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Der böhmische Teil des Erzgebirges gilt unter Bergbaufreunden noch immer als Geheimtipp. Dabei ist seine wechselvolle Geschichte ebenso spannend wie die seines sächsischen Gegenstücks. Das vorliegende Ebook bietet einen kompakten Überblick über den historischen Erzbergbau im böhmischen Erzgebirge. Vor allem die Geschichte der ehemaligen Bergstädte und der längst verschwundenen Bergdörfer steht dabei im Mittelpunkt. Alle relevanten Fakten und Informationen werden in übersichtlicher Form präsentiert und durch zahlreiche Abbildungen ergänzt.
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Seitenzahl: 207
Veröffentlichungsjahr: 2013
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Robin Hermann
Böhmischer Erzbergbau
Der Altbergbau im böhmischen Erzgebirge
Verlag Robin Hermann
Impressum
Alle Rechte vorbehalten
© 2013 Verlag Robin Hermann, Chemnitz
1. Auflage
Layout: Verlag Robin Hermann
Lektorat: Francy Ballmann, Thomas Uhlig
ISBN 978-3-940860-09-5
www.verlag-rh.de
Einleitung
Der böhmische Teil des Erzgebirges (Krušné hory) gilt unter Natur- und Bergbaufreunden noch immer als Geheimtipp. Die breite Öffentlichkeit hingegen nimmt kaum Notiz von dieser historisch äußerst interessanten Region. Dabei bietet sich hier eine faszinierende Mischung aus zum Teil wilder, unberührter Natur und den kulturellen Hinterlassenschaften einer längst vergangenen Bergbauepoche.
Das vorliegende Buch versteht sich nun als Überblick über den historischen Erzbergbau im böhmischen Erzgebirge. Damit schließt es unmittelbar an den Vorgängerband »Sächsischer Erzbergbau« an.
Natürlich kann und will diese Publikation wiederum keinen Anspruch auf Vollständigkeit erheben. In Anbetracht der unzähligen kleinen Gruben und der teilweise schwierigen Quellenlage wäre dies auch kaum zu leisten.
Das Buch liefert seinen Lesern vielmehr einen Überblick über die wichtigsten Eckdaten der Bergbaugeschichte im böhmischen Erzgebirge. Bezogen auf die einzelnen Bergstädte und Reviere stehen dabei folgende Fragen im Vordergrund:
- Wie lange währte die Bergbauepoche?
- Welche Bodenschätze wurden abgebaut?
- Wann stand der Bergbau in seiner Blüte?
- Wie hießen die bedeutendsten Gruben?
- Welche Entwicklung nahm der Bergbau?
- Welche historischen Bauzeugnisse sind noch sichtbar?
Um die wechselvolle Geschichte dieser Montanregion besser einordnen zu können, bietet das erste Kapitel eine Einführung in die historische Entwicklung Böhmens. Sie reicht von der Vorzeit bis zur Gründung der Tschechoslowakei und der Vertreibung der deutschsprachigen Bevölkerung.
Das darauffolgende Kapitel widmet sich den Grafen Schlick, welche einen ganz bedeutenden Einfluss auf den Bergbau im böhmischen Erzgebirge hatten. Verschiedene Mitglieder dieser Adelsfamilie werden dem Leser im weiteren Verlauf des Buchs noch an zahlreichen Stellen begegnen.
In unmittelbarem Zusammenhang mit den Schlicks steht auch der »Joachimsthaler Guldengroschen«. Die Geschichte dieser bedeutendsten Großsilbermünze des 16. Jahrhunderts beschließt den einleitenden Teil.
Auf eine Einführung in die technologischen Grundlagen des Erzbergbaus wird an dieser Stelle verzichtet, da sie in detaillierter Weise bereits im Band »Sächsischer Erzbergbau« enthalten ist.
Der Hauptteil des vorliegenden Buchs widmet sich jenen Bergstädten und Orten im böhmischen Erzgebirge, in denen der Abbau von Silber-, Zinn-, Kupfer- und anderen Erzen eine größere Rolle gespielt hat. Die eingangs geschilderten Leitfragen dienen dabei als Anhaltspunkte. Zur besseren Übersicht und zum schnellen Nachschlagen werden alle wichtigen Fakten nochmals am Rand aufgeführt.
Da sich das Buch mit dem böhmischen Altbergbau vor 1900 beschäftigt, sind die Ortsnamen sowohl in deutscher als auch in tschechischer Schreibweise aufgeführt. Die alphabetische Anordnung folgt den historischen Bezeichnungen. Auch die Auswahl der wichtigsten Gruben und die Auflistung der erhaltenen Bauzeugnisse erfolgen alphabetisch. Die geförderten Bodenschätze hingegen sind nach ihrer wirtschaftlichen Bedeutung für den lokalen Bergbau geordnet.
Da der Text unmöglich auf sämtliche Details aller Bergbauregionen eingehen kann, bietet das ausführliche Quellenverzeichnis interessierten Lesern die Möglichkeit, spezielle Sachverhalte weiter zu vertiefen. Die Register am Ende des Buchs vereinfachen das schnelle Auffinden von Orten, Bergwerken oder bestimmten Personen im Text.
Mein herzlicher Dank geht an dieser Stelle an meine beiden Lektoren Francy Ballmann und Thomas Uhlig aus Chemnitz sowie an meine Familie.
Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, wünsche ich viel Freude bei der Lektüre des Buchs. Schauen Sie unbedingt einmal an den beschriebenen Originalschauplätzen vorbei. Denn auch dort kümmert sich eine wachsende Zahl tschechischer Bergbaufreunde in Vereinen und Interessengruppen um das kulturelle Erbe der Montanregion Erzgebirge – Krušné hory.
In diesem Sinne, ein herzliches Glück Auf oder Zdař Bůh!
Robin Hermann
___________
Exkurs in die Geschichte Böhmens
Die Bewohner des böhmischen Erzgebirges lebten jahrhundertelang in einem extremen Spannungsfeld, das vor allem durch drei Hauptgegensätze gekennzeichnet war:
1. Komplizierte deutsch-böhmische Beziehungen
2. Konfessionelle Auseinandersetzungen
3. Wirtschaftliche Blüte und rapider Verfall der Bergstädte
In kaum einer anderen Region Mitteleuropas mussten die Bewohner ihre Heimat deshalb so häufig aufgrund religiöser, wirtschaftlicher oder politischer Konflikte verlassen.
Trotz dieser schwierigen Rahmenbedingungen blickt der böhmische Teil des Erzgebirges auf eine äußerst spannende und einzigartige Montan- und Kulturgeschichte zurück. Um diese Zusammenhänge besser zu verstehen, ist ein Blick in die historische Entwicklung unseres Nachbarlandes notwendig. Das folgende Kapitel soll die wichtigsten Eckdaten der Entwicklung Böhmens, vor allem in Hinblick auf die ehemals deutschsprachigen Siedlungsgebiete bis 1947, nachzeichnen.
Die Lößgebiete Böhmens und Mährens wurden bereits in der Altsteinzeit besiedelt. So weisen unter anderem zahlreiche Werkzeug- und Knochenfunde auf eine frühe Präsenz des Neandertalers hin, der hier um ca. 35000 v. Chr. durch den modernen Menschen verdrängt wurde. Auch die durchgehende Besiedlung bis zur Bronzezeit (2200–800 v. Chr.) konnte durch Funde hinreichend belegt werden.
Während der sogenannten Latènezeit (500–100 v. Chr.) dominierte die keltische Kultur. Es entwickelten sich die ersten, stadtähnlich befestigten Höhensiedlungen, die als Oppida bezeichnet wurden. Einer der einflussreichsten Stämme dieser Zeit waren die Bojer. Ihr Stammesgebiet wurde vom römischen Historiker Tacitus als Boiohaemum bezeichnet.1Aus diesem Begriff entwickelte sich auch der spätere Name Bohemia beziehungsweise Böhmen.2
Die keltischen Stämme wurden im 1. Jahrhundert v. Chr. allmählich von germanischen Volksgruppen unter der Vorherrschaft der Markomannen verdrängt. Im Zuge der durch die Hunnenfeldzüge ausgelösten Völkerwanderung wichen aber auch die Germanen nach Westen aus. Ab dem 6. Jahrhundert wanderten deshalb slawische Volksstämme aus ihren angestammten Gebieten nördlich und östlich des Karpatenbogens ein und siedelten in den fruchtbaren Gebieten an Elbe (Labe), Moldau (Vltava) und Eger (Ohře).3
Als erster slawischer Herrscher ist ein fränkischer Händler namens Samo überliefert. Er vereinigte die slawischen Stämme in Böhmen und Mähren unter sich, nachdem sie sich unter seiner Führung 623/24 erfolgreich gegen die Awaren und 631 gegen den Frankenkönig zur Wehr gesetzt hatten. Samo genoss einen königsgleichen Status. Nach seinem Tod im Jahr 658 brach die Vereinigung der Stämme jedoch vorerst wieder auseinander.
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