Verlag: FinanzBuch Verlag Kategorie: Fachliteratur Sprache: Deutsch Ausgabejahr: 2018

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E-Book-Beschreibung Blockchain 2.0 – einfach erklärt – mehr als nur Bitcoin - Julian Hosp

Was wäre, wenn deine Daten absolut sicher und unhackbar gespeichert werden könnten? Mittlerweile sind "Bitcoin" und "Kryptowährungen" in aller Munde – doch hinter dem Begriff Blockchain steckt weitaus mehr. So sind Datenschutz, Tokenisierung, Smart Contracts und Besitz nur einige ihrer Anwendungsbereiche. Dieses Buch beinhaltet alles zu den Möglichkeiten, Potenzialen und Gefahren von dezentralen Anwendungen. Nach seinem Bestseller Kryptowährungen – Bitcoin, Ethereum, Blockchain, ICO's & Co. einfach erklärt widmet sich Dr. Julian Hosp nun der Erklärung der Blockchain auf simple Art und Weise. Daher ist dieses Buch sowohl für Einsteiger als auch Fortgeschrittene geeignet.

Meinungen über das E-Book Blockchain 2.0 – einfach erklärt – mehr als nur Bitcoin - Julian Hosp

E-Book-Leseprobe Blockchain 2.0 – einfach erklärt – mehr als nur Bitcoin - Julian Hosp

DR. JULIAN HOSP

BLOCKCHAIN 2.0

einfach erklärt – weit mehr als nur Bitcoin

»Ich verfolge Julian schon länger und bin von seinen Einschätzungen und kritischen Ansichten begeistert. Sein Buch liefert – mal wieder – fundierte Aufklärungsarbeit für Profis und Neulinge. Und das einfach erklärt. Danke, Julian!«

Valentin Rahmel aka Sarazar

BLOCKCHAIN 2.0

einfach erklärt – weit mehr als nur Bitcoin

DR. JULIAN HOSP

Bekannt aus

FORBES CNBC BLOOMBERG INC.

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek:

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie. Detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.

Für Fragen und Anregungen:

info@finanzbuchverlag.de

3. Auflage 2019

© 2018 by FinanzBuch Verlag, ein Imprint der Münchner Verlagsgruppe GmbH

Nymphenburger Straße 86

D-80636 München

Tel.: 089 651285-0

Fax: 089 652096

Alle Rechte, insbesondere das Recht der Vervielfältigung und Verbreitung sowie der Übersetzung, vorbehalten. Kein Teil des Werkes darf in irgendeiner Form (durch Fotokopie, Mikrofilm oder ein anderes Verfahren) ohne schriftliche Genehmigung des Verlages reproduziert oder unter Verwendung elektronischer Systeme gespeichert, verarbeitet, vervielfältigt oder verbreitet werden.

Die im Buch veröffentlichten Ratschläge wurden von Verfasser und Verlag sorgfältig erarbeitet und geprüft. Eine Garantie kann jedoch nicht übernommen werden. Ebenso ist die Haftung des Verfassers beziehungsweise des Verlages für Personen-, Sach- und Vermögensschäden Personen-, Sach- und Vermögensschäden ausgeschlossen.

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Redaktion: Judith Engst

Umschlaggestaltung: Ruben Starman

Satz: Röser MEDIA GmbH & Co. KG, Karlsruhe

Druck: GGP Media GmbH, Pößneck

eBook: ePubMATIC.com

ISBN Print 978-3-95972-159-2

ISBN E-Book (PDF) 978-3-96092-290-2

ISBN E-Book (EPUB, Mobi) 978-3-96092-291-9

Weitere Informationen zum Verlag finden Sie unter

www.finanzbuchverlag.de

Beachten Sie auch unsere weiteren Verlage unter www.m-vg.de.

INHALT

DANKSAGUNG

VORWORT VON FRANK THELEN

CHANCEN ERKENNEN

Veränderungen?

Wellen

Top oder Flop?

Meine Geschichte

Eine Vorschau

Für wen sich dieses Buch nicht eignet

Für wen eignet sich dieses Buch?

Download-Tipp

MEHR ALS NUR BITCOIN

Konsensus

Dezentralisierung

Dezentrale Ledger-Technologien

Blockchain-Anwendungen

Beispiele

BLOCKCHAIN IM DETAIL

Was ist eine Blockchain? – Eine Erklärung in 30 Sekunden

Welches Problem löst eine Blockchain?

Funktionsweise einer Blockchain im Detail

Kryptografie-Basics

Konsensus-Kreierung in einer Blockchain (Mining)

Wie kreiert man eine Blockchain?

Wie nutzt man eine Blockchain?

SWOT-Analyse

DIE SIEBEN STÄRKEN DER BLOCKCHAIN-TECHNOLOGIE

1. Unveränderbarkeit

2. Privatsphäre

3. Vertrauen

4. Kompatibilität

5. Transparenz

6. Redundanz

7. Offenheit

DIE SIEBEN SCHWÄCHEN DER BLOCKCHAIN-TECHNOLOGIE

1. Nutzerunfreundlichkeit

2. Kosten

3. Ressourcenverschwendung

4. Skalierungslimitierung

5. Starrheit

6. Privatsphäre

7. Eigenverantwortung

BLOCKCHAIN-ANWENDUNGSBEREICH 1: BESITZ

Kryptowährungen (Finanzbereich)

Meilen und Punkte (Treueprogramme, Kreditkarten, Airlines ...)

Gaming Token (Computerspiele)

Media-Inhalte (Instagram, YouTube …)

Dokumente (PDFs, notarielle Urkunden oder Verträge …)

Grundbuch (Ländereien, Liegenschaften, Immobilien …)

Identität (Staatsangehörigkeit, Pässe, Personalausweise …)

Patente und Marken (Patentamt, IP-Vereinigungen …)

BLOCKCHAIN-ANWENDUNGSBEREICH 2: DATENSCHUTZ

Medizin (Patientendaten, Verschreibungen, Impfpässe …)

Kommunikation (WhatsApp, E-Mail, SMS …)

Social Media und Suchmaschinen (Facebook, Google ...)

Daten und Passwörter (Kreditkartendaten, Zugangsdaten ...)

BLOCKCHAIN-ANWENDUNGSBEREICH 3: SMART CONTRACTS

Treuhänderschaft (Notare, Anwälte, eBay ...)

Dezentrale Computerprogramme (regulierte Plattformen ...)

Wetten (Wettbüros, Lottostellen ...)

Glücksspiel (Casinos, Poker ...)

Orakel (Gutachten, Sachverständigenrat ...)

Versicherungen (Schadensfälle, Regulierungen ...)

Anreize (Motivation, Belohnungen, Sanktionen bei Fehlverhalten ...)

Crowdfunding und ICOs (Funding-Plattformen, Private-Equity-Beteiligungen ...)

Globale Abmachungen (zwischenstaatliche Verträge, Internationaler Gerichtshof ...)

Gerichte (Rechtsprechung, Schiedsgerichte ...)

Künstliche Intelligenz (Clouds, Computer ...)

Skynet (Terminator ...)

BLOCKCHAIN-ANWENDUNGSBEREICH 4: TOKENISIERUNG

Price Discovery (Blockchain-Connectoren, COMIT ...)

Wertpapiere (Aktien, Anleihen ...)

Firmenregister (Handelsregistereintrag ...)

Immobilien (Wohnungen, REITs ...)

Edelmetalle (Gold, Silber ...)

BLOCKCHAIN-ANWENDUNGSBEREICH 5: TRANSPARENZ

Buchhaltung (Inventur, Steuerberater ...)

Audits (Prüfungen, ISO-, TÜV-Zertifizierungen ...)

Logistik (Kühlkette, Transport ...)

Edelsteine (Diamanten ...)

Medikamente (Pharmaindustrie, Drogen ...)

Kopierschutz (Musik, Filme, Programme, Tantiemen, digitale Einzigartigkeit …)

Wahlen (Wahlsysteme, Referenden ...)

Energie (Stromversorgung ...)

Verkehrserziehung (Mautstellen, Stauvermeidung ...)

Spenden (Wohltätigkeitsorganisationen, Fundraising ...)

Steuern (Regierungen ...)

Dezentrale Autonome Governments (Staaten auf der Blockchain ...)

Dezentrale Autonome Organisationen (Franchise-Unternehmen ...)

Dezentrale Autonome Korporationen (Non-Profit-Organisationen, Teams ...)

Reputation (persönlicher Ruf, Produktqualität, Firmenimage ...)

Fake News (Zeitungen, Social Media, Blogs ...)

Schulbildung (Unterricht, Lerninhalte, ...)

Lebensläufe (Zeugnisse, Zertifikate, Universitätsabschlüsse ...)

BewertungsPlattformen (Hotels, Restaurants, Foren ...)

DNS-Routing (Internetprovider ...)

BLOCKCHAIN-ANWENDUNGSBEREICH 6: REDUNDANZ

Schwarmverhalten (Drohnen, Selbst fliegende Flugzeuge ...)

Selbst fahrende Autos (Tesla, Uber ...)

Unvernichtbare Daten (Informationsbewahrung ...)

Big Data (Google, Machine Learning ...)

BLOCKCHAIN-ANWENDUNGSBEREICH 7: INCLUSIVENESS (DAZUGEHÖRIGKEIT)

Zensurresistenz (Medien, Regierungen ...)

Dritte Welt (Finanzen, Entwicklungshilfe ...)

Flüchtlinge (Identifikation, Registrierung ...)

Internet Of Things (Industrie 2.0, Roboter, Smart Devices, Smart Homes ...)

Weltraum (SpaceX, NASA ...)

Unternehmertum (Start-ups, Unternehmensgründungen ...)

SIEBEN GEFAHREN FÜR DIE BLOCKCHAIN-TECHNOLOGIE

1. Hype

2. Skandale

3. Regulierung

4. Quantencomputer

5. Künstliche Intelligenz

6. Alternative Technologien

7. Benevolenter Diktator

BLOCKCHAIN-ALTERNATIVEN

Directed Acrylic Graph (Tangle …)

Gossip On Gossip (Hashgraph …)

UNTERNEHMERTUM: VON DER THEORIE ZUR UMSETZUNG

Vom Problem zur Lösung

Blockchain oder zentrale Datenbank?

Blockchain im Start-up

Blockchain im bestehenden Unternehmen oder einer öffentlichen Einrichtung

Initial Coin Offerings (ICOs)

Marketing

Fünf Erfolgscharakteristika eines Unternehmers

CryptoMind

Die Zukunft der Dezentralisierung

NACHWORT

ÜBER DEN AUTOR

DANKSAGUNG

Wie auch meine letzten Bücher wäre dieses nicht ohne die Hilfe und Unterstützung einer ganzen Reihe an fantastischen Menschen so zustande gekommen, wie du es jetzt vor dir hast. Zum einen schulde ich all den verschiedenen Leuten aus dem Blockchain-Ökosystem großen Dank, die es mir stets ermöglicht haben, mein Wissen durch angeregte Unterhaltungen sowie tiefgründige Diskussionen zu erweitern. Seit 2014 habe ich mich intensiv mit Blockchain und ihren Grundlagen auseinandergesetzt. Dadurch konnte ich mein tiefes Verständnis über die Jahre etablieren. 

Im Folgenden möchte mich bei einigen meiner engsten Freunde bedanken, die essenziell für dieses Buch und dessen Entstehung waren:

Vorneweg möchte ich meiner Frau Bettina danken, die mich wie niemand anderes kennt – und in jeder Lebenslage unterstützt und mir immer den Rücken freihält. Gerade dann, wenn ich es am meisten brauche, ist sie wie immer zur Stelle und erinnert mich daran, nie aufzugeben. Danke, Prinzessin!

Das Gleiche gilt für Patricia Zinnecker. Egal ob Brainstormen, kritisches Gegenlesen, Koordination oder Organisation – danke, Pati, für deinen ständigen Support in den unterschiedlichsten Angelegenheiten.

Auch meinem wunderbaren Freund Dennis Jacobs gilt es zu danken. Dank deinem kritischen Feedback ist dieses Buch zu dem geworden, was es heute ist. Du bist wahrlich wie ein Bruder für mich, den ich nie hatte.

Des Weiteren danke ich meiner Familie, die immer hinter mir steht, egal, was ich verfolge.

Zudem haben mir unzählige Menschen auf dem Weg geholfen, dieses Werk so fertigzustellen. Aus Platzgründen kann ich nicht jeden einzeln erwähnen. Doch ohne jede der Erfahrungen oder Begegnungen wäre dieses Buch nicht entstanden. Danke euch allen!

Dein Julian im Herbst 2018

VORWORTVON FRANK THELEN

Die »Blockchain« ist eines der beherrschenden Themen in IT und Wirtschaft. Gleichzeitig herrscht viel Unsicherheit, worum es dabei überhaupt geht.

In vielen Beiträgen und der öffentlichen Diskussion wird die Blockchain-Technologie meist nur mit Kryptowährungen, allen voran Bitcoin, in Verbindung gebracht, wenn nicht gar mit ihnen gleichgesetzt. Im anderen Extrem wird sie als Lösung aller Probleme angepriesen, die digitale Infrastrukturen mit sich bringen können.

Befasst man sich selber eingehender damit, merkt man schnell, dass viele selbst ernannte oder vermeintliche Experten dazu mehr Halbwissen und Floskeln verbreiten als belastbare Fakten. Umso mehr ist Julian Hosp zu danken, dass er mit diesem Buch einen weiteren Beitrag dazu leistet, Blockchains und Kryptowährungen fundiert, umfassend und wirklich für jedermann verständlich zu erklären sowie aufzuzeigen, was damit möglich ist – und was eben nicht.

Ich selbst bin mir sicher, dass durch richtig eingesetzte Blockchains und Distributed Ledgers viele Bereiche unsers Lebens und unserer Wirtschaft grundlegend verändert werden: digitale Währungen, der Handel von Unternehmensanteilen, Verwaltungsvorgänge, Energiehandel oder die automatisierte Abwicklung von Verträgen (Smart Contracts), um nur einige zu nennen.

Diese Umwälzungen werden disruptiv sein und die genannten Branchen grundlegend verändern. Die Veränderungen bieten damit auch die Chance, dass neue Amazons, Facebooks und Googles entstehen. Wir in Europa und Deutschland sollten alles dransetzen, diesmal vorne dabei zu sein und damit die Heimat dieser neuen Milliardenunternehmen zu werden.

Damit das gelingt, müssen wir aber alle bereit sein, offen mit dieser neuen Technologie umzugehen, ihre Chancen zu erkennen und zu nutzen – und dies ist nur möglich, wenn wir sie verstehen. Julian liefert mit diesem Buch einen wichtigen Beitrag dazu.

Frank Thelen, im Sommer 2018

CHANCEN ERKENNEN

VERÄNDERUNGEN?

Wie notwendig sind Veränderungen? Wie schnell vollziehen sie sich? Wer über Blockchains und andere neue Entwicklungen nachdenkt, der sollte sich gegenüber Veränderungen aufgeschlossen zeigen. Dass diese manchmal einen rasanten, gänzlich unvorhergesehenen Wandel mitbringen, zeigt sich am Beispiel Nokia, dessen Unternehmenssprecher Kari Tuuti noch im Januar 2007 der Zeitschrift Der Spiegel das folgende Interview gab.1

SPIEGEL ONLINE: Apple steigt in den Handymarkt ein. Macht Ihnen das Angst?

Kari Tuuti (Unternehmenssprecher Nokia): Überhaupt nicht. Wir verkaufen jetzt schon das Nokia N91 mit acht Gigabyte Speicherplatz. Apples iPhone wird womöglich erst Ende des Jahres in Europa verfügbar sein. Wir haben also ein Jahr Vorsprung.

SPIEGEL ONLINE: Aber könnte Apple nicht doch den Handymarkt aufmischen und Nokias Position gefährden?

Tuuti: Ich vertraue in unsere Produkte. Und in die neuen Geräte, die in den kommenden Monaten auf den Markt kommen. Das iPhone ist ein ernst zu nehmendes Konkurrenzprodukt. Aber ich bin mir sicher, dass wir der Marktführer bleiben. Im Bereich der Multimedia-Handys, zu denen auch das iPhone gehört, haben wir im vergangenen Jahr fast 40 Millionen Stück verkauft. Unser Marktanteil beträgt hier 50 Prozent, wir sind also unangefochten die Nummer eins.

Nur sechs Jahre später, im Jahr 2013, sieht die Situation komplett anders aus. Nachdem Nokia von 1998 bis 2011 durchgehend weltgrößter Mobiltelefonhersteller gewesen war, wurde die Firma von Samsung als Nummer eins abgelöst; Nokia hatte nur noch einen Marktanteil von 22,5 Prozent. Der Hintergrund: Nokia hatte zu spät auf die Umwälzung des Mobilfunkmarkts reagiert, die 2007 mit der Einführung des iPhones und dem anschließenden Aufstieg des Smartphones vom Nischen- zum Massenprodukt eingesetzt hatte. Am 3. September 2013 gab Nokia seinen Plan bekannt, die gesamte Mobiltelefonsparte an Microsoft zu verkaufen. Apple wurde dann, beflügelt durch das iPhone und die daran geknüpften Produkte, zur wertvollsten Firma der Welt.2

Ein weiteres Beispiel für die Auswirkungen von Veränderung ist die Firma Blockbuster LLC3, welche einen weltweiten Videoverleih betrieb und 1985 in den USA gegründet wurde. An ihrem Höchststand im Jahr 2004 hatte sie über 60.000 Mitarbeiter und 9000 Geschäfte weltweit.4 Im Jahr 2000 wurde dem Geschäftsführer Jim Keyes ein kleines Start-up-Unternehmen namens Netflix für ca. 40 Millionen Euro angeboten. Das waren damals gerade einmal 1 Prozent des Werts von Blockbuster, der sich auf 4 Milliarden Euro belief. Er lehnte das Angebot mit einem später berühmt gewordenen Zitat ab: »Mich interessiert Netflix nicht, die sind keine Konkurrenz und daher nicht mal auf meinem Radar!«5 2010, wenige Jahre später, ging Blockbuster LLC mit einer knappen Milliarde Euro Schulden in die Insolvenz. Im Jahr 2018 erreichte Netflix einen Firmenwert von über 100 Milliarden Euro – 25-mal mehr, als es Blockbuster je wert gewesen war.6

Diese und noch viele andere Beispiele verdeutlichen eines: »Das Einzige, das sich in unserer Welt nie verändert, ist die Veränderung selbst!«

Wie die Geschichte immer wieder gezeigt hat, kann sich nichts und niemand dieser Gesetzmäßigkeit widersetzen, auch keine noch so großen Konzerne oder sogar Länder. Doch wer glaubt, dass solche Dinge nur Firmen, jedoch nicht Einzelpersonen passieren, sollte sich das folgende Beispiel genau anschauen:

Im Jahr 1870 erkannte ein damals 31-Jähriger einen neuen Trend: Öl und dessen Erzeugnisse wurde immer wichtiger und wichtiger. Gleichgültig, ob als Kerosin für Lampen oder als Benzin für die Autoindustrie: Er verstand, dass dieser Brennstoff eine neue Trendwende einleiten würde. Aus heutiger Sicht ist dieser Trend klar ersichtlich, doch damals kam diese Neuerung dem gleich, was das Internet zur Jahrtausendwende war. Der junge Mann gründete eine Firma, die sich mit der Produktion, dem Transport, der Raffinerie und der Vermarktung von Öl auseinandersetzte. Ein paar Jahrzehnte später war seine Firma die größte Firma der Welt, und ihr Reichtum und Einfluss reichte über viele Generationen hinweg und hält noch bis heute an. Dieses Imperium wurde dadurch geschaffen, dass ein einzelner Mensch einen neuen Trend erkannte und die Chance für sich nutzte, die sowohl sein Leben als auch das seiner ganzen Familie nachhaltig beeinflusste. Bei besagtem Mann handelte es sich John D. Rockefeller und bei seiner Firma um die Standard Oil Company, die noch heute in zwei Teilen als ExxonMobil und Chevron existiert. Aufgrund ihres Monopolstatus war sie aufgespalten worden.

WELLEN

Die Beispiele zeigen, dass es nicht nur wichtig ist, neue Trends überhaupt zu erkennen. Vielmehr kommt es darauf an, sie zu antizipieren, sprich die darin liegenden Chancen zu identifizieren, sich darauf vorzubereiten und sie dann zu nutzen. Wie in den Beispielen von Nokia und Blockbuster geht es darum, den eigenen Untergang zu vermeiden oder, wie im Fall von Rockefeller, etwas Neues aufzubauen. Dies erinnert mich immer an meine zehn Jahre als Profi-Kitesurfer, in denen ich an den besten Surfplätzen der Welt unterwegs war. Folgendes habe ich bei Wellen und Wind sehr schnell gelernt:

Jemand, den das Surfen nicht interessiert, achtet erst gar nicht auf den Wind und die Wellen. Anfänger achten zwar darauf, reagieren jedoch zu spät und verpassen meist die besten Wellen. Profis lernen zu antizipieren, wann der Wind und die Wellen kommen. Sie verstehen, sich passend zu positionieren, um die besten Ritte ihres Daseins zu erleben.

Genau das Gleiche trifft auf die reale Welt zu: Die meisten Menschen und die meisten Firmen erkennen neue Trends entweder gar nicht oder viel zu spät. Sie werden von den Wellen überrollt wie von einem Tsunami. Es ist jedoch nicht nur wichtig, wie der Surf-Anfänger zu lernen, Veränderungen zu erkennen, sondern vielmehr, diese wie der Profi zu antizipieren, um sich selbst, die eigenen Freunde, die eigene Familie, die eigene Firma richtig zu positionieren und auf diese Weise vom neuen Trend zu profitieren oder zumindest nicht von ihm vernichtet zu werden.

Heute zum Beispiel geht der Trend wieder weg vom Öl hin zu erneuerbaren Energien. Dies bringt enorme Veränderungen und somit Herausforderungen mit sich, impliziert jedoch auch Chancen für Staaten, Firmen und Einzelpersonen! Wie beim Surfen die Wellen, so kommen allerlei Veränderungen in regelmäßigen Abständen auf uns zu. Keine Welle ist gleich wie die andere, doch lernt man Welle für Welle noch besser, wie man davon profitieren kann. Das Wort »profitieren« bezeichnet nicht unbedingt nur den finanziellen Profit, sondern es kann auch bedeuten, dass man selbst durch eine neue Chance mehr Spaß am eigenen Tun hat, dass man eine Arbeit gesundheitsschonender ausführen kann, dass man für seine eigene Familie besser vorsorgen kann usw.

Viele von uns können sich noch an den Wandel durch das Internet erinnern – das bereits erwähnte Beispiel Blockbuster wird diesen Wandel mit etwas Negativem verknüpfen. Inzwischen lässt sich auch ermessen, welchen Einfluss das Smartphone und die Social Media auf uns haben – Nokia kann auf jeden Fall ein Klagelied davon singen. Zahlreiche weitere Wellen brechen gerade über uns herein, sei es künstliche Intelligenz, Drohnen, selbst fahrende Autos, Roboter und vieles mehr. Die vielleicht größte Welle ist jedoch eine, auf die aufgrund ihrer Vorteile viele neue Trends aufbauen werden: Blockchain.

TOP ODER FLOP?

Hast du von Blockchain schon gehört oder gelesen? Vielleicht durch einen Bekannten oder durch die Presse? Ist Blockchain vielleicht etwas, was bei euch in der Firma als »die Zukunftstechnologie« besprochen wurde? Vielleicht ist das sogar der Grund, warum du dir dieses Buch gekauft hast. Eventuell kennst du Kryptowährungen wie Bitcoin, Ethereum und Co. und willst verstehen, was denn die zugrunde liegende Technologie noch alles kann. Aus welchem Grund auch immer du dich damit beschäftigst – eines kann ich dir jetzt schon sagen:

Egal ob Medien, Bekannte oder Firmen: Zwar haben viele eine Meinung zu diesem neuen Trend Blockchain, doch nur ganz wenige haben wirklich Ahnung davon.

Vielleicht bist du auch noch nicht wirklich rundum von der Blockchain überzeugt, sondern hast dir dieses Buch gekauft, weil du dich fragst, ob die Blockchain-Technologie lediglich ein Trend ist oder nicht. Keine Sorge, du bist nicht alleine. Während ich die einen vom nächsten Hype sprechen höre, reden die anderen von einer Entwicklung, welche nie kommen wird:

»Dieses ganze Gerede über Blockchain und Dezentralisierung ist doch Sche*$e!« – Nouriel Roubini, ein Wirtschaftsexperte, der sich eigentlich mit solchen Dingen auskennen sollte.7

Andere Stimmen sagen:

»Blockchain wird nie skalieren und daher auch nie verwendet werden.«

»Blockchain funktioniert in der Theorie – die Praxis sieht anders aus.«

»Blockchain wird durch etwas anderes ersetzt.«

»Blockchain ist lediglich ein Hype, der kommt und geht.«

Das erinnert mich an die Aussagen in der Vergangenheit, wo Menschen die enormen Auswirkungen des Öls, des Internets oder des iPhones nicht haben kommen sehen. Doch interessanterweise sind diejenigen, welche bereits damals die Tech-Chancen erkannt haben, auch diejenigen, die heute den Trend der Dezentralisierung durch Blockchains sehen:

»Blockchain ist eine technische Tour de Force« – Bill Gates, Co-Founder von Microsoft und reichster Mann der Welt8

Wer liegt nun richtig? Meiner Ansicht nach versuchst du dies anhand des vorliegenden Buchs am besten selbst herauszufinden. Nach der Lektüre wirst du Blockchain nicht nur verstehen, sondern du kannst auch die Chancen ergreifen, die damit einhergehen – oder du kannst es bleiben lassen.

MEINE GESCHICHTE

Nun stellst du dir vielleicht die Frage, was ich mit diesem Thema zu tun habe. Eigentlich führt meine Lebensgeschichte nicht zwingend dazu, ein Buch über Blockchain zu schreiben. Ich habe weder Finanzen noch Wirtschaft noch Programmieren studiert, sondern wurde Mediziner, nachdem ich zehn Jahre lang Profisportler war. Als Unfallchirurg wollte ich nach meiner Promotion 2011 genau den Leuten helfen, bei denen ich als Sportler nur allzu oft miterlebt hatte, wie sie sich schwere Verletzungen zuzogen. Nach kurzer Zeit im Krankenhaus erkannte ich jedoch, dass ich etwas Neues machen wollte, und so zog ich 2012 nach Asien. Dort lernte ich im »Studium des Lebens« viel über Wirtschaft, Finanzen und innovative Technologien. 2014 traf ich dann in Bangkok einen anderen Innsbrucker namens Toby. Gemeinsam mit seinem Kumpel Paul begeisterte er mich von dem Konzept der Dezentralisierung durch Blockchains. Vor allem eine Prognose des Weltwirtschaftsforums, in dem einige der schlauesten Leute der Welt vertreten sind, beeindruckte mich: Gerade mal ein knappes Jahrzehnt später (vom damaligen Zeitpunkt aus gesehen) sollten laut ihren Berechnungen bereits 10 Prozent der gesamten Wirtschaftsaktivitäten über Blockchains abgewickelt werden.9 Da ich mir als Arzt immer schon die Frage gestellt hatte, wie man Patientendaten äußerst sicher abspeichern könnte, leuchtete mir dies sofort ein. Blockchain wäre nicht nur hierfür die einzige Lösung, sondern auch für zahlreiche andere Anwendungen. Das wirst du in diesem Buch noch erfahren. Ich erkannte damals jedoch, dass der Medizinbereich noch nicht bereit war für die Blockchain. In diesem frühen Stadium wäre diese neue Technologie wohl eher für den Bereich der Finanzen geeignet – und zwar in Form von Kryptowährungen. Zwar hatte ich bereits 2011, damals noch als Arzt im Krankenhaus, von einem ehemaligen Patienten von Bitcoin, der größten Kryptowährung, gehört, diese jedoch als Abzocke abgetan, da ich die zugrunde liegende Technologie der Blockchain nicht verstanden hatte.

2014 fiel es mir wie Schuppen von den Augen, und ich erkannte das Potenzial. Über Monate hinweg las ich mich in Blockchain-Ökonomie, Spieltheorie, Kryptografie, Programmiersprachen und Finanztheorie ein. Da ich nicht, wie einige andere in diesem neuen Feld, aus inhaltlich damit verwandten Bereichen wie Finanzen, Wirtschaft oder Computerwissenschaften kam, hatte ich keine Vorurteile im Hinblick auf alte oder neue Konzepte. Jedes Konzept war für mich neu, und ich war aufgeschlossen genug, um Neues als Chance und nicht als Gefahr zu sehen. 2015 starteten Toby, Paul und ich eine Firma namens TenX in Singapur. 2017 erhielten wir über eine der weltweit größten ICOs (Initial Coin Offerings) knapp 70 Millionen Euro. 

Neben dem unternehmerischen Erfolg wurde es mir ganz besonders wichtig, der Community, von der wir so viel bekommen hatten, etwas zurückzugeben. Ich wollte der breiten Masse helfen, Kryptowährungen, Blockchain und Dezentralisierung zu verstehen. Deshalb gründete ich eigene Online-Communities auf Facebook und Reddit, startete YouTube-Kanäle und Info-Blogs, welche heute alle zu den größten der Welt in diesem Bereich zählen. Es wurde mein Ziel, eine Milliarde Menschen durch all die kostenlosen Infos und Erklärungen #cryptofit zu machen. Gemeint ist damit nicht nur, fit in Kryptowährungen zu sein, sondern generell fit für diese Welle der Dezentralisierung durch Blockchains und Co. Bald war ich als internationaler Experte für Blockchain und Kryptowährungen bekannt, trat vor dem Europäischen Parlament auf, traf mich mit Christine Lagarde vom Internationalen Währungsfonds, gab Interviews im Fernsehen und hielt Vorträge vor Tausenden von Menschen. 2017 veröffentlichte ich mein Buch Kryptowährungen einfach erklärt10, welches zur absoluten Nr. 1 auf Amazon wurde, in mittlerweile fast 15 Sprachen übersetzen worden ist und sich über 100.000-mal verkauft hat.

Auch wenn der Fokus bisher eher auf Bitcoin und Co. gelegen hatte, wusste ich, dass die zugrunde liegende Technologie der Blockchain der wahre Durchbruch sein würde. Bis dato war die Zeit nur noch nicht reif dafür gewesen, und der Zugang zu diesem Thema war über den Weg der Kryptowährungen einfacher als über andere Anwendungen. Anfang 2018 wurde mir jedoch klar, dass die Zeit für Blockchain ohne Kryptowährungen gekommen war, und so begann ich mehr und mehr, Blockchain-Anwendungen jenseits der Finanzen einfach und klar zu erklären. Die verschiedensten Themengebiete können von der Blockchain-Technologie enorm profitieren. Dazu gehören beispielsweise Medizin, Energie und künstliche Intelligenz.

EINE VORSCHAU

In diesem Buch geht es genau darum: auf simpelste Art und Weise zu erklären, was Blockchain ist, welche Vorteile diese Technologie hat, welche Anwendungsmöglichkeiten sich daraus ergeben und ob diese künftig tatsächlich einen ähnlichen Einfluss auf unsere Welt haben wird wie Computer, Internet oder Social Media. Allerdings sollst du durch die Lektüre diese Dinge nicht nur verstehen lernen, sondern vielmehr Chancen für dich erkennen und aktiv nutzen. Denk daran:

Wissen ist nur dann etwas wert, wenn es auch angewandt wird!

Genau deshalb gibt es ein ausführliches Kapitel dazu, wie du gute Ideen im Blockchain-Bereich findest, was du benötigst, um ein eigenes Unternehmen zu gründen oder ein bestehendes anzupassen, und welche Schritte wichtig für eine erfolgreiche Umsetzung sind. Ich werde nicht als »Insider« irgendwelche bestehenden Ideen oder Firmen hochjubeln, aber ich will auch nicht nur oberflächlich auf die Dinge blicken. Vielmehr werde ich mich auf meine eigenen Erfahrungen beziehen: Einerseits werde ich schildern, was mir geholfen hat, als Arzt heute in einem ganz anderen Bereich erfolgreich zu werden, und andererseits werde ich davon berichten, welche vielfältigen Dinge ich im Blockchain-Bereich bereits gesehen habe und was zu funktionieren scheint. Ich werde kritisch hinter all jene Kulissen schauen, die für Außenstehende oft nicht zugänglich sind, und ich werde so objektiv wie möglich darstellen, was Potenzial hat und was nicht. Leider gehen so nur die wenigsten vor; doch umso wichtiger ist es mir persönlich, hier die Messlatte so hoch wie möglich zu legen.

FÜR WEN SICH DIESES BUCH NICHT EIGNET

Für wen ist dieses Buch also nicht geeignet? Diese Frage ist deshalb wichtig, weil ich es persönlich schrecklich finde, Zeit in ein Buch zu investieren, das sich nachher als unpassend herausstellt. Das hat meist gar nichts mit dem Buch selbst zu tun, sondern vielmehr damit, dass mich als Leser das Thema dann doch nicht interessiert hat. Anhand der folgenden Kriterien kannst du herausfinden, ob dieses Buch eventuell NICHT das richtige für dich ist:

Wenn du dich lediglich über Kryptowährungen informieren willst, wird dieses Buch nicht passend sein. Nur ein paar Seiten handeln von diesem Thema. In diesem Buch geht es hauptsächlich um alle anderen Blockchain-Anwendungen außer Kryptowährungen. Falls du Kryptowährungen auf simple Art und Weise verstehen und damit Geld machen willst, kann ich dir Kryptowährungen einfach erklärt empfehlen: www.cryptofit.community/de.

Daran wirst du bei entsprechendem Interesse deutlich mehr Freude haben.

Falls du ein Buch suchst, von welchem du lernst, wie du eine Blockchain programmierst, oder die genauen Details der Kryptografie lernst, so kann ich dir das Buch Mastering Bitcoin von Andreas Antonopoulos empfehlen. Dabei geht es gar nicht so sehr um Bitcoin, sondern vielmehr um die technischen Aspekte einer Kryptowährung und damit auch der Blockchain. Das Buch ist für angehende Programmierer und Kryptografen geschrieben; ich kann es dir also nur empfehlen, wenn du schon Programmiergrundkenntnisse hast.

Des Weiteren ist dieses Buch unpassend für Menschen, die nicht offen sind für Neuerungen. Dies sind oft Leute, die zwar alle Dinge lieben, die es heute gibt, die diese Neuerungen jedoch 25 Jahre zuvor bekämpft hätten oder dies vielleicht sogar getan haben: Es geht hier um Personen, die glauben, dass immer alles gleich bleibt und dass man sich nicht fortbilden muss. Falls du zu dieser Gruppe gehörst, kann ich dir den Schlechtseller »Alles bleibt, wie es ist« empfehlen. Bei der Lektüre meines Blockchain-Buchs leiden solche Menschen bei jeder einzelnen Seite, denn es geht darin um enorm innovative Themen wie Datenspeicherung, Smart Contracts, transparente Abläufe, Sicherheit und vieles mehr, was in den nächsten Jahrzehnten die Welt verändern wird.

So komme ich zu der Gruppe an Leuten, die zwar derzeit, im Jahr 2018, wahrscheinlich noch eine eher kleine Minderheit darstellt, die sich jedoch als »Early Movers« qualifiziert, eine Gruppe, zu der du hoffentlich auch gehörst.

FÜR WEN EIGNET SICH DIESES BUCH?

Dieses Buch ist für all jene Menschen gedacht, die offen für Neues sind: entweder weil sie Neuerungen sowieso lieben, oder weil sie zwar hin und wieder Angst vor dem Ungewissen haben, jedoch wissen, dass es enorm wichtig ist, immer am Ball zu bleiben.

Es ist für Personen geschrieben, die Dinge gerne klar und einfach haben wollen – so, dass man es einem Zehnjährigen erklären könnte. Keine komplexe Fachsimpelei, sondern auf den Punkt gebracht. Frei nach dem Motto, das Steve Jobs einmal geäußert hat:

»Einfach ist oft schwerer als komplex. Komplizierte Wörter und verstrickte Sätze zu verwenden ist deutlich leichter, als etwas im Kern klar und deutlich auszudrücken. Jeder kann in einem nichtssagenden Jargon fachsimpeln, um zu vertuschen, dass man eigentlich nichts verstanden hat, sodass das Gegenüber sich jedoch keine Fragen zu stellen traut. Einfachheit ist der einzige Weg, wie man Berge versetzt!«

Wenn du dich also wunderst, warum ich manchmal einfache Sätze oder besonders simple Begriffe verwende: Das liegt daran, dass das Thema Blockchain ohnehin schon komplex genug ist, und ich möchte es dir so erklären, dass du dich auch in der Lage siehst, es jemand anderem zu erklären. Nur so kann dieses aufregende Thema Blockchain salonfähig werden. Wenn du es also lieber komplex und schwierig hast, wirst du von diesem Buch enttäuscht werden.

Des Weiteren ist dieses Buch an Menschen gerichtet, die die Blockchain nicht unbedingt technisch bis ins kleinste Detail verstehen wollen. Vielmehr richtet es sich an alle, denen es eher um finanzielle, wirtschaftliche oder gesellschaftliche Auswirkungen geht. Wir werden natürlich trotzdem immer wieder technische Inhalte betrachten. Der Grund hierfür ist ganz einfach: Auch wenn ich selbst ein technisch versierter Mensch bin, so weiß ich sehr wohl, dass lediglich ein paar Prozent der Bevölkerung zu dieser Gruppe Menschen zählen. Der Großteil hat ganz einfach andere Interessen als die Technik. Mir liegt jedoch am Herzen, dass nicht nur einige wenige Technik-Freaks von der Blockchain-Technologie profitieren, sondern eben alle, die offen sind, sie kennenzulernen.

Viele Begriffe im Blockchain-Bereich entstammen der englischen Sprache. Ich werde die betreffenden Wörter auf Englisch beibehalten, werde jedoch bei der ersten Verwendung die deutsche Übersetzung hinzufügen. Es erscheint mir einfach nicht sinnvoll, Blockchain als »Blockkette« ins Deutsche zu übertragen. Denn wer danach noch andere Publikationen über diese Technologie liest, wird immer die englischen Ausdrücke vorfinden.

Zu guter Letzt ist mir noch eines wichtig: Ich werde dich immer wieder dazu auffordern, selbst ins Tun zu kommen – entweder als Unternehmer oder als Angestellter. Falls du daran eigentlich kein Interesse hast, mach ich es trotzdem. Ich hoffe, dir bis zum Ende des Buchs genug Inspiration mitgegeben zu haben. Schlaue Menschen, die sich der Dezentralisierung annehmen, sind nötiger denn je. Denn wie du auf den nächsten Seiten erfahren wirst, gibt es derzeit noch mehr ungelöste als gelöste Probleme – und ich hoffe, dass genau du hier an der einen oder anderen Stelle den entscheidenden Durchbruch liefern kannst, um in Zukunft eine dezentralere Welt zu ermöglichen.

Wenn du dich in nur einem der Punkte wiederfindest, dann wirst du mehr als nur viel Spaß mit diesem Buch haben.

DOWNLOAD-TIPP

Bevor du mit der Lektüre beginnst, hier noch ein wichtiger Download-Tipp: Vieles in diesem Bereich bewegt sich mit enormer Geschwindigkeit. Sogar während ich dieses Buch schreibe, ergeben sich ständig neue Möglichkeiten. Exklusiv für Leser dieses Buchs habe ich daher eine aktuelle Liste mit Details, Videos, Blogs und weiterführender Literatur erstellt, welche sich deutlich leichter auf den neuesten Stand bringen lässt als ein ganzes Buch. Zudem führe ich dort alle Links aus dem vorliegenden Buch auf. Denn gerade bei einer gedruckten Publikation oder einem Audiobuch kann man nicht einfach auf einen Link klicken. Es ist somit deutlich nutzerfreundlicher, die betreffenden Informationen digital zu erhalten. Wenn du diese Infos als kostenlosen Bonus zum Buch haben willst, dann gehe auf www.mehralsnurbitcoin.de und hol dir die aktuellste Version.

Und noch ein Tipp: Neue ungewohnte Dinge fühlen sich am Anfang immer etwas komisch an. Wir Menschen lieben Gewohntes. Auch wenn es sich noch so unangenehm anfühlen mag – versuche dennoch, dir zu allen hier vorgestellten Ideen so spät wie möglich ein Urteil zu bilden. Lies die betreffenden Passagen nicht, indem du gleich von Anfang an mit einem Vorurteil herangehst. Denk daran: Eine falsche Meinung kann dein Unternehmen im schlimmsten Fall zerstören. Eine gute Entscheidung dagegen kann dein Leben und das deiner Nachkommen positiv beeinflussen – ganz so, wie das bei Rockefeller der Fall war. Sei also wie ein gut funktionierender Fallschirm: offen!

Viel Spaß dabei, #cryptofit zu werden!

Dein Julian

MEHR ALS NUR BITCOIN

Egal, ob man sich objektive Statistiken auf Google ansieht oder Leute rein subjektiv nach ihrer Meinung fragt, was bekannter sei – Bitcoin oder Blockchain. Die Antwort ist eindeutig11: Zwar können einige mit der Online-Währung Bitcoin etwas anfangen. Aber von der zugrunde liegenden Technologie Blockchain lässt sich das nicht behaupten. Ganz im Gegenteil: Nur wenige haben überhaupt schon einmal davon gehört, und von all denen, die Blockchain schon kennen, können nur die wenigsten überhaupt erklären, was das ist. Bitcoin ist zumindest den meisten als digitales Spekulationsobjekt bekannt, durch welches mancher sehr wohlhabend geworden ist. Deshalb lässt sich auch einfach beschreiben, warum Blockchain deutlich weniger bekannt ist als die Kryptowährung – auch wenn es deutlich mehr ist als nur Bitcoin.

Die Leute reden lieber über Dinge, die sie verstehen. Etwas wie Blockchain, was man nicht anfassen oder kaufen kann, eignet sich so nicht so gut als Berichtsthema in der Presse oder als Gesprächsthema am Stammtisch. Bitcoin, was man zwar auch nicht anfassen kann, kann man als Online-Währung zumindest kaufen. Dies erlaubt wiederum reißerische Pressemitteilungen wie vom 18-jährigen Bitcoin-Millionär, der als Jugendlicher die Kryptowährung geheim am eigenen Computer per Mining kreiert hat12, oder von dem Briten, welcher seine Festplatte mit Hunderten Millionen Euro an Bitcoin auf einer Müllkippe sucht13.

All dies hilft, Bitcoin populärer zu machen. Dabei wird jedoch vergessen: Dasselbe Konzept, das Bitcoin im Bereich Finanzen so erfolgreich macht, könnte man in zahlreiche andere Bereiche einfließen lassen und dabei einen noch deutlicheren Mehrwert kreieren. Zum Beispiel könnten die Energie-Authentifizierung und -Bereitstellung durch Blockchain deutlich transparenter werden, und der Strom könnte dadurch deutlich günstiger werden. Das ist jedoch viel komplizierter zu erklären. Noch dazu ist es nicht für jeden so leicht greifbar wie der Vorgang, 100 Euro in Bitcoin zu investieren und darauf zu hoffen, dass man über Nacht reich wird.

Dieses Kapitel soll für Blockchain-Neulinge bereits eine erste Abhilfe schaffen. Es soll einerseits einen guten Überblick über einige Fachbegriffe geben und andererseits die Blockchain-Technologie auf simpelste Art und Weise erklären. Im Folgekapitel gehen wir dann im Detail auf die einzelnen Unterpunkte einer Blockchain ein.

Um mit all dem zu starten, müssen wir mit einer ganz banalen Frage starten: Wer entscheidet eigentlich, was passiert ist und was nicht? Was wird als Fakt angesehen und was nicht? Hier sprechen wir vom sogenannten Konsensus.

KONSENSUS

Konsensus ist die Übereinstimmung darüber, was passiert ist und was nicht.

Auf den ersten Blick glauben wir oft, dass die Geschehnisse doch ganz klar sind. Es passiert nur die eine Sache und die andere wiederum nicht. Doch wer den Klassiker 1984 von George Orwell gelesen hat, weiß: Die Erschaffung von widersprüchlichen Fakten ist nicht nur auf eine Multiversen-Theorie zurückzuführen. Wenn wir uns mit dem Konsensus als Phänomen genauer befassen, erkennen wir: Wir sind es gewohnt, dass Regierungen, Firmen oder wichtige Personen darüber entscheiden, was passiert und was nicht. Die Geschehnisse werden also zentral beschlossen – etwa durch eine Person, Firma etc.

Internetfirmen speichern unsere Daten, oder sie tun es nicht. Wir als Bürger haben, wie man oft in den Nachrichten hört, sehr wenig Einfluss darauf. Nachrichtenfirmen schreiben die Geschichte auf die eine oder andere Weise, und wir nehmen das Geschriebene dann als Fakt an, ohne uns zu vergegenwärtigen, was durch eine solche Manipulation eigentlich passiert. Ein Land bestätigt deine Identität im Reisepass oder tut das eben nicht, und Menschen aus dem »falschen« Land haben dann keine Möglichkeit, sich zu identifizieren. Eine Bank verfügt über dein Guthaben in Höhe von Tausenden von Euro – oder sperrt es einfach über Nacht. Dann musst du handeln, um dein Geld wiederzubekommen. Konsensus wird bei uns eben nicht von vielen, sondern nur von einigen wenigen kreiert.

Dies hat einige wichtige Vorteile: Konsensus-Kreierung (also Zentralisierung) ist effizient, denn es kommt selten zu Missverständnissen. In einem zentralen System besteht nicht die Gefahr, dass einmal das eine und dann einmal das andere als »Realität« gilt. Doch mit der Zentralisierung kommt ein riesiger Nachteil auf uns zu, und das bringt uns zum nächsten wichtigen Begriff: Dezentralisierung.

DEZENTRALISIERUNG

Dezentralisierung ist das Gegenteil von Zentralisierung und bedeutet, dass etwas, wie zum Beispiel Macht, Kontrolle oder Vertrauen, nicht nur auf einige wenige fokussiert ist, sondern sich auf viele oder sogar alle verteilt.

Bei einer Dezentralisierung passiert genau das Gegenteil von dem, was die bereits angeführten Beispiele zentralisierten Handelns zeigen: Nicht eine einzelne Person ist an der Macht, sondern die Teilnehmer entscheiden selbst darüber, was passiert und was nicht. Ähnlich, wie sich der Präsident in einer Demokratie nicht einfach selbst ernennen kann, sondern vom Volk, also von vielen, gewählt wird, so kann dieses Konzept in abgewandelter Form auch auf Dinge wie Datenspeicherung, Besitz, Identität, Kommunikation und vieles mehr angewandt werden.