Brauner Boden - Zachary Gallant - E-Book

Brauner Boden E-Book

Zachary Gallant

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Beschreibung

Angesichts des Wiedererstarkens rechtsextremer Gesinnungen und in einer Zeit, in der ungeprüfte Informationen zunehmend leichtfertig als unstrittige Fakten verstanden werden, ist es unabdingbar, den Stand der Aufarbeitung der Zeit des Nationalsozialismus in Deutschland erneut kritisch zu hinterfragen. Dieser Aufgabe widmet sich das vorliegende Buch und legt dabei den Fokus auf das deutsche Unternehmertum, da auf diesem Feld die Aufarbeitung bis heute nur sehr zögerlich erfolgt. Ausgehend von einer jüdischen Perspektive auf die Diskrepanz von Absichtsbekundungen und gelebter Realität ist es unerlässlich, dass Deutschland sich aufrichtig zu dem viel beschworenen „Nie wieder“ bekennt und seinen Worten Taten folgen lässt – in Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft.

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EPUB

Veröffentlichungsjahr: 2022

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Veröffentlicht mit Unterstützung der Muslim Jewish Allianceund Juma e.V. im Rahmen der EU-gefördertenMuslim Jewish Coalition for Combatting Hatred

Mehr über unsere Autoren und Bücher:

www.westendacademics.com

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.

Dieses Werk ist lizenziert unter der Creative Commons Lizenz: CC BY-NC-ND 3.0; diese Lizenz erlaubt die private Nutzung, gestattet aber keine Bearbeitung und keine kommerzielle Nutzung. Weitere Informationen finden Sie unter: https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0

DOI: https://doi.org/10.53291/NQTZ6935

ISBN 978-3-949925-01-6

© Westend Verlag GmbH, Frankfurt am Main 2022

Umschlaggestaltung: Westend Verlag, Frankfurt am Main

Autorenangaben

Zachary Gallant ist Mitbegründer der Organisation (Rodfei Tzedek), die sich zum Ziel gesetzt hat, unter in Europa lebenden Jüdinnen und Juden das Zugehörigkeitsgefühl zu Europa wieder zu stärken. Gallant ist Leiter des vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge geförderten interkulturellen und interreligiösen Verständi­gungsprojekts „Values are One“ der Stiftung Weltethos. Außerdem ist er Organisator mehrerer großer Projekte für Geflüchtete und interkulturellen Dialog. Eines dieser Projekte wird in der Kleinstadt Unkel umgesetzt und zählte 2019 zu den Gewinnern des deutschen Integrationspreises. Gallant hat einen Masterabschluss in internationalen Studien und sammelte als Fulbright-Stipendiat für Post-Konflikt-Wiederaufbau umfangreiche Forschungserfahrung in Ost- und Südosteuropa. Zu seinen Interessens- und Forschungsschwerpunkten zählen Inter­vention in und Wiederaufbau nach Konflikten sowie die Auswirkungen von Armut und organisiertem Verbrechen auf die Zivilgesellschaft in verschiedenen regionalen Kontexten.

Dr. Katharina F. Gallant forscht als Ethnologin und Psychologin zu Interkulturalität und interethnischen Konflikten und legt dabei den Fokus auf die soziale Rolle der jüdischen und der muslimischen Gemeinschaft im sogenannten westlichen Kulturraum, auf die politische Repräsentation von indigenen und afroamerikanischen Minderheiten in Nord- und Lateinamerika sowie im afrikanischen Kontext auf ethnische Konflikte in der Sahel-Region und ihren Zusammenhang mit Ernährungsunsicherheit, unzureichender Governance und Infektionskrankheiten. Zudem war sie von 2019 bis 2021 Mitglied des Unkeler Stadtrates.

Über das Buch

Angesichts des Wiedererstarkens rechtsextremer Gesinnungen und in einer Zeit, in der ungeprüfte Informationen zunehmend leichtfertig als unstrittige Fakten verstanden werden, ist es unab-dingbar, den Stand der Aufarbeitung der Zeit des Nationalsozia-lismus in Deutschland erneut kritisch zu hinterfragen. Dieser Auf-gabe widmet sich das vorliegende Buch und legt dabei den Fokus auf das deutsche Unternehmertum, da auf diesem Feld die Aufar-beitung bis heute nur sehr zögerlich erfolgt. Ausgehend von einer jüdischen Perspektive auf die Diskrepanz von Absichtsbekundun-gen und gelebter Realität ist es unerlässlich, dass Deutschland sich aufrichtig zu dem viel beschworenen „Nie wieder“ bekennt und seinen Worten Taten folgen lässt – in Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft.

Zitierfähigkeit des eBooks

Diese Ausgabe des eBooks ist zitierfähig. Dazu wurden der Beginn und das Ende einer Seite gekennzeichnet. Sollte eine neue Seite genau in einem Wort beginnen, erfolgt diese Kennzeichnung auch exakt an dieser Stelle, so dass ein Wort durch diese Darstellung getrennt sein kann.

Inhalt

Dankeswort

Anmerkung zur Aufarbeitung – der Vergangenheit eine Zukunft geben

Henkels Persilschein: Aufarbeitung in einer deutschen Kleinstadt

Ausgangssituation

Aufarbeitung und das deutsche Unternehmertum

Henkel – ein Familienunternehmen in der NS-Zeit

Henkel – eine Familie in Unkel und ihre Profite aus der NS-Zeit

„Nie wieder“ – ein lokales Paradoxon

Ausblick zur Aufarbeitung im deutschen Unternehmertum

Gedenken als Freifahrtsschein: Unzulänglichkeiten der Aufarbeitung

Geschichte des lokalen Kontexts

Gedenkveranstaltung – zur Rhetorik der Aufarbeitung

Stadtbild – die Architektur des Gedenkens

Judenfreie Aufarbeitung?

Ausblick zur internationalen Bedeutung der deutschen Aufarbeitung

Abschließende Betrachtungen zur NS-Durchdrungenheit

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Dankeswort

Unser außerordentlicher Dank gilt Prof. Dr. Peter Hayes, dessen Arbeiten über die Verstrickungen von Unternehmen in die Shoah und die Kriegsverbrechen des nationalsozialistischen Regimes, insbesondere derer von I. G. Farben und Degussa, einen wegweisenden Impuls für dieses Buch darstellen. Besonderer Dank gebührt Hayes zudem für die unterstützenden Anregungen, die er uns bereits zu Beginn unserer Recherchearbeit zuteilwerden ließ.

Überaus dankbar sind wir auch Barbara Bartel für zahlreiche Gespräche über die Aufarbeitungskultur der rheinischen Kleinstadt Unkel, ihre Erfolge ebenso wie ihre Herausforderungen und zukünftige Aufgaben. In ähnlicher Weise sind wir auch Klaus-Henning Rosen zu besonderem Dank verpflichtet für seine hilfreichen Ratschläge, aber auch für seine eigenen Recherchen über jüdisches Leben in Unkels Nachbargemeinde Rheinbreitbach sowie seinen außerordentlichen Einsatz für die Aufarbeitung von Rheinbreitbachs Verstrickungen mit dem nationalsozialistischen Regime. Es ist Rosens Verdienst, dass im Juni 2021 die ersten Stolpersteine in Rheinbreitbach verlegt werden konnten. Dank gebührt auch Roland Thelen und Karsten Fehr dafür, dass die Stolpersteinverlegung unter ihrer politischen Federführung erfolgte. Fehr hatte sich in den vergangenen ←ix | x→Jahren durch seinen besonderen Einsatz für eine gelebte Willkommenskultur und eine politische Repräsentation von Menschen verschiedener nationaler Hintergründe hervorgetan. Zu dieser Integration der Diversität im alltäglichen Miteinander passte jüngst auch das Erinnern an drei der ermordeten Jüdinnen von Rheinbreitbach im Rahmen der Stolpersteinverlegung.

Des Weiteren unterstützte uns Holly Huffnagel vom Amerikanisch-Jüdischen Komitee (American Jewish Committee) beim Verfassen des vorliegenden Buches, indem sie die bis heute andauernde Gefahr des Antisemitismus auf nationaler und internationaler Ebene hervorhob. Celia Gomez von der jüdischen Auswanderungshilfsorganisation Hebrew Immigrant Aid Society (HIAS Europe) sowie Maurice Kirschbaum, ehemaliger Sprecher der europäischen Union jüdischer Studierender (European Union of Jewish Students) sowie der Internationalen Vereinigung jüdischer Anwälte und Juristen (International Association of Jewish Lawyers and Jurists) beim UN-Menschenrechtsrat, betonten durch ihre Anmerkungen die internationale Relevanz dieses Buches. Eine große Bereicherung waren auch die Anregungen der Rabbinerin Rebecca Lillian sowie die Kommentare des Politikwissenschaftlers und Publizisten Dr. Max Czollek zur jüdischen Perspektive auf das Thema der deutschen Aufarbeitung. Ihnen allen sind wir zu großem Dank verpflichtet.

Schließlich gilt unser besonderer Dank Dr. Constanze Klein für ihr außergewöhnliches sprachliches Fingerspitzengefühl bei der redaktionellen Überarbeitung dieses Buches. Abschließend besonders hervorheben möchten wir auch die beispielhafte Solidarität, mit der die Muslim Jewish Alliance und insbesondere Dennis Sadik Kirschbaum von JUMA e.V. (JUMA – jung, muslimisch, aktiv) die Veröffentlichung des vorliegenden Buches im Rahmen des EU-geförderten Projekts „Muslim Jewish Coalition for Combating Hatred“ (MJCCH) gefördert haben.

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Anmerkung zur Aufarbeitung – der Vergangenheit eine Zukunft geben

Vor mehr als 60 Jahren hielt der Philosoph und Soziologe Theodor W. Adorno vor dem Koordinierungsrat für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit einen Vortrag mit dem Titel „Was bedeutet: Aufarbeitung der Vergangenheit“. Wenige Monate später wurde dieser als Beitrag im Hessischen Rundfunk gesendet und erreichte dadurch ein breites Publikum. In seinem Vortrag kritisierte Adorno nachdrücklich die damals gängige deutsche Aufarbeitungspraxis der Zeit des Nationalsozialismus. Sie versäume, „daß man das Vergangene im Ernst verarbeite, seinen Bann breche durch helles Bewußtsein“.1 Hinter dem Begriff der Aufarbeitung verstecke sich, so Adorno weiter, das deutsche Bedürfnis, der Erinnerung zu entkommen und die Vergangenheit hinter sich zu lassen.2

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Angesichts des Erstarkens rechtsextremer Gesinnungen und in einer Zeit, in der leicht verfügbare Informationen schnell als unstrittige Fakten hingenommen werden, ist es unabdingbar, den Stand der Aufarbeitung der Zeit des Nationalsozialismus in Deutschland erneut kritisch zu hinterfragen. Dieser Aufgabe widmet sich dieses Buch und legt dabei den Fokus auf das deutsche Unternehmertum, da auf diesem Feld die Aufarbeitung bis heute nur sehr zögerlich erfolgt. Am Beispiel des Familienunternehmens Henkel beleuchtet der erste Teil dieses Buches zunächst die Verstrickungen des Henkel-Unternehmens mit dem nationalsozialistischen Regime, der Enteignung europäischer Jüdinnen und Juden und der Shoah.3 Im nächsten Schritt wird die Bedeutung der Henkel-Familie als Wohltäter einer rheinischen Kleinstadt diskutiert. Als Sponsor öffentlicher Räume und Förderer des öffentlichen Lebens gestaltet die Henkel-Familie dort bereits in der dritten Generation das Stadtbild und prägt kulturelle Veranstaltungen. In einem weiteren Schritt stellt das Buch die historisch gewachsene Abhängigkeit der Kleinstadt von der Wohltäterfamilie dem Selbstverständnis der Kleinstadt als Wahlzuhause des früheren Bundeskanzlers Willy Brandt gegenüber. Dabei fällt die Diskrepanz zwischen der nationalsozialistischen Belastung des Henkel-Familienunternehmens einerseits und Willy Brandt als Sinnbild des Antifaschismus und des Aufarbeitungsprozesses andererseits unweigerlich ins Auge. Abschließend wird die Frage aufgeworfen, wie aus heutiger Sicht Unternehmen, Politikerinnen und Politiker sowie die breite Öffentlichkeit im Sinne der Aufarbeitung ←2 | 3→verantwortungsbewusst mit dem Erbe Deutschlands aus der Zeit des Nationalsozialismus, insbesondere mit den Profiten der Arisierungen, umgehen könnten. Zentral ist dabei, die Aufarbeitung nicht als einmalig zu erreichendes Ziel anzusehen, sondern sie als fortwährenden Prozess zu begreifen. Dieser verlangt nicht zuletzt im Hinblick auf die Rolle deutscher Unternehmen während der Zeit des Nationalsozialismus, dass begünstigte Individuen ebenso wie politische Institutionen und Einrichtungen des öffentlichen Lebens stets die Ursprünge der ihnen zugedachten Gelder kritisch hinterfragen. Die hier formulierten Empfehlungen schließen sowohl den lokalen Kontext vergleichbarer Kleinstädte als auch die gesamtdeutsche Ebene mit ein und verweisen zugleich auf die Bedeutung des deutschen Aufarbeitungsprozesses im internationalen Kontext.

Die Notwendigkeit der Aufarbeitung des National­sozialismus bezieht sich nicht allein auf das deutsche Unternehmertum. Soll Aufarbeitung gelingen und authentisch sein, muss sie als fester Bestandteil der nationalen Identität alle Dimensionen des Lebens durchdringen. Dabei versteht sich von selbst, dass die Aufarbeitung weit über die Ebene der rhetorischen Absichtserklärung und Distanzierung von den Gräueltaten der Vergangenheit hinausgehen muss. Worten müssen Taten folgen – Taten müssen die Worte im Hier und Jetzt verankern als Fundament, das dem nationalen Diskurs Bestand gibt, als Eichung des ethischen Kompasses einer Gesellschaft.

Während im ersten Teil dieses Buches das Unternehmen Henkel im Vordergrund steht, widmet sich der zweite Teil einer kritischen Reflexion der deutschen Gedenkkultur, insofern als diese die offiziell vertretene Haltung zur eigenen Vergangenheit und nationalsozialistischen Belastung widerspiegelt. Erneut wird das Beispiel der rheinischen Kleinstadt genutzt, um den historischen Kontext der ←3 | 4→kulturellen Diversität einerseits und den Repressalien der Zeit des Nationalsozialismus bis hin zum Völkermord andererseits zu skizzieren sowie darauffolgend den gegenwärtigen Umgang mit der Vergangenheit auf rhetorischer und praktischer Ebene zu charakterisieren. Letztere bezieht die architektonische Dimension als Manifestation der deutschen Aufarbeitung im Stadtbild mit ein. Ausgehend von diesen weitgehend lokal illustrierten Ausführungen widmet sich dieser zweite Teil des Buches auch der Frage, welche Rolle Jüdinnen und Juden bei der deutschen Aufarbeitung der Zeit des Nationalsozialismus spielen. Das Kapitel „Judenfreie Aufarbeitung?“ diskutiert, wie Jüdinnen und Juden im deutschen Umgang mit der nationalsozialistischen Vergangenheit auf die Rolle der Opfer der Shoah reduziert werden, ohne selbst als handelnde Subjekte Gehör zu finden. Zu diesen Ausführungen gehört auch die kritische Frage, welche Auswirkung die Objektifizierung der jüdischen Bevölkerung für die empfundene Aufrichtigkeit der Aufarbeitung hat, nicht zuletzt angesichts ihrer mangelhaften Umsetzung durch das deutsche Unternehmertum und der aus arisiertem Eigentum gewonnenen Profite, die bis heute Wirtschaft und Gesellschaft durchdringen.

Ebenso wie die Shoah nicht auf das Gebiet des heutigen Deutschlands beschränkt war, sollte auch ihre Aufarbeitung nicht lokal begrenzt gedacht werden. Entsprechend schließt dieser zweite Teil des Buches mit einem Ausblick zur internationalen Bedeutung der deutschen Aufarbeitung. Angestoßen von den Siegermächten, allen voran den USA, wurde die Aufarbeitung der nationalsozialistischen Verbrechen Teil der deutschen Wirklichkeit. Die Verpflichtung, sich der eigenen Vergangenheit zu stellen, obliegt Deutschland selbst und sollte entsprechend als unumgänglicher Bestandteil seiner nationalen Identität angesehen werden. Inwiefern die deutsche Aufarbeitung dadurch eine Vorreiterrolle im internationalen ←4 | 5→Vergleich einzunehmen vermag, ist Gegenstand der abschließenden Diskussion.

Ohne den folgenden Kapiteln vorgreifen zu wollen, sei an dieser Stelle auf zwei grundsätzliche Überlegungen hingewiesen: Den Stand der deutschen Aufarbeitung der Zeit des Nationalsozialismus kritisch zu reflektieren, birgt das Risiko, dass die getroffenen Aussagen missverstanden oder instrumentalisiert werden. Um dem vorzubeugen, sei festgehalten: Die deutsche Aufarbeitung verdient Lob angesichts ihres Bemühens, das „Nie wieder“ fest in der Gesellschaft zu verankern. Nichtsdestotrotz wird am Beispiel des Mikrokosmos einer rheinischen Kleinstadt schnell deutlich werden, dass die deutsche Aufarbeitung unvollständig ist und eine Fortsetzung des angestoßenen Prozesses erfordert, die in Ausmaß und Intensität die bisherigen Bemühungen übersteigt. Der Fall besagter Kleinstadt ist exemplarisch für die Situation in vielen deutschen Kleinstädten und verweist auf systemimmanente Unzulänglichkeiten, die auch in Großstädten, im regionalen und nationalen Kontext eine Rolle spielen. Auf dieser systemischen Ebene lassen sich zudem Parallelen zu Aufarbeitungsbemühungen in anderen nationalen Kontexten ziehen, etwa zum Genozid der autochthonen Bevölkerung des amerikanischen Doppelkontinents oder zur Kolonialisierung Afrikas. Auch hier steht eine Rückerstattung „europäisierten“ Eigentums aus, während die systematische Benachteiligung der Entrechteten andauert.4

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