Bollinger Bänder - Bollinger John - E-Book

Bollinger Bänder E-Book

Bollinger John

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Beschreibung

Der Schlüssel zur effizienten Investitionsanalyse ist – so weit es möglich ist –, die Gefühlskomponente zu eliminieren und jeden möglichen Trade nur nach sei­ner technischen und fundamentalen Eignung zu bewerten. Nur wenige Analyse­methoden haben seit ihrer Einführung den Anlegern und Investoren dabei so viel Unterstützung geboten wie die Bollinger­Bänder. John Bollinger bietet in diesem Buch Tipps, Richtlinien und Regeln zur Einbindung der Bollinger­Bänder in praktisch jede bestehende Anlagestrategie. Dieses Buch ist ein Meilenstein, verfasst vom einzigen Mann, der sich als wirkliche Autorität in allen Belangen der Bollinger­Bänder bezeichnen darf – John Bollinger selbst. Während der letzten zwanzig Jahre entwickelten sich die Bollinger­Bänder für viele erfahrene Trader zum aussagekräftigsten und zuverlässigsten Hilfsmittel zur Bestimmung voraussichtlicher Kursentwicklungen. Jetzt endlich erklärt John Bollinger, wie diese außergewöhnliche Technik angewendet wird, um Kurse und Indikatoren effizient direkt zu vergleichen. Trader finden in diesem Buch hunderte wertvolle Informationen, unter anderem: Die Analyse der primären von den Bollinger­Bändern abgeleiteten Indikatoren – %b und BandBreite.Wie Trader die Bollinger­Bänder einsetzen können, um mit (und nicht gegen) den allgemein bekannten Kursmustern zu arbeiten. Die strategische Anwendung der Bollinger­Bänder im kurzen, mittleren und langfristigen Zeitrahmen. Drei Handelssysteme, die auf den Bollinger­Bändern basieren. Die erste maßgebliche Beschreibung und Untersuchung dieser revoluti­onären Analysetechnik, sowie innovative Methoden zur klareren Darstellung verschiedener Chart­muster mit Analyse der Zeithorizonte und Gleitenden Durchschnitte. Kurz, aber umfassend erfahren Sie in diesem wirklich unverzichtbaren Investmentratgeber alles über die Bollinger­Bänder.

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Seitenzahl: 215

Veröffentlichungsjahr: 2013

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Bibliografische Information Der Deutschen Bibliothek

Die Deutsche Bibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.ddb.de abrufbar.

 

Für Fragen und Anregungen:

[email protected]

Copyright © 2002 by The McGraw-Hill Companies, Inc.

Published by McGraw-Hill unter dem Titel Bollinger on Bollinger Bands

Original edition copyright (2002) by Copyright Owner, as set forth in copyright notice of Proprietor’s edition. All rights reserved.

German edition coypright 2003 by FinanzBuch Verlag, All rights reserved.

7. Auflage 2020

© 2003 FinanzBuch Verlag, ein Imprint der Münchner Verlagsgruppe GmbH

Nymphenburger Straße 86

80636 München

Tel. 089 651285-0

Fax 089 652096

Alle Rechte, insbesondere das Recht der Vervielfältigung und Verbreitung sowie der Übersetzung, vorbehalten. Kein Teil des Werkes darf in irgendeiner Form (durch Fotokopie, Mikrofilm oder ein anderes Verfahren) ohne schriftliche Genehmigung des Verlages reproduziert oder unter Verwendung elektronischer Systeme gespeichert, verarbeitet, vervielfältigt oder verbreitet werden.

Aus dem Amerikanischen von Marc Lorünser

Gesamtbearbeitung: Druckerei Joh. Walch, Augsburg

ISBN Print 978-3-89879-817-4

ISBN E-Book (PDF) 978-3-86248-463-8

ISBN E-Book (EPUB, Mobi) 978-3-86248-464-5

 

Weitere Informationen zum Verlag finden Sie unter

www.finanzbuchverlag.de

Inhalt

Geleitwort

Vorwort

Einführung

Danksagung

 

Teil I

 

Kapitel

 

1

  

Einleitung

A

M

A

NFANG

 

Kapitel

 

2

  

Das Rohmaterial

 

Kapitel

 

3

  

Zeitrahmen

 

Kapitel

 

4

  

Ständige Ratschläge

 

Kapitel

 

5

  

Sei dein eigener Herr

 

Teil II

 

Kapitel

 

6

  

Geschichte

D

IE

G

RUNDLAGEN

 

Kapitel

 

7

  

Konstruktion

 

Kapitel

 

8

  

Bollinger-Band-Indikatoren

 

Kapitel

 

9

  

Statistik

 

Teil III

 

Kapitel

 

10

  

Mustererkennung

B

OLLINGER

-B

ÄNDER

 

Kapitel

 

11

  

Fünf-Punkt-Muster

 

Kapitel

 

12

  

W-Bottoms

 

Kapitel

 

13

  

M-Tops

 

Kapitel

 

14

  

Entlang der Bänder gehen

 

Kapitel

 

15

  

Der Engpass

 

Kapitel

 

16

  

Methode I: Volatilitätsausbruch

 

Teil IV

 

Kapitel

 

17

  

Bollinger-Bänder und Indikatoren

B

OLLINGER

-B

ÄNDER

 

Kapitel

 

18

  

Volumenindikatoren

MIT

I

NDIKATOREN

 

Kapitel

 

19

  

Methode II: Trendfolger

 

Kapitel

 

20

  

Methode III: Umkehr

 

Teil V

 

Kapitel

 

21

  

Normalisierte Indikatoren

F

ÜR

 F

ORTGESCHRITTENE

 

Kapitel

 

22

  

Daytrading

 

Teil VI

 

15 grundlegende Regeln

Z

USAMMENFASSUNG

 

Zum Abschluss

 

 

Fußnoten

 

Literaturverzeichnis

 

M- und W-Muster

 

Formeln für Bollinger-Bänder

Geleitwort

Als ich mich vor mehr als einem dutzend Jahren den Kapitalmärkten näherte, war das, was man gemeinhin als Tipp-Trader bezeichnet. Meine Investmententscheidungen fällte ich an Hand der Tipps, die ich von meinen „Freunden“ bekam. Der Erfolg war eher bescheiden.

Selbst als gelernter Techniker war ich nicht in der Lage, auch überhaupt nur den Ansatz einer Systematik in meinen Entscheidungen zu erkennen – und das gefiel mir gar nicht. Nach intensivem Studium der Börsenliteratur wurde mir klar, dass man ohne systematischen Ansatz langfristig keinen Erfolg an der Börse haben kann. Also beschloss ich System-Trader zu werden. Mir wurde klar, dass die Technische Analyse Grundlage meiner zukünftigen Anlageentscheidungen sein musste.

Beim Studium der Literatur zur Technischen Analyse lernte ich Trends sowie Chartformationen zu erkennen und zu verstehen. Zusätzlich widmete ich meine Aufmerksamkeit auch intensiv der Vielzahl an Indikatoren und Oszillatoren. Wie besessen dachte ich, dass derjenige der alle (damals mehr als 100) Indikatoren kennt und anzuwenden weiß, schlichtweg erfolgreich handeln muss. Leider konnte ich mit meinem Indikatoren-Fachwissen nur vor Fachpublikum angeben – der Erfolg auf meinem Tradingkonto blieb aber aus. Wahrscheinlich war ich zu diesem Zeitpunkt der Trader mit dem schlechtesten Earnings/Indikator-Ratio1!

Ich fing wieder ganz von vorne an. Meine Tests ergaben, dass man auch mit einfachen Systemen, wie das eines Gleitenden Durchschnitts, an der Börse Erfolg haben kann. Mein daraus folgendes Selbststudium der Gleitenden Indikatoren in allen Ausprägungen führte mich zu den Bollinger-Bändern. Die Kombination aus Gleitendem Durchschnitt mit der Standardabweichung stellt für mich heute noch immer neben ein paar wenigen anderen Parametern die Entscheidungsgrundlage für meine Trades dar. Heute ist mein Earnings/Indikator-Ratio deutlich positiv.

Sie werden beim Lesen dieses Buches feststellen, dass es John Bollinger geschafft hat, viele Gesetzmäßigkeiten der Technischen Analyse in einem einzigen Indikator unterzubringen. Das kann selbst ein Börsen-Neuling in technischen Softwareprogrammen die Bollinger-Bänder unterstützen, mit freiem Auge erkennen. Die Bollinger-Bändern verfestigen die Anlageentscheidungen eines Traders und verbessern dadurch seine Erfolgsquote. Aber John Bollinger selbst, ist ehrlich genug zuzugeben, dass Bollinger-Bänder allein noch nicht zum Erfolg führen. Sie sind nicht der Heilige Gral, denn das Geheimnis des Börsenerfolges ist und bleibt ein striktes Risikomanagement. Doch Bollinger-Bänder helfen einem auf dem Weg dorthin.

 

Oswald D. Salcher

Vertriebsleiter der TeleTrader Software AG

und aktiver Trader

Anhänger der Technischen Analyse

als Entscheidungsgrundlage für

Investmententscheidungen

Vorwort

IM JUNI 1984 ging ich zum ersten Mal durch die Eingangstür eines Hauses am Ocean Park Boulevard in Santa Monica in Kalifornien. Es ist das Gebäude des Financial News Network, des ersten Fernsehsenders in den USA, der sich ausschließlich mit der Berichterstattung über Wirtschaft, Börse und Marktdaten befasste. Der FNN Hauptsitz war ein scheußlicher Ort, ein baufälliger, äußerst unscheinbarer zweistöckiger Klotz. Der rechteckige, ziemlich heruntergekommene, überfüllte Arbeitsplatz unzähliger Angestellter, deren Aufgabe es war, täglich 12 Stunden Wirtschaftsnachrichten herauszubringen, für wenig Gehalt und für noch weniger Zuseher. Dies waren die Umstände, die mich vor genau 17 Jahren erwarteten.

Ich nahm einen Einstiegsjob bei FNN an, da weder Mr. Spielberg noch Mr. Lucas mein aufblühendes Talent als Filmemacher erkannten. Natürlich wussten sie nichts von meiner Existenz, aber während ich von meinem Potential als Weltklasseregisseur fest überzeugt war, schien sonst niemand Notiz von meinem Abschluss der Filmhochschule zu nehmen. Nur ein alter Schulfreund bot mir eine einträgliche Arbeit an, und zwar in einem Bereich der Medien, der mir gänzlich unbekannt war. FNN war für mich ein zeitweiliger Rastplatz, eine gute Gelegenheit, die Rechnungen zu bezahlen, während ich mit meinen Skripts für Fernsehshows und Spielfilme hausieren ging, die mich eines nicht allzu fernen Tages reich und berühmt machen sollten.

Ich begann also mit Zurückhaltung, bei FNN zu arbeiten. Einerseits bot sich mir die Möglichkeit, viel zu lernen und meine Fähigkeiten im Medienbereich zu verfeinern; andererseits waren die Themen beängstigend langweilig (so dachte ich zumindest damals). Es ging um viele Zahlen (was gar nicht nach meinem Geschmack war), von den meisten Fachbegriffen hatte ich noch nie gehört … Wolle-Futures und Palmöl-Markt fallen mir sofort dazu ein. Aber die Menschen in der Nachrichtenzentrale schienen an allem interessiert zu sein, was mich sehr verwirrte. Was hatte dieser Haufen scheinbar sinnloser Dinge an sich, dass sich ein ganzer Saal voller Menschen so intensiv damit beschäftigte? Warum starrten sie dauernd irgendwelche Charts und Grafiken an? Über was redeten sie denn den ganzen Tag eigentlich? Ich wurde langsam neugierig.

Bevor ich mich über meine wachsende Neugier auslasse, möchte ich kurz die Arbeitsumgebung bei FNN beschreiben. Es gab drei Haupträume im ersten Stock des schachtelähnlichen Gebäudes. Die Nachrichtenzentrale war ein Rechteck von ca. 10 auf 17 Meter mit einem Ring von Schreibtischen um das Zentrum, von denen jeder mit der erforderlichen IBM Selectric, kistenweise Schreibpapier und einem obligatorischen überquellenden Papierkorb ausgestattet war. Die Schreiber und Assistenten waren im Allgemeinen eher jung, Ende 20, Anfang 30. Die Produzenten waren zumeist ältere Herren, die schon seit vielen Jahren im Nachrichtengeschäft waren … ein Haufen hartgesottener Journalisten aus der Print- und Fernsehbranche, die (oft vergeblich) versuchten, dieser neuen Sorte von Journalismus eine Form zu geben.

Zwei Räume grenzten an die Nachrichtenzentrale. Einer war für die Associate Producer und Segment Producer, die die Magnetbandstücke zusammenfügten, die während der täglichen Nachrichtensendungen gezeigt wurden. Der zweite Raum beherbergte einige der Live-Sendung- Spezialisten von FNN und John Bollinger war einer von ihnen. John war zusammen mit dem verstorbenen Ed Hart für den Großteil der Kommentare zum Tagesgeschehen an den Börsen zuständig. Ed Hart war ein ergrauter Veteran der Wirtschaftsnachrichten. Während seiner Tätigkeit für FNN lieferte Ed auch tägliche Wirtschaftsnachrichten für KFWB, ein Radiosender in der Gegend von Los Angeles, der in Konkurrenz zu seinem größeren Rivalen KNX stand.

Ed war ein richtiger Brummbär, ein säuerlicher Charakter mit einer Vorliebe für schmutzige Witze. Ed war und wird für alle Zeiten der beste Wirtschaftsjournalist sein, mit dem ich je zusammenarbeiten durfte. Er verfügte über ein enzyklopädisches Wissen der Wirtschafts- und Börsengeschichte. Sein Gedächtnis war fotografisch und sein Geist messerscharf. Er konnte Dummköpfe nicht ausstehen und hielt sich bei der Feststellung der intellektuellen Unzulänglichkeiten seiner Zeitgenossen nicht zurück. Aber er hatte ein großes Herz und liebte nichts so sehr wie die Wirtschaftsnachrichten, außer vielleicht das Segeln und das Tanzen.

An einem bestimmten, sehr geschäftigen Arbeitstag kam unser damaliger Chefredakteur in die Nachrichtenzentrale, gerade als alle mit der Einhaltung der Abgabetermine kämpften, und bat um Unterstützung bei der Lösung eines Kreuzworträtsels, das er nicht allein lösen konnte. Alle waren damit beschäftigt, die Nachrichten rechtzeitig auf Sendung bringen zu können, aber unser furchtloser Anführer erkannte das nicht, weil er mit so gewichtigen Dingen wie seinem Rätsel beschäftigt war. Er fragte uns laut, ob irgendjemand die Definition von „jejune“ kannte. Nur Ed Hart gab ihm eine Antwort. „Das ist der Monat vor dem Jujuli“, fuhr er ihn an und arbeitete weiter. Meistens war Ed mit viel wichtigeren Dingen beschäftigt, und zumeist ging es darum, genau, zeitgerecht und informativ zu sein. Und genau das war er. Er war mit seinen Kommentaren zur Marktsituation immer früh dran, hatte immer Recht, und seine Informationen wurden auf so hochintellektuelle Art präsentiert, wie es ihm wohl nie jemand nachmachen wird.

Der andere Spezialist von FNN saß praktisch isoliert in einem Nebenraum der Nachrichtenzentrale: John Bollinger, der Markttechniker von FNN. Johns Job war es, sich mit Charts und Grafiken zu beschäftigen und darin sich wiederholende Muster der Marktbewegung zu finden, um dann den Zuschauern von FNN zu erklären, dass man sinnvolle Vorhersagen für die Zukunft treffen konnte, wenn man Muster in vergangenen Marktdaten erkannte. Quotierungsgeräte, ein paar primitive Computer und hohe Papierstapel umgaben John. Und natürlich auch alle möglichen Bücher über Technische Analyse, deren Titel ich damals nicht kannte. Bollinger, wie wir ihn nannten, war ein mürrischer Bursche, starrköpfig und unverblümt, wenn es um die Börse ging. Sein Werdegang war recht interessant und nahm mich gleich für ihn ein. Er arbeitete einige Jahre lang als Kameramann, einschließlich eines Gastspiels beim CBS Magazin 60 Minutes. Wir waren uns gegenseitig recht sympathisch, da wir beide Filme liebten und an guten Geschichten immer interessiert waren. Ich war aber schon überrascht, dass jemand eine sehr gute Stelle beim Fernsehen dafür aufgab, um Schnörkel auf einem Blatt Papier anzustarren, die für irgendjemanden irgendetwas bedeuteten. Das konnte ich nicht verstehen, aber wie gesagt, ich wurde neugierig.

Als ich bei FNN anfing, hatte ich keine Ahnung von Wirtschaft und Börse. Aber nachdem ich ein paar Monate dabei gewesen war, natürlich immer noch in freudiger Erwartung meines großen Kinoerfolges, verspürte ich zunehmend die Anziehung der Menschen und der Themen bei FNN. Bill Griffeth und Sue Herera (damals noch McMahon) waren gerade dabei, das Wirtschaftsfernsehen zu erfinden, wie wir es heute kennen. Ed Hart, John Bollinger und ein Produzent, Doug Crichton, waren in faszinierende Unterhaltungen über das Tagesgeschehen, Wirtschaft, Börsen und Ökonomie vertieft, denen ich nicht im Entferntesten folgen konnte. Aber sie machten mich nach diesen Themen süchtig. So wurde ich zu einem Wirtschaftsnachrichten-Junkie und diese Sucht hält bis zum heutigen Tage an.

John Bollinger ist einer der Menschen, die mich bei FNN wirklich faszinierten. Sein Enthusiasmus bei diesen Themen war einfach ansteckend. Seine Leidenschaft, mit der er immer mehr und noch mehr über die Märkte und ihre Entwicklung herausfinden wollte, war inspirierend. Und seine Liebe zum Detail legte die Messlatte für uns, die wir alle Hände voll zu tun hatten, um überhaupt mit seinem unerschöpflichen Appetit nach Information mithalten zu können, sehr hoch. Während Johns Wissen über die Märkte wuchs, wurden seine Einsichten in die Materie für alle in seinem Umfeld zunehmend nützlich. Wir waren alle beeindruckt, mit welcher Geschwindigkeit er marktrelevante Informationen aufnehmen und unserem Publikum erklären konnte.

Für alle, die mit John arbeiteten, wurde es zunehmend klarer, dass er eines Tages sehr wertvolle Beiträge zur Technischen Analyse leisten würde. Was früher ein Stiefkind der Wall Street gewesen war, entwickelte sich nun zu einer sehr respektablen Form der Marktanalyse. Große Techniker wie Joe Granville, Robert Farrell, Edson Gould, Robert Prechter und natürlich Charles Dow begründeten Formen der Marktanalyse, die bis heute in Verwendung sind. In der Tat verwenden an der Wall Street alle Brokerhäuser, alle Vermögensverwalter und großen Fondsgesellschaften die Technische Analyse. Alle Investoren suchen ständig nach einem kleinen Vorteil. Die Technische Analyse kann diesen kleinen Vorteil ausmachen, der zum Unterschied zwischen Gewinn und Verlust führt.

Wie schon gesagt, waren viele von Johns Kollegen der Überzeugung, dass es nur eine Frage der Zeit sei, bis John in die Reihen der wichtigsten Analysten aufgenommen werden würde, die die Anwendung und Betrachtung der Technischen Analyse für immer verändern würden. Und so kam es auch.

Bollinger über Bollinger-Bänder gehört zur Pflichtlektüre für alle Marktinteressierten. Es erklärt ausführlich den wichtigen Beitrag, den John zur Technischen Analyse geleistet hat, während wir zusammen bei Financial News Network arbeiteten. Als John die Bollinger-Bänder erfand, verstand ich die Signifikanz seiner Arbeit nicht. Erst viele Jahre später gelang es mir, mein Betätigungsfeld ganz zu verstehen, und Johns Arbeit erschien mir damals mindestens so geheimnisvoll wie die anderen Themen. (Glücklicherweise hat sich das mittlerweile geändert, sodass niemand befürchten muss, dass ich immer noch keine Ahnung von Technischer Analyse habe.)

Aber wie viele große Entdeckungen sind auch die Bollinger-Bänder von eleganter Schlichtheit. Sie definieren die Parameter, die die Marktbewegung begleiten. Sie setzen die Grenzen für Erwartungen und erlauben es den Tradern, die Geschwindigkeit und das Ausmaß einer Marktbewegung zu verstehen. Bollinger-Bänder biegen sich, aber sie sind dazu geschaffen, um gebrochen zu werden. Und gerade dann, wenn sie durchbrochen werden, enthalten sie einige der wichtigsten Informationen, die ein Anleger sich wünschen kann. Ihre Konstruktion mag mathematisch sein, aber ihre Abbildung sagt mehr als tausend für Investoren unbezahlbare Worte.

Kurzum, die Bollinger-Bänder sind ein technisches Hilfsmittel, das alle Anleger, Trader und Börsianer verstehen und anwenden sollten. Und sie sind nur ein Teil der Errungenschaften in der Technischen Analyse, für die ihr Namensgeber verantwortlich zeichnet und in bester Erinnerung blieben wird.

Ron Insana, CNBC

Einführung

MEINEN ERSTEN KONTAKT mit dem Aktienmarkt hatte ich als Kind in Form einer Hinterlassenschaft, die aus ein paar Aktien von Fruehauf bestand, einer Firma, die dann sehr lange brauchte, um Bankrott zu gehen. Mein zweiter Kontakt ergab sich in den frühen sechziger Jahren, während ich als junger Mann beim Museum of the Media angestellt war, einer Institution, die drei Brüdern gehörte, deren Vater damals sehr erfolgreich mit High-Tech-Aktien spekulierte. Diese High-Tech-Aktien waren zu der Zeit in aller Munde und mein Vorgesetzter war ebenfalls in ihren Bann geraten. Ohne die Details wirklich zu verstehen, vermutete ich instinktiv, dass etwas nicht stimmte. Dann kamen die siebziger Jahre und mit ihnen ein Überblick über den Schaden, den meine Mutter erlitten hatte, indem sie ihre Fondsanteile während eines Bärenmarktes gehalten hatte. Mein letztes prägendes Erlebnis kam gegen Ende der siebziger Jahre, als Erdöl „unaufhaltsam auf seinem Weg zu einem Preis von $50 oder $100 pro Barrel“ war und man unbedingt Aktien von Ölgesellschaften haben musste, vor allem von kleinen Firmen, die an solchen Orten wie dem Arkando-Becken in Oklahoma Tiefbohrungen nach Gas durchführten. Es erübrigt sich wohl die Feststellung, dass Öl fiel, anstatt zu steigen, und die Ölaktien wurden zermalmt, wobei viele der Nebenwerte in diesem Segment ganz von der Bildfläche verschwanden. Es musste einfach einen besseren Weg geben und ich suchte lange erfolglos danach. Zu guter Letzt musste ich diesen besseren Weg selbst erschaffen. Er heißt Rationale Analyse. RA ist die Kombination von Technischer Analyse und Fundamentaler Analyse in einer relativen Beziehung (Abbildung E1). Dieses Buch handelt vom primären Hilfsmittel der RA, den Bollinger- Bändern, die das relative Bezugssystem darstellen: Ein späteres und umfangreicheres Werk wird sich mit der RA selbst beschäftigen.

Definition der Begriffe:

Abbildung E.1 Rationale Analyse

Technische Analyse: Das Studium marktrelevanter Daten als Entscheidungshilfe bei Investitionen.

Fundamentale Analyse: Das Studium firmenrelevanter Daten als Entscheidungshilfe bei Investitionen.

Rationale Analyse: Das Zusammenführen von Teilbereichen der Technischen und Fundamentalen Analyse.1

Die technischen Analysten glauben, dass sich die gesamte brauchbare Information in der Preisinformation niederschlägt. Daher ist die beste Informationsquelle die Preisinformation selbst. Die Fundamentalanalysten bewerten eine Aktie aufgrund von wirtschaftlichen und firmenspezifischen Faktoren und vergleichen ihre Einschätzung mit dem Marktpreis. Tritt eine ausreichende Abweichung auf, dann handeln sie. Im Grunde genommen glauben die Techniker, dass der Markt Recht hat, und die Fundamentalisten vertrauen auf ihre Analyse.

Die Feststellung, dass eine Aktie nicht das Unternehmen ist und das Unternehmen nicht die Aktie, ist sehr wichtig und sollte nicht vergessen werden. Obwohl zwischen einem Unternehmen und seiner Aktie natürlich eine Beziehung besteht, ist das Bindeglied in erster Linie ein psychologisches. Traditionell geht man davon aus, dass die Fundamentaldaten eines Unternehmens letztlich den Marktwert bestimmen. Hier sind ein paar Gegenbeispiele: Ein fallender Aktienpreis kann einem Unternehmen schaden. Wenn leitende Angestellte eines Unternehmens sehen, wie der Aktienpreis zusammenbricht, könnten sie anderswo nach einer entsprechenden Entschädigung suchen. Oder noch schlimmer, der fallende Aktienkurs kann dazu führen, dass einem Unternehmen die finanzielle Unterstützung versagt bleibt, die es zum Überleben brauchen würde. In jedem Fall behalten die Investoren, die auf Grund der Rationalen Analyse entscheiden, die Oberhand, da sie sowohl die Aktie als auch das Unternehmen verstehen.

Letztendlich ist es die Kombination der Technischen und Fundamentalen Analyse, die den Weg zum Erfolg als Investor am besten bereitet. Die Anwendung einer solchen Kombination erzeugt eine Umgebung, in der ein Anleger oder Trader rationale Entscheidungen treffen kann, in der Gefühle unter Kontrolle gehalten werden können.

Gefühle sind die größten Feinde des Investors. Haben Sie jemals in Panik verkauft, zum Höchstkurs gekauft, sich Sorgen darüber gemacht, dass Sie in einen Bärenmarkt geraten oder den nächsten Ausbruch verpassen? Die Rationale Analyse kann Ihnen dabei helfen, diese Fallen zu umgehen, indem sie Ihre wohl erwogene Entscheidungen auf eine gut begründete Basis stellt. Anstatt Teil der Masse zu sein, gebeutelt von Angst und Gier, immer wieder in denselben Fehlern verhaftet, können Sie nun stolz erhobenen Hauptes als unabhängiger Marktteilnehmer ihre eigenen Interessen wahren.

Zuletzt, um dies gleich klarzustellen, eine Definition: Bollinger-Bänder sind Kanallinien, die in und um die Preisstruktur in einem Chart gezeichnet werden (Abbildung E2). Ihre Absicht ist es, die relativen Definitionen von Hoch- und Tiefpunkten festzulegen; Kurse in der Nähe des oberen Bandes sind hoch und Kurse in der Nähe des unteren Bandes sind tief.

Oberes BandMittleres Band + 2 StandardabweichungenMittleres BandDurchschnitt von 20 ZeiteinheitenUnteres BandMittleres Band - 2 Standardabweichungen

Tabelle E.1 Standardformeln für Bollinger-Bänder

Abbildung E.2 Bollinger-Bänder

Die Basis des Bandes wird von einem Gleitenden Durchschnitt gebildet, der den mittelfristigen Trend anzeigt (Tabelle E1). Dieser Durchschnitt wird als Mittleres Band bezeichnet und mit einer Standardeinstellung von 20 Tagen berechnet. Die Breite des Kanals wird von einem Ausmaß der Volatilität, der Standardabweichung, bestimmt. Die Daten für die Berechnung der Volatilität sind dieselben wie die Daten, anhand derer der Gleitende Durchschnitt berechnet wird. Das obere und das untere Band werden in einer normalen Entfernung von zwei Standardabweichungen vom Durchschnitt gezeichnet.

Jetzt wissen wir, was Bollinger-Bänder sind. Lernen wir nun, sie zu verwenden.

Danksagung

WIR TUN NICHTS ALLEIN.

Zuerst meine Eltern – mein Vater, der mir gezeigt hat, dass Mathematik Spaß machen kann und wie man fliegt, und meine Mutter, die genug Glauben hatte, ihre Zukunft in meine Hände zu legen.

Meine Frau Dorit, ohne die all dies einfach nicht möglich gewesen wäre, und meine Tochter Zoë, auf die die Sonne immer scheint.

Jon Ratner, als ich ihn traf – ein Broker bei AG Becker, jetzt ein geschätzter Freund, der vieles möglich machte, am wichtigsten mittels einer Vorstellung bei Charles Speth und Holly Hendricks, bei deren Firma ich vom Trading erfuhr. Später überzeugte er seinen Abteilungsleiter, mir eine Quotierungsmaschine und einen Schreibtisch zur Verfügung zu stellen, an dem ich meine fruchtbaren Arbeiten durchführen konnte.

Earl Brian, einer der Vorstandsvorsitzenden des Financial News Network, der sowohl an mich als auch an die computerisierte Technische Analyse glaubte.

Marc Chaikin, Steve Leuthold, Don Worden und Jim Yates, die mir Technik und Konzepte beibrachten, als ich hungrig danach war, und Arthur Merrill, der einen unglaublich hohen Standard setzte.

Die Daten für die Tests und Charts für dieses Buch wurden von Bridge (http://www.bridge.com) über die Bridge-Station zur Verfügung gestellt. Die Tests wurden großteils auf Microsoft Excel durchgeführt. Die meisten Charts in diesem Buch wurden mit gnuplot hergestellt, einem Open- Source-Zeichenprogramm. Ich programmierte ein gnuplot-Aufbereitungstool in Microsoft Visual Basic, das die Bridge-Daten via DDE abholte, sowie Datendateien für die Charts.

Open Source Software übernimmt die Vorreiterrolle in der Computerwelt, und ich stehe tief in der Schuld der vielen vorzüglichen Programmierer, die selbstlos mit ihrer wunderbaren Arbeit zu Betriebssystemen wie Linux und Anwendungen wie gnuplot beitragen. Wenn Sie mehr über gnuplot wissen wollen, besuchen Sie http://www.gnuplot.org. Ein guter Anfangspunkt, um mehr über Open Source Software zu erfahren, ist „The Open Source Initiative“ (http://www.opensource.org). Oder schauen Sie bei der Free Software Foundation rein (http://www.fsf.org), den Gründern der Free-Software-Bewegung.

Teil 

I

Am Anfang

 

Teil I stellt die grundlegenden Bausteine der Technischen Analyse und der Bollinger-Bänder vor, behandelt die Bedeutung der Definition und des Gebrauches dreier verschiedener Zeitrahmen in den Operationen und zeigt die philosophische Untermauerung unserer Arbeit und unseres Marktzuganges.

Kapitel 1

Einleitung

VOR ÜBER 80 Jahren stellte der Physiker Albert Einstein sein Konzept der Relativität vor. Im Kern postuliert die Relativität, dass alles nur in Relation zu etwas anderem existiert. Die unweigerliche Schlussfolgerung ist, dass nichts ganz allein sein kann – es gibt nichts Absolutes. Ohne Weiß gibt es kein Schwarz; schnell kann nur im Verhältnis zu langsam sein; ein Hoch kann nur in Beziehung zu einem Tief gesehen werden etc. Einstein wandte seine Theorie auf die Physik an und verlor dadurch ein größeres Publikum, für das seine Ausführungen gleichfalls von Interesse gewesen wären. Trotzdem haben andere, wie z.B. der Philosoph Bertrand Russell, daran gearbeitet, dieselben Ideen über die Physik hinaus zu verbreiten.

In einer als Serie erscheinenden Form seines Buches [The ABC of Relativity], die 1925 in The Nation veröffentlicht wurde, drückte Russell seine Überzeugung aus, dass die Menschen, wenn sie sich erst an die Idee der Relativität gewöhnt hätten, ihre Art, zu denken, ändern würden: Die Menschen würden mit größerer Abstraktion arbeiten und alte absolute Gesetze durch relative Konzepte ersetzen. Dies ist in der Welt der Wissenschaft sicherlich geschehen, aber die Absorbierung der Relativität in die Alltagskultur hat nicht viel zur Veränderung der Denkweise der meisten Menschen beigetragen, ganz einfach weil die wenigsten sich an die Relativität gewöhnt haben oder sie auch nur ansatzweise verstehen.2

Ungefähr zu derselben Zeit, als Einstein seine Arbeit begann, war Oliver Wendell Holmes jr., ein Richter des Obersten Gerichtshofes der USA, damit beschäftigt, das Rechtssystem unseres Staates in Richtung Relativität zu schieben. Er postulierte, dass die Gerichte nicht die absolute Wahrheit feststellen konnten. Sie konnten lediglich die relativen Vorzüge der unterschiedlichen Standpunkte bestimmen, die ihnen vorgetragen wurden, und dies war nicht in einem absolutistischen Regelwerk möglich, sondern verlangte nach einem sozial relevanten Regelwerk. Früh in seiner Laufbahn stellte Holmes fest:

Das Gesetz verkörpert die Geschichte der Entwicklung einer Nation über viele Jahrhunderte, und man kann es nicht handhaben, als enthielte es nur die Axiome und logischen Folgen eines Mathematikbuches. Um zu wissen, was es ist, müssen wir wissen, was es war, und was es wahrscheinlich werden wird.3

Die Werke von Einstein und Holmes standen nicht allein. Ihr zentrales Thema zeigte einen beginnenden Trend in der Gesellschaft an. Als die Welt gegen Ende des 19. Jahrhunderts zunehmend komplex wurde, erkannte man weithin, dass die absoluten Wahrheiten, die bisher die Geschicke der Menschen bestimmt hatten, nicht länger ihren Zweck erfüllen konnten, dass es eines relativen Bezugssystems bedurfte, wenn der Fortschritt weitergehen sollte – und genauso verhält es sich mit den Börsen.

Solche Ideen sind im Grunde genommen bescheiden. Sie erkennen unsere Grenzen. Sie spiegeln eher die östliche als die westliche Philosophie wider. Das Ziel, einen perfekten Investitionsansatz zu finden, ist eben dies, ein Ziel. Wir können ihm nahe kommen, aber es wird immer außerhalb unserer Reichweite bleiben. Denn es gibt kein perfektes System. Wir können nur im Rahmen unserer Fähigkeiten unser Bestes geben, angetrieben von den Möglichkeiten.

Bernard Mandelbrot entdeckte das nichtlineare Verhalten der Baumwollpreise bei seinen frühen Chaosforschungen. Andere folgten ihm und stellten fest, dass das Marktgefüge äußerst komplex ist, sodass Vorhersagen ähnlich schwer zu treffen sind wie bei dem uns am besten bekannten komplexen System, dem Wetter. Sobald ein System zunehmend komplex wird, versagen die herkömmlichen linearen analytischen Hilfsmittel, und es wird unglaublich schwierig, das System zu verstehen. Die einzige Möglichkeit, ein komplexes System zu verstehen, liegt in der Verwendung relativer Bezüge.

Es liegt nicht in der Absicht dieses Buches, die Tiefen dieser Diskussion auszuloten und das Für und Wider abzuwägen. Wir akzeptieren einfach die offenkundige Tatsache, dass die Kurse sich nicht „normal“ verhalten und dass die Börsen nicht so simple Systeme sind, wie manche Menschen denken. Unsere Prämisse ist, das die Märkte Systeme von wachsender Komplexität sind, die zunehmend schwerer zu meistern sind.