Oh, falsches zu Hause!", dreht um und rennt die andere Treppe hoch.
Ob das wohl die moderne Version von „in jedem Hafen eine Braut" ist?
Ich bewege mich nun seit fast 20 Jahren in der Brau-Branche in den unterschiedlichsten Funktionen und mit den unterschiedlichsten Einblicken und Blickwinkeln in und auf diese Branche. Und es gibt da nur noch wenig, was mich in totale Verwunderung versetzt, obwohl es viel Verwunderliches gibt. Ich kenne Kreuzstromwärmetauscher und Brüdenkondensatoren. Ich weiß, dass man Würze strippen kann, dass die meisten Brauereien einen Whirlpool haben und dass das Equipment in Brauereien lustige Namen wie Pegasus und ShakesBeer haben kann. Ich weiß, dass die Schaumstabilität nach NIBEM-Standard gemessen wird und dass es ein Kongressmaischverfahren gab. Ich kenne den Aufbau von Flaschenwaschmaschinen und die kontroverse Diskussion über Hochdruckeinspritzung vorm Verschließer.
