Bitte beide Flügel öffnen - Charlotte Gräfin von der Schulenburg - E-Book

Bitte beide Flügel öffnen E-Book

Charlotte Gräfin von der Schulenburg

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Beschreibung

"Warum erlebst Du immer so was?", werde ich oft gefragt. Ich weiß es nicht und im Grunde habe ich aufgehört, mir diese Frage beantworten zu wollen. Und zeitgleich habe ich angefangen, diese Erlebnisse in kurzen Geschichten mit meinen Freunden auf Facebook zu teilen. Aus den Geschichten ist nun dieses Buch geworden, mit Zeichnungen meines Vetters Bernhard. Es ist unser Beitrag, um die Zeit ein wenig zu verkürzen, bis der Alltag wieder so ist, wie er einmal war.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
MOBI

Seitenzahl: 50

Veröffentlichungsjahr: 2020

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Für meine Eltern

Inhaltsverzeichnis

Promis - 12. April 2013

Müde - 26. Januar 2016

Dönerbude - 24. Februar 2016

Möbelwerbung - 30. März 2016

Verwirrung - 21. Oktober 2016

Brauwelt - 5. November 2016

Filmkarriere - 2. November 2017

Alaaaaaf - 11. Februar 2018

Bitte beide Flügel öffnen - 8. März 2016

Vergesslichkeit - 29. November 2018

Kurtaxe - 2. September 2018

Straßenbahn – 12. Dezember 2018

Who let the dogs out - 15. Mai 2019

Supermarkt - 13. Juni 2017

Nichtstun - 19. Juli 2019

Radiowerbung - 7. Februar 2015

Craft Bier - 23. August 2017

Gleiches Auto - 8. November 2013

Ausparken - 23. Juli 2015

Stau - 22. September 2015

Straßenverkehr - 2. Oktober 2015

Mitmenschen - 3. März 2016

Nebelschlussleuchte - 2.Oktober 2016

Einparkhilfe - 17. Februar 2017

Die Bahn macht mobil - 8. Oktober 2014

Der Weg ist das Ziel - 23. Mai 2015

Bahnfahrt mit Hund - 30. Januar 2017

Platz in der Bahn - 14. September 2017

Bordbistro - 15. Oktober 2017

Raucherpause - 23. April 2018

Willy - 3. Juni 2018

Verkaufsförderung - 19. Juni 2019

Gewohnheit - 18. Februar 2015

Babel - 16. September 2019

Reisegepäck - 9. Oktober 2019

Polen im Advent - 18. Dezember 2015

Nebenjob - 22. Dezember 2015

Beleuchtung im Hotel - 6. Februar 2016

Lufthansa - 22. April 2016

MacBook Maus - 12. August 2015

Montag - 29. Januar 2018

Salamipizzatherapie - 9. März 2017

Kinder-Ärztin - 30. Juli 2017

Bahnfahrt - 7. November 2016

Telefonat - 25. April 2017

Bürokratie - 10. Oktober 2017

Schwerhörig - 3. Oktober 2018

1. Promis - 12. April 2013

Mich hat gerade eine Frau auf der Straße so umgerempelt, dass wir beide gefallen sind. Beim Aufstehen steht sie auf meinem Schnürsenkel.

Sie: „Glotzen Sie nicht so, wir kennen uns nicht. Ich arbeite beim Fernsehen; jeder denkt, mich zu kennen. Gehen Sie einfach weiter!"

Ich zucke mit den Schultern und sage: „Aha... Sie stehen auf meinem Schnürsenkel!"

Sie: „Jetzt gehen Sie schon, ich bin nicht in der Laune für Autogramme."

Ich habe das Gefühl, sie hat irgendwie nicht zugehört, und versuche es noch mal, weil ich keine Chance habe zu gehen: „Sie stehen auf meinem Schnürsenkel!" Sie guckt mich mit offenem Mund an und ich sage ihr, dass ich gar kein Autogramm will und auch gar nicht weiß, wer sie ist.

Sie: „Das ist ja wohl das Allerletzte!" Dann dreht sie sich um und geht. Und ich bleibe mit einem loriösem Gefühl zurück.

2. Müde - 26. Januar 2016

Wenn man morgens so in Gedanken ist, dass man nach dem Zähneputzen zwar noch daran denkt zu gurgeln, dann aber die Kappe mit Listerine ansetzt und auf ex trinkt, ist man spätestens nicht mehr in Gedanken, wenn das Zeug in der Speiseröhre ankommt.

3. Dönerbude - 24. Februar 2016

Ich habe gerade gelernt, dass ich Klischees im Allgemeinen anscheinend sehr gut erfülle.

Ich esse konzentriert einen Döner in einer Dönerbude. Neben mir eine Gruppe Türken und Türkinnen, die offensichtlich über mich reden.

Eine Frau aus der Gruppe bestellt einen türkischen Tee mit Süßstoff. Der Tee und die Natreen-Packung kommen. Aber irgendwas klemmt. Alle in der Gruppe drücken nacheinander auf der Taste rum und schütteln die Dose. Nichts geht. Ich frage, ob ich helfen darf, nehme den Deckel ab, schütte ein paar Pillchen auf eine Serviette und gebe sie ihr.

Schallendes Lachen am Tisch. Dann fragt einer, ob ich deutsch bin und einen technischen Beruf habe. Ich nicke und am Tisch gibt es kein Halten mehr vor Lachen.

Dann werde ich aufgeklärt: Deutsche essen Döner ohne zu kleckern, sind praktisch veranlagt, haben technische Berufe und fassen nichts an, was ein anderer noch essen soll.

Volltreffer!

4. Möbelwerbung - 30. März 2016

Huhuuu, beschränkter Hausgeist Mia von Mömaxx, danke, dass du in letzter Zeit morgens immer in der Radio-Werbung bist! Das ist der Moment, in dem ich es schaffe, innerhalb von Bruchteilen einer Sekunde meine Position im Bett von waagerecht auf senkrecht zu wechseln, um das Radio schnellstmöglich auszuschalten. Und danach ist der Kreislauf spontan hochgefahren, und ich kann den Tag starten. Danke! Danke!

Danke!!

Als Gegenleistung habe ich mir überlegt, dass ich Dir mal den Typen von Seitenbacher vorstelle. Dann könnt ihr auf einem deiner Sofas Müsli futtern und mit Bio-Basis-Öl anstoßen. Hauptsache, ihr seid beschäftigt und ich habe morgens wieder meine Ruhe!

5. Verwirrung - 21. Oktober 2016

Auf der Treppe hinunter zur U-Bahn kollidiere ich in einer Kurve, in der ich wohl zu stark beschleunigt habe, mit einer Stewardess und entschuldige mich.

Sie: „Warum sprechen Sie deutsch?"

Sie fragt das so irritiert, dass ich über meine erstaunlichen Sprachfähigkeiten einen Augenblick auch ganz überrascht bin.

Dann finde ich eine gute Erklärung und antworte: „Wir sind im Bahnhof Höhenstraße!" Während ich noch überlege, ob das ein guter Grund ist, deutsch zu sprechen, sagt sie: „Oh, falsches zu Hause!", dreht um und rennt die andere Treppe hoch.

Ob das wohl die moderne Version von „in jedem Hafen eine Braut" ist?

6. Brauwelt - 5. November 2016

Ich bewege mich nun seit fast 20 Jahren in der Brau-Branche in den unterschiedlichsten Funktionen und mit den unterschiedlichsten Einblicken und Blickwinkeln in und auf diese Branche. Und es gibt da nur noch wenig, was mich in totale Verwunderung versetzt, obwohl es viel Verwunderliches gibt. Ich kenne Kreuzstromwärmetauscher und Brüdenkondensatoren. Ich weiß, dass man Würze strippen kann, dass die meisten Brauereien einen Whirlpool haben und dass das Equipment in Brauereien lustige Namen wie Pegasus und ShakesBeer haben kann. Ich weiß, dass die Schaumstabilität nach NIBEM-Standard gemessen wird und dass es ein Kongressmaischverfahren gab. Ich kenne den Aufbau von Flaschenwaschmaschinen und die kontroverse Diskussion über Hochdruckeinspritzung vorm Verschließer.