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Durch den Klimawandel werden unsere Sommer immer heißer und trockener. Bernd Hertle zeigt, wie man ganzjährig attraktive Beete anlegen kann, die wenig Ressourcen verbrauchen. Richtig geplant brauchen die sogenannten Kiesgärten weder Dünger noch Wasser, sind pflegeleicht und insektenfreundlich. Erprobte Gestaltungsvorschläge mit Pflanzplan zeigen die schönsten Kombinationen für Ihren Garten. Dazu gibt es über 150 Pflanzenporträts für die richtige Auswahl der Gehölze, Stauden, Gräser und Zwiebelpflanzen. Kiesgärten haben nichts mit Schottergärten zu tun. Sie bieten Insekten und anderen Tieren Nahrung und Lebensraum und sind die ideale Lösung für trockene, warme Standorte.
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Seitenzahl: 178
Veröffentlichungsjahr: 2023
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© eBook: 2023 GRÄFE UND UNZER VERLAG GmbH, Postfach 860366, 81630 München
© Printausgabe: 2023 GRÄFE UND UNZER VERLAG GmbH, Postfach 860366, 81630 München
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Projektleitung: Dr. Michael Eppinger, Dr. Folko Kullmann (2. Ausgabe)
Lektorat: Barbara Kiesewetter
Bildredaktion: Caroline Davis, Natascha Klebl (Cover)
Umschlaggestaltung: ki36, München
eBook-Herstellung: Maria Prochaska
ISBN 978-3-8338-9049-9
1. Auflage 2023
Bildnachweis
Coverabbildung: Marianne Majerus Garden Images; GAP Photos/Clive Nichols/Design: Clive Nichols Location: Rickyard barn, Northants; Marion Nickig; Florapress/Visions.
Illustrationen: Claudia Lieb
Fotos: Alamy; Blickwinkel; Elke Borkowski; Ursel Borstell; Christa Brand; Petra Ender; Florapress/Visions; Flowerpictures Friedrich Strauß; Focus; Forschungsanstalt für Gartenbau Weihenstephan; GAP Photos; Garden Picture Library; Garden World Images; Gartenarchiv; Gartenfoto.at; Bernd Hertle; Modeste Herwig: 23; Anneliese Kompatscher; Marianne Majerus Garden Images; Mauritius Images; Naturbildportal; Clive Nichols; Marion Nickig; Picture Press; Red Cover; Wolfgang Redeleit; Hans Reinhard; Guido Sachse; Olaf Schachtschneider; Thorsta Scherz/medienfabrik; Jutta Schneider u. Michael Will; Staudengärtnerei Gaißmayer; Stauden Ring; The Garden Collection; Annette Timmermann; Eva Wunderlich
Syndication: www.seasons.agency
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GRÄFE UND UNZER VERLAG Grillparzerstraße 12
Sie verbinden den Zauber der Mittelmeerflora mit dem Reiz der Steppe: Kiesgärten stehen für modernes und naturnahes Gärtnern.
Elegant schlängelt sich dieser Pfad durch den Kiesgarten. Hier kann man im Vorübergehen dem intensiven Duft von Lavendel, Katzenminze und Muskateller-Salbei nachspüren.
Steine und Pflanzen – dieser Kontrast fasziniert Gärtner seit Langem. Im Kiesgarten gehen beide eine Allianz ein – ganz nach dem Vorbild der Natur.
Wir bewundern in den Bergen Pflanzen, die unter ärmlichsten Bedingungen, ja nahezu auf blankem Fels wachsen. Auf Reisen in mediterrane Länder sind wir von der Zähigkeit von Pflanzen wie Thymian, Lavendel oder Heiligenkraut begeistert, die in kargem Kalkschotter sommerlicher Hitze trotzen und betörende Düfte verströmen. Auch vielen Pflanzen aus den Steppen Südeuropas und Asiens sowie den Kurzgrasprärien Nordamerikas – wie Schleierkraut und Seidenpflanze – gelingt das Kunststück, trotz Wassermangel und magerer Böden Jahr für Jahr ihre Pracht zu entfalten. Solche Pflanzengesellschaften aus der Natur sind das Vorbild für moderne Kiesgärten. Dabei ist es nicht nur die Kombination von steinigem Lebensraum und faszinierender Pflanzenvielfalt, die auf Gartenbesitzer und Gestalter einen unwiderstehlichen Reiz ausübt. Vielmehr sind Kiesgärten in einer Zeit, in der im Sommer wegen Wasserknappheit immer öfter Gießverbote ausgesprochen werden, eine ökologisch sinnvolle und zugleich attraktive moderne Lösung für viele Gärten.
Denn anders als im Steingarten, in dem alpine Pflanzen kultiviert werden, die an gute Wasserversorgung gewöhnt sind, kommt die Pflanzenwelt im Kiesgarten mit wenig Wasser und mit wenigen Nährstoffen aus. Ein richtig angelegter und bepflanzter Kiesgarten ist pflegearm, braucht keine zuätzliche Bewässerung und keinen Dünger. Sie sparen Arbeit, Geld und kostbares Wasser. Denn die Hunger- und Durstkünstler überstehen sogar längere sommerliche Trockenperioden unbeschadet.
Schlicht und harmonisch: Ein Ruheplatz mitten im Kiesgarten wird von Liebesgras (links), Diamantgras (Mitte) und Elfendisteln (hinten) gesäumt.
Doch keine Angst: Kiesgärten sind nicht einfach steinige, spärlich bewachsene Flächen. Das Angebot an Pflanzen, die Trockenheit aushalten, ist heute so reichlich, dass Ihnen ein ganzes Potpourri geeigneter Gehölze, Halbsträucher, Stauden sowie Zwiebel- und Knollenpflanzen zur Verfügung steht (→ >). Gestalten Sie Ihren Kiesgarten also ganz nach Ihrem eigenen Geschmack: Sie können ihn schlicht und elegant halten mit nur wenigen Arten, oder Sie zaubern mit Pflanzen in unterschiedlichsten Farben, Formen und Texturen Gartenbilder, die an impressionistische Gemälde erinnern.
In diesem Steingarten dominieren unterschiedlich große Platten. Schön, wenn der Stein sichtbar bleibt und nicht ganz von Pflanzen überwachsen wird.
Ein typischer japanischer Garten: Kunstvoll und mit großer Präzision in den Kies geharkte Wellenmuster erinnern an sanft bewegtes Wasser.
Die Verwendung von Stein als Gestaltungselement im Garten hat – vor allem in Asien – eine uralte Tradition.
Bereits in chinesischen Gärten, deren Ursprünge weit in die vorchristliche Zeit zurückreichen, hat man versucht, durch eine geschickte Gestaltung die Harmonie von Erde, Himmel, Steinen, Wasser, Gebäuden, Wegen und Pflanzen anzustreben. Hier sind neben Wasser und Pflanzen Steine ein wesentliches Gestaltungsmittel.
Japanische Gärten reduzieren den Maßstab von ganzen Landschaften und ermöglichen so die Begegnung mit vertrauter Natur im Garten. Bewusst platzierte Findlinge bilden Berge oder ganze Gebirge ab. Durch ausgedehnte Kiesflächen werden in der Regel weite Wasserflächen dargestellt. In den Kies geharkte Wellenmuster sollen Assoziationen an die fließenden Bewegungen des Wassers wecken. Solche Gestaltungen sind aufwendig: Laub oder Zweige müssen ständig sorfältig entfernt und die Wellenmuster in kurzen Abständen nachgezogen werden. Und es versteht sich von selbst, dass solche Flächen nicht begangen werden dürfen.
Doch nicht nur in asiatischen Gärten sind Steine ein wichtiger Bestandteil der Gartenkultur. In Europa wurde Kies bereits in Barockgärten als bedeutendes Gestaltungsmaterial verwendet. Man setzte Kiesarten mit den unterschiedlichsten Farben ein, um in prunkvollen Parterres wirkungsvolle Ornamente zu schaffen und so den Gärten rund ums Jahr ein attraktives Gesicht zu verleihen. Ab Ende des 19. Jahrhunderts kamen dann – beeinflusst durch die asiatische Gartenkultur und den aufstrebenden Alpinismus – Steingärten in Mode. In ihnen dominieren alpine Pflanzen, die sich zwischen kleinen Felsblöcken und Steinfugen behaupten.
Auch in anderen modernen Gartengestaltungen werden Stein und Kies eingesetzt: In vielen Wassergärten säumt beispielsweise Kies das Ufer von Teichen oder künstlich angelegten Bachläufen. Hierfür liefert die Natur geeignete Vorbilder.
Wie an einem natürlichen Flusslauf oder einem Baggersee säumt Kies das Ufer dieses Teichrands.
Eine Sonderform des Steingartens ist das Kiesbeet. Es wurde in den 60er-Jahren des 20. Jahrhunderts in unseren Gärten populär. Hier wurde nicht mehr mit Findlingen oder behauenem Stein gearbeitet, vielmehr wurden Kiesaufschüttungen bepflanzt.
Häufig waren diese Schotterflächen im Vorfeld des Hauses nur spärlich mit Pampasgras, Blaukissen oder Zwerg-Kiefern bestückt. Zwischen einzelnen Pflanzen taten sich unbewachsene kahle Abschnitte auf, die nur von Kies bedeckt waren. Doch die Spannung zwischen einer ruhigen, einförmigen Kiesdecke und aufstrebenden Pflanzengestalten beeindruckte schon damals die Betrachter. Seinerzeit standen gestalterische Aspekte im Vordergrund. Ökologische Gesichtspunkte waren in dieser Zeit noch zweitrangig.
Dies hat sich mittlerweile grundsätzlich geändert. Trockene und heiße Sommer, warmes Stadtklima und die Notwendigkeit, mit Wasser sparsam umzugehen, haben einen neuen Gartentyp geschaffen. Im modernen Kiesgarten werden bewusst trockenheitsverträgliche Pflanzen verwendet, die keine zusätzliche Wasserversorgung brauchen. Während in seiner minimalistischen Ausprägung lediglich einzelne Pflanzen oder Streifen von Gräsern und Halbsträuchern mit weiten Schotter- oder Kiesflächen korrespondieren, kommt in den pflanzenbetonten Arrangements des modernen Kiesgartens eine Vielzahl unterschiedlicher Arten zum Einsatz.
einfach
gärtnern
Im Kiesgarten ist Gesteinsmaterial weniger ein Gestaltungselement, sondern dient dazu, den Boden durchlässig und mager zu machen (→>). In trockenen Regionen gelingt die Anlage eines Kiesgartens leicht. In niederschlagsreichen Gebieten ist es dagegen schwierig, geeignete Bedingungen zu schaffen. Wenn Ihnen das zu aufwendig ist, bepflanzen Sie solche Fächen besser mit feuchtigkeitsliebenden Stauden, als gegen die Natur zu gärtnern.
Warme Südwände bieten ausgezeichnete Bedingungen für einen Kiesgarten. Lavendel, Federgräser und Spornblumen fühlen sich hier wohl.
Nicht jedes Miteinander von Pflanze und Stein ist bereits ein Kiesgarten. Oft sind Pflanzflächen nur aus ästhetischen Gründen mit Kies bedeckt, oder Beete werden mit Kies oder Splitt abgedeckt, um den Boden vor Erosion zu schützen und die Keimung von Unkräutern einzuschränken. Solche Gärten haben mit einem Kiesgarten nur wenig zu tun, denn hier wachsen Pflanzen mit einem höheren Wasserbedarf gewöhnlich in einem normalen oder sogar feuchten Gartenboden, der reich mit Nährstoffen versorgt ist. Trotz der Kiesabdeckung werden Sie in längeren Trockenperioden gießen müssen.
Auf nach Süden geneigten Hängen sind Kiesgärten eine ansprechende und pflegearme Lösung. Fackellilien, Bart-Iris und Kugel-Lauch setzen farbige Akzente.
In einem echten Kiesgarten hingegen gedeihen lichthungrige, hitze- und trockenheitsverträgliche Arten, die obendrein wenig Nährstoffe brauchen. Ein Kiesgarten ist deshalb in erster Linie für Gärten eine gute Lösung, die karge Standortbedingungen bieten, denn die typischen Pflanzen des Kiesgartens wollen einen durchlässigen, mageren Boden und einen warmen, sonnigen Platz.
Wenn Sie also in niederschlagsarmen Gegenden zu Hause sind, brauchen Sie kaum große Vorbereitungen zu treffen, sondern können problemlos einen Kiesgarten anlegen (→ >/>).
Selbst in feuchteren Regionen können Sie mit einer geschickten Standortwahl einen Kiesgarten oder zumindest ein Kiesbeet verwirklichen: Oft sind Plätze vor Süd- und Südwestwänden eine gute Wahl für ein Kiesbeet. Durch die Rückstrahlung der Mauern ist es hier warm und trocken. Auch werden nach dem Bau eines Hauses Baugruben oft mit lockeren Schüttmaterialien verfüllt, sodass Regenwasser hier rasch versickert. Ist der Boden zu nährstoffreich, können Sie ihn mit einigem Aufwand abmagern und für die Kiesbeetflora passend machen (→ >). Ebenso bieten nach Süden und Südwesten ausgerichtete Hanglagen gute Bedingungen für einen Kiesgarten. Hohe Sonneneinstrahlung, Wärme und rasch abfließendes Wasser offerieren den charakteristischen Halbsträuchern, Stauden sowie Zwiebel- und Knollengewächsen beste Chancen zum prächtigen Gedeihen. An solchen Standorten kann der Kiesgarten mit all seinen Vorteilen punkten: Die Pflanzen müssen selbst bei großer Hitze nicht gegossen werden, und sie brauchen keinen Dünger. Obendrein wachsen unter diesen Bedingungen weniger Unkräuter.
In niederschlagsreichen Regionen sollten Sie auf nassen oder schattigen Plätzen auf einen Kiesgarten verzichten. Hohe Feuchtigkeit, vor allem Winternässe, ist der größte Feind der wärmeliebenden Pflanzen. Können die Niederschläge nicht schnell genug abfließen, faulen die Wurzeln, und oft sterben dann die Pflanzen ab.
Dank des gelblichen Steins strahlt der Platz Wärme aus. Die aufstrebenden Pflanzen setzen kräftige Akzente zum ruhig wirkenden Platzbelag.
Wie ein Bach mäandert der Kiesweg durch die Pflanzung. Die Pflanzen dürfen aus dem Beet in den Weg wachsen, sodass ein natürliches, lebendiges Bild entsteht.
Kies, Splitt oder Schotter (→ Kasten) werden in fast allen Gartentypen für die unterschiedlichsten Funktionen eingesetzt: Sie bedecken Wege, dienen als Belag von Sitzplätzen oder schützen als Mulchschicht den Boden vor dem Verlust von Wasser. All diese Materialien lassen sich – anders als Steinplatten –spielend leicht verarbeiten: Geschwungene Wege – ob mit engen Kurven oder sanften Biegungen – lassen sich ohne großen Aufwand formen. So entstehen organische, natürlich wirkende Gartenpfade. Allerdings unterscheiden sich Kies, Splitt und Schotter etwas in der Begehbarkeit: Während Kies sich aufgrund seiner runden Form nicht verkeilt und dadurch weniger Halt beim Gehen bietet, verkanten sich Splitt und Schotter. Diese Beläge ermöglichen dadurch kräftesparendes, bequemes Gehen. Damit solche Kies-, Splitt- oder Schotterwege in Form bleiben, brauchen sie einen stabilen, aber wasserdurchlässigen Unterbau – etwa eine verdichtete Schicht aus Mineralbeton.
In der Regel wird ein solcher Weg durch eine Reihe aus Granit- oder anderen Steinen gefasst oder durch andere Einfassungen fixiert. Das hält das Gesteinsmaterial auf den Wegen und verhindert, dass sich Wegbelag und Erdreich mit der Zeit vermischen.
Im Kiesgarten ergeben sich für die Verwendung von Kies, Splitt und Schotter jedoch einige Besonderheiten. So bietet es sich an, den Übergang vom Weg zu den Pflanzflächen fließend zu gestalten. Wege, Plätze und Pflanzflächen verbinden sich dadurch zu einem harmonischen Ganzen. Wenn sich einige kleinere Pflanzen aus dem Kiesgarten in den Pfad aussäen, entsteht ein natürliches, lebendiges Bild. Wichtig ist, dass der Weg begehbar bleibt und Sie allzu reichlichen Pflanzenaufwuchs im Zaum halten.
Der gradlinige Kiesweg greift die Form von Bank und Pflanzflächen auf und bildet einen reizvollen Kontrast zur rückwärtigen Mauer.
Die Kaufmanniana-Tulpe hat keine Mühe, die schützende Mulchschicht aus Gesteinssplitt zu durchbrechen.
Um die Keimung von Unkräutern zu verhindern, deckt man Pflanzflächen häufig mit Rinde ab. Eine derartige Mulchschicht würde im Kiesgarten fremd wirken und den Wasserabfluss verzögern. Auf das Mulchen brauchen Sie im Kiesgarten trotzdem nicht zu verzichten. Anstelle von Rinde empfehlen sich hierfür unterschiedlichste Kies- oder Splittarten. Farbe, Form und Größe können sehr verschieden sein (→ >/>). Achten Sie jedoch darauf, dass kein kunterbuntes Durcheinander entsteht, und stimmen Sie das Steinmaterial auf Blüten- und Laubfarben ab. Eine Mulchschicht aus Kies oder Splitt schützt aber nicht nur vor Unkraut, sondern hat weitere Vorteile: Weil diese Materialien das Wasser ableiten, trocknet die Bodenoberfläche nach Regen rasch ab. Gleichzeitig wirkt die Mulchschicht aus Steinen als Schutz, sodass der Untergrund kühl und feucht bleibt – eine Wohltat für die Pflanzen. Da die Gefahr der Bodenverdichtung geringer ist, können Sie die Flächen nach Niederschlägen auch viel früher betreten. Nicht zuletzt ist eine Mulchschicht aus Kies ein ästhetisches Element, das den Charakter des Kiesgartens betont.
einfach
gärtnern
Die Auswahl mag anfangs verwirren: Kies, Splitt, Schotter oder Bruchsand – was ist der Unterschied? Kies ist gewaschenes Material mit rundlichem Korn, weist also keine Ecken auf. Als Splitt bezeichnet man gebrochenes Material mit scharfen Kanten. Die verwendeten Korngrößen reichen von 2–32 mm. Schotter ist ebenfalls gebrochen, aber gröber. Bei feinerer Korngröße (0–5 mm) spricht man von Bruchsand.
Hell blühende Stauden und dunkles Mulchmaterial wie Schotter aus Schiefer sind ein attraktiver Gegensatz.
In diesem mediterranen Kiesgarten wurde unterschiedlich gefärbter und verschieden großer Splitt verwendet, um Wege und Pflanzflächen voneinander zu trennen.
In einem Kiesgarten bedecken Pflanzen den Boden meist nicht lückenlos. Besonders vom Spätherbst bis zum Frühjahr wird der Untergrund immer wieder ins Blickfeld rücken. Deswegen prägt das Gesteinsmaterial das Aussehen des Kiesgartens entscheidend mit. Wählen Sie die Kies-, Splitt- oder Schotterart daher mit Bedacht aus. Doch die Optik ist nur ein Aspekt.
Ein weiterer Aspekt sind die Kosten. Vielleicht haben Sie die Möglichkeit, optisch ansprechenden Kies oder schönen Splitt aus einem nahe gelegenen Steinbruch zu beziehen. Dies spart nicht nur Transportkosten, sondern ist auch ökologisch sinnvoll, da weite Wege vermieden werden. Besteht keine Chance, Kies & Co. aus der Region zu beziehen, helfen örtliche Baustoffhändler. Die Auswahl ist riesig: Das Spektrum reicht vom schwarzgrauen Schiefer bis zum kreideweißen Kalkgestein, von Buntsandstein in unzähligen Ockertönen bis zum feurigen Rot intensiv gefärbter Varianten des Porphyrs.
Neben Natursteinen werden auch Recyclingmaterialien wie Ziegelsplitt oder industriell gefertigte Stoffe wie Blähschiefer angeboten. Zum Teil sind sie jedoch so intensiv gefärbt, dass sie neben manchen Blütenfarben disharmonisch wirken. So ist das Zinnoberrot des aus alten Dacheindeckungen und geschredderten Wänden gewonnenen Ziegelsplitts kombiniert mit den Rosatönen von Spornblume oder Teppich-Seifenkraut wenig ansehnlich. Ebenso erfordert Splitt aus rötlicher Lava oder grünem Glimmerquarzit Fingerspitzengefühl beim Kombinieren. Graue und helle sandfarbene Töne wirken dagegen zurückhaltend und arrangieren sich gut mit einer Vielzahl von Pflanzen. Tiefes Schwarz oder strahlendes Weiß wirkt wiederum weniger dezent und drängt sich mehr in den Vordergrund.
Ein ansprechendes Farbenspiel: himmelblau blühender Lein und rötlich bunter Kies. Setzt man solche auffälligen Kombinationen mit Bedacht ein, können sie zum reizvollen Blickpunkt werden.
Wie viele andere Kiesgartenpflanzen fühlen sich Elfendistel, Edeldistel, Federgräser und Kugel-Lauch auf kalkhaltigen Böden wohl.
Farbe und Art von Kies und Splitt beeinflussen auch das Pflanzenwachstum. So wärmen sich durch die Absorption von Licht dunklere Materialien stärker auf als helle. Dies können Sie ausnutzen, um nicht ganz optimale Standorte zu verbessern. Da dunkle Materialien nachts Wärme abgeben, entsteht für viele wärmeliebende Pflanzen ein angenehmes Kleinklima. Helle Materialien reflektieren dagegen Licht. Sie heizen sich weniger stark auf und geben in der Nacht weniger Wärme ab.
Wenn Sie das Gestein nur als Mulch (→ >) einsetzen, hat dies kaum Auswirkungen auf die Bodenreaktion. Verwenden Sie das Material jedoch dazu, um den Boden für den Kiesgarten aufzubereiten (→ >), beeinflusst die Gesteinswahl die Wachstumsbedingungen weitaus stärker. Die meisten Kiesgartenpflanzen stammen aus Regionen mit kalkhaltigen Böden. Sie fühlen sich auf basischen bis neutralen Böden (pH 6,5–8) wohl. Für solche Pflanzen eignet sich Kies oder Splitt aus Kalkgestein. Für saure Böden liebende Arten wie Flügel-Ginster oder Pechnelke wählen Sie besser Materialien wie Granit oder Gneis.
Klare Linien oder wogende Vielfalt, zarte Ton-in-Ton-Beete oder kräftiges Farbenspiel: Geschickte Gestaltung macht Gartenträume wahr.
Geschützt durch Mauern und abgegrenzt von der Umgebung, entsteht ein in sich geschlossener Gartenraum. Solche Entwürfe können Sie selbst in kleinen Stadtgärten realisieren.
Ob mediterranes Kiesbeet oder blühende Steppe: Ganz nach Wunsch wird Ihr Kiesgarten intim oder weitläufig, klar und elegant oder fantasievoll und üppig.
Kein Garten gleicht dem anderen, denn Gärten sind so vielfältig wie die Ideen und Wünsche ihrer Besitzer. Manche sind einladend und heiter, andere grenzen sich von der Außenwelt durch übermannshohe Hecken ab. Manche sind liebevoll geplant, andere ohne große Überlegung entstanden. Für Kiesgärten gelten bei der Gestaltung im Prinzip dieselben Regeln wie für andere Gärten. Damit ein Kiesgarten gelingt, sollten Sie daher einige grundsätzliche Vorüberlegungen treffen.
Die Weite der Landschaft wird bewusst in den Garten einbezogen. Der Übergang vom Garten in die Umgebung scheint fließend.
Möchten Sie Ihren ganzen Garten als Kiesgarten gestalten oder nur einen begrenzten Bereich? Die Antwort auf diese Frage hängt in erster Linie von der Gesamtgröße Ihres Gartens und von seiner Lage ab. Da Kiesgarten-Pflanzen lichthungrig und wärmebedürftig sind, sollten Sie nur sonnig gelegene Flächen in Betracht ziehen (→ >). Halbschattige oder schattige Flächen scheiden von vornherein aus.
Überlegen Sie als Nächstes, wie sich Ihr Kiesgarten am besten in die Umgebung einfügt. Grundsätzlich gibt es zwei sehr unterschiedliche Ansätze: Entweder Sie planen einen offenen, weitläufigen Kiesgarten, der die Umgebung bewusst in den Garten einbezieht, oder Sie schirmen den Garten von der Umgebung ab.
Im ersten Fall ermöglicht der Kiesgarten Ausblicke in die freie Landschaft. Gärten in Ortsrandlagen bieten die beste Voraussetzung für eine solche Lösung. Gute Nachbarschaft und ansprechend gestaltete Nachbargärten lassen ebenfalls eine offene Gestaltung zu.
Bedenken Sie jedoch, dass man bei solchen Lösungen in Ihren Garten hineinsehen kann. In einem reich frequentierten Umfeld werden Sie deshalb wahrscheinlich darauf verzichten und Ihren Kiesgarten von der Außenwelt räumlich abschirmen. Mitunter können Sie hierfür vorhandene Mauern oder Hecken geschickt genutzen. Das hat einen angenehmen Nebeneffekt: Gerade Mauern verbessern das Kleinklima, weil sie Wärme speichern und günstige Wachstumsbedingungen für empfindlichere oder nicht vollständig winterharte Kiesgartenpflanzen schaffen.
Ebenso bieten abgesenkte Gartenareale gute Voraussetzungen für einen abgeschlossenen Kiesgarten. Die Geländesprünge können Sie durch Mauern einfassen. Im Kiesgarten bieten sich dafür Trockenmauern an, deren Fugen Sie mit Pflanzen wie Gips- oder Niedrigem Seifenkraut und anderen Stauden bepflanzen können. Das ist nicht nur optisch ansprechend, sondern bietet auch zahlreichen Tieren einen Lebensraum: Hier wird sich eine Vielzahl von Eidechsen und Insekten wohlfühlen.
Oft reicht es bereits aus, wenn einzelne Gehölze oder lockere Strauchgruppen den Kiesgarten umschließen. Doch Vorsicht: Dadurch werden die Standortbedingungen für die benachbarten Kiesgartenpflanzen verändert. Je größer Bäume und Sträucher werden, desto größer wird die Konkurrenz um Nährstoffe, Wasser und Licht. Pflanzen Sie im Übergang zwischen Bäumen und Sträuchern an der Grenze zum Kiesgarten deshalb Stauden, die vor Gehölzen gedeihen und trotzdem zum Kiesgarten passen. Von solchen Stauden gibt es eine reiche Auswahl (→ >).
An geschützten Plätzen gedeihen selbst Halbsträucher wie das frostempfindliche Strauch-Brandkraut. Königskerzen und Binsenlilien bilden einen guten Kontrast dazu.
Tagsüber gespeicherte Wärme wird nachts abgegeben und kommt vielen Pflanzen zugute: Orientalische Irisund Fackellilien fühlen sich im Vorfeld der Mauer wohl.
Wollen Sie nur einen kleinen Teil Ihres Gartens als Kiesgarten gestalten, können Sie entweder einen bereits bestehenden Bereich umgestalten oder einen eigenen Raum dafür schaffen. Ein solches Areal sollte nicht allzu klein sein und ein ansprechendes Format besitzen. Am besten orientieren Sie sich am sogenannten Goldenen Schnitt. So empfinden Mensche Flächen als angenehm, wenn diese etwas mehr als eineinhalb Mal so lang wie breit sind.
Eine behagliche Oase entsteht, wenn ein solches Kiesgarten-Areal zwar umschlossen ist, die Grenzen jedoch nicht zu wuchtig und massiv wirken. Mitunter reicht bereits eine hüfthohe Abgrenzung, um das Areal von benachbarten, anders gestalteten Gartenszenerien räumlich zu trennen. Planen Sie nur ein Kiesgartenbeet, lässt sich dieses ausgezeichnet unmittelbar vor der Süd- oder Südwestseite Ihres Hauses realisieren.
Mauern und üppig bewachsene Zäune begrenzen den Garten. Kiesflächen lassen den Raum trotzdem weit und großzügig wirken.
